{"id":4254,"date":"2009-10-12T09:00:47","date_gmt":"2009-10-12T07:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4254"},"modified":"2009-10-12T11:20:48","modified_gmt":"2009-10-12T09:20:48","slug":"hinweise-des-tages-995","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4254","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu den Themen: Koalitionsgespr&auml;che und ihre Begleitung durch Interessenvertreter, politische Justiz, Schweinegrippe, Mehrheit gibt Sarrazin Recht, zur Lage des Journalismus (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Casino l&auml;uft wieder wie geschmiert &ndash; L&auml;nder stehen vor der Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Der Tagesspiegel: FDP: M&uuml;ssen &uuml;ber Pkw-Maut nachdenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Deutsche-Bank-&Ouml;konom Walter verlangt &ldquo;brutale&rdquo; Ausgabenk&uuml;rzungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Union und FDP wollen Private Equity-Markt st&auml;rker f&ouml;rdern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Wie unser Abgabensystem privaten Reichtum f&ouml;rdert und das Gemeinwesen verarmen l&auml;sst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">&Uuml;ber den Einfluss der Politik auf Staatsanwaltschaft und Rechtssprechung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">US-Pensionsfonds k&auml;mpfen mit Horror-Defizit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Lassen Sie sich in Deutschland nicht gegen &ldquo;Schweinegrippe&rdquo; oder &ldquo;Neue Grippe&rdquo; impfen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Mehrheit der Deutschen gibt Sarrazin Recht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Zentralrat der Juden vergleicht Sarrazin mit Hitler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">GEW: Erh&ouml;hung der Kinderfreibetr&auml;ge nicht das richtige bildungspolitische Signal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Linke will &bdquo;Recht auf Rausch&ldquo; und Asyl f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Eine Minute f&uuml;r den Quellencheck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">S&uuml;ddeutsche Zeitung in der Krise<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4254&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Casino l&auml;uft wieder wie geschmiert &ndash; L&auml;nder stehen vor der Pleite<\/strong><br>\nIn Lettland r&uuml;ckt ein Staatsbankrott immer n&auml;her. Nur dank einem Hilfskredit in H&ouml;he von 7,5 Milliarden Euro des Internationalen W&auml;hrungsfonds, der Europ&auml;ischen Union und der nordischen Nachbarn ist der baltische Staat noch zahlungsf&auml;hig. Doch nun verlieren die Geldgeber die Geduld mit in Riga.<br>\nErst unter der Androhung, dass die Auszahlung der n&auml;chsten Kreditraten in Gefahr sei, erkl&auml;rte die Regierung sich bereit, jene Einsparungen umzusetzen, zu denen sie sich verpflichtet hatte.<br>\nBisher f&uuml;hrte die Regierung von Ministerpr&auml;sident Valdis Dombrowskis zwar harte Budgetk&uuml;rzungen durch, scheute jedoch vor Schritten zur&uuml;ck, die vor allem die besser Gestellten treffen w&uuml;rden. So lehnte sie eine Steuerprogression statt der Einheitssteuer von 23 Prozent ebenso ab wie eine Immobiliensteuer. Das war Folge eines internen Streit zwischen Dombrowskis Liberalen und der gr&ouml;&szlig;ten Fraktion, der konservativen Volkspartei, die sich weigerte, Steuererh&ouml;hungen zu akzeptieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2002357_Hilfskredite-Lettlands-Geldgeber-verlieren-Geduld.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Tagesspiegel: FDP: M&uuml;ssen &uuml;ber Pkw-Maut nachdenken<\/strong><br>\nZur Finanzierung von Stra&szlig;en und Autobahnen will die FDP eine Debatte &uuml;ber eine Pkw-Maut ansto&szlig;en. &ldquo;Ich bin gegen Denkverbote&rdquo;, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick D&ouml;ring, dem Tagesspiegel am Sonntag. Im Auftrag der neuen Regierung solle ein Expertengremium &uuml;ber die zuk&uuml;nftige Finanzierung der Infrastruktur beraten. &ldquo;Wenn diese Kommission entsprechende Konzepte aufzeigt, m&uuml;ssen wir dar&uuml;ber in der Koalition diskutieren. Die Maut ist eine Option.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.finanznachrichten.de\/nachrichten-2009-10\/15168249-der-tagesspiegel-fdp-muessen-ueber-pkw-maut-nachdenken-007.htm\">Finanznachrichten.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auf der einen Seite Steuersenkungen fordern und auf der anderen Seite Geb&uuml;hren einf&uuml;hren. Wer &bdquo;den Staat&ldquo; nur f&uuml;r das bezahlen will, wof&uuml;r er eine unmittelbare Gegenleistung erh&auml;lt, will weg von der Errungenschaft des &bdquo;Steuerstaats&ldquo; und hin zum &bdquo;Geb&uuml;hrenstaat&ldquo;. Im &bdquo;Geb&uuml;hrenstaat&ldquo; zahlt jeder nur die Leistung, die er in Anspruch nimmt &ndash; sofern er sie bezahlen kann. Ein sozialer Ausgleich &uuml;ber eine Steuerprogression findet im nicht mehr statt. Der &bdquo;Geb&uuml;hrenstaat&ldquo; hei&szlig;t Verteilung und Inanspruchnahme &ouml;ffentlicher Leistungen nach der &bdquo;Prim&auml;rverteilung&ldquo;, also nach den bestehenden Verm&ouml;gens- und Verteilungsverh&auml;ltnissen. Aus dieser Ideologie speist sich auch die Forderung nach einer f&uuml;r alle gleich hohen &bdquo;Kopfpauschale&ldquo; bei der Krankenversicherung oder deren schleichende Einf&uuml;hrung &uuml;ber einen Zuschlag zur gesetzlichen Krankenversicherung.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutsche-Bank-&Ouml;konom Walter verlangt &ldquo;brutale&rdquo; Ausgabenk&uuml;rzungen<\/strong><br>\nBittere Pillen f&uuml;r die B&uuml;rger: Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, fordert in der &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo; von der neuen Bundesregierung einen harten Sparkurs. Sozial- und Gesundheitsausgaben m&uuml;ssen begrenzt werden. Auch Mitarbeiter des &ouml;ffentlichen Dienstes sollen einen Beitrag leisten.<br>\nIch hoffe, dass nicht nur die Einkommensteuers&auml;tze nicht mehr erh&ouml;ht werden. Auch die Bemessungsgrundlage und die Beitragss&auml;tze zur Sozialversicherung sollten eingefroren werden.<br>\nEs gilt, andere Wege vorzuschlagen: So k&ouml;nnen Nutzungsentgelte f&uuml;r &ouml;ffentliche G&uuml;ter einen Teil der Einnahmeausf&auml;lle kompensieren. Mit einer Pkw-Maut kann man vergleichsweise unproblematisch f&uuml;nf bis zehn Milliarden Euro einnehmen. Ausl&auml;ndische Pkw-Fahrer sind sicher bereit, einen Beitrag f&uuml;r die vorz&uuml;gliche deutsche Infrastruktur zu entrichten.<br>\nEinnahmesteigerungen in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung reichen freilich nicht aus, um den Staatshaushalt in absehbarer Zeit zu sanieren. Das geht nur mit einem brutalen Schnitt bei den Ausgaben. Sozial- und Gesundheitsausgaben m&uuml;ssen begrenzt werden. Anreize f&uuml;r eigenst&auml;ndige Vorsorge gilt es vor allem wegen der Alterung und Schrumpfung unserer Bev&ouml;lkerung rasch und sorgsam zu etablieren. Lohnerh&ouml;hungen im &ouml;ffentlichen Dienst sind vorerst unrealistisch. Stattdessen ist den Gewerkschaften nahezulegen, f&uuml;r ihre Mitglieder einen Anspruch auf Weiterbildung durchzusetzen. Dies gilt nicht nur f&uuml;r Staatsbedienstete. Es wird au&szlig;erordentlich schwer sein, diese bitteren Botschaften so zu vermitteln, dass die W&auml;hler sie akzeptieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article4796191\/Walter-verlangt-brutale-Ausgabenkuerzungen.html?page=0\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Walter sagt ungeschminkt, wer f&uuml;r die Krise zahlen soll. Der Artikel best&auml;tigt nur, was man bef&uuml;rchten muss. Walters wirtschaftliberale Rezepte d&uuml;rften mehr oder weniger die Leitlinie der k&uuml;nftigen schwarz-gelben Regierung sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Union und FDP wollen Private Equity-Markt st&auml;rker f&ouml;rdern<\/strong><br>\nDie k&uuml;nftigen Koalitionspartner von Union und FDP wollen eine bessere F&ouml;rderung des Private-Equity-Marktes sowie den Abbau von &ldquo;&uuml;berfl&uuml;ssigen Hemmschwellen&rdquo; bei b&ouml;rsennotierten Immobilienfonds (REITs), sagten Unterh&auml;ndler der Arbeitsgruppe Steuern, Finanzen und Haushalt zu Dow Jones Newswires am Freitag in Berlin.<br>\nEine bessere F&ouml;rderung von Private Equity sei nicht zuletzt deshalb erforderlich, weil der in der gro&szlig;en Koalition zwischen SPD und Union &ldquo;so m&uuml;hsam beschlossene Kompromiss zum &ldquo;MoRaKG &ndash; Gesetz zur Modernisierung der Rahmenbedingungen f&uuml;r Kapitalbeteiligungen&rdquo; vor der EU gescheitert sei, sagte einer der Unterh&auml;ndler. Das Gesetz habe sich auf die Wagniskapitalfinanzierung konzentriert. &ldquo;Nun wollen wir nicht nur beim Wagniskapital, sondern insgesamt beim Private Equity offensiver herangehen&rdquo;, sagte der Teilnehmer an der Arbeitsgruppe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/kurse.focus.de\/news\/Union-und-FDP-wollen-Private-Equity_id_news_121534465.html\">Focus Money Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man macht weiter, so als ob es keine Finanzkrise gegeben h&auml;tte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie unser Abgabensystem privaten Reichtum f&ouml;rdert und das Gemeinwesen verarmen l&auml;sst<\/strong><br>\nDie Regierenden halten insgeheim die Steuervermeidung der Unternehmen f&uuml;r ein tolles Instrument der Wirtschaftsf&ouml;rderung. Das zeigt zum Beispiel das im Juni 2009 beschlossene &ldquo;dritte Konjunkturpaket&rdquo;. Damit wurden ausgerechnet die wenigen sinnvollen Regeln, die im Zuge der Steuerreform 2008 zur Einschr&auml;nkung der popul&auml;rsten Steuertricks eingef&uuml;hrt wurden, zumindest f&uuml;r einige Jahre wieder gelockert, darunter die sogenannte Zinsschranke, die eine Gewinnverschiebung ins Ausland erschweren soll. Dass gerade die von der Finanzkrise stark betroffenen Unternehmen nichts von den Steuergeschenken haben, weil sie ohnehin keine zu versteuernden Gewinne machen, ist den vereinigten Steuersparern aus Politik und Wirtschaftsverb&auml;nden vor lauter Begeisterung egal.<br>\nSelbst den Schutz von Steuerhinterziehern scheinen einige Politiker f&uuml;r ein geeignetes Instrument der Standortpflege zu halten. Nach Recherchen des Spiegel haben hessische Spitzenbeamte in Absprache mit der schwarz-gelben Regierung von Roland Koch im Jahr 2001 rund 50 mit Bankenverfahren besch&auml;ftige Steuerfahnder an die Kette gelegt oder gar mit &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdigen Methoden aus dem Amt gedr&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2009\/10\/09.mondeText1.artikel,a0031.idx,7\">Le Monde diplomatique Nr. 9008 vom 9.10.2009<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&Uuml;ber den Einfluss der Politik auf Staatsanwaltschaft und Rechtssprechung<\/strong><br>\nWie ein korruptes politisches Unrechts-System rechtsstaatliche Grunds&auml;tze &uuml;ber Bord geworfen und dem Profit und Vorteil einiger, weniger untergeordnet hat. Interview mit Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Preussag\/TUI AG.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cross-border-wuppertal.de\/forum\/index.php?templateid=news&amp;id=132\">www.cross-border-wuppertal.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> H&ouml;renswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>US-Pensionsfonds k&auml;mpfen mit Horror-Defizit<\/strong><br>\nPensionsfonds in den USA sicherten &ouml;ffentlichen Angestellten lange Zeit die Altersvorsorge mit saftigen Renditen. Doch die Finanzkrise hat das System in den Abgrund gerissen. Experten gehen davon aus, dass die gigantischen Verluste ohne tiefe Einschnitte nie wieder ausgeglichen werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,654487,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Bei der hierzulande immer noch propagierten privaten Altersvorsorge geschehen diese Anpassungen etwas unauff&auml;lliger. Immer wieder erhalten die Versicherten Briefe, in denen mitgeteilt wird, dass man die Verzinsung mit R&uuml;cksicht auf die Entwicklung an den internationalen M&auml;rkten leider, leider erneut haben senken m&uuml;ssen oder dass der Wert der angesparten Anteile geschrumpft sei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lassen Sie sich in Deutschland nicht gegen &ldquo;Schweinegrippe&rdquo; oder &ldquo;Neue Grippe&rdquo; impfen!<\/strong><br>\nMdB Dr. Wolfgang Wodarg: &bdquo;Diese Empfehlung gebe ich als Arzt und Gesundheitspolitiker aus tiefer Sorge um m&ouml;gliche Nebenwirkung der in Deutschland erh&auml;ltlichen Impfstoffe, die ohne Not und nur aus Profitgier mit patentierten Zusatzstoff-Kombinationen auf den Markt gebracht werden. Herk&ouml;mmliche Impfstoffe, die in anderen L&auml;ndern sehr wohl mit guter Wirksamkeit existieren, haben die Pharma-Monopolisten mit Hilfe des Paul-Ehrlich-Institutes vom lukrativen Deutschen Markt verdr&auml;ngt. Hier -zur Kenntniss- eine Mitteilung des unabh&auml;ngigen Arzneimittel Telegramms, welches die Lage in Deutschland analysiert und, meiner Meinung nach, treffend dargestellt hat.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wodarg.de\/politikfelder\/gesundheit\/2771235.html\">Homepage des MdB Dr. Wolfgang Wodarg<\/a><\/li>\n<li>\n<a name=\"h09\"><\/a><strong>Mehrheit der Deutschen gibt Sarrazin Recht<\/strong><br>\nMit seinen umstrittenen &Auml;u&szlig;erungen zu Ausl&auml;ndern st&ouml;&szlig;t Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin einer Umfrage zufolge mehrheitlich auf Zustimmung. In einer repr&auml;sentativen Emnid-Umfrage f&uuml;r die &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo; stimmten 51 Prozent der 501 Befragten Sarrazins Aussage zu, ein Gro&szlig;teil der arabischen und t&uuml;rkischen Einwanderer sei &bdquo;weder integrationswillig noch integrationsf&auml;hig&ldquo;. 39 Prozent der Befragten lehnten diese These ab. Nur Gr&uuml;nen-W&auml;hler stimmen der Aussage mit 64 Prozent mehrheitlich nicht zu (Ja: 24 Prozent).<br>\nDie gr&ouml;&szlig;te Zustimmung gibt es mit 59 Prozent bei Unionsw&auml;hlern (Nein: 31 Prozent), gefolgt von Linke-W&auml;hlern, von denen 55 Prozent Sarrazins Ansicht teilen (Nein: 36 Prozent). Von den Anh&auml;ngern der FDP stimmten 54 Prozent Sarrazin zu (Nein: 42 Prozent), bei den SPD-W&auml;hlern waren es 50 Prozent (Nein: 42 Prozent). 69 Prozent der Befragten finden sogar, es sei richtig, dass Sarrazin eine Debatte &uuml;ber Integration angesto&szlig;en hat. Nur 22 Prozent meinen, er h&auml;tte besser seinen Mund gehalten. Die Befragung fand am vergangenen Donnerstag statt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/news\/article4806244\/Mehrheit-der-Deutschen-gibt-Sarrazin-Recht.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So best&uuml;rzend diese Umfrageergebnisse sind, so wenig &uuml;berraschend sind sie. Professor Wilhelm Heitmeyer von der Universit&auml;t Bielefeld hat schon vor zwei Jahren in seiner Langzeitstudie unter dem spr&ouml;den Titel <a href=\"?p=1987\">&bdquo;Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit&ldquo;<\/a> festgestellt, dass Desintegrations&auml;ngste und &ndash;bef&uuml;rchtungen zunehmen. Insbesondere seit Einf&uuml;hrung von Hartz IV berichtete mehr als die H&auml;lfte der Befragten &uuml;ber Abstiegs&auml;ngste. Gleichzeitig lie&szlig;en sich Identit&auml;ts-, Nationalstolz und Leitkulturdebatten feststellen. Sie sollen als gesellschaftliche &bdquo;Bindemittel&ldquo; dienen, um soziale Desintegrations&auml;ngste zu kompensieren. Der Nationalstolz h&auml;tte dramatisch zugenommen und in der Studie wird nachgewiesen, dass er eher Fremdenfeindlichkeit verursacht, statt sie abzuschw&auml;chen. Zugleich nehme die Integrationsbereitschaft gegen&uuml;ber Zugewanderten ab.<br>\nDie &Auml;ngste seien gekoppelt mit versch&auml;rften Einforderungen von Eigenleistungen der sozial Schwachen und Abwertungen von Fremden, Muslimen und anderen Gruppen.<br>\nEine verfehlte Integrationspolitik, die mangelnde F&ouml;rderung von Eingewanderten vor allem in der Bildung f&uuml;hrte zu Gettos und &bdquo;Parallelwelten&ldquo; auf die nun &Auml;ngste der Mehrheitsbev&ouml;lkerung projiziert werden. Es geh&ouml;rte schon immer zum Mittel rechtsradikaler oder neonazistischer Propaganda, berechtigte &Auml;ngste der Menschen auf (ethnische, religi&ouml;se oder sonstige) Minderheiten zu lenken und sie zum S&uuml;ndenbock abzustempeln. Aus &Auml;ngsten wird dann Hass und aus Hass wird Aggression.<br>\nDiejenigen, die politisch f&uuml;r die zunehmende Spaltung der Gesellschaft Verantwortung tragen, tun wenig, um solche Schuldverlagerungen zu verhindern, liefen sie sonst doch Gefahr, dass sich die Wut der von Abstieg bedrohten oder schon an den Rand Gedr&auml;ngten auf sie selbst richten k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zentralrat der Juden vergleicht Sarrazin mit Hitler<\/strong><br>\nDer Zentralrat der Juden in Deutschland hat Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wegen dessen Ausl&auml;nderschelte geistige N&auml;he zu den Nazis vorgeworfen. &bdquo;Ich habe den Eindruck, dass Herr Sarrazin mit seinen &Auml;u&szlig;erungen, mit seinem Gedankengut G&ouml;ring, Goebbels und Hitler wirklich eine gro&szlig;e Ehre macht&ldquo;, sagte Generalsekret&auml;r Stephan Kramer.<br>\nIn einer gemeinsamen Pressekonferenz solidarisierte sich der Zentralrat der Juden mit der T&uuml;rkischen Gemeinde in Deutschland. Kramer sagte, die S&auml;tze Sarrazins seien &bdquo;perfide, infam und volksverhetzend&ldquo;. Die Analyse Sarrazins &uuml;ber Probleme der Unterschichten erinnere an die Untermenschen-Terminologie der Nazis. Er f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Ich will mich nicht auf das Niveau von Sarrazin begeben. W&uuml;rde ich das tun, w&uuml;rde ich das als intellektuellen D&uuml;nnschiss bezeichnen.&ldquo;<br>\nKramer r&auml;umte ein, es gebe integrationsunwillige Menschen in der t&uuml;rkisch- oder arabischst&auml;mmigen Bev&ouml;lkerung. Das liege aber auch an fehlenden Integrationsbem&uuml;hungen der deutschen Gesellschaft, die selbst Akademiker mit t&uuml;rkischen Namen diskriminiere. Er betonte, er w&uuml;rde gerne eine &ouml;ffentliche Diskussion mit Sarrazin &uuml;ber das Thema f&uuml;hren. Einen R&uuml;cktritt Sarrazins lehnte Kramer ab. Stattdessen solle der fr&uuml;here Berliner Finanzsenator f&uuml;r f&uuml;nf Euro die Stunde arbeiten und sein restliches Gehalt sozialen Einrichtungen zu spenden.<br>\nZugleich kritisierte der Generalsekret&auml;r die Publizisten Henryk Broder und Ralph Giordano, die Sarrazins &Auml;u&szlig;erungen verteidigt hatten. Diese &bdquo;j&uuml;dischen Intellektuellen&ldquo; lieferten die Legitimation daf&uuml;r, dass viele die Aussagen Sarrazins richtig f&auml;nden, sagte Kramer.<br>\nBroder hatte erkl&auml;rt, man k&ouml;nne dem 64-j&auml;hrigen Sarrazin allenfalls vorwerfen, dass er in seiner Analyse nicht weit genug gegangen sei. Giordano hatte gesagt, Sarrazin habe mit seiner Beschreibung der Parallelgesellschaften genau getroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article4789020\/Zentralrat-der-Juden-vergleicht-Sarrazin-mit-Hitler.html\">Welt Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>GEW: Erh&ouml;hung der Kinderfreibetr&auml;ge nicht das richtige bildungspolitische Signal<\/strong><br>\nDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat CDU\/CSU und FDP vorgeworfen, mit der offenbar geplanten Erh&ouml;hung der Kinderfreibetr&auml;ge und einem h&ouml;heren Kindergeld bildungspolitisch ein falsches Signal zu setzen. Diese Ma&szlig;nahmen versch&auml;rften die soziale Spaltung der Gesellschaft und leisteten keinen wirksamen Beitrag zur Beseitigung der Kinderarmut.\n<blockquote><p>&bdquo;Wenn Kinder und Jugendliche von Anfang an besser gef&ouml;rdert werden sollen, muss mehr Geld in die Bildungsinstitutionen flie&szlig;en. Wir brauchen mehr Geld f&uuml;r Personal und Ausstattung von Kitas und Schulen. Wir brauchen mehr Geld f&uuml;r den Ausbau der Ganztagsbetreuung, kostenloses Essen der Kinder in den Bildungseinrichtungen und die Abschaffung der Kindergartengeb&uuml;hren. Diese Investitionen kommen den sozial schw&auml;cheren Kindern und Familien, die insbesondere Hilfe und Unterst&uuml;tzung ben&ouml;tigen, zu Gute. Sie sind ein sinnvoller Beitrag zur gezielten Bek&auml;mpfung der Kinderarmut.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Page16288.html\">GEW<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Linke will &bdquo;Recht auf Rausch&ldquo; und Asyl f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2009\/10\/08\/linkspartei-erstellt-wahlprogramm\/fuer-landtagswahl-2010.html\">BILD.de<\/a>\n<p><em>Oder: <\/em><\/p>\n<p><strong>Die Linke setzt auf &bdquo;Staat vor privat&ldquo;<\/strong><br>\nSie erhebe die Forderung, Gerichte und Staatsanwaltschaften zu reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1246883985188.shtml\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a><\/p>\n<p><em>Lesen Sie dazu einfach einmal in Ruhe das Wahlprogramm der NRW-Linken und vergleichen sie es mit den hysterischen Aufmachern.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/091012_Langwahlprogramm_LTW_end.pdf\">NRW Wahlprogramm der Partei Die Linke [PDF &ndash; 456 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Eine Minute f&uuml;r den Quellencheck<\/strong><br>\nDie Leipziger Journalismus-Forscher Marcel Machill, Markus Beiler und Martin Zenker fanden in einer gro&szlig;en Beobachtungsstudie zur journalistischen Recherche heraus, dass Journalisten im Schnitt nur rund elf Minuten pro Tag aufwenden, um die Glaubw&uuml;rdigkeit von Quellen und die Richtigkeit der Informationen zu kontrollieren. Eine Minute davon werde dem Quellencheck gewidmet. Die &Uuml;berpr&uuml;fungsrecherche sei &bdquo;offensichtlich zum Luxus des journalistischen Alltags geworden&ldquo;, folgern die Autoren der Studie (&bdquo;Journalistische Recherche im Internet&ldquo;), die im Auftrag der Landesanstalt f&uuml;r Medien Nordrhein-Westfalen durchgef&uuml;hrt wurde. In den Arbeitstagen sei oft schlicht kein Platz mehr. &bdquo;Der Journalist wei&szlig; sich oft nicht mehr anders zu helfen, als bei der Inhaltsproduktion auf informationelles Junk-Food wie etwa Pressemitteilungen und Nachrichtenagenturinhalte zur&uuml;ckzugreifen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/journalistik-journal.lookingintomedia.com\/?p=397\">Institut f&uuml;r Journalistik an der Technischen Universit&auml;t Dortmund<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>S&uuml;ddeutsche Zeitung in der Krise<\/strong><br>\nRedaktion und Verlag der S&uuml;ddeutschen Zeitung (SZ) m&uuml;ssen mit tiefgreifenden Einschnitten und wohl auch betriebsbedingten K&uuml;ndigungen rechnen. Wie aus dem Verlagsumfeld zu erfahren ist, soll der Herausgeberrat des Blattes am Dienstag Sparma&szlig;nahmen beschlie&szlig;en. F&uuml;r das Wochenende danach ist eine Klausur der F&uuml;hrungskr&auml;fte am Starnberger See geplant. Grund f&uuml;r die Ma&szlig;nahmen sind die Verluste, die die S&uuml;ddeutsche Zeitung in diesem Jahr dem Vernehmen nach erstmals in ihrer Geschichte schreiben k&ouml;nnte. Von ann&auml;hernd zehn Millionen Euro im schlimmsten Fall ist die Rede.<br>\nMehrere Ursachen nennen Kenner des S&uuml;ddeutschen Verlags. Zum einen sind im Zuge der Finanzkrise die Erl&ouml;se eingebrochen. Die S&uuml;ddeutsche, mit 442.159 verkauften Exemplaren die f&uuml;hrende &uuml;berregionale Qualit&auml;tszeitung in Deutschland, wird 2009 erstmals h&ouml;here Vertriebs- als Anzeigenums&auml;tze erwirtschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/medien\/2003070_Sueddeutsche-Zeitung-In-Muenchen-muessen-sie-sparen.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Besonders interessant ist dieser Absatz: &bdquo;Der zweite Grund sind die hohen Mietpreise f&uuml;r den Anfang des Jahres bezogenen Neubau am Stadtrand M&uuml;nchens. Bevor die fr&uuml;heren Gesellschafter des S&uuml;ddeutschen Verlags 2008 ihre Anteile an die S&uuml;dwestdeutsche Medienholding (SWMH) verkauft haben, wurde dieser Neubau ver&auml;u&szlig;ert. Nun muss der Verlag die Mieten zahlen und sitzt auf einem langfristigen Mietvertrag.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu den Themen: Koalitionsgespr&auml;che und ihre Begleitung durch Interessenvertreter, politische Justiz, Schweinegrippe, Mehrheit gibt Sarrazin Recht, zur Lage des Journalismus (KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}