{"id":42754,"date":"2018-03-06T08:24:23","date_gmt":"2018-03-06T07:24:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42754"},"modified":"2018-12-30T15:59:37","modified_gmt":"2018-12-30T14:59:37","slug":"suedamerikanische-medien-nach-50-jahren-wird-punto-final-in-chile-eingestellt-und-jornal-do-brasil-erlebt-comeback-in-rio-de-janeiro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42754","title":{"rendered":"S\u00fcdamerikanische Medien \u2013 Nach 50 Jahren wird Punto Final in Chile eingestellt und Jornal do Brasil erlebt Comeback in Rio de Janeiro"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180304-Rio-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Zwei popul&auml;re s&uuml;damerikanische Medien stehen zu diesem Jahresbeginn im Fokus publizistischen Interesses; die eine als Opfer des Schicksals, die andere als demokratischer Hoffnungsschimmer. Die Rede ist von der linken chilenischen Periodika <em>Punto Final<\/em> und der liberal-konservativen brasilianischen Tageszeitung <em>Jornal do Brasil<\/em>. Erstere wird aus finanziellen Gr&uuml;nden im kommenden M&auml;rz nach 50-j&auml;hrigem Erscheinen definitiv als Druckmedium eingestellt. Umgekehrt und gegen den Strom des weltweiten Zeitungssterbens erlebt die einst hochverschuldete und 2010 aus Druck und Vertrieb genommene, renommierte Tageszeitung aus Rio de Janeiro ihre Wiedergeburt an Kiosken und als Abonnenten-Blatt. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBeide Medien unterschieden sich in ihrer Geschichte durch nahezu gegens&auml;tzliche, ideologische Differenzen, doch die drakonische Zensur und Verfolgung von Journalisten machte beide Publikationen in den 1970-ern und 1980-ern zu Opfern s&uuml;damerikanischer Milit&auml;rdiktaturen.<\/p><p>Die redaktionelle Ausrichtung der 1965 in Santiago de Chile gegr&uuml;ndeten und zweiw&ouml;chentlich erscheinenden Punto Final (PF) war von Anbeginn links. Obwohl die Zeitschrift von Mitgliedern der von Che Guevara inspirierten Bewegung der Revolution&auml;ren Linken (MIR) gegr&uuml;ndet worden war und zun&auml;chst deren politische Positionen vertrat, widmete sich ihre Redaktion &ndash; zusammengesetzt aus sozialistischen, kommunistischen, christlichen und unabh&auml;ngigen Journalisten &ndash; bis zum Milit&auml;rputsch vom 11. September 1973 der kritischen Unterst&uuml;tzung der Regierung Salvador Allendes. Von 1981 bis 1986 erschien Punto Final im mexikanischen Exil und wurde 1989 in Chile neu gegr&uuml;ndet.<\/p><p>&bdquo;Es gibt vielerlei Erkl&auml;rungen f&uuml;r den Verlust eines so wichtigen und vielf&auml;ltigen Magazins wie Punto Final. Was jedoch am meisten mutlos macht, ist die Tatsache, dass es unter den &acute;Chilenen, denen es gut geht&acute; und die nach eigenen Angaben sich weiterhin zu den Prinzipien des politischen Progressismus bekennen, weder Bem&uuml;hungen, noch den Willen gab, dieses Magazin zu retten und die Bereitstellung von Ressourcen f&uuml;r die informative Vielfalt vorzuschlagen&rdquo;, protestierte der renommierte Publizist und Professor <a href=\"http:\/\/www.rebelion.org\/mostrar.php?tipo=5&amp;id=Juan%20Pablo%20C%E1rdenas%20S.&amp;inicio=0\">Juan Pablo<\/a> C&aacute;rdenas an die Adresse der im kommenden M&auml;rz abdankenden Mitte-Links-Regierung von Pr&auml;sidentin Michelle Bachelet (Cierre de revista Punto Final: Un nuevo y certero atentado contra la democracia &ndash; Radio U. de Chile, 20. Februar 2018).<\/p><p>&bdquo;Der demokratische Zugang zu korrekter Information und Medien hat sich zu einer Priorit&auml;t der demokratischen Agenda des Landes entwickelt&ldquo;, schrieb Ex-Pr&auml;sident Lu&iacute;s In&aacute;cio Lula da Silva am entgegengesetzten, atlantischen Ufer des Kontinents in einem Gastbeitrag f&uuml;r die am 25. Februar wiederbelebte brasilianische Tageszeitung und s&auml;te Hoffnungen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich begr&uuml;&szlig;e die R&uuml;ckkehr des JORNAL DO BRASIL. Auf dass die Zeitung wieder zur Referenz des Journalismus wird, die sie einmal war und die die brasilianische Demokratie so dringend braucht&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Paradoxon Jornal do Brasil: Sprachrohr der Diktatur und &bdquo;Nest&ldquo; von Widerstandsk&auml;mpfern<\/strong><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180304-Rio-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Jornal do Brasil wurde 1891 vom Journalisten und Politiker Rodolfo Epif&acirc;nio de Sousa Dantas gegr&uuml;ndet, ihr Deb&uuml;t war jedoch von einem l&auml;cherlichen Anachronismus gepr&auml;gt: Die Zeitung sollte der kurz davor abgesetzten Monarchie als publizistisches Sprachrohr dienen. Trotz inbr&uuml;nstigstem Widerstands seiner konservativen Herausgeber mauserte sich die Tageszeitung im 20. Jahrhundert unter dem Druck der &Ouml;ffentlichkeit schubweise zur Trib&uuml;ne des Liberalismus und der Moderne, was einen gro&szlig;en Umbruch in einem Land bedeutete, das erst 1888, also offiziell als letzter Staat Lateinamerikas, die Sklaverei abgeschafft hatte. Mit der f&uuml;r diese Zeit erstaunlichen Tagesauflage von 60.000 Exemplaren gelang der Zeitung bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die Ausweitung des Vertriebs in nahezu alle Landeshauptst&auml;dte und die Aufstellung eines kontinentalen Rekords.<\/p><p>&Uuml;ber Jahrzehnte hinweg galt Jornal do Brasil &ndash; im Volksmund mittlerweile unter dem K&uuml;rzel <em>JB<\/em> bekannt &ndash; schlechthin als popul&auml;rste Tageszeitung Brasiliens, jedoch schlug sich die Besitzer-Familie Nascimento e Brito w&auml;hrend der demokratischen Regierung Pr&auml;sident Jo&atilde;o Goularts (1961-1964) auf die Seite der ultrakonservativen, reformfeindlichen Kr&auml;fte und begr&uuml;&szlig;te anschlie&szlig;end die 21 Jahre herrschende Milit&auml;rdiktatur. Nicht so die Mehrheit ihrer angestellten Journalisten, die die Wochenend-Kulturbeilage <em>Caderno B<\/em> bald zum subtilen Hort des publizistischen Widerstands ausbauten. Zu ihnen geh&ouml;rten journalistische Gr&ouml;&szlig;en wie J&acirc;nio de Freitas, Carlos Castelo Branco, Wilson Figueiredo, Am&iacute;lcar Castro, Hermano Alves, Jos&eacute; Carlos de Oliveira, L&uacute;cio Neves und der Dichter Ferreira Gullar. Mindestens die H&auml;lfte von ihnen waren Mitglieder der mal legalen, mal verbotenen Kommunistischen Partei.<\/p><p>J&acirc;nio de Freitas, heutiger Kolumnist bei Folha de S&atilde;o Paulo, erinnerte j&uuml;ngst daran, dass JB mit der Duldung der Diktatur nicht wenige &ouml;konomische und politische Vorteile erzielte. Die Herausgeber h&auml;tten sich zur politischen Sprachregelung der Milit&auml;rs und ihrer rechten Verb&uuml;ndeten mit der kritiklosen &Uuml;bernahme h&ouml;chst peinlicher Formulierungen wie &bdquo;brasilianisches Wirtschaftswunder&rdquo; oder &bdquo;Gro&szlig;macht Brasilien&rdquo; hinrei&szlig;en lassen und Bezeichnungen wie &bdquo;Terroristen&ldquo; f&uuml;r selbst unbewaffnete Gegner verwendet.<\/p><p>Ironie der Geschichte: 1969, auf dem repressiven H&ouml;hepunkt des Milit&auml;rregimes, kippten  die sprachlosen aristokratischen Besitzer Nascimento Brito &ndash; denen die Zeitung seit den 1950-er Jahren geh&ouml;rte &ndash; f&ouml;rmlich aus den Latschen, als ausgerechnet ihr damaliger Angestellter, der JB-Redakteur Fernando Gabeira, als Mitglied eines Stadtguerilla-Kommandos &ndash; das den US-Botschafter Charles Burke Elbrick entf&uuml;hrt hatte und damit die Freilassung von 15 inhaftierten Oppositionellen forderte &ndash; auf dem Titelblatt s&auml;mtlicher konkurrierender Tageszeitungen genannt wurde.<\/p><p>Es kam schlimmer. Wie die gesamte Blatt-Konkurrenz, Radio und Fernsehen inklusive, musste JB ein Manifest der Guerilla im Wortlaut abdrucken. Der Offene Brief an die Diktatur und zur Ermutigung der Bev&ouml;lkerung endete mit der Warnung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Verhandlungserfolg h&auml;ngt ausschlie&szlig;lich von offiziellen und &ouml;ffentlichen Zusagen der Diktatur ab, die unseren Anforderungen entsprechen. [&hellip;] Wir weisen darauf hin, dass die Fristen unter keinen Umst&auml;nden verl&auml;ngert und wir nicht z&ouml;gern werden, unser Versprechen (den Botschafter zu erschie&szlig;en) einzuhalten. Schlie&szlig;lich m&ouml;chten wir diejenigen warnen, die unsere Kameraden misshandeln, foltern und t&ouml;ten: Wir werden die Fortsetzung dieser abscheulichen Praxis nicht weiter dulden. Das ist unsere letzte Warnung. Wer weiter qu&auml;lt, schl&auml;gt und t&ouml;tet, dessen Bart badet bald in der Suppe. Jetzt geht es Auge um Auge, Zahn um Zahn.<br>\nNationale Befreiungsaktion (ALN) \/ Revolution&auml;re Bewegung 8. Oktober (MR-8)&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Autor des Textes war Franklin Martins, der zwanzig Jahre sp&auml;ter als politischer Kommentator bei TV Globo unter Vertrag stand und anschlie&szlig;end als pressepolitischer Minister in der Regierung Lula die Initiative zur Regulierung des Medienmarktes ergriff.<\/p><p>Mit der Re-Demokratisierung Brasiliens b&uuml;&szlig;te die JB ihre Vorteile ein und geriet bald mit dem Umzug in einen Prunkbau und nicht r&uuml;ckzahlbaren Krediten in eine nimmer endende Schuldenkrise, die Anfang des neuen Millenniums in der Verpachtung der Zeitung an den Unternehmer Nelson Tanure gipfelte. Tanure stellte den Druck der JB 2010 ein, da er sich jedoch mit Milliarden-Investitionen im Telefongesch&auml;ft einkaufen wollte, musste er laut Gesetz den Besitz an der Zeitung aufgeben, die ihm vor wenigen Jahren der Betreiber von Luxusgastst&auml;tten, Omar Resende, abkaufte.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180304-Rio-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180304-Rio-03-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Resende ist in der Medienszene ein &bdquo;fremder Vogel im Nest&ldquo;, entdeckte jedoch im landesweiten Protest gegen den von der Gruppe Globo und sieben weiteren Familien beherrschten, ultrareaktion&auml;ren und konzentrierten Medienmarkt, eine Gesch&auml;ftsl&uuml;cke, n&auml;mlich die Wiederbelebung des Jornal do Brasil als Plattform demokratischer Publizistik, f&uuml;r die er Ikonen des progressiven Journalismus, wie Lulas und Dilma Rousseffs ehemalige Chefin der &ouml;ffentlichen TV-Anstalt EBC, Tereza Cruvinel, unter Vertrag nahm.<\/p><p><strong>Punto Final: Verbot, Massenerschie&szlig;ung, Exil, Neugr&uuml;ndung und das Ende<\/strong><\/p><p>Die Geschichte der chilenischen Zeitschrift Punto Final (PF) verlief vergleichsweise dramatischer.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Namen des Oberkommandos&hellip; Abgesehen von den Ma&szlig;nahmen in Radio und Fernsehen&hellip; &auml;hhh&hellip; es werden keine Presseorgane, egal welcher Art, akzeptiert. Ich wiederhole: kein einziges. Jede Publikation wird bei Herausgabe sofort beschlagnahmt und ihre Druckereien zerst&ouml;rt &hellip; Noch etwas: Vor allem die Mitarbeiter dort von Punto Final&hellip; Alle sofort verhaften! &ndash; Ende der Durchsage.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies war einer der Befehle General Augusto Pinochets an seine Soldateska am Morgen des 11. September 1973, w&auml;hrend der Milit&auml;rputsch gegen Salvador Allende auf Hochtouren lief. Der Befehl Pinochets wurde mit einem milit&auml;rischen &Uuml;berfall auf die Redaktionsr&auml;ume von PF akribisch ausgef&uuml;hrt und die anwesenden Journalisten verhaftet. Einige von ihnen wurden zu Tode gefoltert oder standrechtlich erschossen, die &Uuml;berlebenden retteten sich ins Exil.<\/p><p>Redakteur Jaime Barrios wurde ins ber&uuml;chtigte Regiment Tacna verschleppt, bevor er am 13. September zusammen mit anderen Gefangenen aus dem Regierungspalast La Moneda in Peldehue erschossen wurde. Autor M&aacute;ximo Gedda Ortiz wurde 1974 ebenfalls nach einem Verh&ouml;r ermordet. Er war Dichter, Filmemacher und Aktivist der MIR. Im gleichen Jahr starb die Exil-Brasilianerin und Mitarbeiterin Jane Vanini im Kugelhagel der Marineinfanterie in der Stadt Concepci&oacute;n. Augusto Carmona Acevedo, angesehener Kolumnist und Mitglied des Zentralkomitees der MIR, geriet im Dezember 1977 in einen Hinterhalt der Geheimpolizei DINA und wurde von ihren Agenten umgebracht. Carmona war au&szlig;erdem Pressesprecher und Gewerkschaftsf&uuml;hrer im TV-Sender Kanal 9, damals im Besitz der Universit&auml;t de Chile.<\/p><p>Jos&eacute; Carrasco Tapia &ndash; PF-Autor, Redakteur des Magazins An&aacute;lisis, Vorsitzender der Journalistenvereinigung und ebenfalls Mitglied im Zentralkomitee der MIR &ndash; wurde Jahre sp&auml;ter, am 8. September 1986, ermordet, nachdem er ein Konzentrationslager in Chile und ein anschlie&szlig;endes Exil in Venezuela und Mexiko durchgemacht hatte. Autor Jaime Faivovich starb im mexikanischen Exil. Als &Uuml;berlebender der Diktatur und des Exils starb Alejandro P&eacute;rez nach Ende der Milit&auml;rherrschaft in Santiago.<\/p><p>Manuel Cabieses, Mitbegr&uuml;nder und seit der Wiedererlangung der Demokratie alleiniger Herausgeber der Zeitschrift, wurde am 13. September 1973 verhaftet. Zwei Jahre lang verbrachte er als politischer Gefangener hinter Stacheldraht in den strengbewachten Konzentrationslagern Chacabuco, Melinka &ndash; in Puchuncav&iacute; &ndash; und Tres &Aacute;lamos, bis einer internationalen Kampagne seine Ausweisung aus Chile gelang. Doch nach vierj&auml;hrigem Exil in Kuba, an der Seite seiner Familie, kehrte Cabieses als Mitglied der politischen F&uuml;hrung der MIR heimlich nach Chile zur&uuml;ck, wo er von der Diktatur unbemerkt als Aktivist im politischen Untergrund lebte und sich ab 1989 der Neugr&uuml;ndung von Punto Final widmete.<\/p><p>Zu den Star-Autoren des Magazins z&auml;hlten unter anderem die verstorbenen uruguayischen Schriftsteller und Dichter Eduardo Galeano und Mario Benedetti, der ebenfalls uruguayische Begr&uuml;nder des venezolanischen Fernsehsenders TeleSur, Aram Aharonian, ferner der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto und sein Landsmann und Theoretiker der Arbeiterpartei (PT) Emir Sader; jedoch auch der ins deutsche Exil gewanderte, vielf&auml;ltige Buchautor und emeritierte Professor an der Universit&auml;t Oldenburg, Fernando Mires.<\/p><p>Als die Erstausgabe von PF im September 1965 konzipiert wurde, erhoben die Gr&uuml;ndungs-Redakteure Mario D&iacute;az und Manuel Cabieses die &bdquo;Entfaltung eines freien Journalismus&ldquo; zum redaktionellen Leitmotiv des Magazins, das seine Autoren als Freiraum pluraler Meinungs&auml;u&szlig;erung nutzen sollten. Der Name <em>Punto Final<\/em> &ndash; &bdquo;Endpunkt&ldquo; &ndash; stand f&uuml;r die Idee, Themen so intensiv wie m&ouml;glich zu recherchieren und die daraus resultierenden Berichte und Reportagen der Leserschaft als Ausklang und hoffnungsweisendes <em>Finale<\/em> anzubieten.<\/p><p>Generell begriff sich das Magazin als &bdquo;demokratisch und fortschrittlich&rdquo;, statuierte jedoch, &bdquo;die gro&szlig;en Massen (seien) die Protagonisten der Geschichte, die Zeitschrift stellt sich lediglich in ihren Dienst. Doch wird sich Punto Final nicht in k&uuml;nstlichen Grenzen bewegen, weder Kontroversen scheuen, noch davor Angst haben, die Wahrheit zu sagen&ldquo;.<\/p><p>Manuel Cabieses versuchte auf Biegen und Brechen &ndash; im Klartext: seit den 1990-er Jahren bar jeder Unterst&uuml;tzung der regierungsbildenden linken Parteien, und sei es mit Inseraten, die in Millionenbetr&auml;gen ohnehin an das gesamte konservative Medienspektrum vergeben wurden &ndash; dem legend&auml;ren Magazin mit aufopferndem Einsatz bei zuletzt schwindenden Abonnements das Leben zu retten. Die politische &Ouml;ffnung hin zu den neuen sozialen Bewegungen und ihren vergleichsweise jugendlichen Vertretern blieb ihm fremd und die aufgeschobene, jedoch imperative Umstellung auf die Digitalisierung machte Punto Final den Garaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180304-Rio-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Zwei popul&auml;re s&uuml;damerikanische Medien stehen zu diesem Jahresbeginn im Fokus publizistischen Interesses; die eine als Opfer des Schicksals, die andere als demokratischer Hoffnungsschimmer. Die Rede ist von der linken chilenischen Periodika <em>Punto Final<\/em> und der liberal-konservativen brasilianischen Tageszeitung <em>Jornal do Brasil<\/em>. Erstere wird aus<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42754\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,41],"tags":[1613,669,927,1403,2177,1963,1415,663],"class_list":["post-42754","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-medienanalyse","tag-brasilien","tag-chile","tag-folter","tag-konzentrationslager","tag-militaerdiktatur","tag-pinochet-augusto","tag-pressefreiheit","tag-putsch"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42754"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42754\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48096,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42754\/revisions\/48096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}