{"id":4272,"date":"2009-10-20T09:09:14","date_gmt":"2009-10-20T07:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4272"},"modified":"2009-10-20T09:09:15","modified_gmt":"2009-10-20T07:09:15","slug":"hinweise-des-tages-1001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4272","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Schwarz-Gelb spendiert auf Pump, der Skandal der Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder, der Wunsch nach Wachstum und Besch&auml;ftigung, Geschichten aus der Welt der Banken, zu Mitbestimmung, K&uuml;ndigungsschutz und Guter Arbeit, zur &Ouml;lkrise und ihre Umweltfolgen, der Bildungsstreik geht weiter, zu den Protesten in Spanien oder zur Medienpolitik der Union. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Schwarz-Gelb spendiert auf Pump<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Finanzierung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Wie unser Abgabensystem privaten Reichtum f&ouml;rdert und das Gemeinwesen verarmen l&auml;sst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Christoph Butterwegge: Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder ein Fall f&uuml;r Karlsruhe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Robert von Heusingers Wunsch f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Das Geheimnis ist eine Prise Sozialismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Pleitebanken: Island entsch&auml;digt Sparer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">500.000 Euro f&uuml;r zw&ouml;lf Tage Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Lebensversicherungen : Flop mit der &ldquo;Nobel-Rente&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Besch&auml;ftigte in rund 28.000 Betrieben w&uuml;rden durch FDP-Forderung ihre Betriebsr&auml;te verlieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Einschr&auml;nkungen beim K&uuml;ndigungsschutz w&uuml;rden mehr als die H&auml;lfte aller Entlassenen treffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Arbeitskampf der Geb&auml;udereiniger: Putztruppe ohne Schlagkraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">DGB-Index Gute Arbeit: Gesamtmetall kennt sich nicht aus, haut aber drauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Wenig Licht, viel Schatten &ndash; der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Frigga Haug: Ein gutes Leben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Regierung: Keine Zwei-Klassen-Grippe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Das neue Peak-Oil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Sprit vom Acker killt das Klima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Der gehasste Oskar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Bundesbank: Weber h&auml;tte Sarrazin-Interview verhindern k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Die Studenten sind nicht mehr die alten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Bildungsstreik weist Beschl&uuml;sse der KMK zur&uuml;ck &ndash; Protest geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Streik &ndash; aber dann?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Appell: Lobbyisten zu Transparenz verpflichten!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Spanien: Die Millionenl&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Der dreckige Deal &ndash; Die Union gegen den investigativen Journalismus?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4272&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schwarz-Gelb spendiert auf Pump<\/strong><br>\nNach Angaben aus CDU, CSU und FDP soll der Bund bis zu 50 Mrd. Euro an neuen Krediten aufnehmen, um vorab Defizite der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) und der Krankenkassen zu finanzieren.<br>\nDurch den Finanzierungstrick r&uuml;ckt eine Einigung in den Koalitionsgespr&auml;chen in greifbare N&auml;he. So k&ouml;nnten Union und FDP ihr Wahlversprechen wahr machen, die Sozialbeitr&auml;ge vorerst stabil zu halten. Zudem w&auml;chst der Spielraum f&uuml;r eine Steuerentlastung.<br>\nDie zus&auml;tzlichen Kredite erh&ouml;hen allerdings auch die langfristige Schuldenlast: Die 50 Mrd. Euro w&uuml;rden die Steuerzahler zum heutigen Zinssatz f&uuml;r zehnj&auml;hrige Bundesanleihen 16,5 Mrd. Euro Zinsen binnen zehn Jahren kosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:koalitionsverhandlungen-schwarz-gelb-spendiert-auf-pump\/50025158.html\">FTD<\/a>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das zauberhafte Konjunkturprogramm<\/strong><br>\nWie Schwarz-Gelb versuchen k&ouml;nnte, sich aus dem Dilemma des Steuersenkungsversprechens zu mogeln. Das wichtigste Stichwort, das in diesem Zusammenhang zu h&ouml;ren ist, hei&szlig;t &bdquo;Wachstumsprogramm&ldquo;. Hinter alledem verbirgt sich jedoch nur eines: Union und FDP wollen Ausgaben, die in den kommenden Jahren auf sie zukommen, in dieses laufende Haushaltsjahr vorziehen und &uuml;ber eine h&ouml;here Neuverschuldung 2009 finanzieren. Schulden blieben dann zwar immer noch Schulden. Allerdings w&uuml;rden diese Schulden dann, zumindest auf dem Papier, zur Finanzierung der Krise aufgenommen. Und nicht zur Finanzierung von schwarz-gelben Steuersenkungen. Mehrere Wege sind dazu im Gespr&auml;ch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2927798?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Finanzierung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA)<\/strong><br>\n2009 endet mit Rekorddefizit von &uuml;ber 13 Milliarden Euro &ndash; bei einem Beitragssatz von 2.8%.<br>\nBisheriges Rekorddefizit: 24,4 Milliarden Deutsche Mark &ndash; bei einem Beitragssatz von 6,5%.<br>\nSowohl der bis Ende 2010 geltende Beitragssatz von 2,8 Prozent als auch der Beitragssatz von 3,0 Prozent ab Anfang 2011 sichern keineswegs einen strukturell (&uuml;ber die Gesamtdauer eines Konjunkturzyklus) ausgeglichenen BA-Haushalt. Ohne Erh&ouml;hung der Einnahmen (Anhebung des Beteiligung des Bundes an den Kosten der Arbeitsf&ouml;rderung auf z.B. 1,5 Mehrwertsteuerpunkte, Beitragserh&ouml;hungen), Senkung der Ausgaben (z.B. Abschaffung des von der BA an den Bund zu zahlenden vermutlich verfassungswidrigen Eingliederungsbeitrages in H&ouml;he von etwa 5 Milliarden Euro) oder Wiedereinf&uuml;hrung der gem&auml;&szlig; Artikel 120 Grundgesetz gebotenen Defizithaftung wird die BA in den kommenden Jahren einen Schuldenberg anh&auml;ufen, der bei einem Beitragssatz von 3,0 Prozent nicht getilgt werden kann. Ob und wie die schwarz-gelbe Bundesregierung die Finanzierung der BA in der Zukunft sicherstellen wird, und welchen Stellenwert Leistungsk&uuml;rzungen dabei einnehmen sollen, ist z.Zt. noch unbekannt.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/091020_ba-defizit2009.pdf\">Kurzmitteilung des Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V. (BIAJ) [PDF &ndash; 208 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wie unser Abgabensystem privaten Reichtum f&ouml;rdert und das Gemeinwesen verarmen l&auml;sst<\/strong><br>\nBei einem Thema haben sich CDU\/CSU und FDP im Bundestagswahlkampf besonders weit aus dem Fenster geh&auml;ngt: Man werde, wenn es f&uuml;r Schwarz-Gelb reiche, die Steuern senken. Die Verhandlungen &uuml;ber die bevorstehende schwarz-gelbe Koalition in Deutschland hatten noch nicht angefangen, da erkl&auml;rte CDU-Generalsekret&auml;r Ronald Pofalla schon, dass an diesem Ziel in jedem Fall festgehalten werde &ndash; ungeachtet des wegen der Finanzkrise ausufernden Haushaltsdefizits. Ebenfalls p&uuml;nktlich zur Wahl forderten f&uuml;hrende deutsche &Ouml;konomen eine weitere Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer. Das zeitliche Zusammentreffen dieser Meldungen ist kein Zufall, sondern Beleg f&uuml;r einen besorgniserregenden steuerpolitischen Trend.<br>\nSteuersenkungen, da kommt Freude auf! Doch die k&ouml;nnte uns bald vergehen, denn weniger Steuern bedeutet weniger Geld f&uuml;r den Staat. Und dieses Geld wird an vielen Stellen schmerzhaft fehlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2009\/10\/09.mondeText1.artikel,a0031.idx,7\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Christoph Butterwegge: Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder ein Fall f&uuml;r Karlsruhe<\/strong><br>\nDie Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder reichen kaum zum Leben aus. Doch die Jugendarmut spielt f&uuml;r die neue Regierung offenbar keine Rolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=me&amp;dig=2009%2F10%2F20%2Fa0015&amp;cHash=cc106d7c30\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Robert von Heusingers Wunsch f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung <\/strong><br>\nSehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Westerwelle, &hellip; Dieser Renditewahn ist das Krebsgeschw&uuml;r des modernen Kapitalismus, des Shareholder-value- oder Casino-Kapitalismus. Der Renditewahn ist schuld an dem zu schwachem Wachstum, der zu hohen Arbeitslosigkeit, den latent zu hohen Staatsschulden sowie der m&uuml;hsamen Finanzierung des Sozialstaates. Wo kommt das Wachstum im Kapitalismus her? Da ist sich die &Ouml;konomie, so viele Schulen sie auch kennt, ausnahmsweise einig. Es sind die Investitionen und nichts anderes. Nat&uuml;rlich die Investitionen in die Realwirtschaft, also in H&auml;user, Hallen, Maschinen und Netze. Nicht die Investitionen am Kapitalmarkt! Welche Rendite-Anforderungen sind nun anzulegen? Schaut man sich Zeitreihen &uuml;ber 100 Jahre an, dann bringt es das Eigenkapital auf eine reale Rendite von rund vier Prozent und das Fremdkapital bringt es auf etwa ein Prozent. Schlagen Sie da noch eine Inflationsrate drauf und bitte auch noch eine Zitterpr&auml;mie, weil die Unternehmer ja nie wissen, ob sich die Zukunft an ihre Planung h&auml;lt, dann kommen sie auf Renditeanforderungen f&uuml;r Investitionen von unter zehn Prozent und f&uuml;r das Eigenkapital von maximal zehn Prozent!<br>\nDoch erz&auml;hlen Sie das mal einem Manager oder Unternehmer. Er kalkuliert mit deutlich mehr. Warum? Weil in den vergangenen Jahren mehr drin war. Das hat die Erwartungen verschoben. Warum war mehr drin? Weil der Kapitalmarkt dereguliert wurde und Zocken lukrativ, weil die Vermachtung der Absatzm&auml;rkte zugenommen hat, oder weil die Rechte der Arbeitnehmer abgebaut worden sind. Und, ganz wichtig: Wenn alle mit 15 Prozent rechnen, unterbleibt Wettbewerb. Denn es lohnt sich nicht zu investieren, da mehr Wettbewerb die Rendite dr&uuml;ckt und damit die 15 Prozent gef&auml;hrdet. Obwohl doch zehn Prozent locker reichten. Was zu tun ist? Sie sollten die Spekulation am Kapitalmarkt einschr&auml;nken, etwa mit einer B&ouml;rsenumsatzsteuer. Sie sollten eine neu zu schaffende Rendite-Aufsicht in jede Firma schicken, die deutlich mehr als zehn Prozent Rendite einf&auml;hrt. Denn dort liegt entweder Marktversagen vor, also zu wenig Wettbewerb, oder die Firma zockt hochspekulativ, wie die Banken, oder sie bedient sich irgendwelcher halblegaler Tricks, um nur Hungerl&ouml;hne zahlen zu m&uuml;ssen. Ganz selten, aber auch das kommt vor: Die Firma ist so innovativ, dass sie &Uuml;berrenditen ganz systemkonform absch&ouml;pfen kann. Das sollte erlaubt bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2024822&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Geheimnis ist eine Prise Sozialismus<\/strong><br>\nW&auml;hrend der Rest der USA unter Problemen &auml;chzt, strotzt North Dakota vor Selbstbewusstsein.<br>\nMichigan, Kalifornien, Massachusetts &ndash; all diese Bundesstaaten w&uuml;rden gerne wieder eine Staatsbank wie in North Dakota gr&uuml;nden, die als Auftrag nicht die Gewinnmaximierung, sondern das Wohl der Allgemeinheit hat. &ldquo;Wir sind nicht risikoscheu. Wir gehen manchmal gr&ouml;&szlig;ere Risiken als andere Banken ein, wenn wir einem Unternehmensgr&uuml;nder Geld leihen&rdquo;, sagt Hardmeyer. &ldquo;Aber es gibt ein Wort, das wir hier nicht kennen. Und das hei&szlig;t Gier.&rdquo; Ausgerechnet die oft bel&auml;chelten Hinterw&auml;ldler stehen nun f&uuml;r das Gegenmodell eines heilen Amerika, das seine Seele nie verkaufte. Der Staat strotzt vor Energie &ndash; und das kann man w&ouml;rtlich nehmen. Erst vor kurzem wurden riesige neue &Ouml;lfelder gefunden. Dank einer Rekordernte stehen die Getreidelastwagen vor den Fabriken f&uuml;r Biokraftstoffe Schlange. Es ist, wie man sich &ldquo;God&rdquo;s own country&rdquo; (Gottes eigenes Land) so vorstellt: Felder ohne Grenzen, in die in kilometerweitem Abstand ein paar Farmen hineingestreut sind; leere, kerzengerade Stra&szlig;en und saubere D&ouml;rfer.<br>\nHier ist Wirtschaft noch etwas Handfestes. W&auml;hrend sich die Nation am Boom der Dienstleistungen und der Finanzbranche berauschte, wuchsen in North Dakota seit 2000 als einzigem Staat der USA die Arbeitspl&auml;tze im produzierenden Gewerbe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2243876_0_2147_-das-geheimnis-ist-eine-prise-sozialismus.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Pleitebanken: Island entsch&auml;digt Sparer<\/strong><br>\nIslands Regierung hat sich mit ihren Gl&auml;ubigern auf die Entsch&auml;digung der britischen und niederl&auml;ndischen Sparer geeinigt, die beim Zusammenbruch der isl&auml;ndischen Banken vor einem Jahr in die Klemme kamen. Der Deal kostet die Steuerzahler der Inselrepublik bis zu 3,8 Milliarden Euro, das sind zwei Drittel eines Staatshaushalts. Doch ohne das Abkommen h&auml;tten der Internationale W&auml;hrungsfonds und Islands &uuml;brige Geldgeber die Hilfskredite eingefroren, die sie Reykjavik gew&auml;hrten, um einen Staatsbankrott zu verhindern. Auch die Beitrittsverhandlungen mit der EU w&auml;ren auf Eis gelegt worden. Die Regierungen in London und Den Haag schie&szlig;en das Geld vor. Von 2015 an soll dann Island die Schuld, verzinst mit 5,5 Prozent, in acht Jahresraten abstottern. Nach mehreren &Auml;nderungen fand das Abkommen eine Mehrheit im Parlament, war dann jedoch den Gl&auml;ubigern nicht gut genug. Doch nun gibt es eine Einigung zwischen London, Den Haag und Reykjavik. Island verpflichtet sich zur Erstattung der gesamten Schulden, die j&auml;hrlichen R&uuml;ckzahlungsraten d&uuml;rfen jedoch sechs Prozent des Zuwachses des Bruttosozialprodukts nicht &uuml;berschreiten. Reicht die Zeit nicht, wird die Zahlungsfrist verl&auml;ngert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2024139&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>500.000 Euro f&uuml;r zw&ouml;lf Tage Arbeit<\/strong><br>\nDie KfW kommt die K&uuml;ndigung ihres Risikovorstands Detlef Leinberger teuer zu stehen: Fast eine halbe Million Euro Gehalt und Boni muss die Staatsbank ihrem ehemaligen Vorstand zahlen, obwohl der Manager nur zw&ouml;lf Tage im Amt war. Das entschied das Landgericht Frankfurt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Finanzen-KfW-Managergehaelter-Finanzkrise;art130,2927682?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Lebensversicherungen : Flop mit der &ldquo;Nobel-Rente&rdquo;<\/strong><br>\nDer Bundesgerichtshof stellt englische Nobelrente auf den Pr&uuml;fstand. Vor zehn Jahren wurde die englische Lebensversicherung noch als Top-Angebot gepriesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2022940_Lebensversicherungen-Flop-mit-Nobel-Rente.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigte in rund 28.000 Betrieben w&uuml;rden durch FDP-Forderung ihre Betriebsr&auml;te verlieren<\/strong><br>\nDie Forderung der FDP, wonach Betriebsr&auml;te erst in Betrieben mit mindestens 20 statt bisher f&uuml;nf Besch&auml;ftigten gebildet werden k&ouml;nnen, stellt die Existenz der Betriebsratsgremien in rund 28.000 Betrieben in Frage. Sollten die Pl&auml;ne umgesetzt werden, st&uuml;nden rund 300.000 Besch&auml;ftigte k&uuml;nftig ohne ihre gew&auml;hlten, mit gesetzlichen Rechten ausgestatteten Vertretungen da, zeigen Daten aus dem Betriebspanel des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Ein weiteres Vorhaben der FDP zielt darauf, Freistellungen von Betriebsr&auml;ten in Betrieben mit 200 bis 500 Besch&auml;ftigten abzuschaffen. Dadurch w&uuml;rden etwa 8100 voll oder teilweise freigestellte Betriebsr&auml;te wegfallen, ergibt eine Auswertung der aktuellen Betriebsr&auml;te-Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Darunter w&uuml;rde der professionelle Umgang zwischen Management und Arbeitnehmervertretung leiden, warnt Dr. Martin Behrens. Der WSI-Experte f&uuml;r industrielle Beziehungen hat zusammen mit seinem WSI-Kollegen Wolfram Brehmer untersucht, wie sich die Einschr&auml;nkung der betrieblichen Mitbestimmung auswirken w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weltderarbeit.de\/\">Welt der Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Einschr&auml;nkungen beim K&uuml;ndigungsschutz w&uuml;rden mehr als die H&auml;lfte aller Entlassenen treffen<\/strong><br>\nRund zehn Millionen Besch&auml;ftigte w&auml;ren ohne Absicherung durch das K&uuml;ndigungsschutzgesetz, wenn das Gesetz k&uuml;nftig erst in Betrieben mit mehr als 20 Besch&auml;ftigten gelten w&uuml;rde. Durch eine Verl&auml;ngerung der individuellen Wartezeit auf zwei Jahre verl&ouml;ren dar&uuml;ber hinaus l&auml;ngerfristig auch in gr&ouml;&szlig;eren Betrieben rund die H&auml;lfte der Gek&uuml;ndigten den Schutz durch das K&uuml;ndigungsschutzgesetz. Das zeigen Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nZugleich belegen verschiedene empirische Untersuchungen, dass eine Schw&auml;chung des K&uuml;ndigungsschutzes kaum Besch&auml;ftigungseffekte bringen d&uuml;rfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weltderarbeit.de\/\">Welt der Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Arbeitskampf der Geb&auml;udereiniger: Putztruppe ohne Schlagkraft<\/strong><br>\nDie Geb&auml;udereiniger streiken f&uuml;r mehr Geld. Sie k&ouml;nnten viel Druck machen, denn ohne sie verdreckt die Stadt. Aber nur wenige trauen sich, in den Ausstand zu treten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/regional\/berlin\/aktuell\/artikel\/1\/putztruppe-ohne-schlagkraft\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>DGB-Index Gute Arbeit: Gesamtmetall kennt sich nicht aus, haut aber drauf<\/strong><br>\nMehr als ein Dutzend haltlose Vorw&uuml;rfe und Falschinformationen, einmal den Nagel auf den Kopf getroffen. Das ist die magere Ausbeute der scharfen Attacke, die der Arbeitgeberverband Gesamtmetall j&uuml;ngst gegen den DGB-Index Gute Arbeit gestartet hat. &ldquo;Der DGB-Index &lsquo;Gute Arbeit&rsquo;: Hintergrund und Bewertung&rdquo; steht &uuml;ber dem Papier mit der &uuml;berragenden Fehlerquote. Verantwortlich f&uuml;r den gerade mal zwei Seiten starken Text zeichnet neben Gesamtmetall auch das Institut f&uuml;r angewandte Arbeitswissenschaft ifaa, das sich allerdings offen zu seiner Abh&auml;ngigkeit von den Arbeitgeberverb&auml;nden der Metall- und Elektroindustrie bekennt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dgb-index-gute-arbeit.de\/gute_arbeit\/berichte_news\/#der_dgb-index_ist_ein_leitmedium_der_guten_arbeit_das_auch_arbeitgeber_zu_nutzen_wissen\">DGB-Index Gute Arbeit<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.gesamtmetall.de\/Gesamtmetall\/MEOnline.nsf\/id\/DE_DGB_Gute_Arbeit\/$FILE\/DGB-Index%20Gute%20Arbeit%202009-02.17.pdf\">Stellungnahme von Gesamtmetall [PDF &ndash; 174 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wenig Licht, viel Schatten &ndash; der Dritte Sektor als arbeitsmarktpolitisches Experimentierfeld<\/strong><br>\nDer Dritte Sektor schafft demnach heute zwar keine nennenswerte Zahl an neuen Arbeitspl&auml;tzen, ist aber auch nicht durch Arbeitsplatzverluste gepr&auml;gt. Doch die hier beschriebenen strukturellen und qualitativen Entwicklungstendenzen werfen kritische Fragen auf &ndash; hinsichtlich der F&uuml;rsorgepflicht gegen&uuml;ber den Besch&auml;ftig&shy;ten und der &bdquo;Anwaltsfunktion&ldquo; gegen&uuml;ber den Betreuten. Es besteht die Gefahr einer Transformation des Dritten Sektors in einen Niedriglohnsektor. Nicht auszu&shy;schlie&szlig;en ist, dass Ein-Euro-Jobs das freiwillige Engagement oder die regul&auml;re Be&shy;sch&auml;ftigung negativ beeinflussen und sich die Qualit&auml;t der sozialen Dienstleistungen verschlechtert.<br>\nHauptursache dieser Entwicklungen ist, dass der Staat seine Beziehungen zum Dritten Sektor in den vergangenen Jahren extrem ver&auml;ndert hat. Dazu geh&ouml;rt eine st&auml;rkere Leistungsvergabe unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten bei gleichzeitiger &Ouml;ffnung des sozialen Dienstleistungsmarktes f&uuml;r private Anbieter. Der daraus resultierende Kostendruck schl&auml;gt sich mehr und mehr in atypischen Arbeitsverh&auml;ltnissen nieder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bibliothek.wzb.eu\/wzbrief-arbeit\/WZbriefArbeit032009_dathe_hohendanner_priller.pdf\">Wissenschaftszentrum Berlin f&uuml;r Sozialforschung [PDF &ndash; 130 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Frigga Haug: Ein gutes Leben<\/strong><br>\nTeilzeitarbeit f&uuml;r alle &ndash; eine zeitgem&auml;&szlig;e Unterwanderung gewohnter Vorstellungen und eingerosteter Identit&auml;ten. Rede zur Er&ouml;ffnung des 3. Deutschen Sozialforums.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/0942-haug-gutes-leben-sozialforum-hitzacker\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Regierung: Keine Zwei-Klassen-Grippe<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ckgewiesen, f&uuml;r Kabinettsmitglieder einen besseren Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe als f&uuml;r den Rest der Bev&ouml;lkerung bestellt zu haben. Es gebe keine Zwei-Klassen-Impfung, betonte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Einen Impfstoff ohne die von Experten als problematisch bezeichneten Wirkstoffverst&auml;rker gebe es nur f&uuml;r Mitarbeiter der Krisenst&auml;be, die Bundespolizei und Soldaten &ndash; was einzig daran liege, dass man ihn auf anderer Vertragsgrundlage geordert habe. Zum Zeitpunkt der Bestellung sei noch gar nicht klar gewesen, wie der Impfstoff beschaffen sein sollte&hellip;Die Kassen m&uuml;ssen die Kosten f&uuml;r die Immunisierung von der H&auml;lfte ihrer Versicherten tragen und haben daf&uuml;r bereits 600 Millionen Euro vorgeschossen. Insgesamt kosten die bestellten 50 Millionen Dosen rund eine Milliarde Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Schweinegrippe;art122,2927838?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zwar r&auml;umt J&ouml;rg Hacker, Pr&auml;sident des Robert-Koch-Instituts, ein, dass die adjuvantierte Impfstoffen, also der f&uuml;r die breite Bev&ouml;lkerung bereitgestellte Impfstoff, &ldquo;eine h&ouml;here Reaktogenit&auml;t in Bezug auf die lokale Vertr&auml;glichkeit im Vergleich zu nicht adjuvantierten Impfstoffen haben&rdquo;, besteht aber darauf, dass alle drei von der EU-Kommission drei zugelassenen Impfstoffe nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts wirksam und vertr&auml;glich seien. Auch die Anwendung bei Schwangeren sei &ldquo;bei allen drei Impfstoffen von der Zulassung abgedeckt&rdquo;. Er verweist sogar darauf, dass der adjuvantierte Impfstoff breiter wirke und &ldquo;sehr wahrscheinlich auch eventuelle Mutanten des Virus&rdquo; erfasse. Man beachte das vorsichtige &ldquo;wahrscheinlich&rdquo;. Im Verlauf des Interviews gewinnt man allerdings den Eindruck, dass Hacker <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub8E1390D3396F422B869A49268EE3F15C\/Doc~E61CCE4C14D394808843531E9CF02FD27~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">nicht mehr so recht an eine Schweinegrippewelle glaubt<\/a>. Das arznei-telegramm (a-t), das f&uuml;r seine kritische Haltung gegen&uuml;ber der Pharma-Industrie bekannt ist, nimmt eine zentrale Gegenposition ein und warnt, dass eine Massenimpfung mit den in Europa avisierten Impfstoffen eine gr&ouml;&szlig;ere Gef&auml;hrdung bedeuten k&ouml;nne, als die milde verlaufende Schweinegrippe. Dem Hinweis eines NDS-Lesers verdanken wir einen weiteren Artikel des arznei-telegramms (a-t), in dem dargelegt wird, wie profitabel der nun eingesetzte Impfstoff f&uuml;r die Pharmaindustrie ist. Honi soit qui mal y pense.<\/em><\/p>\n<p><strong>HINI: Fehleinsch&auml;tzungen, Haftungsfreistellung und viel Geld<\/strong><br>\n2007 wurden die Kosten des Pandemie-Impfstoffes pro Dosis mit 7 &euro; zuz&uuml;glich Mehrwertsteuer angegeben (inzwischen auf 9 &euro; pro Dosis erh&ouml;ht), wobei 1 &euro; auf das in Deutschland produzierte Antigen entf&auml;llt und 6 &euro; dem aus Belgien stammenden Adjuvans zugerechnet werden. Im Klartext bedeutet dies, dass Wirkverst&auml;rker nicht nur &ndash; wie in a-t 2009; 40: 77-80 beschrieben &ndash; die Vertr&auml;glichkeit der Vakzinen deutlich verschlechtern und m&ouml;glicherweise auch das Risiko verst&auml;rkter beziehungsweise h&auml;ufigerer &uuml;berschie&szlig;ender Immunreaktionen wie GUILLAIN-BARR&Eacute;-Syndrom erh&ouml;hen, sondern die Impfungen auch drastisch verteuern. Ein Pandemie-Impfstoff ohne Wirkverst&auml;rker, aber mit ausreichender Antigenmenge (also 15 &micro;g anstatt 3,75 &micro;g), d&uuml;rfte gem&auml;&szlig; der Vertragskalkulation h&ouml;chstens 4 &euro; kosten. Die schlecht vertr&auml;gliche Wirkverst&auml;rkervariante verteuert die Impfstoffkosten demnach um 75% (3 &euro; pro Dosis), bei 50 Millionen bestellten Impfdosierungen um 150 Millionen &euro;. Eine &ldquo;Kalkulation&rdquo;, bei der 6 &euro; f&uuml;r 27,4 mg Wirkverst&auml;rker &ndash; eine Emulsion aus Squalen, Polysorbat 80 und Tokopherol &ndash; angesetzt werden, bewerten wir als Abzockerei.<br>\nEinseitig zu Gunsten des Herstellers fallen auch andere Vertragsvereinbarungen aus: Lieferbedingungen fehlen, stattdessen wird eine &ldquo;Bereitstellung&rdquo; definiert. Nach Chargenfreigabe stellt GSK den Impfstoff im s&auml;chsischen Serumwerk in Dresden &ldquo;zur Abholung durch die L&auml;nder bereit&rdquo;. Das muss man sich einmal vorstellen: Die Vakzinen werden auf Paletten mit jeweils 240 Gro&szlig;packungen zu insgesamt 120.000 Impfdosen geliefert. 33 der Paletten sollen auf einen LKW passen.10 Das Einhalten der K&uuml;hlkette bei Transport und Verteilung der Impffl&auml;schchen von den Paletten an Gesundheits&auml;mter, Schwerpunktpraxen u.a. d&uuml;rfte die Landesbeh&ouml;rden vor ungeahnte logistische Probleme stellen.<br>\nUnd schlie&szlig;lich hat sich GSK vertraglich eine weitgehende Haftungsfreistellung zusichern lassen: &ldquo;Da aufgrund der besonderen Situation im Pandemiefall weder umfangreiche klinische Daten noch Erfahrungen mit dem Pandemie-Impfstoff in seiner konkreten Zusammensetzung vorliegen&rdquo;, wird die Firma f&uuml;r Umst&auml;nde, die die Nutzen-Schaden-Abw&auml;gung der Vakzine negativ ausfallen lassen und die nicht in der Produktinformation der Zulassung (SPC) enthalten sind, von einer Haftung freigestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arznei-telegramm.de\/zeit\/zeit_a.html\">www.arznei-telegramm.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das neue Peak-Oil<\/strong><br>\nDas Ende des &Ouml;lzeitalters steht bevor. Nicht weil und der wichtigste Rohstoff der Weltwirtschaft ausgeht, sondern weil die Nachfrage wegbricht. Der Peak ist schon l&auml;ngst erreicht. Die &Ouml;lnachfrage in den Industriel&auml;ndern wird nicht mehr das Niveau der Jahre 2005 und 2006 erreichen. Da sind sich IEA, IHS Cera und die Deutsche Bank einig. Umstrittener ist, wann die globale Nachfrage ihren H&ouml;hepunkt erklimmt. Deutsche-Bank-Analyst Sankey tippt auf das Jahr 2016, IHS Cera h&auml;lt sich dagegen mit einer Prognose zur&uuml;ck. Immerhin l&auml;sst sich feststellen: Das Ende des &Ouml;lzeitalters liegt dank politischem Willen und technischen Innovationen wie dem Elektroauto wom&ouml;glich n&auml;her als gedacht. In den kommenden sechs bis zehn Jahren d&uuml;rfte das Wechselspiel aus Kapazit&auml;tsengpass, r&uuml;ckl&auml;ufigem Verbrauch in den OECD-Staaten und anziehendem Energiekonsum in Schwellenl&auml;ndern f&uuml;r gewaltige Preisschwankungen sorgen. 50 $ bis 200 $ je Barrel (159 Liter) sind locker m&ouml;glich. Spielte Saudi-Arabien bisher die Rolle des Swing-Producers, der nach Marktlage den &Ouml;lhahn auf- und zudrehte, d&uuml;rfte China die Rolle des Swing-Nachfragers zukommen. Kehrt die Volksrepublik strategische Reservek&auml;ufe um, st&uuml;rzt die t&auml;gliche &Ouml;lnachfrage um vier Millionen Barrel &ndash; und mit ihr der Preis. Eng wird es in diesem Umfeld f&uuml;r viele Raffinerien. Ein schrumpfender Benzinverbrauch und ein Bauboom in China, Indien und dem Nahen Osten verderben die Margen. Gerade in den USA wird es spannend. Tesoro, Sunoco, Valero, Frontier Oil, Holly, Western Refining stehen harte Zeiten bevor. Rohstoffenthusiasten sollten derweil auf Saudi-Arabien blicken. Laut &ldquo;New York Times&rdquo; rufen die Saudis andere &Ouml;lexporteure vor dem Kopenhagener Klimagipfel im Dezember zum Protest auf. So fordern die Saudis von den Verbrauchern Entsch&auml;digung, wenn die &Ouml;lnachfrage vor lauter Klimaschutz sinkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:kolumne-tobias-bayer-das-neue-peak-oil\/50025625.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Sprit vom Acker killt das Klima<\/strong><br>\nEin Bericht des UN-Umweltprogramms zu Agrotreibstoffen zeigt: Unterm Strich fallen deren &Ouml;ko- und Klimabilanzen sogar noch schlechter aus als bei fossilen Energien.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F10%2F19%2Fa0167&amp;cHash=51c757a287\/&amp;type=98\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.unep.org\/Documents.Multilingual\/Default.Print.asp?DocumentID=599&amp;ArticleID=6347&amp;l=en&amp;t=long\">UNEP<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Der gehasste Oskar<\/strong><br>\nWarum eigentlich? Warum kann der Mann machen, was er will, und wird daf&uuml;r reflexhaft gegei&szlig;elt? Ja, warum wird Lafontaine gehasst? M&uuml;ntefering erkl&auml;rt in der Zeit, niemand anderes als Lafontaine habe das SPD-Wahldebakel verursacht. Er habe &ldquo;aus niederen Motiven&rdquo; die SPD erst verlassen, dann verraten, dann Mehrheiten gegen sie organisiert. (&hellip;)<br>\nIch hatte und habe mit Oskar Lafontaine nie etwas am Hut, habe ihn nie gew&auml;hlt oder gemocht. Aber allm&auml;hlich schrillen bei mir wirklich die Alarmglocken. (&hellip;)<br>\nWohlgemerkt, es handelt sich um den einzigen Politiker des Westens, der die Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren pr&auml;zise voraussagte, analysierte und klug bek&auml;mpfte &ndash; bis sein Kanzler ihn damit auflaufen lie&szlig; und dem Gel&auml;chter der Banker preisgab. Wir sprechen von dem Mann, der als Einziger den Sekundentod der gesamten DDR-Industrie voraussagte, mit all den f&uuml;rchterlichen Folgen, dem Absterben eines ganzen Landes. (&hellip;) Nota bene ist es auch der B&uuml;rger Lafontaine gewesen, der den Wahnsinn der Nato-Nachr&uuml;stung beim Namen nannte: Wenn schon so viele Atomwaffen im Land waren, dass man damit den Kontinent sechzigmal ausl&ouml;schen konnte, wurde die Sicherheit nicht durch noch mehr Atombomben erh&ouml;ht. (&hellip;)<br>\nWird er auch deswegen gehasst?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kolumnen\/artikel\/1\/der-gehasste-oskar\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Bundesbank: Weber h&auml;tte Sarrazin-Interview verhindern k&ouml;nnen<\/strong><br>\nDie Bundesbank war nach SPIEGEL-Informationen tiefer in die Entstehung des umstrittenen Interviews ihres Vorstandsmitglieds Sarrazin eingebunden, als bislang bekannt. Der Kommunikationschef hatte offenbar keine Einw&auml;nde gegen die sp&auml;ter kritisierten Textpassagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-655709,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Die Studenten sind nicht mehr die alten<\/strong><br>\nHeute beginnt an den Universit&auml;ten die Vorlesungszeit. F&uuml;r viele Nachwuchsforscher bedeutet das: kaum Zeit zum Luftholen. Kein Wunder, meint unser Autor zum Auftakt einer StZ-Serie, dass sie nicht mehr &uuml;ber den Tellerrand schauen.<br>\nDie Studenten des Jahres 2009 haben keine Hymnen. Zwar durchleben sie einen kollektiven Umsturz ihrer Lebenswirklichkeit, und doch besingt keiner wie einst Bob Dylan diese neue Welt. Denn der Umsturz kommt nicht von unten, sondern er wurde vor zehn Jahren von 29 Bildungsministern in Bologna beschlossen. Wenn der Prozess, der in der italienischen Stadt eingeleitet worden ist, einmal zum Ende kommt, werden Deutschlands Studenten nicht mehr dieselben sein.<br>\nKeine guten Aussichten f&uuml;r unsere Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2243994_0_2147_-die-studenten-sind-nicht-mehr-die-alten.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Bildungsstreik weist Beschl&uuml;sse der KMK zur&uuml;ck &ndash; Protest geht weiter<\/strong><br>\n&ldquo;Obwohl die Landesvertreter_innen sich kritikbewu&szlig;t geben, wird den Forderungen des Bildungsstreiks nicht ann&auml;hernd Rechnung getragen. Vornehmlich beruft die Kultusministerkonferenz (KMK) sich auf die vom Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Studie des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD), um den Erfolg des Bologna&shy;Prozesses zu belegen. Tats&auml;chlich beruhen die positiven Daten aber auf den alten Diplom&shy;- und Magisterstudieng&auml;ngen. In den neuen Bachelor&shy;\/Master&shy;Studieng&auml;ngen ist die nationale und internationale Mobilit&auml;t der Studierenden eingebrochen und die Abbrecher_innenquoten sind in die H&ouml;he geschnellt. Auslandserfahrungen sind sowohl f&uuml;r Studierende als auch f&uuml;r Sch&uuml;ler_innen unter anderem durch das Turbo&shy; Abitur (G8) nahezu unm&ouml;glich geworden. In ihren Erkl&auml;rungen sinnieren die Minister &uuml;ber erh&ouml;hte Mobilit&auml;t der Studierenden, was der Realit&auml;t Hohn spottet.<br>\nDie Universit&auml;ten erkl&auml;rten in der &ldquo;Magna Charta der Universit&auml;ten&rdquo; die Bildung als nachhaltige und essentielle Qualit&auml;t im Dienst der Gesellschaft. Im Gegensatz dazu sind die von der KMK 2003 beschlossenen Strukturvorgaben ein Beispiel f&uuml;r Inflexibilit&auml;t und &Uuml;berregulierung. Hier werden den Hochschulen im Hinblick auf die Gestaltung der Studieng&auml;nge und der Anerkennung von europ&auml;ischen Master&shy;-Abschl&uuml;ssen &uuml;berfl&uuml;ssige Schranken auferlegt.<br>\nAuch die Pr&auml;sidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel, hat richtig erkannt, dass die KMK hier ihre Hausaufgaben nicht erledigt hat und sich der Kritik gegen&uuml;ber taub stellt. Frau Schavan kann nur in Verblendung oder Unkenntnis der Lage gleichm&uuml;tig davon sprechen, da&szlig; der Spielraum f&uuml;r eine freiere Ausgestaltung der Studieng&auml;nge vorhanden sei. Mit den aktuellen Beschl&uuml;ssen beauftragte die KMK wieder nur andere, etwas zu tun: Die Bundesregierung mit dem Baf&ouml;g-&shy;Ausbau, die Hochschulen mit Anerkennung von Studien&shy; und Pr&uuml;fungsleistungen sowie der Anpassung der Regelstudienzeiten in den neuen Studieng&auml;ngen.<br>\nDes weiteren ignoriert die KMK die ebenfalls gravierenden Missst&auml;nde des Schulsystems. Exemplarisch genannt seien hier soziale Selektion durch mehrgliedriges Schulsystem, schlechte Lehr-&shy; und Lernbedingungen sowie fehlende M&ouml;glichkeit zur Mitbestimmung. Ebenso wird auf die Belange der Auszubildenden wie das Recht auf Ausbildung und garantierte &Uuml;bernahme im erlernten Beruf nicht eingegangen.<br>\nIm Bildungsstreik haben sich Lehrer_innen und Sch&uuml;ler_innen, Auszubildende, Student_innen genauso wie Professor_innen und Dozent_innen mit anderen Leidtragenden des Bildungssystems zusammengeschlossen, wir kennen die Lage an den Bildungseinrichtungen aus erster Hand. Unsere Forderungen werden bisher ignoriert. Unser Protest geht weiter. Im November wird es weitere Protestaktionen geben, um unserem Ziel einer freien Bildung n&auml;her zu kommen. Weltweit wird es unter dem Motto &ldquo;Education is not for sale&rdquo; Aktionen gegen die Kommerzialisierung von Bildung geben, da der Zugang zu Bildungseinrichtungen grundlegend f&uuml;r eine lebendige, reflektionsf&auml;hige und kritische Gesellschaft ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.extremnews.com\/nachrichten\/politik\/2cd12b72157001\">ExtremNews<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Streik &ndash; aber dann?<\/strong><br>\nDer Bildungsstreik 2009 hat politisch einige Debatten er&ouml;ffnet, die nun zu f&uuml;hren sind. Die Ziele der Studierenden und Sch&uuml;lerInnen sind zu pr&auml;zisieren, um sie durchsetzen zu k&ouml;nnen. Dabei kann an Erarbeitetes angekn&uuml;pft, es muss jedoch auch Neues entwickelt werden. In zahlreichen Fragen im Umgang mit der anstehenden Reform der Bolognareform, in der Argumentation gegen Studiengeb&uuml;hren, in der &rsaquo;Exzellenz-&lsaquo; und &rsaquo;Elite-&lsaquo; Debatte sind Positionen zu entwickeln oder zu sch&auml;rfen. Die Praxis des Streiksemesters ist durch theoretische &Uuml;berlegungen zu erg&auml;nzen und beides gemeinsam politisch fruchtbar zu machen. Aus diesem Grund haben der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) und Studis Online entschieden, Texte online verf&uuml;gbar zu machen, die bisher als Printpublikationen im BdWi-Verlag erschienen sind. Zu den einzelnen Themen der Reihe wird zudem jeweils eine kommentierte Literaturliste bereitgestellt, die auf ein paar weitere Texte verweist. Damit wollen wir politisch Aktiven, aber auch politisch Interessierten die M&ouml;glichkeit geben, bestehendes Wissen in ihre &Uuml;berlegungen einflie&szlig;en zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/Bildungsstreik\/streik-aber-dann.php\">studis online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Appell: Lobbyisten zu Transparenz verpflichten!<\/strong><br>\nFordern Sie den Bundestag auf, Lobbyisten zur Transparenz zu verpflichten. Unterzeichnen Sie den Appell:\n<blockquote><p>Sehr geehrte Abgeordnete im Bundestag,<br>\nes ist h&ouml;chste Zeit, Lobbyisten zu mehr Transparenz zu verpflichten. Als B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger haben wir ein Recht zu wissen, wer in wessen Auftrag und mit wie viel Geld Einfluss auf die Politik nimmt.<br>\nDeshalb fordern wir Sie auf: Schaffen Sie ein verpflichtendes Lobbyisten-Register, in dem Lobbyistinnen und Lobbyisten ihre Auftraggeber und Kunden, ihre Finanzquellen und Budgets sowie die Themen, Gesetzesvorhaben und Adressaten ihrer Lobbyarbeit offen legen m&uuml;ssen. Das Register muss alle Lobbyisten erfassen, unabh&auml;ngig davon, ob sie f&uuml;r Verb&auml;nde, Unternehmen, Agenturen, Denkfabriken, NGOs oder Rechtsanwaltskanzleien arbeiten.<br>\nNur verpflichtende Regeln schaffen Transparenz &ndash; handeln Sie jetzt!<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/lobby-appell\/\">LobbyControl<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Die Millionenl&uuml;gen<\/strong><br>\nGegen Viertel nach sechs Uhr am Samstagabend &uuml;berschlug sich die Stimme des Sprechers auf dem Podium einer Protestdemonstration: &ldquo;Wir sind zwei Millionen! Dies ist die gr&ouml;&szlig;te Demonstration, die Spanien jemals erlebt hat!&rdquo; Die Demonstranten jubelten. Sie waren aus allen Ecken Spaniens nach Madrid gekommen, um gegen die von der linken Zapatero-Regierung geplante Liberalisierung des Abtreibungsrechtes zu protestieren. Selbst Euronews berichtete am Samstag: &ldquo;Millionen marschieren f&uuml;r das Leben.&rdquo; &ldquo;Hier sagt jeder, was er will, und niemand fordert Erkl&auml;rungen&rdquo;, meint der spanische Unternehmer Juan Manuel Guti&eacute;rrez. Er f&uuml;hlte sich betrogen angesichts der Mondzahlen&hellip;<br>\nDas ist insofern bemerkenswert, als die Spanier dazu neigen, auch Zahlen nicht als Tatsachen zu betrachten, sondern als Meinungen. Deswegen kann es sich zum Beispiel die konservative Regionalregierung von Madrid ungestraft herausnehmen, am Samstag von 1,2 Millionen Demonstranten gegen die Abtreibung zu sprechen &ndash; einfach mal so ins Blaue gesprochen. Hauptsache, es steht am n&auml;chsten Tag in der Zeitung. Lynce hat hingegen 55.316 Demonstranten gez&auml;hlt am Samstag. Eine Ungenauigkeit von 15 Prozent gibt es zwar: Es k&ouml;nnten also bis zu 63.613 gewesen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2024802&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ob die Spanier Zahlen nicht als Tatsachen betrachten, sondern als Meinungen, ist f&uuml;r einen Nicht-Spanier nicht zu beurteilen, aber hierzulande wirkt das Hochtreiben der Demonstrantenzahl wie eine Methode, den Zeitungslesern zu suggerieren, dass die geplante Lockerung des bisherigen Abtreibungsrechts halb Spanien mobilisiert habe &ndash; ein &uuml;bler Fall von Meinungsmache. Gerade das Zusammengehen der katholischen Kirche mit der PP macht deutlich, dass es mehr um eine Demonstration der Opposition gegen die Regierung Zapatero geht. Seltsamerweise wurde w&auml;hrend der 8-j&auml;hrigen Regierungszeit der PP weder gegen das Scheidungsgesetz noch die Indikationsl&ouml;sung protestiert, obwohl die Katholische Kirche strikt gegen jede Form der Abtreibung ist, und das bisherige Abtreibungsrecht wurde in Spanien sehr weit ausgelegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Der dreckige Deal &ndash; die Union gegen den investigativen Journalismus?<\/strong><br>\nDiese &bdquo;sichere Entfernung&ldquo; k&ouml;nnte Brender am 27. November 2009 zum Verh&auml;ngnis werden. Dann trifft sich der unionsdominierte ZDF-Verwaltungsrat wegen seiner Vertragsverl&auml;ngerung als Chefredakteur. Dessen stellvertretender Vorsitzende Roland Koch m&ouml;chte den unbequemen Wadenbei&szlig;er Brender dem Vernehmen nach loswerden und &uuml;bt seit Fr&uuml;hjahr medial Druck auf den ZDF-Intendanten Markus Sch&auml;chter aus. Sch&auml;chter m&uuml;sste Brender vorschlagen, damit sich dessen Vertrag verl&auml;ngert, sitzt dann seinerseits allerdings auf einem wackeligen Stuhl. Koch, der im Verwaltungsrat nur &uuml;ber den Intendanten mitbestimmen kann, soll laut FAZ angedeutet haben, mit Unions-Kollegen gegen Sch&auml;chters ebenfalls anstehende Vertragsverl&auml;ngerung zu stimmen, sollte dieser zu Brender stehen.<br>\nWas hat Roland Koch gegen den quirligen ZDF-Chef einzuwenden? Offiziell, und das ist der Gipfel der Scheinheiligkeit, wettert Koch gegen r&uuml;ckl&auml;ufige Quoten und Verluste von Marktanteilen an die Privaten unter Brenders F&uuml;hrung. Koch, der mit seinen Kollegen noch vor Kurzem die Internetauftritte und Mediatheken des ZDF und der anderen &Ouml;ffentlich Rechtlichen beschnitten hatte, um die Konkurrenz f&uuml;r die Privatsender nicht zu gro&szlig; werden zu lassen. Das ZDF hat dar&uuml;ber hinaus einen gesetzlich festgelegten Bildungsauftrag, der gegen&uuml;ber den Quoten Vorrang hat. Inoffiziell wird gemutma&szlig;t, ob Koch nicht schlicht im Auftrag von Angela Merkel der Garde der ambitionierten unabh&auml;ngigen Journalisten und Journalistinnen beim Zweiten Deutschen Fernsehen vors Schienbein treten will. Brender hatte diese Menschen immer vor den Einfl&uuml;ssen der Politik bewahrt. Die ZDF-Flaggschiffe Frontal21 und Aspekte hatten unter Brender freie Hand. Redaktionen worden ausdr&uuml;cklich zu investigativer Arbeit aufgefordert und bekamen daf&uuml;r alle ben&ouml;tigten Mittel in die Hand. Teure Journalistenschulungen, wochenlange Recherchet&auml;tigkeit und die st&auml;ndige Inanspruchnahme der Rechtsabteilung des Senders wurden nicht mehr geduldet, sondern begr&uuml;&szlig;t. Man erz&auml;hlt sich, dass Brender die politischen Attacken gegen die Berichterstattung nicht einmal den Redaktionen zur Kenntnis gebracht hat, sondern alles an sich abprallen lie&szlig;, um jegliche Beeinflussung &bdquo;seiner Leute&ldquo; auszuschlie&szlig;en. Naturgem&auml;&szlig; konnten die Redaktionen diese Freiheiten nicht in jedem Augenblick optimal nutzen. Sicher ist aber: Nur unter solchen Bedingungen k&ouml;nnen investigative Berichte ungebremst erarbeitet werden.<br>\nDamit k&ouml;nnte es nun vorbei sein. Welche Motive verleiten die Handelnden zu solch einem Verhalten? Wie kann man diesen Kurs halten, wenn selbst die Springer-Presse angewidert ist? Man kann nur mutma&szlig;en: Wer investigativen Journalismus verhindern will, kann eigentlich nur Angst vor dem besseren Argument haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blogjournalisten.com\/politik\/der-dreckige-deal-die-union-gegen-den-investigativen-journalismus-teil-1\/\">Blogjournalisten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ob das Lob f&uuml;r Brender berechtigt ist, mag dahin stehen. Kaum bestreitbar ist, dass das ZDF, vielleicht mit dem Bayerischen und dem Mitteldeutschen Rundfunk zu den konservativsten Sendern geh&ouml;rt. &bdquo;Neues aus der Anstalt&ldquo; best&auml;tigt als gro&szlig;artige Ausnahme die Regel. Dass Brender dort schon als Linker gilt und sich bei Koch und der CDU unbeliebt gemacht haben soll, spricht B&auml;nde dar&uuml;ber, was in konservativen Kreisen noch als unabh&auml;ngiger Journalismus gilt. Brender mag auf dem &bdquo;Ticket&ldquo; der SPD als Chefredakteur ernannt worden sein, doch anders als etwa Gottlieb (BR) oder Kenntenich (MDR) war er nie ein politischer Hardliner, sozusagen typisch &bdquo;sozialdemokratisch&ldquo;, eben bestenfalls zwischen dem politischen Spektrum von CDU und SPD ausgewogen, und diese Parteien regierten bekanntlich zusammen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Schwarz-Gelb spendiert auf Pump, der Skandal der Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder, der Wunsch nach Wachstum und Besch&auml;ftigung, Geschichten aus der Welt der Banken, zu Mitbestimmung, K&uuml;ndigungsschutz und Guter Arbeit, zur &Ouml;lkrise und ihre Umweltfolgen, der Bildungsstreik geht weiter, zu den Protesten in Spanien oder zur Medienpolitik der Union. (KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4272","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4272\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}