{"id":4267,"date":"2009-10-16T15:46:14","date_gmt":"2009-10-16T13:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4267"},"modified":"2014-01-23T12:12:07","modified_gmt":"2014-01-23T11:12:07","slug":"nun-auch-die-frankfurter-rundschau-und-die-tagesschau-als-plattform-fuer-steinmeier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4267","title":{"rendered":"Nun auch die Frankfurter Rundschau und die Tagesschau als Plattform f\u00fcr Steinmeier"},"content":{"rendered":"<p>Zuerst die Welt, dann Bild, dann der Spiegel jetzt die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2016710&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">Frankfurter Rundschau<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/steinmeier586.html\">Tagesschau<\/a> als Stichwortgeber f&uuml;r die Agenda-Hardliner der SPD. Kaum ein anderer als Steinmeier, M&uuml;ntefering und Steinbr&uuml;ck kommt in den Medien vor. Glauben Sie immer noch an Zufall? Wolfgang Lieb\/Kai Ruhsert<br>\n<!--more--><\/p><p>Es ist gewiss kein Zufall: Es ist die in den letzten Jahren zu beobachtende Beeinflussung der Meinungsbildung innerhalb der SPD von au&szlig;en &ndash; Fremdbestimmung eben. Und diejenigen, die in der SPD nur noch ihr vorausgegangenes Handeln rechtfertigen und &bdquo;stolz&ldquo; (Steinmeier) darauf sind, auf das, was sie angeblich geleistet haben und diejenigen, die Sozialdemokraten auf den Stand von 1893 (also drei Jahre nach Bismarcks Sozialistengesetz) gebracht haben, dienen als Handlanger f&uuml;r diese Fremdbestimmung.<\/p><p>Dabei sind die Interviews mit den nur noch z&auml;h an ihrem Kurs festhaltenden Betonk&ouml;pfen der SPD durchweg journalistische Armutszeugnisse, sie enthalten nicht den geringsten Neuigkeitswert, sondern nur Wiederholungen der immer gleichen Behauptungen. <\/p><p>Wir sind auf diese Ausreden schon <a href=\"?p=4260\">vielfach<\/a> <a href=\"?p=4246\">eingegangen<\/a> und k&ouml;nnten uns gleichfalls nur wiederholen. Aber wir wollen keine Papageien sein.<\/p><p>Deshalb nur noch ein paar Beispiele daf&uuml;r, wie da Meinung gemacht werden soll:<\/p><p>Steinmeier wiederholt immer wieder die Behauptung &bdquo;Wir haben in alle Richtungen verloren, aber eindeutig mehr zur Union und FDP als nach links. Darum finde ich es nicht plausibel, dass eine &Ouml;ffnung nach Links mit Hurra die SPD jetzt aus der Krise f&uuml;hren w&uuml;rde.&ldquo;<br>\nAuch wenn man einmal davon absieht, dass (vielleicht) 1,4 Millionen W&auml;hler von der SPD zur CDU und FDP gewandert sind, weil sie vermutlich bei der Alternative zwischen Kopie und Original lieber gleich das Original w&auml;hlten, so soll doch mit dieser dazu noch &auml;u&szlig;erst zweifelhaften &bdquo;W&auml;hlerwanderung&ldquo; davon abgelenkt werden, dass die Sozialdemokraten 2.130.000 an die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2009-09\/waehlerwanderung\">Nichtw&auml;hler verloren haben<\/a> und dar&uuml;ber hinaus noch 1.110.000 an die Linke.<\/p><p>Steinmeier sollte sich an die eigene Nase fassen, wenn er sagt, dass das <em>&bdquo;alles nicht zusammenpasst&ldquo;<\/em>. Er sagt z.B.: <em>&bdquo;Die Menschen leben l&auml;nger, bekommen l&auml;nger Rente, und weniger Junge zahlen in die Rentenkasse ein. Das ist Mathematik und die schlichte Wahrheit.&ldquo;<\/em> Damit will er die Rentenk&uuml;rzungen und die Rente mit 67 verteidigen.<br>\nAber es ist eben nur die halbe Wahrheit und die kann bekanntlich eine L&uuml;ge sein. Was er n&auml;mlich unterschl&auml;gt, ist die Tatsache, dass die Rentenkasse eben nicht nur von der demografischen Entwicklung, sonder viel st&auml;rker von der Erwerbst&auml;tigenquote, von der Produktivit&auml;t, von der wirtschaftlichen Entwicklung und damit von der Gr&ouml;&szlig;e des &bdquo;Kuchens&ldquo; abh&auml;ngig ist, den es in 30 oder 40 Jahren zu verteilen gibt. Solche viel einflussreicheren Variablen mit in die Rentenrechnung mit einzubeziehen, das w&auml;re Mathematik. Aber diese etwas differenziertere Mathematik beherrscht Steinmeier offenbar nicht oder er ignoriert sie einfach.<\/p><p>&bdquo;<em>Wir haben die Arbeitslosigkeit gesenkt, die Sozialkassen gef&uuml;llt, den Bundeshaushalt in Ordnung gebracht&ldquo;<\/em>, behauptet Steinmeier, obwohl der gegenw&auml;rtige Anstieg der Arbeitslosigkeit, die L&ouml;cher in den Sozialkassen und der dramatische Anstieg der Neuverschuldung in schlagend widerlegt. Nicht seine <em>&bdquo;Reformen&ldquo; <\/em>haben das m&ouml;glich gemacht, sondern die konjunkturelle Situation. Und Konjunkturpolitik kam in den Reformen nicht vor. Weil die Agenda Wirtschaft sozusagen vom Schwanz aufgez&auml;umt hat. Wie sollten denn durch eine bessere Vermittlung und durch &ouml;konomischen Druck auf Arbeitslose zus&auml;tzliche Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden? Jedenfalls keine Arbeitspl&auml;tze, die einen fairen Lohn bringen.<\/p><p>Und wieder einmal soll nicht etwa Steinmeier sondern Lafontaine f&uuml;r den Niedergang der SPD verantwortlich sein: <em>&bdquo;Er hat jetzt zum dritten Mal dazu beigetragen, dass Peter M&uuml;ller Ministerpr&auml;sident wird.&ldquo;<\/em> Dass die SPD bei der Landtagswahl am 30. August 2009 im Saarland trotz einer relativ hohen Wahlbeteiligung absolut weniger Stimmen bekommen hat als 2004 und um &uuml;ber sechs Prozent abgesackt ist, &uuml;bersteigt wohl die Rechenk&uuml;ste unseres Mathematikers.<\/p><p>Und nat&uuml;rlich besch&ouml;nigt er wieder einmal den einmaligen Coup des Spitzenkandidaten, sich eine halbe Stunde nach der gr&ouml;&szlig;ten Niederlage zum Fraktionsvorsitzenden auszurufen: <em>&ldquo;Es w&auml;re nat&uuml;rlich die einfachste L&ouml;sung gewesen, nach einer so bitteren Niederlage aus der Verantwortung zu fliehen.&ldquo; <\/em><\/p><p>Geplant war das von M&uuml;ntefering und Steinmeier noch ganz anders: Steinmeier sollte sich zwei Tage nach der Wahl zun&auml;chst zum Fraktionsvorsitzenden w&auml;hlen lassen und mit diesem (Wahl-) Amt im R&uuml;cken den Anspruch auch auf den Parteivorsitz anmelden.<\/p><p>Da hat ihm aber eine kleine Gruppe von unsortierten Opponenten in einer ziemlich spontanen Aktion die Suppe versalzen.<\/p><p>Was ihm nun aber als SPD-Vorsitzenden versagt blieb, macht er jetzt eben als Fraktionsvorsitzender: Er verk&uuml;ndet, wo es mit der SPD lang gehen soll.<br>\nEigentlich m&uuml;ssten ihm die Delegierten auf dem Bundesparteitag der SPD Mitte November in Dresden schon aus Gr&uuml;nden der demokratischen Kultur das Misstrauen aussprechen.<br>\nMit Schr&ouml;der, Steinmeier, M&uuml;ntefering, Clement und Steinbr&uuml;ck hat die <em>&bdquo;Sozial&ldquo;-&bdquo;demokratische&ldquo;<\/em> Partei Deutschlands ihr <em>&bdquo;soziales&ldquo;<\/em> Markenzeichen verloren, jetzt ist sie drauf und dran sich auch noch ihre &bdquo;demokratische&ldquo; Kultur rauben zu lassen. Vom guten Namen SPD stimmte dann nur noch der Buchstabe D. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuerst die Welt, dann Bild, dann der Spiegel jetzt die <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2016710&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">Frankfurter Rundschau<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/steinmeier586.html\">Tagesschau<\/a> als Stichwortgeber f&uuml;r die Agenda-Hardliner der SPD. Kaum ein anderer als Steinmeier, M&uuml;ntefering und Steinbr&uuml;ck kommt in den Medien vor. Glauben Sie immer noch an Zufall? 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