{"id":41899,"date":"2018-01-13T11:30:19","date_gmt":"2018-01-13T10:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41899"},"modified":"2024-09-24T08:28:15","modified_gmt":"2024-09-24T06:28:15","slug":"die-soziale-frage-ohne-klassenkampf-keine-hegemonie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41899","title":{"rendered":"Die soziale Frage\u00a0\u2013 ohne Klassenkampf keine Hegemonie"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180112-Cover-Ypsilanti-Und-morgen-regieren-wir-uns-selbst.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Andrea Ypsilanti hat ein Buch geschrieben mit dem Titel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/und-morgen-regieren-wir-uns-selbst\/\">Und morgen regieren wir uns selbst<\/a>&ldquo;, das heute im Westend Verlag erscheint. Darin analysiert sie die Krise der europ&auml;ischen Sozialdemokratie, spricht sich gegen eine erneute gro&szlig;e Koalition aus, fordert die Demokratisierung der inneren Strukturen und entwickelt Ideen, wie die gesellschaftliche Linke zusammenfinden kann, um der neoliberalen Politik einen ernsthaften sozial-&ouml;kologischen Umbau entgegenzusetzen. Ein Auszug. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><div style=\"clear: right;\"><\/div><p><!--more--><br>\n&raquo;There&rsquo;s class warfare, all right, but it&rsquo;s my class, the rich class, that&rsquo;s making war, and we&rsquo;re winning.&laquo; Buffett sagte das nicht aus &Uuml;berheblichkeit, sondern mit Sorge. Investoren wie er oder George Soros erkennen sehr wohl, dass die Schere zwischen oben und unten immer weiter auseinandergeht. Thomas Piketty f&uuml;hrt in seinem Werk <em>Das Kapital im 21. Jahrhundert<\/em> (2016) &uuml;berzeugend aus, dass die Besitzer von Finanzverm&ouml;gen, Aktien, Immobilien, Anleihen und so weiter gar nicht anders k&ouml;nnen, als immer reicher zu werden. Es gen&uuml;ge, einfach stillzuhalten und die Ertr&auml;ge des &raquo;passiven&laquo; Einkommens anzuh&auml;ufen. Der reale Produktionsprozess, der den gesellschaftlichen und materiellen Reichtum erwirtschaftet, kommt dabei nicht mehr mit. Das ist keine moralische Position, sondern einfache Empirie.<\/p><p>Es gen&uuml;gt also nicht, wenn Sozialdemokrat*innen in immer neuen Varianten in Wahlk&auml;mpfen die Platte der sozialen Gerechtigkeit auflegen. Es geht eben nicht nur um gute L&ouml;hne oder gute Arbeit. Es geht darum, wie die Klassenfrage aufgerufen und die Auseinandersetzung gef&uuml;hrt wird. Der Klassenkampf von oben ist real, subtil, medial hegemonial. Das kommt zum Ausdruck, wenn leichtfertig und def&auml;tistisch anerkannt wird, dass man eben nicht gegen die Finanzm&auml;rkte, das &raquo;scheue Reh des Kapitals&laquo;, Politik machen k&ouml;nne. Wenn man diese Form der Herrschaft und Ideologie quasi als ein Naturgesetz hinnimmt, in dessen Rahmen h&ouml;chstens leichte Verbesserungen m&ouml;glich sind und der Kapitalismus nur &raquo;gez&auml;hmt&laquo; werden kann, wird Gegenhegemonie kaum zu verwirklichen sein. Die Marktsozialdemokratie hat diese Haltung verinnerlicht. Sie hat sich danach ausgerichtet. Die zweite Formation im Klassenkampf ist horizontal. Dem Neoliberalismus ist es gelungen, die unteren sozialen Klassen gegeneinander aufzuwiegeln und auszuspielen. Nun steht er wie der Zauberlehrling vor den Geistern, die er rief und nicht mehr loswird.<\/p><p>Die Sozialdemokratie kann diesen bedrohlichen Tendenzen tats&auml;chlich etwas entgegensetzen und wieder eine Volkspartei werden, wenn sie eine andere Haltung einnimmt. Kulturelle Hegemonie gibt es nicht umsonst. Daf&uuml;r muss man k&auml;mpfen. In der Epoche des neoliberalen Kapitalismus bedeutet dies f&uuml;r Sozialdemokrat*innen, Sozialisten*innen und linke Parteien, die Herausforderungen des neoliberalen Klassenkampfs von oben auch von unten anzunehmen. Es braucht den Mut zu einer &raquo;radikalen Reformpolitik&laquo;. Es geht darum, &raquo;Intellektuelle eines neuen Typs&laquo; hervorzubringen, die direkt aus den Lohnabh&auml;ngigen &raquo;hervorgehen und gleichwohl mit [ihnen] in Kontakt bleiben, um &rsaquo;Korsettstangen&lsaquo;&laquo; einer neuen Bewegung zu werden.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>&raquo;Radikal sein ist die Dinge an der Wurzel fassen. Die Wurzel f&uuml;r den Menschen ist aber der Mensch selbst. Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, da&szlig; der Mensch das h&ouml;chste Wesen f&uuml;r den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verh&auml;ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, geknechtetes, ein verlassenes, ein ver&auml;chtliches Wesen ist.&laquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Dieses von Marx quasi in Stein gemei&szlig;elte Zitat ist Analyse und Aufforderung zugleich. In der heutigen Zeit verweist es uns auf eine verdr&auml;ngte und verbannte Realit&auml;t.<\/p><p>Der neoliberale Glaube an den Markt hat zweifellos religi&ouml;se Z&uuml;ge. Mit ihm wird seit &uuml;ber vierzig Jahren der &raquo;Klassenkampf von oben organisiert&laquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Dem ist nicht alleine mit dem kategorischen Imperativ, alles &raquo;umzuwerfen&laquo;, beizukommen. Zwar ist die neoliberale Hegemonie br&uuml;chig geworden, aber sie hat sich in unser allt&auml;gliches Denken eingenistet. Man muss dieser Konstellation radikaler begegnen als in der Vergangenheit. Das bedeutet politisch, sich der Logik der Alternativlosigkeit zu verweigern. Selbst dann, wenn die Alternativen nicht offen auf dem Tisch liegen. Im Sinne Ernst Blochs: &raquo;Wer A sagt, muss nicht automatisch B sagen.&laquo; <\/p><p>Die populistische Rechte scheut sich nicht, Machtfragen zu stellen, Tabus zu brechen, Verleumdungen und L&uuml;gen in die Welt zu setzen. Die Sozialdemokratie ist gut beraten, den populistischen Weg zu meiden. Sie muss jedoch Machtfragen stellen und Tabus von links brechen. Eine grelle Rhetorik&nbsp;&ndash; &raquo;wir k&auml;mpfen f&uuml;r die hart arbeitende Mitte&laquo;&nbsp;&ndash;, verbunden mit dem Hinweis, dass Pfleger und Krankenschwestern gesellschaftlich wertvolle Arbeit leisten, wirkt schal. &raquo;Wortgebimmel&laquo; w&uuml;rde Rosa Luxemburg sie nennen, das sich aus der Agendarhetorik speist und v&ouml;llig ignoriert, dass es eben noch die anderen gibt. Jene, die aus vielerlei Gr&uuml;nden nicht dazugeh&ouml;ren, aber gleichwohl ein Recht haben, geh&ouml;rt zu werden.<\/p><p>Vielleicht wissen die Krankenschwester, der Pfleger, der Busfahrer oder die Kassiererin ja, dass sie hart arbeiten. Die B&auml;ckerei mit Stehcaf&eacute; wei&szlig; ebenso, dass sie Steuern zahlt und Starbucks eben nicht. Das ist sogar legal. Und vielleicht sind sie gerade deswegen entt&auml;uscht und entfremdet von einer Sozialdemokratie, weil sie sehr wohl registrieren, wie sehr die Verm&ouml;gen, Managergeh&auml;lter und Kapitaleink&uuml;nfte in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen sind, w&auml;hrend die Reallohneinkommen stagnierten. Weil sie es schwarz auf wei&szlig; im Auszug lesen, wie viel Steuern sie zahlen, w&auml;hrend die gro&szlig;en internationalen Konzerne die kleinsten Schlupfl&ouml;cher nutzen. Aber au&szlig;er Rhetorik hat die Politik nichts dagegengesetzt. <\/p><p>Eine Sozialdemokratie, die wieder k&auml;mpfen will, muss polit&ouml;konomische Machtfragen stellen, die die sozialen Klassen, f&uuml;r die die Sozialdemokratie historisch angetreten ist und zeitgen&ouml;ssisch vorgeblich steht, mitnehmen und ihnen eine Perspektive weisen. Diese Perspektive sollte die Auseinandersetzung und den Konflikt nicht meiden und zeigen, auf welcher Seite sie steht. Eine linke Position mit &raquo;Drohpotential&laquo;, die bereit ist, ihre Forderungen in die Praxis umzusetzen, wird attraktiver sein als die Endlosschleifen der &raquo;guten Arbeit&laquo;, die gerecht entlohnt werden muss. <\/p><p>Die &raquo;Koalition&laquo;, gebildet aus gegen den autorit&auml;ren Staat rebellierenden linken und gr&uuml;nen Bewegungen der fr&uuml;hen 1980er Jahre und dem neoliberalen Kapitalismus, vereint in einem &raquo;progressiven Neoliberalismus&laquo;, wie ihn Nancy Fraser beschreibt, f&uuml;hrt zu einem Populismus der verm&ouml;genden Klassen. Sie k&ouml;nnen sich diesen Staat leisten, die Einkommensschwachen aber nicht. Dabei geht es bei der Frage, wie &raquo;stark&laquo; der Staat sein kann und soll, um mehr als nur die Infrastruktur. Es geht auch um die soziale Sicherheit. Der &raquo;progressive neoliberale Populismus&laquo;, der durchaus Minderheiten sch&uuml;tzt, nicht selten aus wohlfeilen &ouml;konomischen Interessen&nbsp;&ndash; schlie&szlig;lich braucht man g&uuml;nstige, talentierte Migranten&nbsp;&ndash;, emp&ouml;rt sich umso entschiedener, wenn es um staatliche Leistungen geht. Aber genau diese waren und sind die Dom&auml;ne und Daseinsberechtigung der sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien.<\/p><p>Klassenverh&auml;ltnisse und soziale Sicherheit sind zwei Seiten einer Medaille. Der neoliberale Kapitalismus hat einen gro&szlig;en Teil der lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigten mit der K&uuml;rzung und Schleifung der sozialen Sicherheitssysteme &raquo;enteignet&laquo;. Die Sicherheiten des fordistischen Normarbeitsverh&auml;ltnisses mit einem starken Sozialstaat bis zu den 1990er Jahren wurden ebenso wie das Individuum grundlegend flexibilisiert. Nicht ohne Grund warnen konservative und liberale Parteien vor Rentenwahlk&auml;mpfen und echauffieren sich schnell und heftig, wenn die Sprache auf die Verteilungsgerechtigkeit kommt.<\/p><p>Es ist an der Zeit, dass sozialdemokratische und sozialistische Parteien, aber zum Teil auch die Gewerkschaften sich in diesen Fragen nicht mehr domestizieren lassen. Dass sie auch nicht mehr dem Mantra der demographischen Entwicklung folgen, die K&uuml;rzungen bei Renten seien unumg&auml;nglich. Wenn das stimmen w&uuml;rde und man dem Argument folgte, dass nicht immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren k&ouml;nnen, stellt sich allerdings eine historische Frage. Nach dieser Logik h&auml;tten im 19. und fr&uuml;hen 20. Jahrhundert die Rentenkassen prall gef&uuml;llt sein m&uuml;ssen. Denn zu dieser Zeit gab es exponentiell viele Beitragszahler, weniger Rentner und eine geringere Lebenserwartung. Andererseits weniger Rente, schwere &ouml;konomische Krisen, von der Lebensqualit&auml;t ganz zu schweigen. Die demographische Frage, von Walter Riester und den Versicherungen ideologisch aufgepumpt, verschweigt eine schlichte &ouml;konomische Tatsache. Der tats&auml;chliche Verteilungsspielraum, ob f&uuml;r L&ouml;hne oder Renten, h&auml;ngt vom Produktivit&auml;tsfortschritt ab. Wenn der jedoch nicht verteilt, sondern strukturell bei den Unternehmen und Kapitalbesitzern verbleibt, wird es tats&auml;chlich eng f&uuml;r die Sozialausgaben. Hinzu kommt, dass die Gruppen, die keine Einkommen erzielen und Reserven bilden k&ouml;nnen, doppelt benachteiligt sind. Zum einen wird ihnen die soziale und kulturelle Teilhabe verweigert. Zum anderen sterben Arme fr&uuml;her als Reiche.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] <\/p><p>Das sind einfache empirische Fakten mit hohen gesellschaftlichen Nachwirkungen. Es l&auml;sst sich herunterdeklinieren auf die gesamten sozialen Versicherungssysteme. Weshalb die sozialdemokratischen und sozialistischen Funktion&auml;re unkritisch den ideologischen Argumenten des neoliberalen Kapitalismus folgen, bleibt ihr &raquo;Geheimnis&laquo;. <\/p><p>Fakt ist, dass publizistisch auch auf sozialstaatlicher Ebene die Hegemonie der Austerit&auml;t dominiert.<\/p><p>Diese wenigen Beispiele zeigen, dass Hegemonie nicht (nur) eine Frage populistischer Stimmungen, sondern politischer, sozialer und &ouml;konomischer Klassenk&auml;mpfe ist.<\/p><p>Eine Sozialdemokratie, die soziale und kulturelle Hegemonie wiedergewinnen will, muss die Courage haben, Auseinandersetzungen zu antizipieren und sich ihnen ohne Wenn und Aber auch zu stellen. Vielleicht ben&ouml;tigen wir daf&uuml;r mit Blick auf die Zukunft auch eine neue Erz&auml;hlung. Aber vorerst w&uuml;rde es auch schon einmal gen&uuml;gen, im Sinne Willy Brandts, richtig Erkanntes politisch zu formulieren und durchzuhalten. Sozialist*innen und Sozialdemokrat*innen verlieren, wenn sie Stimmungen oder Umfragen hinterherlaufen. Das bedeutet nicht, diese zu ignorieren. Doch Gegenhegemonie erfordert neben der Aufkl&auml;rung &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse eine grundlegende Programmatik wie auch eine theoretische, emotionale und sinnliche &Uuml;berzeugung. Sie beginnt nie in der Mehrheit, sondern entsteht durch Ideen, Erkenntnisse und Analysen einer &uuml;berzeugten Minderheit. Das war bei der Ostpolitik von Brandt, der Frauenbewegung, der &Ouml;kologiebewegung und anderen Prozessen der Fall. <\/p><p>Hegemonie kann eine Partei nicht beschlie&szlig;en, sie kann sie programmatisch vorantreiben und bef&ouml;rdern. Eine Sozialdemokratie, ob national, europ&auml;isch oder internationalistisch, sollte sich wieder trauen, &raquo;das in M&ouml;glichkeit Seiende&laquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] zu antizipieren, zu erkennen, zu formulieren und mit Haltung auch gegen Widerst&auml;nde der herrschenden Eliten zu vertreten.<\/p><p>Regierungsmacht und Hegemonie sind dabei nicht zwingend identisch. Die &raquo;M&uuml;nteferingsche Subjekt-Pr&auml;dikat-Objekt-Dialektik&laquo;&nbsp;&ndash; &raquo;Opposition ist Mist&laquo;&nbsp;&ndash; verkennt historische Fakten und einen Wesenskern demokratischer Gesellschaften. Opposition ist zun&auml;chst eine gro&szlig;e Errungenschaft der offenen, liberalen Gesellschaften. Sie ist ein Wert an sich der b&uuml;rgerlichen Gesellschaften und der parlamentarischen Demokratie. Besonders Sozialdemokrat*innen und Sozialist*innen sollten das nicht geringsch&auml;tzen, denn in ihren historischen K&auml;mpfen um Presse- und Meinungsfreiheit ging es zun&auml;chst gerade darum, oppositionelle Positionen zu legalisieren. Deshalb ist es historisch falsch, dass Opposition immer Mist ist. Im Gegenteil, sozialdemokratische Politik und Positionen waren in der Opposition bisweilen wirksamer als in der Regierungsverantwortung. Die Montanmitbestimmung in der Adenauer-Epoche oder der Kampf um die 35-Stunden-Woche in der Kohl-&Auml;ra legen davon Zeugnis ab. Entscheidender als die Frage der Regierungsverantwortung ist der gesellschaftliche Wirkungsgrad der Alternativen zur herrschenden Politik und &Ouml;konomie. <\/p><p>Der Kulturwissenschaftler Mark Fisher formulierte die Anforderung an eine Politik und Kultur, die mit dem neoliberalen Kapitalismus bricht, dramatisch optimistisch: &raquo;Wir m&uuml;ssen die lange, dunkle Nacht am Ende der Geschichte als gro&szlig;e Chance begreifen. Die unterdr&uuml;ckerische Verbreitung des kapitalistischen Realismus bedeutet, dass sogar der kleinste Funke alternativer politischer oder &ouml;konomischer M&ouml;glichkeiten eine &uuml;berproportionale Wirkung haben kann. Das kleinste Ereignis kann ein Loch in den grauen Vorhang limitierter Handlungsm&ouml;glichkeiten rei&szlig;en, die bisher den M&ouml;glichkeitshorizont des kapitalistischen Realismus markieren. Aus einer Situation, in der nichts passieren kann, ist eine geworden, in der wieder alles m&ouml;glich ist.&laquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Das bedeutet jedoch nicht, auf den Funken zu warten. Denn auch dieser muss entz&uuml;ndet werden. Daf&uuml;r braucht es einen programmatischen Ansatz. Eine radikale Reformpolitik muss hierzu formuliert werden. Sie k&ouml;nnte das Feuerzeug sein.<\/p><p><em>Andrea Ypsilanti: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/und-morgen-regieren-wir-uns-selbst\/\">Und morgen regieren wir uns selbst. Eine Streitschrift<\/a>&ldquo;, 250 Seiten, Westend Verlag, 12.1.2018<\/em><br>\n<em>Mehr dazu auch in diesem kurzen <a href=\"https:\/\/youtu.be\/X6vyoDiy9Mk\">Videointerview<\/a>.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Antonio Gramsci: Gef&auml;ngnishefte, Herausgegeben von Wolfgang Fritz Haug und Peter Jehlen, Hamburg 1991&ndash;2001, S. 1390.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1, S. 385.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Christine Resch, Heinz Steinert: Kapitalismus, Munster 2011, S. 126.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Siehe den Beitrag in Panorama von Ben Bolz und Tina Soliman: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2017\/Lebenserwartung-Wer-wenig-hat-ist-frueher-tot,armreich106.html\">Lebenserwartung: Wer wenig hat, ist fr&uuml;her tot<\/a>, 2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Ernst Bloch: Prinzip Hoffnung, Frankfurt 1985.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Mark Fisher: Kapitalistischer Realismus ohne Alternative, VSA, Hamburg 2013, S. 95.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180112-Cover-Ypsilanti-Und-morgen-regieren-wir-uns-selbst.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Andrea Ypsilanti hat ein Buch geschrieben mit dem Titel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/und-morgen-regieren-wir-uns-selbst\/\">Und morgen regieren wir uns selbst<\/a>&ldquo;, das heute im Westend Verlag erscheint. 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