{"id":4275,"date":"2009-10-21T10:00:10","date_gmt":"2009-10-21T08:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4275"},"modified":"2009-10-21T10:00:10","modified_gmt":"2009-10-21T08:00:10","slug":"hinweise-des-tages-1002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4275","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Karlsruhe und die Hartz-IV-S&auml;tze, Aus f&uuml;r Quelle, zu den Koalitionsverhandlungen, Bankensterben und Bankenmonopole, Abschied von der Rationalit&auml;t bei den Bankern, Arbeitsbedingungen im Selbstversuch, Oskar der Tausendsassa, der Osten wandert ab, Gewerkschaften als gez&auml;hmte Gegenmacht, Gr&uuml;ne offen f&uuml;r Jamaika. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Karlsruhe r&uuml;ttelt an Hartz-IV-S&auml;tzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Armut: Abrechnung in Karlsruhe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Aus f&uuml;r Quelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Quelle ist auch ein Opfer der Agenda 2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Kooperation und Konkurrenz des deutschen Kapitals<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">CDU-L&auml;nderchefs blasen zum Angriff auf FDP-Steuerpl&auml;ne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die Schattenhaushalte sieht man nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Schwarz-Gelb p&auml;ppelt &Auml;rzte auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Schwarz-gelbe Politik auf Schleichweg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Sanio bef&uuml;rchtet deutsches Bankensterben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die italienische Reise der Deutschen Bank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Abschied vom rationalen Menschen in der Londoner City<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Jean-Paul Fitoussi: Die Revolte der Meritokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Boni an der Wall Street um 40 Prozent h&ouml;her als letztes Jahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Selbstversuch:  Arbeitsbedingungen am Universit&auml;tsklinikum Bonn unzumutbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Immer mehr Besch&auml;ftigte brauchen Geld vom Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Dresden will Stadtwerke zur&uuml;ckkaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Wie Oskar Lafontaine Schwarz-Gelb stark machte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Lafontaine sagt dem Saarland Lebwohl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Ramelow: Richtig ist, &hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Das Arbeitkr&auml;fteangebot sinkt in Ostdeutschland bis 2025 um mehr als ein F&uuml;nftel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">B&uuml;rgerforum Ost<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Gewerkschaften: Die gez&auml;hmte Gegenmacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Deckeln Sie die Arzneipreise!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Amnesty zu Auslandseins&auml;tzen: Organisierte Verantwortungslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Gr&uuml;ne Landeschefs wollen Kurswechsel: Offen f&uuml;r Jamaika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h27\">Stipendienmodell der Koalition: &ldquo;Schwarz-gelbe Tr&auml;umereien&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h28\">Noch 10 Tage: Jetzt Appell f&uuml;r Lobbyregister unterzeichnen!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4275&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Karlsruhe r&uuml;ttelt an Hartz-IV-S&auml;tzen<\/strong><br>\nDie geltenden Regels&auml;tze f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger drohen vor dem Bundesverfassungsgericht zu scheitern. Die Richter des Ersten Senats &auml;u&szlig;erten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung am Dienstag massive Zweifel, ob die Hartz-IV-S&auml;tze f&uuml;r Kinder und Alleinstehende den Bed&uuml;rfnissen der Empf&auml;nger gerecht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:milliardenrisiko-karlsruhe-ruettelt-an-hartz-iv-saetzen\/50026197.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich warne vor Euphorie. Der Vorsitzende des Ersten Senats Hans-J&uuml;rgen Papier sagte etwa der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E95D6178DDB0844D8AF7122DE5D0E4486~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>, ein &bdquo;R&uuml;ckbau&ldquo; des Sozialstaats sei nicht verboten. &bdquo;Die Grundlagen unserer Verfassung basieren auf dem Prinzip der Eigenverantwortung&ldquo; und &bdquo;das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes bel&auml;sst dem Gesetzgeber einen weiten Gestaltungsspielraum.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu: <a href=\"?p=1356\">Der Pr&auml;sident des Bundesverfassungsgerichts erkl&auml;rt das Sozialstaatspostulat des Grundgesetzes zur politischen Verf&uuml;gungsmasse<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Armut: Abrechnung in Karlsruhe<\/strong><br>\nFast 1,7 Millionen Kinder sind auf Hartz IV angewiesen. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht pr&uuml;fen, ob ihr Leben durch politische Willk&uuml;r unn&ouml;tig erschwert wurde.<br>\nAusgangspunkt der Berechnung war ein scheinbar harmloser Datensatz des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden. Darin hatte die Beh&ouml;rde zusammengefasst, wof&uuml;r die einkommensschw&auml;chsten 20 Prozent der alleinlebenden Deutschen ihr Geld ausgeben und &uuml;ber welches Verm&ouml;gen sie verf&uuml;gen. Die Daten beruhten auf der sogenannten Einkaufs- und Verbrauchsstichprobe, die alle f&uuml;nf Jahre stattfindet. 2003 landeten sie in einer Bonner Zweigstelle des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales, im Referat V B4.<br>\nMit Hilfe der Wiesbadener Daten sollten die Mitarbeiter im Auftrag der Bundesregierung einen angemessenen Regelsatz f&uuml;r erwachsene Hartz-IV-Empf&auml;nger ermitteln und anschlie&szlig;end daraus die Bez&uuml;ge f&uuml;r Lebenspartner und Kinder ableiten. Daf&uuml;r sollten sie pr&uuml;fen, welche Ausgaben der einkommensschw&auml;chsten Single-Haushalte mutma&szlig;lich &uuml;berfl&uuml;ssig sind und nicht zu einem &ldquo;soziokulturellen Existenzminimum&rdquo; geh&ouml;ren, das der Sozialstaat arbeitslosen Menschen gew&auml;hrleisten soll.<br>\nDie Bundesregierung hatte auch schon eine Vorstellung, was einem Erwachsenen vermutlich reichen k&ouml;nnte: 345 Euro plus Heizung und Miete. Die Beamten gingen nach der Top-Down-Methode vor, die in vielen Unternehmen beliebt ist: Das gew&uuml;nschte Ergebnis wird vorgegeben, und anschlie&szlig;end werden die Parameter so lange manipuliert, bis die Rechnung aufgeht. So &auml;hnlich verfuhr jetzt notgedrungen auch das Referat V B4. Man rechnete so lange, bis man bei 345 Euro gelandet war. Um sicherzugehen, wurde der Betrag vorsorglich am 24. Dezember 2003 im Bundesgesetzblatt ver&ouml;ffentlicht. &ldquo;Mit Rechtsstaatlichkeit hatte diese Reihenfolge nat&uuml;rlich gar nichts zu tun&rdquo;, sagt die Darmst&auml;dter Rechtsprofessorin Anna Lenze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-655928,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Na bitte, es geht doch. Auch im Spiegel kann man informative und kritische Artikel schreiben. Lesenswert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Aus f&uuml;r Quelle<\/strong><br>\nDer Oberb&uuml;rgermeister von N&uuml;rnberg, Ulrich Maly, hat sich entt&auml;uscht &uuml;ber das Aus f&uuml;r das Versandhaus Quelle ge&auml;u&szlig;ert. Die Bundesregierung habe Quelle und Opel mit zweierlei Ma&szlig; gemessen. Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg trage deshalb eine Mitverantwortung.<br>\nJetzt sieht es wohl so aus, dass man eine Reihe von Spezialversandangeboten, eine Reihe von Tochterfirmen einzeln rausfiletiert aus dem Unternehmen und einzeln verkaufen kann, dass aber das Hauptgesch&auml;ft, das Kerngesch&auml;ft der Quelle, also der dicke Katalog, das was die Menschen mit Quelle assoziieren, am Ende zu sein scheint.<br>\nDas ist eine L&ouml;sung, die aber in erster Linie den Gl&auml;ubigerinteressen dient. Nat&uuml;rlich haben diese T&ouml;chter, Home Shopping Europe, Quelle International, auch der Service-Kundendienst Profectis, auch Besch&auml;ftigte und die sind dankbar, wenn sie gerettet werden. Das Kerngesch&auml;ft der Quelle, der dicke Katalog und das Versandgesch&auml;ft, wird davon nicht profitieren.\n<p>M&uuml;ller (DLF): Das hei&szlig;t, die 10.000 Arbeitspl&auml;tze sind futsch?<br>\nMaly: 10.000 sicher nicht, aber es werden vielleicht 1500, vielleicht 2500 gerettet werden k&ouml;nnen und der ganz gro&szlig;e Rest wird wenigstens betroffen sein, von den Zulieferern bei uns in der Region gar nicht zu sprechen.<br>\nM&uuml;ller (DLF): Aber wenn Arbeitspl&auml;tze in der Region verloren gehen, dann zahlen die Kommunen die Zeche?<br>\nMaly: Die Kommunen und die Sozialkassen.<br>\nM&uuml;ller (DLF): Und das wird auch so bleiben?<br>\nMaly: Das ist schon immer so. So ist das System in der Bundesrepublik angelegt. Das Problem bleibt immer vor der Rathaust&uuml;re liegen, egal wer daf&uuml;r zust&auml;ndig ist&hellip;<br>\nM&uuml;ller (DLF): Sind Sie sauer, dass Quelle nicht Opel ist?<br>\nMaly: Das wei&szlig; ich schon seit geraumer Zeit, dass da mit zweierlei Ma&szlig; gemessen wurde, schon als es um die Staatshilfe vor der Er&ouml;ffnung der Insolvenz ging. Ich nehme das zur Kenntnis und bedauere es.<br>\nM&uuml;ller (DLF): Wer war Schuld, der Wirtschaftsminister?<br>\nMaly: Da hat die Politik sich selber wo hinein begeben, wo sie nicht mehr rausgekommen ist. Das war sicher nicht zu Guttenberg allein, da war auch der Finanzminister Steinbr&uuml;ck mit dabei. Die haben gesagt, Opel sei anders als Quelle. Ich pers&ouml;nlich habe immer gesagt, Opel ist nicht anders als Quelle.<br>\nM&uuml;ller (DLF): Guttenberg tr&auml;gt aber Mitverantwortung?<br>\nMaly: Ja.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1054142\/\">DLF<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Quelle ist auch ein Opfer der Agenda 2010<\/strong><br>\nPolitik ist gefordert: Verstaatlichung der Banken und St&auml;rkung der Binnennachfrage k&ouml;nnen die Realwirtschaft retten und Pleiten verhindern. Ein Gespr&auml;ch mit Michael Schlecht, Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke und Chefvolkswirt der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/10-21\/039.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sicherlich hat die durch Lohndumping verursachte Schw&auml;chung der Binnennachfrage den Einbruch bei Quelle beg&uuml;nstigt. Daf&uuml;r spricht, dass das Auslandsgesch&auml;ft von Quelle durchaus profitabel l&auml;uft. Ob allerdings die &ldquo;privatkapitalistischer Logik&rdquo; der Banken angesichts dieser Situation entscheidend war, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Quelle-Hausbank Valovis mit Unterst&uuml;tzung der Bayern LB und der Commerzbank wollten die f&uuml;r Versandunternehmen typische Art der Vorfinanzierung von Kundenforderungen (Factoring) nur bis zum 1. Januar 2010 &uuml;bernehmen. Angesichts des zu erwartenden weiteren R&uuml;ckgangs der Binnennachfrage (Arbeitslosigkeit) eine zumindest nachvollziehbare Haltung. Kaufinteressenten hatten zur Bedingung gemacht, dass das Factoring &uuml;ber diesen Termin hinaus m&ouml;glich sein m&uuml;sse. In der Tat h&auml;tte der Staat hier mit einem Rettungspaket einspringen k&ouml;nnen. Man m&ouml;cht schon wissen, warum dies im Falle Opels m&ouml;glich ist und hier nicht. Die Hoffnung Michael Schlechts auf eine Verstaatlichung der Banken kann ich in diesem Fall nicht teilen, da sich dadurch an der Entscheidung des Staates, nicht einzugreifen, nichts ge&auml;ndert h&auml;tte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kooperation und Konkurrenz<\/strong><br>\nEurop&auml;isiert sich die Bourgeoisie? Das deutsche Kapital bleibt trotz internationaler Durchdringung seiner Unternehmen tonangebend im eigenen Land und versch&auml;rft von dort aus die Konkurrenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/10-21\/001.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit<\/strong>: Schon alleine wegen der statistischen Recherche ist der der Artikel der Marxistin Beate Landefeld interessant. Wussten Sie z.B., dass von &uuml;ber drei Millionen umsatzsteuerpflichtigen Firmen zwar 99,7 Prozent kleine und mittlere Unternehmen sind, aber die &uuml;brigen 0,3 Prozent 62 Prozent der Ums&auml;tze erbringen. Das erkl&auml;rt so manche gesetzgeberische Ma&szlig;nahme wie auch die generelle Ausrichtung der Wirtschaftspolitik. Oder dass der Anteil ausl&auml;ndisch kontrollierter Konzerne bei den 100 gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen und deren Anteil am Umsatz in den letzten 50 Jahren kaum schwankte. Nach dem 17. Hauptgutachten der Monopolkommission hatten 2006 alle ausl&auml;ndisch kontrollierten Unternehmen (inklusive Finanzsektor) einen Anteil von 19 Prozent an den Ums&auml;tzen aller in der BRD t&auml;tigen Unternehmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>CDU-L&auml;nderchefs blasen zum Angriff auf FDP-Steuerpl&auml;ne<\/strong><br>\nBei den CDU-Ministerpr&auml;sidenten in den L&auml;ndern w&auml;chst offenbar das Unbehagen &uuml;ber die die umfassenden Steuersenkungspl&auml;ne der FDP auf. Das &ldquo;Handelsblatt&rdquo; berichtet in seiner Dienstagsausgabe, Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich und sein baden-w&uuml;rttembergischer Amtskollege G&uuml;nther Oettinger begehrten gegen das Vorhaben der Liberalen auf. Am Samstag hatte Niedersachsen Ministerpr&auml;sident Christian Wulff bei den Koalitionsgespr&auml;chen in Berlin die FDP-Pl&auml;ne massiv kritisiert.<br>\nFast alle Bundesl&auml;nder gingen f&uuml;r das kommende Jahr von rekordtr&auml;chtigen Verschuldungen aus, sagte Baden-W&uuml;rttembergs Regierungschef G&uuml;nther Oettinger dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo;. Den Landesfinanzministern sei &ldquo;Angst und Bange, wenn jetzt die Frage von Steuersenkungen diskutiert wird&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,656121,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die im Schatten sieht man nicht<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb &uuml;bt kreative Haushaltspolitik. Von einem &bdquo;Trick&ldquo; zu sprechen, gar von &bdquo;Verschleierung&ldquo; findet Steffen Kampeter v&ouml;llig falsch. &bdquo;Es handelt sich hier nicht um einen Umweg&ldquo;, versichert der CDU-Haushaltspolitiker, &bdquo;sondern um ein Transparenzinstrument.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/art771,2928687?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Einfach k&ouml;stlich, einen &ldquo;Schattenhaushalt&rdquo; als &ldquo;Tranparenzinstrument &rdquo; zu verkaufen, Schatten als Licht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Schwarz-Gelb p&auml;ppelt &Auml;rzte auf<\/strong><br>\nDie k&uuml;nftige Koalition aus Union und FDP will &Auml;rzte und Apotheker vor Konkurrenz sch&uuml;tzen und Privatversicherer st&auml;rken. Das geht aus einem Papier vor, das der taz vorliegt.<br>\n&Auml;rzten stellt Schwarz-Gelb h&ouml;here Honorare in Aussicht. Die Geb&uuml;hrenordnungen f&uuml;r &Auml;rzte und f&uuml;r Zahn&auml;rzte werden &ldquo;an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst&rdquo; und &ldquo;Kostenentwicklungen&rdquo; ber&uuml;cksichtigt. Das hei&szlig;t: Die S&auml;tze, nach denen Mediziner Leistungen abrechnen, d&uuml;rfen voraussichtlich schneller und deutlicher steigen als derzeit.<br>\nDie Konkurrenz zwischen Krankenh&auml;usern und niedergelassenen &Auml;rzten, die Ministerin Ulla Schmidt in den vergangenen Jahren nach Kr&auml;ften f&ouml;rderte, soll weitgehend aufh&ouml;ren: Kliniken m&uuml;ssten nach dem Willen der Arbeitsgruppe Gesundheit weniger M&ouml;glichkeiten erhalten, ambulante Dienste anzubieten.<br>\nK&uuml;nftig soll es auch wieder einfacher werden, von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung zu wechseln.<br>\nDen Status der Apotheker wollen die Gesundheitspolitiker der drei Parteien st&auml;rken. Konkurrenz durch &ldquo;die Abgabe von Arzneimitteln in sogenannten Pick-up-Stellen&rdquo; wollen die Koalition&auml;re &ldquo;verbieten&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/schwarz-gelb-paeppelt-aerzte-auf\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schlie&szlig;lich haben &uuml;ber 60 Prozent der &Auml;rzte FDP gew&auml;hlt, wenigstens sie wussten warum. Als Trost bleibt, dass wenigstens die elektronische Gesundheitskarte gestoppt zu sein scheint.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Politik auf Schleichweg<\/strong><br>\nSchwarz-gelbe Koalition m&ouml;chte Anspr&uuml;chen der Atomindustrie entgegenkommen. Ihr Problem: Gesellschaftsf&auml;hig ist das nicht. Statt des gro&szlig;en Frontalangriffs auf soziale Sicherungen und Umweltstandards, den sowohl Gewerkschafter als auch Umweltsch&uuml;tzer erwartet hatten, suchen die k&uuml;nftigen Regierungsparteien eher den Weg durch die Hintert&uuml;r. Politik auf Schleichwegen scheint sich zum Markenzeichen der Bundeskanzlerin zu entwickeln. Mindestens in einem Punkt wird ihre Rechnung jedoch nicht aufgehen. Die Organisationen der Anti-AKW-Bewegung verfolgen die Verhandlungen hellwach und haben in den letzten Wochen fast t&auml;glich phantasievolle Aktionen vor dem Tagungsort der k&uuml;nftigen Koalition&auml;re organisiert. Am Samstag letzter Woche wurde die Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen, wo sich die Verhandlungsf&uuml;hrer trafen, mit einem Transparent von einem Kilometer L&auml;nge umzingelt. Zuletzt kam es am Sonntag im ostnieders&auml;chsichen Gorleben zu einer kleinen Besetzung des Gel&auml;nde des geplanten Endlagers, der zweiten innerhalb von zwei Wochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/10-21\/030.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Sanio bef&uuml;rchtet deutsches Bankensterben<\/strong><br>\nDie Rezession k&ouml;nnte laut Bafin-Chef Sanio b&ouml;se Folgen haben: In den n&auml;chen Jahren w&uuml;rden einige Geldh&auml;user dem Staat &ldquo;vor die F&uuml;&szlig;e fallen&rdquo;. Seine L&ouml;sung: Der Soffin soll eine Beh&ouml;rde und deutsche Sonderformen endlich als Eigenkapital anerkannt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:finanzkrise-sanio-befuerchtet-deutsches-bankensterben\/50025710.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die italienische Reise der Deutschen Bank<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank hat sich nie als Krisenopfer gesehen. Sie lehnte Staatshilfen ab und verweigerte sich auch jedem Bad-Bank-Modell. Jetzt soll eine Beteiligung an der &auml;ltesten Bank der Welt geplant sein. Mit dem Mittelstands-Coup in den Niederlanden soll noch lange nicht Schluss sein. Angeblich hat die Deutsche Bank 150 Filialen der Monte dei Paschi di Siena im Visier und damit eine Beteiligung an der welt&auml;ltesten Bank, die fast 400 Jahre &auml;lter ist als die Deutsche Bank und seit 1472 noch nie rote Zahlen geschrieben hat. Hier gibt es allerdings noch andere Interessenten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2027862&amp;em_loc=2361&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/finanzen\/kolumne\/&amp;em_ivw=fr_finanzen\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Im Juni hatte Josef Ackermann noch davor gewarnt, dass die gro&szlig;en Banken der Welt &ldquo;immer mehr ein Oligopol&rdquo; bilden. &ldquo;Es wird nach der Krise einige gro&szlig;e Banken geben, die sich den globalen Kuchen aufteilen &ndash; dadurch gibt es die Gefahr von oligopolistischen Strukturen. &hellip; Die Frage der Zukunft wird sein: Wie gro&szlig; darf eine Bank sein, im Verh&auml;ltnis zur Wirtschaftskraft des Landes, dass sie nicht ,too big to fail&rsquo; ist?&rdquo; Ackermann stellt f&uuml;r das Bankensystem damit die Frage: &ldquo;Wie kann man Banken auf eine solche Gr&ouml;&szlig;e reduzieren, dass sie aus dem Markt ausscheiden k&ouml;nnen, ohne das System zu gef&auml;hrden?&rdquo; &ndash; Anscheinend hat Ackermann realisiert, dass die Vorschl&auml;ge, die Banken zu schrumpfen, im Wind verwehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Abschied vom rationalen Menschen in der Londoner City<\/strong><br>\nDie britische Finanzmarktaufsicht hat in einem Bericht &uuml;ber den Hypothekenmarkt ein erschreckendes Zeugnis menschlicher Fahrl&auml;ssigkeit und Gewinnsucht abgelegt. Auf dem H&ouml;hepunkt des Immobilienbooms wurde fast jede zweite Hypothek ohne Pr&uuml;fung eines Einkommensnachweises des Kreditnehmers vergeben. Nat&uuml;rliche Grenzen des traditionellen Hypothekengesch&auml;fts wurden durch &laquo;Finanzmarkt-Innovationen&raquo; auf gef&auml;hrliche Weise verschoben. Die FSA zieht aus dem &Uuml;berschwang der letzten Jahre ersch&uuml;tternde Lehren. Die Beh&ouml;rde erkl&auml;rt, sie habe in der Vergangenheit bewusst auf die Regulierung einzelner Produkte am Hypothekenmarkt verzichtet, um die Innovationskraft des Finanzsektors nicht zu st&ouml;ren. Grundlegend sei die Annahme gewesen, Konsumenten seien rationale Marktteilnehmer. Im Vertrauen auf den starken Wettbewerb sowie die Urteilskraft der Konsumenten und der Firmen habe sie deshalb lediglich darauf geachtet, dass ausreichende Informationen bereitgestellt wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/abschied_vom_rationalen_menschen_in_der_londoner_city_1.3893897.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ich wei&szlig; gar nicht, was die britische Finanzmarktaufsicht meint. Die Marktteilnehmer haben h&ouml;chst rational versucht, ihren pers&ouml;nlichen Gewinn zu maximieren. Man mag einwenden, dass ganze Volkswirtschaften an die Wand gefahren wurden, aber haben Bankmanager nicht &uuml;ber Jahre Eink&uuml;nfte bezogen, von denen Normalb&uuml;rger nur tr&auml;umen k&ouml;nnen. Und haben die Kunden nicht etliche Jahre Traumrenditen eingefahren genauso wie Immobilienbesitzer sich an den &uuml;ber Jahre steigenden Preis ihrer Immobilienbesitzer erfreut haben. Gut, die letzten beiden Gruppen sind meist nicht rechtzeitig abgesprungen, aber die &bdquo;rationalsten&ldquo; unter ihnen schon. Und die Herren Bankmanager, werden in n&auml;chster Zeit mit etwas geringeren oder anders strukturierten Boni, leben m&uuml;ssen, aber verloren haben sie nichts, sofern sie nicht ihre Eink&uuml;nfte in die Anlageprodukte ihrer eigenen Bank investierten. &ndash; Aber Scherz beiseite, die britische Finanzmarktaufsicht startet mit ihrem Bericht eine h&ouml;chst rationale Exkulpation: die anderen sind Schuld, die Konsumenten und die Finanzinstitute. Sie habe ja nur auf Regulierung verzichtet, um die Innovationskraft des Finanzsektors nicht zu st&ouml;ren. Kein Wort davon, dass sie im globalen Deregulierungswettbewerb an vorderster Front die Attraktivit&auml;t des britischen Finanzstandorts um jeden Preis sichern wollte. Am wenigsten rational war in diesem Spiel die Finanzaufsicht, von der man annehmen durfte, dass sie sich im Gegensatz zum normalen Marktteilnehmer langfristig am Wohl ihrer Bev&ouml;lkerung orientiert. Eine Finanzaufsicht, die auf das rationale Verhalten, was auch immer man darunter versteht, der Marktteilnehmer vertraut, verdient nicht den Namen Aufsicht. Von einer Aufsicht erwarte ich eine geh&ouml;rige Portion Misstrauen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Jean-Paul Fitoussi: Die Revolte der Meritokraten<\/strong><br>\nDie Rettung des Finanzsystems war ein merkw&uuml;rdiger Moment in der Wirtschaftsgeschichte, da dabei diejenigen beg&uuml;nstigt wurden, die am meisten vom irrationalen &Uuml;berschwang des Marktes profitiert haben: die Bosse von Finanzunternehmen. Bevor die Krise begann, wurde jedoch die Umverteilung von Verm&ouml;gen (und die Steuern und Sozialversicherungsleistungen, die diese erm&ouml;glichen) als gr&ouml;&szlig;tes Hindernis f&uuml;r wirtschaftliche Effizienz angesehen. So wurden die Werte der Solidarit&auml;t durch die der individuellen &bdquo;Leistung&ldquo; verdr&auml;ngt, die nach der H&ouml;he des Gehaltsschecks beurteilt wird. Jetzt gehen uns die Augen auf; die Illusion der Arbitrage zwischen Effizienz und Solidarit&auml;t verblasst. Die Krise erinnert uns daran, was jeder Mensch den anderen schuldet, und hebt eine moralische Wahrheit hervor, die wir schnell vergessen hatten: Die Reichen profitieren st&auml;rker als die Armen von ihrer Kooperation mit anderen Mitgliedern der Gesellschaft.<br>\nZwei Schl&uuml;sse kann man aus alldem ziehen. Der erste ist, dass wir alle angesichts der allgemeinen Vorteile, die uns die Gesellschaft bietet, zumindest einen Teil unseres Erfolges anderen verdanken. Das verlangt mehr Bescheidenheit und Zur&uuml;ckhaltung bei der Festlegung der h&ouml;chsten Geh&auml;lter, nicht aus moralischen Gr&uuml;nden, sondern damit das System aufrechterhalten werden kann. Der zweite Schluss lautet, dass die am st&auml;rksten privilegierten Klassen, die am meisten von der Solidarit&auml;t der anderen profitiert haben, vor allem von der der Armen, die Beitr&auml;ge Letzterer nicht mehr von der Hand weisen k&ouml;nnen. Doch sollte man nicht darauf warten, dass sie dem zustimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print_commentary\/fitoussi9\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Boni an der Wall Street um 40 Prozent h&ouml;her als letztes Jahr<\/strong><br>\nDie Wall Street macht die Arbeit von US-Pr&auml;sident Obama nicht leichter. Mitten in der Krise sch&uuml;tten die Banken erneut Boni in Milliardenh&ouml;he aus. Insgesamt flie&szlig;en den Bankern und Zockern dieses Jahr 26 Milliarden Dollar an Boni zu &ndash; 40 Prozent mehr als 2008. Wie Bloomberg berichtet, erwartet nun New York erneut ein warmer Steuersegen, auch ansonsten geht man davon aus, dass wieder mehr Geld in die Stadt, beispielsweise in den Immobilienmarkt, flie&szlig;t.<br>\nLetztes Jahr sanken die Boni um 44 Prozent auf 18,4 Milliarden, wodurch der Staat New York eine Milliarde und New York City 275 Millionen Dollar weniger an Einkommenssteuer einnahmen. Im ersten Halbjahr gingen die Eink&uuml;nfte &uuml;ber die Einkommenssteuer f&uuml;r den Staat New York um 4,4 Milliarden oder ein F&uuml;nftel zur&uuml;ck. Die Arbeitslosenrate liegt bei 10,3 Prozent. Die Steuereinnahmen, die aus den Boni kommen, d&uuml;rften diesen Verlust bei weitem nicht kompensieren. Goldman Sachs alleine sch&uuml;ttet f&uuml;r die ersten neun Monate dieses Jahres &uuml;ber 16 Milliarden Dollar an Boni aus (527.192 pro Banker) , 46 Prozent mehr als in derselben Zeitspanne im letzten Jahr und fast soviel wie im Rekordjahr 2007, wo es 16,9 Milliarden gab. Bei JPMorgan erh&auml;lt jeder Investmentbanker 353.834 Dollar an Boni, letztes Jahr waren es 211.000.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/146390\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Selbstversuch: Arbeitsbedingungen am Universit&auml;tsklinikum Bonn unzumutbar<\/strong><br>\nDie SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks hat als Reinigungskraft an der Uni-Klinik Bonn gearbeitet, um die Arbeitsbedingungen selbst zu erfahren.<br>\nDie Arbeitsbedingungen am Bonner Universit&auml;tsklinikum sind seit l&auml;ngerer Zeit Besorgnis erregend. &Uuml;berlastungsanzeigen der Besch&auml;ftigten belegen, dass dort H&ouml;chstarbeitszeiten &uuml;berschritten werden. Dadurch wird die Gesundheit nicht nur des Personals, sondern auch der Patientinnen und Patienten gef&auml;hrdet. 48 Stunden am St&uuml;ck &ndash; l&auml;nger sollen &Auml;rzte nicht arbeiten. Bereitschaftszeiten inklusive. So steht es im Arbeitszeitgesetz. Damit sollen auch Patienten vor Fehlern durch &uuml;berm&uuml;dete Mediziner gesch&uuml;tzt werden.<br>\nDas neue Arbeitszeitgesetz, das seit 2007 in Kraft ist, schreibt vor, dass zwischen zwei Diensten mindestens 10 Stunden Pause liegen m&uuml;ssen und eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von maximal 54 Stunden nicht &uuml;berschritten werden darf. In der Praxis finden die Pr&uuml;fer des Landes- Gesundheitsministeriums in 80 Prozent der F&auml;lle teilweise erhebliche Verst&ouml;&szlig;e. Gegen diese Verst&ouml;&szlig;e halfen bislang auch keine Bu&szlig;geldverfahren. Gegen das Universit&auml;tsklinikum Bonn wurden in der Vergangenheit insgesamt 6 solcher Verst&ouml;&szlig;e geahndet. Verbessert hat sich die Situation nicht.<br>\nBesonders betroffen ist auch das Reinigungspersonal bei der HuW GmbH. Reinigungskr&auml;fte erhalten f&uuml;r ihre knochenharte Arbeit einen tariflichen Stundenlohn von 8,15 Euro. Zu leiden hat das Reinigungspersonal und K&uuml;chenpersonal unter zu hohen Sollvorgaben. Daher sind als Reinigungskr&auml;fte Teilzeitkr&auml;fte beliebter. Teilzeitkr&auml;fte k&ouml;nnen in vier Stunden h&auml;rter arbeiten. Haben sie ihr Soll nicht erf&uuml;llt, arbeiten sie einfach l&auml;nger. Sollunterschreitungen k&ouml;nnen so unbezahlt ausgeglichen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.renate-hendricks.de\/index.php?nr=24398&amp;menu=1\">Renate Hendricks<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Immer mehr Besch&auml;ftigte brauchen Geld vom Staat<\/strong><br>\nDie Zahl der Berliner, die neben ihrem Job auf staatliche Hilfe angewiesen sind, w&auml;chst dramatisch. Knapp 119 000 Menschen sind es heute, 20 000 mehr als vor zwei Jahren. Nach Angaben von Sozialpolitikern ist Berlin Hochburg des &bdquo;Lohndumpings&ldquo;. Betroffen sind l&auml;ngst nicht mehr nur die Branchen mit traditionell niedrigen L&ouml;hnen wie das Reinigungsgewerbe oder der Wachschutz, sondern auch Rechtsanw&auml;lte und Webdesigner, Journalisten und Werber. Die vielen schlecht bezahlten Jobs in der &bdquo;Kreativbranche&ldquo; sind laut Karl Brenke vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung ein Grund daf&uuml;r, dass das Durchschnittseinkommen in der Stadt zu den niedrigsten bundesweit z&auml;hlt &ndash; &bdquo;und sogar geringer ist als im ostdeutschen Durchschnitt&ldquo;. Die wirtschaftliche Not der Berliner belastet wiederum den Haushalt des Landes. Denn wer von seiner Arbeit nicht leben kann, bekommt in der Regel einen Zuschuss f&uuml;r die &bdquo;Kosten der Unterkunft&ldquo; &ndash; und dieses Geld kommt &uuml;berwiegend aus dem Landeshaushalt: Die Belastung stieg von 971 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 996 Millionen Euro im vergangenen Jahr &ndash; Tendenz steigend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Aufstocker-Existenzminimum-Sozialstaat;art270,2928730?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Dresden will Stadtwerke zur&uuml;ckkaufen<\/strong><br>\nBislang geh&ouml;ren 35 Prozent an der Drewag der Geso und 10 Prozent der Th&uuml;ga. Nun wurden die seit zw&ouml;lf Jahren bestehenden Vertr&auml;ge fristgerecht gek&uuml;ndigt. Damit werden die Stadtwerke ab 2013 wieder vollst&auml;ndig in den Besitz der s&auml;chsischen Landeshauptstadt gelangen. Die hatte vor zw&ouml;lf Jahren 45 Prozent abgegeben und daf&uuml;r 82 Millionen Euro bekommen. Alleine durch Gewinnaussch&uuml;ttungen gingen aber in diesem Zeitraum rund 200 Millionen Euro an die beiden Minderheitsgesellschafter.<br>\nDie verlangen f&uuml;r den Verkauf dem Vernehmen nach eine dreistellige Millionensumme. Hinter beiden standen bis vor kurzem zwei der vier gro&szlig;en Stromanbieter in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wer-kauft-wen.de\/meldung\/21366.html\">wer-kauft-wen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Teuere Umwege zum Schlauerwerden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Wie Oskar Lafontaine Schwarz-Gelb stark machte<\/strong><br>\nMit dem Rachefeldzug gegen die SPD hat der Linken-Chef die linke Mitte entscheidend geschw&auml;cht. Die Marginalisierung der Sozialdemokratie k&ouml;nnte der ideologisch beweglichen Merkel-CDU f&uuml;r lange Zeit die Macht sichern. Lafontaines Wirken war ein Nullsummenspiel &ndash; am Ende wohl noch weniger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mobil.derwesten.de\/waz\/meinung\/2009\/10\/20\/news-137667511\/detail.xml\">Der Westen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Oskar Lafontaine hat offenbar &uuml;berirdische Kr&auml;fte. Er ist offenbar der leibhaftige Mephisto, der stets verneint, aber &ndash; in Abwandlung zu Goethe &ndash; stets das B&ouml;se schafft. Er ist schuld, dass die SPD verloren hat und er hat Schwarz-Gelb an die Macht gebracht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Lafontaine sagt dem Saarland Lebwohl<\/strong><br>\nR&uuml;ckzug vom R&uuml;ckzug: Linke-Bundeschef Oskar Lafontaine will doch nicht Fraktionschef an der Saar bleiben. Und gibt wohl das Landtagsmandat ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/lafontaine-sagt-saarland-tschuess\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Ramelow: Richtig ist, &hellip;<\/strong><br>\nAuf das Interview mit Christoph Matschie <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=2011402&amp;\">&ldquo;Linke wollte SPD erpressen&rdquo;<\/a> antwortete gestern Bodo Ramelow in einem Leserbrief an die FR:\n<blockquote><p>&hellip; Ich denke, dass ihre Leserinnen und Leser ein Recht darauf haben, auch meine Sicht zu erfahren, denn immerhin wir der Sachvorgang der Sonderungsgespr&auml;che&hellip;so dargestellt, als ob es an meiner Person gelegen h&auml;tte, dass es in Th&uuml;ringen nicht zu einem reformorientierten Landsb&uuml;ndnis gekommen ist.<br>\nIch darf dazu feststellen: Die Th&uuml;ringer SPD hatte eine Urabstimmung,&hellip;diese&hellip;.sollte eine rot-rote Koalition nur erm&ouml;glichen, wenn die SPD von den W&auml;hlern zur gr&ouml;&szlig;ten Fraktion gew&auml;hlt werden w&uuml;rde&hellip;Ich habe dazu erkl&auml;rt, dass sich als Demokrat bereit sei, Herrn Matschie zum Ministerpr&auml;sidenten zu w&auml;hlen, wenn er den entsprechenden Auftrag durch ein W&auml;hlervotum erh&auml;lt &hellip;<br>\nNach der Wahl beharrte Herr Matschie auf dem Anspruch, als Vertreter der 18-Prozent-Partei nun von uns gew&auml;hlt zu werden. Er war es auch, der immer wieder darauf bestanden hat, dass die L&uuml;cke des unterdurchschnittlichen SPD-Wahlergebnisses durch die Gr&uuml;nen in eine Dreierkonstellation geschlossen werden soll. Auf diesen Wunsch sind wir eingegangen&hellip; Schlie&szlig;lich forderte Herr Matschie, dass wir aus prinzipiellen Gr&uuml;nden die F&uuml;hrung der Koalition durch die SPD akzeptieren sollen&hellip;.Wir bestanden auf Benennung einer Person, auf die wir uns gemeinsam verst&auml;ndigen k&ouml;nnen &hellip;<br>\nRichtig ist, dass wir bereit waren, ein SPD-Mitglied zum Ministerpr&auml;sidenten zu w&auml;hlen. Richtig ist, dass die Gr&uuml;nen den Beschluss gefasst haben, in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Richtig ist, dass die Landesvorstandsmitglieder der SPD davon nicht unterrichtet wurden &hellip;<br>\nRichtig ist, dass Herr Matschie zu keinem Zeitpunkt bereit war, &uuml;ber einen gemeinsamen Kandidaten namentlich zu sprechen&hellip;Richtig ist, dass Herr Matschie nach seinem vermeintlichen Verzicht den OB Bausewein fragte, ob er als Kandidat zur Verf&uuml;gung stehen w&uuml;rde. Richtig ist, dass wir dar&uuml;ber nie informiert wurden. Richtig ist, dass Herr Matschie gegen&uuml;ber der Bild-Zeitung behauptete, dass ich Herrn Bausewein &ouml;ffentlich ins Gespr&auml;ch gebracht habe. Richtig ist, dass ich auf Vermittlung des SPD-Vertreters Peter Arnold mit Gesine Schwan &uuml;ber Rot-Rot-Gr&uuml;n sprach. Richtig ist, dass Frau Schwan und Herr Matschie dar&uuml;ber auch telefonierten. Richtig ist, dass SPD-Vertreter den Namen Schwan gegen&uuml;ber Medien verbreiteten. Richtig ist, dass Herr Matschie und ich dies unter vier Augen besprachen&hellip;Richtig ist, dass heute der Schwarze Peter bei mir gesucht wird, ich aber so wie die Gr&uuml;nden den Eindruck gewinnen mussten, dass ein reformorientiertes Landesb&uuml;ndnis durch die Th&uuml;ringer SPD nie gewollt war.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man h&ouml;re immer auch die andere Seite.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Das Arbeitkr&auml;fteangebot sinkt in Ostdeutschland bis 2025 um mehr als ein F&uuml;nftel<\/strong><br>\nDas Arbeitskr&auml;fteangebot in den neuen Bundesl&auml;ndern und Berlin wird aus demografischen Gr&uuml;nden bis 2025 voraussichtlich um mehr als 2 Millionen schrumpfen &ndash; von derzeit etwa 9,4 Millionen auf rund 7,4 Millionen. Das zeigt eine am Dienstag ver&ouml;ffentlichte Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zugleich wird die Zahl der Besch&auml;ftigten nur um rund 200.000 auf etwa 6,9 Millionen Personen zur&uuml;ckgehen. Rein rechnerisch k&ouml;nnte sich deshalb die Unterbesch&auml;ftigung &ndash; also die Summe von registrierter Arbeitslosigkeit und der so genannten &bdquo;Stillen Reserve&ldquo; &ndash; in Ostdeutschland bis 2025 um mehr als drei Viertel auf rund eine halbe Million Personen reduzieren, so die Autoren der IAB-Studie. Ohne verst&auml;rkte Bildungsanstrengungen bestehe jedoch die Gefahr, dass es stattdessen zu einem Fachkr&auml;ftemangel bei immer noch hoher Arbeitslosigkeit kommt.<br>\nUm der Schrumpfung des Arbeitskr&auml;fteangebots entgegenzuwirken, w&auml;re eine rasche und kr&auml;ftige Erh&ouml;hung der Geburtenrate notwenig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2009\/kb2109.pdf\">IAB [OPDF &ndash; 760 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und wieder wird eindimensional auf die Demografie und die Geburtenrate geschielt. Immerhin erw&auml;hnt die Studie auch die Abwanderung erw&auml;hnt. Dass die Geburtenrate aber vor allem auch deshalb sinkt, weil J&uuml;ngere im Familienalter nach Westen abwandern und die &Auml;lteren zur&uuml;ckbleiben. Dass es etwa in Schwerin oder in anderen Regionen alles andere als erstrebenswert ist mit Hartz-IV Kinder in die Welt zu setzen, bleibt nat&uuml;rlich ausgeklammert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>B&uuml;rgerforum Ost<\/strong><br>\nUnser kleines, hoffentlich bald gr&ouml;&szlig;er werdendes Redaktionsteam eint die Sorge um Ostdeutschland. Das gr&ouml;&szlig;te Problem ist die Sprachlosigkeit. Ob die d&uuml;steren Prognosen tats&auml;chlich eintreffen, h&auml;ngt auch davon ab, wie wir uns informieren, einmischen und klare Forderungen an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft stellen. Ebenso m&uuml;ssen wir &ndash; allein schon wegen der be&auml;ngstigenden Transferabh&auml;ngigkeit &ndash; die Menschen im alten Bundesgebiet f&uuml;r uns gewinnen.<br>\nDieser Internetauftritt will allen in Ostdeutschland lebenden B&uuml;rgern eine Lobby sein. Hier werden Informationen zusammengetragen, die ein unverf&auml;lschtes Bild von der Situation im Beitrittsgebiet liefern. Hier k&ouml;nnen Menschen diskutieren, Gleichgesinnte finden und Netzwerke entwickeln. Im Moment sind unseren M&ouml;glichkeiten noch bescheiden, vieles nicht so professionell, wie wir uns das w&uuml;nschen. Doch der Anfang ist gemacht. weiterlesen &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.buergerforum-ost.de\/\">B&uuml;rgerforum Ost<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Die gez&auml;hmte Gegenmacht<\/strong><br>\nBisher ist Schwarz-Gelb mit den Gewerkschaften h&ouml;flich umgegangen. Das wird sich &auml;ndern. Darauf vorbereitet sind diese nicht.<br>\nWenn CDU\/CSU und FDP demn&auml;chst ihre Koali-tionsverhandlungen abschlie&szlig;en, stehen die Gewerkschaften drau&szlig;en vor der T&uuml;r. SPD-Kanzler hatten in der Vergangenheit wenigstens verbal auf sie R&uuml;cksicht nehmen m&uuml;ssen. Die angebliche Sozialdemokratisierung Angela Merkels in der gro&szlig;en Koalition war &auml;hnlichen &Uuml;berlegungen geschuldet. Jetzt aber scheint sie frei, den marktradikalen Ideen des Leipziger CDU-Parteitags zu folgen.<br>\nUm eine prinzipielle Umorientierung wird der DGB aber nicht herumkommen: Jahrzehntelang hat er sich als Ordnungsfaktor verstanden. Gegenmacht: das muss er erst noch lernen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/0942-die-gezaehmte-gegenmacht\">der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Dazu passt eine Anmerkungen von Volker Bahl:<\/strong><\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Nachdem sich die Sozialdemokratie von den Gewerkschaften &ndash; als &ldquo;traditioneller politischer Arm&rdquo; &ndash; radikal abgewandt hat &ndash; um die deutschen Gewerkschaften erfolgreich zu schw&auml;chen, hat sie<\/em><\/li>\n<li><em>ihren politischen Niedergang eingeleitet &ndash; und ist &ndash; ohne politisch-&ouml;konomische Not &ndash; als Volkspartei erloschen.<\/em><\/li>\n<li><em>Deshalb dr&auml;ngt sich die Frage auf f&uuml;r die Gewerkschaften &ndash; als im au&szlig;erparlamentarischen Raum agierend -,&nbsp;m&uuml;ssen sie&nbsp; jetzt nicht sich pluralistisch &ouml;ffnen, um als ganz bedeutender Akteur f&uuml;r das Soziale in dieser Gesellschaft&nbsp; &ndash; und damit in eine ganz neue &ndash; und damit auch ungewohnte &ndash; Rolle schl&uuml;pfen &ndash; und einen <strong>sozialen Gegenentwurf zu der &ldquo;Schwarz-Gelben&rdquo;<\/strong> Praxis zu entwickeln &ndash; gegen&uuml;ber drei &ldquo;alternativen&rdquo; &nbsp;Parteien und damit Mehrheiten f&uuml;r die n&auml;chste Bundestagswahl 2013&nbsp;&ndash; jenseits von Schwarz-Gelb zu organisieren? &ndash; Und ein Versagen in dieser Frage f&auml;llt ihnen zugleich selbst knallhart auf die F&uuml;&szlig;e &ndash; bis hin zur weiteren &ldquo;Minimierung&rdquo; eines gewerkschaftlichen Einflusses (politischer Bittsteller ) &ndash; und einer eventuellen totalen Bedeutungslosigkeit.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Dazu erst einmal eine &ldquo;Zwischenbemerkung&rdquo; zur medialen &Ouml;ffentlichkeit:<br>\nNur &ldquo;Doppelb&ouml;diges&rdquo; Bild der Gewerkschaft? (am Beispiel eines Tatort-Krimis)<br>\nIch habe den Eindruck diese krasse &ldquo;Doppelb&ouml;digkeit&rdquo; liefert ein recht realistisches Bild der Sicht vieler Menschen in diesem Lande&nbsp;auf die Gewerkschaften &ndash; gerade obwohl es recht &ldquo;krass&rdquo; war!&nbsp;&ndash;&nbsp;K&ouml;nnte es&nbsp; dann sehr symptomatisch f&uuml;r dieses gewerkschaftliche Panorama sein, dass den &ldquo;Rahmen&rdquo; f&uuml;r dieses Gewerkschafts-&ldquo;Bild&rdquo; der Suizid eines investigativen Journalisten<br>\ndarstellte?<br>\nUnd eigentlich finde ich es eher erstaunlich, dass&nbsp;ein solcher&nbsp;Gewerkschafts-Diskurs nur noch in einem Krimi in der ARD&nbsp;in dieser Gesellschaft&nbsp;angesto&szlig;en werden kann&nbsp;&ndash; und damit wenigstens noch rudiment&auml;r vorhanden ist &ndash; <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=fl&amp;dig=2009%2F10%2F17%2Fa0042&amp;cHash=ddd32caf35\">aber vielleicht dennoch auch breitenwirksam<\/a>?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>\n&hellip; nur fragt sich in welche Richtung dieser &ndash; so ambivalent unentschiedene &ndash;&nbsp;Zustand jetzt weiter entwickelt werden &ldquo;darf&rdquo; &ndash; in einer Gesellschaft, wo die Medien sich so einig sind im Sch&uuml;ren einer&nbsp; Phobie vor dem angeblichen Linksruck durch die &ldquo;Charaktermaske&rdquo; des neoliberalen Diskurses&nbsp;Steinmeier. Siehe <a href=\"?p=4267\">&ldquo;Nun auch die Frankfurter Rundschau und die Tagesschau als Plattform f&uuml;r Steinmeier&rdquo;<\/a>&nbsp;aber auch <a href=\"?p=4264\">&ldquo;Vom R&uuml;ckfall in ein primitives W&auml;hlermarktmodell: &bdquo;In die Mitte r&uuml;cken&ldquo; usw.&rdquo;<\/a> &ndash; nur ganz klein wird dies dann auch &ldquo;am Rande&rdquo; einmal durchbrochen &ndash; durch ein Gespr&auml;ch zwischen zwei Politiker-Frauen &ndash; n&auml;mlich Franziska Drohsel (Juso) und Katja Kipping (Linke) &ndash; allerdings in der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/781\/491151\/text\/\">SZ<\/a>.<br>\nIn dieser Situation wird es zur ganz zentralen Frage, inwieweit die Gewerkschaften sich wieder zur moralischen Instanz f&uuml;r die Menschen, die B&uuml;rger entwickeln k&ouml;nnen &ndash;&nbsp;um dieses inzwischen plural gewordene Politikfeld des Sozialen in einer Gesellschaft politisch mehrheitsf&auml;hig zu einem Gegenentwurf zu &ldquo;Schwarz-Gelb&rdquo; vorantreiben zu&nbsp;k&ouml;nnen?<br>\nDabei ist&nbsp;ein weiterer&nbsp;makro&ouml;konomisch inspirierte Text &ndash; vor allem moralisch &ldquo;gesprochen&rdquo; &ndash; au&szlig;er den so informierenden B&uuml;chern von Albrecht M&uuml;ller &ndash; gegen diese &ldquo;Totengr&auml;ber der sozialen Marktwirtschaft&rdquo;&nbsp; auch schon geschrieben: Z.B. das Buch des Wirtschafts-Ethikers <a href=\"?p=4271#h16\">Ulrich Thielemann &ldquo;System Error&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Deckeln Sie die Arzneipreise!<\/strong><br>\nIch w&uuml;nsche mir, dass kein Patient mehr zu viel f&uuml;r ein Medikament bezahlen muss. Viele der neuen Medikamente sind einfach nur leicht ver&auml;nderte Neuauflagen von Pr&auml;paraten, die bereits auf dem Markt sind. Deshalb darf sich die neue Bundesregierung nicht mehr so sehr von der Pharmalobby beeinflussen lassen. Fast nur in Deutschland k&ouml;nnen die Pharmafirmen die Preise f&uuml;r neue, patentgesch&uuml;tzte Medikamente praktisch nach eigenem Gusto bestimmen. Das geht sonst kaum irgendwo in Europa. Die Folge: Eine HPV-Impfung gegen Geb&auml;rmutterhalskrebs kostet hier rund 470 Euro, in den USA 275 Euro. Kein Wunder, dass die Ausgaben der Kassen f&uuml;r Arzneimittel hierzulande 2008 um 5,3 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro gestiegen sind. Schuld daran sind unter anderem explodierende Kosten f&uuml;r gentechnisch hergestellte Medikamente.<br>\nKein Medikament darf mehr in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden, ohne dass zuvor &uuml;ber den Preis verhandelt wurde. Als Voraussetzung muss die Pharmaindustrie endlich ihre Kosten transparent machen. Denn das Gremium, das f&uuml;r die Kassen die Preise verhandeln soll, muss wissen, wie hoch die Entwicklungskosten f&uuml;r ein Medikament tats&auml;chlich waren. Der Gesundheitsmarkt ist kein Markt wie jeder andere, es geht hier um die Versorgung von Millionen Patienten. Deshalb brauchen wir endlich eine unabh&auml;ngige Bewertung des Nutzens von Arzneimitteln! Das daf&uuml;r zust&auml;ndige Institut f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) hat Anfang der Woche einen Schritt in diese Richtung getan und Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die Bewertung des Kosten-Nutzen-Verh&auml;ltnisses von Medikamenten ver&ouml;ffentlicht.<br>\nDie forschenden Pharmaunternehmen drohen damit, ihre Forschung und Entwicklung zu reduzieren, wenn die Preise reguliert werden. Diese Drohungen dienen in erster Linie dazu, die Politik unter Druck zu setzen. Dabei geben die Unternehmen &ndash; gemessen an tats&auml;chlich neuen Pr&auml;paraten &ndash; viel weniger f&uuml;r Forschung und Entwicklung aus, als sie den Anschein erwecken. Studien aus den USA haben gezeigt, dass die Pharmaindustrie doppelt so viel in Marketing und Verwaltung investiert wie in Forschung und Entwicklung. Davon abgesehen w&uuml;rde ein Konzern, der keine Innovationen mehr herausbringt, an Bedeutung verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2027428&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Amnesty zu Auslandseins&auml;tzen: Organisierte Verantwortungslosigkeit<\/strong><br>\nEs sei &ldquo;hoch problematisch&rdquo;, dass die Bundeswehr gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskr&auml;ften Personen festnehme. &ldquo;Wir wissen, dass in afghanischen Gef&auml;ngnissen gefoltert wird&rdquo;, kritisierte L&uuml;ke. Die Bundeswehr k&ouml;nne sich nicht aus der Verantwortung ziehen, indem sie die Festnahmen formal den Afghanen &uuml;berlasse. &ldquo;Das Dabeistehen entledigt die deutschen Soldaten nicht von der Verantwortung&rdquo;, so L&uuml;ke, &ldquo;sie m&uuml;ssen sicherstellen, dass die Festgenommen in afghanischer Polizeihaft nicht der Folter zugef&uuml;hrt werden.&rdquo; Dies werde jedoch nicht &uuml;berwacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2025296&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne Landeschefs wollen Kurswechsel: Offen f&uuml;r Jamaika<\/strong><br>\nDer Gr&uuml;nen-Bundesspitze droht auf dem bevorstehenden Parteitag in Rostock heftiger Gegenwind aus den L&auml;ndern. In einem gemeinsamen Antrag f&uuml;r das Treffen am kommenden Wochenende fordern die Landesfraktionschefs mehrerer einflussreicher Landesverb&auml;nde, die Gr&uuml;nen m&uuml;ssten k&uuml;nftig auf L&auml;nderebene auch f&uuml;r Koalitionen mit CDU und FDP offen sein. &ldquo;Es ist falsch, bestimmte Regierungskonstellationen grunds&auml;tzlich auszuschlie&szlig;en&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Papier des Berliner Gr&uuml;nen-Fraktionschefs Volker Ratzmann, das unter anderem von seinen Kollegen aus Hessen, Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg, Sachsen und Bremen unterschrieben ist. Die sich abzeichnende Jamaika-Koalition im Saarland werten die Landesfraktionschefs in ihrem Antrag ausdr&uuml;cklich positiv als &ldquo;ein neues Kapitel f&uuml;r b&uuml;ndnisgr&uuml;ne Regierungsbeteiligungen auf L&auml;nderebene&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2027763&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ach wie gern m&ouml;cht ich sein, ein Ministerlein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Stipendienmodell der Koalition: &ldquo;Schwarz-gelbe Tr&auml;umereien&rdquo;<\/strong><br>\nWas auf den ersten Blick wie ein warmer Geldregen f&uuml;r Studierende aussieht, ist bei genauerem Hinsehen ein Frontalangriff auf die Chancengleichheit im Bildungssystem. Denn weder werden neue Bildungspotenziale mobilisiert, noch soziale Ungleichheiten verringert &ndash; das Gegenteil ist der Fall.<br>\nDas Pinkwart-Schavan-Modell unterstellt, dass sich Unternehmen erheblich an der Finanzierung beteiligen, n&auml;mlich zu 50 Prozent. Das sind schwarz-gelbe Tr&auml;umereien. Aus meiner Abfrage bei Wirtschaftsverb&auml;nden und beim Stifterverband geht hervor, dass von Unternehmen mitfinanzierte Stipendien lediglich als Erg&auml;nzung zu einer staatlichen Ausbildungsf&ouml;rderung angesehen werden. Laut Stifterverband ist ein solches finanzielles Engagement konjunkturellen Entwicklungen unterworfen und von Unternehmens- und Brancheninteressen geleitet. Das ist alles andere als eine verl&auml;ssliche Bildungspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/2024908_Stipendienmodell-der-Koalition-Schwarz-gelbe-Traeumereien.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h28\"><\/a><strong>Noch 10 Tage: Jetzt Appell f&uuml;r Lobbyregister unterzeichnen!<\/strong><br>\nDie B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger haben gew&auml;hlt, die Sitze im Bundestag sind neu verteilt. Jetzt verhandelt die Politik &uuml;ber das Programm f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre. Doch wer mischt eigentlich hinter den Kulissen die Karten? F&uuml;r die etwa 5.000 Lobbyisten in Berlin ist Hochsaison. Der Koalitionsvertrag ist die erste gro&szlig;e Chance, ihre Anliegen gleich nachhaltig im Arbeitsplan der neuen Regierung festzuschreiben. Besonders Gro&szlig;unternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nde witterten nach der Wahl Morgenluft. Tats&auml;chlich haben CDU und FDP in der Vergangenheit kein gro&szlig;es Interesse daran gezeigt, mehr Transparenz und Schranken f&uuml;r Lobbyisten zu schaffen. Doch wir B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger haben ein Recht zu wissen, wer f&uuml;r wen mit wie viel Geld die Politik beeinflusst, nachdem die Wahllokale geschlossen wurden.<br>\nDie Organisation LobbyControl fordert deshalb ein Lobbyregister, das alle Lobbyisten zu Transparenz verpflichtet.  Fast 6.000 Menschen haben bereits den Appell unterzeichnet. Im November werden die Unterschriften dem neuen Bundestag &uuml;berreicht. Sind Sie schon dabei? Unterzeichnen Sie bis zum 31.10. online unter <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/register\">www.lobbycontrol.de\/register<\/a>!<br>\nBitte mobilisieren Sie auch Freund\/innen und Bekannte. Leiten Sie ihnen den <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/register\">Link zur Aktion<\/a> weiter, setzen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/banner\">Mobilisierungs-Banner<\/a> auf Ihre Homepage oder zeigen Sie ihnen unser Video, wie Lobbyisten sich in Phrasen fl&uuml;chten, wenn es um Transparenz geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/08\/lobbyregister-statt-pr-ausfluchte\/\">Lobbycontrol<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Karlsruhe und die Hartz-IV-S&auml;tze, Aus f&uuml;r Quelle, zu den Koalitionsverhandlungen, Bankensterben und Bankenmonopole, Abschied von der Rationalit&auml;t bei den Bankern, Arbeitsbedingungen im Selbstversuch, Oskar der Tausendsassa, der Osten wandert ab, Gewerkschaften als gez&auml;hmte Gegenmacht, Gr&uuml;ne offen f&uuml;r Jamaika. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4275","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4275\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}