{"id":41975,"date":"2018-01-21T09:00:56","date_gmt":"2018-01-21T08:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975"},"modified":"2018-01-21T10:19:26","modified_gmt":"2018-01-21T09:19:26","slug":"hinweise-der-woche-46","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h01\">Sondierungsgespr&auml;che<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h02\">Reform der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h03\">Der Tod ist ein Kr&auml;mer aus Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h04\">Hungersnot im Jemen: &bdquo;Was hier passiert, ist ein Albtraum&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h05\">Automatisierte Aggression<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h06\">Hohe Zahl erledigter Asylverfahren ist nur Scheinerfolg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h07\">Bund zwingt Hamburg, gegen renommierte Privatbank vorzugehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h08\">Politik bremste Steuerfahnder aus &ndash; jetzt wechseln sie die Seiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h09\">Eklat in Diesel-Expertengruppe d&uuml;piert Bundesregierung <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h10\">US-Steuerreform &ndash; Apple vergoldet Auslandsgewinne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h11\">Kostenbremse: Siemens schlie&szlig;t Stellenabbau nicht aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h12\">Das gef&auml;hrdet die Zukunft unserer Industrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h13\">Trag&ouml;die in Gro&szlig;britanniens Krankenh&auml;usern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h14\">Trump ist nur ein Symptom &ndash; Die M&auml;chte, die ihn erm&ouml;glichen, sind das Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41975#h15\">Show mer mal<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sondierungsgespr&auml;che<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kernthemen Arbeit und Soziales: Die kurze Liste der SPD-Erfolge<\/strong><br>\nDie SPD-Spitze k&auml;mpft um die Zustimmung der Partei: Man habe der Union weit mehr abgerungen als in den Jamaika-Verhandlungen vereinbart worden sei. Die Jusos sehen das anders. Haben sie recht? [&hellip;]<br>\nKlar ist: Einen wirklich gro&szlig;en Erfolg hat die SPD diesmal nicht erzielen k&ouml;nnen, anders als noch 2013, als sie der Union den Mindestlohn abrang. Der Einstieg in eine B&uuml;rgerversicherung, die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung, ein h&ouml;herer Spitzensteuersatz &ndash; nichts davon findet sich im Sondierungspapier. Das sind auch die Punkte, die die Jusos unter ihrem Vorsitzenden Kevin K&uuml;hnert in den letzten Tagen immer wieder angeprangert haben.<br>\nDer gro&szlig;e Wurf muss aber auch gar nicht sein, argumentieren die Bef&uuml;rworter. Man habe zwar keinen Siegerpokal mit nach Hause bringen k&ouml;nnen, sagt NRW-Landeschef Michael Groschek &ndash; aber &bdquo;daf&uuml;r ganz viele Medaillen&ldquo;, zahlreiche kleine Ma&szlig;nahmen also, die Deutschland gerechter machten und f&uuml;r viele Schwache eine gro&szlig;e Hilfe seien. Eine Politik des St&uuml;ckwerks also, f&uuml;r die auch etwa der langj&auml;hrige Caritas-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Georg Cremer pl&auml;diert, der Forderungen nach einem &bdquo;gro&szlig;en Wurf&ldquo; skeptisch sieht und Sozialpolitik eher als Handwerk versteht, das den Sozialstaat punktuell ausbessert und anpasst.<br>\nDoch stimmt das? Ein Vergleich des letzten Stands der Jamaika-Sondierungen mit den Ergebnissen, die die SPD-Spitze nun als ihren Erfolg reklamiert, ist ern&uuml;chternd. Denn die Liste der Vorhaben, die bereits die Gr&uuml;nen der Union abgetrotzt haben und die sich nun im Sondierungspapier wiederfinden, ist sehr lang.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/spd-die-kurze-liste-der-erfolge-bei-sondierungen-in-sozialpolitik-a-1188234.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sehr interessant und zumindest mir bisher nicht klar. Die Union hat der SPD also im Bereich Arbeit und Soziales nur minimal mehr als den Gr&uuml;nen zugestanden (und bei deren Sondierungen sa&szlig; sogar die FDP mit am Tisch!!!). Was bleibt &uuml;brig? F&uuml;hlbare, aber doch sehr geringe Verbesserungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung und bei der Krankenpflege, Abschaffung der Kita-Geb&uuml;hren (wo sie nicht sowieso schon abgeschafft sind) und, tja, eigentlich praktisch nichts. Absolut minimale Verbesserungen gegen&uuml;ber dem Stand der Jamaika-Sondierungen.<\/em><\/p>\n<p><em>Besonders sch&ouml;n finde ich den Punkt &bdquo;&Uuml;berpr&uuml;fung der H&ouml;he des Schonverm&ouml;gens f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger&ldquo; (Ergebnis beider Sondierungen). Eigentlich m&uuml;sste wohl das Schonverm&ouml;gen mit der Inflationsrate steigen (man denke nur an die Vehemenz, mit der seit Jahren z.B. f&uuml;r die Verringerung der kalten Progression gefochten wird). Wenn wirklich eine &Uuml;berpr&uuml;fung erfolgt, kann dabei diese minimale Erh&ouml;hung herauskommen, aber vielleicht soll auch alles beim Alten bleiben. Selbst bei einer Empfehlung zur Erh&ouml;hung kann die Bundestagsfraktion der Union dagegen sein (eine &bdquo;&Uuml;berpr&uuml;fung&ldquo; ist kein &bdquo;Beschluss&ldquo;); und wenn die Erh&ouml;hung doch kommt, betrifft sie auch nur einen Bruchteil der Hartz-IV-Betroffenen und hilft denen, die ganz arm sind und gar nichts haben, null. M. a. W., mit 10 Prozent Wahrscheinlichkeit ergibt sich irgendwann eine kleine Verbesserung f&uuml;r 20 Prozent der Hartz-IV-Betroffenen. Was ein &bdquo;hervorragender&ldquo; Erfolg der SPD.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Lieber Mike Groschek,<\/strong><br>\n&bdquo;&hellip; die Sozialverb&auml;nde &hellip; raten dazu, dieses Sondierungsergebnis aufzunehmen und daraus Koalitionsverhandlungen zu machen, weil darin so viel soziale Substanz vorhanden ist&ldquo;, vermeldest Du heute in der FAZ.NET &ndash; Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ich wei&szlig; nicht, mit wem Du gesprochen hast, um zu solchen Aussagen zu kommen. Ich habe da eine deutlich andere Wahrnehmung. F&uuml;r den Der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband &ndash; Gesamtverband zumindest trifft das definitiv nicht zu.<br>\nZur Frage, ob Die SPD in Koalitionsverhandlungen gehen soll, haben wir &uuml;berhaupt keine Empfehlung abgegeben, weil das nicht unsere Baustelle ist.<br>\nDas Sondierungspapier ist aus Sicht unserer Fachleute jedoch in erster Linie ein konservatives &bdquo;Weiter So&ldquo;. Das Versprechen der Sondierer, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu st&auml;rken, kann so nicht eingel&ouml;st werden. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich die Spaltung mit den skizzierten Ma&szlig;nahmen noch versch&auml;rft.<br>\nDie gesamte Einsch&auml;tzung, wenn sie Dich interessiert, <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/schwerpunkte\/bundestagswahl-2017\/unsere-forderungen\/meinungen-und-positionen\/erste-einschaetzung-zum-sondierungsergebnis-aus-paritaetischer-sicht\/\">findest Du hier<\/a>.<br>\nDennoch herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDein Ulrich Schneider<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180118-hdt-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/ulrich.schneider.79\/photos\/a.501074066651394.1073741840.453664624725672\/1621130971312359\/?type=3&amp;theater\">Ulrich Schneider via Facebook<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Die SPD verscherzt es sich mit den Jungen<\/strong><br>\nWeniger befristete Jobs &ndash; so lautete einmal ein Ziel des Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Davon ist im Sondierungspapier keine Rede mehr. Das ist eine Schande! [&hellip;]<br>\nErstaunlich ist, wie ger&auml;uschlos die SPD, offenbar unf&auml;hig, aus dem 20,5-Prozent-Debakel zu lernen, das Thema abger&auml;umt hat. Schon in der Schlussphase des Wahlkampfs war kaum noch die Rede davon. Im Sondierungspapier wird mit keinem Wort erw&auml;hnt, was denn nun gegen das &uuml;berhandnehmende Befristungsproblem getan werden soll, nicht einmal als Pr&uuml;fauftrag taucht das Thema auf &ndash; ganz abgesehen von all den anderen Versprechen von der B&uuml;rgerversicherung bis zur Reichensteuer, die sich mit keiner Silbe in der Vereinbarung mit der Union finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2018-01\/befristete-beschaeftigung-spd-thema-martin-schulz\">Zeit Online Arbeit<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.R.:<\/strong> Ausnahmsweise einmal ein sehr guter Artikel der ZEIT, dem man eigentlich nichts hinzuf&uuml;gen muss. Ich wei&szlig;, die Nachdenkseiten haben sich der Angelegenheit schon mehr als einmal gewidmet. Dennoch ist es manchmal bemerkenswert, wenn sich eine Zeitung wie die ZEIT in manchen Einzelfragen derart eindeutig positioniert. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Umrisse einer GroKo neu. Teil 3: Gesundheitspolitik und Pflege<\/strong><br>\n&raquo;Sie sind &uuml;berall, sie werden gezogen, gesetzt und &uuml;berschritten: die roten Linien. Angemahnt mal vom Beamtenbund, mal vom FDP-Politiker und Jamaika-Aus-Sch&ouml;pfer Christian Lindner&laquo;, so Johann Schloemann, der sich auf die Suche nach der Herkunft dieser Floskel gemacht hat. &raquo;Im &bdquo;Red Line Agreement&ldquo; von 1928 vereinbarten die gro&szlig;en &Ouml;lfirmen in der Turkish Petroleum Company ein Kartell: In den Grenzen des untergegangenen Osmanischen Reiches d&uuml;rfe keine der &Ouml;lgesellschaften auf eigene Faust agieren. Nicht ganz klar waren ihnen die Grenzen, bis sie, so wird erz&auml;hlt, mit einem roten Buntstift auf der Karte eingezeichnet wurden. Von dort wanderte der Begriff in die amerikanische Diplomatiesprache und wurde inflation&auml;r.&laquo; Und dann das: &raquo;Die rote Linie f&uuml;r rote Linien ist die Nichtdurchsetzbarkeit: als Barack Obama seine leeren Drohungen gegen&uuml;ber Syrien aussprach, vermutete der republikanische Senator John McCain, die rote Linie sei &bdquo;offenbar mit Zaubertinte geschrieben&ldquo;.&laquo; Das leitet hervorragend &uuml;ber zum dritten Themenfeld der Serie &bdquo;Umrisse einer GroKo neu&ldquo;: Gesundheitspolitik und Pflege.<br>\nHier gab es sogar dunkelrote Linien &ndash; vor der Sondierung: Noch Ende November 2017 musste man diese knallharte Ansage zur Kenntnis nehmen: &raquo;SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach nannte die B&uuml;rgerversicherung ein &bdquo;zentrales Anliegen&ldquo; seiner Partei. Die SPD wolle eine &bdquo;B&uuml;rgerversicherung mit einem gemeinsamen Versicherungsmarkt ohne Zwei-Klassen-Medizin&ldquo;, sagte der Gesundheitsexperte &hellip; Wenn die Union der SPD nicht entgegen komme, werde es Neuwahlen geben.&laquo; Nun wird es m&ouml;glicherweise &ndash; wer wei&szlig; das schon in diesen Tagen &ndash; Neuwahlen geben, aber nicht, weil die SPD in den Sondierungsgespr&auml;chen auf der &bdquo;B&uuml;rgerversicherung&ldquo; bestanden hat, ganz und gar nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de\/2018\/01\/umrisse-einer-groko-neu-teil-3-gesundheitspolitik-und-pflege.html\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die Teile 1 und 2 k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41913#h02\">hier<\/a> bzw. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41929#h05\">hier<\/a> nachlesen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>VWL-Professor &uuml;ber Solidarit&auml;tszuschlag: &bdquo;Gef&auml;hrlich, den Soli abzuschaffen&ldquo;<\/strong><br>\nVon den Steuerpl&auml;nen der Union und SPD profitiert das reichste F&uuml;nftel, sagt Sebastian Dullien. Das Geld reiche au&szlig;erdem gar nicht, um den Soli ganz abzuschaffen.<br>\ntaz: Herr Dullien, Union und SPD haben in ihren Sondierungen beschlossen, &bdquo;insbesondere untere und mittlere Einkommen&ldquo; beim Solidarit&auml;tszuschlag zu entlasten. Was also spart ein Durchschnittsverdiener k&uuml;nftig beim Soli?<br>\nSebastian Dullien: Gar nichts. Statistiken zeigen, dass die untere H&auml;lfte der Steuerzahler &uuml;berhaupt keinen Soli abf&uuml;hrt. Um es konkret zu machen: Eine Familie mit zwei Kindern zahlt erst bei einem Jahreseinkommen von 52.000 Euro einen Soli. Ein so hohes Einkommen erreichen viele &uuml;berhaupt nicht.<br>\nWer profitiert also?<br>\nDie Besserverdienenden. Vor allem das reichste F&uuml;nftel.<br>\nAber im Sondierungspapier steht doch, dass nur die unteren 90 Prozent der Soli-Zahler entlastet werden sollen. Wieso profitieren dann doch vor allem die Wohlhabenden?<br>\nDas Sondierungspapier stellt da eine Falle: Da die untere H&auml;lfte gar keinen Soli zahlt, bedeuten &bdquo;90 Prozent aller Soli-Zahler&ldquo;, dass faktisch 95 Prozent der Haushalte vom Soli befreit werden sollen. Nur die obersten f&uuml;nf Prozent werden nicht entlastet.<br>\nWie viel w&uuml;rde ein Haushalt sparen, der ein Einkommen von 100.000 Euro im Jahr hat?<br>\nDas wei&szlig; momentan niemand. Denn das Geld reicht gar nicht, um den Soli abzuschaffen. Union und SPD wollen 10 Milliarden Euro ausgeben &ndash; in vier Jahren. Es w&uuml;rde aber fast 10 Milliarden pro Jahr kosten, die unteren 90 Prozent der Soli-Zahler zu entlasten.<br>\nEs fehlen also 30 Milliarden. Wie k&ouml;nnte diese L&uuml;cke geschlossen werden?<br>\nDie wahrscheinlichste Option w&auml;re: Man schafft den Solidarzuschlag erst im Jahr 2021 teilweise ab. Dann w&uuml;rde es in dieser Legislatur nur 10 Milliarden kosten. Aber f&uuml;r die Wohlhabenden w&auml;re es trotzdem ein gutes Gesch&auml;ft: Denn die Abschaffung w&auml;re ja f&uuml;r immer, sodass ihnen fortan jedes Jahr wieder 10 Milliarden geschenkt w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5477099\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sehr wichtiger Hinweis &ndash; die meisten Menschen verstehen das Steuersystem und die Wirkung von Einkommensteuersenkungen nicht so gut und freuen sich &uuml;ber Steuersenkungen. Aber wenn es hei&szlig;t, &bdquo;Die Besserverdienenden [profitieren]. Vor allem das reichstes F&uuml;nftel.&ldquo; &ndash; nun: das ist die Klientel, f&uuml;r die die SPD Politik macht. Konsequent seit 1999 (s. Senkung des K&ouml;rperschaftsteuersatzes und des Spitzensteuersatzes, Abgeltungsteuer, Abschaffung der Steuer auf Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne, Abschaffung der Erbschaftsteuer f&uuml;r Unternehmenserben, Hartz IV und Leiharbeit und und und). Das hier ist kein Versehen der SPD, das ist Absicht &ndash; seit 1999.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gegen den Frieden sondiert! Die Gro&szlig;e Koalition zur Aufr&uuml;stung<\/strong><br>\nAm kommenden Wochenende werden die Delegierten beim SPD-Parteitag &uuml;ber die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU abstimmen. W&auml;hrend vielerorts &ndash; v&ouml;llig zurecht &ndash; argumentiert wird, die Sozialdemokraten h&auml;tten sich in den meisten sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen ziemlich unterbuttern lassen, wird den friedens- bzw. milit&auml;rpolitischen Passagen des Sondierungspapiers leider wenig bis keine Beachtung geschenkt.<br>\nDas Sondierungspapier beginnt mit Abs&auml;tzen zur Europ&auml;ischen Union, die als &bdquo;historisch einzigartiges Friedens- und Erfolgsprojekt&ldquo; bezeichnet wird, das allerdings aufgrund zunehmender Gro&szlig;machtkonflikte gezwungen sei, sein &bdquo;Schicksal mehr als bisher in die eigenen H&auml;nde [zu] nehmen.&ldquo; Hierf&uuml;r m&uuml;sse die &bdquo;europ&auml;ische Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik [&hellip;] im Sinne einer Friedensmacht Europa gest&auml;rkt werden.&ldquo; Und zu diesem Zweck wolle man vor allem die &bdquo;Zusammenarbeit bei der Sicherheits- und Verteidigungspolitik (PESCO) st&auml;rken.&ldquo; Das &bdquo;historische Friedensprojekt&ldquo; und die &bdquo;Friedensmacht&ldquo; EU in einem Atemzug mit einer St&auml;rkung von PESCO zu nennen, dem aktuell wohl wichtigsten Projekt zur Militarisierung der EU, ist man zwar gew&ouml;hnt, macht es aber dadurch nicht unbedingt besser (siehe zu PESCO IMI-Standpunkt 2017\/036). Dar&uuml;ber hinaus lehnt man zwar &bdquo;v&ouml;lkerrechtswidrige T&ouml;tungen durch autonome Waffensysteme&ldquo; ab, will aber gleichzeitig &bdquo;im Rahmen der europ&auml;ischen Verteidigungsunion die Entwicklung der Euro-Drohne weiterf&uuml;hren.&ldquo; (&hellip;)<br>\nTrotz dieser saftigen Zuw&auml;chse schalteten sich die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen mit scharfer Kritik in die Debatte ein. Andre W&uuml;stner etwa, der Chef des Bundeswehrverbandes, kritisierte, die Budgetplanung gehe auf &bdquo;Kosten unserer Verl&auml;sslichkeit und B&uuml;ndnisf&auml;higkeit &ndash; und damit auf Kosten der Sicherheit Deutschlands. Das ist unverantwortlich.&rdquo; Es ist also davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten von interessierten Kreisen weiter m&auml;chtig Druck auf weitere Erh&ouml;hungen des R&uuml;stungshaushaltes gemacht werden wird. Ob hier also mit den Sondierungsbeschl&uuml;ssen schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist, ist keineswegs sicher. Sicher ist dagegen aber eins: Sollte es zu einer Gro&szlig;en Koalition kommen, wird dies eine Gro&szlig;e Koalition zur Aufr&uuml;stung sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2018\/01\/17\/gegen-den-frieden-sondiert\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a><\/li>\n<li><strong>Vier weitere Jahre GroKo und wir bekommen einen deutschen Donald Trump<\/strong><br>\nDie beiden &bdquo;Volksparteien&ldquo; fuhren im September historisch schlechte Wahlergebnisse ein. &bdquo;Die GroKo wurde abgew&auml;hlt,&ldquo; polterte daher nicht nur Martin Schulz in der Elefantenrunde in der Wahlnacht &ndash; es war allgemeiner Konsens. &bdquo;Wir stehen f&uuml;r den Eintritt in eine Gro&szlig;e Koalition nicht zur Verf&uuml;gung,&ldquo; versicherte der Schulz-Zug noch Ende November erneut auf Twitter um nur stolze sieben Tage nach diesem Tweet zur&uuml;ckzurudern und gar ein Ministerp&ouml;stchen im Kabinett Merkel IV nicht mehr auszuschlie&szlig;en: &bdquo;Politik ist ein dynamischer Prozess,&ldquo; verteidigt Schulz in Orwell&rsquo;scher Sprachpervertierung seinen U-Turn und kr&ouml;nt sich damit selbst zum neuen Schutzpatron der R&uuml;ckgratlosigkeit und des Opportunismus.<br>\nEs ist diese unertr&auml;gliche Heuchelei, diese &bdquo;Arroganz der Macht&ldquo;, die Schulz noch im Sommer der Kanzlerin vorwarf, diese offene Verachtung f&uuml;r die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler, die in den kommenden vier Jahren zu einer Politikerverdrossenheit &ndash; Keiner Politikverdrossenheit! Wie arrogant k&ouml;nnen Volksvertreter eigentlich sein und unterstellen, beides w&auml;re ein und dasselbe? &ndash; f&uuml;hren wird, die den Hass auf das politische Establishment in ungekannte Sph&auml;ren katapultieren wird. Die Verachtung f&uuml;r eine politische Kaste, die derart weit von der Bev&ouml;lkerung entfernt ist, dass sie ihre Gruppensitzungen statt in Berlin auch auf dem Mond abhalten k&ouml;nnte &ndash; wer w&uuml;rde es schon bemerken? Erteilte Mandate interessieren die M&auml;chtigen nicht, nur die Macht als Selbstzweck ist von Interesse.<br>\nDas wird die n&auml;chsten vier Jahre auch noch gutgehen, denn, seien wir mal ehrlich: zu einer Revolution wird es in Deutschland nicht kommen, daf&uuml;r &bdquo;m&uuml;sste man den Rasen betreten,&ldquo; wusste schon Josef Stalin. Und der Deutsche betritt den Rasen nun mal nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/vier-weitere-jahre-groko-und-wir-bekommen-einen-deutschen-donald-trump\/\">JusticeNow!<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Reform der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Deutsch-franz&ouml;sische &Ouml;konomen verraten unfreiwillig, worum es bei der EU geht<\/strong><br>\n14 arrivierte &Ouml;konomen aus Deutschland und Frankreich haben ihre Vorstellung f&uuml;r eine Reform der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion aufgeschrieben und publiziert. Die Bedeutung ihres Werkes ist nicht zu untersch&auml;tzen, vor allem im Lichte der Schulzschen Europainitiative und der Pl&auml;ne f&uuml;r eine von Deutschland und Frankreich vorangetriebene EU-Reform. In welche Richtung es nicht gehen wird, verr&auml;t schon die erfolglose Suche nach bestimmten W&ouml;rtern im Text.<br>\nDie 14 &Ouml;konomen sind &uuml;berwiegend fr&uuml;here Regierungsmitglieder oder mit dem Jacques Delors-Institut in Paris und Berlin, der Hertie-School of Governance in Berlin oder dem Br&uuml;sseler Forschungsinstitut Bruegel assoziiert. Mit Marcel Fratzscher und Henrik Enderlein sind zwei sehr SPD-nahe Wissenschaftsfunktion&auml;re dabei.<br>\nDie wichtigsten Beteiligten haben fr&uuml;her in unterschiedlichen Zusammensetzungen an der Vorbereitung von Reforminitiativen wie dem Vierpr&auml;sidentenbericht und dem F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht mitgewirkt. Ihre Vorschl&auml;ge wurden oft umgesetzt oder zumindest wurde auf h&ouml;chster Ebene versucht, sie voranzutreiben. Man sollte sie also auf keinen Fall untersch&auml;tzen.<br>\nEs gibt eine deutsche Kurzfassung mit dem Titel: &bdquo;Wie Risikoteilung und Marktdisziplin in Einklang gebracht werden k&ouml;nnen: Ein konstruktiver Vorschlag zur Reform des Euroraums&ldquo; und eine englische Langfassung mit dem Titel: &bdquo;Reconciling risk sharing with market discipline: A constructive approach to euro area reform&ldquo;.<br>\nKoautor Marcel Fratzscher preist den Bericht auf Twitter mit den Worten an: &bdquo;We do not need a political union, but more national responsibility &amp; market discipline. Germany&rsquo;s demand for rules and France&rsquo;s for more solidarity are not contradictions, but complements&rdquo;, zu deutsch:\n<blockquote><p>\nWir brauchen keine politische Union, sondern mehr nationale Verantwortung. Deutschlands Verlangen nach mehr Regeln und Frankreichs nach mehr Solidarit&auml;t sind keine Gegens&auml;tze, sondern sie erg&auml;nzen sich.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir wollen den langen Text jetzt nicht im Detail analysieren, um zu schauen, ob das stimmt. Denn eine einfache Wortsuche gen&uuml;gt. Die Wortgruppe &bdquo;rule&ldquo; (Regel*) kommt 60 mal vor, &bdquo;surveillance&ldquo; (Aufsicht) 11 mal, &bdquo;diszipl&ldquo; f&uuml;r Disziplin oder disziplinieren 24 mal, zusammen also 95 mal. Die Wortgruppe &bdquo;solidari&ldquo; wie solidarisch oder Solidarit&auml;t kommt dagegen genau 0 mal vor.<br>\nOffenkundig ist Fratzscher der Auffassung, die beste Art der Solidarit&auml;t ist die des strengen Familienvaters, der seine Z&ouml;glinge mit klaren Regeln vor Fehlern bewahrt und diesen auch die M&ouml;glichkeit gibt, die Folgen von Fehlern auszubaden, damit sie lernen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/934-14-oekonomen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dass gerade Schulz die &bdquo;Reformideen&ldquo; Macrons nachplappert und f&uuml;r die SPD zu einem zentralen Thema machen will, zeigt, dass es gerade Schulz schon immer um die weitere Durchsetzung der neoliberalen Agenda in der EU ging. So gesehen &uuml;berrascht das Ergebnis der Sondierungsgespr&auml;che nicht wirklich. Es ging nie um eine Ver&auml;nderung der aktuellen Politik. Die SPD ist einem gef&auml;hrlichen Blender aufgesessen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche Reformvorhaben<\/strong><br>\nF&uuml;r den &Ouml;konomen Heiner Flassbeck liegen diese Vorschl&auml;ge &raquo;alle noch im falschen Rahmen&laquo;. Auch wenn man sich ein bisschen richtiger im falschen Rahmen bewege, werde es dadurch nicht richtig, sagte Flassbeck am Mittwoch gegen&uuml;ber jW. Wenn in der Euro-Zone in diesen Tagen diskutiert werde, dass Deutschland sich &auml;ndern m&uuml;sse, und gleichzeitig kommen Herr Fratzscher und Co. raus und sagen nein, es geht alles so weiter, und Deutschland wird nicht einmal erw&auml;hnt, dann l&auml;gen sie einfach f&uuml;nf Jahre hinter der Zeit. Die Kernbotschaft m&uuml;sse lauten: &raquo;Deutschland muss sich &auml;ndern. Der deutsche &Uuml;berschuss ist gr&ouml;&szlig;er denn je. Wenn dazu im Fratzscher-Fuest-Papier nichts drinsteht, kann man das Papier gleich in den Papierkorb werfen&laquo;, res&uuml;mierte Flassbeck.<br>\nAuch die &raquo;europ&auml;ische Einlagensicherung&laquo; sei nur ein &raquo;Randthema&laquo;. Bei der zentralen Frage, wer sich anpasst, Deutschland oder Frankreich, l&auml;gen Berlin und Paris &raquo;immer noch extrem weit auseinander&laquo;. Die Kritik der Euro-Gruppe an der &uuml;berbordenden deutschen Leistungsbilanz sei zu begr&uuml;&szlig;en. &raquo;Wenn es nur halbwegs stimmt, was man heute &uuml;ber die Euro-Gruppe liest, zeigt es, dass das eigentliche Problem vollkommen ungel&ouml;st ist und die Spannungen weiterhin gro&szlig; sind.&laquo; Es werde nur weniger &uuml;ber die Euro-Krise geredet, das sei das einzige, so Flassbeck.<br>\nMan m&uuml;sse sich vor Augen f&uuml;hren, dass die Industrieproduktion in der W&auml;hrungsunion ohne Deutschland auf dem Niveau von 2011 liege. Es gebe immer noch eine &raquo;irrsinnige Diskrepanz&laquo; zwischen den Volkswirtschaften. In Italien, hinter der BRD und Frankreich der drittgr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsraum in der Euro-Zone, liege die Industrieproduktion sogar noch unter dem Wert von vor sieben Jahren. &raquo;Das nur geringe Wachstum braucht Unterst&uuml;tzung durch die Fiskalpolitik&laquo;, sagte Flassbeck. &raquo;Ich hoffe, dass die Euro-Gruppe das jetzt tut.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/325549.deutsche-reformvorhaben.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>EU will Deutschland zu h&ouml;herem Lohnniveau dr&auml;ngen<\/strong><br>\nDeutschland soll mehr investieren und h&ouml;here L&ouml;hne zahlen &ndash; das fordern zumindest die EU-Finanzminister. Damit soll die Binnennachfrage angekurbelt werden. &Auml;hnliches hatte bereits die EU-Kommission angemerkt.<br>\nDie Finanzminister der Europ&auml;ischen Union (EU) wollen Deutschland zu mehr Investitionen und einem h&ouml;heren Lohnniveau dr&auml;ngen. Deutschland m&uuml;sse seinen hohen Leistungsbilanz&uuml;berschuss in den Griff bekommen, hei&szlig;t es in einem Reuters vorliegenden Entwurf f&uuml;r eine Abschlusserkl&auml;rung zum EU-Finanzministertreffen am kommenden Dienstag.<br>\nMit h&ouml;heren L&ouml;hnen und Investitionen solle die Binnennachfrage angekurbelt werden. Die Minister schlie&szlig;en sich damit der EU-Kommission und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) an. Auch US-Pr&auml;sident Donald Trump hat Kritik an der Bundesrepublik ge&uuml;bt. Dem Ifo-Institut zufolge hat Deutschland 2017 erneut den weltweit gr&ouml;&szlig;ten &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz erzielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/eu-finanzministertreffen-eu-will-deutschland-zu-hoeherem-lohnniveau-draengen\/20854630.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In vielerlei Hinsicht faszinierend. Zum einen kommen diese Appelle jetzt schon mehrere Jahre hintereinander, offenbar ohne jeden Effekt. Zum zweiten hat die EU ein makro&ouml;konomisches Ungleichgewichtsverfahren mit einem &bdquo;pr&auml;ventiven&ldquo; und einem &bdquo;korrektiven&ldquo; Arm &ndash; mit anderen Worten, die EU k&ouml;nnte z.B. Strafzahlungen gegen Deutschland verh&auml;ngen und tut es nicht aus unbekannten Gr&uuml;nden (die man allerdings vermuten kann). Will die EU weiterhin gegen die Wand reden oder wird sie irgendwann mal genauso aktiv wie gegen Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und andere L&auml;nder? Und zum dritten ist schlicht nicht verstehbar, warum die Arbeitnehmer in Deutschland selber, die samt und sonders erheblich profitieren w&uuml;rden, oder wenigstens die Gewerkschaften, die die makro&ouml;konomische Debatte zumindest verfolgen und immer von der Bedeutung der EU schwafeln (n&auml;mlich folgenlos), nicht endlich (u.a. mit Berufung auf die EU) deutlich h&ouml;here L&ouml;hne fordern. Was hindert die Arbeitnehmerseite? Immer noch die Drohung der Arbeitgeber, bei nicht genehmen Lohnforderungen ins Ausland zu gehen?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Ungleichheit f&uuml;hrt zu Rechtsruck<\/strong><br>\n&bdquo;Das Weltwirtschaftsforum weist in seinem Bericht auf die steigende Einkommensungleichheit insbesondere in den reichen L&auml;ndern hin. Vor allem dort findet seit Jahrzehnten eine radikale Umverteilung von unten nach oben statt. Die zunehmende Ungleichheit und die daraus resultierende Armut vieler Menschen f&uuml;hren zu einem Vertrauensverlust in die demokratischen Institutionen. Der aktuelle Rechtsruck, gerade in den Industrienationen, ist die Folge der neoliberalen Politik der letzten Jahrzehnte. Es ist h&ouml;chste Zeit, diese Entwicklung zu stoppen und umzukehren&ldquo;, kommentiert Klaus Ernst, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, den &bdquo;Global Risk Report&ldquo; des Weltwirtschaftsforums. Ernst weiter:<br>\n&bdquo;Die Klientelpolitik f&uuml;r Konzerne und Verm&ouml;gende spaltet die Gesellschaft. Wenn Union und SPD diese Tatsache ignorieren, f&ouml;rdern sie den Rechtsruck. L&ouml;sungsvorschl&auml;ge dazu liegen seit Jahren auf dem Tisch: Prek&auml;re Besch&auml;ftigung muss einged&auml;mmt und die Tarifbindung wieder ausgeweitet werden. Der Mindestlohn muss per Gesetz angehoben werden auf ein Niveau, von dem die Menschen jetzt und im Alter leben k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem brauchen wir eine Verm&ouml;genssteuer.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/ungleichheit-fuehrt-zu-rechtsruck\/\">Linksfraktion<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Der Tod ist ein Kr&auml;mer aus Deutschland<\/strong><br>\nDie ARD zeigt, wie die Waffenschmiede Rheinmetall die Gesetzgeber austrickst und an der humanit&auml;ren Katastrophe in Jemen verdient.<br>\nDas Prinzip ist einfach. Ein Konzern gr&uuml;ndet eine Firma im Ausland. Die liefert ihre Produkte in einen weiteren Staat &ndash; und der Konzern macht im Stammland den Profit. Das Prinzip ist so einfach, dass man sich wundert, dass der Gesetzgeber nichts dagegen unternommen hat. Denn die Produkte sind Waffen: M&ouml;rser, Bomben, Panzer. Die fallen unter das Gesetz &uuml;ber die Kontrolle von Kriegswaffen, will sagen, sie d&uuml;rften laut bundesdeutscher Bestimmungen nicht exportiert werden in L&auml;nder, &bdquo;die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht&ldquo;.<br>\nSie werden aber exportiert. Nach Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, &Auml;gypten. Die f&uuml;hren Krieg, gegen den Jemen. Und das tun diese Staaten auch mit deutschen Waffen, geliefert vom D&uuml;sseldorfer Konzern Rheinmetall. Nat&uuml;rlich nicht direkt von Rheinmetall, das d&uuml;rfte die Firma ja nicht, siehe oben. Aber sie macht trotzdem j&auml;hrlich hunderte von Millionen Euro Umsatz in besagten L&auml;ndern. Denn sie hat Ableger im Ausland gegr&uuml;ndet, in Sardinien zum Beispiel, oder in S&uuml;dafrika. Von dort gelangen die todbringenden Ger&auml;te dann nach Saudi-Arabien, und dessen Milit&auml;r setzt sie gegen die Soldaten und Zivilisten in Jemen ein. Das haben jetzt Philipp Gr&uuml;ll und Karl Hoffmann in einem Dokumentarfilm mit dem Titel &bdquo;Bomben f&uuml;r die Welt&ldquo; belegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/kultur\/netz-tv-kritik-medien\/tv-kritik\/bomben-fuer-die-welt-ard-der-tod-ist-ein-kraemer-aus-deutschland-a-1427375\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Hungersnot im Jemen: &bdquo;Was hier passiert, ist ein Albtraum&ldquo;<\/strong><br>\nGewalt, Vertreibung, Krankheiten, Unterern&auml;hrung und kaum Zugang zu medizinischer Hilfe und Bildung. Die Kinder im B&uuml;rgerkriegsland Jemen leben unter katastrophalen Bedingungen.<br>\nDer winzige S&auml;ugling im Brutkasten eines Krankenhauses in Sanaa ist bis auf die Knochen abgemagert, einzeln stehen die Rippen hervor. Der K&ouml;rper verschwindet fast in einer viel zu gro&szlig;en Windel. Das kleine Gesicht zwischen den Kabeln und Schl&auml;uchen sieht uralt aus. Die Nachrichtenagentur Reuters, die die Bilder gedreht hat, schreibt warnend dazu: Achtung, der Inhalt des Videos kann schockieren. Auch die anderen Neugeborenen der Station sind v&ouml;llig unterern&auml;hrt.<br>\nF&uuml;r das, was sich derzeit im Jemen abspielt, gibt es wohl keine Worte, die das Elend treffend beschreiben w&uuml;rden. Vielleicht Zahlen: 25.000 Babys w&uuml;rden pro Jahr nach der Geburt oder in den ersten Lebensmonaten sterben, sagt Mertixell Relano, zust&auml;ndig f&uuml;r den Jemen beim UN-Kinderhilfswerk UNICEF. &bdquo;Viele Kinder gehen hungrig zu Bett und aktuell haben wir anderthalb Millionen Kinder im Land, die unterern&auml;hrt sind.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/jemen-hunger-kinder-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: &bdquo;Mittlerweile ist der Krieg im S&uuml;den f&uuml;r beendet erkl&auml;rt&ldquo;<\/strong><br>\nDer Journalist Oliver Ramme ist der einzige Journalist, der aktuell aus dem S&uuml;den des Jemen berichten kann. &bdquo;Die Lage hat sich weitestgehend entspannt&ldquo;, sagte Ramme im Dlf. Der Krieg sei fast &uuml;berall vorbei. Allerdings w&uuml;rde die wirtschaftliche Lage die Menschen stark besch&auml;ftigen und Misstrauen in der Bev&ouml;lkerung sch&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/jemen-mittlerweile-ist-der-krieg-im-sueden-fuer-beendet.1773.de.html?dram:article_id=408556\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Automatisierte Aggression<\/strong><br>\nDie Bundeswehr testet autonom agierende Drohnen zur Absicherung von Luftlandeoperationen auf fremdem Territorium. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach f&uuml;hrte die Elektroniksystem- und Logistik-GmbH (ESG) auf einem Versuchsgel&auml;nde des deutschen Milit&auml;rs mehrere Probefl&uuml;ge mit einem &bdquo;Unbemannten Missionsausr&uuml;stungstr&auml;ger&ldquo; durch, um &bdquo;Landezonen&ldquo; f&uuml;r Hubschrauber in einem &bdquo;unbekannten Gebiet&ldquo; zu erkunden. Die Fl&uuml;ge h&auml;tten Ende vergangenen Jahres stattgefunden und seien &bdquo;teilweise au&szlig;erhalb der Sichtweite des Steuerers&ldquo; erfolgt, hei&szlig;t es. Die Aufgabenstellung korrespondiert mit den ebenfalls 2017 von der deutschen Heeresleitung in einem &bdquo;Thesenpapier&ldquo; kodifizierten Forderungen. Darin werden unter anderem Kriegsszenarien entwickelt, in denen Drohnen &bdquo;feindfreie Landezonen&ldquo; f&uuml;r den Aufmarsch deutscher Truppen auskundschaften &ndash; oder auch international ge&auml;chtete Streubomben abwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7505\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hohe Zahl erledigter Asylverfahren ist nur Scheinerfolg<\/strong><br>\n&bdquo;Die hohe Zahl erledigter Asylverfahren ist keine Erfolgsbilanz. Die zahlreichen M&auml;ngel in den Asylbescheiden des BAMF, die auch mit politischen Vorgaben f&uuml;r eine restriktive Asylpolitik zu erkl&auml;ren sind, f&uuml;hren dazu, dass die Asylpr&uuml;fung in gro&szlig;em Umfang den &uuml;berlasteten Gerichten aufgeb&uuml;rdet wird. Das zeigt die von der LINKEN erfragte hohe Erfolgsquote von Gefl&uuml;chteten bei den Gerichten. Hier werden Entscheidungen am Flie&szlig;band produziert, die dem hohen Rechtsgut Asyl h&auml;ufig nicht ann&auml;hernd gerecht werden&ldquo;, erkl&auml;rt Ulla Jelpke, Innenpolitikerin der Fraktion DIE LINKE, anl&auml;sslich der heute von Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re und BAMF-Chefin Jutta Cord vorgestellten Asylzahlen f&uuml;r das 4. Quartal 2017. Die Abgeordnete weiter:<br>\n&bdquo;Aktuell sorgen etwa 150.000 vorgezogene Widerrufspr&uuml;fungen infolge des f&auml;lschlich als Fl&uuml;chtling aufgetretenen rechtsextremen Bundeswehroffiziers Franco A. f&uuml;r unn&ouml;tige Mehrarbeit im BAMF, die von den eigentlichen Aufgaben ablenken: Qualit&auml;tsverbesserungen im Verfahren, interne &Uuml;berpr&uuml;fung ablehnender Bescheide und die Weiterqualifizierung des Personals. Die eigenen Zielsetzungen hat das BAMF klar verfehlt: den Abbau der Altverfahren bis Ende 2016 und schnelle Asylpr&uuml;fungen innerhalb von l&auml;ngstens f&uuml;nf Monaten. &Uuml;ber die durchschnittliche Asylverfahrensdauer im BAMF wird seitens des Innenministeriums nicht mehr gerne gesprochen. Das wundert nicht, denn im 3. Quartal 2017 lag diese immer noch bei zehn Monaten, zuz&uuml;glich einer Wartezeit bis zur Asylantragstellung von bis zu vier Monaten. Dabei gab es Anfang M&auml;rz 2016 eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Bundesinnenministerium und dem damaligen BAMF-Chef Frank-J&uuml;rgen Weise, die Asylverfahrensdauern noch im Jahr 2016 ab erster Registrierung im Durchschnitt auf f&uuml;nf Monate zu senken. Das entsprach Vereinbarungen auf dem Fl&uuml;chtlingsgipfel vom Herbst 2015, diese Zusage des Bundes gegen&uuml;ber den L&auml;ndern wurde also gebrochen. Die Verantwortung daf&uuml;r tr&auml;gt der Innenminister.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/hohe-zahl-erledigter-asylverfahren-ist-nur-scheinerfolg\/\">Linksfraktion<\/a>\n<p><strong>dazu: Deutsche Asylpolitik: Abschreckung aus Prinzip<\/strong><br>\nDie Fl&uuml;chtlingszahlen sinken, den Alarmisten in der deutschen Politik kommt nach und nach die Arbeitsgrundlage abhanden. Trotzdem sind sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen geplant als je zuvor.<br>\nDie Zahl der Asylantr&auml;ge ist deutlich gesunken, das Tempo bei der Erledigung von &bdquo;Altf&auml;llen&ldquo; hat sich erh&ouml;ht. Und beim Antragsstau wurden 2017 &bdquo;R&uuml;ckst&auml;nde abgebaut&ldquo; &ndash; wer dem Bundesinnenminister am Dienstag bei der Pr&auml;sentation der Asylzahlen zuh&ouml;rte, konnte sich schon mal vorkommen wie in einer Werbesendung.<br>\nKnapp 187 000 Asylsuchende wurden vergangenes Jahr in Deutschland registriert, ein Drittel weniger als 2016 und vier F&uuml;nftel weniger als 2015. Beim Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge ist die Zahl anh&auml;ngiger Verfahren wieder auf dem Stand von 2013. Nein, f&uuml;r einen &bdquo;Krisenmodus&ldquo; gebe es keinen Anlass mehr, aber es sei noch viel zu tun, fasste Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) die Lage zusammen.<br>\nMan k&ouml;nnte es aber auch anders ausdr&uuml;cken: Obwohl den Alarmisten und Angstmachern in der Fl&uuml;chtlingspolitik nach und nach die Arbeitsgrundlage abhandenkommt, sind sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen zur Reduzierung der Asylbewerberzahlen geplant als je zuvor in Deutschland.<br>\nSo haben sich Union und SPD etwa auf den Bau neuer Ankunfts- und R&uuml;ckf&uuml;hrungszentren verst&auml;ndigt. Asylverfahren sollen dort k&uuml;nftig von Anfang bis Ende abgewickelt werden. Das geht schneller und ist effektiver, hoffen die Beh&ouml;rden. Menschen aus Maghreb-Staaten, die in Zukunft als sichere Herkunftsl&auml;nder gelten sollen, will man beispielsweise in solchen Gewahrsamen bis zur Abschiebung festhalten.<br>\nKommt Zeit, kommt Idee<br>\nWas aber, wenn ein Land wie Marokko sie nicht zur&uuml;cknimmt? Was, wenn das R&uuml;ckf&uuml;hrungszentrum voll l&auml;uft? Dann m&uuml;sse man die Dinger eben gr&ouml;&szlig;er bauen, sagen die Bef&uuml;rworter solcher Einrichtungen. Was drinnen vorgeht in den geplanten Riesenk&auml;sten mag man sich lieber nicht zu genau vorstellen.<br>\nKommt Zeit, kommt Idee, ist da die Devise des Innenministers. Der Teufel, so r&auml;umte er am Dienstag ein, liege hier noch &bdquo;im Detail&ldquo;. Es darf aber auch gefragt werden, wie sichergestellt werden soll, dass unbegleitete minderj&auml;hrige Fl&uuml;chtlinge in solchen Einrichtungen k&uuml;nftig nicht unter die R&auml;der kommen. Denn auch sie sollen in R&uuml;ckf&uuml;hrungszentren bleiben, bis ihre Identit&auml;t festgestellt ist.<br>\nDas Prinzip der Abschreckung hat sich durchgesetzt, auch in der SPD. In der Fl&uuml;chtlingspolitik hat sie das Heft an die Union abgegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/deutsche-asylpolitik-abschreckung-aus-prinzip-1.3827375\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bund zwingt Hamburg, gegen renommierte Privatbank vorzugehen<\/strong><br>\nIm gr&ouml;&szlig;ten deutschen Steuerskandal hat das Bundesfinanzministerium Ende vergangenen Jahres zu einer au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Ma&szlig;nahme gegriffen, um zu verhindern, dass dem Staat bis zu 190 Millionen Euro verloren gehen. Nach Informationen von S&uuml;ddeutscher Zeitung, NDR und WDR wies das Bundesfinanzministerium den Hamburger Fiskus an, gegen die dort ans&auml;ssige Privatbank M. M. Warburg vorzugehen.<br>\nVorausgegangen war ein Treffen im Ministerium in Berlin mit einer Vertreterin des Hamburger Finanzamtes f&uuml;r Gro&szlig;unternehmen. Das Ministerium bef&uuml;rchtete, Forderungen gegen Warburg k&ouml;nnten verj&auml;hren. Der Hamburger Fiskus, der den Fall seit Langem untersucht, schickte erst nach der Weisung aus Berlin einen Steuerbescheid an die Privatbank. Zuvor war M. M. Warburg von Forderungen verschont geblieben.<br>\nWarburg sei &bdquo;eine der feinsten Adressen&ldquo; in der Hansestadt und dort &bdquo;gut vernetzt&ldquo;, sagt der Hamburger Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi von den Linken. Es sehe so aus, als ob der Hamburger Finanzsenat vielleicht &bdquo;etwas Standortpflege&ldquo; betreibe. Warburg steht im Verdacht, zusammen mit Gesch&auml;ftspartnern den Staat betrogen zu haben. Warburg und deren Partner sollen Aktiengesch&auml;fte dazu genutzt haben, sich eine einmal an die Finanzbeh&ouml;rden gezahlte Steuer auf Dividendenerl&ouml;se mehrmals erstatten zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/exklusiv-bund-zwingt-hamburg-gegen-renommierte-privatbank-vorzugehen-1.3825934\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Politik bremste Steuerfahnder aus &ndash; jetzt wechseln sie die Seiten<\/strong><br>\nDie Steuerfahndung in Wuppertal hat dem Staat Milliarden Mehreinahmen beschert. Nun verliert die Beh&ouml;rde ihre Spitzenleute &ndash; offenbar versuchte die neue Landesregierung, sie in ihrem Arbeitseifer zu bremsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/wuppertal-erfolgreiche-steuerfahnder-wechseln-die-seiten-a-1188631.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.K.:<\/strong> Was macht Spiegel aus dieser Geschichte? Sturz der Landesregierung? Titelgeschichte? Oh, einen 22-Zeiler! <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eklat in Diesel-Expertengruppe d&uuml;piert Bundesregierung <\/strong>\n<ul>\n<li>In den Expertengruppen zur L&ouml;sung der Luftprobleme in Deutschland ist ein heftiger Streit entbrannt.<\/li>\n<li>Umweltsch&uuml;tzer der Organisation BUND verweigerten die Zustimmung zu einem wichtigen Abschlusspapier und verfassten ein eigenes.<\/li>\n<li>Der Streit d&uuml;piert auch die Bundesregierung. Sie wollte die EU-Kommission k&uuml;rzlich unter Verweis auf die Ergebnisse der Gruppen dazu bringen, von Sanktionen gegen Deutschland abzusehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie sollten eigentlich den Streit auf deutschen Stra&szlig;en l&ouml;sen: Nach dem Dieselgipfel im August hatte die Bundesregierung vier hochrangig besetzte Expertengruppen eingesetzt, die Alternativen zu drohenden Fahrverboten und eine Perspektive f&uuml;r die Branche entwickeln sollten. Stattdessen liefern die Expertenrunden aus Politik, Gewerkschaften, Forschung, Industrie und Umweltgruppen nun pl&ouml;tzlich selbst ein Beispiel f&uuml;r die v&ouml;llig verfahrene Lage im Abgas-Skandal.<br>\nNach Informationen der S&uuml;ddeutschen Zeitung gibt es unter den Fachleuten Streit &uuml;ber die Zukunft von Mobilit&auml;t und Autoindustrie in Deutschland. Die wichtige Expertengruppe IV, die Alternativen bei Antrieben und Kraftstoffen vorschlagen sollte und dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt ist, endete mit einem Eklat. Die Umweltorganisation BUND verweigerte die Zustimmung zu einem Abschlusspapier &ndash; und verfasste aus Protest ein eigenes. Auch aus den Bundesl&auml;ndern kommt heftige Kritik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/diesel-expertengruppe-duepiert-bundesregierung-1.3828938\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>US-Steuerreform &ndash; Apple vergoldet Auslandsgewinne<\/strong><br>\nDank Trumps Steuergeschenken f&uuml;hrt Apple hunderte Milliarden Dollar Auslandsgewinne in die USA zur&uuml;ck. Ein Gro&szlig;teil stammt aus Ums&auml;tzen in Deutschland und der EU. Apple macht den Sack zu und der deutsche Fiskus geht leer aus, weil die Bundesregierung die Gewinnverschiebung in Briefkastenfirmen in Irland und den Niederlanden &uuml;ber Jahre geduldet hat&ldquo;, kommentiert Fabio De Masi, Steuer- und Finanzexperte der Fraktion DIE LINKE, die Ank&uuml;ndigung des US-Unternehmens Apple, infolge der US-Steuerreform Auslandsgewinne in die USA zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und dort zu versteuern. De Masi weiter:<br>\n&bdquo;Trump heizt den internationalen Steuerwettbewerb weiter an und inspiriert damit bereits die Unionsparteien. Aber die US-Regierung geht mit der Hinzurechnung von Auslandsgewinnen und der Quellenbesteuerung abflie&szlig;ender Zahlungen an Auslandst&ouml;chter auch an die Gewinnverschiebung der US-Konzerne ran. Die Bundesregierung und die EU-Kommission sind vor Trump eingeknickt, statt die USA wegen der Blockade des internationalen Informationsaustauschs von Bankdaten sowie aufgrund von Schattenfinanzpl&auml;tzen wie Delaware und Nevada auf die schwarze EU-Liste der Steueroasen zu setzen. Finanzfl&uuml;sse in Steueroasen m&uuml;ssen mit Quellensteuern belegt werden, um Gewinnverschiebung zu unterbinden. Doppelbesteuerungsabkommen, die dies verhindern, m&uuml;ssen neu verhandelt oder notfalls gek&uuml;ndigt werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/us-steuerreform-apple-vergoldet-auslandsgewinne\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kostenbremse: Siemens schlie&szlig;t Stellenabbau nicht aus<\/strong><br>\nUm seine Medizinsparte f&uuml;r die B&ouml;rse attraktiv zu machen, will Siemens in dem hoch profitablen Bereich die Kosten j&auml;hrlich um 240 Millionen Euro dr&uuml;cken. In der Region wachsen die Sorgen.<br>\nDies k&uuml;ndigte das Management gestern bei einer Investorenkonferenz in London an. Der Konzern schlie&szlig;t dabei auch Personaleinsparungen ausdr&uuml;cklich nicht aus. Wie und an welchen Stellen, dar&uuml;ber gibt es offenbar noch keine konkreten Planungen. &bdquo;Das ist noch nicht definiert&ldquo;, sagte dazu ein Konzernsprecher. Klarheit k&ouml;nnte in dieser Frage nach Angaben des Sprechers bis Ende Februar geschaffen sein.<br>\nSiemens hat seine Werbetour f&uuml;r einen der gr&ouml;&szlig;ten B&ouml;rseng&auml;nge gestartet, den es je in Deutschland gab. Er k&ouml;nnte nach Insidersch&auml;tzungen rund zehn Milliarden Euro in die Konzernkassen sp&uuml;len. Die Analysten taxieren den Wert der Healthineers auf rund 30 bis 45 Milliarden Euro. Siemens will Mehrheitsaktion&auml;r bleiben und nur rund 25 Prozent der Aktien &uuml;ber die B&ouml;rse streuen, wie Insider vermuten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/region\/erlangen\/kostenbremse-siemens-schliesst-stellenabbau-nicht-aus-1.7112971\">Nordbayern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie geschrieben, ist die Medizintechniksparte des Siemenskonzerns hochprofitabel, aber das reicht den B&ouml;rsenzockern und Spekulanten nicht, da muss noch mehr Rendite herausgequetscht werden. Bluten d&uuml;rfen wieder einmal die Mitarbeiter, die das Gesch&auml;ftsergebnis erarbeitet haben. Hier m&uuml;ssten endlich Regularien gefunden werden, die es einem profitablen Unternehmen untersagen, Arbeitspl&auml;tze abzubauen nur um die Renditeforderungen von &bdquo;Investoren&ldquo; zu befriedigen. Es gilt auch nochmals den Blick auf gro&szlig;e Investmentgesellschaften wie etwa Blackrock zu werfen und deren Einfluss auf derartige Entscheidungen. Dies w&auml;re ein Thema von hoher politischer Relevanz. Davon hat man aber bei den Sondierungsgespr&auml;chen f&uuml;r eine erneute gro&szlig;e Koalition nichts geh&ouml;rt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Lesen Sie dazu auch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41313\">Shareholder Value wird von einer noch schlimmeren Macht &uuml;berlagert: dem speziellen Einfluss einiger gro&szlig;er Fonds mit kleinen Aktienpaketen<\/a>&ldquo; und: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">Die neuen Herren der Weltwirtschaft<\/a>&ldquo;. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Das gef&auml;hrdet die Zukunft unserer Industrie<\/strong><br>\nMehr Lohn, flexiblere Arbeitszeiten und ein Extra-Entgelt bei Teilzeit: F&uuml;r die IG Metall ist Schluss mit der Bescheidenheit. Was sagen eigentlich die Arbeitgeber dazu?<br>\nSPIEGEL ONLINE: Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn, die 28-Stunden-Woche f&uuml;r eine gewisse Zeit und einen finanziellen Teilzeitausgleich. Welche Forderung regt Sie am meisten auf?<br>\nStefan Wolf: Ich rege mich nicht &uuml;ber diese Forderungen auf. Ich bin &uuml;ber alle Forderungen nur gleicherma&szlig;en verwundert, weil sie die Zukunft unserer Industrie gef&auml;hrden. Es ist Ma&szlig;halten angesagt. Wir haben wahnsinnige Herausforderungen zu bew&auml;ltigen: Die Fahrzeug- und Zuliefererindustrie arbeitet an neuen Antriebskonzepten, Betriebe m&uuml;ssen an die Digitalisierung denken und Produktionen komplett umbauen. Das kostet viel Geld. Die Investitionen sind notwendig, um langfristig Arbeitspl&auml;tze zu sichern.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Der Wirtschaft geht es richtig gut, an die Aktion&auml;re werden mehr als 18 Milliarden Euro ausgesch&uuml;ttet. Sollten die Arbeitnehmer nicht auch davon profitieren?<br>\nWolf: Wir haben ja immer gesagt, dass die Arbeitnehmer angemessen am Erfolg der Unternehmen beteiligt werden.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Aber sechs Prozent halten Sie f&uuml;r unangemessen?<br>\nWolf: Ich halte das f&uuml;r deutlich zu viel. Unser Angebot von zwei Prozent erscheint uns angemessen. Wir haben schon sehr hohe L&ouml;hne. In Baden-W&uuml;rttemberg liegen sie durchschnittlich bei 64.000 Euro brutto. (&hellip;)<br>\nSPIEGEL ONLINE: Sie haben den Fachkr&auml;ftemangel angesprochen. W&auml;re es nicht ein gutes Zeichen, auf die Forderungen der IG Metall einzugehen, damit die Unternehmen so attraktiv wie m&ouml;glich sind?<br>\nWolf: Wir sind heute schon sehr attraktiv, das sieht man daran, dass wir viele Bewerbungen haben &ndash; allein f&uuml;r Ausbildungspl&auml;tze in der Metall- und Elektroindustrie. Au&szlig;erdem gibt es ja bereits viele M&ouml;glichkeiten, die Arbeitszeiten zu reduzieren und sehr flexibel zu gestalten.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Aber wenn so viele Menschen bei Ihnen arbeiten wollen, wieso machen Sie sich dann Sorgen um den Fachkr&auml;ftemangel?<br>\nWolf: Weil es in Engpassberufen wenig Menschen am Arbeitsmarkt gibt, zum Beispiel in der Datenverarbeitung und EDV. Hier haben wir inzwischen viele offene Stellen, oft k&ouml;nnen wir diese mehr als ein halbes Jahr lang nicht besetzen.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Was ist mit denjenigen, die jetzt in Teilzeit arbeiten, aber gern wieder Vollzeit einsteigen m&ouml;chten?<br>\nWolf: Das wird im Regelfall in den Betrieben schon gemacht. Aber es geht ja nicht allen Betrieben gut. Wenn jemand in Teilzeit arbeitet und in einem Betrieb ist, in dem keine Arbeit in dem Ma&szlig;e zur Verf&uuml;gung steht, dann geht es manchmal nicht. Das sind aber Ausnahmen.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Von den Arbeitnehmern wird verlangt, so flexibel wie m&ouml;glich zu sein. Es gibt Leiharbeit, es gibt befristete Vertr&auml;ge, aber die Arbeitgeber ihrerseits str&auml;uben sich gegen mehr Flexibilit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/ig-metall-forderungen-was-sagen-die-arbeitgeber-dazu-a-1187466.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Doch mal ein interessantes Interview, da&szlig; die totale Widerspr&uuml;chlichkeit der Arbeitgeberpositionen vor Augen f&uuml;hrt: die Unternehmen br&uuml;sten sich mit Rekordgewinnen, fordern die Arbeitnehmer dennoch zum &bdquo;Ma&szlig;halten&ldquo; auf, und sch&uuml;tten gleichzeitig Rekorddividenden von 18 Milliarden Euro aus &ndash; warum sollen die Aktion&auml;re nicht mal &bdquo;ma&szlig;halten&ldquo;? Prozentuale Lohnerh&ouml;hungen sind nicht gew&uuml;nscht, weil &bdquo;wir [&hellip;] schon sehr hohe L&ouml;hne [haben]&ldquo; &ndash; ein interessantes Argument (auch noch mit Phantasiedurchschnittsl&ouml;hnen garniert), da&szlig; man gerne mal bei Managergeh&auml;ltern oder Gewinnaussch&uuml;ttungen sehen w&uuml;rde. Auch keine gute Antwort kommt auf die berechtigte Frage, &bdquo;Von den Arbeitnehmern wird verlangt, so flexibel wie m&ouml;glich zu sein. Es gibt Leiharbeit, es gibt befristete Vertr&auml;ge, aber die Arbeitgeber ihrerseits str&auml;uben sich gegen mehr Flexibilit&auml;t.&ldquo; &mdash; &bdquo;Wir sind heute schon sehr attraktiv, das sieht man daran, dass wir viele Bewerbungen haben&ldquo; &ndash; viele Bewerbungen, aber gleichzeitig Fachkr&auml;ftemangel? Das klingt etwas paradox&hellip; &bdquo;Das gef&auml;hrdet die Zukunft unserer Industrie&ldquo;, wenn die Aktion&auml;re, sagen wir, mal 10 oder 20 Prozent niedrigeres Dividenden erhalten und die Arbeitnehmer ein paar Prozent mehr? Ziemlich hohle Phrase&hellip; <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Trag&ouml;die in Gro&szlig;britanniens Krankenh&auml;usern<\/strong><br>\nKrebspatienten wird die Therapie gek&uuml;rzt, der staatliche Gesundheitsdienst kollabiert. Die britische Einheitsversicherung liefert ein abschreckendes Beispiel f&uuml;r Deutschland.<br>\nAls Notstandsgebiet der Medizin war Oxford bisher nicht bekannt. Umso mehr schreckt jetzt eine Nachricht aus einer renommierten Klinik in der englischen Universit&auml;tsstadt die Briten auf: Ein leitender Arzt hat dort angek&uuml;ndigt, Chemotherapie-Behandlungen f&uuml;r Krebspatienten m&uuml;ssten rationiert werden, weil das Krankenhaus zu wenige qualifizierte Pflegekr&auml;fte habe. &bdquo;Ich wei&szlig;, viele von uns werden sich schwer tun, diese &Auml;nderungen zu akzeptieren, aber unterm Strich ist die derzeitige Situation mit beschr&auml;nkten Mitarbeiterzahlen nicht nachhaltig&ldquo;, hei&szlig;t es in einer Mitteilung des Leiters der Onkologie-Abteilung.<br>\nHorrorgeschichten aus dem chronisch &uuml;berlasteten und unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienstleister National Health Service (NHS) sind die Briten gewohnt. (&hellip;)<br>\nEs hakt an allen Ecken und Enden<br>\nWenn es im NHS brennt, dann wird es f&uuml;r die Politiker in London brenzlig. Kein anderer Bereich des Staates steht so sehr im Blickpunkt der &Ouml;ffentlichkeit wie der Gesundheitsdienst. Der vor 70 Jahren gegr&uuml;ndete und f&uuml;r Patienten &bdquo;kostenlose&ldquo; NHS gilt Millionen von Briten trotz seiner Schw&auml;chen als die stolzeste Errungenschaft ihres Sozialstaates: Anders als in Deutschland wird der &ouml;ffentliche Gesundheitssektor im Vereinigten K&ouml;nigreich nicht &uuml;ber Sozialversicherungsbeitr&auml;ge der B&uuml;rger, sondern aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert. Doch es hakt an allen Ecken und Enden.<br>\nAngesichts der Katastrophenmeldungen aus den Krankenh&auml;usern hat eine Debatte &uuml;ber Reformen begonnen, die f&uuml;r Gro&szlig;britannien geradezu revolution&auml;r w&auml;ren: die Einf&uuml;hrung einer &bdquo;NHS-Steuer&ldquo;, mit deren Einnahmen ausschlie&szlig;lich das Gesundheitswesen finanziert werden soll. Faktisch w&auml;re dies ein Systemwechsel &ndash; weg von der Steuerfinanzierung, hin in Richtung einer beitragsfinanzierten staatlichen Krankenversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/die-britische-einheitsversicherung-als-negativbeispiel-fuer-deutschland-15388429.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein ganz bizarres St&uuml;ck Propaganda gegen die B&uuml;rgerversicherung, oder so &auml;hnlich; der Bezug wird nur k&uuml;nstlich herbeikonstruiert. Wie die FAZ selber schreibt (!), wird der NHS keineswegs aus Versicherungsbeitr&auml;gen finanziert, sondern aus Steuermitteln, und zwar chronisch und vors&auml;tzlich unterfinanziert (die FAZ nennt 25 Prozent niedrigere Ausgaben als in Deutschland). Die Fachkr&auml;fte fehlen nicht, weil niemand Arzt oder Pfleger werden will, sondern weil &ldquo; aus Kostengr&uuml;nden zu wenig Fachkr&auml;fte ausgebildet wurden&ldquo;. Der Artikel stellt vielmehr deutlich dar, wie schlimm es um ein aus ideologischen Gr&uuml;nden kaputtgespartes Gesundheitssystem steht &ndash; das ist allerdings ein sinnvoller Bezug zu Deutschlands kaputtgesparten Krankenh&auml;usern und schlecht bezahlten Assistenz&auml;rzten und Krankenschwestern. Und ja, auch in Deutschland wird die Anzahl der &Auml;rzte k&uuml;nstlich knapp gehalten, indem man <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article167650819\/Warum-trotz-Aerztemangel-keine-neuen-Studienplaetze-entstehen.html\">trotz &Auml;rztemangel nicht mehr Studienpl&auml;tze schafft<\/a> &ndash; schlie&szlig;lich braucht der Staat das Geld f&uuml;r satte Steuergeschenke an die Reichsten der Reichen. Genauso wie in Gro&szlig;britannien. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Trump ist nur ein Symptom &ndash; Die M&auml;chte, die ihn erm&ouml;glichen, sind das Problem<\/strong><br>\nKann ein Leitartikel, in dem Bilanz gezogen werden soll zu Donald Trumps erstem Jahr im Wei&szlig;en Haus, genauso ausfallen wie zu anderen Themen? Nein, das geht nicht. Dieser Pr&auml;sident ist so anders als alle Vorg&auml;nger, er sprengt alle Ma&szlig;st&auml;be. Da muss auch die Bewertung anders ausfallen. Zum Beispiel so: Eigentlich h&auml;tten die amerikanischen W&auml;hler schon bei George W. Bush erkennen k&ouml;nnen, dass es nicht egal ist, ob sie v&ouml;llig ungeeignete Bewerber in das machtvollste politische Amt auf diesem Globus w&auml;hlen. Das hat leider nicht funktioniert. Vielleicht musste es deswegen eine Katastrophe wie Trump geben, damit mehr B&uuml;rger diese Lektion endlich lernen. Bush junior hat v&ouml;lkerrechtswidrig einen Krieg im Irak begonnen. Es wurden Foltergef&auml;ngnisse geschaffen, in denen kein Recht mehr existierte. Die Folgen dieser gewissenlosen Milit&auml;rinvasion sind heute, 15 Jahre sp&auml;ter, weltweit zu sp&uuml;ren. Es g&auml;be heute weder den Islamischen Staat (IS) noch &uuml;ber die halbe Welt verteilte Terrornetzwerke, h&auml;tte es den Irak-Krieg und die verheerende Statthalterpolitik dort nicht gegeben. Ginge es mit rechten Dingen zu, m&uuml;ssten sich Bush und noch einige weiteren Figuren vor einem internationalen Strafgerichtshof verantworten. Doch wer dachte, noch tiefer k&ouml;nnte die politische F&uuml;hrung der Weltmacht USA nicht sinken, sieht sich nun get&auml;uscht. Viele kluge Zeitgenossen haben bereits staunend gestanden, sie h&auml;tten nie gedacht, dass sie sich je Bush zur&uuml;ckw&uuml;nschen k&ouml;nnten. Trump hat das geschafft. [&hellip;]<br>\nDieses System ist krank. Die USA sind eines der Musterl&auml;nder der Demokratie. Doch die Art, wie letztlich eine Klasse der Superreichen entscheidet, wer unter ihnen Pr&auml;sident werden darf, hat die demokratische Idee ad absurdum gef&uuml;hrt. Diese Finanzelite hat sich die Welt untertan gemacht. Wer die Demokratie retten wollte, m&uuml;sste hier ansetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/1.7119455\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G. G.:<\/strong> Eigentlich habe ich erwartet, dass zum einj&auml;hrigen &bdquo;Dienst-Jubil&auml;um&ldquo; des US-Pr&auml;sidenten Donald Trump nur personenbezogene Geschichtchen &uuml;ber den &bdquo;schr&auml;gen Typen im Wei&szlig;en Haus&ldquo; durch den Bl&auml;tter-Wald rauschen und auch die &uuml;brigen Medien keine Analyse der ganzen Geschichte dieser Pr&auml;sidentschaft zustande bringen. Also letztlich nur Halb-Wahrheiten &ndash; sind diese eigentlich nicht auch nur Fake News? &ndash; verbreiten. Aber dann diese &Uuml;berraschung: Ein Leitartikel, der die ganze Geschichte erz&auml;hlt und nichts anderes darstellt, als kritisch-hinterfragenden Journalismus, wie er eben f&uuml;r eine funktionierende Demokratie &uuml;berlebensnotwendig ist. Absolut lesenswert! <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Show mer mal<\/strong><br>\nDie US-Amerikaner haben die Schnauze voll von ihrer politischen Kaste. Mindestens seit Richard Nixon halten sie ihre Polit-Eliten f&uuml;r korrupt und durchtrieben. Mit Anti-Elitarismus punktet man dort ganz sicher in jeder Runde. Manchmal auch bei Pr&auml;sidentschaftswahlen, wie man 2016 gesehen hat. Dass Trump ins Amt gelangte, hat massiv mit seiner Haltung zu den Eliten zu tun, zu denen er zwar auch geh&ouml;rt, die er aber ablehnte und denen er den Kampf ansagte. Aus derselben Haltung heraus suchen nun auch die Demokraten jemanden, der unverd&auml;chtig daherkommt. Der sich noch nicht zu sehr in der Parteiendespotie verhedderte.<br>\nOprah ist die andere Seite dieser Haltung, die sich gegen die Eliten richtet. Sie ist als potenzielle Kandidatin das Produkt eines politisch-moralischen Niedergangs, den die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten durchleben. Und sie ist das Erzeugnis einer Staatsform, die sich Demokratie nennt, aber eigentlich nur noch Postdemokratie ist. Und so soll es das Showbiz nun richten. Und das passt ja auch, denn postdemokratische Politik geht so: Hinter den Kulissen Lobbypolitik, auf der B&uuml;hne ein Entertainer, jemand der sympathisch durch den Abend f&uuml;hrt.<br>\nBei uns hier in Deutschland &uuml;bernehmen diesen Part noch die Parteif&uuml;hrungen selbst. Sie versuchen sich in Entertainment. Ziemlich sicher ist nur, dass sie irgendwann auch outsourcen und das Showbiz mit ins Boot holen werden. Bis dahin werden noch Wetten angenommen: Wird Helene Fischer Kandidatin der Union oder der Sozialdemokraten?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1076517.usa-nach-den-golden-globes-show-mer-mal.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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