{"id":4240,"date":"2009-10-05T09:32:19","date_gmt":"2009-10-05T07:32:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4240"},"modified":"2009-10-05T09:32:19","modified_gmt":"2009-10-05T07:32:19","slug":"hinweise-des-tages-990","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4240","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<br>\nHeute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4240#h01\">Zwei Drittel der Iren stimmten f&uuml;r den Lissabon-Vertrag &ndash; Jetzt ist der Volkswille genehm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h02\">Robert Skidelsky: Brauchen wir noch Konjunkturimpulse?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h03\">J&ouml;rg Bibow: Sparen hei&szlig;t schmarotzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h04\">Deutschland: Steueroase f&uuml;r Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h05\">IWF-Prognose: Europa droht langfristig schwaches Wachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h06\">Finanzkrise &ndash; Ursachen, Wirkungen, Rettungspakete und Regulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h07\">Deutsche machen immer weniger &Uuml;berstunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h08\">Wie weiter nach der Wahl? Arbeitskampf in Krisenzeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h09\">Bolkestein im Anmarsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h10\">Union und FDP wollen Pflegeversicherung umbauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h11\">Deutsche Verm&ouml;gensberatung DVAG gratuliert Beiratsmitglied Westerwelle zum Erfolg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h12\">Der gespeicherte Patient<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h13\">Krankenkassen fehlen neun Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h14\">Bundesinnenministerium plant hochger&uuml;steten Sicherheitsstaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h15\">Abtreten, Minister Jung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h16\">Familie Guttenberg geht stiften <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h17\">Saar-CDU verspricht Gr&uuml;nen gro&szlig;e Konzessionen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h18\">Hermann Scheer: &bdquo;Das ist &Auml;mterpiraterie&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h19\">Ende der Sozialdemokratie? Konkurrenz, Wahldesaster und Orientierungslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h20\">Armut macht wahllos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h21\">Franz Walter: &bdquo;Gabriel ist f&auml;hig, aber&hellip;&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h22\">Mauerfall vor 20 Jahren: Beratung aus dem Westen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h23\">Mohn: Menschenf&auml;nger von G&uuml;tersloh ist tot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h24\">Michel Rocard: Die Finanzkrise traf uns mitten in einer makro&ouml;konomischen Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h25\">Lega will Grenzen blockieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h26\">Al-Qaida in Afghanistan: Die Frage nach dem Kriegsgrund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h27\">Atomstreit mit Iran: El Baradei in Teheran erfolgreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h28\">Arbeitsplatz Hochschule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h29\">Max-Planck-Gesellschaft folgt gleich auf Harvard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h30\">Umfragen zu Ver&auml;nderungen der Schulstruktur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h31\">Studierende organisieren sich gegen Schwarz-Gelb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h32\">Pressefreiheit: Selbst aus dem Imperium schl&auml;gt es zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h33\">Zu guter Letzt: Achtung Zudeick &ndash; der satirische Wochenr&uuml;ckblick<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4240&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zwei Drittel der Iren stimmten f&uuml;r den Lissabon-Vertrag<\/strong><br>\nDie Iren haben mit einer unerwartet gro&szlig;en Mehrheit nun doch f&uuml;r den Lissabon-Vertrag gestimmt, nachdem sie vor 16 Monaten, noch vor der Finanzkrise, die Reform mit einer knappen Mehrheit von 53 Prozent abgelehnt hatten. Als Hauptgrund f&uuml;r die Stimmungs&auml;nderung wird die Finanzkrise gesehen, die Irland tief heruntergezogen hat.<br>\nDie Gegner des EU-Reformvertrags gaben sich &uuml;berrascht von der H&ouml;he der Zustimmung. So sagte Libertas-Chef Declan Ganley, dass es ein sehr &uuml;berzeugender Sieg der Vertreter der Ja-Seite war. Das zeige, wie viel Angst die Menschen h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/146267\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung G.K.:<\/strong> Es wird noch zu untersuchen sein, warum das irische Volk diesmal anders als 2008 entschied. Die wachsweichen Zusicherungen des Europ&auml;ischen Rats d&uuml;rften dabei nicht viel Eindruck gemacht haben. Offensichtlich verfingen aber die aus Br&uuml;ssel, Berlin und Paris gesteuerten Angstkampagnen, wonach sich das Land mit einem abermaligen Nein hoffnungslos isolieren w&uuml;rde. Es h&auml;tte als Schmuddelkind der europ&auml;ischen Integration dagestanden. Hinzu kommt, dass die tiefe wirtschaftliche Krise, von der die ganze Insel gegenw&auml;rtig gesch&uuml;ttelt wird, zu einem enormen, zweistelligen Staatsdefizit f&uuml;hren wird. Irland ist auf Jahre einer der gr&ouml;&szlig;ten &raquo;Defizits&uuml;nder&laquo; der EU. Damit man von Br&uuml;ssel auch nicht noch zus&auml;tzlich wegen der dann unvermeidbaren Verst&ouml;&szlig;e gegen die Stabilit&auml;tskriterien bestraft wird, galt es, die M&auml;chtigen in der EU milde zu stimmen. All dies d&uuml;rfte die Mehrheit der Abstimmenden bewogen haben, diesmal ihr Kreuz beim Ja zu machen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Jetzt ist der Volkswille genehm<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2009\/10\/jetzt-ist-der-volkswille-genehm.html\">ad sinistram<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Robert Skidelsky: Brauchen wir noch Konjunkturimpulse?<\/strong><br>\nAus den bisherigen Konjunkturimpulsen kann man eine Reihe von Schlussfolgerungen ziehen. Die erste ist, dass die weltweiten Konjunkturpakete das Abrutschen in die Depression verhindert und m&ouml;glicherweise eine bescheidene Erholung eingeleitet haben. Zweitens ist es zu fr&uuml;h, die Konjunkturma&szlig;nahmen zur&uuml;ckzufahren, wozu Japan und die USA inzwischen bereit zu sein scheinen. Ein britischer Regierungsvertreter hat es im Vorfeld des G20-Gipfels in Italien im letzten Juli so formuliert: &bdquo;Wir sollten mit der Vorbereitung von Ausstiegsstrategien beginnen, aber wir sollten erst anfangen, diese umzusetzen, wenn wir sicher sind, dass wir eine stabile und selbsterhaltende Erholung haben, und bisher behauptet glaube ich niemand, dass wir diesen Punkt bereits erreicht haben.&ldquo; Drittens wird die bestehende Politik, selbst wenn sie fortgesetzt wird, keine selbsterhaltende Konjunkturerholung herbeif&uuml;hren. Sie bietet bestenfalls die Aussicht auf mehrere Jahre unterdurchschnittlicher Wirtschaftsaktivit&auml;t. Eine zweite Runde von Konjunkturpaketen ist n&ouml;tig, um der realen Aussicht einer W-f&ouml;rmigen Rezession entgegenzuwirken.<br>\nDer Zeitpunkt, um sich &uuml;ber eine Inflation Sorgen zu machen, ist gekommen, wenn die Konjunkturerholung stabil ist. Um unsere Schulden ohne Anstrengungen zur&uuml;ckzahlen zu k&ouml;nnen, brauchen wir eine florierende Wirtschaft. Das Gerede &uuml;ber eine Senkung der Staatsausgaben ist voreilig. Wie Keynes so sch&ouml;n gesagt hat: &bdquo;Aufschwungsphasen und nicht Abschwungsphasen sind der richtige Zeitpunkt f&uuml;r einen Sparkurs im Finanzministerium.&ldquo; Er hatte Recht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/skidelsky21\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>J&ouml;rg Bibow: Sparen hei&szlig;t schmarotzen<\/strong><br>\nDie Krise hat Deutschland wohl noch nicht hart genug getroffen, um das Land von seiner europafeindlichen Sparobsession abzubringen.<br>\nSeit das deutsche Haushaltsdefizit 1991 fast drei Prozent des BIPs erreichte, hat das Erreichen eines ausgeglichenen Haushalts f&uuml;r Bundesfinanzminister oberste Priorit&auml;t. Au&szlig;er w&auml;hrend kurzzeitiger Exportbooms hat sich das Defizit in all den Jahren nie weit von den drei Prozent des BIPs entfernt. Zugleich verringerte sich das Wachstum des nominalen BIPs tendenziell auf gerade mal zwei Prozent, die Nettostaatsverschuldung schnellte um rund 40 Prozent des BIPs nach oben. Real hat Deutschland im Vergleich zu anderen reichen Industrienationen erhebliche R&uuml;ckschritte gemacht. Kurz gesagt, Sparsamkeit hat die Volkswirtschaft belastet, nicht das Defizit verringert.<br>\nDeutsche Politiker ignorieren diese Sparsamkeitsdesaster seit den 90er-Jahren. Stattdessen schwelgen sie in den Erinnerungen an die erfolgreiche Konsolidierung der 80er, als der Ausgleich des Haushalts politische Priorit&auml;t wurde. Die Folgen waren eine stagnierende Inlandsnachfrage und steigende Arbeitslosigkeit. In gewisser Weise war der Miniboom 2006\/07, den Deutschland dem weltweiten Rekordwachstum verdankte, eine Wiederholung dieser Erfahrung: Kurz vor Ausbruch der Krise schaffte das Land einen fast einen ausgeglichenen Haushalt, diesmal bei einem Leistungsbilanz&uuml;berschuss von acht Prozent des BIPs.<br>\nDas Grundmuster der deutschen Makropolitik ist klar erkennbar: sinnloses Drosseln der heimischen Nachfrage durch Sparma&szlig;nahmen, kombiniert mit der Hoffnung, bei den Exporten schmarotzen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:finanzpolitik-sparen-heisst-schmarotzen\/50018349.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Warum der New Yorker Professor allerdings Steuerentlastungen als n&ouml;tig erachtet, um das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu bringen. Den empirischen Beweis, dass Steuersenkungen Wachstum f&ouml;rdern bleibt er genauso schuldig wie Merkel und Westerwelle.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland: Steueroase f&uuml;r Reiche<\/strong><br>\nIn Deutschland sind die Steuern der Wohlhabenden l&auml;ngst nicht so hoch wie gern behauptet &ndash; daf&uuml;r w&auml;chst die Armut. Eine kleine Zahlenreise durch eine Gesellschaft, die aus den Fugen ger&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/dossier\/Kapitalismus\/18312.html\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>IWF-Prognose: Europa droht langfristig schwaches Wachstum<\/strong><br>\nEuropa muss als Folge der Rezession auch l&auml;ngerfristig mit einem schwachen Wachstum rechnen. Das geht aus einem Konjunkturbericht des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) hervor. Als Grund f&uuml;r die nur schleppende Erholung sieht der IWF die deutlich gesunkene Nachfrage amerikanischer Verbraucher.<br>\nKredite blieben knapp, w&auml;hrend zugleich die Arbeitslosigkeit steige. Nach einem Einbruch von minus vier Prozent in diesem Jahr in den europ&auml;ischen Industriestaaten sei f&uuml;r 2010 lediglich mit einem Wachstum von 0,5 Prozent zu rechnen. Auch jenseits des kurzfristigen Horizonts werde die Krise das Wirtschaftswachstum in Europa negativ beeinflussen, hei&szlig;t es. Die Schwellenl&auml;nder Europas k&ouml;nnten im kommenden Jahr mit einem Plus von 1,7 Prozent rechnen.<br>\nDer IWF sch&auml;tzt, dass die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bis zum Jahr 2011 auf beinahe zw&ouml;lf Prozent klettert. F&uuml;r Deutschland erwartet der Fonds im kommenden Jahr knapp elf Prozent Arbeitslose.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4718407\/Europa-droht-langfristig-schwaches-Wachstum.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Warum aber nun gerade &bdquo;Arbeitsmarktreformen&ldquo; aus der Krise helfen sollten und den amerikanischen Nachfrageeinbruch ausgleichen sollen, ist unerfindlich. Es ist wohl eher die immer gleiche &bdquo;Plattit&uuml;de&ldquo; des nach wie vor neoliberal ausgerichteten IWF.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Finanzkrise &ndash; Ursachen, Wirkungen, Rettungspakete und Regulierung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/bb_folien_finanzmarktkrise.pdf\">Eine Studie der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung [PDF &ndash; 2.2 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche machen immer weniger &Uuml;berstunden<\/strong><br>\nDie Zahl der bezahlten &Uuml;berstunden in Deutschland f&auml;llt 2009 auf einen historischen Tiefstand. Das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet mit einem R&uuml;ckgang um 27 Prozent auf 999,4 Millionen. Pro Arbeitnehmer f&auml;llt die Zahl der &Uuml;berstunden so von 48,3 auf 35,4 im Jahr. &bdquo;Ausschlaggebend ist in diesem Jahr die schlechte Konjunktur&ldquo;, sagte IAB-Forscher Eugen Spitznagel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4728835\/Deutsche-machen-immer-weniger-Ueberstunden.html?print=yes#reqdrucken\">Welt Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wie weiter nach der Wahl? Arbeitskampf in Krisenzeiten<\/strong><br>\nF&uuml;r die Gewerkschaften ist eines bereits klar: Die entscheidenden Herausforderungen beginnen erst jetzt &ndash; und zwar in einer denkbar ung&uuml;nstigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Konstellation.<br>\nDie gemeinsame machtpolitische Herausforderung der Gewerkschaften aber wird darin liegen, ob sie sich &ndash; &uuml;ber ihre Schutzfunktion in der Krise hinaus &ndash; gemeinsam mit B&uuml;ndnispartnern aus Gesellschaft und Politik einbringen k&ouml;nnen: als Katalysator sozialer Bewegung und Tr&auml;ger einer tiefgreifenden wirtschaftsdemokratischen und sozial&ouml;kologischen Umgestaltung der westlich-kapitalistischen Industriegesellschaft. Angesichts der kommenden Versch&auml;rfung der Wirtschafts- und Gesellschaftskrise wird sich daran letztlich die Frage nach der Zukunft der Gewerkschaften entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3176\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bolkestein im Anmarsch<\/strong><br>\nAls die Europ&auml;ische Kommission im Jahr 2004 die auch als &bdquo;Bolkestein&ldquo; bekannte Dienstleistungsrichtlinie vorlegte, die dann sp&auml;ter vom EuropaParlament mit gro&szlig;er Mehrheit verabschiedet wurde, hagelte es Kritik von Seiten der Gewerkschaften und Globalisierungskritiker. Die Proteste waren in der Folge europaweit so massiv, dass die Kommission &Auml;nderungen an der Richtlinie vornehmen musste. Insbesondere verzichtete sie auf das sogenannte Herkunftslandprinzip, demzufolge Dienstleistungsfirmen berechtigt gewesen w&auml;ren, ihre Dienste gem&auml;&szlig; dem Recht ihres Herkunftslandes EU-weit anzubieten &ndash; was einen Unterbietungswettbewerb nationaler arbeitsrechtlicher Standards zur Folge gehabt h&auml;tte.<br>\nDie &Auml;nderungen galten damals zu Recht als gro&szlig;er Erfolg der Protestbewegung. Seither ist die Bolkestein-Richtlinie weitgehend aus der politischen &Ouml;ffentlichkeit verschwunden. Doch v&ouml;llig zu Unrecht: Denn bis zum Ende dieses Jahres muss ihre Umsetzung in nationales Recht vollzogen sein. Und der Gesetzgeber ist seit 2005 keineswegs unt&auml;tig geblieben. Dabei zeigt sich, dass die Gefahr der Lohndumping-Konkurrenz ebenso fortbesteht wie datenschutz- und arbeitnehmerrechtliche Probleme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3191\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Union und FDP wollen Pflegeversicherung umbauen<\/strong><br>\nUnion und FDP wollen die gesetzliche Pflegeversicherung langfristig finanziell auf festere F&uuml;&szlig;e stellen und einen Einstieg in die Kapitaldeckung verabreden. &ldquo;Seit Jahren fordern wir als Union den Einstieg in eine Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung&rdquo;, sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn der F.A.Z. am Donnerstag in Berlin. Die SPD habe das verhindert. &ldquo;Mit der FDP haben wir nun endlich die Chance dazu&rdquo;, sagte er.<br>\nEnde Juli hat die Pflegeversicherung nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei Einnahmen von 12,17 Milliarden Euro und Ausgaben von 11,69 Milliarden Euro einen &Uuml;berschuss von fast 500 Millionen Euro ausgewiesen. Der d&uuml;rfte bis zum Jahresende auf bis zu 900 Millionen Euro wachsen, was die R&uuml;cklage der Versicherung auf etwa 4,7 Milliarden Euro steigen lie&szlig;e. Derzeit erhalten 2,1 Millionen Menschen Leistungen aus der Versicherung, Tendenz steigend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E5EAD9BFC91C84BBDA0365C6F9B2F3472~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme geht weiter. 12 Milliarden ist ja ein sch&ouml;ner Batzen, wenn man den allm&auml;hlich auf die Finanzdienstleister umlenken k&ouml;nnte, w&auml;re das ein tolles Gech&auml;ft. Die Spenden an CDU und FDP h&auml;tten sich mehr als ausgezahlt.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutsche Verm&ouml;gensberatung DVAG gratuliert Beiratsmitglied Westerwelle zum Erfolg<\/strong><br>\nWir gratulieren Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel und unserem Beiratsmitglied Herrn Dr. Guido Westerwelle ganz herzlich zu ihren pers&ouml;nlichen Wahlerfolgen und zum Erfolg ihrer Parteien im Rahmen der zur&uuml;ckliegenden Bundestagswahl.<br>\nEs gibt viel zu tun: Die Staatsfinanzen m&uuml;ssen in Ordnung gebracht werden, um den Schudenberg f&uuml;r nachfolgende Generationen nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Es gilt, zu bef&uuml;rchtende Inflation zu vermeiden. Eltern mit Kindern und die Bildung m&uuml;ssen weiter gef&ouml;rdert werden. Die B&uuml;rger m&uuml;ssen weiter durch geeignete Ma&szlig;nahmen zu privater Vorsorge motiviert werden, um so Altersarmut in breiten Bev&ouml;lkerungsschichten zu vermeiden. Familienunternehmen, mittelst&auml;ndische Betriebe und Selbst&auml;ndige als R&uuml;ckgrat der deutschen Wirtschaft m&uuml;ssen entlastet werden.<br>\nUnd das zum Teil inzwischen nicht mehr ertr&auml;gliche Ausma&szlig; b&uuml;rokratischer Regelungen, gerade auch in unserem Berufsstand, muss abgebaut werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/209.85.135.132\/search?q=cache:aPESz4DYGs0J:www.dvag-unternehmensblog.de\/2009\/09\/28\/dvag-gratuliert\/+westerwelle+dvag+gratuliert&amp;cd=1&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;gl=de&amp;client=firefox-a\">Cache von Google<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dies ist der Cache von Google von <a href=\"http:\/\/www.dvag-unternehmensblog.de\/2009\/09\/28\/dvag-gratuliert\/\">http:\/\/www.dvag-unternehmensblog.de\/2009\/09\/28\/dvag-gratuliert\/<\/a>. Es handelt sich dabei um ein Abbild der Seite, wie diese am 28. Sept. 2009 07:17:07 GMT angezeigt wurde. Die aktuelle Seite sieht mittlerweile eventuell anders aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der gespeicherte Patient<\/strong><br>\nWie die elektronische Gesundheitskarte die Medizin &ouml;konomisiert.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/fileadmin\/user_upload\/Sendungen\/Dok5_das_Feature\/2009\/Manuskripte\/10_04_gespeicherter-Patient.pdf\">wdr5 Dok 5 Das Feature [Manuskript, PDF, 270 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok-5\/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1[showUid]=5296694&amp;cHash=b4b1fa549c\">H&ouml;rprobe<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Krankenkassen fehlen neun Milliarden Euro<\/strong><br>\nDie Unterh&auml;ndler von FDP und CDU\/CSU f&uuml;r den Bereich Gesundheit gehen mit einer schweren Hypothek in die Koalitionsverhandlungen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Krankenkassenkreisen werden dem Gesundheitsfonds im kommenden Jahr bis zu neun Milliarden Euro zur Deckung der zu erwartenden Ausgaben der 186 gesetzlichen Krankenkassen fehlen. Damit droht die Finanzausstattung des Fonds bereits im zweiten Jahr seines Bestehens die im Gesetz vorgegebene Untergrenze von 95 Prozent der Krankenkassenausgaben nach unten zu durchbrechen. Das wird schmerzhafte Folgen haben.<br>\nF&uuml;r diesen Fehlbetrag steht der Bund zwar mit einem Darlehen gerade, doch die Kassen m&uuml;ssen es ab 2010 zur&uuml;ckzahlen. Insgesamt droht den Kassen deshalb im kommenden Jahr ein Fehlbetrag von bis zu zw&ouml;lf Mrd. Euro. Diesen m&uuml;ssten sie &ndash; wenn die neue Koalition nicht gegensteuert &ndash; &uuml;ber Zusatzbeitr&auml;ge von den Versicherten hereinholen. Diese sind aber bisher gesetzlich auf maximal ein Prozent des Einkommens der Versicherten begrenzt. Wird diese Deckelung beibehalten, k&auml;men die zw&ouml;lf Mrd. Euro nicht zusammen.<br>\nAber auch viele Krankenkassen fordern ein Ende der Deckelung. Um den Kassen den teuren Einzug des Beitrags direkt bei ihren Versicherten zu ersparen, soll er wie der allgemeine Beitragssatz zudem k&uuml;nftig durch die Unternehmen direkt vom Lohn abzogen werden. Damit w&uuml;rde der Kassenbeitrag in Zukunft aus einem bei sieben Prozent eingefrorenen Arbeitgeberanteil und einem von Kasse zu Kasse unterschiedlichen Arbeitnehmeranteil von sieben Prozent plus Zusatzbeitrag bestehen.<br>\nDie FDP k&ouml;nnte sich bei diesem Modell damit br&uuml;sten, f&uuml;r den von den Versicherten zu zahlenden Beitragsanteil je nach Kasse unterschiedliche Beitragss&auml;tze durchgesetzt und h&ouml;here Lohnzusatzkosten der Wirtschaft verhindert zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/krankenkassen-fehlen-neun-milliarden-euro;2464593\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Gesundheitsfonds w&uuml;rde damit endg&uuml;ltig zum Einfallstor von nicht mehr parit&auml;tisch finanzierten Kassenbeitr&auml;gen. Der Damm zur einseitigen Erh&ouml;hung zu Lasten der Arbeitnehmer w&auml;re gebrochen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bundesinnenministerium plant hochger&uuml;steten Sicherheitsstaat<\/strong><br>\nWenige Tage vor der Bundestagswahl wurde bekannt, dass das Bundesinnenministerium eine Wunschliste (pdf) erweiterter &Uuml;berwachungs- und Kontrollbefugnisse ausgearbeitet hat &ndash; fertig formuliert, um als Textbaustein in den n&auml;chsten Koalitionsvertrag &uuml;bernommen zu werden. Einige &Uuml;berwachungspl&auml;ne waren schon aus dem CDU-Wahlprogramm oder aus &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen bekannt. Die jetzt ver&ouml;ffentlichten Bestrebungen sprengen aber alles bisher Bekannte:<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/bundesinnenministerium-plant-hochgeruesteten-sicherheitstaat\/\">Daten-Speicherung.de<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/blogs.taz.de\/ctrl\/files\/2009\/09\/schaeublesplaeneverfassungsschutz.pdf\">Das Papier aus dem IM f&uuml;r die Koalitionsgespr&auml;che [PDF &ndash; 1.11 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieses Papier k&ouml;nnte eine wirkliche Nagelprobe f&uuml;r die Standhaftigkeit der FDP in Sachen B&uuml;rgerrechte sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Abtreten, Minister Jung<\/strong><br>\nIn Leipzig sitzt demn&auml;chst ein Richter von Verteidigungsminister Jungs Gnaden im Wehrdienstsenat des Bundesverwaltungsgerichts. Er sitzt dort nur, weil der urspr&uuml;nglich vom Gericht Bestimmte dem Minister nicht passte. Franz Josef Jung wollte keinen Kriegsdienstverweigerer in dem Senat, der wom&ouml;glich &uuml;ber den umstrittenen Befehl zur Bombardierung eines Tanklastzugs in Afghanistan entscheiden wird. Dies ist ein beispielloser Eingriff in die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz. Die Begr&uuml;ndung des Ministers lautet, ein Richter des Wehrdienstsenats m&uuml;sse die Bundeswehr von innen kennen. Das Argument &uuml;berzeugt nicht. Einem der beiden Wehrdienstsenate in Leipzig geh&ouml;rt eine Richterin an, die sogar stellvertretende Vorsitzende ist. In der Logik Jungs w&auml;re sie von Natur aus eine Fehlbesetzung.<br>\nDer Verteidigungsminister ist nicht mehr tragbar. Weg muss aber auch die omin&ouml;se Vereinbarung, die dem Verteidigungsministerium ein Bestimmungsrecht bei der Besetzung der Richterbank gibt. Kein Minister kann und darf in einem Rechtsstaat bestimmen, welche Richter &uuml;ber seine Ressortangelegenheiten urteilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1991870&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Familie Guttenberg geht stiften<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsminister jedoch muss sich nicht erkl&auml;ren. 68,1 Prozent der Erststimmen holte er bei der Wahl, so viel wie kein anderer Abgeordneter. Die Guttenbergs sind aber auch nicht irgendwer hier, im nord&ouml;stlichen Teil Bayerns. Urkundlich verbrieft ist das Adelsgeschlecht dort seit dem 12. Jahrhundert ans&auml;ssig; ihr Familienschloss hoch &uuml;ber dem Dorf Guttenberg stammt aus dem 14. Jahrhundert.<br>\nUmso gr&ouml;&szlig;er ist das Erstaunen, dass die Guttenbergs ihr abgeschirmtes Anwesen zum &ouml;sterreichischen Besitztum umdeklariert haben. Am 31. Oktober 2008, einen Tag nach Guttenbergs Berufung zum CSU-Generalsekret&auml;r, gingen dessen Vater und Bruder, Georg Enoch und Philipp von und zu Guttenberg, im &ouml;sterreichischen Kurort Semmering zu einem Notar. Sie gr&uuml;ndeten die &ldquo;Freiherrlich von und zu Guttenberg&rsquo;sche Familienstiftung&rdquo;, zu deren Verm&ouml;gen das Schloss bei Kulmbach geh&ouml;rt.<br>\n&ldquo;Nach der 19-seitigen Stiftungsurkunde ist Zweck der Stiftung &ldquo;die tunlichste Erhaltung vor allem des historisch und kulturell bedeutsamen Stiftungsverm&ouml;gens&rdquo;. Dass ein Nebeneffekt eine Steuerersparnis sein k&ouml;nnte, weisen die Stifter weit von sich. Allerdings: &Ouml;sterreicht hat nur wenige Monate vor der Beurkundung von Semmering die Erbschaftsteuer abgeschafft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/486\/489868\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Saar-CDU verspricht Gr&uuml;nen gro&szlig;e Konzessionen<\/strong><br>\nDie CDU im Saarland hat den Gr&uuml;nen weitreichende Angebote gemacht. Um eine Jamaika-Koalition zu bilden, wollen die Christdemokraten auf zentrale Programmpunkte verzichten &ndash; wie etwa Studiengeb&uuml;hren. Gr&uuml;nen-Landeschef Ulrich sieht kaum noch Unterschiede zwischen den politischen Lagern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,653116,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was scheren die Union und die FDP ihre Wahlprogramme, wenn es um Machterhalt geht. Von Wortbruch wird da niemand reden. Auch nicht bei den Gr&uuml;nen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Hermann Scheer: &bdquo;Das ist &Auml;mterpiraterie&ldquo;<\/strong><br>\nDas gab es noch nie in der SPD. Was in den letzten Tagen ablief, ist ein bisher einmaliger Akt der Selbstnominierung einer neuen SPD-Parteif&uuml;hrung durch einen kleinen, von niemandem autorisierten Personenkreis. &Uuml;berfallartig wurde damit jedwede Willensbildung in der Partei selbst sowie des Pr&auml;sidiums und des Parteivorstands &uuml;bergangen. Dies widerspricht allen demokratischen Gepflogenheiten und Regeln.<br>\nGegen diese Methode der Auswahl eines durchaus umstrittenen Parteivorsitzenden ist die Papstwahl, die sich in einem mehrt&auml;gigen Auswahlprozess unter verschiedenen Kandidaten vollzieht, ein radikaldemokratischer Vorgang.<br>\nEs gab keinerlei Grund f&uuml;r ein derartiges Hauruckverfahren, das einer &Auml;mterpiraterie gleichkommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/nominierung-der-neuen-spd-spitze-das-ist-aemterpiraterie-1512535.html\">stern.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Ende der Sozialdemokratie? Konkurrenz, Wahldesaster und Orientierungslosigkeit<\/strong><br>\nEine Analyse der gesamteurop&auml;ischen Situation<br>\nEin Wahldesaster nach dem anderen, massive Konkurrenz von links. Die Parteien der demokratischen Linken stecken in der tiefsten Krise seit Jahrzehnten. Das Ende der sozialdemokratischen Geschichte?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.profil.at\/articles\/0940\/560\/252486\/ende-sozialdemokratie-konkurrenz-wahldesaster-orientierungslosigkeit\">Profil<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bis auf die Einsch&auml;tzung, dass sich die konservativen Parteien der Sozialdemokratie angen&auml;hert haben &ndash; es war eher umgekehrt &ndash; eine informative Gesamt&uuml;bersicht &uuml;ber den Zustand der sozialdemokratischen Parteien in Europa.<br>\nIn Griechenland k&ouml;nnte sich mit dem Sieg er PASOK eine Wende andeuten, wenn George Papandreou seine Wahlversprechen einh&auml;lt und nicht wie die anderen Sozialdemokraten in Europa auf einen neoliberalen Kurs einschwenkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Armut macht wahllos<\/strong><br>\nEine abnehmende Wahlbeteiligung w&auml;re weniger bedenklich, wenn dieser R&uuml;ckgang durch alle Bev&ouml;lkerungsschichten ginge. Das ist aber nicht der Fall. Politikwissenschaftliche Studien zeigen einen engen Zusammenhang beispielsweise zwischen Bildung und Einkommen einerseits und der Wahlwahrscheinlichkeit andererseits. Bei einer hohen Wahlbeteiligung fallen diese Faktoren weniger ins Gewicht. Doch eine niedrige ist immer eine sozial ungleiche Wahlbeteiligung. Wir m&uuml;ssen aufpassen, dass nicht Teile der Bev&ouml;lkerung von der politischen Teilhabe abgekoppelt werden.<br>\nMeine Forschung legt dies nahe. Ich habe mir zum Beispiel die Wahlbeteiligung in deutschen Gro&szlig;st&auml;dten angeschaut. Hinter den Durchschnittszahlen verbergen sich gro&szlig;e Unterschiede. In armen Stadtteilen liegt die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen bis zu 40 Prozentpunkte unter der in wohlhabenden Stadtteilen. Dort, wo sich soziale Probleme konzentrieren, sinkt die Bereitschaft zum politischen Engagement.<br>\nDie H&ouml;he der Wahlbeteiligung l&auml;sst sich demnach durchaus aus der sozialen Lage eines Viertels ableiten: Je &auml;rmer ein Stadtteil, desto weniger Menschen w&auml;hlen.<br>\nExtreme Unterschiede in der Wahlteilnahme gef&auml;hrden das Prinzip politischer Gleichheit, das den Kern der Demokratie ausmacht. Das hat drei Konsequenzen. \n<ul>\n<li>Erstens wird die Kommunikation zwischen W&auml;hlern und Gew&auml;hlten verzerrt, wenn sozial Schwache den Wahlurnen fernbleiben. Ihre Interessen drohen vernachl&auml;ssigt zu werden, wenn sie f&uuml;r den Ausgang einer Wahl zunehmend irrelevant sind.<\/li>\n<li>Zweitens beeinflusst die Wahlbeteiligung die Wahlergebnisse. Bei der Kommunalwahl w&auml;hlten in K&ouml;ln beispielsweise sehr viel mehr Menschen in Stadtteilen mit niedriger Arbeitslosenquote und hohem Durchschnittseinkommen. Dort schnitten CDU, FDP, aber auch die Gr&uuml;nen besonders gut ab.<\/li>\n<li>Schlie&szlig;lich schwindet die Legitimationskraft von Wahlen, wenn nur eine Minderheit w&auml;hlt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mpifg.de\/service\/pressestelle\/09-09-21_Wahlen.pdf\">Max-Planck-Institut f&uuml;r Gesellschaftsforschung [PDF &ndash; 224 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sicherlich auch ein Grund warum bei der niedrigen Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl die FDP so gut abgeschnitten hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Franz Walter: &bdquo;Gabriel ist f&auml;hig, aber&hellip;&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Ich bin altmodisch und daher geradezu fassungslos, dass jemand Fraktionschef wird, der noch nie in einem Parlament gewesen ist. Nicht mal in einem Gemeindeparlament, nicht mal in der Sch&uuml;lerverwaltung. Das ist fast schon eine Diskreditierung des Parlaments.&ldquo;<br>\n&bdquo;Man hat schon oft gelesen, Gabriel sei sprunghaft. Er habe etwas Unruhiges, Schweifendes. Ich w&uuml;rde aber positiv formulieren: auch etwas Suchendes. Nach meiner Erfahrung ist Gabriel, dem ich einige Male begegnet bin, einer der intelligentesten Politiker des Landes. Er liest mehr als die meisten in der politischen Klasse und hat eine schnelle Auffassungsgabe. In wenigen Sekunden kann er sich auf ein Publikum einstellen. Das ist nicht nur opportunistisch, sondern auch eine Kunst. Man muss abwarten, ob er zur behutsamen Integration seiner Partei in der Lage ist. Geduld ist in der Tat nicht seine St&auml;rke.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2009-09\/interview-walter-spd\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Geh&ouml;rte die Unterst&uuml;tzung der Schr&ouml;derschen Agenda-Politik auch zu Gabriels &bdquo;Suche&ldquo;?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Mauerfall vor 20 Jahren: Beratung aus dem Westen<\/strong><br>\nF&uuml;r die Welt kam der Mauerfall &uuml;berraschend. Doch schon Tage vorher deutete die SED dem Westen an, dass sie die Grenze &ouml;ffnen w&uuml;rde. Eine Task-Force wurde eingesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/alltag\/artikel\/1\/beratung-aus-dem-westen\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein mir bisher nicht bekannte historisches Detail, das mich erstaunt, wenngleich es einige Plausibilit&auml;t hat.<br>\nIch war am Mittag des 9. Novembers 1989 in Begleitung des damaligen NRW-Ministerpr&auml;sidenten Johannes Rau Augenzeuge eines Gespr&auml;chs mit dem damaligen Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er wusste oder ahnte, was sich einige Stunden sp&auml;ter ereignen sollte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Mohn: Menschenf&auml;nger von G&uuml;tersloh ist tot<\/strong><br>\nTrotz eines klaren Willens zur Rendite, &uuml;bernahm Mohn gerne gesellschaftliche Verantwortung. Bereits Anfang der 90er-Jahre hatte er die meisten Anteile am Konzern an die 1977 gegr&uuml;ndete Bertelsmann Stiftung &uuml;bertragen. Dass Eigentum im besten Sinne des Grundgesetzes verpflichtet, davon war er zutiefst &uuml;berzeugt. Heute z&auml;hlt die Bertelsmann Stiftung &ndash; eine der gr&ouml;&szlig;ten Stiftungen in Deutschland-zu den wichtigsten Denkfabriken des Landes. Ihr Einfluss reicht weit. Viele Reformen beispielsweise in der Bildungs- oder Gesundheitspolitik sind ihr zu verdanken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/koepfe\/mohn-menschenfaenger-von-guetersloh-ist-tot;2464487\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der r&ouml;mische Satz &bdquo;De mortuis nil nisi bene!&ldquo; (&bdquo;Nichts B&ouml;ses &uuml;ber Tote&ldquo;), soll auch f&uuml;r uns gelten. Wir haben uns schon zu Reinhard Mohns Lebzeiten ausreichend kritisch <a href=\"?p=3726\">&uuml;ber seine Mission ge&auml;u&szlig;ert<\/a>. Siehe auch das Kapitel &bdquo;Der st&auml;rkste Motor beim Zerst&ouml;rungswerk &ndash; die Bertelsmann Stiftung&ldquo; in dem Buch <a href=\"?page_id=4080\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a>.<br>\nBemerkenswert ist, wie unkritisch die meisten Medien mit der &bdquo;Mission&ldquo; Reinhard Mohns umgehen. Die Bertelsmann Stiftung wird geradezu als Heilsbringerin verherrlicht. Eine der wenigen Ausnahmen ist die taz <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/koepfe\/artikel\/1\/der-patriarch-aus-guetersloh\/\">&ldquo;Abschied von einem Scheinlinken&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Michel Rocard: Die Finanzkrise traf uns mitten in einer makro&ouml;konomischen Krise<\/strong><br>\n&nbsp;Wesentliche Inhalte einer in der Pariser Tageszeitung Le Monde am 28.9.2009 erschienen Krisenanalyse in Form eines Interviews.<br>\nOriginaltitel: &bdquo;Ce que financera l&rsquo;emprunt devra &ecirc;tre aussit&ocirc;t productif&ldquo;.<br>\nMichel Rocard war von 1998 &ndash; 1991 franz&ouml;sischer Premierminister, von 1994 &ndash; 2009 PS-Europa-Abgeordneter. Zurzeit ist er Mitglied einer Regierungskommission zur Auflegung einer &ouml;ffentlichen Anleihe f&uuml;r Zukunftsinvestitionen und einer Kommission zur Ausarbeitung der Modalit&auml;ten der CO2-Steuer-Einf&uuml;hrung.<br>\nInterviewpartner: Fran&ccedil;oise Fressoz und St&eacute;phane Lauer. Das Interview wurde von Gerhard Kilper &uuml;bertragen.&nbsp;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.lemonde.fr\/politique\/article\/2009\/09\/26\/michel-rocard-ce-que-financera-l-emprunt-devra-etre-aussitot-productif_1245493_823448.html\">Le Monde<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/091005_Rocard_Okt09.pdf\">Die &Uuml;bersetzung [PDF &ndash; 92 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Lega will Grenzen blockieren<\/strong><br>\nDie Lega dei Ticinesi will der italienischen Offensive auf den Tessiner Finanzplatz nicht tatenlos zusehen: Sie droht mit einer Blockade der Grenz&uuml;berg&auml;nge. Italienischen Pendlern soll damit die Einreise in die Schweiz verwehrt werden. Stein des Ansto&szlig;es ist die Steueramnestie, die das italienische Parlament am Freitag gutgehei&szlig;en hat. Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti erkl&auml;rte, Ziel der Offensive sei es, &ldquo;den Bankenplatz Lugano trockenzulegen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/schweiz\/lega_dei_ticinesi_grenzblockaden_1.3783728.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Tessiner Reaktion ist ein weiterer Beleg daf&uuml;r, dass der Bankenstandort Schweiz ganz wesentlich von den Steuers&uuml;ndern anderer L&auml;nder profitiert. &ldquo;Nach Sch&auml;tzungen der Credit Suisse k&ouml;nnten&nbsp; im Rahmen der Steueramnestie 30 bis 40% der Verm&ouml;gen von Tessiner Banken abgezogen werden. Allerdings ist die italienische Methode die klamme Staatskasse zu f&uuml;llen h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. Nicht nur dass eine Strafe von nur 5% auf das unversteuerte Verm&ouml;gen erlassen wurde, die Amnestie wurde von einfacher Steuerhinterziehung auf die Delikte Betrug und Bilanzf&auml;lschung ausgedehnt.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Italien dehnt die Steueramnestie aus<\/strong><br>\nItaliens Regierungskoalition hat am Mittwoch im Senat eine Gesetzes&auml;nderung verabschiedet, nach der die im Sommer beschlossene Steueramnestie neu auch noch andere Delikte decken soll, mit denen Kapitalien am italienischen Fiskus vorbei ins Ausland geschleust worden sind. Hatte die Amnestie bisher nur f&uuml;r unvollst&auml;ndige oder ungetreue Steuererkl&auml;rungen gegolten, so soll sie nun auf systematischen Steuerbetrug, Bilanzf&auml;lschungen, fiktive Fakturierungen oder andere betr&uuml;gerische Handlungen ausgedehnt werden, um den in Italien vorherrschenden kleinen und mittelgrossen Familienunternehmen entgegenzukommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/italien_dehnt_die_steueramnestie_aus_1.3651776.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Al-Qaida in Afghanistan: Die Frage nach dem Kriegsgrund<\/strong><br>\nHeute ist al-Qaida aus Afghanistan so gut wie verschwunden. Das sagt keine geringerer als der Oberkommandierende der Nato in Afghanistan, der amerikanische General Stanley McChrystal: &ldquo;Ich habe keine Hinweise darauf, dass al-Qaida derzeit in Afghanistan eine gr&ouml;&szlig;ere Pr&auml;senz hat!&rdquo; Die Intervention der Nato &ndash; das kann man mit Blick auf das urspr&uuml;ngliche Ziel also sagen &ndash; hat Erfolg gehabt.<br>\nAber was macht die Nato mit knapp hunderttausend Soldaten in Afghanistan, wenn al-Qaida dort schon &ldquo;besiegt&rdquo; ist? Die Standardantwort ist: Wir bleiben, damit al-Qaida nicht zur&uuml;ckkommt. Denn, das wird weiter hinzugef&uuml;gt, es ist so gut wie sicher, dass die Terroristen zur&uuml;ckkommen, wenn die Nato jetzt rausgeht.<br>\nEs h&ouml;chste Zeit zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob die Kriegsgr&uuml;nde aus dem Jahr 2001 heute &uuml;berhaupt noch G&uuml;ltigkeit haben. Eine Afghanistan-Debatte ohne eine Debatte &uuml;ber al-Qaida ist keine Afghanistan-Debatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2009-09\/al-qaida-afghanistan\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal abgesehen von der Frage, ob Al-Qaida vor 8 Jahren ein Kriegsgrund war, mit dem gleichen Grund h&auml;tte man in Pakistan, in Saudi Arabien oder in afrikanische Staaten einmarschieren k&ouml;nnen, aber immerhin lenkt Ulrich Ladurner das Augenmerk wieder auf eine ganz in Vergessenheit geratene Frage.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Letzter Ausweg aus Kabul?<\/strong><br>\nEines sollte uns klar sein: Amerikas Afghanistankrieg ist nicht zu gewinnen, auch wenn Obama das amerikanische Ziel einer Besiegung der Taliban dahingehend umdefiniert hat, Al-Qaida davon abzuhalten, Afghanistan als Basis f&uuml;r Angriffe auf die Vereinigten Staaten zu nutzen. Doch Al-Qaida ist kein ernst zu nehmender Faktor im Afghanistankrieg mehr, in dem das amerikanische Milit&auml;r und die Taliban mit ihren verb&uuml;ndeten Milizen und Privatarmeen gegenw&auml;rtig die Hauptakteure sind.&nbsp; Um Al-Qaida zu bezwingen, ben&ouml;tigen die USA keine Verst&auml;rkung ihrer Truppen &ndash; gewiss nicht in Afghanistan. Selbst ohne umfangreiche Einsatztruppen in Afghanistan oder umfassende Operationen vor Ort k&ouml;nnen die USA die &Uuml;berbleibsel von Al-Qaida an ihren Zufluchtsorten in den bergigen Stammesregionen Pakistans durch verdeckte Operationen, ferngesteuerte Predator-Drohen und Angriffe mit Marschflugk&ouml;rpern in Schach halten. Und ist das nicht ohnehin schon die Art und Weise, in der die CIA vorgeht?<br>\nEin Abzug des amerikanischen Milit&auml;rs aus Afghanistan w&auml;re kein Motivationsschub f&uuml;r die Kr&auml;fte des weltweiten Dschihad wie es viele in den USA offenbar bef&uuml;rchten. Im Gegenteil, das verbindende Element der Taliban w&uuml;rde durch einen Abzug wegfallen, und Entwicklungen in Gang gesetzt &ndash; ein brutaler, durch konfessionelle und ethnische Zugeh&ouml;rigkeit beeinflusster Machtkampf in Afghanistan &ndash;, die gr&ouml;&szlig;tenteils intern oder regional von Bedeutung w&auml;ren. Das wahrscheinlichste Resultat eines afghanischen Machtkampfes, der durch einen R&uuml;ckzug der Amerikaner ausgel&ouml;st wird, w&auml;re eine Formalisierung der gegenw&auml;rtigen de facto Teilung Afghanistans entlang ethnischer Linien &ndash; die Richtung, in die sich auch der Irak bewegt. Das mag beunruhigend klingen, ist aber vermutlich eine unaufhaltbare Konsequenz der urspr&uuml;nglichen US-Invasion. Ein amerikanischer R&uuml;ckzug w&uuml;rde den Kampf gegen internationalen Terrorismus unterst&uuml;tzen. Anstatt weiter in Afghanistan festzusitzen und zu versuchen, das pakistanische Milit&auml;r durch Schmeichelei und Bestechung zu &uuml;berreden seine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r islamische K&auml;mpfer zu beenden, w&auml;ren die USA frei, eine umfassendere, ausgewogenere Strategie der Terrorismusbek&auml;mpfung zu verfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/chellaney2\/German\">Project Syndicate<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Atomstreit mit Iran: El Baradei in Teheran erfolgreich<\/strong><br>\nNur drei Tage nach den ersten Gespr&auml;chen mit den Weltm&auml;chten in Genf vereinbarte der Chef der Internationalen Atomenergiebeh&ouml;rde IAEA, Mohammed El Baradei, am Sonntag in Teheran, dass IAEA-Inspekteure am 25. Oktober die neue iranische Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom kontrollieren werden.<br>\nZudem will der Leiter der iranischen Atombeh&ouml;rde, Ali Akbar Salehi, am 19. Oktober in Wien mit Vertretern Russlands und Frankreichs &uuml;ber die Details f&uuml;r einen Transport von bereits niedrig angereichertem Uran aus der Atomfabrik Natans zur weiteren Anreicherung ins Ausland sprechen.<br>\nDamit erf&uuml;llt das Regime zentrale Forderungen der Weltgemeinschaft, die bef&uuml;rchtet, Teheran k&ouml;nnte hoch angereichertes Uran zum Bau von Atombomben abzweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/1991163_Atomstreit-mit-Iran-El-Baradei-in-Teheran-erfolgreich.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das sollten Sie einfach im Hinterkopf behalten, wenn Drohgeb&auml;rden gegen den Iran gerichtet werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe etwa:<\/em><\/p>\n<p><strong>Iran testet sich der Atombombe entgegen<\/strong><br>\nIran kann offenbar eine &ldquo;funktionierende&rdquo; Atombombe bauen. Das sei das Ergebnis umfangreicher Tests, zitiert die New York Times eine vertrauliche Analyse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/460\/489843\/text\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Arbeitsplatz Hochschule<\/strong><br>\nStudie zum Wandel von Arbeit und Besch&auml;ftigung in der &bdquo;unternehmerischen Universit&auml;t&ldquo;.<br>\nDabei ist un&uuml;bersehbar, dass sich mit der Transformation der Hochschulen zugleich die Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, die Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder erheblich ver&auml;ndern. Trotz dieses offenkundigen Zusammenhangs wird hierzulande kaum &uuml;ber den Wandel des Arbeitsplatzes Hochschule gesprochen.<br>\nMit diesem Memorandum wollen wir daher einen Diskussionsansto&szlig; leisten, um diesem Thema zu der dringend notwendigen Aufmerksamkeit zu verhelfen. Denn klar ist: Nicht nur h&auml;ngen die Arbeitsbedingungen von den Reformen ab, sondern jede Reform auch davon wie sie in den Hochschulen be- und verarbeitet werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/06669.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 340 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Max-Planck-Gesellschaft folgt gleich auf Harvard<\/strong><br>\nVor allem in den Feldern Physik, Astronomie, Chemie und Biologie z&auml;hlen Max-Planck-Wissenschaftler zur Weltspitze. In einem Ranking von ScienceWatch platziert sich die Forschungsorganisation mit Zahl und Zitation ihrer Publikationen direkt hinter Spitzenreiter Harvard University.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news336831\">idw<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was man auch immer von solchen Rankings halten mag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h30\"><\/a><strong>Umfragen zu Ver&auml;nderungen der Schulstruktur<\/strong><br>\nMan muss nur richtig fragen &hellip; oder wer dumm fragt, bekommt dumme Antworten.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/091005_Umfragen_Schulstruktur2009.pdf\">GEW [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h31\"><\/a><strong>Studierende organisieren sich gegen Schwarz-Gelb<\/strong><br>\nMit konkreten Protestplanungen endete heute der Make Capitalism History-Kongress des Studierendenverbandes Die Linke.SDS an der Freien Universit&auml;t Berlin.&nbsp; Mit 1136 Teilnehmern war es der gr&ouml;&szlig;te studentische Kongress des Jahres. Drei Tage lang diskutierten Aktive des Bildungsstreiks mit Gewerkschaftern, Aktiven aus sozialen Bewegungen und Attac &uuml;ber Alternativen zum Kapitalismus und Protestperspektiven gegen Schwarz-Gelb.<br>\nFriederike Benda, Bundesgesch&auml;fstf&uuml;hrerin von Die Linke.SDS, bilanziert: &ldquo;Der Andrang war enorm. Schwarz-Gelb muss sich auf Opposition an den Hochschulen einstellen. &ldquo;Ab Semesterbeginn werden wir daran arbeiten, dass eine rot-rot-gr&uuml;ne Opposition auf der Stra&szlig;e entsteht, die die Merkel-Regierung vor sich hertreibt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linke-sds.org\/nc\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/zurueck\/presse\/artikel\/studierenden-organisieren-sich-gegen-schwarz-gelb\/\">dielinke.sds<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h32\"><\/a><strong>Selbst aus dem Imperium schl&auml;gt es zur&uuml;ck<\/strong><br>\nIn Rom haben Zehntausende Menschen gegen Silvio Berlusconis &bdquo;Knebelung der Medien&ldquo; und f&uuml;r die Pressefreiheit demonstriert. Die Kundgebung am Samstag war von der nationalen Journalistengewerkschaft FNSI ausgerufen und von oppositionellen Parteien sowie den Redaktionskomitees vieler Medien getragen worden. Darunter waren nicht nur &bdquo;La Repubblica&ldquo; und die anderen Zeitungen, deren &bdquo;Journalisten-Schurken&ldquo; laut Berlusconi &bdquo;notorisch links&ldquo; sind, sondern auch die nationale Nachrichtenagentur Ansa, das Wirtschaftsblatt des Industrie-Dachverbandes Confindustria, &bdquo;Il Sole 24 Ore&ldquo;, die Fiat-eigene Tageszeitung &bdquo;La Stampa&ldquo; und die katholischen Bl&auml;tter &bdquo;L&rsquo;Avvenire&ldquo; und &bdquo;Famiglia Cristiana&ldquo;. Sogar Redaktionskomitees aus Berlusconis TV-Imperium Mediaset unterst&uuml;tzten sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2915790?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h33\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Achtung Zudeick &ndash; der satirische Wochenr&uuml;ckblick<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3.podcast.hr-online.de\/mp3\/podcast\/hr1_zudeick\/hr1_zudeick_20091002.mp3\">hr1-H&ouml;rfunk (Audio-Podcast)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<br \/> Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4240#h01\">Zwei Drittel der Iren stimmten f&uuml;r den Lissabon-Vertrag &ndash; Jetzt ist der Volkswille genehm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h02\">Robert Skidelsky: Brauchen wir noch Konjunkturimpulse?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h03\">J&ouml;rg Bibow: Sparen hei&szlig;t schmarotzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h04\">Deutschland: Steueroase f&uuml;r Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h05\">IWF-Prognose: Europa droht langfristig schwaches Wachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4240#h06\">Finanzkrise &ndash; Ursachen, Wirkungen, Rettungspakete und Regulierung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4240\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4240\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}