{"id":42439,"date":"2018-02-16T09:05:53","date_gmt":"2018-02-16T08:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42439"},"modified":"2018-02-16T11:56:58","modified_gmt":"2018-02-16T10:56:58","slug":"die-renten-groko-waere-eine-koalition-gegen-die-rentner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42439","title":{"rendered":"Die Renten-GroKo w\u00e4re eine Koalition gegen die Rentner"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn uns die Gewerkschaftsvorsitzenden <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++d2f67836-0c14-11e8-96fc-525400b665de\">Bsirske<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42326#more-42326\">Hoffmann<\/a> etwas anderes glauben lassen wollen, sollten zuk&uuml;nftige Rentnergenerationen alarmiert sein. Ein paar Verbesserungskr&uuml;mel, die sich teilweise als vergiftet erweisen, k&ouml;nnen nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass die Schw&auml;chung der gesetzlichen Rentenversicherung weiterbetrieben und der zunehmenden Altersverarmung nichts entgegengesetzt wird. Im Folgenden beschreibt unser Gastautor <strong>Reiner Heyse<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42439#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] den Vorgang als Mogelpackung, die unter anderem die in den Medien als erfolgreiche Sozialpolitikerin gepriesene Andrea Nahles mit zu verantworten hat. So urteilt auch Matthias Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linksfraktion <a href=\"http:\/\/www.matthias-w-birkwald.de\/serveDocument.php?id=659.bc4.pdf\">hier<\/a>. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Reiner Heyse macht seine Kritik an folgenden sechs Punkten<\/strong> fest und vergleicht im Anschluss zwei M&uuml;tter, die von der M&uuml;tterrente II profitieren oder eben nicht profitieren werden:<\/p><ol>\n<li><strong>Rentenstabilisierung &ndash; ein sch&ouml;nes Versprechen? &ndash; von wegen:<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Wir (werden) die gesetzliche Rente auf heutigem Niveau von 48 Prozent bis zum Jahr 2025 absichern und bei Bedarf durch Steuermittel sicherstellen, dass der Beitragssatz nicht &uuml;ber 20 Prozent steigen wird.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu drei Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Das bedeutet Stabilit&auml;t auf das seit 2003 um &uuml;ber 10 % abgesenkte Niveau. Die Rentensenkungen der letzten 15 Jahre sollen also schon mal abgesichert werden.<\/li>\n<li>Die Deutsche Rentenversicherung hat im Dezember 2014 verlautbart: bis 2024 k&ouml;nnen Niveau und Beitragssatz auf dem heutigen Stand gesichert werden. Das gilt nat&uuml;rlich nur, wenn nichts dazwischen kommt. Wenn die neue GroKo dazwischenkommt, kann es eng werden, weil alle Verbesserungen (Erwerbsminderungsrente; M&uuml;tterrente II; Grundrente) aus Beitragsgeldern finanziert werden sollen.<\/li>\n<li>Das &bdquo;Rentenniveau vor Steuern&ldquo; sagt wenig aus. Die ganze Wahrheit bringt die Rente nach Steuern, also der tats&auml;chlich verf&uuml;gbare Geldbetrag. Und die wird weiter sinken, weil der Besteuerungsanteil der Rente bis 2040 Jahr f&uuml;r Jahr steigen wird (nachgelagerte Besteuerung &ndash; siehe ausf&uuml;hrlicher <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/von-wegen-stabilisierung-des-rentenniveaus-bis-2025\/\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/sinkendes-rentenniveau-die-ganze-wahrheit\/\">hier<\/a>). Das reale Rentenniveau nach Steuern wird von 61,1 % bis 2025 auf 58,5 %, also um 2,3 Prozentpunkte = 3,8 % sinken.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Verhindert die Grundrente Armut? &ndash; wohl kaum:<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Die Lebensleistung von Menschen &hellip; &nbsp;soll honoriert und ihnen ein regelm&auml;&szlig;iges <strong>Alterseinkommen zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs<\/strong> zugesichert werden. Die <strong>Grundrente<\/strong> gilt f&uuml;r bestehende und zuk&uuml;nftige Grundsicherungsbezieher, die 35 Jahre an Beitragszeiten oder Zeiten der Kindererziehung bzw. Pflegezeiten aufweisen. Voraussetzung f&uuml;r den Bezug der &bdquo;Grundrente&ldquo; ist eine <strong>Bed&uuml;rftigkeitspr&uuml;fung<\/strong> entsprechend der Grundsicherung.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu vier Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Zun&auml;chst ist das ein &ldquo;Nachfolgeversprechen&ldquo; der Lebensleistungsrente aus dem letzten Koalitionsvertrag (2013). Die letzte GroKo hatte versprochen, dass RentnerInnen, die mindestens 35 Jahre Beitr&auml;ge bezahlt hatten, eine Rente f&uuml;r 30 Entgeltpunkte bekommen. Das w&auml;ren heute: 30EP x 31,03 &euro; = 931 &euro; brutto. Netto etwa: 830 &euro;. Daraus ist ja bekanntlich nichts geworden.<\/li>\n<li>Das neue Versprechen hei&szlig;t jetzt: Grundrente. Sie soll 10 % &uuml;ber der Grundsicherung liegen. Der aktuelle Grundsicherungsbetrag liegt bei 800 &euro;. Es k&auml;men also etwa 880 &euro; raus. Um zu bewerten, ob das ein wirksamer Beitrag zur Bek&auml;mpfung von Altersarmut ist, muss man folgendes ber&uuml;cksichtigen: Die Grundsicherung, fr&uuml;her Sozialhilfe, soll verhindern, dass Menschen obdachlos sind und hungern. Die international vereinbarte Definition der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle betr&auml;gt aber 60 % des mittleren Einkommens. Das waren im letzten Jahr etwa 1.050 &euro;. Die angepeilte Grundrente liegt also dichter an der Grenze der absoluten Armut als an der relativen Armutsschwelle (&ldquo;Der Mensch lebt nicht vom Brot allein&rdquo; &ndash; er ist ein soziales und kulturelles Wesen).<\/li>\n<li>Die Deutsche Rentenversicherung hat in der letzten Woche besorgt darauf hingewiesen, dass die Grundrente aus Steuermitteln zu finanzieren w&auml;re (gesellschaftliche F&uuml;rsorgema&szlig;nahme) und nicht aus Beitragsmitteln. Tats&auml;chlich fehlen im Finanzierungsplan f&uuml;r die GroKo-Projekte Mehrausgaben f&uuml;r die Rentenma&szlig;nahmen g&auml;nzlich. Sollte das so eintreten, w&auml;re das ein weiteres Schurkenst&uuml;ck, denn die steuerfinanzierte Grundsicherung w&uuml;rde dann auf die beitragsfinanzierte Grundrente &ldquo;umgewidmet&rdquo;.<\/li>\n<li>Die Grundrente wird &bdquo;bedarfsgepr&uuml;ft&ldquo;, wie bei Hartz IV- bzw. Grundsicherungs-Empf&auml;ngern. Betroffene m&uuml;ssen also erst ihre pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnisse offenbaren, bevor es einen Euro gibt und die m&uuml;hsam angesparten Sparkonten m&uuml;ssen auf ein Schonverm&ouml;gen von 5.000 &euro; verbraucht sein.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Wer bezahlt die &bdquo;M&uuml;tterrente II&ldquo;?- und andere Fragen<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Wir wollen die Gerechtigkeitsl&uuml;cke schlie&szlig;en: M&uuml;tter und V&auml;ter, die vor 1992 geborene Kinder erzogen haben, sollen k&uuml;nftig auch das dritte Jahr Erziehungszeit in der Rente angerechnet bekommen. Wir wollen die &bdquo;M&uuml;tterrente II&ldquo; einf&uuml;hren. Das ist ein wichtiger <strong>Baustein zur Bek&auml;mpfung von Altersarmut<\/strong>. Diese Verbesserungen bei der M&uuml;tterrente durch einen 3. Entgeltpunkt pro Kind sollen f&uuml;r M&uuml;tter und V&auml;ter gelten, <strong>die drei und mehr Kinder erzogen haben<\/strong>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu vier Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Auch die &ldquo;M&uuml;tterrente II&rdquo; soll durch die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge bezahlt werden. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet Kosten von ca. 3,5 Mrd. &euro; pro Jahr. Zusammen mit M&uuml;tterrente I werden dann &uuml;ber 10 Mrd. &euro; pro Jahr aus Beitragsgeldern zweckentfremdet.<\/li>\n<li>Wer nur ein oder zwei vor 1992 geborene Kinder hat, bleibt in der &bdquo;Gerechtigkeitsl&uuml;cke&ldquo; h&auml;ngen.<\/li>\n<li>Bek&auml;mpfung von Altersarmut? Die Betr&auml;ge aus der Kinder-Entgeltpunkte-Rente werden von der Grundsicherung abgezogen &ndash; daran soll sich nichts &auml;ndern.<\/li>\n<li>Das Finanzierungsmodell f&uuml;hrt zu unglaublichen Konstellationen, die vom h&ouml;chsten Gericht als rechtens beurteilt wurden (Geschichte am Ende des Artikels).<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Verbesserte Erwerbsminderungsrente &ndash; f&uuml;r wen?<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Wir werden diejenigen besser absichern, die aufgrund von Krankheit ihrer Erwerbst&auml;tigkeit nicht mehr nachgehen k&ouml;nnen. Wir wollen die Anhebung der Zurechnungszeiten beschleunigen, indem wir das jetzt vorgesehene Alter von 62 Jahren und drei&nbsp;Monaten in einem Schritt auf 65 Jahre und acht Monate anheben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu vier Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Die Verbesserungen gelten, wie bisher, nur f&uuml;r die zuk&uuml;nftigen Erwerbsminderungsrentner. Das sind also Menschen, die heute noch h&auml;ufig gesund, noch keine Ahnung von ihrem zuk&uuml;nftigen &ldquo;Gl&uuml;ck&rdquo; haben. Die Krokodilstr&auml;nen, die GroKo-Politiker in den letzten Monaten wegen der niedrigen Erwerbsminderungsrenten (im Durchschnitt der 2 Millionen Betroffenen bei 690 &euro; im Monat) vergossen haben, waren verlogene Tr&auml;nen.<\/li>\n<li>Neben dem &bdquo;f&uuml;r wen&ldquo; steht noch die Frage: &bdquo;ab wann&ldquo;? Denn Beschleunigung ist ja sch&ouml;n, aber wenn sie erst in 2 oder 3 Jahren einsetzt, hilft das Hunderttausenden neu Erwerbsgeminderten gar nichts.<\/li>\n<li>Die Abschl&auml;ge von bis zu 10,8 % bleiben nach wie vor bestehen. Der Zynismus wird also fortgesetzt. Kein Erwerbsgeminderter plant seine Krankheit, sondern erleidet ein Schicksal, das auch noch mit Abz&uuml;gen bestraft wird.<\/li>\n<li>Die seit 2001 erschwerten Zugangsbedingungen bleiben unver&auml;ndert (siehe auch Artikel <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/erwerbsminderungsrenten.pdf\">Einf&uuml;hrung der Erwerbsminderungsrenten war Enteignung<\/a>).<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die wichtigste, weil strategische Aussage: &bdquo;Wir halten am Drei-S&auml;ulen-Modell fest&ldquo;<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;<strong>Wir halten am Drei-S&auml;ulen-Modell fest und wollen in diesem Rahmen die private Altersvorsorge weiterentwickeln<\/strong> und gerechter gestalten. Es ist ein Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft anzusto&szlig;en mit dem Ziel einer z&uuml;gigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu vier Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Die gesetzliche Rentenversicherung wird weiter geschw&auml;cht. Alle Beitragsgelder, die f&uuml;r private Rentenversicherungen ausgegeben werden, dazu z&auml;hlen auch die auf Entgeltumwandlung basierenden Betriebsrenten, werden der gesetzlichen Rentenversicherung vorenthalten bzw. entzogen.<\/li>\n<li>Gro&szlig;e Summen aus Steuergeldern werden jetzt schon an die Versicherungswirtschaft umgeleitet (allein f&uuml;r Riester-Vertr&auml;ge &uuml;ber 3 Mrd. &euro; j&auml;hrlich). Das soll ganz offensichtlich noch verst&auml;rkt werden.<\/li>\n<li>Das &bdquo;Betriebsrentenst&auml;rkungsgesetz&ldquo; wird nicht mehr erw&auml;hnt. Die aus Bruttoentgelten finanzierte Betriebs- besser Betrugsrente ist in trockenen T&uuml;chern und am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Jetzt wenden sich die GroKo-Planer der gescheiterten Riester-Rente zu.<\/li>\n<li>Und das kann man nur als Gangster-St&uuml;ck betrachten. Seit 17 Jahren wird behauptet, die Riester-Rente k&ouml;nnte die durch Gesetze geschaffene Versorgungsl&uuml;cke schlie&szlig;en. Trotz drastisch abgesenktem Rentenniveau und mittlerweile &uuml;ber 30 Milliarden &euro; staatlichen Subvention ist die Zahl der aktiven Riester-Vertr&auml;ge erb&auml;rmlich. Von 41 Millionen f&ouml;rderberechtigten Personen halten gerade einmal 11 Millionen (27 %) wirksame Vertr&auml;ge und lediglich 6 Millionen erhalten den vollen F&ouml;rderbeitrag (15 %). Diese katastrophale Bilanz wird noch dadurch getoppt, dass seit &uuml;ber 6 Jahren nur noch niedrigste Zinsen an den sicheren Kapitalm&auml;rkten erzielt werden k&ouml;nnen, so dass selbst der derzeitige Garantiezins von 0,9 % zu hoch ist und etliche Versicherungen schon keine Riester-Vertr&auml;ge mehr anbieten. Dass die GroKo-Regierungen tatenlos zusehen, wie die Rentenl&uuml;cken immer gigantischere Ausma&szlig;e annehmen, ist schon str&auml;flich. Dass sie dar&uuml;ber hinaus jetzt aber auch noch beschlie&szlig;en, den toten Gaul &ldquo;Riester-Rente&rdquo; attraktiver zu machen und sicher noch weitere Milliarden &euro; zu injizieren, kann mit lauteren Motiven nicht mehr begr&uuml;ndet werden. Vielleicht bekommt der Bundestag ja in ein paar Jahren einen Untersuchungsausschuss, der die dubiosen Hintergr&uuml;nde aufzukl&auml;ren hat.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Eine Rentenkommission droht &ndash; Erfahrungen:<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Wir werden eine <strong>Rentenkommission &bdquo;Verl&auml;sslicher Generationenvertrag&ldquo;<\/strong> einrichten, die sich mit den Herausforderungen der nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung und der beiden weiteren Rentens&auml;ulen ab dem Jahr 2025 befassen wird&hellip; Die Rentenkommission soll ihren Bericht bis M&auml;rz 2020 vorlegen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Dazu vier Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland haben sogenannte Expertenkommissionen grundlegende neoliberale Politikprojekte angeschoben. Eine weitere Rentenkommission verhei&szlig;t nichts Gutes.<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Die R&uuml;rup-Kommission hat die Vorlagen f&uuml;r die sogenannten Rentenreformen geschaffen, die das Rentenniveau drastisch senkten, die Altersarmut beschleunigten und den Versicherungskonzernen Milliardengesch&auml;fte besorgte.<\/li>\n<li>Die Hartz-Kommission begr&uuml;ndete den Hartz-IV-\/Agenda-2010-Umbau des Sozialstaates. Seit 15 Jahren r&uuml;hmen die jeweiligen Regierungen die &ldquo;Erfolge&rdquo;, die einen riesigen Niedriglohnsektor schufen, den Zwang, unabh&auml;ngig von der Qualifikation nahezu jede Arbeit verrichten zu m&uuml;ssen, einen ausufernden Kontrollapparat &uuml;ber Sozialhilfeempf&auml;nger\/Arbeitslosengeld-II-Bezieher zu spannen und die Gewerkschaften zu schw&auml;chen.<\/li>\n<li>Die Fratzscher-Kommission, die in der Folge der staatlichen Schuldenbremse den Auftrag bekam, Konzepte zur Privatisierung von Staatsaufgaben vorzulegen.<\/li>\n<li>Die ????-Kommission, die jetzt einen &ldquo;Verl&auml;sslichen Generationenvertrag&rdquo; vorlegen soll, der die drei Rentens&auml;ulen &ldquo;fortentwickelt&rdquo;. Das k&ouml;nnen 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner und 50 Millionen zuk&uuml;nftige Rentenbezieher bei den jetzt vorliegenden Zielen nur als Drohung ansehen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>Abschlie&szlig;end:<\/strong><\/p><p>Wie oben erw&auml;hnt, findet sich in der Finanzplanung der GroKo-Projekte kein Posten f&uuml;r die Renten-Ma&szlig;nahmen. Sollten diese Ma&szlig;nahmen dann vollst&auml;ndig aus Beitragsmitteln bezahlt werden, w&uuml;rden die sogenannten versicherungsfremden Leistungen wieder in Richtung 30 Milliarden &euro; gehen. Das hatten wir in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als ein gro&szlig;er Teil der DDR-Abwicklung aus den Beitr&auml;gen der Rentenversicherten bezahlt wurde. Das war schon schlimm genug. Wenn zur Sicherung der &ldquo;schwarzen Null&rdquo; im Bundeshaushalt der Beitragsklau jetzt wieder solche H&ouml;hen erreichen sollte, ist wohl mehr als &ldquo;nur&rdquo; ein Seniorenaufstand f&auml;llig.<\/p><p><strong>Anhang: Eine gar nicht so fiktive M&uuml;tterrenten-Story:<\/strong><\/p><p>Eine Renogehilfin arbeitet in einem Notarb&uuml;ro und steht kurz vor der Rente. Sie hat in ihrem Berufsleben ein branchen&uuml;blich geringes Gehalt bezogen und etliche Jahre nicht gearbeitet wegen Kindern, Pflege und Haushalt. Sie erwartet eine Rente von 600 &euro;, hat also Anspruch auf Grundsicherung von ca. 200 &euro;. Sie hat drei Kinder vor 1992 gro&szlig;gezogen und freut sich jetzt wegen der M&uuml;tterrente I und II auf ein Rentenplus von 186 &euro; (3 Kinder x 2 Entgeltpunkte x 31,03 &euro; &ndash; Anspruch auf einen Entgeltpunkt pro Kind hatte sie schon vor den M&uuml;tterrenten I und II).<\/p><p>Bei der Rentenberatung wird ihr die Freude genommen: Sie bekommt von den 186 &euro; keinen Cent, weil die voll mit dem Grundsicherungsbetrag verrechnet werden.<br>\nVollends aus dem H&auml;uschen ger&auml;t die Frau dann aber, als sie erf&auml;hrt, dass die Frau ihres Chefs, die auch drei Kinder vor 1992 gro&szlig;gezogen hat, sogar einen Anspruch auf 280 &euro; hat, obwohl sie in ihrem Leben keinen einzigen Cent in die Rentenversicherung eingezahlt hatte. Die Frau ihres Chefs erh&auml;lt nat&uuml;rlich keine Grundsicherung, weil das Haushaltseinkommen &uuml;ppig ist. Es kann also nichts verrechnet werden und sie erh&auml;lt auch tats&auml;chlich die 280 &euro; ausbezahlt.<\/p><p>Nun versteht unsere Renogehilfin auch, was Olaf Scholz 2003 als SPD-Generalsekret&auml;r mit dem Satz meinte: Die Sozialdemokraten sollten den Begriff der Verteilungsgerechtigkeit durch das Wort Chancengerechtigkeit ersetzen.<\/p><p>Sie bezahlt mit ihren Beitr&auml;gen die Rente der Frau ihres Chefs. F&uuml;r diese verordnete Gro&szlig;z&uuml;gigkeit geht sie daf&uuml;r leer aus. Das ist nun wirklich keine Verteilungsgerechtigkeit, aber sie h&auml;tte ja auch die Chance haben k&ouml;nnen, einen Notar zu ehelichen.<\/p><p><strong>P.S.: Die Darstellung der SPD-Bundestagsfraktion<\/strong><br>\nSelbstverst&auml;ndlich sieht die SPD-Fraktion die Sache ganz anders. Sie finden <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/180215-SPD-infoblaetter-koalitionsvertrag.pdf\">hier Informationsbl&auml;tter der SPD-Bundestagsfraktion<\/a> unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Unsere Erfolge im Koalitionsvertrag&ldquo;. Auf Seite 5 sind die angeblichen Erfolge in der Rentenpolitik wiedergegeben. Vergleichen Sie das bitte mit der Analyse von Reiner Heyse.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Rainer Heyse<\/strong> geh&ouml;rt zur Gruppe der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26116\">Gewerkschaftssenioren<\/a> aus Schleswig-Holstein, die 2014 das Projekt &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.seniorenaufstand.de\">Seniorenaufstand<\/a>&ldquo; ins Leben riefen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn uns die Gewerkschaftsvorsitzenden <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++d2f67836-0c14-11e8-96fc-525400b665de\">Bsirske<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42326#more-42326\">Hoffmann<\/a> etwas anderes glauben lassen wollen, sollten zuk&uuml;nftige Rentnergenerationen alarmiert sein. Ein paar Verbesserungskr&uuml;mel, die sich teilweise als vergiftet erweisen, k&ouml;nnen nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass die Schw&auml;chung der gesetzlichen Rentenversicherung weiterbetrieben und der zunehmenden Altersverarmung nichts entgegengesetzt wird. Im Folgenden beschreibt unser Gastautor <strong>Reiner Heyse<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42439#foot_1\"<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42439\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[188,39,40],"tags":[635,1592,2003,1260,2270,904,2165,2271,273,1912,2272,221,291],"class_list":["post-42439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesregierung","category-rente","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","tag-altersarmut","tag-deutsche-rentenversicherung","tag-erwerbsminderungsrente","tag-groko","tag-grundrente","tag-grv","tag-heyse-reiner","tag-muetterrente","tag-privatvorsorge","tag-rentenniveau","tag-versicherungsfremde-leistungen","tag-versicherungswirtschaft","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42439"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42439\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42457,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42439\/revisions\/42457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}