{"id":4235,"date":"2009-10-02T09:31:10","date_gmt":"2009-10-02T07:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4235"},"modified":"2009-10-02T09:31:11","modified_gmt":"2009-10-02T07:31:11","slug":"hinweise-des-tages-989","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4235","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4235#h01\">Schwarz-Gelb: Wohin bei Arbeitnehmer-Themen die Reise gehen kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h02\">Rudolf Hickel: Das Kapital am Kabinettstisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h03\">Br&uuml;ssel f&uuml;rchtet Kollaps der Sozialsysteme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h04\">Die FDP-Massenmails und der Datenschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h05\">Verbraucher lassen Einzelh&auml;ndler h&auml;ngen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h06\">BGH zwingt Stromkonzern zum Verkauf von Stromleitungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h07\">Jean-Paul Fitoussi: Das bedrohlichste Problem ist die Verschlimmerung der Arbeitslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h08\">Einkommensschere trennt Frauen und M&auml;nner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h09\">Proteste gegen &bdquo;World Health Summit&ldquo; in Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h10\">LobbyControl zum Schily-Urteil: Keine Schlupfl&ouml;cher f&uuml;r Rechtsanw&auml;lte &ndash; Bundestag muss Vorschriften jetzt nachbessern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h11\">Dieses Schreiben der Arbeitgeberverb&auml;nde fanden Lehrer auf ihrem Platz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h12\">Klassenwiederholungen &ndash; teuer und unwirksam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h13\">Irland: Tut es noch mal nicht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h14\">Das Allerletzte: H&ouml;chstrichterlich: Dieter Bohlen ist ein K&uuml;nstler<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4235&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schwarz-Gelb: Wohin bei Arbeitnehmer-Themen die Reise gehen kann<\/strong><br>\nIn Berlin haben Politiker\/innen der k&uuml;nftigen schwarz-gelben Regierungskoalition in den Tagen nach der Wahl erste Verabredungen getroffen und versucht, in der &Ouml;ffentlichkeit Themen zu setzen. Derweil wurde viel dar&uuml;ber spekuliert, was die neue Regierung ver&auml;ndern wird. Auch f&uuml;r Arbeitnehmer\/innen gibt es einige Politikfelder, auf denen Wachsamkeit bei der neuen Koalitionsvereinbarung geboten ist. Die Gewerkschaften werden ihre Forderungen an die neue Regierung auch noch formulieren.<br>\nAber ein Blick in die Wahlprogramme zeigt, wohin die Reise gehen kann. Beispiel: der von den Gewerkschaften geforderte gesetzliche Mindestlohn. Die FDP charakterisiert staatliche Mindestl&ouml;hne als &ldquo;Monopolsschutz f&uuml;r Gro&szlig;konzerne&rdquo; und lehnt sie ab. Begr&uuml;ndung: &ldquo;Sie f&uuml;hren zu einer Verdr&auml;ngung von Arbeitspl&auml;tzen, besonders im gering qualifizierten Bereich, und einer Abwanderung in die Schwarzarbeit. Opfer von gesetzlichen Mindestl&ouml;hnen sind in erster Linie Langzeitarbeitslose.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi-bg-fhh.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=981&amp;Itemid=46\">ver.di News<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rudolf Hickel: Das Kapital am Kabinettstisch<\/strong><br>\nDie ersten Reaktionen auf den schwarz-gelben Wahlsieg &uuml;berraschen nicht. Am Tag nach der Wahl signalisierte die B&ouml;rse durch einen Kurssprung die Hoffnung auf eine durch die FDP garantierte wirtschaftsfreundlichere Politik. Vor allem die aktiennotierten Unternehmen, die sich bisher durch eine regulierende Politik geg&auml;ngelt f&uuml;hlten, geh&ouml;ren zu den Gewinnern. Im Kursanstieg der Energiemonopolisten E.on und RWE wurde schon die Verl&auml;ngerung der Laufzeit von Atomkraftwerken eingepreist.<br>\nDer Streit um die richtige Politik wird sich klarer denn je auf die Frage konzentrieren, welche Folgen ein auf unternehmenswirtschaftliche Grunds&auml;tze reduzierter Staat f&uuml;r Arbeit, Umwelt und soziale Gerechtigkeit produziert. Leitlinie bei der Bewertung der in den n&auml;chsten Monaten anstehenden Ma&szlig;nahmen sollten die j&uuml;ngsten Erkenntnisse aus der Krise sein. Dabei geht es nicht nur um eine Beschr&auml;nkung der Macht der Banken. Zur Ordnungspolitik geh&ouml;ren auch die Sicherung eines fiskalisch handlungsf&auml;higen Staats, der Einsatz eines staatlichen Zukunftsinvestitionsprogramms zur St&auml;rkung der Binnenwirtschaft und der Umwelt, ein fl&auml;chendeckender Mindestlohn, die R&uuml;ckkehr zu einem funktionsf&auml;higen Tarifvertragsystem, der Verzicht auf Lockerungen des K&uuml;ndigungsschutzes, die Einschr&auml;nkung der Leiharbeit, der Ausbau der Mitbestimmung, eine vom sozialen Status unabh&auml;ngige Gesundheitsversorgung, armutsvermeidende Alterssicherung sowie Zugang zu Bildung ohne Studiengeb&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/156718.das-kapital-am-kabinettstisch.html?sstr=Hickel\">ND<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Br&uuml;ssel f&uuml;rchtet Kollaps der Sozialsysteme<\/strong><br>\nDie Zahl der Menschen ohne Job in Europa steigt &ndash; die EU ist beunruhigt: M&ouml;glicherweise k&ouml;nnen wir uns bald das dicht gekn&uuml;pfte Auffangnetz f&uuml;r Alte, Kranke und Erwerbslose nicht mehr leisten.<br>\nDamit stellt die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde erstmals das &Uuml;berleben der sozialen Absicherung in Europa infrage.<br>\nDie Kommissions&ouml;konomen warnen in ihrem Papier vor dem Risiko, &ldquo;dass die Arbeitslosigkeit nicht leicht wieder auf das Niveau vor der Krise zur&uuml;ckf&auml;llt, wenn der Aufschwung wieder einsetzt&rdquo;. Denn die Beh&ouml;rde geht davon aus, dass es auch nach der Krise weniger Jobangebote gibt und die Langzeitarbeitslosigkeit deshalb steigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:anstieg-der-arbeitslosdigkeit-bruessel-fuerchtet-kollaps-der-sozialsysteme\/50017460.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die FDP-Massenmails und der Datenschutz<\/strong><br>\nMillionen Adressen und Telefonnummern, f&uuml;r Wahlwerbung. Dabei fordert gerade die FDP: Datensammelwut eind&auml;mmen. Ernst Burgbacher, FDP-Bundestagsabgeordneter stellte klar: &bdquo;Die FDP ist die Partei des Datenschutzes, die FDP ist die Partei der B&uuml;rgerrechte. Das war sie immer, das wird sie bleiben. Darauf k&ouml;nnen Sie sich verlassen&ldquo;. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die ehemalige Bundesjusitzministerin gibt allen B&uuml;rgern sogar den Rat: &bdquo;Geben Sie nicht leichtfertig Ihre Daten preis, Sie wissen nicht, in welche H&auml;nde sie geraten&ldquo;.<br>\nWie ihre Daten in die H&auml;nde der FDP geraten konnten, fragten sich am Wochenende viele. Und beschwerten sich zum Beispiel auf Twitter: &bdquo;[&hellip;]Wie kommen die an meine Nummer?[&hellip;]&ldquo;; &bdquo;[&hellip;]Woher haben die meine Nummer?!?!?!&ldquo;;&nbsp; &bdquo;FDP-Spammt mich mit Wahlwerbung per SMS voll [&hellip;]&ldquo;.Die Datens&auml;tze stammen von professionellen H&auml;ndlern, wie der Firma Schober und deren Tochter SuperComm Data Marketing. Die versandten die E-Mails im Auftrag der Partei. Die Liberalen vertrauen den Datenh&auml;ndlern und ihren Methoden meint Hans-J&uuml;rgen Beerfeltz, der FDP-Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer: &bdquo;Ich glaube bei den &uuml;ber 3,5 Millionen versandten E-Mails, wenn Sie dann keine hundert Beschwerden haben, dann spricht viel daf&uuml;r, dass das Adressmaterial v&ouml;llig in Ordnung ist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/sendungen\/zapp\/archiv\/medien_politik\/fdpspam100.html\">NDR Zapp<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Verbraucher lassen Einzelh&auml;ndler h&auml;ngen<\/strong><br>\nDie deutschen Konsumenten sind angeblich seit Monaten trotz der Krise in Kauflaune. Aber offenbar halten sie ihr Geld doch lieber zusammen. Die Einzelh&auml;ndler nahmen im August deutlich weniger ein als im Vormonat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:umsatzminus-verbraucher-lassen-einzelhaendler-haengen\/50017628.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und regelm&auml;&szlig;ig holt die Wirklichkeit den &bdquo;Konsumklimaindex&ldquo; ein.<br>\nWenn man so will, ist dieser Index ein Produkt der Meinungsmache. Vor der Bundestagswahl h&ouml;rte man aus allen Ecken, dass alles halb so schlimm ist, dass es wieder aufw&auml;rts geht, ja dass wir gest&auml;rkt aus der Krise hervorgingen. Wie es gelungen ist Schwarz-gelb an die Regierung zu bef&ouml;rdern, so ist es eben auch gelungen, bei den Verbrauchern ein positives Klima zu schaffen. Wenn sie allerdings in ihren Geldbeutel schauen, dann sieht es duster aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>BGH zwingt Stromkonzern zum Verkauf von Stromleitungen<\/strong><br>\nDer Bundesgerichtshof hat den Wettbewerb unter den Stromversorgern gest&auml;rkt. Nach einem Grundsatzurteil bleiben die Unternehmen nicht die Eigent&uuml;mer der Stromleitungen, wenn ein neuer Anbieter die Konzession erh&auml;lt.<br>\nDas Urteil ebnet den Weg f&uuml;r Tausende Kommunen, die Gas- und Stromversorgung ihrer B&uuml;rger wieder in die eigene Hand zu nehmen. In einem Grundsatzurteil von bundesweiter Bedeutung verpflichtete das Gericht am Dienstag die Energieversorger HEAG S&uuml;dhessische Energie (HSE) dazu, ihre Netze an Kommunen beim Auslaufen der Konzessionsvertr&auml;ge zu verkaufen, wenn dies zu Vertragsbeginn so geregelt war. Die HSE dagegen wollte Eigent&uuml;merin bleiben und die Netze nur verpachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,652146,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Urteil er&ouml;ffnet vielen Kommunen neue M&ouml;glichkeiten, den Privatisierungswahn im Strom- und Gasbereich wenigstens etwas zur&uuml;ckzudrehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Jean-Paul Fitoussi: Das bedrohlichste Problem ist die Verschlimmerung der Arbeitslosigkeit<\/strong><br>\nWesentliche Inhalte eines in der Pariser Tageszeitung Lib&eacute;ration am 30.9.2009 erschienenen Interviews mit Jean-Paul Fitoussi (Fitoussi ist Professor am Institut d&rsquo;&Eacute;tudes Politiques de Paris und Direktor des Pariser Konjunkturforschungsinstituts OFCE) &uuml;bertragen von Gerhard Kilper.\n<p>Ist die Explosion der staatlichen Haushaltsdefizite so gravierend wie das gemeinhin dargestellt wird?<br>\nNie in den letzten 30 Jahren gab es einen derma&szlig;en rapiden Absturz der Produktion, nie nahm die Arbeitslosigkeit so schnell zu und nie zuvor war man so nahe am wirtschaftlichen Abgrund. Doch diese Folgen der Krise waren nicht ihre Ursache, wer das verwechselt, greift zu untauglichen Ma&szlig;nahmen. Man kann nicht gleichzeitig vom Staat konjunkturelle Ankurbelungsma&szlig;nahmen verlangen und sich dann ein paar Monate sp&auml;ter &uuml;ber zu hohe Staatsschulden beklagen.<\/p>\n<p>Was bedeutet das konkret?<br>\nSoll man mitten in der Depression die Steuern erh&ouml;hen oder die Staatsausgaben genau in dem Moment senken, in dem die Arbeitslosigkeit stark zunimmt? In den letzten Monaten gingen die Staaten bei der Bew&auml;ltigung der wirtschaftlichen Notsituation Gott sei Dank undogmatisch-pragmatisch vor. In Europa stieg die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 5 Millionen &ndash; und jetzt h&ouml;rt man allenthalben nur das Get&ouml;se vom staatlichen Schuldenberg, das ist doch v&ouml;llig absurd und daneben..<\/p>\n<p>Sollte sich Frankreich nach deutschem Modell per Verfassung dazu verpflichten, ab 2016 das Staatsdefizit auf 0,35% des BSP zur&uuml;ckzuf&uuml;hren?<br>\nWenn man Europa zerst&ouml;ren will ist das eine wirklich ausgezeichnete Idee! Deutschland ist das Land in der Euro-Zone, das in den letzten Jahren in der Wirtschaftspolitik am wenigsten kooperativ war. Wenn man Deutschland imitiert, marschiert man geradewegs in die wirtschaftliche Katastrophe! Nicht ausgeblendet werden darf, dass Deutschland zur Erzielung seiner Rekord-Export&uuml;bersch&uuml;sse a) seine Binnennachfrage geradezu stranguliert und b) ein Klima wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit geschaffen hat, das anderswo als vollkommen unertr&auml;glich angesehen w&uuml;rde. Wenn das deutsche Modell das Modell f&uuml;r Europa sein soll, werden sich die V&ouml;lker von Europa abwenden.<\/p>\n<p>Wird die Versch&auml;rfung der Defizitkrise zu schlimmen Konsequenzen f&uuml;r Frankreich f&uuml;hren?<br>\nNat&uuml;rlich w&auml;re es grunds&auml;tzlich besser, sich nicht zu sehr zu verschulden. Wenn aber zur Vermeidung m&ouml;glicher Inflationsgefahren oder zur Vermeidung der Gefahr eines m&ouml;glichen Staatsbankrotts eine noch sehr viel h&ouml;here Arbeitslosigkeit und eine sie begleitende, allgemein-gesellschaftliche Destabilisierung in Kauf genommen werden soll, kann die Antwort nur &bdquo;nein&ldquo; hei&szlig;en.<br>\nSo wie die gegenw&auml;rtige Aufbl&auml;hung der staatlichen Haushaltsdefizite ganz wesentlich eine Konsequenz der Rezession ist, so kann auch zu Recht angenommen werden, dass mit der R&uuml;ckkehr auf den Wachstumspfad die Defizite reduziert werden k&ouml;nnen. Allerdings kann erst mit der R&uuml;ckkehr in die Wachstumsphase &uuml;ber einen beschleunigten Abbau der Schulden nachgedacht werden.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Einkommensschere trennt Frauen und M&auml;nner<\/strong><br>\nDie Einkommensschere zwischen Frauen und M&auml;nnern &ouml;ffnet sich bereits zu Beginn des Berufslebens. Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung verdienen durchschnittlich 18,7 Prozent weniger als M&auml;nner. Das geht aus einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hervor. Die Lohndiskriminierung steigt der Untersuchung zufolge mit den Berufsjahren noch an: Frauen mit einer Berufserfahrung von vier bis zehn Jahren verdienen demnach bereits 21,8 Prozent weniger als ihre m&auml;nnlichen Kollegen. Insgesamt verdienen Frauen durchschnittlich 23,0 Prozent weniger als M&auml;nner, wie k&uuml;rzlich auch das Statistische Bundesamt vorrechnete.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/arbeitswelt100.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Proteste gegen &bdquo;World Health Summit&ldquo; in Berlin<\/strong><br>\nVom 15. bis 18. Oktober 2009 veranstaltet die Berliner Charit&eacute; unter Schirmherrschaft von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy den &bdquo;World Health Summit&ldquo; (WHS). Nicht Fragen der &ouml;ffentlichen Gesundheitsf&uuml;rsorge bestimmen das Programm des Berliner Gipfels, sondern &Uuml;berlegungen, wie Forschung und private Gesundheitswirtschaft zur Verbesserung individueller Versorgung beitragen k&ouml;nnen. Damit droht das &ouml;ffentliche Gut Gesundheit zu einer Ware zu werden, die nur noch von technischen und betriebwirtschaftlichen Kriterien bestimmt wird. Deshalb l&auml;dt ein breites B&uuml;ndnis von gesundheits- und entwicklungspolitischen Initiativen und Gewerkschaften zu einer &ouml;ffentlichen Protestaktion und einer Alternativkonferenz ein. In einer gemeinsamen Erkl&auml;rung hei&szlig;t es: &bdquo;Dieser Gesundheitsgipfel ist nicht geeignet, weltweite Gesundheitsprobleme anzugehen. Aufgrund seiner inhaltlichen wie organisatorischen Ausrichtung droht der Gipfel eher zu den Problemen beizutragen, die er vermeintlich zu l&ouml;sen gedenkt.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.vdaeae.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=308&amp;Itemid=1\">Verein demokratischer &Auml;rztinnen und &Auml;rzte e.V.<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.vdaeae.de\/images\/stories\/fotos2\/whs_erklaerung.pdf\">Verein demokratischer &Auml;rztinnen und &Auml;rzte e.V. [PDF &ndash; 23KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>LobbyControl zum Schily-Urteil: Keine Schlupfl&ouml;cher f&uuml;r Rechtsanw&auml;lte &ndash; Bundestag muss Vorschriften jetzt nachbessern<\/strong><br>\nMit der Zur&uuml;ckweisung der Klage der Abgeordneten Otto Schily und Volker Kr&ouml;ning und der Aufhebung der gegen sie verh&auml;ngten Ordnungsgelder sorgt das Bundesverwaltungsgericht gleich in zweifacher Hinsicht f&uuml;r mehr Klarheit bei den Transparenzregeln: Abgeordnete, die neben dem Mandat einer Rechtsanwaltst&auml;tigkeit nachgehen, k&ouml;nnen sich damit nicht l&auml;nger auf ihre anwaltlichen Verschwiegenheitsverpflichtungen berufen, um zentrale Anforderungen der Offenlegungspflichten zu umgehen. Und: Auch in Soziet&auml;ten t&auml;tige Anw&auml;lte sind in die Transparenzregeln einzubeziehen. Beide Missst&auml;nde hatte LobbyControl &ndash; neben vielen weiteren &ndash; in einer letzte Woche zu den Transparenzregeln ver&ouml;ffentlichten Studie kritisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/10\/schily-urteil-keine-schlupflocher-fur-rechtsanwalte-%e2%80%93-bundestag-muss-vorschriften-jetzt-nachbessern-und-richtig-umsetzen\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Dieses Schreiben der Arbeitgeberverb&auml;nde fanden Lehrer auf ihrem Platz<\/strong><br>\n&bdquo;Von Oben nach Unten &ndash; Wie soziale Umverteilung in Deutschland funktioniert&ldquo;<br>\n&bdquo;Zwar hat sich die Einkommensschere in den vergangenen Jahren ge&ouml;ffnet, nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben sowie unter Einbeziehung der &ouml;ffentlichen Geldtransfers wir diese Kluft aber wieder geschlossen. Dabei gilt: &bdquo;Je h&ouml;her die Einkommen, desto st&auml;rker die Belastungen&ldquo; Allein das obere Haushaltszehntel schultert fast vierzig Prozent des Einkommenssteueraufkommens und mehr als ein F&uuml;nftel der Sozialabgaben.<br>\nDie Brosch&uuml;re k&ouml;nnen sie gerne auch als Klassensatz erhalten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/091001_Arbeitgeberbrief.pdf\">Arbeitgeber nrw \/ Metall NRW [PDF &ndash; 2 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Arbeitgeberverb&auml;nde verweisen dabei auf eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Siehe dazu Institut der deutschen Wirtschaft: <a href=\"?p=3985\">Soziale Umverteilung von oben nach unten?<\/a><br>\nSiehe dazu auch noch Westerwelle: <a href=\"?p=4218\">F&uuml;nfzig Prozent der Bev&ouml;lkerung tragen 94 % der Steuerlast.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Klassenwiederholungen &ndash; teuer und unwirksam<\/strong><br>\nEine Studie zu den Ausgaben f&uuml;r Klassenwiederholungen in Deutschland von Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/forum-kritische-paedagogik.de\/start\/e107_files\/downloads\/klemmstudieSitzenbleiber.pdf\">Forum kritische P&auml;dagogik [PDF &ndash; 470 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich sehe in dieser Auftragsstudie der Bertelsmann Stiftung den Versuch, sich ein Alibi zu verschaffen. Nach dem Motto: Wir vergeben auch Studien an Wissenschaftler nach au&szlig;en und sogar an solche, die durchaus zu Kritikern geh&ouml;ren. Bei diesem Thema brauchte man sich auch gar nicht viel zu verbiegen. Sitzenbleiben ist auch betriebswirtschaftlich unsinnig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Tut es noch mal nicht!<\/strong><br>\nEU Erneut sind die Iren aufgerufen, &uuml;ber den Reformvertrag von Lissabon abzustimmen. Gute Gr&uuml;nde, ihre ablehnende Haltung zu &auml;ndern, gibt es nicht<br>\nDie Europ&auml;ische Union gibt den Iren eine zweite Chance. Weil sie den EU-Reformvertrag von Lissabon voriges Jahr in einem Volksentscheid abgelehnt haben, sollen sie am 2. Oktober ihren Fehler in einem erneuten Referendum ausb&uuml;geln. An dem Vertrag wurde kein Komma ver&auml;ndert. Irland wurde lediglich ein Zusatzprotokoll mit ein paar Garantien versprochen, das die Argumente der Vertragsgegner hinf&auml;llig machen soll. Das tut es erstens nicht, und zweitens tritt das Zusatzprotokoll erst dann in Kraft, wenn es von den anderen 26 EU-L&auml;ndern ratifiziert wird, etwa als Anhang zum Beitrittsvertrag eines neuen Mitgliedslandes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F10%2F01%2Fa0002&amp;cHash=b2b91ad444\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Allerletzte: H&ouml;chstrichterlich: Dieter Bohlen ist ein K&uuml;nstler<\/strong><br>\nDieter Bohlen ist nach einem h&ouml;chstrichterlichen Urteil ein K&uuml;nstler. Der Musiker und Produzent falle unter die Rechtsprechung der K&uuml;nstlersozialversicherung, urteilte das Bundessozialgericht in Kassel am Donnerstag. Damit muss der Fernsehsender RTL als Arbeitgeber von Bohlen und drei anderen Juroren der Show &laquo;Deutschland sucht den Superstar&raquo; Abgaben von gut 173 000 Euro allein f&uuml;r die ersten beiden Staffeln nachzahlen. RTL hatte die vier als Experten gesehen, weil sie in der Show ja nicht singen. Die Richter folgten jedoch der Sozialkasse: Der Beitrag der Juroren sei ein entscheidender Teil des Showkonzepts, deshalb seien sie als K&uuml;nstler einzustufen, f&uuml;r die Abgaben zur K&uuml;nstlersozialkasse zu zahlen sind.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsrecht.de\/arbeitsrecht\/ticker\/ticker.php?script=\/arbeitsrecht\/ticker\/wScripts\/nachricht_anzeigen.ws&amp;ID=1198063618&amp;navid=1\">Arbeitsrecht-Newsticker<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/juris.bundessozialgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bsg&amp;Art=ps&amp;Datum=2009&amp;nr=11163&amp;pos=0&amp;anz=44\">Bundessozialgericht<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Darbietungen des Herrn Bohlen vom Bundessozialgericht als Kunst, h&ouml;chstpers&ouml;nliche Leistung und sogar Satire bezeichnet werden. Leider wird der &bdquo;K&uuml;nstler&ldquo; selbst offensichtlich auch nicht zahlen m&uuml;ssen. Das RTL Sozialbeitr&auml;ge nachzahlen muss, ist sicher ein richtiges Signal f&uuml;r die Anbieter solcher Publikumsverdummung &ndash; auch wenn die Nachzahlung mit einigen wenigen Werbepausen der n&auml;chsten Staffel medialen Sonderm&uuml;lls refinanziert werden wird.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4235#h01\">Schwarz-Gelb: Wohin bei Arbeitnehmer-Themen die Reise gehen kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h02\">Rudolf Hickel: Das Kapital am Kabinettstisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h03\">Br&uuml;ssel f&uuml;rchtet Kollaps der Sozialsysteme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h04\">Die FDP-Massenmails und der Datenschutz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h05\">Verbraucher lassen Einzelh&auml;ndler h&auml;ngen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h06\">BGH zwingt Stromkonzern zum Verkauf von Stromleitungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4235#h07\">Jean-Paul Fitoussi: Das bedrohlichste Problem ist<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4235\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4235","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4235"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4235\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}