{"id":41964,"date":"2018-01-18T12:31:26","date_gmt":"2018-01-18T11:31:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41964"},"modified":"2018-12-30T16:05:37","modified_gmt":"2018-12-30T15:05:37","slug":"papst-franziskus-in-chile-ueber-die-kunst-die-indigenen-voelker-zu-schuetzen-und-die-anstoessigste-kirche-lateinamerikas-zu-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41964","title":{"rendered":"Papst Franziskus in Chile: \u00dcber die Kunst, die indigenen V\u00f6lker zu sch\u00fctzen und die anst\u00f6\u00dfigste Kirche Lateinamerikas zu retten"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180118_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Papst Franziskus landete am vergangenen 15. Januar zu einem dreit&auml;gigen Besuch in Chile, dem sich ein ebenso langer Besuch im benachbarten Peru anschlie&szlig;en wird. Der Auftritt in Chile steht unter der Missions-Devise &bdquo;Meinen Frieden gebe ich Euch&ldquo;. Der Besuch war bereits seit Jahren von der Regierung Michelle Bachelet mit Nachdruck erbeten worden, nachdem Franziskus Mitte 2015 Bolivien einen &uuml;berw&auml;ltigenden Besuch abgestattet hatte, dem sich damals jedoch kein Auftritt im benachbarten Chile anschloss. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls Pr&auml;sident Evo Morales danach verbreiten lie&szlig;, der Papst unterst&uuml;tze als Vermittler die &bdquo;gerechte Forderung Boliviens&ldquo; nach einem souver&auml;nen Zugang zum Pazifik, schaltete die erschrockene chilenische Diplomatie auf Alarmstufe Rot und umso mehr bestanden Bachelet und ihr Au&szlig;enminister Heraldo Mu&ntilde;oz auf diesem &bdquo;Ausgleichsbesuch&ldquo;. Wenn es einen politischen Konsens im ideologisch sonst unvers&ouml;hnlich entzweiten Chile gibt, dann ist es ein sonderbarer, von extrem-rechts bis links reichender Staatserhaltungs-Pakt. Er besagt: &bdquo;Mit Bolivien gibt es keine Territorialverhandlungen &ndash; Punkt!&ldquo;. Diese Vermittler-Rolle wollte die Regierung Bachelet Papst Franziskus auf Biegen und Brechen ausreden, und vielleicht gelingt es ihr.<\/p><p>Doch da ist noch jene Messe, die der argentinische Pontifex am 18. Januar am Strand von Lobito im n&ouml;rdlichen Iquique dirigieren wird. Wie die meisten Auftritte Franziskus&acute; k&ouml;nnte auch die Messe an den Ufern des Pazifik eine subtile Symbolwirkung in Richtung Bolivien haben. Pr&auml;sident Evo Morales nutzte jedenfalls die Gunst der Stunde und erinnerte mit einem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/evoespueblo\">Tweet vom 17. Januar<\/a> an die Wiederaufnahme der Verhandlungen &uuml;ber den bolivianischen Anspruch auf Meereszugang vor dem Haager Gerichtshof: &bdquo;Wir begr&uuml;&szlig;en und sch&auml;tzen die rasche Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlungen &uuml;ber unseren maritimen Anspruch f&uuml;r den n&auml;chsten 18. bis 28. M&auml;rz. Auf der Grundlage von Gerechtigkeit, Recht und Vernunft werden wir mit unserem Volk unser Recht auf eine souver&auml;ne R&uuml;ckkehr zum Meer verteidigen&ldquo;.<br>\n&rlm;<br>\n<strong>Subtile erlauchte Zeichen<\/strong><\/p><p>Nur wenige haben beobachtet, dass der in der Regel jovial, redegewandt und gestenreich auftretende ehemalige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, sich auch diskreter Signale bedient, um seine Botschaften unter die Menschen und die M&auml;chtigen zu bringen.<br>\nSo lie&szlig; Franziskus die chilenische Kirche und Regierung wissen, dass sein von einer Tausend-Schar von Polizisten und Sicherheitsbeamten abgeschirmter Konvoi bei der Anfahrt vom Flughafen in die Innenstadt Santiagos in der bescheidenen Pfarrei St. Louis Beltr&aacute;n stoppen werde, weil er am Grab des 1982 verstorbenen Priesters Enrique Alvear &ndash; im Volksmund bekannt als &bdquo;Bischof der Armen&rdquo;, der sich mit der Diktatur Pinochet angelegt hatte &ndash; sein erstes Gebet auf chilenischem Boden sprechen wolle.<\/p><p>Erst nach diesem maximal 15 Minuten dauernden Gebets-Boxenstopp nahm der Konvoi wieder Kurs auf Santiago, dessen Hauptstra&szlig;en Franziskus nun im offenen Wagen bis zum Sitz seiner Herberge, die Apostolische Nuntiatur in Chile, durchfuhr, vor dem Eingang sich wenig um seinen Personenschutz scherte und das tat, was er am liebsten mag: sich unters einfache Volk mischen und &ndash; wie die beredten Fernsehbilder zeigen &ndash; L&auml;cheln verschenken, bewegenden K&ouml;rperkontakt suchen, H&auml;nde dr&uuml;cken, K&ouml;pfe und von Freudentr&auml;nen &uuml;bergossene Wangen bet&auml;tscheln, gek&uuml;sst werden (siehe <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7GiYDRxDfUg\">Video<\/a>). Jorge Bergoglio sei ein &bdquo;Populist&rdquo; mit peronistischen Wurzeln, ironisieren einige seiner Kritiker. &bdquo;Populist&rdquo; ist nicht gerade ein korrekt angewandter Begriff, doch Herz hat der Mann.<\/p><p>Am ersten vollen Tag seines Chile-Besuchs trat der Papst mit verteilten Rollen auf. Zun&auml;chst als Oberhaupt des Vatikans beim Staatsbesuch im Regierungspalast La Moneda, mit jenem Protokoll, zu dem er sich anscheinend zwingen muss, anschlie&szlig;end jedoch als Dirigent einer Mammut-Messe im Santiagoer O&acute;Higgins-Park, f&uuml;r die die Gl&auml;ubigen bereits nachts um 1 Uhr Schlange standen und nach Auskunft von Kirche und Regierung den eineinhalbst&uuml;ndigen, multikulturellen Gottesdienst mit mindestens 420.000 Menschen auf dem traditionellen Ausstellungsgel&auml;nde restlos und friedlich ausf&uuml;llten (<a href=\"http:\/\/www.t13.cl\/videos\/nacional\/video-revive-misa-del-papa-francisco-parque-ohiggins\">Video<\/a>).<\/p><p>Unter den Gl&auml;ubigen befanden sich zigtausende Argentinier, die mit langen Anreisen &uuml;ber die Anden-Grenze dem Ruf ihres Landsmannes folgten, der sich seit seiner Weihe zum Papst weigert, Argentinien einen &auml;hnlichen Besuch abzustatten, um der politischen Polarisierung nicht in die H&auml;nde zu spielen. Schon gar nicht, solange Mauricio Macri an der Macht ist, hei&szlig;t es aus dem Umkreis des Papstes.<\/p><p><strong>Straflose Sexual-Verbrechen, Kirchen-Verdrossenheit, r&uuml;ckl&auml;ufiger Katholizismus<\/strong><\/p><p>&bdquo;Heute machen wir mehr, als nur die T&uuml;ren des Moneda-Palasts zu &ouml;ffnen, heute &ouml;ffnen wir die T&uuml;ren Chiles einem Freund, deshalb sind wir gl&uuml;cklich&rdquo;, zelebrierte Staatspr&auml;sidentin Michelle Bachelet die Ankunft Franziskus auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/mbachelet\">Twitter<\/a>. Dieses Gl&uuml;cksempfinden wurde von gesamt Chile nicht geteilt. Im Vorfeld der Landung von Franziskus wurden Attentate mit Graffitis, Brand- und Bombenanschl&auml;gen auf mindestens <a href=\"http:\/\/www.chvnoticias.cl\/policial\/atentados-a-iglesias-marcan-la-antesala-de-la-visita-del-papa-a-chile\/2018-01-12\/063642.html\">5 Kirchen in Santiago de Chile ver&uuml;bt<\/a>.<\/p><p>Im Protest gegen den Papst-Besuch mischen sich minorit&auml;re Anarchisten-Gruppen mit Feministinnen, die auf das Bollwerk der Kirchenleitung gegen die j&uuml;ngst erlassene Lockerung des Abtreibungsrechts mit &ouml;ffentlichen Demonstrationen unter der Devise &bdquo;Nehmt Euren Rosenkranz weg von unseren Eierst&ouml;cken!&rdquo; reagierten. Dazu paarte sich die LGTB-Szene, deren Recht auf Homo-Ehe ebenfalls nicht von der Kirche anerkannt wird. <\/p><p>In den Medien hatte sich auch eine gemischte Phalanx zu Wort gemeldet, die die hohen Staatskosten f&uuml;r den Besuch f&uuml;r absurd erkl&auml;rte &ndash; etwas wie 5 Millionen Dollar f&uuml;r den Sicherheitsaufwand &ndash; abgesehen von &auml;hnlich hohen Veranstaltungskosten, die jedoch von der katholischen Kirche &uuml;bernommen wurden. Jedenfalls landete Franziskus in Chile auf dem Tiefpunkt einer krisen- und vertrauensgesch&uuml;ttelten Kirche. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Papst als oberster Feuerwehrmann dies mit der Absicht tat, seine Kirche vorm Untergang zu retten.<\/p><p>Die schwindende Glaubw&uuml;rdigkeit der chilenischen Kirche riss n&auml;mlich seine Popularit&auml;t mit in die Tiefe. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Latinbarometro von Mitte 2017 genie&szlig;t das Papsttum Franziskus&acute; auf einer Skala von 1 bis 10 eine Bewertung von 6,8 Punkten. In Paraguay (8,3) und Brasilien (8,0) wird sein Amt am besten, in Chile und Uruguay, mit 5,3 und 5,9 Punkten, am schlechtesten bewertet. Als Alarmzeichen wertet die Kirchenleitung die Sch&auml;tzung, dass seit 1995 die Zahl der gl&auml;ubigen Katholiken um 24 Prozent gesunken ist. Das hat verschiedene Gr&uuml;nde. Zum einen, dass die Zahl der Laien in gesamt Lateinamerika w&auml;chst, zum anderen, dass evangelikale Kirchen und Sekten im Vormarsch sind. <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180118_c2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Doch hat die Abkehr vom Katholizismus im chilenischen Fall einen entscheidenden Grund: die Verwicklung der Institution in Dutzende sexueller &Uuml;bergriffe ihrer &bdquo;W&uuml;rdentr&auml;ger&ldquo;, die seit Jahrzehnten verschleiert oder totgeschwiegen wurden und straflos blieben. Selbstverst&auml;ndlich waren sie dem Vatikan, ergo auch Papst Franziskus bekannt, der nur angesichts massiver, &ouml;ffentlicher Emp&ouml;rung und unter dem Druck renommierter Opfer der Forderung nach einem privaten Gespr&auml;ch nachgab, das am Abend des vergangenen 16. Januar am Sitz der Nuntiatur stattfand, bei dem offenbar die hunderten, missbrauchten, anonym gebliebenen, armen Heimkinder kein Thema waren (siehe dazu: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39573\">Artikel vom 13.08.2017<\/a>). Der Papst habe &bdquo;mit den Opfern geweint&ldquo;, hie&szlig; es in den Medien.<\/p><p>Jedoch &bdquo;in der chilenischen Bischofskonferenz gibt es Bisch&ouml;fe, die Missbr&auml;uche bezeugt und verschleiert haben, in ihren Di&ouml;zesen aber immer noch belohnt werden. Und der Papst wei&szlig; es. Warum feuert er nicht die Bisch&ouml;fe Barros, Koljatic und Valenzuela?&rdquo;, protestierte Juan Carlos Cruz, ein renommiertes Sexualopfer des 2010 aus der Kirche entlassenen Priesters und Vergewaltigers Fernando Karadima gegen&uuml;ber der Tageszeitung El Pa&iacute;s.<\/p><p>Der zitierte Juan Barros, Erzbischof im s&uuml;dchilenischen Osorno, Heimatstadt des Ehegatten der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch, sorgte denn auch f&uuml;r den einzigen Skandal w&auml;hrend des Papst-Besuchs. Anstatt wegen der &ouml;ffentlichen Beschuldigungen und Animosit&auml;ten nicht aufzufallen, setzte er sich bar jeder Bescheidenheit hochm&uuml;tig und medial in Szene. Die &Ouml;ffentlichkeit empfand den Auftritt Barros&acute; als Provokation. &bdquo;Barros und Joannon nehmen an den Messen von Papst Franziskus in Chile teil. Das ist die Kirche, die vertreibt, unw&uuml;rdig und beleidigend ist!&ldquo;, protestierte der kritische Jesuit Felipe Berr&iacute;os.<\/p><p>Hier scheiterte Franziskus&acute; Devise &bdquo;Meinen Frieden gebe ich Euch&ldquo; aufs Erb&auml;rmlichste. Dem Papst fehlte der Mut, den Schweinestall auszumisten. Zu den staunenden Augenzeugen z&auml;hlte der deutsche Priester und Kanzler des Erzbistums Santiago de Chile, Hans Kast.<\/p><p><strong>Im Herzen des Mapuche-Konflikts<\/strong><\/p><p>Szenenwechsel. Ein besonderes Augenmerk richteten Medien und Politik auf die <a href=\"http:\/\/www.cnnchile.com\/noticia\/2018\/01\/17\/asi-fue-la-misa-que-realizo-el-papa-francisco-en-temuco\">Messe, die Franziskus am 17. Januar<\/a> im 700 Kilometer s&uuml;dlich von Santiago gelegenen Temuco, der Hauptstadt Araukaniens, in Begleitung von 20 Schamanen und <em>Lonkos<\/em> (Sprecher) der Mapuche-Ethnie abhielt, die rund 8 Prozent der chilenischen Bev&ouml;lkerung ausmacht.<\/p><p>Von poetischer Inspiration beseelt huldigte er Araukanien: &bdquo;Wenn wir es mit den Augen eines Touristen betrachten, wird es uns sehr wohl verz&uuml;cken, doch wir werden ohne Nachdenklichkeit unseren Weg fortsetzen. Wenn wir uns aber seinem Boden n&auml;hern, werden wir es singen h&ouml;ren&ldquo;, warnte der Papst und zitierte eine popul&auml;re Lied-Strophe Violeta Parras: &bdquo;Arauco ist gepeinigt von einem Schmerz, den ich nicht kann ersticken, Jahrhunderte alte Ungerechtigkeit, die jeder kann erblicken&rdquo;.<\/p><p>Und dann setzte sich vor den staunenden Gesichtern der 250.000 Gottesdienst-Besucher ein heidnisches Ritual in Szene, dass unter dogmatischen Christen nach wie vor als &bdquo;H&auml;resie&ldquo; verflucht wird: Zum Takt von Blash&ouml;rnern und Trommeln verbrannten zwei Dutzend Mapuche-Schamanen heilige Kr&auml;uter und wedelten den Weihrauch unter die Nasen des Papstes und der neben ihm auf dem Podium versammelten, wei&szlig;en Kirchen-Hierarchie.<\/p><p>&bdquo;Wir m&uuml;ssen Schluss machen mit der Logik eines Glaubens an, einerseits, &uuml;berlegene, und andererseits, minderwertige Kulturen.&rdquo;, warnte der Papst in seiner Predigt vor Hochn&auml;sigkeit und Rassismus der Nachkommen wei&szlig;er Siedler &ndash; Schweizer, Deutsche, Franzosen, Briten und Kroaten &ndash; die der chilenische Staat ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa anwarb und in Araukanien auf dem Ur-Territorium der Mapuches ansiedelte. Weswegen nicht nur die jungen, radikalisierten Mapuches, sondern vor ihnen die seri&ouml;se Geschichtsschreibung, Soziologie und Ethnologie Chiles seit Jahrzehnten von territorialer Usurpation spricht.<\/p><p>Gleichwohl, mit seinem Ruf nach Einheit erteilte Franziskus auch eine Absage an Gewalt als Trug politischer L&ouml;sungen. Diejenigen, die eine energische Schelte der sogenannten &bdquo;Gewaltt&auml;ter&ldquo; unter den jungen Mapuches erwarteten, sahen sich zwar von der Warnung des Kirchenf&uuml;rsten best&auml;tigt, doch bald auch entt&auml;uscht: &bdquo;Es gibt zwei Formen von Gewalt, die den Prozess der Einheit nicht f&ouml;rdern, sondern ihn bedrohen. In erster Linie sollten wir auf die Folgen sch&ouml;ner Absichten achten, die niemals zum Tragen kommen&ldquo;, provozierte der Papst und entlieh sich einen Spruch vom Volksmund: &bdquo;Nette Worte, die der Ellenbogen l&ouml;scht, was die Hand geschrieben hat, wenn ihnen keine konkreten Taten folgen&ldquo;.<\/p><p>Die Kritik sa&szlig;. Gemeint waren jahrzehntelang gemachte, jedoch niemals eingehaltene Versprechen der Regierungen Chiles und Argentiniens, die Landr&uuml;ckgabe an die Mapuches ernsthaft voranzutreiben und ihre kulturelle und politische Autonomie zu gew&auml;hrleisten. Der Auftritt gilt als programmiertes Signal an die am kommenden 1. M&auml;rz abdankende Regierung Bachelet und ihren gew&auml;hlten, konservativen Amtsnachfolger Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era. Im Vorfeld der Messe in Temuco beklagte Franziskus, die indigenen V&ouml;lker &bdquo;werden oft vergessen&ldquo;, und forderte die chilenische Gesellschaft und politische F&uuml;hrung dazu auf, ihnen &bdquo;zuzuh&ouml;ren&ldquo;. &bdquo;Ihre Rechte sollten geachtet und ihre Kultur gepflegt werden, damit die Identit&auml;t und der Reichtum dieser Nation nicht verloren gehen&ldquo;, warnte der Papst.<\/p><p>Pr&auml;sidentin Bachelet hatte im Juli 2017 die Mapuche-Ureinwohner um Vergebung der &bdquo;Fehler und Schrecken&rdquo; gebeten, die der chilenische Staat im Laufe der Geschichte begangen habe. Der Papst signalisiert jedoch, den Worten sollten nun Handlungen folgen &ndash; eine z&auml;hneknirschende Herausforderung an Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era, Anh&auml;nger der Verschw&ouml;rungstheorie, wonach die Mapuches von &bdquo;Terroristen&ldquo; unterwandert seien, wogegen er statt eines ernsthaften Dialogs noch drakonischere Polizeieins&auml;tze in Araukanien verspricht, die f&uuml;r ihren blutigen Ausgang bekannt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180118_c1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Papst Franziskus landete am vergangenen 15. Januar zu einem dreit&auml;gigen Besuch in Chile, dem sich ein ebenso langer Besuch im benachbarten Peru anschlie&szlig;en wird. Der Auftritt in Chile steht unter der Missions-Devise &bdquo;Meinen Frieden gebe ich Euch&ldquo;. Der Besuch war bereits seit Jahren von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41964\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[199,20],"tags":[2098,2186,339,669,2196,1440,525,2244,545],"class_list":["post-41964","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirchen-religionen","category-landerberichte","tag-bachelet-michelle","tag-bolivien","tag-chauvinismus","tag-chile","tag-indigene-voelker","tag-internationaler-strafgerichtshof","tag-papst","tag-pinera-sebastian","tag-sexueller-missbrauch"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41964"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41964\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48103,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41964\/revisions\/48103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}