{"id":42254,"date":"2018-02-05T11:57:10","date_gmt":"2018-02-05T10:57:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42254"},"modified":"2019-03-20T23:38:53","modified_gmt":"2019-03-20T22:38:53","slug":"nabu-vs-nachdenkseiten-die-umweltschuetzer-schlagen-zurueck-koennen-dabei-aber-auch-nicht-ueberzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42254","title":{"rendered":"NABU vs. NachDenkSeiten \u2013 die Umweltsch\u00fctzer schlagen zur\u00fcck, k\u00f6nnen dabei aber auch nicht \u00fcberzeugen"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180130-Umweltschuetzer-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Der NABU will die deutsch-russische Ostseepipeline <em>Nord Stream 2<\/em> verhindern und ruft daf&uuml;r seine Anh&auml;nger zu einer Protestmail an &bdquo;Merkel, Schulz und Seehofer&ldquo; auf. Problematisch: Dieser Protest spielt den Interessen der USA und der amerikanischen &Ouml;l- und Gaswirtschaft in die H&auml;nde, die liebend gerne ihr Fracking-Gas nach Europa exportieren w&uuml;rde. Die NachDenkSeiten hatten diesen Widerspruch letzte Woche <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42151\">aufgegriffen<\/a> und zahlreiche unserer Leser haben sich beim NABU beschwert oder sind aus dem Verband ausgetreten. Mit (Teil)Erfolg. Ohne dies transparent zu machen, hat der NABU ganze Textpassagen seiner Kampagne ver&auml;ndert und die Beschwerden unserer Leser mit einem Formschreiben beantwortet. Parallel dazu hat Kim Detloff, Leiter Meeresschutz beim NABU, Kontakt zu den NachDenkSeiten aufgenommen und seine Version der Protestaktion geschildert. Wir wollen Ihnen beide Schreiben pr&auml;sentieren, nehmen jedoch auch kritisch dazu Stellung. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5732\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-42254-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=42254-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180205_NABU_vs_NachDenkSeiten_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Erg&auml;nzung der NABU-Aktionsseite<\/strong>\n<p>Nach dem Artikel hat der NABU seine <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/landingpages\/23740.html\">Kampagnenseite<\/a> zu <em>Nord Stream 2<\/em> &uuml;berarbeitet, ist durch erkl&auml;rende Textpassagen dankenswerterweise auf die Position der NachDenkSeiten eingegangen und hat dabei die eigenen Aussagen und Forderungen zumindest in Teilen pr&auml;zisiert und entsch&auml;rft. Sie k&ouml;nnen mit Hilfe der <em>Wayback Machine<\/em> selbst die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20180111140044\/https:\/\/www.nabu.de\/landingpages\/23740.html\">alte Version<\/a> mit der aktuellen Version vergleichen. Die NachDenkSeiten haben die neuen Passagen f&uuml;r Sie bei drei Beispielen farblich gekennzeichnet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu1-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu2-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180205_nabu3-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Es ist nat&uuml;rlich erfreulich und l&ouml;blich, dass der NABU zumindest in Teilen auf unsere Aufkl&auml;rung reagiert. Ein wenig &auml;rgerlich ist jedoch, dass dies so intransparent vor sich geht. Einige Leser haben sich beispielsweise gestern bei uns beschwert, dass unsere Aussagen doch inkorrekt seien, der NABU erkl&auml;re auf seiner Seite doch selbst, dass er z.B. Fracking-Gas aus den USA ebenfalls ablehne. Nun ja. Wir von den NachDenkSeiten machen &ndash; wie viele andere Publikationen auch &ndash; &Auml;nderungen stets als solche kenntlich. Aber dies kann man einem Umweltschutzverband, f&uuml;r den schlie&szlig;lich keine journalistischen Regeln gelten, nat&uuml;rlich nicht vorschreiben. Ein wenig schade ist jedoch, dass eben dieser Umweltschutzverband uns im Gegenzug einen mangelnden &bdquo;journalistischen Anspruch&ldquo; unterstellt und dabei so tut, als seien die Erg&auml;nzungen schon immer Bestandteil der Kampagne. Aber dar&uuml;ber sollen sich unsere Leser und die Anh&auml;nger des NABU ihr eigenes Bild machen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Formbrief des NABU<\/strong>\n<p>Zahlreiche unserer Leser haben uns die Antworten des NABU auf ihre Beschwerde-Mails weitergeleitet. Diese Antworten variieren meist nur in der Anschrift und im ersten Absatz, in dem kurz auf die Beschwerde eingegangen wird. Danach folgen Passagen aus einer Argumentationshilfe, einem Formbrief, der auch schwere Anschuldigungen gegen die NachDenkSeiten enth&auml;lt, dabei jedoch nicht auf unsere Argumente eingeht. Wir haben die Zeichensetzung aus dem Original 1:1 &uuml;bernommen und einige Stellen, die wir besonders interessant fanden, gefettet. <\/p>\n<blockquote><p>\nLiebe Frau Klein, Lieber Herr Klein,<br>\n&nbsp;<br>\nmit gro&szlig;em Unverst&auml;ndnis haben auch wir den Artikel auf der Webseite NachDenkSeiten zu Kenntnis genommen. Die darin formulierten Anschuldigungen <strong>zeugen leider von einer sehr oberfl&auml;chlichen und populistischen Betrachtung<\/strong> der NABU-Auseinandersetzung mit Projekt Nord Stream 2.<\/p>\n<p>Der NABU begleitet das Genehmigungsverfahren der Gaspipelineseit etwa einem Jahr und st&uuml;tzt sich bei seiner Ablehnung auf klimapolitischeund naturschutzfachliche Argumente, die in dem zitierten Artikel weitgehend ausgeblendetwerden. Ja, Nord Stream 2 ist auch von europapolitischer Bedeutung. Genaudeshalb haben wir diesen Punkt in unserem offenen Brief an die Bundeskanzlerin ebenfallsaufgegriffen. <strong>Klimapolitik und Energiesicherheit sollten nach unserer Meinung europ&auml;isch diskutiert und entschieden werden und nicht in nationalen Alleing&auml;ngen<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Autor des zitierten Artikels&nbsp; macht den NABU <strong>in diffamierender Weise<\/strong> zum Gehilfen einer in seinen Augen imperialistischen US-Politik und zum Lobbyistender amerikanischen Fracking-Industrie. Das <strong>ist haltlos und unsachlich<\/strong>. Es geht n&auml;mlich nicht um russisches oder amerikanisches Gas, sondern darum, dass Gas grunds&auml;tzlich kein Weg aus der Klimakrise ist. Fossile Energietr&auml;ger laufen derEnergiewende zuwider und konterkarieren die Ziele des PariserKlimaschutz&uuml;bereinkommens.<\/p>\n<p>Dass politische Positionierungen des NABU von anderen Akteuren f&uuml;r ihre Zwecke missbraucht werden verurteilen wir, k&ouml;nnen es jedoch leider nicht verhindern. Waren wir bei unserer ablehnenden Haltung gegen&uuml;berdem Freihandelsabkommen TTIP noch zu russlandfreundlich, so soll es beim Projekt Nord Stream 2 genau andersherum sein. Das wird der Komplexit&auml;t imNatur- und Umweltschutz nicht gerecht, ist <strong>im Denken zu eindimensional und gen&uuml;gt keineswegs journalistischem Anspruch<\/strong>. Nicht wir flankieren den amerikanischen Au&szlig;enminister, sondern dieser hat eine eigene, abweichende Motivation, sich gegen das Projekt zu positionieren, die nat&uuml;rlich kritisch hinterfragt werden darf.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen rufen wir an keiner Stelle zu einer Sanktionspolitik gegen Russland auf. Die bestehende Ostseepipeline wird Deutschland wohl noch f&uuml;r Jahrzehnte mit russischem Gas versorgen.<\/p>\n<p>Als NABU erwarten wir nicht, dass alle Menschen unsere Position teilen. Aber wir w&uuml;nschen uns, dass auch Kritiker sich mit unseren Argumenten auseinandersetzen. Wenn Sie auf unsere Kampagnenseite <a href=\"http:\/\/www.stopptnordstream2.de\">www.stopptnordstream2.de<\/a> gehen undden Offenen Brief lesen, werden Sie eine klare Herleitung unserer Argumentationerkennen: Klimaschutz, Naturschutz und dann auch die Frage der Europapolitik. Machen Sie sich bitte selbst ein Bild und seien Sie versichert, dass wir unsals NABU sehr klar an unsere Rolle als Naturschutzverband und unsere Vereinssatzunggebunden f&uuml;hlen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAnne B&ouml;hnke-Henrichs<br>\nReferentin Meeresschutz&#8232;NABU Bundesverband\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn der NABU &ndash; vollkommen zu Recht &ndash; fossile Energietr&auml;ger und hier insbesondere das Erdgas kritisiert und ein generelles Umdenken fordert, so ist es doch ein wenig seltsam, dass er diese generelle Forderung gerade an einem sehr konkreten Projekt aufh&auml;ngt und auf seiner Kampagnenseite den generellen Zusammenhang in den Hintergrund stellt. Dass der Text vom NABU Bundesverband dabei auf kein einziges unserer Argumente eingeht und stattdessen mit Verbalinjurien und Blendgranaten nur so um sich wirft, l&auml;sst ebenfalls tief blicken und ist keinesfalls geeignet, um unsere kritischen Leser zu &uuml;berzeugen. <\/p>\n<p>Geh&ouml;rt Russland etwa nicht zu Europa? Warum sollte ein Projekt, an dem neben Deutschland und Russland auch Frankreich, die Niederlande und Norwegen partizipieren, nicht &bdquo;europ&auml;isch diskutiert&ldquo; sein? Wir sind in unseren Artikeln zum Thema recht ausf&uuml;hrlich auf die Interessenkonflikte eingegangen. &bdquo;Oberfl&auml;chlich&ldquo; und &bdquo;populistisch&ldquo; ist da eher &ndash; mit Verlaub &ndash; das Schreiben des NABU. Auch die Aussage, &bdquo;der Autor&ldquo; mache den NABU &bdquo;in diffamierender Weise zum Gehilfen einer in seinen Augen imperialistischen US-Politik und zum Lobbyisten der amerikanischen Fracking-Industrie&ldquo; ist unzutreffend, betonen wir doch, dass es sich hierbei um eine &bdquo;indirekte&ldquo; Lobbyarbeit handelt, die den genannten Interessen in die H&auml;nde spielt. Der Begriff &bdquo;imperialistisch&ldquo; kommt in den Texten zum Thema &uuml;brigens &uuml;berhaupt nicht vor und wurde offenbar gew&auml;hlt, um den Artikel der NachDenkSeiten zu diffamieren. Dass man in einem derart unterkomplexen Antwortschreiben ausgerechnet uns mangelnde Komplexit&auml;t und Eindimensionalit&auml;t vorwirft, ist schon unfreiwillig komisch. Wir wollen uns nicht auf ein derartiges Niveau herablassen. Machen Sie sich ruhig Ihr eigenes Bild. <\/p>\n<p>Sind diese beiden verlinkten Hintergrundartikel zum Thema wirklich unterkomplex und eindimensional?<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26163\">Europa und der kalte Pipeline-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39374\">US-Angriff auf Nord Stream 2 &ndash; warum ist Merkel auf einmal so kleinlaut?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wei&szlig; der NABU nicht, dass solche Mails nat&uuml;rlich immer auch ihren Weg zu uns finden und wir solche haltlosen Frechheiten nicht auf uns sitzen lassen? Zum Gl&uuml;ck &ndash; f&uuml;r den NABU &ndash; gab es auch eine Mail an uns, die ein wenig differenzierter war und auf kindische Beleidigungen verzichtete &hellip;<\/p><\/li>\n<li><strong>Eine Mail an uns<\/strong><br>\n<blockquote><p>\nVon: &ldquo;Kim Detloff&rdquo;<br>\nAn: &ldquo;leserbriefe@nachdenkseiten.de&rdquo;<br>\nGesendet: 30.01.2018 18:04:23<br>\nBetreff: Ihr Artikel zu Nord Stream 2 und der Rolle der Umweltverb&auml;nde<\/p>\n<p>Sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p>\n<p>mit einigem Unverst&auml;ndnis habe ich den heutigen Artikel &ldquo;Wenn Umweltsch&uuml;tzer sich vor den Karren der Transatlantiker und der Fracking-Lobby spannen lassen&rdquo; gelesen.<\/p>\n<p>Wenngleich wir den Diskurs um das Projekt Nord Stream 2 bewusst eingegangen sind, so sind wir von der eindimensionalen Auseinandersetzung mit dem Thema bei ihnen doch entt&auml;uscht. Wir erwarten nicht, dass unsere Forderung von allen Menschen geteilt wird, es ist in der Tat eine schwierige, vielschichtige Debatte, aber ein wenig journalistischen Anspruch h&auml;tten wir uns gew&uuml;nscht. Warum greifen Sie sich allein die europapolitische Dimension heraus &ndash; die unbestritten da ist &ndash; aber gehen in keiner Weise auf unsere klimapolitischen und naturschutzfachlichen Argumente ein. Diese aber sind genau die Grundlage unseres Handelns und stehen bei unserer Kampagne <a href=\"http:\/\/www.stopptnordstream2.de\">www.stopptnordstream2.de<\/a> klar im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Uns geht es nicht darum woher das Erdgas kommt, sondern dass Gas leider nicht die klimafreundliche Br&uuml;ckentechnologie zur Bek&auml;mpfung des Klimawandels ist als die es zu oft dargestellt und verkauft wird. Es geht nicht um russisches Gas oder amerikanisches Fracking-Gas &ndash; beides ist eine Sackgasse und konterkariert die Pariser Klimaziele. Es geht nicht um pro USA und contra Russland, dieser Vorwurf wird leider in anderen Zusammenh&auml;ngen genau andersherum und zu inflation&auml;r ausgesprochen. Wer sich die M&uuml;he macht, unsere ausf&uuml;hrlichen Stellungnahmen oder auch die Hintergr&uuml;nde auf unserer Webseite zu lesen, erkennt das.<\/p>\n<p>Eine ganze Reihe ihrer Follower via facebook und twitter hat auch erkannt, dass Sie es sich mit ihrer Attacke auf den NABU und den WWF etwas zu leicht gemacht haben. Das gew&auml;hlte Flaggenmotiv hinterl&auml;sst bei mir pers&ouml;nlich sogar noch andere, viel traurigere Assoziationen. Wir w&uuml;rden es begr&uuml;&szlig;en, wenn Sie eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Projekt Nord Stream 2 auf ihrer Seite m&ouml;glich machen, sei es &uuml;ber einen weiteren Bericht, einen Leserbrief oder ein anderes Format. Wir stehen daf&uuml;r jederzeit gern zur Verf&uuml;gung.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Kim Detloff<\/p>\n<p>Dr. Kim Cornelius Detloff<br>\nLeiter Meeresschutz<br>\nHead of Marine Conservation\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Obgleich Kim Detloff im Kern auch die Argumentation des Formbriefs des NABU verwendet, versucht er zumindest einen Dialog zu erreichen. Auf diesen Brief antwortete ich ihm wie folgt &hellip;<\/p>\n<blockquote><p>\nVon: &ldquo;Jens Berger&rdquo;<br>\nAn: &ldquo;Kim Detloff&rdquo;<br>\nGesendet: 30.01.2018 18:50:15<br>\nBetreff: Re:Ihr Artikel zu Nord Stream 2 und der Rolle der Umweltverb&auml;nde<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Detloff,<\/p>\n<p>offensichtlich stammen die Formulierungen auf der Kampagnenseite nicht von Ihnen, da ich dort von Ihrem differenzierten Ansatz nicht viel finde. Dort rufen Sie zum Protest gegen &ldquo;Nord Stream 2&rdquo; und nicht zum Protest gegen die &ldquo;Br&uuml;ckentechnologie Gas&rdquo; auf. Es w&auml;re sicherlich auch hilfreich, wenn man die Diskussion um Nord Stream 2 auch einmal von der Frage nach dem Pro und dem Contra von fossilen Energietr&auml;gern abkoppeln w&uuml;rde, bei der ich Ihnen sicherlich auch in den allermeisten Punkten Recht geben w&uuml;rde. Den Akteuren, die Sie in Ihrer Formulierung Sch&uuml;tzenhilfe geben, geht es aber nicht um den Ersatz von fossiler durch regenerativer Energie, sondern um die Substitution von russischen Erdgaslieferungen durch LNG aus den USA und dem persischen Golf. Und hier f&auml;llt die Umweltbilanz &ndash; da werden Sie mir sicherlich Recht geben &ndash; noch wesentlich schlechter aus und auch klimapolitisch kann eine solche Substitution nicht in Ihrem Sinne sein. Warum erw&auml;hnen Sie diesen Aspekt in Ihrem Kampagnentext nicht einmal in einem Nebensatz?<\/p>\n<p>Wie Sie unschwer feststellen k&ouml;nnen, geht es im Artikel auf unserer Seite aber auch nicht prim&auml;r um die klimapolitischen Aspekte, sondern um die au&szlig;en-\/wirtschafts- und sicherheitspolitischen Aspekte, auf die Sie in ihrer Mail erstaunlicherweise nicht zu sprechen kommen. Eben diese Punkte f&uuml;hren Sie aber zentral in ihrem Kampagnenaufruf auf. Ihre Meinung dazu w&uuml;rde mich ja mal interessieren. Sie k&ouml;nnen dies doch nicht ausblenden, auch Klimapolitik spielt sich nicht im luftleeren Raum ab. Und wenn es Ihnen wirklich nicht um &ldquo;pro USA&rdquo; und &ldquo;contra Russland&rdquo; geht, warum greifen Sie dann in Ihrem Aufruf das&nbsp;transatlantische&nbsp;Vokabular auf? Da hilft es wenig, sich auf die &ldquo;Hintergr&uuml;nde auf Ihrer Webseite&rdquo; zu berufen. Die habe ich im Artikel selbst positiv gew&uuml;rdigt und bereits erw&auml;hnt, dass die kritisierten Formulierungen in den Hintergrundinformationen gar nicht vorkommen. Mir scheint es eher so, dass Ihre Abteilung f&uuml;r &Ouml;ffentlichkeitsarbeit (oder Ihr Vorstand?) den Naturwissenschaftlern in ihrem Verband durch eine eigenm&auml;chtige Formulierung einen B&auml;rendienst erwiesen haben.&nbsp;<\/p>\n<p>beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJens Berger\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Kim Detloff beantworte dies mit folgender Mail &hellip;<\/p>\n<blockquote><p>\nVon: &ldquo;Kim Detloff&rdquo;<br>\nAn: &ldquo;Jens Berger&rdquo;<br>\nGesendet: 31.01.2018 17:13:53<br>\nBetreff: Antwort:Re: Ihr Artikel zu Nord Stream 2 und der Rolle der Umweltverb&auml;nde<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p>\n<p>ich darf Ihnen mitteilen, dass ich f&uuml;r die Ausrichtung des vom NABU verschickten Offenen Briefs wie auch f&uuml;r die Kampagnenseite mit Verantwortung trage. In einem ihrer Punkte kann ich Ihnen Recht geben: Klima- und Umweltpolitik spielen sich nicht in einem luftleerem Raum ab. Genau deshalb haben wir neben unseren Kernargumenten aus Klima- und Naturschutz (Schwerpunkt der fachlichen Stellungnahmen) auch die europapolitische Komponente in unserer Kampagne adressiert. Weil es kaum zu trennen ist. Die europ&auml;ische Gasversorgung und die europ&auml;ische Klimapolitik geh&ouml;rt in europ&auml;ische Hand, dazu stehen wir.<\/p>\n<p>Den NABU jetzt als Gehilfen der US-Regierung und der amerikanischen Fracking-Industrie darzustellen ist haltlos. Wir positionieren uns schon lange gegen Fracking. Es geht wie schon geschrieben nicht um russisches oder amerikanisches Gas, sondern darum, dass Gas grunds&auml;tzlich kein Weg aus der Klimakrise ist. Fossile Energietr&auml;ger laufen der Energiewende zuwider und konterkarieren die Ziele des Pariser Klimaschutz&uuml;bereinkommens. Besonders in den entscheidenden n&auml;chsten 20 Jahren ist das Methan bis zu 87 Mal klimasch&auml;dlicher als CO2. Das hei&szlig;t, mit Gas erreichen wir das Pariser Klimaziel nicht. Weder mit Erd- noch mit Frackinggas. Wir m&uuml;ssen stattdessen weg von fossilen Energietr&auml;gern und zwar in allen Bereichen. Vermutlich wieder eine &Uuml;bereinstimmung?<\/p>\n<p>Dass politische Positionierungen des NABU von anderen Akteuren f&uuml;r ihre Zwecke missbraucht werden verurteilen wir, k&ouml;nnen es jedoch nicht verhindern. Waren wir bei unserer ablehnenden Haltung gegen&uuml;ber dem Freihandelsabkommen TTIP noch zu russlandfreundlich, so soll es beim Projekt Nord Stream 2 jetzt andersherum sein? Das wird der Komplexit&auml;t im Natur- und Umweltschutz nicht gerecht und ist im Denken zu eindimensional. Nicht wir flankieren die amerikanische Politik, sondern diese hat eine eigene, abweichende Motivation, sich gegen das Projekt zu wenden, die nat&uuml;rlich kritisch hinterfragt werden darf. Doch Sie werfen uns vor, die j&uuml;ngsten Aussagen des US-Au&szlig;enministers zu st&uuml;tzen, das ist einfach Quatsch. Ich habe leider das Gef&uuml;hl, Sie haben unseren offenen Brief von hinten gelesen, sich eine schnelle eigene Meinung gebildet und dann zur H&auml;lfte abgebrochen. Das ist schade.<\/p>\n<p>&Uuml;ber B&auml;rendienste brauchen wir nicht streiten. Aber unser Angebot steht noch immer, eine sachliche Debatte zu f&uuml;hren, auch um das geopolitische Gezanke, um Risiken f&uuml;r Umweltverb&auml;nde in der Besch&auml;ftigung mit Nord Stream 2. Nur leider haben Sie uns dazu bisher nicht die Gelegenheit gegeben. Immerhin haben wir bilateral einen ersten Versuch unternommen, der sicher auch f&uuml;r die Abonnenten ihrer Webseite eine M&ouml;glichkeit w&auml;re, sich ein differenziertes eigenes Bild zu machen. Bisher k&ouml;nnen sie das leider nicht.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nKim Detloff\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Man k&ouml;nnte diesen Disput wohl endlos fortf&uuml;hren. Der NABU stellt seine Aktion gegen <em>Nord Stream 2<\/em> als Positionierung gegen fossile Energietr&auml;ger dar, gesteht zwar ein, dass er nicht im luftleeren Raum agiert, erkennt jedoch die realpolitischen Folgen seines Handelns nicht. Auch wenn der NABU dies vehement abstreitet, erf&uuml;llt er mit dieser konkreten Aktion &ndash; wahrscheinlich ungewollt &ndash; die Vorfeldarbeit der US-Au&szlig;enpolitik und der Fracking-Lobby. Schade ist, dass dar&uuml;ber offenbar vom NABU noch nicht einmal im Ansatz eigenkritisch reflektiert wird. Stattdessen verweist man auf das &bdquo;gro&szlig;e Ganze&ldquo; und will lieber &uuml;ber die Energiewende als &uuml;ber konkrete realpolitische Aspekte sprechen. Das ist durchaus verst&auml;ndlich, schlie&szlig;lich geh&ouml;rt die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik nicht zu den Kernkompetenzen des NABU und streng genommen verlangt auch niemand von einem Umweltschutzverband sich &uuml;ber geostrategische Fragen den Kopf zu zerbrechen. Aber dann sollte sich der NABU auch nicht in Debatten einschalten, von denen er ganz offensichtlich nicht viel versteht und von denen er auch gar nichts wissen will. Bleibt zu hoffen, dass man aus dem Fehler gelernt hat und beim n&auml;chsten Mal ein wenig bedachter zur Sache geht.\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/45bc394d42f94ad8a37f37aea71404ee\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180130-Umweltschuetzer-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Der NABU will die deutsch-russische Ostseepipeline <em>Nord Stream 2<\/em> verhindern und ruft daf&uuml;r seine Anh&auml;nger zu einer Protestmail an &bdquo;Merkel, Schulz und Seehofer&ldquo; auf. Problematisch: Dieser Protest spielt den Interessen der USA und der amerikanischen &Ouml;l- und Gaswirtschaft in die H&auml;nde, die liebend gerne<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42254\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,162,123,178,176,30],"tags":[877,1710,878,1711,2258,2608,259,1556],"class_list":["post-42254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-energiepolitik","category-kampagnentarnworteneusprech","category-ressourcen","category-umweltpolitik","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-erdgas","tag-fossile-energie","tag-fracking","tag-klimaabkommen","tag-nabu","tag-nord-stream","tag-russland","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42254"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42254\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42264,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42254\/revisions\/42264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}