{"id":4223,"date":"2009-09-26T19:35:48","date_gmt":"2009-09-26T17:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4223"},"modified":"2014-01-23T12:33:14","modified_gmt":"2014-01-23T11:33:14","slug":"nachtraege-zu-unseren-letzten-beitraegen-zur-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4223","title":{"rendered":"Nachtr\u00e4ge zu unseren letzten Beitr\u00e4gen zur Wahl"},"content":{"rendered":"<p>Der Wahlkampf endet mit ein paar leicht erkennbaren Kampagne-Elementen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Hans-Ulrich Joerges versucht noch schnell, der SPD beim Wahlziel auf die Spr&uuml;nge zu helfen: Pro Gro&szlig;e Koalition und Steinbr&uuml;ck Scholz und Co.<\/strong>\n<p>Ein Leser der NachDenkSeiten macht uns auf ein gut gemachtes Video aufmerksam. Hier seine Mail:<\/p>\n<blockquote><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\nleider hatten Sie wieder einmal recht bez&uuml;glich der d&uuml;steren politischen Aussichten nach der Wahl. Falls es f&uuml;r schwarz-gelb nicht reicht wird die Meinungsmachemaschinerie bereits warm gefahren. Man darf sicher sein, dass die Herren Steinmeier, Steinbr&uuml;ck &amp; Co sich nicht zweimal bitten lassen werden. Auch wenn dies, das endg&uuml;ltige Aus f&uuml;r die SPD als ernst zunehmende politische Kraft bedeutet. Hier:<br>\n<a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wahl-2009\/umfrage\/stern-rtl-wahltrend-extra-union-faellt-auf-33-prozent-1511016-video.html\">Genossen, steht zu Schwarz-Rot!<\/a><br>\nFrank-Walter Steinmeier wird Kanzler? Glaubt doch kein Mensch mehr. Die SPD muss offensiv f&uuml;r eine Gro&szlig;e Koalition werben &ndash; mit den Herren Steinbr&uuml;ck, Scholz und Gabriel.<br>\nSagt Hans-Ulrich J&ouml;rges.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Der Stern hatte &uuml;brigens schon am Donnerstag auf die zu erwartende Wahlinterpretation (&bdquo;Ab 30 Prozent w&uuml;rde Steinmeier die Niederlage glattweg bestreiten.&ldquo;) hingewiesen. Ein lesenswerter Beitrag:<\/strong>\n<p><strong>&ldquo;Merkeln&rdquo; durch das Wahlkampf-Finale<\/strong><br>\nAngela Merkel ist so entr&uuml;ckt, dass selbst Helmut Kohl nichts Originelles einf&auml;llt. Sie weilt auf dem Gipfel in Pittsburgh, Steinmeier in der Provinz. Es sind die letzten Tage des Wahlkampfs. stern-Redakteure bewerten die Auftritte.<br>\n[&hellip;]<br>\nMerkel trifft am Sonnabend in Pittsburgh Obama, <strong>Frank-Walter Steinmeier<\/strong> trifft am Sonnabend in Detmold Guntram Schneider. Der letzte Tag des Bundestagswahlkampfes 2009 bringt die ganze Veranstaltung noch einmal auf den Punkt: Merkel ist die Nummer 1, Steinmeier die Nummer 2, sie ist Kanzlerin, er ist Vizekanzler. Steinmeier kommt einfach nicht an Merkel vorbei. Er hat keine Partner, mit deren Hilfe er die gute Frau aus ihrem Amt verdr&auml;ngen kann. Offen ist nur noch, mit welchem Ergebnis die SPD die Wahl verliert: mit 24 Prozent (GAU), 26 Prozent (Katastrophe) oder 28 Prozent (Problem). Ab 30 Prozent w&uuml;rde Steinmeier die Niederlage glattweg bestreiten.<br>\nW&auml;hrend Merkel also in den USA auf dem G-20-Gipfel &uuml;ber die Rettung der Welt verhandelt, beendet Steinmeier seinen aussichtslosen Wahlkampf in seiner Geburtsstadt Detmold mit einer Veranstaltung auf dem Theaterplatz. An der Kundgebung teilnehmen wird unter anderem der SPD-Bundestagskandidat Guntram Schneider aus dem benachbarten Bielefeld. Wenn Steinmeier allerdings k&ouml;nnte, wie er wollte, w&uuml;rde er seinen Wahlkampf einfach fortsetzen. Er ist ja pl&ouml;tzlich auf den Geschmack gekommen. Er f&uuml;hlt sich jetzt als richtiger Politiker. Er tr&auml;umt sogar von einer Karriere als Parteipolitiker.<br>\nFans, Unterst&uuml;tzer und Mitglieder der SPD, hinsetzen und tief durchatmen: Frank-Walter Steinmeier ist offenbar entschlossen, neuer Parteivorsitzender und neuer Fraktionschef im Bundestag zu werden. Nein, nein, kein Scherz! Das ist der Zustand der SPD im Herbst 2009 nach einem denkw&uuml;rdigen Wahlkampf.<br>\n[&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wahl-2009\/kandidaten\/obamameter-merkeln-durch-das-wahlkampf-finale-1510849.html\">Stern<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Rundum unkritisch wird der Auftritt und angebliche Erfolg der deutschen Seite in Pittsburgh berichtet und interpretiert.<\/strong>\n<p>Steinbr&uuml;ck hatte vor dem Gipfel einen Konflikt mit den Briten und den USA inszeniert. (Siehe dazu unsere fr&uuml;heren Beitr&auml;ge, <a href=\"?p=4213\">z.B. hier<\/a>) Jetzt stellen sich Merkel und Steinbr&uuml;ck als vereinte Sieger dar, &uuml;brigens auch mit der hoch problematischen Forderung nach einer &bdquo;Exit-Strategie&ldquo; aus den Besch&auml;ftigungsprogrammen. Sie tun so, als w&auml;re unser Problem, dass wir demn&auml;chst eine boomende Wirtschaft haben werden. Sie setzen ganz auf die in Deutschland &uuml;bliche Inflationsangst. Diese beiden Personen haben wirklich in wirtschaftspolitischen Dingen keinen Hang zum sachlich notwendigen. Die zu erwartende Erh&ouml;hung der Arbeitslosigkeit durch Entlassungen nach der Wahl bedr&uuml;ckt unser F&uuml;hrungspersonal nicht.<\/p><\/li>\n<li><strong>In mehreren Printmedien wird noch einmal die Behauptung unterf&uuml;ttert, es sei richtig gewesen, die HRE vollst&auml;ndig zu retten.<\/strong><br>\nHier zum Beispiel in der Frankfurter Rundschau gleich drei Artikel: \n<p><strong>Chronologie der HRE-Rettung<\/strong><br>\n&ldquo;Ansonsten steht am Montag keine deutsche Bank mehr&rdquo;<br>\nDie Hypo Real Estate wurde buchst&auml;blich in letzter Minute gerettet. Aus einem 16-seitigen Vermerk der Finanzaufsicht Bafin, welcher der FR vorliegt, geht die Dramatik des Verhandlungs-Wochenendes hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1972438&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><strong>Fragen und Antworten zur HRE<\/strong><br>\nDie Profiteure haben Namen<br>\nVon Antje Sch&uuml;ddemage und Bernd Salzmann<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1971871&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><strong>HRE-Verstaatlichung<\/strong><br>\nDer St&uuml;tzungsfall<br>\nVon Thomas Magenheim und Bernd Salzmann<br>\nPolitik, Aufsicht und Finanzindustrie hatten vor genau einem Jahr die Wahl. Sollten sie, wie wenige Tage zuvor in &Uuml;bersee mit der US-Investmentbank Lehman Brothers geschehen, eine gro&szlig;e Bank in Deutschland pleitegehen lassen oder sie in einer konzertierten Aktion retten. Wegen unkalkulierbarer Risiken f&uuml;r das gesamte Finanzsystem entschieden sie sich in letzter Minute daf&uuml;r, die Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) mit Milliardenbetr&auml;gen zu st&uuml;tzen. Zw&ouml;lf Monate sp&auml;ter sorgen die M&uuml;nchner immer mal wieder f&uuml;r negative Schlagzeilen. Doch so langsam kommen sie mit Hilfe des Staates wieder auf die Beine.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/1971910_HRE-Verstaatlichung-Der-Stuetzungsfall.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong> Das ist alles nicht sonderlich neu. Und der mit kritischen Daten gef&uuml;llte kurze Artikel zu den Profiteuren h&auml;tte eigentlich auch die Frage ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, ob die Behauptung, am Montag stehe keine deutsche Bank mehr, wenn die HRE in die Insolvenz gehen w&uuml;rde, richtig gewesen sei. Wegen 1,81 Milliarden &euro; verlorener Forderungen an die HRE w&auml;re die Deutsche Bank nicht eingegangen, die Postbank nicht wegen 0,98 Milliarden, die Bayern LB nicht wegen 2,12 Milliarden und die italienische UniCredit nicht wegen 2,02. Das war Panikmache zulasten von uns Steuerzahlern.<br>\nIm Artikel mit dem Titel &bdquo;St&uuml;tzungsfall&ldquo; wird aus meiner Sicht trotz aller Skepsis zu viel Hoffnung gemacht, dass die Rettung gut gehen k&ouml;nnte und uns letztlich nicht so viel kosten w&uuml;rde. Eines der hohen Risiken wird in einen ziemlich lapidaren Absatz gepackt. Da wird &uuml;ber die T&auml;tigkeit und Sanierungsstrategie des HRE-Chefs Axel Wieandt, eines Z&ouml;glings von Ackermann, berichtet und dann hei&szlig;t es: <\/p>\n<p>&bdquo;Nach knapp 5,5 Milliarden Euro Verlust 2008 erwartet PWC dieses Jahr vor Steuern zun&auml;chst weitere 2,6 Milliarden Euro Miese bei der HRE. F&uuml;r 2010 und 2011 kalkulieren die Experten nochmals mit jeweils 1,6 Milliarden Euro Defizit. F&uuml;r die folgenden Jahre bis 2019 kalkulieren die Pr&uuml;fer mit addiert 3,4 Milliarden Euro Gewinn.<\/p>\n<p>Voraussetzung daf&uuml;r ist unter anderem die Bildung einer eigenen Bad Bank, die die HRE noch 2009 beim Soffin anmelden will, um Risikopapiere aus der 389 Milliarden Euro schweren Bilanz auszulagern. Ein Portfolio, bestehend aus Wertpapieren und Immobilienkrediten im Volumen von 200 Milliarden Euro oder mehr, k&ouml;nnte in der Bad Bank landen, sch&auml;tzen Insider. Wie die Endbilanz der HRE einmal aussehen k&ouml;nnte, kann derzeit niemand seri&ouml;s absch&auml;tzen.&ldquo;<\/p>\n<p>So lautet der Text in der elektronischen Fassung. In der gedruckten Fassung ist es noch ein bisschen lapidarer. Interpretieren wir diesen Text einmal: Da wird eine Prognose &uuml;ber einen Gewinn von 3,4 (!) Milliarden &euro; bis 2019 gemacht und im n&auml;chsten Absatz berichten sie dann, Voraussetzung daf&uuml;r sei aber, dass 200 (!) Milliarden &euro; schlechte Risiken in eine Bad Bank ausgelagert werden. Im Kern zulasten des Staates. Wenn das so geht, dann m&ouml;chten wir doch alle Bankiers sein.<br>\nSchade dass die Frankfurter Rundschau &ndash; wie andere Bl&auml;tter auch &ndash; so oberfl&auml;chlich &uuml;ber diese Fakten hinweg huscht. Ziel ist offensichtlich, unsere finanzpolitische F&uuml;hrungsspitze um Merkel und Steinbr&uuml;ck in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Sie haben uns schlie&szlig;lich die Milliardenlast der HRE eingebrockt.<br>\nEine r&uuml;hmliche Ausnahme war bei diesem Thema der Berliner Tagesspiegel. <a href=\"?p=4210\">Siehe unseren Beitrag dazu.<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wahlumfragen<br>\nMerkel muss um Schwarz-Gelb zittern<\/strong><br>\nDie Bundestagswahl am Sonntag ger&auml;t zum Kopf-an-Kopf-Rennen, der schwarz-gelbe Vorsprung vor Rot-Rot-Gr&uuml;n schmilzt stetig. Einer neuen Umfrage zufolge k&ouml;nnte es sogar einen Gleichstand zwischen den Lagern geben.<br>\nBerlin &ndash; Unmittelbar vor der rechnet die Mehrzahl der Wahlforscher und Experten mit einem knappen Wahlausgang. Nach den letzten Befragungen der gro&szlig;en Institute gehen Union (um 35 Prozent) und FDP (13 bis 14) mit einem Vorsprung in die Wahl. SPD (24 bis 26), Linke (10 bis 11,5) und Gr&uuml;ne (10 bis 11) liegen addiert allerdings nicht weit dahinter.<br>\nNach dem am Freitag ver&ouml;ffentlichten Forsa-&ldquo;Wahltrend&rdquo; f&uuml;r RTL und &ldquo;Stern&rdquo; k&ouml;nnte es sogar einen Gleichstand geben: Union und FDP liegen demnach gemeinsam nur noch bei 47 Prozent und damit gleichauf mit SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei, die zusammen ebenfalls mit 47 Prozent rechnen k&ouml;nnten.<br>\nNach der neuen Forsa-Umfrage verliert die Union im Schlussspurt zwei Punkte und kommt auf 33 Prozent. Die FDP legte erneut einen Punkt auf 14 Prozent zu. Die SPD verliert im Vergleich zum Wochenanfang einen Punkt und liegt bei 25 Prozent. Die Gr&uuml;nen b&uuml;&szlig;en einen Punkt auf 10 Prozent ein. Hingegen legt die Linkspartei um zwei Punkte auf 12 Prozent zu. 26 Prozent der W&auml;hler seien noch unentschlossen, f&uuml;r wen sie am Wahltag stimmen sollten, teilte RTL mit.<br>\nLediglich die f&uuml;r das ZDF arbeitende Forschungsgruppe Wahlen ging am Freitag fest von einem Sieg f&uuml;r Union und FDP aus. &ldquo;Es gibt keine Trendumkehr&rdquo;, sagte Institutschef Matthias Jung dem &ldquo;Tagesspiegel&rdquo;. Schwarz-Gelb werde eine knappe, aber sichere Mehrheit gewinnen, die SPD dagegen mit maximal 25 Prozent ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis im Bund einfahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-651446,00.html\">SpiegelOnline<\/a>\n<p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Durchweg Kaffeesatzleserei. Man fragt sich, was f&uuml;r einf&auml;ltige Medien wir haben. Sie machen dieses Spiel immer wieder neu und unentwegt mit. Am Wahlabend stellen sie dann stets fest, dass sich die Umfrageinstitute leider get&auml;uscht haben. <\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wahlkampf endet mit ein paar leicht erkennbaren Kampagne-Elementen. 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