{"id":42801,"date":"2018-03-08T08:52:35","date_gmt":"2018-03-08T07:52:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42801"},"modified":"2024-09-24T08:29:41","modified_gmt":"2024-09-24T06:29:41","slug":"putin-fordert-strategische-paritaet-und-respekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42801","title":{"rendered":"Putin fordert strategische Parit\u00e4t und Respekt"},"content":{"rendered":"<p>Wladimir Putins Ank&uuml;ndigung neuer Waffensysteme zur Schaffung eines nuklearen Gleichgewichts sei das Ergebnis einer Erosion des R&uuml;stungskontrollsystems durch das unkluge Ausscheiden der USA aus dem ABM-Vertrag im Jahr 2002, erkl&auml;rt <strong>Ray McGovern<\/strong>. <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> hat den Text f&uuml;r die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2018\/03\/03\/putin-claims-strategic-parity-respect\/\">aus dem Englischen<\/a> &uuml;bersetzt.<\/p><div style=\"clear:right;\"><\/div><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8428\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-42801-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=42801-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180308_Putin_fordert_strategische_Paritaet_und_Respekt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Pr&auml;sident Putins Rede zur Lage der Nation am Donnerstag stellt ein kaum wahrgenommenes Ereignis innerhalb des strategischen Ost-West-Gleichgewichts dar, das nichts Gutes ahnen l&auml;sst.<\/p><p>Seine Worte machen deutlich, dass das strategische Gleichgewicht heute prek&auml;r ist. Die USA und Russland haben sich einen Schritt r&uuml;ckw&auml;rts &uuml;ber die Schwelle der Vernunft bewegt, eine Schwelle, die 1972 von der Vorg&auml;ngergeneration erstmals in die richtige Richtung &uuml;berschritten wurde mit der Unterzeichnung des ABM-Vertrages (Anti-Ballistic Missile Treaty).<\/p><p>Inmitten des &ldquo;Gleichgewichts des Terrors&rdquo;, das bis 1972 herrschte, beschlossen vern&uuml;nftige Staatsm&auml;nner auf beiden Seiten den ABM-Vertrag und setzten ihn in Kraft. Er garantierte die &bdquo;sichere gegenseitige Zerst&ouml;rung&rdquo; &ndash; das durchaus passende Akronym war MAD &ndash; wenn eine Seite versuchen sollte, die andere nuklear anzugreifen. MAD klingt vielleicht nicht viel besser als &bdquo;Gleichgewicht des Terrors&ldquo;, aber der ABM-Vertrag f&uuml;hrte zu einer 30 Jahre andauernden erheblichen Stabilit&auml;t.<\/p><p>Der Vertrag selbst war das Ergebnis sorgf&auml;ltiger Verhandlungen mit gro&szlig;em gegenseitigen Verst&auml;ndnis und beidseitigem Vertrauen. Die gewaltige Aufgabe, die uns als Geheimdienstspezialisten herausforderte, bestand darin, Pr&auml;sident Nixon zu versichern, dass wir im Falle seiner Zustimmung die Einhaltung des Vertrages durch die Sowjetunion &uuml;berwachen und etwaige Verst&ouml;&szlig;e umgehend melden w&uuml;rden. (&Uuml;brigens haben die Sowjets tats&auml;chlich betrogen. Mitte 1983 entdeckten wir eine riesige Fr&uuml;hwarn-Radaranlage in Krasnojarsk in Sibirien &ndash; ein klarer Versto&szlig; gegen den ABM-Vertrag. Pr&auml;sident Reagan wies sie darauf hin und die Sowjets rissen sie schlie&szlig;lich ab.)<\/p><p>W&auml;hrend der amerikanisch-sowjetischen Verhandlungen &uuml;ber den ABM-Vertrag war ein Drittel der Mitarbeiter der CIA-Abteilung f&uuml;r sowjetische Au&szlig;enpolitik, die ich damals leitete, in verschiedenen Funktionen anwesend. Ich selbst war am 26. Mai 1972 in Moskau, als der Vertrag von Pr&auml;sident Richard Nixon und dem Generalsekret&auml;r der KPdSU Leonid Breschnew, unterzeichnet wurde. Ich erinnere mich, dass ich einen h&ouml;rbaren Seufzer der Erleichterung nicht unterdr&uuml;cken konnte. MAD, so war ich &uuml;berzeugt, war auf jeden Fall der prek&auml;ren strategischen Situation vorzuziehen, die ihm vorausgegangen war. Und so war es auch.<\/p><p><strong>Eckpfeiler der Stabilit&auml;t<\/strong><\/p><p>Putins Rede vom 1. M&auml;rz beinhaltete eine genaue Erl&auml;uterung dessen, was drei Jahrzehnte danach geschah, indem er bemerkte, dass Moskau die Entscheidung der USA von 2002, vom ABM-Vertrag zur&uuml;ckzutreten, kategorisch ablehnte. Er bezeichnete den Vertrag als Eckpfeiler des internationalen Sicherheitssystems.<\/p><p>Putin erl&auml;uterte, dass die Parteien laut diesem Vertrag &bdquo;das Recht haben, nur in einer Region Raketenabwehrsysteme zu installieren&ldquo;. Russland installierte dieses System in der Umgebung von Moskau und die USA in der N&auml;he der ICBM-Basis bei Grand Forks, North Dakota. (Den abgebrochenen Versuch, ein zweites System bei Krasnojarsk zu installieren, erw&auml;hnte er nicht.)<\/p><p>Der russische Pr&auml;sident erkl&auml;rte: &ldquo;Der ABM-Vertrag schuf nicht nur eine Atmosph&auml;re des Vertrauens, sondern verhinderte auch, dass eine der beiden Parteien r&uuml;cksichtslos Atomwaffen einsetzte, &hellip; weil der potenzielle Angreifer durch die Anzahl der Abwehrsysteme f&uuml;r ballistische Raketen selbst der Gefahr eines Gegenangriffs ausgesetzt w&uuml;rde.<\/p><p>Putin sagte tats&auml;chlich, dass das MAD-Konzept, egal wie schlimm oder sogar &bdquo;verr&uuml;ckt&ldquo; es scheinen mochte, einen erheblich stabilisierenden Einfluss hatte. Er f&uuml;gte hinzu, dass die USA alle russischen Vorschl&auml;ge zu einem konstruktiven Dialog &uuml;ber die Situation nach dem ABM-Vertrag zur&uuml;ckwiesen und Russlands F&auml;higkeit zum Gegenschlag grob untersch&auml;tzten. Der russische Pr&auml;sident gab danach einen detaillierten, mit Videoclips erg&auml;nzten &Uuml;berblick &uuml;ber eine Serie neuer russischer Waffen, die, wie er behauptete, Raketenabwehrsysteme &ldquo;nutzlos&rdquo; machten. &Uuml;ber diese Multi-Media-Pr&auml;sentation in Putins Rede wurde ausf&uuml;hrlich berichtet.<\/p><p><strong>Skepsis bei der New York Times<\/strong><\/p><p>David Sanger, der Spezialist bei der New York Times f&uuml;r alle Schl&uuml;sselprobleme, der zu den Besten geh&ouml;rt, wenn es um Berichterstattung &uuml;ber &bdquo;triviale Fakten&ldquo; wie Massenvernichtungswaffen im Irak oder die &bdquo;russische Einmischung&ldquo; geht, schrieb am Freitag den Leitartikel in der New York Times &uuml;ber Putins Rede zusammen mit Neil MacFarquhar .Diesmal g&iacute;ng es aber nicht um triviale Fakten, sondern um Skepsis: &bdquo;Gibt es diese Waffen wirklich? Oder blufft Putin?&ldquo;<\/p><p>Zur Untermauerung ihrer Skepsis plauderten Sanger und MacFarquhar munter dar&uuml;ber, dass &ldquo;Analysten, die sich auf Facebook und anderswo &auml;u&szlig;erten, zu der Bluff-Theorie neigten. Quod erat demonstrandum! <\/p><p>Und sie plappern dem ehemaligen NSA-Direktor James Clapper nach, der meinte, es sei f&uuml;r Russen &ldquo;typisch, ja fast schon genetisch bedingt, dass sie vereinnahmen, eindringen, sich Gunst erschleichen oder was auch immer&ldquo;. Sanger und MacFarquhar erinnern die NYT-Leser daran, dass &ldquo;T&auml;uschung in der aktuellen russischen Milit&auml;rdoktrin eine zentrale Rolle spielt&ldquo;.<\/p><p>Am Ende ihres Artikels haben die beiden NYT-Journalisten eines richtig verstanden, n&auml;mlich: &ldquo;Seit Jahren &auml;rgert sich Putin &uuml;ber die Respektlosigkeit, die er aus den Vereinigten Staaten ihm selbst und Russland gegen&uuml;ber wahrnimmt.&rdquo; &bdquo;Niemand wollte auf Russland h&ouml;ren&rdquo;, sagte er gegen Ende seiner Rede unter heftigem Applaus. &ldquo;Aber jetzt h&ouml;rt  gut zu!&rdquo;<\/p><p>Die Russen wehren sich wie alle stolzen und intelligenten Menschen gegen jede Art der Erniedrigung oder Marginalisierung. Sicher sah Putin seine Rede zum Teil als gl&uuml;hende Antwort auf die abwertenden Kommentare des ehemaligen Pr&auml;sidenten Barack Obama, z. B &bdquo;Russland spielt &uuml;berhaupt keine Rolle&ldquo; und das Land ist nicht mehr als &ldquo;eine regionale Macht&rdquo;.<\/p><p><strong>Die T&uuml;r zu Gespr&auml;chen steht noch offen<\/strong><\/p><p>Es ist zu hoffen, dass die Marinegenerale in der US-Verteidigungspolitik sich weniger &uuml;ber Putins angeblichen Bluff aufregen und vielmehr Pr&auml;sident Donald Trump ermutigen, Putins j&uuml;ngstes Angebot anzunehmen, &ldquo;sich an den Verhandlungstisch zu setzen&rdquo; und &ldquo;zusammenzuarbeiten&rdquo;, um die globale Sicherheit zu gew&auml;hrleisten &ldquo;unter Ber&uuml;cksichtigung der Tatsache, dass &ldquo;die strategische Parit&auml;t&rdquo; jetzt Realit&auml;t ist.<\/p><p>Mit Bezug auf das, was er &bdquo;unsere Pflicht zur Information unserer Partner&ldquo; &uuml;ber Russlands angebliche F&auml;higkeit, ABM-Systeme &bdquo;nutzlos&ldquo; zu machen, nannte, f&uuml;gte Putin hinzu: &ldquo;Wenn die Zeit reif ist, werden die Au&szlig;en- und Verteidigungsminister viele M&ouml;glichkeiten haben, all diese Fragen miteinander zu diskutieren, falls unsere Partner dies w&uuml;nschen.&rdquo;<\/p><p>Putin sagte au&szlig;erdem: &bdquo;Wir sind sehr besorgt &uuml;ber einzelne Bestimmungen in der &uuml;berarbeiteten Version des &bdquo;Nuclear Posture Review&ldquo;, die nukleare Reaktionen auf &bdquo;Angriffe mit konventionelle Waffen und sogar auf Cyber-Bedrohungen&ldquo; vorsieht.&ldquo;<\/p><p>Er bezeichnete Russlands Milit&auml;rdoktrin als &ldquo;sehr klar und spezifisch&rdquo;: &ldquo;Russland beh&auml;lt sich das Recht vor, Nuklearwaffen nur als Reaktion auf einen nuklearen Angriff oder einen Angriff mit anderen Massenvernichtungswaffen gegen das Land oder seine Verb&uuml;ndeten einzusetzen oder bei einer Aggressionshandlung gegen uns mit konventionellen Waffen, die die Existenz des Staates bedroht.&rdquo;<br>\nAngesichts der Bedrohungen gegen den Iran und Syrien ist zu hoffen, dass jemand in Washington bei Putin nachfragt, wer zu Russlands Verb&uuml;ndeten geh&ouml;rt.<\/p><p><strong>Notl&uuml;gen, die niemand glaubt<\/strong><\/p><p>Die Pentagon-Sprecherin Dana White teilte Reportern am Dienstag mit: &ldquo;Unsere Raketenverteidigung war nie gegen Russland gerichtet&ldquo;. Nun sind die Russen, wie Harry Truman es ausdr&uuml;ckte, &bdquo;nicht naiv&ldquo;. Putin &auml;u&szlig;erte sich extrem sp&ouml;ttisch &uuml;ber diejenigen, die das Bromid f&ouml;rdern, mit dem die ABM-Anlagen in und um Europa gegen Raketen aus dem Iran oder verteidigt werden sollen &ndash; oder auch aus Nordkorea.<\/p><p>Am 17. April 2014, einen Tag vor der Annexion der Krim, machte Putin vor einem nationalen Fernsehpublikum eine ungew&ouml;hnlich offene Bemerkung: Raketenabwehr &hellip; ist nicht weniger wichtig, wahrscheinlich sogar wichtiger als die Osterweiterung der NATO. Im &Uuml;brigen wurde unsere Entscheidung &uuml;ber die Krim teilweise durch sie ausgel&ouml;st.&rdquo;<\/p><p>Frei nach Shakespeare liegt &bdquo;die Schuld liegt nicht bei den Sternen, sondern bei den Kriegen&ldquo;. Seit man Pr&auml;sident Ronald Reagan eingeredet hatte, dass ein &ldquo;Star-Wars&rdquo;-ABM-System den USA vollst&auml;ndigen Schutz vor Raketen bieten k&ouml;nnte sowie au&szlig;ergew&ouml;hnliche M&ouml;glichkeiten, das nukleare Wettr&uuml;sten zu bremsen oder sogar zu beenden, ging der Sieg an die Profiteure aus der R&uuml;stungsindustrie, jene, die Papst Franziskus vor dem Kongress als &ldquo;bluttriefende Waffenh&auml;ndler&rdquo; bezeichnet hatte.<\/p><p>Zurecht nannte man das ABM-Projekt das weltweit gr&ouml;&szlig;te Wohlfahrtsprogramm f&uuml;r die R&uuml;stungsindustrie. Jonathan Marshall erkl&auml;rt heute sehr gut, wor&uuml;ber wir alle erschrocken sein sollten: Wahrscheinlich werden zus&auml;tzliche Milliarden den Herstellern von Systemen zuflie&szlig;en, die nach der Auffassung seri&ouml;ser Wissenschaftler und Ingenieure jederzeit auf irgendeine Art und Weise, und zwar vergleichsweise billig, unsch&auml;dlich gemacht werden k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Drei Jahrzehnte alte R&auml;tsel<\/strong><\/p><p>Mitte der 80-er Jahre sa&szlig; ich in der ersten Reihe und sah zu, wie Pr&auml;sident Ronald Reagan eine einmalige Chance f&uuml;r einen umfassenden Frieden ausschlug. Ich hatte den gr&ouml;&szlig;ten Teil meiner Karriere in der CIA damit verbracht, mich auf die sowjetische Au&szlig;enpolitik zu konzentrieren, und konnte den hochrangigen US-Beamten mitteilen, dass Michail Gorbatschow meines Erachtens ein Gl&uuml;cksfall war. Trotzdem war ich kaum darauf vorbereitet, wie umfassend Gorbatschow zur Abr&uuml;stung bereit war. Bei dem Gipfel von 1986 in Reykjavik mit Pr&auml;sident Ronald Reagan schlug Gorbatschow vor, alle Atomwaffen innerhalb von zehn Jahren zu beseitigen. <\/p><p>Reagan war Berichten zufolge fast dazu bereit, wurde aber von seinen Beratern gedr&auml;ngt, Gorbatschows Bedingung abzulehnen, dass jede Forschung &uuml;ber ballistische Raketen f&uuml;r ein Jahrzehnt auf Labore beschr&auml;nkt werden sollte. &ldquo;Star Wars&rdquo;, das gr&ouml;&szlig;te und teuerste Programm der R&uuml;stungsindustrie in der j&uuml;ngsten Vergangenheit, war der Sieger des Tages.<\/p><p>Ich kenne die Leute, die, warum auch immer, nach der Pfeife von &bdquo;Star Wars&rdquo; tanzten, und Reagans verschwommene, wehm&uuml;tige Sehnsucht nach einer wasserdichten Verteidigung gegen strategische Raketen.<br>\nZu denen, die Nein zum Frieden sagten, geh&ouml;rten Ideologen wie CIA-Direktor William Casey und Verteidigungsminister Caspar Weinberger sowie Leute, die ihr F&auml;hnchen nach dem Wind h&auml;ngten, wie der stellvertretende CIA-Direktor Robert Gates und sein Sch&uuml;tzling Fritz Ermarth, ein eingefleischter antirussischer Funktion&auml;r und fr&uuml;herer Angestellter der Northrop Corporation in Reykjavik.<\/p><p>Laut dem Autor Jim Mann begriff Ermarth einige Jahre nach Reykjavik, wie falsch er mit seinem Misstrauen gegen Gorbatschow lag und wieviel richtiger Ronald Reagan und Au&szlig;enminister George Shultz die Situation intuitiv wahrnahmen.<\/p><p><strong>Was nun?<\/strong><\/p><p>Wie es aussieht, ist Pr&auml;sident Putin ebenso daran interessiert, das strategische Wettr&uuml;sten zu stoppen, wie es Gorbatschow war. Am Donnerstag sprach Putin davon, dass dieser Moment eine Grenzsituation darstellt, &bdquo;einen Wendepunkt f&uuml;r die ganze Welt&rdquo;, wie er sagte. Wird in Washington jemand ans Telefon gehen, wenn Moskau anruft? Wenn allerdings der Milit&auml;risch-Industrielle-Geheimdienstlich-Kongressionell-Mediale Komplex den H&ouml;rer abnimmt, dann werden die Hersteller von Massenvernichtungswaffen weiterhin ihre Bankkonten f&uuml;llen und die Zukunft unserer Kinder verspielen. Vielleicht ist es an der Zeit, sich an die Mahnung von Pr&auml;sident Dwight D. Eisenhower zu erinnern, die er bei einer Rede vor 65 Jahren &auml;u&szlig;erte:<\/p><p>&bdquo;Jede produzierte Waffe, jedes auslaufende Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztendlich einen Diebstahl an denen, die hungern und man gibt ihnen kein Essen, an denen, die frieren und keine Kleidung erhalten. Diese waffenstarrende Welt verschwendet nicht nur Geld, sie opfert auch den Schwei&szlig; ihrer Arbeiter, das Genie ihrer Wissenschaftler, die Hoffnungen ihrer Kinder.<\/p><p>Ein einziger Zerst&ouml;rer wird mit neuen H&auml;usern bezahlt, in denen mehr als 8.000 Menschen wohnen k&ouml;nnten. &hellip; Dies ist nicht die Art, wie wir leben wollen, im wahrsten Sinne des Wortes. Unter der Wolke eines drohenden Krieges h&auml;ngt die Menschheit am Eisernen Kreuz. Gibt es keine andere Art zu leben?&ldquo;<\/p><p>Damit ist alles gesagt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Ray McGovern<\/strong> arbeitet bei Tell the Word, einem Publikationsorgan der &ouml;kumenischen Church of the Savior in der Stadt Washington. Er war 30 Jahre beim Geheimdienst der US-Army und als CIA-Analyst t&auml;tig. Im Ruhestand war er Mitgr&uuml;nder der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS).<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wladimir Putins Ank&uuml;ndigung neuer Waffensysteme zur Schaffung eines nuklearen Gleichgewichts sei das Ergebnis einer Erosion des R&uuml;stungskontrollsystems durch das unkluge Ausscheiden der USA aus dem ABM-Vertrag im Jahr 2002, erkl&auml;rt <strong>Ray McGovern<\/strong>. <strong>Josefa Zimmermann<\/strong> hat den Text f&uuml;r die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2018\/03\/03\/putin-claims-strategic-parity-respect\/\">aus dem Englischen<\/a> &uuml;bersetzt.<\/p>\n<div style=\"clear:right;\"><\/div>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,107,172],"tags":[1572,2035,1519,1644,951,1313,2058,366,915,2146,906,841,259,1553,1800,1556,2181],"class_list":["post-42801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-aufruestung","tag-abruestung","tag-abschreckungsstrategie","tag-atomwaffen","tag-gorbatschow-michail","tag-iran","tag-krim","tag-militaerisch-industrieller-komplex","tag-obama-barack","tag-putin-wladimir","tag-raketenabwehrschirm","tag-ruestungsindustrie","tag-reagan-ronald","tag-russland","tag-syrien","tag-trump-donald","tag-usa","tag-wettruesten"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=42801"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121809,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/42801\/revisions\/121809"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=42801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=42801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=42801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}