{"id":42266,"date":"2018-02-06T08:39:10","date_gmt":"2018-02-06T07:39:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42266"},"modified":"2019-03-31T12:34:40","modified_gmt":"2019-03-31T10:34:40","slug":"eine-kurze-geschichte-der-hiv-erkrankung-und-der-antiretroviralen-therapie-ein-nachtrag-aus-gegebenem-anlass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42266","title":{"rendered":"Eine kurze Geschichte der HIV-Erkrankung und der antiretroviralen Therapie- ein Nachtrag aus gegebenem Anlass"},"content":{"rendered":"<p>Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>. Eine Infektion mit dem HI-Virus ist die entscheidende Ursache von AIDS und es gibt seit 1996 eine wirksame antiretrovirale Therapie. Diese Tatsachen habe ich in meinem Artikel  &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544\">HIV-Infektionen und AIDS- ein Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland<\/a>&ldquo; ausf&uuml;hrlich dargestellt [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42266#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Trotz dieser eindeutigen Sachlage sind in j&uuml;ngster Zeit auch in verschiedenen linken Magazinen und Blogs Texte ver&ouml;ffentlicht worden, in denen das Gegenteil behauptet wird.<br>\n<!--more--><br>\nWenn es dabei nur um gegens&auml;tzliche Thesen eines wissenschaftlichen Disputes ginge, k&ouml;nnte man sich beruhigt zur&uuml;cklehnen und darauf warten, bis neue Erkenntnisse vielleicht eine Kl&auml;rung der Streitfragen bringen. So ist es aber nicht. Einen derartigen begr&uuml;ndeten Disput, den es vielleicht in den 1980er Jahren gegeben haben mag, gibt es unter &Auml;rzten und Wissenschaftlern, die die eindeutigen Forschungsergebnisse der letzten 25 Jahre &uuml;ber HIV und AIDS zur Kenntnis nehmen, schon lange nicht mehr.<\/p><p>Behauptungen wie die, dass HIV <strong>nicht<\/strong> die Ursache von AIDS sei und es keine effektive lebensverl&auml;ngernde antiretrovirale Therapie geben w&uuml;rde, sind nicht nur falsch, sondern auch irref&uuml;hrend und unverantwortlich, weil sie die von einer HIV-Erkrankung Betroffenen bei ihren Behandlungsentscheidungen verunsichern oder sogar davon abhalten k&ouml;nnen, eine f&uuml;r sie lebenserhaltende Therapie zu beginnen. Und sie k&ouml;nnen alle pr&auml;ventiven Bem&uuml;hungen zur Eind&auml;mmung von HIV und AIDS in Frage stellen, wie es in der Regierungszeit von Thabo Mbeki, dem Nachfolger von Nelson Mandela in S&uuml;dafrika, leider der Fall war, wie ich in meinem oben genannten Artikel dargestellt habe [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Deshalb m&ouml;chte ich derartigen Behauptungen in meinem vorliegenden Nachtrag entschieden widersprechen.  <\/p><p>Im Folgenden werde ich daher meine bisherigen Ausf&uuml;hrungen zum Thema[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] mit einem kurzen Abriss der Geschichte der HIV-Erkrankung und deren Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erg&auml;nzen. Dabei st&uuml;tze ich mich vor allem auf das Buch &bdquo;HIV 2016\/2017&ldquo;, das von Christian Hoffmann und J&uuml;rgen K. Rockstroh alle 2 Jahre in aktualisierter Form herausgegeben wird[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. An der letzten Ausgabe dieses Buches haben 39 ausgewiesene HIV-Spezialisten aus Deutschland und anderen L&auml;ndern mitgeschrieben. Das umfangreiche Werk, das einschlie&szlig;lich von vielen Bildtafeln mehr als 700 Seiten umfasst und Hunderte von aktuellen Literaturzitaten enth&auml;lt, gilt als ein wichtiges Fachbuch auf diesem Gebiet, ist in mehrere Sprachen &uuml;bersetzt worden, gut lesbar und kann kostenfrei im Internet angesehen und heruntergeladen werden. Mit Christian Hoffmann, einem der Herausgeber, habe ich viele Jahre lang erfolgreich zusammengearbeitet. <\/p><p>Zum anderen st&uuml;tzt sich mein Text auf meine pers&ouml;nlichen &auml;rztlichen Erfahrungen im Umgang mit etwa 1200 Patienten mit einer HIV-Erkrankung in den Jahren 1990 bis 2006 in einer Rehabilitationsklinik [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>][<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>][<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>][<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>][<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Darunter befanden sich etwa 500 AIDS-Patienten. <\/p><p>Und schlie&szlig;lich verweise ich bei einigen Argumenten auf das wichtige Buch von Seth Kalichman mit dem Titel &bdquo;Denying AIDS&ldquo; aus dem Jahre 2009, das leider nur in englischer Sprache ver&ouml;ffentlicht wurde [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]. Der englische Titel hat wohl eine gewollte doppelte Bedeutung: Einerseits bedeutet er &bdquo;AIDS leugnen&ldquo; und andererseits &bdquo;Hilfsmittel verweigern&ldquo;.<\/p><p>Seit der Entdeckung vor 35 Jahren hat das HI-Virus der Wissenschaft zahlreiche R&auml;tsel aufgegeben. Viele davon konnten jedoch in den vergangenen Jahrzehnten gel&ouml;st werden. Dazu geh&ouml;ren die Fragen: Woher kam das HI-Virus? Und: Wie konnte es die schlimmste Pandemie unserer Zeit ausl&ouml;sen? <\/p><p><strong>Ein Dokumentarfilm bringt Aufkl&auml;rung<\/strong><\/p><p>Wissenschaftler aus Belgien, den USA und dem Kongo haben gute Argumente daf&uuml;r, dass das HI-Virus in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im Herzen Afrikas (Kamerun) seinen Ursprung genommen hat. Dort ist HIV beim &Uuml;bergang des Simian Immunodefiency Virus (SIV) vom Schimpansen auf den Menschen entstanden.<\/p><p>&Uuml;ber mehrere Jahrzehnte konnte sich dann das HI-Virus bei den Menschen in Zentral- und Ostafrika unerkannt ausbreiten, bis die Erstbeschreibung von HIV\/AIDS Anfang der 1980er Jahre in den USA erfolgt ist. Die &auml;lteste bekannte HIV-positive Probe stammt aus dem Jahre 1959 aus Kinshasa im Kongo[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Man nimmt an, dass sich w&auml;hrend der anschlie&szlig;enden Jahrzehnte die HIV-Erkrankung von Zentralafrika &uuml;ber Ostafrika auf den etablierten Verkehrswegen und von dort weiter ins s&uuml;dliche Afrika ausgebreitet hat.<\/p><p>Das wird in dem sehenswerten Dokumentarfilm &bdquo;AIDS: Erbe der Kolonialzeit&ldquo; von Carl Gierstorfer gezeigt, der 2014 entstanden ist, aus Anlass des Welt-AIDS-Tages am 2. Dezember 2017 auf ARTE ausgestrahlt wurde und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bxu4uolceX0\">&uuml;ber YouTube angesehen<\/a> werden kann[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].<\/p><p>Es brauchte Jahrzehnte interdisziplin&auml;rer Forschung, um dem HI-Virus diese Geheimnisse abzuringen. Virologen, Biologen und Historiker haben die Spuren des HI-Virus bis zu seinen Anf&auml;ngen zur&uuml;ckverfolgt, die lange vor dem Beginn der 1980er Jahre liegen, als HIV\/AIDS in der Homosexuellenszene an der Westk&uuml;ste der USA auftrat und Angst und Schrecken verbreitete.<\/p><p>Mehrere Jahre folgte der Filmemacher Gierstorfer Wissenschaftlern auf ihrer Suche nach dem Ursprung von HIV. In Krankenh&auml;usern und Laboren in der Demokratischen Republik Kongo, dem fr&uuml;heren Belgisch-Kongo, stie&szlig;en die Forscher auf ein Archiv von Gewebeproben aus der Kolonialzeit. Deren Analyse ergab, dass bereits Anfang der 1960er Jahre eine HIV-Epidemie in Zentralafrika grassierte. <\/p><p>Lange zuvor muss also das Virus vom Schimpansen auf den Menschen &uuml;bergesprungen sein; ein Vorgang, der aber nicht zwangsl&auml;ufig eine Pandemie ausl&ouml;sen muss. Haben die Kolonialherren mit ihrer r&uuml;cksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur die Ausbreitung des HI-Virus erst erm&ouml;glicht? Diese Frage wird in dem Film bejaht und mit erschreckenden Filmdokumenten aus der Kolonialzeit belegt. Dazu geh&ouml;ren in Zentralafrika mit unsterilen Spritzen durchgef&uuml;hrte Impfungen gr&ouml;&szlig;erer Bev&ouml;lkerungsgruppen gegen die Schlafkrankheit, wodurch die Ansteckung mit dem HI-Virus m&ouml;glicherweise massenhaft verbreitet worden ist. Nach Meinung des Autors bereiteten die damaligen Kolonialm&auml;chte, vor allem Frankreich und Belgien, von Zentralafrika ausgehend der AIDS-Pandemie den Weg.<\/p><p>Teils wissenschaftliche Reportage in von kolonialer Ausbeutung, Kriegen und Korruption zerr&uuml;tteten L&auml;ndern Afrikas, teils historische Analyse, er&ouml;ffnet dieser Film von Gierstorfer eine neue Perspektive auf die AIDS-Pandemie. Diese hat bislang wahrscheinlich circa 40 Millionen Menschen das Leben gekostet. Weltweit wird die derzeitige Zahl der mit HIV Infizierten auf 36,9 Millionen gesch&auml;tzt, davon leben 26,8 Millionen in Subsahara-Afrika. Mehr als die H&auml;lfte davon sind Frauen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>][<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>].<\/p><p>Der Dokumentarfilm von Gierstorfer ist aber auch deshalb sehenswert, weil er anschaulich macht, was fast 150 Jahre koloniale und neokoloniale Ausbeutung f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung des Kongo, eines an Rohstoffen reichsten L&auml;nder der Welt, bis heute bedeutet: &Ouml;ffentliche Einrichtungen wie Krankenh&auml;user, die in dem Film gezeigt werden, sind nach wie vor in einem &auml;u&szlig;erst beklagenswerten Zustand, weil der Reichtum au&szlig;er Landes geschafft oder privatisiert wird, die Eliten korrupt sind und diejenigen, die dagegen aufbegehren, wie zum Beispiel Patrice Lumumba, der erste Premierminister nach der Kolonialzeit, von den Kolonialm&auml;chten und ihren ausl&auml;ndischen und einheimischen Helfern ermordet wurden.<\/p><p><strong>Das HI-Virus und die HIV-Erkrankung<\/strong><\/p><p>Das HI-Virus ist erst seit 1983 bekannt und trotzdem heute wahrscheinlich der  Krankheitserreger, &uuml;ber den die medizinische Wissenschaft am besten unterrichtet ist. Das h&auml;ngt damit zusammen, dass das HI-Virus Anfang der 1980er Jahre als ein besonders f&uuml;r junge Menschen in den Industriel&auml;ndern t&ouml;dlicher Krankheitserreger in Erscheinung getreten ist, dessen erfolgreiche Behandlung f&uuml;r die Pharma-Industrie gro&szlig;e Gewinne versprach. Trotz der erheblichen Geldmittel, die in die HIV-Forschung flossen, mussten die HIV-Infizierten und AIDS-Kranken aber 13 Jahre lang bis 1996 auf eine effektive Therapie warten. Eine wirksame Impfung gegen HIV gibt es bis heute nicht und ist auch nicht in Sicht.<\/p><p>Unser Wissen &uuml;ber das HI-Virus und die HIV-Erkrankung beruht auf vielen Zehntausenden wissenschaftlicher Arbeiten, die weltweit zu allen Aspekten der HIV-Erkrankung in den letzten Jahrzehnten durchgef&uuml;hrt und ver&ouml;ffentlicht worden sind[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>].                                                                       <\/p><p>HIV ist ein Retrovirus und geh&ouml;rt zur Gruppe der Lentiviren[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]. Infektionen mit diesem Virustyp verlaufen chronisch, zeigen eine lange klinische Latenzphase (Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit), eine anhaltende Vir&auml;mie (Vorhandensein von Viren im Blut) und eine Beteiligung des zentralen Nervensystems. HIV-1 wurde 1983 erstmals beschrieben, HIV-2 drei Jahre sp&auml;ter. <\/p><p>Beide Viren sehen zwar im elektronischen-mikroskopischen Bild nahezu identisch aus, unterscheiden sich aber zum Beispiel molekulargenetisch und pathophysiologisch deutlich. Da HIV-2 nur in wenigen Regionen Westafrikas vorkommt und weltweit nur circa 1 Prozent aller HIV-Infektionen ausmacht, konzentriert sich die HIV-Forschung auf HIV-1. Das umfangreiche und detaillierte Wissen, &uuml;ber das wir heute zum Beispiel &uuml;ber die Morphologie, das virale Genom (Erbgut des Virus), den Eintritt von HIV in die Zielzelle, die Wirkungen von HIV auf das Immunsystem und speziell auf die CD4-positiven T-Zellen (Helferzellen), verf&uuml;gen, kann im Buch &bdquo;HIV 2016\/2017&ldquo; ausf&uuml;hrlich nachgelesen werden[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>].<\/p><p>Die rasche und sichere serologische Diagnose (Diagnose aus Blutbefunden) der HIV-Infektion erm&ouml;glicht den Patienten den Zugang zur antiretroviralen Therapie und hilft gleichzeitig, Ansteckungen, zum Beispiel von Sexualpartnern und Neugeborenen oder durch Blut und Blutprodukte zu verhindern[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. <\/p><p>Das Ergebnis von korrekt durchgef&uuml;hrten HIV-Tests ist eindeutig: Die Probanden sind entweder &bdquo;HIV-positiv&ldquo; oder &bdquo;HIV-negativ&ldquo;. Trotz der fl&auml;chendeckenden Testangebote in Deutschland wird die HIV-Infektion oft erst zu einem sp&auml;ten Zeitpunkt diagnostiziert. In einem Drittel der F&auml;lle besteht laut Robert-Koch-Institut zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eine fortgeschrittene HIV-Erkrankung mit einem ausgepr&auml;gten Immundefekt oder AIDS[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>].<\/p><p>Neben den serologischen Testsystemen stehen auch Verfahren zum Nachweis von HIV-RNA (RNA bedeutet Ribonukleins&auml;ure und bezeichnet einen Bestandteil des Erbmaterials) zu Verf&uuml;gung. Der quantitative Nachweis von HIV-RNA-Partikeln wird auch &bdquo;Bestimmung der Viruslast&ldquo; genannt und ist heute ein wesentlicher Bestandteil der &Uuml;berwachung einer HIV-Infektion[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].      <\/p><p>1981 wurde die erworbene Immunschw&auml;che AIDS (<strong>A<\/strong>cquired <strong>I<\/strong>mmune <strong>D<\/strong>eficiency <strong>S<\/strong>yndrome) erstmals als klinisches Krankheitsbild beschrieben. Die ersten Berichte gingen auf die ungew&ouml;hnliche H&auml;ufung bis dahin seltener Erkrankungen wie Kaposi-Sarkom (KS) und Pneumocystis Pneumonien (PCP) zur&uuml;ck. Bis zu dieser Zeit war das Auftreten dieser Indikatorkrankheiten f&uuml;r einen schweren Immundefekt (Schw&auml;che der Immunabwehr) noch nie bei gesunden jungen Menschen beobachtet worden. <\/p><p>Zun&auml;chst wurde die Ursache in spezifischen Lebensstilen vermutet, wie sie zum Beispiel in der Gay-Community verbreitet sind. Schlie&szlig;lich konnte 1983 das <strong>H<\/strong>umane <strong>I<\/strong>mmunschw&auml;che-<strong>V<\/strong>irus (HIV) als wahrscheinliche Ursache von AIDS identifiziert werden. Im Jahre 2008 erhielt die Forschergruppe um Luc Montagnier f&uuml;r diese Arbeiten den Nobelpreis.<\/p><p><strong>Der nat&uuml;rliche Verlauf der HIV-Infektion<\/strong><\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180206-abbildungen-kolenda.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180206-abbildungen-kolenda-small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p><strong>Abb. 1:<\/strong> Der nat&uuml;rliche Verlauf der HIV-Infektion ohne antiretrovirale Therapie.<br>\nCD4-Zellen: Helferzellen, HIV-RNA: Viruslast[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>](S. 7)<\/p><p>In Abbildung 1 ist der nat&uuml;rliche Verlauf der HIV-Infektion (ohne antiretrovirale Therapie) dargestellt[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]. Kurze Zeit nach der Erstinfektion wird bei einigen Patienten ein akutes retrovirales Syndrom beobachtet, das mit Lymphknotenschwellungen, Fieber, Muskelschmerzen und einem vor&uuml;bergehenden fleckf&ouml;rmigen Hautausschlag einhergehen und 2 bis 4 Wochen anhalten kann. Anschlie&szlig;end erfolgt eine Periode von mehreren Jahren, in denen die meisten Patienten klinisch unauff&auml;llig sind. <\/p><p>Danach k&ouml;nnen Beschwerden und Erkrankungen auftreten, die nach der CDC-Klassifikation der klinischen Kategorie B zugeordnet werden. Dazu geh&ouml;ren Soor-(Pilz)-Infektionen der Mundschleimhaut und Herpes-Zoster-Infektionen. Diese Erkrankungen sind zwar nicht AIDS-definierend, aber urs&auml;chlich auf die HIV-Infektion zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und weisen auf eine St&ouml;rung der zellul&auml;ren Abwehr hin.<\/p><p>Im Mittel 8 bis 10 Jahre nach der Erstinfektion treten dann AIDS-definierende Erkrankungen der Kategorie C auf. Es handelt sich dabei um eine Liste von   schwerwiegenden Erkrankungen, zu denen neben dem schon erw&auml;hnten Kaposi-Sarkom (KS) und der Pneumocystis-Pneumonie (PCP) weitere schwere Infektionen durch Pilze, Viren und Bakterien und verschiedene Krebserkrankungen geh&ouml;ren[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]. <\/p><p>Diese f&uuml;hren in unterschiedlich langer Zeit ohne antiretroviale Therapie schlie&szlig;lich zum Tode. Zwischen den ersten AIDS-Komplikationen und dem Tod vergingen in der &Auml;ra vor der antiretroviralen Therapie 2 bis 4 Jahre. Ohne Therapie versterben vermutlich mehr als 90 Prozent aller HIV-Patienten an AIDS. Mit der antiretroviralen Therapie l&auml;sst sich heute jedoch ein Voranschreiten der Erkrankung bis hin zum Stadium AIDS aufhalten beziehungsweise verhindern.<\/p><p>Die Abbildung 1 zeigt weiter, dass das Fortschreiten der HIV-Erkrankung sich in zwei gegenl&auml;ufigen Parametern spiegelt, die heute regelm&auml;&szlig;ig im Blut bestimmt werden k&ouml;nnen, der HI-Viruslast (Anzahl der Viruspartikel) und der Anzahl der CD4-positiven T-Helferzellen (Zellen der Immunabwehr).<\/p><p>Kurz nach der Prim&auml;rinfektion kann die Viruslast einen extrem hohen Wert erreichen, den man als initialen Setpoint bezeichnet. Zugleich mit dem Auftreten von Antik&ouml;rpern sinkt dieser wieder stark ab und bleibt dann relativ lange stabil. Die H&ouml;he des viralen Setpoints bestimmt die Geschwindigkeit des Krankheitsprozesses und Schnelligkeit und Ausma&szlig; des Abfalls der Helferzellen. Diese betragen anfangs um 1000 Zellen pro Mikroliter Blut und k&ouml;nnen dann im weiteren Krankheitsprozess langsam bis auf sehr niedrige Werte bis nahe Null absinken. Dieser starke Abfall der Helferzellenzahl ist ein spezifisches Kennzeichen f&uuml;r die zunehmende Zerst&ouml;rung der zellul&auml;ren Immunit&auml;t und die Voraussetzung f&uuml;r das Auftreten von AIDS-definierenden Erkrankungen.                                  <\/p><p><strong>Die antiretrovirale Therapie &ndash; Fehlschl&auml;ge und Erfolge<\/strong><\/p><p>Wohl kaum ein Gebiet der Medizin hat in den letzten Jahrzehnten eine &auml;hnlich st&uuml;rmische Entwicklung genommen wie die antiretrovirale Therapie[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Nach der Ohnmacht der Anfangszeit und nach vorsichtigen Hoffnungen mit Monotherapien wie zum Beispiel mit AZT (Azidothymidin) und weiteren Nukleosid-Analoga (DDC, DDI und D4T) st&uuml;rzte sp&auml;testens die Concorde-Studie 1994 Patienten und Behandler in eine mehrj&auml;hrige Resignation. Zwei Studien, die DELTA-Studie aus Europa und die ACTG 175 aus den USA, in denen gezeigt werden konnte, dass die Kombination von zwei Nucleosidanaloga bei der Verhinderung der Virus-Vermehrung wirksamer war als die Einzelsubstanzen, lie&szlig;en 1996 jedoch aufhorchen.<\/p><p>Der erste therapeutische Durchbruch erfolgte noch im selben Jahr, als eine neue Wirkstoffklasse, die Proteinase-Inhibitoren, in die Therapie eingef&uuml;hrt wurden. Bei der Welt-AIDS-Konferenz 1996 in Vancouver trat das volle Potential der neuen Kombinationstherapie zutage. Es wurden Studien vorgestellt, die zeigten, dass unter Einbeziehung von Pr&auml;paraten der neuen Wirkstoffklasse die Todes- und AIDS-Raten deutlich gesenkt werden konnten. Diese wurden als sensationell im Vergleich zu allem, was vorher ver&ouml;ffentlicht worden war, empfunden[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].<\/p><p>Anfang 1997 titelte der Spiegel &bdquo;Sieg &uuml;ber die Seuche?&ldquo;. Mit dem neuen nicht-nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) Nevirapin war eine dritte Wirkstoffklasse eingef&uuml;hrt worden. Man hatte jetzt eine Auswahl bei der Kombinationstherapie, die zun&auml;chst von den meisten Patienten gut vertragen wurde, auch wenn die Tablettenanzahl h&auml;ufig sehr hoch war und 20 Tabletten am Tag und mehr erreichen konnte. Aber es half und die AIDS-Zahlen brachen innerhalb von nur vier Jahren, von 1994 bis 1998, um mehr als das Zehnfache ein, von 30,7 auf 2,5 pro   100 Patientenjahre, wie die europ&auml;ische SIDA-Studie eindrucksvoll zeigte[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>][<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p><p>Aber dann kam ein R&uuml;ckschlag, weil sich die alte Mediziner-Weisheit bewahrheitete: Kein Medikament, das wirkt, bleibt ohne Nebenwirkungen. Eine so genannte  &bdquo;Lipodystrophie&ldquo; mit Auftreten von unangenehmen Nebenwirkungen wie B&uuml;ffelnacken, Storchenbeinen, schmalen Gesichtern und einem dicken Bauch mit der Neigung, einen Diabetes zu entwickeln, trat immer h&auml;ufiger in Erscheinung und wurde vor allem auf die Proteinase-Inhibitoren zur&uuml;ckgef&uuml;hrt.<\/p><p>Zum Gl&uuml;ck haben sich die Zeiten dann jedoch wieder ge&auml;ndert. Moderne Therapien sind in den letzten Jahren mit neuen Pr&auml;paraten und mit einer optimierten Pharmakokinetik viel besser vertr&auml;glich geworden. So sind auch Single-Tablet-Regimes auf dem Vormarsch und Dreimonats-Spritzen in Sichtweite[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].<\/p><p>Mittlerweile ist Realit&auml;t geworden, was noch vor wenigen Jahren utopisch schien: eine normale Lebenserwartung trotz HIV-Infektion. Das bedeutet aber auch, dass die Patienten &uuml;ber viele Jahrzehnte mit Medikamenten behandelt werden m&uuml;ssen, was eine enorme Herausforderung an die Langzeitvertr&auml;glichkeit der Therapie bedeutet[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>].<\/p><p>Und wie sieht es mit der Heilung der HIV-Infektion aus? Bis heute bedeutet eine effektive antiretrovirale Therapie nur &bdquo;bedingte&ldquo; Gesundheit, da die Wirkung der Behandlung nur so lange anh&auml;lt, wie die Medikation weitergef&uuml;hrt wird. Noch immer k&ouml;nnen wir das latente Reservoir an HI-Viren in den Geweben des K&ouml;rpers, mit dem das trickreiche HI-Virus &uuml;berlebt, nicht richtig messen, geschweige denn leeren oder &bdquo;auswaschen&ldquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Ob das eines Tages m&ouml;glich sein wird, ist heute nicht abzusehen.                                                                                                                                     <\/p><p><strong>Peter Duesberg &uuml;ber AIDS<\/strong><\/p><p>Trotz der geschilderten wissenschaftlichen Fakten gibt es die so genannten &bdquo;AIDS-Dissidenten&ldquo;, die die Behauptungen vertreten, dass die HIV-Infektion nicht die Ursache von AIDS sei und es keine effektive medikament&ouml;se Behandlung dieser Erkrankung gebe. Einer der wenigen Wissenschaftler von Rang, auf den sich diese Gruppe berufen kann, ist der 1936 in Deutschland geborene US-Amerikaner Peter Duesberg[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. Dieser war seit 1964 an der kalifornischen Universit&auml;t Berkeley als Professor f&uuml;r Molekulare und Zellbiologie t&auml;tig. <\/p><p>Wie Kalichman schreibt, gr&uuml;ndet sich Duesbergs fr&uuml;hes wissenschaftliches Renommee auf die Erforschung der genetischen Basis von Krebs. Als einem der ersten gelang ihm in den 1970er Jahren die Isolierung von Onkogenen, das hei&szlig;t krebserzeugenden Genen, und von Retroviren, die mit Krebs in Beziehung stehen und Onkogene in die Zellen einschleusen k&ouml;nnen. Als Anerkennung f&uuml;r diese Forschungen wurde er 1986 in die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA berufen[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. <\/p><p>Mitte der 1980er Jahre vollzog er jedoch eine radikale Kehrtwende in seinen wissenschaftlichen Ansichten &uuml;ber die Bedeutung der Retroviren und erkl&auml;rte, dass diese harmlos seien und keinen Krebs oder andere Krankheiten erzeugen k&ouml;nnten.                                                                                                                                     Als Robert Gallo, ein ebenfalls renommierter Virologe, der &uuml;ber Retroviren forschte, 1983 fast zeitgleich mit der franz&ouml;sischen Arbeitsgruppe um den Virusforscher Luc Montagnier den Erreger von AIDS entdeckte, der sp&auml;ter als HIV-1 bezeichnet wurde, kam es zwischen Gallo und Duesberg zu jahrelangen wissenschaftlichen und pers&ouml;nlichen Auseinandersetzungen[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>].                                                             <\/p><p>Dabei vertrat Duesberg die folgende Hypothese &uuml;ber die Entstehung von AIDS: HIV ist ein harmloses Virus; die Sch&auml;digung des Immunsystems, die letztlich zu AIDS f&uuml;hrt, kommt durch verschiedene Einwirkungen zustande, zum Beispiel bei homosexuellen M&auml;nnern durch Missbrauch von Drogen wie Poppers, bei Nicht-Drogennutzern durch den Gebrauch von antiretroviralen Medikamenten wie AZT, bei H&auml;mophilen durch die Transfusion von eiwei&szlig;haltigen Blutprodukten und bei armen Afrikanern durch Unterern&auml;hrung, verschmutztes Wasser und weitere Umwelttoxine, w&auml;hrend bei reichen Afrikanern wiederum der Gebrauch von antiretroviralen Medikamenten daf&uuml;r urs&auml;chlich angeschuldigt wurde[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. <\/p><p>Diese Hypothesen wurden von Duesberg in einer Reihe von Ver&ouml;ffentlichungen verbreitet, ohne dass f&uuml;r diese Thesen je &uuml;berzeugende wissenschaftliche Belege angef&uuml;hrt wurden. Die gro&szlig;e Anzahl von wissenschaftlichen Befunden &uuml;ber das HI-Virus, die HIV-Erkrankung und deren Therapie, die oben dargestellt worden sind,  wurden und werden bis heute von den AIDS-Dissidenten nicht zur Kenntnis genommen. <\/p><p>So konnte zum wiederholten Male nachgewiesen werden, dass Drogen wie Poppers keine Immunschw&auml;che wie bei AIDS hervorrufen, w&auml;hrend HIV das mit Sicherheit tut[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>][<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>]. Auch wird nicht zur Kenntnis genommen, dass der Einsatz von antiretroviralen Medikamenten seit 1996 zu einer ausgepr&auml;gten Verminderung der AIDS-Todesf&auml;lle bei jungen US-B&uuml;rgern im Alter von 25 bis 45 Jahren gef&uuml;hrt hat und zu einem R&uuml;ckgang von HIV-infizierten Babys im Staat New York in der Zeit von 1997 bis 2006 auf ein Zehntel der urspr&uuml;nglichen Anzahl[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p><p><strong>Armut, AIDS und Afrika<\/strong><\/p><p>Auf Afrika, und damit ist speziell Subsahara-Afrika gemeint, wo es die meisten HIV-Infizierten und AIDS-Kranken gibt, muss in diesem Zusammenhang gesondert eingegangen werden[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Kann die Armut in Afrika f&uuml;r die vielen AIDS-F&auml;lle dort verantwortlich sein, wie es die AIDS-Dissidenten meinen?  <\/p><p>Unterern&auml;hrung kann sicher einen schlechten Gesundheitszustand hervorrufen und unterern&auml;hrte Menschen k&ouml;nnen auf Grund von Hunger und Fl&uuml;ssigkeitsmangel sterben. Duesberg kann jedoch nicht erkl&auml;ren, warum AIDS in Subsahara-Afrika so schnell angewachsen ist, und das ganz besonders in S&uuml;dafrika, einem der L&auml;nder mit mittleren Einkommen, wo sich der durchschnittliche Lebensstandard in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert hat. <\/p><p>Wirtschaftswissenschaftler der Universit&auml;t Kapstadt konnten zeigen, dass afrikanische L&auml;nder in Bezug auf AIDS eine 18-fach gr&ouml;&szlig;ere Krankheitslast zu tragen haben als andere L&auml;nder mit vergleichbarer oder noch st&auml;rkerer Armut[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>][<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]. Wenn man in den 10 &auml;rmsten L&auml;nder der Welt den Grad der Armut, gemessen am Prozentsatz der Bev&ouml;lkerung, die von weniger als 2 Dollar Einkommen am Tag leben muss, in Beziehung setzt zu der Anzahl der an AIDS Gestorbenen, dann ergibt sich kein konsistentes Bild. So ist Bangladesh das &auml;rmste Land der Welt und hat trotzdem nur sehr wenige AIDS-Todesf&auml;lle. Wenn Armut, Unterern&auml;hrung und unsauberes Wasser AIDS verursachen, warum hat Laos so wenig AIDS-F&auml;lle und S&uuml;dafrika so viele?<\/p><p>Dieser inkonsistente Zusammenhang gilt auch f&uuml;r den Vergleich von afrikanischen L&auml;ndern untereinander[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. L&auml;nder wie Burkina Faso, Gambia und Mali geh&ouml;ren zu den &auml;rmsten L&auml;ndern Afrikas und haben die geringsten AIDS-Raten. Wenn an AIDS erkrankte Arbeitsmigranten aus den Nachbarl&auml;ndern ihren Wohnsitz nach S&uuml;dafrika verlegen, dann verschwindet ihre AIDS-Erkrankung nicht, weil sie pl&ouml;tzlich sauberes Wasser und mehr Nahrung erhalten. <\/p><p>Die L&auml;nder im s&uuml;dlichen Afrika, die am st&auml;rksten unter AIDS leiden, haben einen deutlichen R&uuml;ckgang der durchschnittlichen Lebenserwartung zu verzeichnen ([<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] eine entsprechende Abbildung ist dort zu finden). So ist die Lebenserwartung in den ersten beiden postkolonialen Lebensjahrzehnten zun&auml;chst angestiegen, begann dann aber in den 1980er und 1990er Jahren wieder zu sinken und lag in den ersten beiden Jahrzehnten nach 2000 auf einem niedrigeren Wert als in den 1950er Jahren, dem letzten Jahrzehnt des Kolonialismus. Wenn Duesberg diese Entwicklung bestreitet, wenn er mit dem  trotzdem erfolgten positiven Bev&ouml;lkerungswachstum in diesen L&auml;ndern argumentiert, dann l&auml;sst sich dieser scheinbare Widerspruch durch die hohe Geburtenrate leicht erkl&auml;ren.<\/p><p>Ein unvoreingenommener Blick auf die Beziehung zwischen Armut und AIDS zeigt, dass es l&auml;cherlich ist, wenn behauptet wird, die Armut in Afrika k&ouml;nnte f&uuml;r sich allein diese Erkrankung hervorrufen. Es gibt keinen Beweis f&uuml;r Duesbergs Behauptung, dass Unterern&auml;hrung und kontaminiertes Trinkwasser AIDS hervorrufen. Sogar schwerste Formen der Unterern&auml;hrung rufen keinen Kollaps des Immunsystems hervor, wie das bei AIDS der Fall ist[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Die entscheidende Ursache f&uuml;r AIDS auch in Subsahara-Afrika ist die HIV-Infektion, die sich dort wahrscheinlich seit Anfang des letzten Jahrhunderts von Zentralafrika ausgehend ausgebreitet hat.<\/p><p><strong>Die Durban-Erkl&auml;rung<\/strong><\/p><p>Bei der Welt-AIDS-Konferenz im s&uuml;dafrikanischen Durban im Jahre 2000 kam es zu einem Eklat. Nachdem der s&uuml;dafrikanische Pr&auml;sident Thabo Mbeki bei seiner Begr&uuml;&szlig;ungsansprache Sympathien f&uuml;r die Thesen der AIDS-Dissidenten um Peter Duesberg hatte erkennen lassen, erkl&auml;rten &uuml;ber 5.000 Wissenschaftler und &Auml;rzte aus &uuml;ber 50 L&auml;ndern, unter ihnen ein Dutzend Nobelpreistr&auml;ger, dass HIV eindeutig die Ursache von AIDS sei. Auch Mbekis Vorg&auml;nger, Nelson Mandela, stellte sich in seiner Schlussrede unmissverst&auml;ndlich auf die Seite dieser Wissenschaftler. Hier die wesentlichen Aussagen der Durban-Erkl&auml;rung ([<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]; &Uuml;bersetzung durch den Autor):<\/p><blockquote><p>\nDer Beweis, dass AIDS durch HIV-1 oder HIV-2 verursacht wird, ist klar, ersch&ouml;pfend und eindeutig und gen&uuml;gt den h&ouml;chsten Standards der Wissenschaft. Die vorliegenden Daten erf&uuml;llen genau die gleichen Kriterien wie jene, die f&uuml;r andere Viruserkrankungen wie Polio, Masern und Windpocken gelten.<\/p>\n<p>Patienten mit AIDS, unabh&auml;ngig davon, wo sie leben, sind mit HIV infiziert.                                                                   <\/p>\n<p>Wenn sie nicht behandelt werden, entwickeln die meisten Menschen mit einer HIV-Infektion im Laufe von 5 bis 10 Jahren Zeichen von AIDS. Die HIV-Infektion wird nachgewiesen durch Antik&ouml;rper, Gen-Sequenzen oder die Isolation des Virus.<\/p>\n<p>Personen, die mit HIV-kontaminiertes Blut oder Blutprodukte erhalten, entwickeln AIDS, w&auml;hrend diejenigen, die nicht belastetes oder gescreentes Blut erhalten, das nicht tun.<\/p>\n<p>Die meisten Kinder, die AIDS entwickeln, sind von M&uuml;ttern geboren worden, die HIV-infiziert sind. Je h&ouml;her die Viruslast der Mutter war, desto gr&ouml;&szlig;er ist das Risiko f&uuml;r die Kinder, sich zu infizieren. <\/p>\n<p>Im Labor infiziert HIV einen bestimmten Typ von wei&szlig;en Blutzellen (die CD4- Lymphozyten), die bei Personen mit AIDS vermindert sind.                                                                  <\/p>\n<p>Medikamente, die die HIV-Vermehrung im Testr&ouml;hrchen blockieren, verz&ouml;gern das Fortschreiten von AIDS. Wo sie verf&uuml;gbar sind, haben sie die Sterblichkeit von AIDS um 80 Prozent vermindert.                                                                                                            <\/p>\n<p>Affen, die mit geklonter SIV-DNA (Erbmaterial von Immun-Defizient-Viren von Schimpansen) geimpft wurden, werden infiziert und entwickeln AIDS.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>HIV erf&uuml;llt die Koch-Postulate<\/strong><\/p><p>Abschlie&szlig;end soll noch kurz auf die HIV-Erkrankung vor dem Hintergrund der Koch-Postulate eingegangen werden[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Diese wurden von dem Nobelpreistr&auml;ger Robert Koch und dem Anatomen Friedrich G. Henle Ende des 19. Jahrhundert aufgestellt. Erf&uuml;llt ein Erreger alle vier Forderungen, wird er als Krankheitsursache angesehen. <\/p><ol>\n<li>Der Erreger muss in allen Krankheitsf&auml;llen nachweisbar sein.<\/li>\n<li>Der Erreger muss sich aus dem erkrankten Organismus isolieren und in Reinkultur z&uuml;chten lassen.<\/li>\n<li>Dieser isolierte und in Reinkultur gez&uuml;chtete Erreger muss das gleiche Krankheitsbild erzeugen (Tierversuch).<\/li>\n<li>Dieser isolierte und in Reinkultur gez&uuml;chtete Erreger muss bei den durch ihn infizierten Organismen nachweisbar sein (Tierversuch).<\/li>\n<\/ol><p>Duesberg behauptete 1987, HIV erf&uuml;lle diese Postulate nicht (Literaturangabe siehe unter [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]). Dieses Argument wird von den AIDS-Dissidenten auch heute immer noch gerne gebracht. <\/p><p>In der Folgezeit hat die HIV\/AIDS-Forschung allerdings l&auml;ngst bewiesen, dass HIV alle Koch-Postulate erf&uuml;llt. Die Ergebnisse der entsprechenden wissenschaftlichen Arbeiten aus den 1990er Jahren sind unter dem angegeben Link aufzurufen[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>].  <\/p><p><strong>Schlussbetrachtungen<\/strong><\/p><p>Sp&auml;testens seit der Erkl&auml;rung von Durban im Jahre 2000 ist man sich in der medizinischen Wissenschaft weltweit darin einig, dass die entscheidende Ursache f&uuml;r die HIV-Erkrankung und AIDS eine Infektion mit dem HI-Virus ist, die mit einer antiretroviralen Behandlung erfolgreich therapiert werden kann. <\/p><p>Die Wenigen, die diese Zusammenh&auml;nge ablehnen, bezeichnen sich selbst als AIDS-Dissidenten. Ihre Behauptungen werden von dem Sozialpsychologen und Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift &bdquo;AIDS and Behavior&ldquo;, Seth Kalichman, in seinem oben angef&uuml;hrten Buch[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] als &bdquo;AIDS-Leugnung&ldquo; eingestuft, da diese sich nicht auf Erkenntnisse der modernen HIV\/AIDS-Forschung gr&uuml;nden, sondern auf pseudowissenschaftlichen Behauptungen basieren[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] und offenbar nur durch pers&ouml;nliche psychologische Gegebenheiten bei den AIDS-Dissidenten zu erkl&auml;ren sind[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>].<\/p><p>Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Begriff &bdquo;AIDS-Leugnung&ldquo; beziehungsweise &bdquo;AIDS-Leugner&ldquo; f&uuml;r Angeh&ouml;rige dieser Gruppe nicht angebracht ist, weil nicht alle die Existenz von AIDS leugnen, sondern die Verursachung von AIDS durch das HI-Virus. Au&szlig;erdem weckt dieser Begriff diskriminierende Assoziationen, die f&uuml;r eine sachliche Debatte nicht f&ouml;rderlich sind. Deshalb bevorzuge ich in meinen beiden Artikeln den Begriff &bdquo;AIDS-Dissidenten&ldquo;.  <\/p><p>Auf die katastrophalen Folgen der Nicht-Anerkennung der Virusgenese von AIDS, die von 1999 bis 2008 in S&uuml;dafrika offizielle Staatspolitik war, habe ich in meinem oben genannten Artikel schon hingewiesen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. 2008 erschien eine wissenschaftliche Untersuchung, in der gesch&auml;tzt wurde, dass die Ablehnung von antiretroviralen Medikamenten durch die s&uuml;dafrikanische Regierung zum Tod von 330.000-343.000 Menschen an AIDS und zu 171.000 vermeidbaren HIV-Infektionen, darunter bei vielen Tausenden Neugeborener und Kleinkinder, gef&uuml;hrt hat[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>].   <\/p><p>HIV-Infektionen und AIDS sind aber, wie Kalichman ausf&uuml;hrt, sicher auch ein gro&szlig;es psychologisches Problem, insbesondere f&uuml;r die Betroffenen. Wer mit dieser Diagnose konfrontiert wird, will sie h&auml;ufig nicht wahrhaben und neigt dazu, sie zu verdr&auml;ngen. Das ist einer der Gr&uuml;nde, warum die Verleugnung von HIV-Infektionen und AIDS ein solides Fundament auch bei von dieser Erkrankung Betroffenen und ihren Angeh&ouml;rigen hat. <\/p><p>Es erscheint mir daher eher Wunschdenken zu sein, wenn die medizinische Wissenschaft meint, das Problem der AIDS-Leugnung lasse sich durch Ignorieren und Aussitzen &uuml;berwinden. Deshalb w&uuml;rde ich mir w&uuml;nschen, dass die AIDS-Dissidenten ernstgenommen werden und sich engagierte HIV-&Auml;rzte und Wissenschaftler weltweit in sachlicher und aufkl&auml;render Weise mit diesem Ph&auml;nomen auseinandersetzen, wie ich das in meinen vorliegenden Artikeln zu tun versucht habe.<\/p><p>Der Untertitel des Buches von Kalichman lautet: Conspiracy Theories, Pseudoscience und Human Tragedy[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>], zu deutsch: Verschw&ouml;rungstheorien, Pseudowissenschaft und menschliche Trag&ouml;die.  <\/p><p>Dass es sich, wie Kalichman schreibt, bei den Argumenten derjenigen, die die HIV-Genese von AIDS nicht anerkennen wollen, vielfach um Pseudowissenschaft, auch Scheinwissenschaft genannt, handelt, kann ich gut nachvollziehen[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]. <\/p><p>Mit der Charakterisierung der AIDS-Leugnung als eine &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; habe ich jedoch meine Probleme. Dieser Andersdenkende verunglimpfende wohlfeile politische Kampfbegriff hat ja in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen wieder Hochkonjunktur. Er wurde bekanntlich nach der Ermordung von US-Pr&auml;sident Kennedy vom amerikanischen Geheimdienst CIA gezielt in die Welt gesetzt, um diejenigen zu verleumden, die Zweifel am offiziellen Narrativ des Warren-Reports, der Einzelt&auml;ter-Theorie, &auml;u&szlig;erten. Mit einer solchen Wortwahl begibt man sich daher auf die Ebene der Schm&auml;hkritik und der abwertenden Propaganda. Aber m&ouml;glicherweise waren Kalichman diese Zusammenh&auml;nge nicht bekannt, als er sein                                                                          wichtiges Buch ver&ouml;ffentlichte.                                                                   <\/p><p>Auch den Begriff &bdquo;Trag&ouml;die&ldquo; im Zusammenhang mit HIV\/AIDS in Subsahara-Afrika m&ouml;chte ich in Frage stellen. Wie ich in meinem oben genannten Artikel[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] n&auml;her ausgef&uuml;hrt habe, ist HIV\/AIDS in Deutschland eher ein medizinisches Randproblem, w&auml;hrend diese Erkrankung in Subsahara-Afrika f&uuml;r die dort lebende Bev&ouml;lkerung die h&auml;ufigste Todesursache ist und damit eine Katastrophe bedeutet. Diese ist nicht auf eine &bdquo;Trag&ouml;die&ldquo; zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sondern ist zu einem gro&szlig;en Teil von Menschen gemacht. Sie ist eine der verheerendsten Auswirkungen des Kolonialismus und des heutigen globalen neoliberalen Kapitalismus. Zu dieser Katastrophe haben auch die AIDS-Dissidenten und die Politik der AIDS-Leugnung in S&uuml;dafrika von 1999 bis 2008 wesentlich beigetragen. Denn seit mehr als 20 Jahren gibt es eine effektive Behandlung dieser Seuche in den reichen L&auml;ndern und auch f&uuml;r Reiche in armen L&auml;ndern, aber viele Arme, vor allem in Subsahara-Afrika, m&uuml;ssen weiter an AIDS sterben.                                                                                                                         <\/p><p><strong>Autor:<\/strong> Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda<br>\n<strong>E-Mail:<\/strong> <a href=\"mailto:klaus-dieter.kolenda@gmx.de\">klaus-dieter.kolenda(at)gmx.de<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Kolenda KD. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544\">HIV-Infektionen und AIDS &ndash; ein Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland<\/a>. Nachdenkseiten vom 12.12.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Hoffmann C, Rockstroh JK. HIV 2016\/2017. Medizin Fokus Verlag, Hamburg 2016 <a href=\"https:\/\/hivbuch.de\/\">hivbuch.de<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Kolenda KD, Hoffmann C. Rehabilitation, sozialmedizinische Beurteilung und Beratung bei HIV-infizierten Patienten. Die Rehabilitation 2006; 45: 102-109<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Carstensen K, Hoffmann C, Horst A, Kolenda KD. The impact of highly active antiviral therapy on sociomedical assessment in HIV-infected patients undergoing rehabilitation measures: a monocentric study of more than 800 patients. Oral presentation V11, 10. Deutsch-&Ouml;sterreicherischer AIDS-Kongress, Wien, June 1.- 4.,   2005. Eur J Med Res 2005, 10 (Suppl II): 28<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Kolenda KD. HIV und Rehabilitation. In: Hoffmann\/J&auml;ger (Hrsg.): HIV\/AIDS. Wunschwelt &ndash; Heilung. Evidenz f&uuml;r Fortschritt oder Stillstand. Druck: Kessler, Boblingen 2006, S. 269- 270<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Johnsen K, Kolenda KD. Rehabilitation bei HIV-infizierten Patienten. Schlesw Holst &Auml;rztebl 1\/2009; 62: 49-55; zugleich Schattenblick (elektronische Zeitschrift) AIDS\/739<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Hoffmann C, Kolenda KD. HIV-Infektion und AIDS. In: Sozialmedizinische Begutachtung f&uuml;r die gesetzliche Rentenversicherung. Springer Verlag Berlin-Heidelberg, 7. Auflage 2011, S. 259- 268<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Kalichman S. Denying AIDS. Conspiracy Theories, Pseudoscience, and Human Tragedy. Springer Science and Business Media, 2009<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K6yNpp23iH0\">AIDS &ndash; Erbe der Kolonialzeit.<\/a> Dokumentarfilm von Carl Gierstorfer,  52 min, 2014<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Hoffmann C, Rockstroh JK. Siehe unter 2., S. 23-41<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Hoffmann C, Rockstroh JK. Siehe unter 2., S. 15-22<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Hoffmann C, Rockstroh JK. Siehe unter 2., S. 7-11<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Hoffmann C, Rockstroh JK.  Siehe unter 2., S. 58-60<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Mocroft A, et al. AIDS across Europe, 1994- 1998: the EuroSIDA-study. Lancet 2000; 356: 291-296<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 25-45<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Chao C, et al. Recreational drug use and T-lymphocyte subpopulations in HIV-uninfected and infected men. Drug and Alcohol Dependence 2008, doi: 10.1016\/j.drugalcdep.2007.11.010<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 78-82<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 76-78 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 136-138<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] tripod.com &ndash; <a href=\"http:\/\/members.tripod.com\/hiv_aids\/koch.htm\">HIV erf&uuml;llt die Koch-Postulate<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 57-76<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Kalichman S. Siehe unter 8., S. 1-25<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Chigwedere P, et al. Estimating the lost benefits of antiretroviral drug use in South-Africa. Journal of Aquired Immune Deficiency Syndrom 2008; 49 (4): 410-415<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>. Eine Infektion mit dem HI-Virus ist die entscheidende Ursache von AIDS und es gibt seit 1996 eine wirksame antiretrovirale Therapie. Diese Tatsachen habe ich in meinem Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41544\">HIV-Infektionen und AIDS- ein Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland<\/a>&ldquo; ausf&uuml;hrlich dargestellt [<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42266#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Trotz dieser eindeutigen Sachlage sind in j&uuml;ngster Zeit auch in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42266\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149],"tags":[1223,2239,881,712,1256,1792,2266,2217,1222,1438],"class_list":["post-42266","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","tag-afrika","tag-aids","tag-armut","tag-arzneimittel","tag-homosexualitaet","tag-kolonialismus","tag-kongo","tag-lebenserwartung","tag-pandemie","tag-suedafrika"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42266"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50572,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42266\/revisions\/50572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}