{"id":4187,"date":"2009-09-11T14:51:14","date_gmt":"2009-09-11T12:51:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4187"},"modified":"2014-01-23T12:50:50","modified_gmt":"2014-01-23T11:50:50","slug":"die-grosse-koalition-der-privatisierer-man-kann-ihnen-auch-heute-nicht-ueber-den-weg-trauen-beispiel-eisenbahnerwohnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4187","title":{"rendered":"Die Gro\u00dfe Koalition der Privatisierer. Man kann ihnen auch heute nicht \u00fcber den Weg trauen. Beispiel Eisenbahnerwohnungen."},"content":{"rendered":"<p>Die etablierten Parteien, die allesamt in Privatisierungsprojekte verstrickt waren, lassen zurzeit ihre Absichten f&uuml;r die Zeit nach der Wahl nicht erkennen. Zurzeit werden eher die Folgen der Privatisierung und die Folgen der Privatisierungsabsichten sichtbar &ndash; so etwa bei den unhaltbaren Zust&auml;nden der Berliner S-Bahn. Sie wurde kaputt gespart, um die Bilanz der Deutschen Bahn AG zu sch&ouml;nen. Gerade die weiteren Pl&auml;ne zur Privatisierung der Deutschen Bahn bleiben vor der Wahl im Dunkeln. Ich bin fest davon &uuml;berzeugt, dass es hinterher wie urspr&uuml;nglich beabsichtigt weitergeht. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nAuch die Privatisierung von Wohnungen, Kliniken, Schulen und anderen &ouml;ffentlichen Einrichtungen wird weiter betrieben werden &ndash; nicht weil es vern&uuml;nftig ist, sondern weil die an der Privatisierung verdienenden Gruppen und vor allem die Finanzwirtschaft ihre Finger in der Willensbildung und Entscheidungsfindung der etablierten Parteien haben. Das ist die bittere Wahrheit. <\/p><p>Wie wenig Verlass auf &ouml;ffentliche Erkl&auml;rungen oder auch auf das Schweigen vor Wahlen ist, wird an einer Dokumentation &uuml;ber die Privatisierung der Eisenbahnerwohnungen und die Folgen sichtbar, die uns ein Nachdenkseitenleser zur Verf&uuml;gung gestellt hat.<br>\nEs folgt eine Chronologie, zusammengestellt von Andreas M&uuml;ller. Er ist Mitarbeiter der Eisenbahnergewerkschaft Transnet, er war 20 Jahre Mitglied der SPD und auch Ortsvereinsvorsitzender. Andreas M&uuml;ller ist dort wegen der Privatisierung der Eisenbahnerwohnungen ausgetreten und kandidiert heute f&uuml;r die Linkspartei.<\/p><p>Die Mitglieder und Sympathisanten von CDU, CSU, SPD, FDP, Gr&uuml;ne, die bisher an Privatisierungen beteiligt waren, und jenes Teils der Linkspartei, der Privatisierungen mitgemacht hat, tun gut daran, sich seine Dokumentation und auch die beiden Analysen des Mieterforum-Ruhr anzuschauen. Dort werden von Knut Unger die Folgen des Verkaufs von gro&szlig;en Wohnungsbest&auml;nden an internationale so genannte Investoren, an Hedgefonds und PrivateEquityGruppen, und die bedrohliche Entwicklung dieser Heuschrecken beschrieben. Es ist einmal ein Beitrag <a href=\"upload\/pdf\/Absturz_der_Wohnungs_Heuschrecken.pdf\">&bdquo;Absturz der Wohnungsheuschrecken&ldquo; [PDF &ndash; 60 KB]<\/a> und zum anderen ein Kommentar <a href=\"upload\/pdf\/Kommentar_%20Holen_wir_uns_die_Wohnungen_zurueck.pdf\">&bdquo;Holen wir uns die Wohnungen zur&uuml;ck&ldquo; [PDF &ndash; 48 KB]<\/a>.<br>\nWas bisher geschehen ist und was weiter ins Haus steht, wenn wir uns nicht massiver gegen Privatisierungen wenden, wird beispielhaft in diesen beiden Beitr&auml;gen und in der Chronologie sichtbar.<\/p><p>Nun zur Chronologie und der einf&uuml;hrenden Mail von Andreas M&uuml;ller:<\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/die-linke.de\/nc\/wahlen\/kandidaten\/bundestagswahl\/detail\/?k=34874\">Andreas M&uuml;ller, Freigericht<\/a><\/strong><\/p><p>Der Beitrag <a href=\"?p=4183#h11\">&bdquo;Geplagte Mieter &ndash; Finanzinvestoren dr&auml;ngen auf Wohnungsmarkt&ldquo; der NachDenkSeiten vom 10.September 2009<\/a> hat mich veranlasst, nochmals in meinen Archiven zu graben.<\/p><p>F&uuml;r die Leser, die den Hintergrund vielleicht nicht mehr parat haben, kurz die Vorgeschichte. <\/p><p>Im Bundestagswahlkampf 1998 spielte der Verkauf der Eisenbahnerwohnungen eine gro&szlig;e Rolle. Die damalige Regierung Kohl hatte beschlossen, diese an ein deutsches Bieterkonsortium zu verkaufen. Den gr&ouml;&szlig;ten Batzen sollte die WCM des Unternehmers Karl Ehlerding erhalten. Sp&auml;ter stellt sich heraus, dass dieser 5 Millionen Mark an die CDU gespendet hat. &ldquo;Meine Frau und ich&rdquo;, wird Ehlerding sp&auml;ter sagen, &ldquo;haben f&uuml;r die Demokratie gespendet.&rdquo; F&uuml;r die Demokratie in Gestalt Helmut Kohls. Denn Ehlerding will, wie er sagt, &ldquo;genau wissen, was mit dem Geld passiert&rdquo;. Die Spende soll eine der letzten Anstrengungen im Wahlkampf finanzieren, jene gewaltige Anzeigenkampagne, die vor dem Wahltag in den deutschen Zeitungen gef&uuml;hrt wird. Ehlerding ist sich einig mit dem Vorsitzenden der CDU: Helmut Kohl muss Kanzler bleiben.<\/p><p>Hierzu mehr im Zeit-Dossier <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2001\/13\/Der_Spender_und_sein_Kanzler?page=6\">&bdquo;Der Spender und sein Kanzler&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Zwei Tage nach der Schwarzbuchung geschieht etwas Unerh&ouml;rtes: Helmut Kohl verliert die Wahl. Ohne das gro&szlig;e parteiinterne Aufr&auml;umen, das der Wahlniederlage folgt, w&auml;re die gr&ouml;&szlig;te Spende f&uuml;r den Vorsitzenden Kohl wohl nie in den CDU-Rechenschaftsbericht geraten. Die Schwarzgeldaff&auml;re nimmt ihren Lauf.<\/p><p>Die SPD hatte vor der Wahl gegen die Privatisierung gek&auml;mpft und den Mietern versprochen, dass sie den Verkauf stoppen werden, wenn sie die Wahl gewinnen. Die nachfolgende Dokumentation belegt dies.<\/p><p><strong>Die Rolle des Kanzlerkandidaten Steinmeier<\/strong><\/p><p>Interessant ist, dass aufgrund eines Focusberichtes aus dem Jahre 2001 sich durch Aktenfunde belegen l&auml;sst, dass der heutige Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier diesen von der CDU geplanten Handel im Wahljahr 1998 beeinflusst hat. &bdquo;Steinmeiers Briefe, in denen er eine Entscheidung f&uuml;r die Deutschen forderte, wurden von der Nieders&auml;chsischen Landesentwicklungs-GmbH, Tochter der Norddeutschen Landesbank, formuliert. Als sie den Zuschlag erhielten, &uuml;berlegten die Genossen, den F&ouml;rderer per Presseerkl&auml;rung zu loben. In den Akten hei&szlig;t es: &bdquo;Wir k&ouml;nnten Steinmeier feiern (lassen).&rdquo; Denn mit den Objekten k&ouml;nne die NordLB &bdquo;zu einem respektablen Immobilienkonzern&rdquo; werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/eisenbahnerwohnungen-steinmeier-feiern_aid_188528.html\">FOCUS Online<\/a><\/p><p>Nach der Wahl soll man die Parteien ja nicht daran messen, was sie vor der Wahl versprochen haben. Die entsprechenden Pressemitteilungen habe ich auch angeh&auml;ngt. Jeder kann sich da selber ein Bild machen. <\/p><p>NachDenkSeiten Leser ahnen bzw. wissen was nun kommt. Die SPD Regierung beschlie&szlig;t den Verkauf der Eisenbahnerwohnungen. Dies wird dann zum Beispiel daf&uuml;r gelten, wie man mit Wohnungen in Deutschland Geld verdienen kann. Aus dem deutschen Bieterkonsortium um die Ehlerdings  ist dann ein japanisches um die Nomurabank und die englische Terra Firma geworden. Die WCM bekommt als Trostpflaster nur die Wuppertaler GEWG ab. Das ist ja vielfach dokumentiert und wer n&auml;heres wissen will, braucht ja nur eine Suchmaschine zu bedienen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,105341,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><p>Aber auch hier ist wieder interessant zu sehen, wer die handelnden Personen waren. Zum einen nat&uuml;rlich Hans Eichel als Finanzminister, zum anderen aber &ndash; das wird oft vergessen &ndash; der Erfinder der &bdquo;Heuschrecken&ldquo; Franz M&uuml;ntefering, der damals ein kurzes Gastspiel als Verkehrsminister, von 27. Oktober 1998 bis 29. September 1999, gegeben hat. M&uuml;ntefering war damals die treibende Kraft f&uuml;r einen Verkauf der Wohnungen. Zwar ist die Entscheidung vorher zum Verkauf von Wissmann, die endg&uuml;ltigen Entscheidungen nachher von Klimmt und Bodewig getroffen worden, aber M&uuml;ntefering war es, der das Tor f&uuml;r die Heuschrecken ge&ouml;ffnet hat.<\/p><p>Der Hauptpersonalrat hatte den Verkauf abgelehnt. M&uuml;ntefering hat dazu die Einigungsstelle angerufen. Hierzu M&uuml;ntefering  Zitat aus dem Plenarprotokoll des Bundestages vom 6.Mai.1999:&rdquo;Gestern hat nun der Hauptpersonalrat des Bundeseisenbahnverm&ouml;gens der Ma&szlig;nahme nicht zugestimmt. <strong>Ich habe entschieden<\/strong>, da&szlig; die Einigungsstelle, die f&uuml;r solche F&auml;lle vorgesehen ist, angerufen wird. Die Einigungsstelle soll nach den einschl&auml;gigen gesetzlichen Bestimmungen innerhalb von zwei Monaten entscheiden. Ich bin sicher, da&szlig; das geschieht, und ich bin zuversichtlich, da&szlig; eine positive Entscheidung zustande kommt. Das hei&szlig;t, da&szlig; diese Wohnungen im Sinne dessen, was wir in Vertr&auml;gen fixiert haben, Eigentum des deutschen Bieterkonsortiums werden.&rdquo; Die entsprechende Presseerkl&auml;rung weiter unten.<\/p><p>Die Klage gegen den Spruch der Einigungsstelle hat der Hauptpersonalrat in der ersten Instanz vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt gewonnen, die entsprechenden Reaktionen auch unten. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Verkauf erlaubt und dieser wurde dann auch vom damaligen Verkehrsminister Kurt Bodewig Ende des Jahres 2000 \/Anfang 2001 vollzogen.<\/p><p>Die in den Kaufvertr&auml;gen vereinbarten Mieterschutzrechte haben das Bundesverwaltungsgericht davon &uuml;berzeugt, dass die Eisenbahnerwohnungen ihren Charakter als Sozialeinrichtung erhalten. Auf diese Schutzrechte gehen wiederum die genannten Sozialchartas bei vielen Verk&auml;ufen &ouml;ffentlicher Wohnungsgesellschaften zur&uuml;ck.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Eine Chronologie<\/strong><\/p><p><strong>der Presseerkl&auml;rungen der SPD Bundestagsfraktion zum Verkauf der Eisenbahnwohnungsgesellschaften:<\/strong><\/p><p><strong>Als Oppositionspartei!<\/strong><\/p><p>24. Juni 1998 &ndash; 814 SPD- Bundestagsfraktion Presse<br>\nHerausgeber: Dr. Peter Struck<br>\nRedaktion: Dr. Sten Martenson<br>\nTel. Fax etc. &hellip;.<br>\nAG Raumordnung, Bauwesen &amp; St&auml;dtebau<br>\nAG Verkehr<\/p><p><strong>Eisenbahnerwohnungen: Verkauf stoppen<\/strong><\/p><p>Zu dem geplanten Verkauf der Eisenbahnerwohnungen erkl&auml;ren der wohnungspolitische Sprecher Achim Gro&szlig;mann, die verkehrspolitische Sprech-erin Elke Ferner, der Berichterstatter im Haushaltsausschu&szlig; Hans Georg Wagner und der stellvertretende Vorsitzende des Bauausschusses Otto Reschke:<\/p><p>Die Vortr&auml;ge zum Verkauf der ca. 130.000 Eisenbahnerwohnungen sind paraphiert. Das hat das Bundesverkehrsministerium in einem Gespr&auml;ch mit Parlamentariern mitgeteilt. Diese Transparenz verdient Anerkennung, nicht aber das Ergebnis der Vertragsverhandlungen.<\/p><p>K&auml;ufer soll jetzt eine Bietergemeinschaft sein, die bunt zusammengew&uuml;rfelt ist. Das Pokern des Verkehrsministeriums um hohe Verkaufspreise hat Spuren hinterlassen. Neben einigen Landesentwicklungsgesellschaften, die weitgehend noch einer sozialen Wohnungswirtschaft verbunden sind, sollen nun auch Bieter bedacht werden, deren Gesellschaft an der B&ouml;rse notieren und die &ndash; dem shareholder-value verpflichtet &ndash; ganz andere Verwertungsinteressen haben.<\/p><p>Sozialvertr&auml;gliche L&ouml;sungen soll es nicht f&uuml;r alle Mieter geben, sondern nur f&uuml;r solche, die zu dem &ldquo;Berechtigtenkreis&rdquo; geh&ouml;ren. Das bedeutet im Klartext, da&szlig; es ab sofort in den Wohnungen der 18 Eisenbahnerwohnungsgesellschaften ein Zweiklassenrecht f&uuml;r Mieter gibt, wenn der Verkauf vollzogen wird.<\/p><p>Die SPD lehnt den geplanten Verkauf entschieden ab:<\/p><ul>\n<li>Der Erhalt der Gesellschaften als Sozialeinrichtung -wie das Gesetz es vorsieht- ist nicht gew&auml;hrleistet. Nach dem Salamiprinzip werden die Wohnungen einer kapitalorientierten Vermarktung zugef&uuml;hrt.<\/li>\n<li>das Zweiklassenmietrecht f&uuml;hrt zur Verdr&auml;ngung etwa jedes vierten Mieterhaushaltes.<\/li>\n<li>Die Chance einer f&uuml;r den Bund wie f&uuml;r die Mieter finanziell interessanten Mieterprivatisierung wird vertan. Gewinne stecken sich jetzt andere ein. <\/li>\n<\/ul><p>Die SPD fordert die Bundesregierung deshalb auf, den Verkauf der Eisenbahnerwohnungen nicht zu vollziehen- Es gibt f&uuml;r- den Bund und die Mieter -weitaus bessere L&ouml;sungen. Ohne die erforderliche Zustimmung der zust&auml;ndigen Personalvertretung ist ,ein Verkauf der Wohnungsgesellschaften ohnehin nicht m&ouml;glich.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>25. September 1998 &ndash; 1115 SPD-Bundestagsfraktion Presse<\/strong><\/p><p>Herausgeber: Dr. Peter Struck<br>\nRedaktion: Dr. Sten Martenson<br>\nTel. Fax etc. &hellip;.<br>\nAG Verkehr<\/p><p><strong>Eisenbahnerwohnungen: Verkauf stoppen<\/strong><\/p><p>Zu dem geplanten Verkauf der Eisenbahnerwohnungen erkl&auml;rt die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Elke Ferner:<\/p><p>Die Vortr&auml;ge zum Verkauf der ca. 130.000 Eisenbahnerwohnungen durch den Bund sind paraphiert; noch kurz vor der Wahl leitet die amtierende Bundesregierung das Mitbestimmungsverfahren beim Hauptpersonalrat des Bundeseisenbahnverm&ouml;gens ein. F&uuml;r die SPD-Bundestagsfraktion sind die Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Ablehnung die gleichen wie im Juni.<\/p><p>K&auml;ufer soll eine Bietergemeinschaft sein, die bunt zusammengew&uuml;rfelt ist. Das Pokern des Verkehrsministeriums um hohe Verkaufspreise hat Spuren hinterlassen. Neben einigen Landesentwicklungsgesellschaften, die weitgehend noch einer sozialen Wohnungswirtschaft verbunden sind, sollen nun auch Bieter bedacht werden, deren Gesellschaft an der B&ouml;rse notieren und die ganz andere Verwertungsinteressen haben.<\/p><p>Sozialvertr&auml;gliche L&ouml;sungen soll es nicht f&uuml;r alle Mieter geben, sondern nur f&uuml;r solche, die zu dem &ldquo;Berechtigtenkreis&rdquo; geh&ouml;ren. Das bedeutet im Klartext, da&szlig; es ab sofort in den Wohnungen der 18 Eisenbahnerwohnungsgesellschaften ein Zweiklassenrecht f&uuml;r Mieter gibt, wenn der Verkauf vollzogen wird.<\/p><p>Die SPD lehnt den geplanten Verkauf entschieden ab:<\/p><ul>\n<li>Der Erhalt der Gesellschaften als Sozialeinrichtung -wie das Gesetz es vorsieht- ist nicht gew&auml;hrleistet. Nach dem Salamiprinzip werden die Wohnungen einer kapitalorientierten Vermarktung zugef&uuml;hrt.<\/li>\n<li>das Zweiklassenmietrecht f&uuml;hrt zur Verdr&auml;ngung etwa jedes vierten Mieterhaushaltes. <\/li>\n<li>Die Chance einer f&uuml;r den Bund wie f&uuml;r die Mieter finanziell interessanten Mieterprivatisierung wird vertan. Gewinne stecken sich jetzt andere ein. <\/li>\n<\/ul><p>Die SPD fordert die Bundesregierung deshalb auf, den Verkauf der Eisenbahnerwohnungen nicht zu vollziehen- Es gibt f&uuml;r- den Bund und die Mieter -weitaus bessere L&ouml;sungen. Ohne die erforderliche Zustimmung der zust&auml;ndigen Personalvertretung ist ,ein Verkauf der Wohnungsgesellschaften ohnehin nicht m&ouml;glich.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Als Regierungspartei!<\/strong><\/p><p>23. M&auml;rz 1999 &ndash; 215<br>\nPressesprecher<\/p><p><strong>SPD-Fraktion stimmt Verkauf von Eisenbahnerwohnungen zu <\/strong><\/p><p>Der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sten Martenson, teilt mit:<\/p><p>Die SPD-Bundestagsfraktion hat in ihrer heutigen Sitzung dem Konzept von Bundesbauminister Franz M&uuml;ntefering, 114.300 Eisenbahnerwohnungen zu privatisieren, mit gro&szlig;er Mehrheit zugestimmt. Das Privatisierungsvorhaben von M&uuml;ntefering sieht umfassende Sicherungen f&uuml;r die Mieter und f&uuml;r die Besch&auml;ftigten der EWG (Eisenbahner-Wohnungsgesellschaften) vor.<\/p><p>So erhalten die Mieter ein einzelvertraglich abgesichertes Wohnrecht auf Lebenszeit, einen vertraglich garantierten Ausschluss von Luxusmodernisierungen sowie eine Begrenzung m&ouml;glicher Mieterh&ouml;hungen weit unterhalb des gesetzlich Erlaubten. Bei einer m&ouml;glichen Mieterprivatisierung erhalten die Mieter ein Vorzugsangebot von zehn Prozent unterhalb des Marktpreises.<\/p><p>F&uuml;r die Besch&auml;ftigten der Eisenbahner-Wohnungsbaugesellschaften gibt es eine Besch&auml;ftigungsgarantie, die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung sowie die &Uuml;bernahme aller geltenden Betriebsvereinbarungen f&uuml;r die n&auml;chsten zehn Jahre.<\/p><p>Damit konnten ein Maximum an sozialer Sicherheit f&uuml;r die Mieter erreicht und wesentliche Bedenken gegen die Privatisierung ausger&auml;umt werden.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Nr. 60\/99<br>\nBonn, den 5. Mai 1999<\/p><p><strong>Eisenbahnerwohnungen: M&uuml;ntefering bedauert Ablehnung des HPR<\/strong><\/p><p>Der Bundesminister f&uuml;r Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Franz M&uuml;ntefering, hat die Ablehnung der Ver&auml;u&szlig;erung der Eisenbahnerwohnungen durch den Hauptpersonalrat des Bundeseisenbahnverm&ouml;gens (BEV) mit Bedauern zur Kenntnis genommen. &ldquo;Ich finde es bedauerlich, da&szlig; der Hauptpersonalrat sich nicht in der Lage sah, die umfangreichen Schutzrechte f&uuml;r die Mieterinnen und Mieter zu w&uuml;rdigen, die in dem vorgelegten Vertrag festgeschrieben sind. Das einzelvertraglich gesicherte Wohnrecht auf Lebenszeit, der Ausschlu&szlig; von Luxusvermietungen und die vertragliche Verpflichtung der Erwerber, eine Mieterh&ouml;hungsbegrenzung weit unter dem gesetzlich Erlaubten zu akzeptieren, um nur einige Schutzklauseln zu nennen, garantiert ein auf Dauer gesichertes Wohnrecht. Ich sehe daher die sozialen Interessen der Mieter ausdr&uuml;cklich gewahrt&rdquo;, sagte M&uuml;ntefering. Garantiert sei auch der faktische Fortbestand der betrieblichen Wohnungsf&uuml;rsorge als Sozialeinrichtung. Gerade diesbez&uuml;glich habe die Bundesregierung die alte Vertragslage deutlich verbessern k&ouml;nnen. Auch die Arbeitspl&auml;tze der in den Eisenbahnerwohnungsgesellschaften Besch&auml;ftigten sei dauerhaft gesichert. M&uuml;ntefering: &ldquo;Wir haben verantwortungsbewu&szlig;t verhandelt und entschieden.&rdquo;<br>\nM&uuml;ntefering wird die Begr&uuml;ndung der Ablehnung durch den Hauptpersonalrat pr&uuml;fen und &uuml;ber das weitere Vorgehen entscheiden.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>12. August 1999 &ndash; 510<br>\nAG Verkehr,<br>\nBau und Wohnungswesen<\/p><p><strong>Schiedsspruch zu Eisenbahnerwohnungen auf Spielr&auml;ume pr&uuml;fen<\/strong><\/p><p>Zur Ablehnung des Verkaufs der Eisenbahnerwohnungen durch die Schiedsstelle erkl&auml;rt die Sprecherin der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau- und Wohnungswesen der SPD-Bundestagsfraktion, Angelika Mertens:<\/p><p>Der Verkauf der Eisenbahnerwohnungen war nie Selbstzweck. Vor dem Hintergrund der katastrophalen finanziellen Hinterlassenschaft der vorigen Bundesregierung ist der Verkauf notwendiger Bestandteil der Konsolidierung des Haushaltes des Bundesministeriums f&uuml;r Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Dieser Realit&auml;t m&uuml;ssen sich alle Beteiligten stellen.<\/p><p>Bundesminister M&uuml;ntefering hatte aus Sicht der SPD-Fraktion ein Verhandlungsergebnis erzielt, bei dem kein Mieter schlechter gestellt sein w&uuml;rde als jetzt: strikte Begrenzung der Mieterh&ouml;hung, keine K&uuml;ndigungen.<\/p><p>Nach der dennoch erfolgten Ablehnung des Verkaufs durch die Schiedsstelle mu&szlig; nun gepr&uuml;ft werden, welche M&ouml;glichkeiten bestehen, um auch seitens der Gewerkschaft die Zustimmung zum Verkauf zu erhalten. Ob es angesichts der schwierigen Haushaltslage zu einer erneuten Pr&uuml;fung des von der GdED favorisierten &ldquo;internen&rdquo; Verkaufs kommen kann, wird von der schriftlichen Begr&uuml;ndung des Schiedsspruchs abh&auml;ngen.<\/p><p>Mit dem gestrigen Schiedsspruch ist f&uuml;r die Finanzierung des Bundeshaushalts ein gravierendes Problem entstanden &ndash; mit drohenden Auswirkungen f&uuml;r Schieneninvestitionen und Arbeitspl&auml;tze.<\/p><p>Alle Beteiligten sind deshalb aufgefordert, so schnell wie m&ouml;glich zu einer L&ouml;sung zu kommen, die erstens Sicherheit f&uuml;r die Mieter gew&auml;hrleistet und zweitens die Finanzierung der Verkehrsinvestitionen im Bundeshaushalt sicherstellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Bundesparteitag der SPD vom 07. bis 09.12.1999 in Berlin lnitiativantrag 16 Wirtschafts-, Besch&auml;ftigungs- und Finanzpolitik<\/strong><\/p><p>Eisenbahnerwohnungen<\/p><p>Der Bundeskanzler und Parteivorsitzende wird gebeten, auf den Wohnungsbauminister Klimmt einzuwirken, keine weiteren Schritte zum Verkauf der Bahnwohnungen einzuleiten. Der Wohnungsbauminister wird aufgefordert, mit den Betriebsr&auml;ten der Bahn deren Konzept neu zu beraten und das Problem Bahnwohnungen im Konsens zu l&ouml;sen.<\/p><p>Noch dem verlorengegangenen Prozess ist es erforderlich, an den Verhandlungstisch zur&uuml;ckzukehren. Die unsozialen Hinterlassenschaften der Kohl-Regierung, die Bahnwohnungen zu verkaufen, darf nicht weiter verfolgt worden, da diese Ma&szlig;nahme einen erheblichen Vertrauensschwund bei den Bewohnern und deren Umfeld in die sozialdemokratische Regierung ausgel&ouml;st hat. Im &uuml;brigen war es f&uuml;r Betriebsr&auml;te nur schwer zu verstehen, dass ausgerechnet Sozialdemokraten ein Einigungsstellenverfahren und einen Prozess gegen die Interessenvertretung eines Betriebes f&uuml;hrten.<\/p><p>Nachdem der Bahnbetriebsrat ein tragf&auml;higes Konzept f&uuml;r das weitere Vorgehen erarbeitet hat, sind wir der Meinung, dass eine L&ouml;sung auf dem Verhandlungsweg erreicht werden kann.<\/p><p>Nach Information von Delegierten wurde der Antrag breit diskutiert und dann an die SPD-Bundestagsfraktion &uuml;berwiesen.<\/p><p>In der Diskussion gab es keine inhaltliche Gegenrede, sondern lediglich eine kontroverse Debatte &uuml;ber die weitere Behandlung des Antrages<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>28. Juni 2000 &ndash; 555<br>\nStellv. Fraktionsvorsitzende<br>\nAG Verkehr, Bau- und<br>\nWohnungswesen<\/p><p><strong>Eisenbahnwohnungsgesellschaften: Bundesverwaltungsgericht best&auml;tigt Position der Bundesregierung<\/strong><\/p><p>Zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Verkauf der Eisenbahnwohnungsgesellschaften erkl&auml;ren die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Iris Gleicke, und die bau- und wohnungspolitische Sprecherin, Angelika Mertens: <\/p><p>Mit diesem wichtigen Urteil hat das Bundesverwaltungsgericht Rechtssicherheit geschaffen und die Position der Bundesregierung eindeutig best&auml;tigt. Mit dem Erl&ouml;s aus dem Verkauf stehen im Jahr 2001 1,15 Milliarden Mark aus dem Bundeshaushalt f&uuml;r wichtige Investitionen in die Schiene zur Verf&uuml;gung &ndash; Investitionen, die sonst gef&auml;hrdet gewesen w&auml;ren.<\/p><p>Festzuhalten bleibt: Die Interessen der Mieter und der Besch&auml;ftigten haben f&uuml;r die SPD-gef&uuml;hrte Bundesregierung und f&uuml;r die SPD-Bundestagsfraktion immer im Vordergrund gestanden und bleiben auf jeden Fall gewahrt. Niemand braucht Angst um seine Wohnung zu haben, keiner der Besch&auml;ftigten muss um seinen Job f&uuml;rchten &ndash; das ist und bleibt das Entscheidende f&uuml;r die Betroffenen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die etablierten Parteien, die allesamt in Privatisierungsprojekte verstrickt waren, lassen zurzeit ihre Absichten f&uuml;r die Zeit nach der Wahl nicht erkennen. Zurzeit werden eher die Folgen der Privatisierung und die Folgen der Privatisierungsabsichten sichtbar &ndash; so etwa bei den unhaltbaren Zust&auml;nden der Berliner S-Bahn. Sie wurde kaputt gespart, um die Bilanz der Deutschen Bahn AG<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4187\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[28,150],"tags":[268,293,285],"class_list":["post-4187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-privatisierung","category-verbraucherschutz","tag-deutsche-bahn","tag-finanzwirtschaft","tag-hedgefonds"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4187"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4187\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20196,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4187\/revisions\/20196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}