{"id":4243,"date":"2009-10-06T09:51:49","date_gmt":"2009-10-06T07:51:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4243"},"modified":"2009-10-06T15:28:31","modified_gmt":"2009-10-06T13:28:31","slug":"hinweise-des-tages-991","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4243","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: <\/p><ol>\n<li><a href=\"?p=4243#h01\">K&ouml;hler r&uuml;gt Krisenmanagement der Politiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h02\">Nachhaltiger Flurschaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h03\">Goldman winkt Milliardenbetrag bei CIT-Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h04\">Lehman-Pleite: Deutsche Anleger verlieren &uuml;ber eine Milliarde Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h05\">Am Ende gewinnt immer die Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h06\">Das Derivat, es lebe hoch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h07\">Hypo Real Estate: Milliardenverluste bis 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h08\">Kraftlose Geldh&uuml;ter: Was der Fall Sarrazin &uuml;ber die Bundesbank verr&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h09\">Krisengespr&auml;ch mit dem Kapitalismus-Kritiker Heiner Flassbeck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h10\">Stiglitz: Von Ungleichheit zu &Uuml;berschuldung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h11\">Deutsche Bank wird zum gro&szlig;en Zuckerh&auml;ndler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h12\">Clemens Fuest: &ldquo;Steuersenkungen sind falsch&rdquo; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h3\">Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe statt Investitionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h14\">Sozialversicherungen: Stabilisatoren in der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h15\">Experten machen Druck Wirtschaft gegen Rentengarantie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h16\">Feiernder Scheinriese<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h17\">60 Jahre DGB :&rdquo;Vom Klassenfeind lernen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h18\">Leiharbeit bedeutet: weniger Lohn f&uuml;r die gleiche Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h19\">DGB Studie: Der Arbeitsmarkt im Osten &ndash; 20 Jahre nach dem Mauerfall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h20\">Ministerin der L&uuml;ge &uuml;berf&uuml;hrt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h21\">Klaus Wowereit: &ldquo;SPD muss sich im Bund vom Linkspartei-Tabu trennen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h22\">Gabriel mit 78 Prozent als SPD-Chef nominiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h23\">Hans Peter Sch&uuml;tz: Weiter im alten Trott <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h24\">Entwicklung der Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h25\">UN-Bericht: Am besten lebt es sich in Norwegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h26\">Grenzfall Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h27\">Bertelsmanns Nazi-Geschichte wird nach wie vor verf&auml;lscht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h28\">Hartz-IV-Sanktionen wegbloggen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h29\">Der Finanzvertrieb&nbsp;MLP hat seine Anzahl an Abgeordneten halten k&ouml;nnen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h30\">Die Wirtschaftsachse Berlin-Moskau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h31\">Uno-Streit um Wahlbetrug in Afghanistan: &ldquo;Ich wei&szlig;, L&uuml;gen sind kontraproduktiv&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h32\">Afghanistan: N&auml;chster Ausstieg Washington<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h34\">Machtwechsel in Griechenland &ndash; Wenig Hoffnung auf Erneuerung<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4243&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>K&ouml;hler r&uuml;gt Krisenmanagement der Politiker<\/strong><br>\nIn ungew&ouml;hnlich scharfem Ton hat Bundespr&auml;sident K&ouml;hler die Politik angegriffen. Die Reaktion des G-20-Gipfels von Pittsburgh auf die Weltfinanzkrise sei unzureichend, neue Gefahren drohten. Das &ldquo;Monster&rdquo; sei noch nicht gez&auml;hmt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,653275,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/Reden-und-Interviews-,11057.657980\/Die-Reform-der-Weltfinanzordnu.htm?global.back=\/-%2c11057%2c0\/Reden-und-Interviews.htm%3flink%3dbpr_liste\">Bundespr&auml;sidialamt, die Rede<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> War das nun eine Beruhigungspille f&uuml;r die Gewerkschaften oder will der Bundespr&auml;sident hier wirklich am Ball bleiben?  Leider blieb es bei allgemeinen Appellen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Nachhaltiger Flurschaden<\/strong><br>\nFinanzkrisen sind teuer. Das lehrt die Gegenwart, das lehrt auch die Geschichte. Die gr&ouml;ssten Bankenkrisen der letzten hundert Jahre f&uuml;hrten im Schnitt in den betroffenen Volkswirtschaften zu einer zweij&auml;hrigen Rezession mit einem Einbruch des Bruttoinlandprodukts um 5 bis 10%. Die Geschichte lehrt auch, dass Turbulenzen im Finanzsektor oft vorkommen. Z&auml;hlungen von Forschern ermittelten f&uuml;r die vergangenen 200 Jahre weltweit &uuml;ber 200 Bankenkrisen &ndash; definiert als Verwerfungen, die mindestens auf nationaler Ebene das Finanzsystem gef&auml;hrdeten. Solche Krisen k&ouml;nnen die Volkswirtschaft aber auch weit l&auml;nger belasten als nur ein oder zwei Jahre. Darauf deutet eine Analyse, die der Internationale W&auml;hrungsfonds (IMF) diese Woche vorgelegt hat. Der IMF untersuchte die mittelfristigen Folgen von 88 Bankenkrisen aus den vergangenen 40 Jahren. Der Befund ist nicht erfreulich. Selbst sieben Jahre nach dem Krisenausbruch lagen die betroffenen Volkswirtschaften im Durchschnitt noch etwa 10% unter jenem Produktionsniveau, das sie ohne Krise erreicht h&auml;tten. Die genauen Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen: Das theoretisch erreichbare Produktionsniveau ist eine hypothetische Gr&ouml;sse, welche auf der Fortschreibung des vor der jeweiligen Krise herrschenden Wachstumstrends beruht. Doch immerhin liefert diese Betrachtungsweise die Vorstellung einer m&ouml;glichen Gr&ouml;ssenordnung nachhaltiger Krisenfolgen. Was die Geschichte somit zeigt: Von Finanzturbulenzen getroffene Volkswirtschaften k&ouml;nnen die Einbr&uuml;che der ersten zwei bis drei Jahre typischerweise in der Folge nicht wieder aufholen. Die Wachstumsraten erreichen zwar vier bis acht Jahre nach Ausbruch der Krise im Schnitt wieder etwa die fr&uuml;here Gr&ouml;sse &ndash; doch das Niveau der Wirtschaftsleistung bleibt im Schnitt unter dem ohne Krise erreichbaren Stand.\n<p>&nbsp;In seiner statistischen Analyse stellte der IMF dabei einige Tendenzen fest. Eine davon: Je st&auml;rker der Einbruch im ersten Jahr der Krise, desto gr&ouml;sser ist die Einbusse auch noch nach sieben Jahren. Eine zweite Tendenz: L&auml;nder mit hohen Investitionsquoten vor der Krise erleiden &uuml;berdurchschnittlich hohe R&uuml;ckschl&auml;ge. Eine dritte Tendenz: Starkes Gegensteuern der Geld- und Fiskalpolitik zu Beginn einer Krise hilft beim Begrenzen der mittelfristigen Verluste. Doch was heisst all dies nun f&uuml;r die kommenden Jahre? Die Geschichte liefert Hinweise, aber kein klares Bild f&uuml;r die Zukunft. Jede Krise l&auml;uft anders ab. Die j&uuml;ngste geh&ouml;rt wegen ihrer Heftigkeit und ihres globalen Fussabdrucks zu den gr&ouml;sseren Irritationen der Finanzgeschichte &ndash; was auf &uuml;berdurchschnittliche Kosten hindeutet. Anderseits haben Notenbanken und Finanzministerien aus allen Rohren gefeuert, um den Flurschaden zu begrenzen. Das hat bisher nicht so schlecht funktioniert. Den Preis daf&uuml;r &ndash; etwa in Form massiv steigender Staatsverschuldung &ndash; wird man erst in Zukunft richtig sp&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/nachhaltiger_flurschaden_1.3771504.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Goldman winkt Milliardenbetrag bei CIT-Pleite<\/strong><br>\nRund 3 Mrd. $ wurde dem US-Mittelstandsfinanzierer an Notkrediten zugeschossen. Eine Umschuldung soll jetzt helfen. Doch w&auml;hrend Goldman Sachs im Insolvenzfall 1 Mrd. $ bekommt, verliert der Steuerzahler seinen gesamten Einsatz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:wegen-kreditderivaten-goldman-winkt-milliardenbetrag-bei-cit-pleite\/50019017.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Lehman-Pleite: Deutsche Anleger verlieren &uuml;ber eine Milliarde Euro<\/strong><br>\nBei dem Konkurs der US-Bank Lehman Brothers haben deutsche Anleger durch Zertifikate deutlich mehr verloren als bisher angenommen. Die meisten Lehman-Zertifikate verkauften laut FOCUS die Sparkassen, insbesondere die Institute in Hamburg und Frankfurt. Bei den privaten Banken waren es vor allem Dresdner, Postbank, Citibank und Credit Suisse. Einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung f&uuml;r Wertpapierbesitz (DSW) zufolge investierte ein Gro&szlig;teil der Bankkunden zwischen 10 000 und 20 000 Euro. Im Durchschnitt der 800 von der DSW analysierten F&auml;lle waren die Anleger &auml;lter als 60 Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/finanzkrise\/lehman-pleite-deutsche-anleger-verlieren-ueber-eine-milliarde-euro_aid_441418.html?drucken=1\">Focus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Am Ende gewinnt immer die Bank<\/strong><br>\nBeim G20-Gipfel in Pittsburgh verhinderten die unterschiedlichen Interessen der Regierungen, die vornehmlich je ihre Finanzbranche beg&uuml;nstigen wollen, relevante Beschl&uuml;sse. Nicht die gr&ouml;&szlig;ere Zahl der teilnehmenden Regierungen war daf&uuml;r verantwortlich, dass die beschlossene Agenda d&uuml;rftig ausfiel. Die Differenzen zwischen den alten F&uuml;hrungsnationen der Weltwirtschaft verhinderten konkrete Ma&szlig;nahmen. Allen beschlossenen Vorgaben sollen in den n&auml;chsten Jahren nationalstaatliche Regelungen folgen, die voneinander abweichen k&ouml;nnen. Von einer neuen weltweiten Finanzmarktverfassung, die Angela Merkel, wie sie gegen&uuml;ber der ARD betonte, mitgeschaffen haben will, ist also weit und breit nichts zu sehen. Das gilt etwa f&uuml;r der Europ&auml;er liebstes Thema, die Begrenzung der Boni f&uuml;r Banker. Eine von Deutschland und Frankreich ins Gespr&auml;ch gebrachte Obergrenze scheiterte letztlich am Veto der USA und Gro&szlig;britanniens, an deren Bankpl&auml;tzen die h&ouml;chsten Zahlungen erfolgen. &Auml;hnlich erfolglos blieb Peer Steinbr&uuml;ck mit seiner Forderung nach einer Finanzmarkttransaktionssteuer, f&uuml;r die man zwar &raquo;viel Zustimmung&laquo; erfahren habe, die aber ebenfalls bei Briten und Amerikanern wenig Unterst&uuml;tzung fand. \n<p>Dennoch gelang es der Bundesregierung mit diesen beiden gescheiterten Vorschl&auml;gen, sich zumindest in Deutschland als gutwilliger Regulierer zu pr&auml;sentieren, der letztlich nur dem herzlosen atlantischen Kapital unterlegen sei. Ein genauerer Blick auf die Eigenkapitaldeckung als &raquo;Schl&uuml;ssel zu einem stabileren Finanzsektor&laquo;, so der Finanzexperte der Zeit, Mark Schieritz, l&auml;sst aber erkennen, dass die Bundesregierung gerade in den Bereichen strengere Regelungen propagiert hat, die f&uuml;r ihren Finanzsektor von untergeordneter Bedeutung sind. Die langfristig bedeutendste finanzpolitische Forderung nach einer Erh&ouml;hung des Eigenkapitals der Banken wird vor allem von deutscher Seite abgelehnt. Denn eine verbindliche Erh&ouml;hung von den bisher &uuml;blichen vier Prozent auf sechs bis sieben Prozent w&uuml;rde die deutschen Banken hart treffen, die bereits vor der Krise auf unter zwei Prozent gerutscht waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2009\/40\/39509.html\">Jungle World<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Irgendwie ist das seit Monaten zum alles entscheidenden hochstilisierten Treffen zur Regulierung des Finanzmarktes in Deutschland von den Wahlen verschluckt worden&nbsp; und international durch das iranische Atomprogramm verdr&auml;ngt worden. Einerseits kann man durchaus der Auffassung sein, solch magere Ergebnisse verdienten nichts anderes, andererseits ist es ersch&uuml;tternd genug, dass selbst angesichts dieser Krise eine Kooperation der wichtigsten Nationen nicht m&ouml;glich war. Entscheidendes soll in einem Financial Stability Board weiter beraten werden. Das kennt man. Das Abschlu&szlig;dokument selbst ist voller Absichtserkl&auml;rungen und erhabener Worth&uuml;lsen: Am sch&ouml;nsten, der Gipfel habe &ldquo;Grundwerte f&uuml;r nachhaltige Wirtschaftsaktivit&auml;ten angenommen, die Werte von Anst&auml;ndigkeit, Integrit&auml;t und Transparenz einschlie&szlig;en&rdquo;. Klingt ganz nach uns Angela. &ndash;&nbsp; Anscheinend hat die globale Finanzlobby auf ganzer Linie gesiegt, in der Tat wird schon l&auml;ngstens wieder erfolgreich gezockt und spekuliert. Eine Wiederholung der Krise ist programmiert. Es will schon etwas hei&szlig;en, wenn sogar unser eher zur Zur&uuml;ckhaltung neigender oberster Repr&auml;sentant, Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler, die G20-Beschl&uuml;sse gegen Finanzkrise als unzureichend wertet. Siehe oben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Derivat, es lebe hoch!<\/strong><br>\nNicht dass die Lehman-Br&uuml;der das heitere Derivatieren erfunden h&auml;tten; aber mit dem Untergang des einst m&auml;chtigen Finanzhauses vor einem Jahr kam das Derivat, jenes Wetten auf den schlechtestm&ouml;glichen Ausgang, auf die schwarze Liste. In der Politik, manchmal sogar in der Wirtschaft schm&auml;hte man nun das einstige Wertpapier schn&ouml;de als Unwertpapier. Nicht zu Unrecht: Man wettet n&auml;mlich darauf, dass jemand seine Schulden nicht zahlen kann, und wenn dieses Ungl&uuml;ck eintrifft, dann hat man die Taschen voll. Wie sch&ouml;n. Leider, so h&ouml;rte man von Lehman und anderen Br&uuml;dern, war das Wetten auf Mord und Totschlag nur im Bereich von Kriegsger&auml;te-Aktien erlaubt. Gern h&auml;tten die Finanzartisten auch auf das Ende des Irakkriegs gewettet oder auf die Zahl seiner Toten, bzw. ob der Afghanistankrieg noch vor Frank-Walter Steinmeier endet. Das aber war verboten. In jenem legend&auml;ren Vor-Schr&ouml;der-Fischer-Deutschland, einst durch eine Strickjacke geadelt und von Progressiven aller Art seiner R&uuml;ckschrittlichkeit wegen geschm&auml;ht, waren solcherlei Wetten verboten. Auch die Hedgefonds waren verboten. Denn anders als sein Name verhei&szlig;t, z&auml;unt dieser Fonds nichts ein, sondern rei&szlig;t alles ab.\n<p>Doch nun, ein gutes Jahr nach dem globalen Schreck, nach dem beinahe gelungenen Versuch, die Weltwirtschaft durch professionelles Gl&uuml;cksspiel auf Zero zu bringen, und nachdem diese oder jene Regierung den Banken mit dem Finger gedroht hatte &ndash; &bdquo;Das d&uuml;rft ihr aber nicht mehr machen, sonst drucken wir Euch kein Geld mehr, alles klar?&ldquo; &ndash;, nun also wetten sie schon wieder: Allein in Deutschland liegt der Zertifikatemarkt schon wieder bei 90 Mrd. Euro, seit der Lehman-Insolvenz sind mehr als 500 000 Zertifikate ausgegeben worden. Das Bundeskriminalamt teilt in seinem neuen Lagebericht jedenfalls voller Freude mit, dass die Wirtschaftskriminalit&auml;t r&uuml;ckl&auml;ufig ist. Dies meint, Vergehen wie Kapitalanlagebetrug und Marktmanipulation sind seltener geworden. Warum auch nicht? Wo doch die Betrugswette v&ouml;llig legal ist. Hierin liegen durchaus Anregungen f&uuml;r andere Sorten der Kriminalit&auml;t. Man lerne: Wer Totschlag nicht bestraft, der bekommt eine mordsm&auml;&szlig;ig gute Kriminalit&auml;tsstatistik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3183\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hypo Real Estate: Milliardenverluste bis 2011<\/strong><br>\nDie schwer angeschlagene Bank Hypo Real Estate (HRE) ben&ouml;tigt weitere staatliche Finanzmittel in H&ouml;he von sieben Milliarden Euro. Dies sei notwendig, um eine Kernkapitalquote von mindestens zehn Prozent zu erreichen, teilte Vorstandschef Axel Wieandt am Montag bei einer au&szlig;erordentlichen Hauptversammlung des Immobilien- und Staatsfinanzierers in M&uuml;nchen mit.<br>\nMit diesem Kapitalbedarf begr&uuml;ndete Wieandt auch die angestrebte komplette Verstaatlichung der HRE.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/banken\/hypo-real-estate-milliardenverluste-bis-2011_aid_441866.html\">Focus Online Finanzen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kraftlose Geldh&uuml;ter: Was der Fall Sarrazin &uuml;ber die Bundesbank verr&auml;t<\/strong><br>\nWarum konnte ein Provokateur wie Thilo Sarrazin Bundesbank-Vorstand werden? Und wieso kann ihn sein Chef nicht disziplinieren? Die Aff&auml;re offenbart eine Krise der einst als weltbeste Notenbank bewunderten Beh&ouml;rde. Politiker dominieren, Experten fehlen, Leistung ist kaum noch gefordert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,653304,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Krisengespr&auml;ch mit dem Kapitalismus-Kritiker Heiner Flassbeck<\/strong><br>\nDie Wirtschaftswissenschaft hat versagt und es fehlt den meisten &Ouml;konomen immer noch die Einsicht, dass bestimmte Annahmen falsch waren und sind. Die These dass der Markt grunds&auml;tzlich effizienter als der Staat ist, d&uuml;rfte sich sp&auml;testens jetzt, in Zeiten der Finanzkrise, als falsch erwiesen haben. \n<p>Die Krise wurde nicht zuletzt dadurch ausgel&ouml;st, dass die Banken auf eigene Kosten an den Rohstoff- und W&auml;hrungsm&auml;rkten gespielt haben. Aber irgendwann kann die Realwirtschaft, der Verbraucher, die hoch getriebenen Preise nicht mehr bezahlen. Ein solches &ldquo;Casino&rdquo; &ndash; inklusive&nbsp; unverantwortlich hoher Renditeziele &ndash; braucht die Weltwirtschaft nicht. Es scheint aber ein Mechanismus zu bestehen der bewirkt, das Politiker &ndash; einschlie&szlig;lich der so genannten Linken &ndash; nicht an gro&szlig;e komplizierte Fragen herantreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/rewashtv.wordpress.com\/2009\/10\/05\/krisengesprach-mit-dem-kapitalismus-kritiker-heiner-flassbeck-3-sat-56-min\/\">ReWash TV<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stiglitz: Von Ungleichheit zu &Uuml;berschuldung<\/strong><br>\nWachsende Kluft zwischen Arm und Reich, Dollar-hortende Chinesen, &uuml;berschuldete Privathaushalte und lockere Geldpolitik in Amerika &ndash; all dies wird h&auml;ufig zur Erkl&auml;rung der aktuellen Wirtschaftskrise herangezogen. Eine interessante Frage dabei: Ist nur zuf&auml;llig zur gleichen Zeit zu viel schief gelaufen oder folgte eins aufs andere? Stiglitz&rsquo; Argumentation beginnt mit der Einkommensverteilung: In den vergangenen 30 Jahren hat die Ungleichheit in den USA &ndash; aber nicht nur dort &ndash; zugenommen. &ldquo;Im Ergebnis haben wir Geld von den Armen an die Reichen umverteilt, von Leuten, die das Geld ausgeben w&uuml;rden, an Leute, die es nicht n&ouml;tig haben, das Geld auszugeben.&rdquo; Daraus resultierte&nbsp; eine zu schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Doch die USA hatten eine L&ouml;sung. Sie hielten die Weltwirtschaft mit expansiver Geldpolitik und durch unkontrollierte, von einem deregulierten Finanzsystem erm&ouml;glichte Verschuldung am Laufen. Das funktionierte, bis die Blase platzte. Auch die Billionen-Dollar-Reserven ostasiatischer Staaten sind Stiglitz zufolge ein Grund f&uuml;r die weltweite Nachfrageschw&auml;che, die Amerika nur f&uuml;r begrenzte Zeit ausgleichen konnte: Viele Einnahmen asiatischer Exporteure kamen nicht wieder in den Wirtschaftskreislauf zur&uuml;ck. &ldquo;Das ist so, als vergr&uuml;be man Geld in der Erde.&rdquo;<br>\nMit Blick auf die kommenden Jahre schreibt der &Ouml;konom, es reiche nicht aus, das Finanzsystem zu reparieren, sondern es m&uuml;ssten Konzepte gegen das globale Nachfragedefizit entwickelt werden. Die wirtschaftspolitischen Rezepte der Vergangenheit &ndash; L&ouml;hne flexibilisieren und Sozialleistungen einschr&auml;nken &ndash; w&uuml;rden die Lage weiter verschlimmern.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2009_14_7.pdf\">B&ouml;ckler impuls [PDF 107 &ndash; KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Deutsche Bank wird zum gro&szlig;en Zuckerh&auml;ndler<\/strong><br>\nZucker ist so teuer wie seit 1981 nicht mehr. Die Deutsche Bank will davon profitieren und schlie&szlig;t eine Vereinbarung mit einem Zuckerh&auml;ndler. Angesichts gro&szlig;er Preisschwankungen bauen Finanzinstitute ihr Engagement bei Rohstoffen aus &ndash; und expandieren auf die physische Seite. Wall-Street-H&auml;user wie Morgan Stanley und Goldman Sachs besitzen beispielsweise Kraftwerke, Tankerflotten und Pipelinebetreiber. Der Vorteil f&uuml;r die Geldh&auml;user: Sie k&ouml;nnen ihren Kunden einen umfassenderen Service anbieten und sind gleichzeitig besser &uuml;ber Marktentwicklungen informiert. Die Bedeutung des physischen Rohstoffhandels k&ouml;nnte in der Zukunft aufgrund versch&auml;rfter Regulierung sogar noch wachsen. Die Aufsicht CFTC erw&auml;gt, feste Positionsobergrenzen einzuf&uuml;hren. Das w&uuml;rde die Freiheit vieler Investoren, die in b&ouml;rsliche Futures und Optionen engagiert sind, deutlich einschr&auml;nken. Investoren, die ihr Kapital physisch in Rohstoffe und Edelmetalle anlegen, sind von der Debatte ausgenommen. &ldquo;Die Attraktivit&auml;t physischer Rohstoffinvestments wird wohl im Vergleich zu einem Engagement auf den Terminm&auml;rkten steigen&rdquo;, sagte Michael Lewis, Leiter Rohstoffrecherche der Deutschen Bank. &ldquo;Das k&ouml;nnte insbesondere f&uuml;r Gold relevant werden. Schlie&szlig;lich ist das Edelmetall leicht und billig einzulagern.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:neues-wachstumsfeld-deutsche-bank-wird-zum-grossen-zuckerhaendler\/50019174.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Clemens Fuest: &ldquo;Steuersenkungen sind falsch&rdquo; <\/strong><br>\n<blockquote><p><strong>taz:<\/strong> Herr Fuest, Union und FDP begr&uuml;nden die geplanten Steuersenkungen damit, dass sie das Wirtschaftswachstum stimulieren m&uuml;ssten. Was halten Sie davon? <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Clemens Fuest:<\/strong> Augenblicklich halte ich es f&uuml;r falsch, die Einkommensteuer zu senken. Denn ein gro&szlig;er Teil der Entlastung k&auml;me Privathaushalten zugute, die nicht unter Geldsorgen leiden. Diese w&uuml;rden die zus&auml;tzlichen Mittel &uuml;berwiegend sparen, aber nicht in den Gesch&auml;ften ausgeben. Wesentlich st&auml;rkere Nachfrage oder Impulse f&uuml;r das Wirtschaftswachstum kann die Bundesregierung so nicht ausl&ouml;sen. <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>taz:<\/strong> Besonders die FDP pl&auml;diert daf&uuml;r, den Kinderfreibetrag auf rund 8.000 Euro anzuheben. Schafft das mehr Nachfrage und damit Arbeitspl&auml;tze in den Unternehmen? <\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Clemens Fuest:<\/strong> Nein, von dem h&ouml;heren Freibetrag profitieren Familien im oberen Einkommensbereich. Sie nutzen den Freibetrag, weil dieser f&uuml;r sie g&uuml;nstiger ist als das Kindergeld. Wer wohlhabend ist, kauft aber kein neues Fahrrad oder einen Fernseher, nur weil er ein paar Hundert Euro weniger Steuern zahlt. Der Wachstumseffekt, der daraus resultiert, kann man vernachl&auml;ssigen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=in&amp;dig=2009%2F10%2F06%2Fa0018&amp;cHash=6275daa8ad\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe statt Investitionen<\/strong><br>\nDie Daimler AG hat 2007 gut 3,5 Milliarden Euro ausgegeben, um Aktien einer Firma zu kaufen: der Daimler AG. Auch andere im DAX notierte Aktiengesellschaften gaben in den vergangenen Jahren Milliarden f&uuml;r Anteile am eigenen Unternehmen aus. Damit folgen die deutschen Manager einem internationalen Trend, berichtet eine Studie des Saarbr&uuml;cker Info-Institutes f&uuml;r die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe gewinnen weltweit an Bedeutung, in den USA hat sich die Zahl der zur&uuml;ckgekauften Aktien von 2000 bis 2008 mehr als verdreifacht. Der Betriebswirt Markus Sendel-M&uuml;ller vom Info-Institut liefert Daten &uuml;ber die bis zur Finanzkrise zunehmenden Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe in Deutschland und beschreibt m&ouml;gliche Probleme: Es gibt ein starkes pers&ouml;nliches Eigeninteresse der Manager an diesem Instrument. Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe laufen darum oft nicht hinreichend transparent ab, und sie k&ouml;nnen auf Kosten von Investitionen gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2009_14_6-7.pdf\">B&ouml;ckler Impuls [PDF &ndash; 181 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Sozialversicherungen: Stabilisatoren in der Krise<\/strong><br>\nSo viel Widerstandskraft &uuml;berrascht auch Experten: Die schwerste globale Wirtschaftskrise seit 80 Jahren hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland bislang nur moderat erh&ouml;ht. Neben den staatlichen Stabilisierungsprogrammen verhindert derzeit ein stabiler privater Konsum, dass die Konjunktur nach dem enormen Einbruch der Exportwirtschaft noch weiter abst&uuml;rzt. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser relativen Stabilit&auml;t leistet das deutsche System der Sozialversicherung. So das Res&uuml;mee einer Studie des IMK-Forschers Rudolf Zwiener, der Berliner Arbeitsmarktforscherin Camille Logeay, des Frankfurter Rentenexperten Diether D&ouml;ring und des Fuldaer Gesundheits&ouml;konomen Stefan Gre&szlig;. Wenn die Kurzarbeit Unternehmen dabei hilft, ihre Belegschaft trotz Auftragsmangels zu halten, wenn die Transfers aus dem Krankenversicherungssystem flie&szlig;en und die umlagefinanzierte Rente sogar sp&uuml;rbar steigt, dann wirkt das wie ein volkswirtschaftlicher Sto&szlig;d&auml;mpfer. Allerdings nur f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum, weil die Wucht der Krise das Schutzsystem enorm belastet, schreiben die Wissenschaftler: &ldquo;Die Stabilisatoren laufen ins Leere, wenn die Krise l&auml;nger als ein bis zwei Jahre dauert.&rdquo; W&uuml;rde dann etwa mit &uuml;berst&uuml;rzten Beitragserh&ouml;hungen auf die krisenbedingten Defizite reagiert, k&ouml;nnte das die Konjunktur in einer Phase der beginnenden Erholung sogar deutlich belasten. &ldquo;Es ist daher dringend geboten, schon jetzt Konzepte f&uuml;r eine nachhaltige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme zu entwickeln.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_96794.html\">B&ouml;ckler Impuls <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Experten machen Druck Wirtschaft gegen Rentengarantie<\/strong><br>\nDie Rentengarantie muss weg! Das fordern Wirtschaftsexperten zu Beginn der Koalitionsgespr&auml;ce zwischen Union und FDP. Und sie rechnen mit Steuererh&ouml;hungen &ndash; sp&auml;testens in zwei Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/wirtschaft\/2009\/10\/05\/diw-praesident-zimmermann\/fordert-abschaffung-der-rentengarantie-steuererhoehung.html\">Bild<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Bild-Zeitung steigt wieder in die Rentenkampagne ein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Feiernder Scheinriese<\/strong><br>\nDGB-Chef Michael Sommer droht Schwarz-Gelb mit Massenprotesten. Aber was ist die Alternative? Zu seinem 60-j&auml;hrigen Bestehen wirkt der Dachverband schw&auml;cher denn je.<br>\nEs gibt, und das h&auml;ngt mit der Krise der Sozialdemokratie eng zusammen, vor allem kein politisches Gegenprojekt, dass in den Gewerkschaften eine Mehrheit hat: Sozial&ouml;kologischer Umbau oder Erhalt der industriellen Substanz, Kernbelegschaften oder Prekariat, Exportorientierung oder &ouml;ffentlicher Sektor &ndash; die Interessenlagen streben eher auseinander, als dass eine Klammer sichtbar wird, die verbindet. F&uuml;r einen Dachverband, der &bdquo;politisches Sprachrohr&ldquo; sein will, ist das ein existenzielles Problem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/Reden-und-Interviews-,11057.657980\/Die-Reform-der-Weltfinanzordnu.htm?global.back=\/-%2c11057%2c0\/Reden-und-Interviews.htm%3flink%3dbpr_liste\">der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Am 60. Geburtstag lobt man sicherlich seine Niederlagen, aber das Bild das der DGB &uuml;ber die zur&uuml;ckliegenden 10 Jahre von sich zeichnet, ist doch allzu gesch&ouml;nt: <a href=\"http:\/\/www.60-jahre-dgb.de\/1999-2008\/index.html\">Hoffnung und Widerstand<\/a>. Wo war Hoffnung und wo hatte der Widerstand Erfolg.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>60 Jahre DGB :&rdquo;Vom Klassenfeind lernen&rdquo;<\/strong><br>\nEntscheidend ist, dass der DGB versteht, was die Themen der Arbeitnehmer sind. Das gelingt ihm gegenw&auml;rtig nur begrenzt. Hier k&ouml;nnte er vom &ldquo;Klassenfeind&rdquo; lernen: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat gerade mal 35 Besch&auml;ftigte &ndash; trotzdem gelingt es Gesamtmetall, sich deutlich Geh&ouml;r zu verschaffen(&hellip;).<br>\nDer DGB k&ouml;nnte zu einer Art Kampagnen-Agentur werden&hellip; zum Beispiel kluge Kampagnen zur B&uuml;rgerversicherung, gegen Arbeitslosigkeit oder f&uuml;r bessere Bildung starten&hellip;ein kraftvolles Agenda-Setting.\n<p>Und der Mindestlohn als Beispiel f&uuml;r den Erfolg : Zun&auml;chst wollte die IG Metall und die IG BCE keinen Mindestlohn, Trotzdem gelang es dem DGB alle auf eine einheitliche Position zu verst&auml;ndigen (&hellip;)<\/p>\n<p>(&hellip;) sich der Kapitalismus dezentralisiert. Die Lohnpolitik wird dezentraler. (&hellip;)<\/p>\n<p>Die Musik spielt in den Branchen. Und die zentralen Elemente sind die Betriebs- und Traifpolitik (&hellip;)<\/p>\n<p>Und zum politischen Einfluss: Wenn sie konkrete Vorschl&auml;ge vorlegen, die die B&uuml;rger &uuml;berzeugen, dann werden alle Politiker ein Problem bekommen, die nicht auf die Gewerkschaften h&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/1991906_Interview-mit-Wolfgang-Schroeder-Vom-Klassenfeind-lernen.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em>&nbsp;<strong>Anmerkungen von Volker Bahl:<\/strong> Eigentlich ist es bedauerlich, dass die Gewerkschaftsdiskussion zum Jubil&auml;umstage des DGB &ndash; jetzt in der Weltwirtschaftskrise &ndash; &nbsp;auf so schwachen F&uuml;ssen daherkommt.<\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Es ist einfach schon realit&auml;tsblind die 35 Angestellten von Gesamt-Metall zu erw&auml;hnen &ndash; ohne gleichzeitig&nbsp; die mit Millionen gesponserte &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; (INSM)&nbsp;als riesiege neoliberale&nbsp;Propagandamaschine mitzuerw&auml;hnen. &ndash; Albrecht M&uuml;ller nennt es ganz allgemein die &ldquo;neoliberale Bewegung&rdquo; &ndash; wie Paul Krugman in seinem Buch von konservativer Bewegung spricht &ndash; und breitet deren Siegeszug seit den 80-er Jahren aus ( vgl. &ldquo;Meinungsmache&rdquo;)\n<\/li>\n<li>Der DGB als Kampagnen-Agentur: Das klingt ganz nett, jedoch wirft sich da ganz aktuell schon die Frage auf, ob nicht schon im letzten Wahlkampf der DGB und die Einzelgewerkschaften eminent an Glaubw&uuml;rdigkeit verloren haben. Die Umfragen zeigten ganz deutlich, dass die Abkehr der W&auml;hler&nbsp;von der SPD mit Hartz IV und der Rente mit 67 zu tun hatte. F&uuml;r den DGB gab es traditionell f&uuml;r Wahlk&auml;mpfe die Maxime: &ldquo;Wir reden nur &uuml;ber Inhalte nicht &uuml;ber Parteien&rdquo;. Und da w&auml;re ein wesentlicher Inhalt vor dieser Wahl gewesen &uuml;ber die Arbeitsmarktreformen &ndash; diese so sozial sch&auml;dlichen &ndash;&nbsp;zu reden. Hier h&auml;tte der DGB dem B&uuml;rger &ldquo;nahe kommen k&ouml;nnen&rdquo;! Und seine gro&szlig;e politische Niederlage in eine verst&auml;ndliche Zukunftsperspektive umarbeiten k&ouml;nnen. So&nbsp;h&auml;tte der DGB zum zentralen Element dieses Diskurses &uuml;ber Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor und auch &ldquo;Lohndumping&rdquo; werden k&ouml;nnen.<br>\nAber statt diese&nbsp;politischen Inhalte zum Thema zu machen, ging es vor allem&nbsp;gegen &ldquo;Schwarz-Gelb&rdquo; &ndash; was sicher diese Konstellation eher bef&ouml;rdert als ihr geschadet hat &ndash; um sich anschlie&szlig;end vor laufenden Kameras nach dem Wahlsieg der Kanzlerin eher anzubiedern als ein harter konstruktiver Gespr&auml;chspartner zu werden.\n<p>So wurde&nbsp;wohl aus &ldquo;gewissen&rdquo; wahltaktischen &Uuml;berlegungen heraus &ndash; der Linken nicht zu nahe zu kommen und gar in einen Gegensatz zur SPD zu geraten &ndash; genau dieses &ldquo;Kraftvolle Agenda-Setting&rdquo; f&uuml;r den B&uuml;rger und&nbsp;gegen die bisher geltenden Prinzipien aufgegeben.\n<\/p><\/li>\n<li>Um es gleich provozierend zu sagen: Der Mindestlohn ist kein Ersatz f&uuml;r eine breite gewerkschaftliche Diskussion &uuml;ber die sich seit den 80-er Jahren entwickelte Umverteilung zu Lasten der Arbeitnehmer sowie die enorme Polarisierung innerhalb der Arbeitnehmer ( Lohnspreizung ).&nbsp;\n<p>In gewissem Sinne n&auml;mlich haben die politischen Ma&szlig;nahmen mit ihrer lohnsenkenden Wirkung&nbsp;seit den 90-er Jahren den Mindestlohn in Deutschland erst so richtig notwendig gemacht. Und er ist schon deshalb nie ein wirklicher &ldquo;Ersatz&rdquo;, weil er statt die Gewerkschaften in ihrer eigenen Substanz &ndash; auch als eigenst&auml;ndigen Einfluss-Faktor &ndash; wieder zu st&auml;rken, diese noch weiter und st&auml;rker in die Abh&auml;ngigkeit der Politik f&uuml;hrt. (die bisher nur die Schw&auml;chung der Gewerkschaften &ndash; bis hin zu &ldquo;Basta&rdquo;-Schr&ouml;der &ndash; im Auge hatte).\n<\/p><\/li>\n<li>Der Kapitalismus wird dezentraler und die Lohnpolitik dazu: Hier wird allein die Wirkung konstatiert &ndash; soll man sagen methodisch &ldquo;typisch&rdquo; f&uuml;r eine Sozialwissenschaftler &ndash; ohne die Ursachen mit einzubeziehen.\n<p>&nbsp;Was hier als genereller Trend ausgegeben wird ist weitgehend &ldquo;hausgemacht&rdquo;. W&auml;hrend des Vereinigungsprozesses haben sich die Gewerkschaften mit der &ldquo;Lohnangleichung-Ost&rdquo; &ouml;konomisch verhoben, weil im Vergleich unproduktivere Betriebe (im Osten) nicht die L&ouml;hne der Betriebe mit h&ouml;herer Produktivit&auml;t im Westen zahlen konnten (Vgl. Flassbeck &ldquo;Der falsche Lohn&rdquo;). So wurde der Fl&auml;chentarifvertrag &ndash; unter eifriger Mithilfe der Arbeitgeber &ndash; zerst&ouml;rt. In dieses Spiel sind die Gewerkschaften wohl wie der &ldquo;T&ouml;lpel&rdquo; hineingestolpert &ndash; ohne von der Regierung Kohl den Ausgleich f&uuml;r die ostdeutschen Betriebe einzufordern. So wurde das zentrale Instrument des Fl&auml;chentarifvertrages erst einmal nachhaltig gest&ouml;rt &ndash; wenn nicht in seiner wichtigen Bedeutung zerst&ouml;rt.<\/p>\n<p>Darauf setzte dann die Rot-Gr&uuml;ne Regierung mit den Arbeitsmarktreformen &ndash; auch weiter in lohnsenkender Absicht &ndash; eine besonders starke Ausdehnung des Niedriglohnsektors.<br>\nSoweit zur &ouml;konomischen Geschichte des &ldquo;dezentralen Kapitalismus&rdquo; in Deutschland. Aber internationale &ouml;konomische Studien haben schon l&auml;ngst herausgearbeitet, dass dieser Trend zur Einkommensungleichheit durch Arbeitsmarktinstitutionen und starke Gewerkschaften in mehr zentralisierten und koordinierten Lohnverhandlungen aufgehalten wird &ndash; oder eben nicht in diesem Ma&szlig;e zustande kommt. (vgl. dazu die Zusammenstellung von Gustav Horn u.a. im &ldquo;IMK-Report&rdquo; Nr. 41 )<\/p>\n<p>Soweit in aller gebotener K&uuml;rze zu den &ldquo;ekklatanten&rdquo; Schw&auml;chen dieser Argumentation &ndash; ganz ohne &Ouml;konomie.&nbsp;<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Leiharbeit bedeutet: weniger Lohn f&uuml;r die gleiche Arbeit<\/strong><br>\nGewerkschaften und Arbeits&auml;mter tragen ihren Teil zu diesem Umstand bei. Die &bdquo;Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union&ldquo; (FAU) fordert, Leiharbeit abzuschaffen.\n<p>Die Leiharbeit bietet den beteiligten Unternehmen gro&szlig;e Vorteile. So erwirtschafteten Adecco, Randstad und Manpower, die drei gr&ouml;&szlig;ten Verleiher, 2007 einen Gewinn von zusammen 1,43&nbsp;Milliarden Euro, wie aus dem &raquo;Schwarz-Wei&szlig;-Buch Leiharbeit&laquo; der IG Metall hervorgeht. Die Entleiherfirmen wiederum verf&uuml;gen &uuml;ber flexible Arbeitskr&auml;fte, die sich wegen ihres prek&auml;ren Status und den wechselnden Orten, an denen sie arbeiten, kaum gewerkschaftlich organisieren und h&auml;ufig stillschweigend akzeptieren, wenn geringe L&ouml;hne gezahlt werden oder das Urlaubsgeld und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausbleiben.<\/p>\n<p>&raquo;Der Punkt ist, dass du zwei Chefs durchf&uuml;ttern musst. Der Leiharbeitgeber will verdienen, und die Verleihfirma will profitieren. Das Ergebnis ist, dass Leiharbeiter im Schnitt 30 bis 50&nbsp;Prozent weniger verdienen als ihre fest angestellten Kollegen.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2009\/40\/39505.html\">Jungle World<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>DGB Studie: Der Arbeitsmarkt im Osten &ndash; 20 Jahre nach dem Mauerfall<\/strong>\n<p>Teil I: Besch&auml;ftigung und Einkommen:<br>\n20 Jahre nach dem Mauerfall liegt das ostdeutsche Lohnniveau noch immer ein Viertel niedriger als im Westen. Geringe Bezahlung und hohe Arbeitslosigkeit in den neuen L&auml;ndern sorgen zudem f&uuml;r ein deutlich h&ouml;heres Armutsrisiko, so die Ergebnisse einer aktuellen DGB-Studie. Die wirtschaftlichen St&auml;rken Ostdeutschlands m&uuml;ssten besser gef&ouml;rdert werden, so die Analyse. Leitbild m&uuml;sse der sozial-&ouml;kologische Umbau der gesamten Volkswirtschaft sein.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/2009\/10\/02_arbeitsmarkt_osten\/\">DGB<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Ministerin der L&uuml;ge &uuml;berf&uuml;hrt<\/strong><br>\nDruck auf Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann w&auml;chst. Jetzt vorgelegte Akten belegen deren Versuche, den Gewerkschafter Eberhard Brandt per Disziplinarverfahren zu kippen (&hellip;) Heister-Neumann habe &ldquo;in skandal&ouml;ser Weise Druck auf Mitarbeiter ausge&uuml;bt&rdquo;, obendrein &ldquo;den Landtag belogen&rdquo;, als sie behauptete, mit dem Fall Brandt nicht befasst gewesen zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/regional\/nord\/nord-aktuell\/artikel\/1\/ministerin-der-luege-ueberfuehrt\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Klaus Wowereit: &ldquo;SPD muss sich im Bund vom Linkspartei-Tabu trennen&rdquo;<\/strong><br>\n<blockquote><p><strong>Frage:<\/strong> Wie verstehen Sie ihre k&uuml;nftige Aufgabe als Parteivize? Werden Sie der &Ouml;ffnungsbeauftragte der Sozialdemokratie f&uuml;r B&uuml;ndnisse mit der Linkspartei?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Wowereit:<\/strong> Es ist richtig, wenn die SPD sich auf ihrem Dresdner Parteitag Mitte November von dem Tabu trennt, wonach Koalitionen mit der Linkspartei im Bund f&uuml;r uns prinzipiell undenkbar sind. Dieses Tabu muss weg. Es schadet der SPD erheblich. Das hei&szlig;t aber nicht, dass wir uns auf ein Linksb&uuml;ndnis fixieren. Wir konzentrieren uns auf das Profil der SPD.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\n&hellip;&hellip;.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Frage:<\/strong> Die eigentlichen Ursachen f&uuml;r die Wahlniederlage sehen viele in der SPD in der Reformagenda von Gerhard Schr&ouml;der und in der Rente mit 67. Zu Recht?<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Wowereit:<\/strong> Den Menschen ist nicht klar geworden, dass wir die Partei der sozialen Gerechtigkeit sind. Nat&uuml;rlich ist die Rente mit 67 rentenmathematisch zu rechtfertigen. Emotional aber wird sie nicht akzeptiert. Theoretisch stimmt es auch, dass jemand, der 30 Jahre gearbeitet hat, aus der Arbeitslosenversicherung genauso viel Geld bekommt wie jemand, der drei Jahre gearbeitet hat. Die Arbeitslosenversicherung ist eben keine Lebensversicherung. Den Menschen erkl&auml;ren kann man das trotzdem nicht. Beides sind Beispiele daf&uuml;r, dass es die SPD nicht geschafft hat, die Gef&uuml;hle der Menschen anzusprechen. Deshalb muss sich da etwas &auml;ndern. Man kann nicht nur rational Politik machen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2009-10\/wowereit-linkspartei?page=all&amp;print=true%20\">Die Zeit<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieses Interview ist ganz typisch f&uuml;r das kleine Karo der derzeitigen Debatte. Die politische Diskussion &uuml;ber die SPD verengt sich auf zwei Fragen &bdquo;Wie h&auml;ltst Du`s mit der Linkspartei?&ldquo; und die inhaltliche Nagelprobe ist die Frage nach dem <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/SPD-Wowereit-Linke-Agenda-2010;art141,2915967\">Aufweichen der Agenda 2010<\/a>. Kein Wort dar&uuml;ber, was unter &bdquo;inhaltlicher Neuausrichtung&ldquo; zu verstehen ist, was man tun will, um &bdquo;die Menschen zur erreichen&ldquo; (und welche?) und nicht danach, welche neuen wirtschaftspolitischen Vorstellungen man zu entwickeln gedenkt, um aus der Krise herauszukommen oder gar wie ein sozialdemokratisches Konzept einer k&uuml;nftigen Gesellschaft aussehen k&ouml;nnte? Was hei&szlig;t &bdquo;Zusammenhalt in der Gesellschaft&ldquo;? Was hei&szlig;t &bdquo;soziale Gerechtigkeit&ldquo; im 21. Jahrhundert? Es reicht f&uuml;r das neue F&uuml;hrungspersonal auch nicht aus, zu fordern, man m&uuml;sse &uuml;ber alles und mit allen reden. Es reicht auch nicht der Hinweis, man wolle Schlimmeres verhindern. Warum sagt, die F&uuml;hrungsspitze der SPD den fragenden Journalisten nicht einfach: Ihre Fragen sind r&uuml;ckw&auml;rtsgewandt, sie sind etatistisch, es geht Ihnen offenbar nur um Machtspiele und nicht um Fragen, die Antworten auf die konkreten Probleme der Menschen verlangen. Warum sagen die SPD-Leute nicht einfach, &bdquo;Wir haben den Denkzettel verstanden&ldquo;, wir gehen jetzt erst einmal in Klausur und wir werden danach ein politisches Angebot machen, von dem wir meinen, dass es sozialdemokratische Antworten auf die ungeheuren Herausforderungen der Krise geben kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Gabriel mit 78 Prozent als SPD-Chef nominiert<\/strong><br>\n28 Ja-Stimmen, 4 Nein, 4 Enthaltungen: Ein Traumergebnis sieht anders aus. Die SPD-Linken in der neuen F&uuml;hrungsspitze erhielten noch schlechtere Ergebnisse.<br>\nAndrea Nahles erhielt als k&uuml;nftige Generalsekret&auml;rin 24 Ja-Stimmen. Die vier k&uuml;nftigen stellvertretenden Vorsitzenden sind Berlins Regierender B&uuml;rgermeister Klaus Wowereit (22 Ja), Nordrhein-Westfalens SPD-Chefin Hannelore Kraft, Bundesarbeitsminister Olaf Scholz sowie die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (alle 31 Ja).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,653322,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Indiz daf&uuml;r wie im SPD-Vorstand noch die alten Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse bestehen. Wenn der Dresdener Parteitag hier keine Wechsel herbeif&uuml;hrt, dann sieht es mit der &bdquo;Erneuerung&ldquo; der SPD ziemlich schlecht aus. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Hans Peter Sch&uuml;tz: Weiter im alten Trott <\/strong><br>\nDie SPD macht weiter wie gehabt: Statt klarer Positionsbestimmung wird gekungelt. Postenjagd ist ihr wichtiger als Programm. So kommt sie nicht nach vorn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/fuehrungswechsel-in-der-spd-weiter-im-alten-trott-1512926.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung G.K.:<\/strong> Der Stern-Beitrag focussiert meines Erachtens zu stark auf die personelle Ebene. Erst die Verkn&uuml;pfung des vom Stern aufgelisteten Personal-Tableaus mit der SPD-Programmpolitik verdeutlicht den eigentlichen SPD-Fehlstart: <\/em><\/p>\n<p>Mit Frank-Walter Steinmeier r&uuml;ckt einer der SPD-Hauptprotagonisten des neoliberalen Rechtsschwenks der SPD (&ldquo;Agenda 2010&rdquo;, &ldquo;Rente mit 67&rdquo; etc.) auf den Posten des Oppositionsf&uuml;hrers. Sein Name ist des Weiteren eng verkn&uuml;pft mit der Umwandlung der Bundeswehr (und der Nato) von einer Verteidigungsarmee in eine bei Bedarf auch gegen das V&ouml;lkerrecht operierende, weltweite Interventionsarmee. Andrea Nahles als Schein-&ldquo;Linke&rdquo; steht f&uuml;r opportunistische Anpassung, Siegmar Gabriel als Vertreter der sog. &ldquo;Netzwerker&rdquo; f&uuml;r einen Kurs der Beliebigkeit. Ein glaubw&uuml;rdiger und kraftvoller Neuanfang sieht anders aus!<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Entwicklung der Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik Deutschland<\/strong><br>\nEine Darstellung des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/analysen\/2009\/entwicklung_wahlbeteiligung.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 61.3 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>UN-Bericht: Am besten lebt es sich in Norwegen<\/strong><br>\nIn Norwegen lebt es sich besser als in jedem anderen Land der Welt. Das geht aus einem UN-Bericht hervor. Demnach verteidigt das nordeurop&auml;ische Land seine Spitzenposition bei der Lebensqualit&auml;t vor Australien und Island. Auf der 182 L&auml;nder umfassenden Liste rangiert Deutschland auf Platz 22. In puncto Lebensqualit&auml;t liegen laut UN-Bericht L&auml;nder wie Irland, Frankreich, &Ouml;sterreich, Spanien und Italien vor Deutschland. Am schlechtesten ist die Lebensqualit&auml;t demnach in den kriegsgesch&uuml;ttelten Staaten Sierra Leone, Afghanistan und Niger.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/norwegen112.html\">Tagesschau<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/hdr.undp.org\/en\/reports\/global\/hdr2009\/\">Human Development Report 2009<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Grenzfall Deutschland<\/strong><br>\nRottach-Egern am Tegernsee ist verm&ouml;gend und attraktiv, Pasewalk in Pommern ist arm und leer. Zwanzig Jahre nach der Wende machen Christiane Florin und Raoul L&ouml;bbert den Ost-West-Klischeetest\n<p>Und wie ist das nun mit dem Kamel, dem Nadel&ouml;hr, dem Reichen, dem Himmelreich? Der Pfarrer glaubt, das sei nicht w&ouml;rtlich gemeint. Wer verm&ouml;gend ist, sein Herz aber nicht an Materielles h&auml;ngt, darf hoffen. Auf einen Platz ganz oben.<\/p>\n<p>Oder:<\/p>\n<p>Das gehobene B&uuml;rgertum gehe verloren, so Warnke, es bleibe die Unterschicht. Und mit der sei es per se viel schwerer,&nbsp;&bdquo;Kirche zu machen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.merkur.de\/2009_40_Grenzfall_Deutsch.37525.0.html?&amp;no_cache=1\">Rheinischer Merkur<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Bertelsmanns Nazi-Geschichte wird nach wie vor verf&auml;lscht<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich des Todes des Bertelsmann-Eigent&uuml;mers und Multimilliard&auml;rs Reinhard Mohn erneuern Medien des gr&ouml;&szlig;ten Medienkonzerns Europas, Bertelsmann, die l&uuml;genhafte Behauptung, der Bertelsmann Verlag sei wegen Widerstands gegen die Nazis geschlossen worden.\n<p>Der Bertelsmann-Verlag, Hauptlieferant der Wehrmacht und bis dahin kriegswichtiger Betrieb, wurde damals nicht aus politischen Gr&uuml;nden, sondern aus kriegswirtschaftlichen Gr&uuml;nden geschlossen. Die Schlie&szlig;ungsverf&uuml;gung erging im August 1944 zwecks &ldquo;totaler Mobilisierung&rdquo; f&uuml;r den Endsieg. <\/p>\n<p>Das Dokument kann<a href=\"http:\/\/www.polunbi.de\/inst\/bertelsmann-06.html\"> hier<\/a> besichtigt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.indymedia.org\/2009\/10\/262644.shtml\">indymedia.org<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Hartz-IV-Sanktionen wegbloggen<\/strong><br>\nText der Petition\n<p>Der Deutsche Bundestag m&ouml;ge beschlie&szlig;en (&hellip;) sofort die Sanktionen nach &sect; 31 SGB II abzuschaffen. <\/p>\n<p>Begr&uuml;ndung: &sect; 31 SGB II verletzt die Menschenw&uuml;rde und die Freiheit zur Entfaltung der Pers&ouml;nlichkeit und wandelt die gebotenen Hilfestellungen des Staates zu Zwangsma&szlig;nahmen um. Abz&uuml;ge vom absoluten Lebensminimum k&ouml;nnen nur durch Hungern kompensiert werden. Die Sanktionierung mit Hunger oder mit gesellschaftlicher Ausgrenzung steht auf derselben Stufe wie die Sanktionierung durch unmittelbare staatliche Gewalt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sanktionenwegbloggen.wordpress.com\/2009\/10\/01\/herzlich-willkommen\/\">Sanktionen wegbloggen<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h29\"><\/a><strong>Der Finanzvertrieb&nbsp;MLP hat seine Anzahl an Abgeordneten halten k&ouml;nnen <\/strong><br>\nAuch im neuen Bundestag sind drei Parlamentarier, die selbstst&auml;ndige Berater der Firma waren oder sind. Andere Finanzvertriebe waren im letzten Bundestag nicht vertreten. F&uuml;r den neuen Bundestag liegen solche Angaben noch nicht vor.\n<p>Prominentester Vertreter der MLP-Fraktion ist Frank Sch&auml;ffler. Der FDP-Abgeordnete sitzt seit 2005 im Bundestag und war zuletzt Mitglied im Finanzausschuss, einem der einflussreichsten Gremien des Parlamentes. Der 40-J&auml;hrige arbeitet seit 1997 als selbstst&auml;ndiger MLP-Berater. <\/p>\n<p>Ebenfalls der FDP geh&ouml;rt Miriam Gru&szlig; an, die von 2001 bis 2005 als Beraterin f&uuml;r &nbsp;MLP arbeitete. Die 33-j&auml;hrige ist kinder- und jugendpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion und geh&ouml;rte zuletzt unter anderem dem Ausschuss f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. <\/p>\n<p>Dritter im Bunde ist der CDU-Abgeordnete Gunther Krichbaum, der von 1995 bis 2002 f&uuml;r &nbsp;MLP t&auml;tig war. Er sitzt seit 2002 im Bundestag und leitete zuletzt den EU-Ausschuss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boerse-online.de\/finanzen\/aktuell\/:Bundestag--CDU-FDP-MLP\/512576.html\">B&ouml;rse Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h30\"><\/a><strong>Die Wirtschaftsachse Berlin-Moskau<\/strong><br>\nMit dem Verkauf der Opel-Mehrheit an Magna und die Sberbank f&uuml;hrt Berlin erprobte Strategien der deutschen Russland-Expansion fort. Die Beteiligung der russischen Bank &ouml;ffnet dem R&uuml;sselsheimer Konzern den Weg auf den russischen Markt, dem in der Automobilindustrie hohe Bedeutung beigemessen wird. Zugleich bindet er die russische Industrie, die sich zunehmend nach Asien orientiert, enger an Deutschland. Als Gegenleistung erh&auml;lt die russische Seite umfangreiches Know-How zur Konsolidierung maroder russischer Automobilfirmen und Einfluss auf eine deutsche Traditionsmarke. Der Ausbau der deutsch-russischen Wirtschaftsachse geschieht zu Lasten transatlantischer Kooperation: Verlierer ist der US-Konzern General Motors (GM). Der einstige Weltmarktf&uuml;hrer muss nicht nur auf die europ&auml;ischen Opel-Werke verzichten, sondern bekommt weltweit neue Konkurrenz. Dies gilt nicht zuletzt f&uuml;r den wichtigen russischen Markt, wo in Zukunft nicht nur Opel gegen GM antritt, sondern auch die einheimische Industrie &ndash; gest&auml;rkt durch deutsche Technologie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57635\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h31\"><\/a><strong>Uno-Streit um Wahlbetrug in Afghanistan: &ldquo;Ich wei&szlig;, L&uuml;gen sind kontraproduktiv&rdquo;<\/strong><br>\nEin Streit &uuml;ber den Umgang mit Wahlf&auml;lschungen kostete Peter Galbraith, ehemals stellvertretender Chef der Uno-Mission in Kabul, den Job.\n<p>Galbraith: Bei dem Streit mit Unama-Chef Kai Ede ging nicht darum, wie man mit den massiven F&auml;lschungen umgeht, sondern ob man &uuml;berhaupt damit umgeht. Er wollte den Betrug v&ouml;llig unter den Teppich kehren, selbst die Uno-Mitarbeiter sollten intern nicht dar&uuml;ber diskutieren. Ich bin seit 25 Jahren Diplomat, und ich wei&szlig;, L&uuml;gen sind kontraproduktiv, das funktioniert einfach nicht. Ich dr&auml;ngte darauf, dass die Manipulationen untersucht werden, um die Legitimit&auml;t der Regierung nicht zu gef&auml;hrden. Schlie&szlig;lich ist nicht die Behauptung, dass es F&auml;lschungen gab, destabilisierend f&uuml;r die Regierung, sondern die F&auml;lschung selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,653284,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h32\"><\/a><strong>Afghanistan: N&auml;chster Ausstieg Washington<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Barack Obama &uuml;berdenkt seine Afghanistanstrategie. Seine Milit&auml;rs vor Ort verlangen Verst&auml;rkung f&uuml;r eine &ldquo;Counterinsurgency&rdquo;-Strategie, wie sie im Irak erfolgreich war: Statt sich in gro&szlig;en Camps zu verschanzen und von dort zur Talibanjagd auszur&uuml;cken, sollen kleine Einheiten bei der Bev&ouml;lkerung leben und diese sch&uuml;tzen. So kann Unterst&uuml;tzung im Volk gewonnen und Territorium gesichert werden. Doch der Preis f&uuml;r diese Strategie ist hoch: mehr Soldaten, die &ndash; zumindest anfangs &ndash; deutlich h&ouml;heren Risiken ausgesetzt sind. Indirekt hat diese Risiken sogar schon die Bundeswehr zu sp&uuml;ren bekommen. Nachdem bei einem Luftangriff auf entf&uuml;hrte Tanklastz&uuml;ge nahe Kundus rund 50 Afghanen get&ouml;tet worden waren, kritisierten US-Milit&auml;rs in au&szlig;ergew&ouml;hnlich scharfer Form den deutschen Offizier, der die Bomber bei ihnen angefordert hatte. In der neuen Logik der &ldquo;Counterinsurgency&rdquo; sind Opfer unter der Bev&ouml;lkerung m&ouml;glichst zu vermeiden &ndash; selbst wenn dadurch eigene Truppen in erh&ouml;hte Gefahr geraten. \n<p>Obama ist bisher nicht bereit, diese teure Verst&auml;rkung zu genehmigen. Die Gr&uuml;nde liegen auf der Hand: Der Pr&auml;sident steht daheim unter enormem Druck, die Wirtschaft lahmt, die Staatsschulden explodieren, und sein Prestigeprojekt Gesundheitsreform steht auf der Kippe. Er kann daher auch nicht auf jene Parteig&auml;nger verzichten, die den Krieg immer lauter ablehnen und den R&uuml;ckzug fordern. Die deutsche Politik sollte genau beobachten, wohin er sich bewegt. W&auml;hlt Obama doch die konsequente &ldquo;Counterinsurgency&rdquo;-Strategie, dann kommen auf die Bundeswehr neue Risiken und Anforderungen zu. Dar&uuml;ber m&uuml;sste &ouml;ffentlich geredet werden. Entscheidet sich Obama hingegen f&uuml;r blo&szlig;es Durchwursteln, einen Kurs, dessen einzige Perspektive darin besteht, irgendwann geordnet abzuziehen, dann muss das deutsche Engagement reduziert werden. Viel ist dann n&auml;mlich nicht mehr zu erreichen. Und es gibt keinen Grund, die Bundeswehr einem langen, blutigen R&uuml;ckzugsgefecht auszusetzen. Amerika sei pleite und kriegsm&uuml;de, schrieb j&uuml;ngst ein Kolumnist der Obama-freundlichen &ldquo;New York Times&rdquo;. Wolle der Pr&auml;sident den Krieg in Afghanistan trotzdem fortsetzen, m&uuml;sse er sein Volk &ldquo;zu den Waffen rufen&rdquo; und diesem Aufruf auch Vorrang vor der Gesundheitsreform geben. Das Problem so zu formulieren, hei&szlig;t, die Antwort bereits vorzugeben: Im Zweifel wird Obama nat&uuml;rlich nicht seine Gesundheitsreform, sondern lieber den z&auml;hen Krieg in Afghanistan hintanstellen. In Berlin sollte man aber nicht allzu sehr darauf vertrauen, dass der Pr&auml;sident seine Strategie erst sorgf&auml;ltig abstimmt. Die Obama-Regierung hat Verb&uuml;ndete bereits unvermittelt im Regen stehen gelassen. Ganz gleich, was man etwa von ihrer Entscheidung h&auml;lt, auf die Raketenabwehr in Polen und Tschechien zu verzichten &ndash; die Informationspolitik war extrem ruppig. Den Regierungen in Warschau und Prag wurde &uuml;ber Nacht am Telefon mitgeteilt, dass es sich Washington anders &uuml;berlegt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:afghanistan-naechster-ausstieg-washington\/50018403.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h34\"><\/a><strong>Machtwechsel in Griechenland<\/strong><br>\nDie regierenden Konservativen in Griechenland haben ihre Niederlage bei der Parlamentwahl vom Sonntag einger&auml;umt. Die Neue Demokratie (ND) von Ministerpr&auml;sident Konstantinos Karamanlis kam bei der Parlamentswahl laut Hochrechnungen nur noch auf 33,9 Prozent der Stimmen, w&auml;hrend die oppositionellen Sozialisten mit 43,8 Prozent einen hohen Sieg einfuhren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/griechenland_wahl_1.3780806.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em>Dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Wenig Hoffnung auf Erneuerung<\/strong><br>\nDie Parlamentswahlen vom Sonntag weckten keinerlei Hoffnung auf eine Erneuerung des verkrusteten Parteiensystems, sagt Thanos Veremis, Professor f&uuml;r politische Geschichte an der Universit&auml;t der griechischen Hauptstadt Athen, im Gespr&auml;ch. Die politischen Formationen seien autorit&auml;r aufgebaut und auf charismatische F&uuml;hrerpers&ouml;nlichkeiten angewiesen. Die Kabinettsmitglieder w&uuml;rden nicht nach ihren F&auml;higkeiten oder nach nach den Regeln innerparteilicher Demokratie ausgew&auml;hlt, sondern nach dem Grad ihrer Loyalit&auml;t zum Parteif&uuml;hrer. Der Mangel an f&auml;higen mittleren Kadern in Schl&uuml;sselstellungen des Staates sei deshalb ein chronisches Problem der griechischen Politik. Wie Professor Veremis versp&uuml;rt Ilias Nikoloulis, ein Doktorand f&uuml;r Gesch&auml;ftsethik, keinerlei Begeisterung f&uuml;r diese Wahlen. Unter seinen Altersgenossen sei der Optimismus l&auml;ngst dahin, sagt er. Wenn er sein Studium abschliesse, habe er bestenfalls die Chance auf einen 700-Euro-Job. Es sei denn, er verf&uuml;ge &uuml;ber gute Beziehungen zu einer der beiden grossen Parteien und erhalte einen Posten im &ouml;ffentlichen Dienst, dem gr&ouml;ssten Arbeitgeber Griechenlands. Die griechische Gesellschaft sei seit der Staatsgr&uuml;ndung im Jahre 1821 geteilt zwischen jenen, die einen Rechtsstaat nach westlichem Muster anstrebten, und jenen, die sich auf eine halb-orientalische Tradition st&uuml;tzten. In den vergangenen Jahrzehnten habe das orientalisch anmutende Klientelsystem dominiert, das es der Partei an der Macht erlaube, ihre W&auml;hler mit einem Amt in den Staatsbetrieben oder mit der Vergabe billiger Kredite zu belohnen. Von einer Chancengleichheit k&ouml;nne keine Rede sein.<br>\nEin Gesetz der Regierung Karamanlis macht es neuen, kleinen Parteien faktisch unm&ouml;glich, sich &uuml;ber die elektronischen Medien den W&auml;hlern zu pr&auml;sentieren. Drei Familien dominieren seit einem halben Jahrhundert die griechische Politik. Der fr&uuml;here Staatsmann Konstantinos Karamanlis, ein Onkel des heutigen Regierungschefs, k&auml;mpfte auf der politischen B&uuml;hne bereits Ende der 1950er Jahre gegen Jiorgos Papandreou, den Grossvater des heutigen Oppositionsf&uuml;hrers. Hinzu kommt, wenn auch weniger dominant, aber doch immer wieder wie ein Z&uuml;nglein an der Waage, die Familie Mitsotakis. Um seine Versprechen umzusetzen, hatte der Regierungschef Karamanlis die B&uuml;rger um ein neues Mandat gebeten. Bereits im Jahre 2004 hatte er verk&uuml;ndet, er werde unpopul&auml;re Reformen durchf&uuml;hren und die grassierende Korruption bek&auml;mpfen. Er gewann damals haushoch, weil die Gesellschaft nach Reformen lechzte. Er konnte seine Versprechungen aber kaum umsetzen. Stattdessen erreichte die Korruption ein beispielloses Ausmass. Die Politik der masslosen Verschwendung erlaubte zwar jahrzehntelang breiten Bev&ouml;lkerungskreisen, weit &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse zu leben. Doch sie kam einer regelrechten Pl&uuml;nderung der griechischen Staatskasse gleich und brachte die Wirtschaft an den Rand des Bankrotts. Der Schuldenberg Griechenlands wird auf 260 bis 280 Milliarden Euro gesch&auml;tzt. Von den erwarteten Staatseinnahmen in der H&ouml;he von 65 Milliarden Euro werden 42 f&uuml;r die Bedienung der Schulden ben&ouml;tigt. Die &uuml;brigen 23 Milliarden reichen nicht einmal aus, um die auf mindestens 25 Milliarden Euro gesch&auml;tzten L&ouml;hne und Pensionen der Staatsangestellten zu zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/griechenland_wahlen_1.3769883.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: <\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"?p=4243#h01\">K&ouml;hler r&uuml;gt Krisenmanagement der Politiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h02\">Nachhaltiger Flurschaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h03\">Goldman winkt Milliardenbetrag bei CIT-Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h04\">Lehman-Pleite: Deutsche Anleger verlieren &uuml;ber eine Milliarde Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h05\">Am Ende gewinnt immer die Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h06\">Das Derivat, es lebe hoch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h07\">Hypo Real Estate: Milliardenverluste bis 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=4243#h08\">Kraftlose Geldh&uuml;ter: Was<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4243\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4243\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}