{"id":4210,"date":"2009-09-22T16:07:28","date_gmt":"2009-09-22T14:07:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4210"},"modified":"2014-01-23T12:41:37","modified_gmt":"2014-01-23T11:41:37","slug":"mit-einschnitten-und-steuern-zahlen-wir-fuer-die-rettung-von-banken-und-fonds-durch-merkel-und-steinbrueck-finanzkrise-xxviii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4210","title":{"rendered":"Mit Einschnitten und Steuern zahlen wir f\u00fcr die Rettung von Banken und Fonds  durch Merkel und Steinbr\u00fcck (Finanzkrise XXVIII)"},"content":{"rendered":"<p>Bundesfinanzminister Steinbr&uuml;ck und Wirtschaftsminister Guttenberg haben bei Anne Will am Sonntag zu verstehen gegeben, dass nach der Wahl mit Einschnitten und h&ouml;heren Belastungen gerechnet werden muss. Dass das steigende Staatsdefizit nicht nur der schlechten Konjunktur, sondern vor allem den gro&szlig;z&uuml;gigen Zahlungen an Banken, an erster Stelle an die HRE, zu verdanken ist und dass diese Zahlungen  internationalen und nationalen Banken und Fonds zugute kommen, sagen die beiden nicht. Und auch die meisten Medien fragen nicht kritisch nach, sondern r&uuml;hmen die Bew&auml;ltigung der Finanzkrise durch Merkel und Steinbr&uuml;ck. Wir werden uns&auml;glich belogen. Um dies zu erfassen, ist es gut, sich eine Dokumentation im Tagesspiegel vom 13. September noch einmal vorzunehmen. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>Angela Merkel wie auch Steinbr&uuml;ck haben den Banken-Rettungsschirm mit seinen 480 Milliarden und die tats&auml;chlich gezahlten und garantierten Milliarden damit begr&uuml;ndet, jede Bank sei &bdquo;systemrelevant&ldquo;. Ich nenne das die teuerste Meinungsmache aller Zeiten (siehe hier auf <a href=\"?page_id=4138\">Seite 12 der Einf&uuml;hrung zu &bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a>). Angela Merkel hat auch behauptet, man habe nicht die Banken, sondern die B&uuml;rger retten wollen. Das haben viele geglaubt, weil sie dem Wort einer Bundeskanzlerin trauen.<br>\nWie wenig das berechtigt ist, zeigen die Dokumentation Harald Schumanns mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Finanzen-Hypo-Real-Estate-Finanzkrise-Bankenkrise;art130,2898376\">&bdquo;Die Geretteten&ldquo;<\/a> und sein gleichzeitig erschienener Beitrag <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Hypo-Real-Estate-Finanzkrise-Bankenkrise;art122,2898392?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Hypo Real Estate &ndash; Bilanz des Schreckens<\/a>.<br>\nEr ist im Besitz eines Papiers der Deutschen Bundesbank mit den Listen der Gl&auml;ubiger der Hypo Real Estate (HRE) und ihren Forderungen an dieses von der Bundesregierung &uuml;ber den Rettungsfond gerettete Bankinstitut. Auf der Basis dieses Papiers haben Steinbr&uuml;ck und Merkel in der Nacht vom 28. auf den 29. September 2008 entschieden, die private HRE zu retten.<\/p><p>Ich zitiere aus Schumanns Beitrag: <\/p><blockquote><p>F&uuml;r die Sanierung der Pleitebank HRE flie&szlig;en zweistellige Milliardensummen aus Steuergeldern. Aber die Regierung h&auml;lt die Namen der Kreditgeber geheim, die auf Staatskosten freigekauft wurden. Die B&uuml;rger m&uuml;ssen zahlen, aber f&uuml;r wen, das sollen sie nicht wissen. Wir dokumentieren die Liste der Geretteten &ndash; die bisher keinen Cent zur Rettung beitragen m&uuml;ssen. <\/p>\n<p>Japans Bauern und ihre Genossenschaften sind noch mal davongekommen. Zweieinhalb Milliarden Euro hatte die Norinchukin Bank, das Zentralinstitut der japanischen Genossenschaftsbanken, bei der Depfa plc im irischen Dublin geparkt, als diese im September 2008 ihren Mutterkonzern, die Hypo Real Estate Holding (HRE), an den Rand der Pleite gewirtschaftet hatte. W&auml;re es dazu gekommen, w&auml;re ein gro&szlig;er Teil der Milliardeneinlage gewiss verloren gewesen. <\/p>\n<p>Das gleiche Problem hatte die italienische Gro&szlig;bank Unicredit. Auch deren Tochter Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der Allianz AG und Hunderten weiterer Gl&auml;ubiger der HRE im In- und Ausland. Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie hatten ohne Pr&uuml;fung und &bdquo;unbesichert&ldquo;, also ohne R&uuml;ckgriff auf andere Wertpapiere oder Immobilien f&uuml;r den Fall der Insolvenz, ihr Geld zu guten Zinsen an die HRE verliehen. Weit mehr als 100 Milliarden Euro, davon 83 Milliarden nur f&uuml;r Tage und Wochen, hatte die HRE so bei Finanzinstitutionen aller Art eingesammelt.<\/p><\/blockquote><p>Die Bundesregierung hat die Liste, aus der sich ergibt, dass nicht die B&uuml;rger, sondern ein obskurer Strau&szlig; von Banken, Versicherungen und Fonds gerettet wurde, f&uuml;r geheim erkl&auml;rt. Das hat sie mit Bedacht erkl&auml;rt. Wenn man n&auml;mlich diese Liste durchgeht, dann erkennt man unschwer, dass wir von den damals Verantwortlichen auf &uuml;ble Weise angeschwindelt worden sind. Es sind nicht vor allem &bdquo;Renten-, Sozialversicherungen und Kirchenkassen&ldquo; gerettet worden, wie der Leiter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Hannes Rehm, behauptet hat. Gerettet wurden die unbesicherten Geldmarktaufnahmen und Darlehen (mit kurzer Laufzeit von unter einem Jahr) von ausl&auml;ndischen Banken im Wert von 23,3 Milliarden und sonstigen ausl&auml;ndischen Institutionen im Wert von 15,3 Milliarden. Gerettet worden sind die Forderungen der Deutschen Bank, der HypoVereinsbank, der Bayerischen Landesbank, von AXA, Debeka usw.  &ndash; Einige von diesen zahlen schon wieder Dividenden und Boni. Wir als Steuerzahler sind von Angela Merkel und Peer Steinbr&uuml;ck zu den Finanzierern dieser Profiteure gemacht worden, und wir werden als B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger daf&uuml;r bluten m&uuml;ssen, indem die notwendigen &ouml;ffentlichen Leistungen f&uuml;r Sicherheit, f&uuml;r Schulen, f&uuml;r Soziales, f&uuml;r Jugendarbeit und so weiter heruntergefahren werden. Das nennt man dann Einschnitte.<\/p><p>Es ist dringend zu empfehlen, die Beitr&auml;ge des Tagesspiegel vom 13. September einem breiteren Kreis von Menschen noch vor der Bundestagswahl zur Kenntnis zu geben. Drucken Sie bitte diese Artikel einschlie&szlig;lich der Listen und dieses NachDenkSeiten-Beitrags aus und sprechen Sie mit anderen dar&uuml;ber.<\/p><p>Das ist wirklich wichtig, um ein Gegengewicht gegen die Lobeshymnen zu bilden, die zurzeit insbesondere auf Merkel und Steinbr&uuml;ck angestimmt werden. Von zweien, einem Beitrag in der<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/366\/487769\/text\/print.html\"> S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/a> und einem in der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/39\/Rueckblick\">Zeit<\/a>, haben wir vor kurzem berichtet. In der SZ wurde geschw&auml;rmt: &bdquo;Wie Steinbr&uuml;ck und Merkel die gr&ouml;&szlig;te Finanzkrise der letzten Jahrzehnte ausgeschaukelt haben, ist bemerkenswert&ldquo;.<\/p><p>Nichts ist bemerkenswert. Wir werden f&uuml;r das &bdquo;Ausschaukeln&ldquo; mit Einschnitten und neuen Belastungen zahlen m&uuml;ssen. Da ist nicht die Krise &bdquo;ausgeschaukelt&ldquo; worden, sondern wir sind verschaukelt worden &ndash; zu Gunsten der internationalen Finanzwelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesfinanzminister Steinbr&uuml;ck und Wirtschaftsminister Guttenberg haben bei Anne Will am Sonntag zu verstehen gegeben, dass nach der Wahl mit Einschnitten und h&ouml;heren Belastungen gerechnet werden muss. Dass das steigende Staatsdefizit nicht nur der schlechten Konjunktur, sondern vor allem den gro&szlig;z&uuml;gigen Zahlungen an Banken, an erster Stelle an die HRE, zu verdanken ist und dass diese<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4210\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,50,11],"tags":[241,225,472,325,253,471,348],"class_list":["post-4210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-finanzkrise","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bankenrettung","tag-hre","tag-schumann-harald","tag-staatsschulden","tag-steinbrueck-peer","tag-systemrelevanz","tag-von-und-zu-guttenberg-karl-theodor"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4210"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20184,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4210\/revisions\/20184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}