{"id":42757,"date":"2018-03-06T08:38:20","date_gmt":"2018-03-06T07:38:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42757"},"modified":"2018-03-07T07:47:15","modified_gmt":"2018-03-07T06:47:15","slug":"leserbriefe-zu-die-debatte-um-die-essener-tafeln-ist-ein-weiterer-aspekt-der-allgegenwaertigen-elitenverwahrlosung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42757","title":{"rendered":"Leserbriefe zu: Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenw\u00e4rtigen Elitenverwahrlosung"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es um ein elementares Thema wie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42658\">Essen in Essen und dessen Verteilung geht<\/a>, dann gibt es dementsprechend viele entschiedene Zuschriften an uns. Es folgt eine Auswahl, die versucht, das breite Spektrum der Lesermeinungen wiederzugeben. Wie immer ein Dank an alle Leser, die uns geschrieben haben!<br>\nZusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3186\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-42757-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=42757-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180306_Leserbriefe_zu_der_Debatte_um_die_Essener_Tafeln_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr Berger, <\/p><p>ein kurzer Hinweis zu &ldquo;Essener Tafel&rdquo;, konkret zum Begriff Rassismus. F&uuml;r die Wissenschaft ist der Begriff Rasse, bezogen auf den Menschen obsolet. &ndash; &nbsp; Die Politiker verwenden ihn h&auml;ufig aus Unkenntnis oder &hellip; ? Der richtige Begriff und das Gift, welches verspr&uuml;ht wird hei&szlig;t Nationalismus bzw. Chauvinismus. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Dlugosch (Dresden) <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Es reicht<\/p><p>Ich bin die deutsche Oma, die instrumentalisiert wird im Streit um die Essener Tafel. Neuerdings muss ich als Alibi f&uuml;r rassistische Spr&uuml;che herhalten. Oder ich diene als Rechtfertigung, wenn jemand (wie Jens Berger in seinem o.g. Artikel) eine Abrechnung offen hat. In diesem Fall mit den deutschen Eliten. Das alles ist unertr&auml;glich. Mir reicht es. Deshalb melde ich mich heute zu Wort.<\/p><p>Nach jahrelangem Hartz-IV-Bezug bin ich aufgrund einer schmalen Rente zum Besuch der Tafel berechtigt. Diese zweifelhafte Verg&uuml;nstigung verdanke ich einer menschenverachtenden neoliberalen Politik, die den Sozialstaat zugrunde gerichtet hat. Wenn sich die daf&uuml;r verantwortlichen Politiker nun lauthals echauffieren &uuml;ber die Entscheidung der Essener Tafel, ist das in hohem Ma&szlig;e heuchlerisch. Keine Frage.<\/p><p>Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Armut ist nicht Schicksal und auch nicht selbst verschuldet. Ein System, das einige wenige immer reicher werden l&auml;sst, produziert zwangsl&auml;ufig immer mehr ganz arme Menschen. Damit sich die &Auml;rmsten um Gottes Willen nicht dieser Tatsache bewusstwerden, hetzt man sie gegeneinander. Wenn ich mich als deutsche Oma am Fl&uuml;chtling abarbeite, schaue ich nicht nach oben. Diese Taktik wird auch von der Essener Tafel genutzt. Indem sie die &Auml;rmsten kategorisiert in erster und zweiter Klasse, tr&auml;gt sie so zur Stabilisierung der Verh&auml;ltnisse bei, die sie zu bek&auml;mpfen vorgibt. Es h&auml;tte eine Menge anderer M&ouml;glichkeiten gegeben als eine Auslese nach Nationalit&auml;t, um die Verh&auml;ltnisse vor Ort zu bessern. <\/p><p>Bei der Essener Tafel werden fundamentale linke Solidarit&auml;tsprinzipien verletzt. Ich war entsetzt, dass Sarah Wagenknecht auf diesen Aspekt in ihrem DLF-Interview nicht zu sprechen kam.<\/p><p>S. Glandien (eine deutsche Oma)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Lieber Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\ndas war ein zutreffender Artikel von Ihnen. Man ist leicht versucht &uuml;ber den Ausschlu&szlig; von ausl&auml;ndischen B&uuml;rgern vom Bezug von Nahrung falsch zu urteilen. Dabei geht es hier darum,da&szlig; diese menschenunw&uuml;rdige Situation -der Kampf der Armen gegeneinander- von der Politik verursacht wurde!Aber anstatt solche Zust&auml;nde zu beenden wird auf die Mitarbeiter der Tafeln eingeschlagen und das ausgerechnet von Frau Chebli,die unf&auml;hig oder nicht Willens ist in der BPK auch nur auf eine kritische Frage zu antworten. Solche Personen werden Staatssekret&auml;rin(was qulifiziert sie daf&uuml;r?),werden vom Steuerzahler gro&szlig;z&uuml;gig versorgt und sind nicht in der Lage einfachste<\/p><p>Zusammenh&auml;nge zu erkennen.Es wird seit Jahren &uuml;ber die Zuwanderung diskutiert,doch ohne den Einsatz vieler Freiwilliger w&auml;re die Situation f&uuml;r die Betroffenen noch schlechter.Angeblich brummt die Wirtschaft in Deutschland,die ganze Welt schaut auf uns aber wir sind nicht in der Lage allen&nbsp; Menschen in Deutschland ein w&uuml;rdiges Leben zu erm&ouml;glichen.<\/p><p>&Uuml;ber Spahn,SPD,Aufr&uuml;stung,Russland will ich gar nicht reden.Aber ich komme immer mehr zu der Erkenntnis,da&szlig; ich daf&uuml;r in Karl-Marx-Stadt nicht auf die Stra&szlig;e gegangen bin.<br>\n&nbsp;<br>\nVielen Dank an das Team-NDS!<br>\n&nbsp;<br>\nHerzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nR&uuml;diger Hetze<br>\n&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>ich glaube, so ganz ist die Situation an der Essener Tafel nicht, wie Sie sie darstellen.<\/p><p>Vorab m&ouml;chte ich sagen, dass ich es schlimm finde, dass ein &ldquo;reiches&rdquo; Land wie Deutschland soviel Tafeln ben&ouml;tigt.<\/p><p>Um auf die Essener Tafel zur&uuml;ckzukommen, so ist in einem Interview best&auml;tigt worden, dass es gar nicht zu Rangeleien gekommen ist, sondern dass die anderen Leute ein &ldquo;unbehagliches Gef&uuml;hl&rdquo; h&auml;tten, weil so viele Ausl&auml;nder dabei sind.<\/p><p>Diese Argumentation h&ouml;re ich im Bekannten- und Kollegenkreis immer wieder. Leute, die noch nie Kontakt zu den Fl&uuml;chtlingen, Migranten oder wie immer man sie nennen will, hatten, erz&auml;hlen uns, dass sie Angst haben, gewisse Wege zu gehen. Ich habe mich schon ziemlich unbeliebt gemacht, weil ich dagen angehe. Nat&uuml;rlich gibt es auch unter Ausl&auml;ndern &ndash; wie unter Deutschen &ndash; unangenehme Menschen. Aber warum berichtet man immer nur &uuml;ber diese? Ich habe schon viele freundliche, hilfsbereite Leute unter ihnen getroffen. Kann man nicht mal dar&uuml;ber berichten?<\/p><p>Ansonsten m&ouml;chte ich noch betonen, dass ich die NachDenkSeiten sehr sch&auml;tze. Sie geh&ouml;ren bei mir und meinem Mann zur t&auml;glichen Lekt&uuml;re und wir haben schon viele Informationen aufgenommen, die wir woanders nicht h&auml;tten lesen k&ouml;nnen.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre M&uuml;he und viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nBrigitte Schultz<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger:<\/strong><\/p><p>Liebe Frau Schultz,<\/p><p>ich verlasse mich bei meinen Schilderungen ja auf die Aussagen der Mitarbeiter der Essener Tafeln. Und die sind diesbez&uuml;glich recht eindeutig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Helfer die Aussagen zum &ldquo;mangelnden Respekt&rdquo; gegen&uuml;ber &Auml;lteren und Frauen und die Schilderungen von einem &ldquo;aggressiven Verhalten&rdquo; ausgedacht haben. Nat&uuml;rlich sind die Negativbeispiele nicht repr&auml;sentativ. In meinem Artikel halte ich mich Bewertungen &uuml;ber die Migranten\/Fl&uuml;chtlinge ja auch nicht ohne Grund zur&uuml;ck und kritisiere stattdessen die Politik und die Politiker, die sich nun scheinheilig zu Wort melden.<\/p><p>beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJens Berger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Lieber Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nein sehr guter Kommentar. Heuchlerisch ist es wenn sich die Kanzlerin und ihre Junior Partner von der SPD &uuml;ber die Mitarbeiter*innen der Tafel entr&uuml;sten. &nbsp;Denn diese Politiker sind daf&uuml;r verantwortlich, dass die staatlichen Leistungen f&uuml;r viele Arbeitslose, Rentner und Fl&uuml;chtlinge, auch dank der Hartz 4 Armutsgesetze, nicht ausreichen.<br>\n&nbsp;<br>\nIch bin aber auch &uuml;ber die &Auml;u&szlig;erungen aus meiner Partei der LINKEN emp&ouml;rt. Auch hier wird den Mitarbeiter*innen der Tafel Rassismus, &nbsp;z.B. von Vertretern der Antikapitalistischen LINKEN, unterstellt. Auch das LINKE Bild aus M&uuml;nster &bdquo;Jetzt sollen sich Deutsche und Nichtdeutsche &uuml;ber Essen streiten. Danke Essener Tafel&ldquo; schiebt letztendlich ebenso den Falschen den schwarzen Peter zu.<br>\n&nbsp;<br>\nAuch ich finde die L&ouml;sung der Essener nicht richtig gew&auml;hlt. Aber ich kann Menschen nicht Rassismus unterstellen, die ihre Freizeit zum Teil seit Jahren f&uuml;r die Versorgung von Deutschen und Migranten (die sollen auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden) opfern. Das ist f&uuml;r mich &uuml;berheblich und sektiererisch.<br>\n&nbsp;<br>\nSahra Wagenknecht hat im Interview im Deutschlandfunk zu Recht den Fokus von der Tafel genommen und die herrschende Politik ins Visier genommen. Es gibt noch Lichtblicke. Daf&uuml;r musste sie aber innerhalb der LINKEN wiederum Kritik einstecken.<br>\n&nbsp;<br>\nEine LINKE die von dem hohen moralischen Ross auf andere herunterblickt, hat den Kontakt zu den Menschen verloren und wir letztendlich scheitern, falls sie sich nicht &auml;ndert.<br>\n&nbsp;<br>\nCarsten Strauch<br>\nMitglieder der LINKEN, Kreisvorstandsmitglied in Bielefeld und ehem. jahrelanger Kreissprecher<br>\n&#65279; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Ihrer Kritik an den &Auml;u&szlig;erungen der in dem Artikel genannten Politiker stimme ich zu. <\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich stimme ich auch der Auffassung zu, dass genau die Politiker, die jetzt die Mitarbeiter der Tafel verurteilen, daf&uuml;r die Verantwortung tragen, dass es &uuml;berhaupt Tafeln gibt bzw. jetzt wohl auch geben muss.<\/p><p>Allerdings bleibt die Frage offen, wie soll jetzt mit den Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen, umgegangen werden? &ndash; Sollen diese Menschen nun verhungern?<\/p><p>Schade, dass Sie sich dazu nicht ge&auml;u&szlig;ert haben.<\/p><p>Ich denke, man darf sie nicht von der Ausgabe der Lebensmittel ausschlie&szlig;en. Mir ist auch klar, dass dadurch der einzelne Mensch, der auf die Zuteilung der abgelaufenen Produkte aus den Superm&auml;rkten angewiesen ist, zu wenig zum &Uuml;berleben bekommt. &Auml;hnlich hat sich auch der Verantwortliche der Essener Tafel ge&auml;u&szlig;ert.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nG&uuml;nther Freitag<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team<\/p><p>Erst noch einmal vielen Dank f&uuml;r Ihre wichtige, unterst&uuml;tzenswerte und f&uuml;r viele von uns sicher auch lebenswichtige Arbeit.&nbsp;<\/p><p>Zum im Betreff erw&auml;hnten Artikel von Jens Berger und zur seit Jahren immer&nbsp;exzessiver grassierenden&nbsp;marktradikalen,&nbsp;arroganten und ignoranten&nbsp;&ldquo;Politik&rdquo; in Deutschland scheint mir folgendes Gedicht von Erich K&auml;stner&nbsp;sehr treffend &ndash; fast scheint es, als h&auml;tten die&nbsp;&ldquo;Eliten&rdquo;&nbsp;es als Gebrauchsanweisung zum &ldquo;Regieren&rdquo; missverstanden:&nbsp;<\/p><p><em>Erich Ka&#776;stner<\/em><\/p><p>Hunger ist heilbar<br>\nEine deutsche Allegorie&nbsp;<\/p><p>Es kam ein Mann ins Krankenhaus&nbsp;<br>\nund erkla&#776;rte, ihm sei nicht wohl.<br>\nDa schnitten sie ihm den Blinddarm heraus&nbsp;<br>\nund wuschen den Mann mit Karbol.<\/p><p>Befragt, ob ihm besser sei, rief er: &bdquo;Nein.&ldquo;&nbsp;<br>\nSie machten ihm aber Mut<br>\nund amputierten sein linkes Bein&nbsp;<br>\nund sagten: &bdquo;Nun geht&lsquo;s ihnen gut.&ldquo;<\/p><p>Der arme Mann hingegen litt<br>\nund fu&#776;llte das Haus mit Geschrei.&nbsp;<br>\nDa machten sie ihm den Kaiserschnitt,&nbsp;<br>\num nachzusehn, was denn sei.<\/p><p>Sie waren Meister in ihrem Fach<br>\nund schnitten sogar ein Gesicht.<br>\nEr schwieg. Er war zum Schreien zu schwach.&nbsp;<br>\nDoch sterben tat er noch nicht.<\/p><p>Sein Blut wurde freilich langsam knapp.&nbsp;<br>\nAuch litt er an Atemnot.<br>\nSie sa&#776;gten ihm noch drei Rippen ab.&nbsp;<br>\nDann war er endlich tot.<\/p><p>Der Chefarzt sah die Leiche an.<br>\nDa fragte ein andrer, ein junger:&nbsp;<br>\n&bdquo;Was fehlt denn dem armen Mann?&ldquo;<br>\nDer Chefarzt schluchzte und murmelte dann:&nbsp;<br>\n&bdquo;Ich glaube, er hatte nur Hunger.&ldquo;<\/p><p><em>Gedicht aus: &bdquo;Gesang zwischen den Stu&#776;hlen&ldquo; von Erich K&auml;stner,&nbsp;Originalausgabe DVA Stuttgart \/ Berlin, 1932<\/em><\/p><p>Auch das Jahr der Ver&ouml;ffentlichung der Originalausgabe sollte zu denken geben.&nbsp;<br>\nUm einer erh&ouml;hten sprachlichen Genauigkeit willen schlage ich vor, k&uuml;nftig das Wort &ldquo;Eliten&rdquo; in Anf&uuml;hrungszeichen zu setzen.&nbsp;<\/p><p>Ich w&uuml;nsche Ihnen alles Gute f&uuml;r Ihre weitere Arbeit und gr&uuml;sse Sie herzlich<br>\nH.G.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>wie Sie wissen, sch&auml;tze ich Ihre Arbeit sehr und teile auch weitgehend Ihr Einsch&auml;tzung bzgl. der abgehobenen (besonders der links-gr&uuml;nen) Eliten. <\/p><p>Auch ist es nat&uuml;rlich Fakt, dass durch die Aufnahme der Fl&uuml;chtlinge, der Kampf um Ressourcen innerhalb und zwischen den abgeh&auml;ngten Teilen der Bev&ouml;lkerung zunimmt.<\/p><p>Nichtsdestotrotz ist das Verhalten der Essener Tafel uns&auml;glich: Anstatt sich seit ihrem Bestehen, vehement daf&uuml;r einzusetzen, selbst &uuml;berfl&uuml;ssig zu werden, hat man sich jahrelang im Gef&uuml;hl der Wichtigkeit f&uuml;r die Gesellschaft gebadet.<\/p><p>Und jetzt, da einem die Sache angesichts dramatisch steigender Bed&uuml;rftigkeit, &uuml;ber den Kopf zu wachsen droht, erkl&auml;rt man, man k&ouml;nne k&uuml;nftig keine Ausl&auml;nder mehr aufnehmen. Begr&uuml;ndet wird das mit der angeblichen Angst deutscher (!) Rentner und Alleinerziehender, die sich angesichts des &bdquo;aggressiven, jungen Fl&uuml;chtlings&ldquo; nicht mehr in die Einrichtung trauten.<\/p><p>Hier wird auf der Klaviatur der Stereotype gespielt und damit der AfD das Wort geredet. Anstatt daf&uuml;r zu sorgen, dass die Leute angstfrei die Tafel besuchen k&ouml;nnen, indem man aggressive &bdquo;Kunden&ldquo; egal welcher Herkunft des Platzes verweist, ergreift man eine v&ouml;llig sinnfreie Ma&szlig;nahme. Schlie&szlig;lich sind die offensichtlich agressiven und angsteinfl&ouml;&szlig;enden Personen ja bereits Mitglieder der Tafel, w&auml;hrend sich der Ausschluss nur auf Neuaufnahmen beziehen soll. Wie will man so dem Problem Herr werden?<\/p><p>H&auml;tte es einen generellen Aufnahmestopp gegeben, meinetwegen gekoppelt an einen Hilferuf zur Behebung der angespannten Situation, h&auml;tte man die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r die Problematik des Ausspielens ganzer Gruppen gegeneinader sensibilisieren k&ouml;nnen. So dagegen erntet man nur das &uuml;bliche &bdquo;ja, ja, die Ausl&auml;nder halt&ldquo;-Gerede.<\/p><p>Dass die Art der Kritik am Vorgehen der Tafel selbst auch wieder &uuml;berzogen ist, steht auf einem anderen Blatt. Man muss kein eingefleischter Nazi sein, um bewusst oder unbewusst die Argumente und Sprachbilder der Rechten zu st&auml;rken. Und so viel Sensibilit&auml;t k&ouml;nnte man von der F&uuml;hrung einer Tafel erwarten.<\/p><p>Leider erlebe ich in meinem Umfeld h&auml;ufiger, dass Menschen, die sich f&uuml;r die Tafel engagieren, ein stramm rechtes Weltbild haben. Die Haltung erinnert oft ein wenig an Friede Springers &bdquo;ein Herz f&uuml;r Kinder&ldquo;: einmal im Jahr Almosen sammeln f&uuml;r diejenigen, deren Elend ich durch meinen Lebensstil im restlichen Jahr selbst verantwortet habe.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en aus Taufkirchen<br>\nMartin Sutor <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Zum Begriff &bdquo;Eliten&ldquo;:<\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>vielen Dank fuer den Artikel ueber die Essener Tafel. Schlimmer kann die politische Kaste sich nicht mehr blamieren. Und Merkel, die Verursacherin, spuert &ldquo;DRUCK&rdquo;! Also, einfach hin und wieder mal auf dem Klo etwas rauslassen, nicht in ein Mikrophon&rdquo;<\/p><p>Ich rege an, den Begriff ELITE nicht mehr fuer kleine Polithirne, Charaktermasken und Sprechblasen-Werfer zu verwenden. Das ist eine Verhunzung des Elite-Begriffs. Wenn ueberhaupt, dann in Anfuehrungszeichen, denn Eliten haben eine ganz andere Qualitaet als diese mediokren Damen und Herren, die in jedes Mikrophon ihre unmassgebliche Meinung heineingroelen. Und die Massenpresse, besonders das Zentralorgan der deutschen Politik, die Funcke-Medien-Gruppe, drucken alles&hellip;&hellip; Selbst der an sich zutreffende Begriff Elitenverwahrlosung enthaelt ja noch den positiv besetzten Elitebegriff &hellip;..<\/p><p>Verwenden sie doch den Begriff NOMENKLATURA, den unsere Politruks sehr gerne fuer die SED-Mafia verwendeten. Aber er passt hier auf scheinbare Politik- und Wirtschaftsgroessen gleichernmassen.<\/p><p>Gruesse<br>\nHans Baeuerle<\/p><p><strong>Antwort Jens Berger:<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Baeuerle,<\/p><p>sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift. Ich kann Ihren Einwurf durchaus verstehen. Aber in meinem Sprachgebrauch ist der Begriff &ldquo;Elite&rdquo; (im Sinne einer f&uuml;hrenden gesellschaftlichen Schicht) nicht unbedingt positiv bewertet. Den Gro&szlig;teil der j&uuml;ngeren deutschen Geschichte gab es ja auch keinen Grund, die Eliten positiv zu sehen. Daher wollte ich mich im Rahmen des Artikels auch lieber nicht mit dem Begriff als solchen auseinandersetzen.<\/p><p>beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJens Berger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es um ein elementares Thema wie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42658\">Essen in Essen und dessen Verteilung geht<\/a>, dann gibt es dementsprechend viele entschiedene Zuschriften an uns. Es folgt eine Auswahl, die versucht, das breite Spektrum der Lesermeinungen wiederzugeben. Wie immer ein Dank an alle Leser, die uns geschrieben haben!<br \/> Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42757\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,103,145,132],"tags":[635,339,2278,374,1055,849,835,826,214,636,687,632],"class_list":["post-42757","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-leserbriefe","category-sozialstaat","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-altersarmut","tag-chauvinismus","tag-chebli-sawsan","tag-eliten","tag-fluechtlinge","tag-nahrungsmittel","tag-nationalismus","tag-rassismus","tag-regelsatz","tag-tafeln","tag-ungleichheit","tag-wagenknecht-sahra"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42757","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42757"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42757\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42759,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42757\/revisions\/42759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}