{"id":42809,"date":"2018-03-08T13:22:35","date_gmt":"2018-03-08T12:22:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42809"},"modified":"2018-03-08T14:10:17","modified_gmt":"2018-03-08T13:10:17","slug":"leserbriefe-zu-das-alte-europa-gibt-es-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42809","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDas alte Europa gibt es nicht mehr\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42768\">Zu diesem Artikel<\/a> erreichten uns diverse Zuschriften, teils zustimmend, teils weiterf&uuml;hrend und somit hochinteressant. Allen gemein ist die Ansicht, dass man sich bald mal etwas Neues einfallen lassen m&uuml;sste. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Lieber Jens Berger, <\/p><p>vielen Dank, dass Sie in Ihrem Beitrag &ldquo;Das alte Europa gibt es nicht mehr&rdquo; den &ldquo;Movimento 5 Stelle&rdquo; nicht einfach als &ldquo;die populistische Partei M5S des Komikers Grillo&rdquo; bezeichnet haben. <\/p><p>Denn genau das passiert derzeit in fast allen deutschen Medien (heute Abend wieder in der Kulturzeit in 3Sat und in einem miserablen Artikel von Hans-J&uuml;rgen Schlamp im SPON). <\/p><p>Eine Bewegung die inzwischen eine gro&szlig;e &ldquo;Volkspartei&rdquo; geworden ist (knapp 33%) wird einfach so bezeichnet. Das impliziert, dass 33% der W&auml;hler in Italien bescheuert sind (und das seit mindestens 5 Jahren) und einfach die &ldquo;Partei eines Komikers&rdquo; w&auml;hlen (Grillo war in Wirklichkeit ein erstklassiger politischer Kabarettist). <\/p><p>Ich (bin Italiener und wohne in D) habe M5S gew&auml;hlt. Die meisten hier scheinen nicht verstanden zu haben WAS M5S ist. Jede Partei die nicht &ldquo;normal&rdquo; ist, ist automatisch &ldquo;populistisch&rdquo;. <\/p><p>Schade und traurig. Aber die Menschen f&uuml;r dumm zu verkaufen wird (auch Dank den NachDenkSeiten) immer schwieriger. <\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nEnzo Amato <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Meine Meinung:<\/p><p>Es hat sich bisher bei den Parteineugr&uuml;ndungen Gr&uuml;ne, Linke, AfD gezeigt, dass es ihnen nicht gelingt, Strukturen in unserem System zu ver&auml;ndern.<\/p><p>Die urspr&uuml;ngliche Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive, Judikative funktioniert nicht mehr &ndash; sie sind alle au&szlig;er Kontrolle geraten&hellip; Die gilt auf Bundes-, Landes-, Kommunalebene. Wir haben heute 7 hierarchischen Ebenen zu &bdquo;dienen&ldquo; &ndash; in vordemokratischer Zeit (Monarchie) waren es 2-3&hellip; <\/p><p>Es wurden in der zur&uuml;ckliegenden Generation (30 Jahre) Politiker durch unsere Parteien hochgesp&uuml;lt, die zwar verantwortungsvolle Positionen besetzen, aber daf&uuml;r nicht qualifiziert sind&hellip;<\/p><ol>\n<li>Partei&uuml;bergreifend m&uuml;ssen wir vorausdenken, was uns f&uuml;r die n&auml;chste Generation wichtig und wie wir dies auch konkret umsetzen k&ouml;nnen\n<ol>\n<li>Wir alle wollen in Frieden leben<\/li>\n<li>Die Soziale Frage in all ihren Facetten ist mir ein Schl&uuml;sselthema<\/li>\n<li>Die <strong>Soziale<\/strong> Marktwirtschaft ist ein gutes Modell, doch die haben wir mit &Ouml;ffnung des Ostens schrittweise aufgegeben, sind heute in einem Kapitalismus, der den des 19. Jahrhunderts schon weit &uuml;bertroffen zu haben scheint&hellip; <\/li>\n<li>Unsere Infrastruktur ist in zu vielen Bereichen auf dem Stand der 60er\/70er Jahre stehen geblieben&hellip;<\/li>\n<li>Obwohl Exekutive stetig w&auml;chst, werden auf allen Ebenen immer mehr Aufgaben in die Privatwirtschaft delegiert <\/li>\n<li>Ein Anforderungsprofil der Gesellschaft an k&uuml;nftige Politiker&hellip; &nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vielleicht k&ouml;nnten wir hierzu und zu weiteren Themen Arbeitskreise bilden &ndash; alles beginnt stets im Kleinen J<\/p><\/li>\n<li>Wir sollten uns dann in den &bdquo;Noch-Volksparteien&ldquo; engagieren, sie in ihrer Struktur reformieren und f&uuml;r die Zukunft ausrichten.\n<p>Dies kann nur durch eine gezielte Basisarbeit gelingen&hellip; &nbsp;<\/p>\n<p>W&auml;hrend des BT-Wahlkampfes hatte ich <\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>verschiedene Parteiveranstaltungen besucht &ndash; dort waren erschreckend wenige Teilnehmer&hellip;\n<p>Die Mitgliederversammlungen d&uuml;rften &auml;hnlich oder noch weniger besucht sein&hellip;<\/p><\/li>\n<li>den Wahl-Sonntagabend bei verschiedenen Parteien verbracht &ndash; junge Leute nach ihrem Berufsziel gefragt, sie wollten alle &bdquo;Politiker werden&ldquo;; als ich sie darauf hinwies, dass ihre Kollegen dies auch schon werden wollten: &bdquo;dann gehe ich in den LT, nach Europa bzw. dann &uuml;ber die Landesliste&hellip;&ldquo; Meiner Zusatzfrage &bdquo;was und wie sie dort etwas bewegen wollten&ldquo;, wichen sie aus&hellip; <\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol><p>Mein Eindruck war, die Parteien &bdquo;missbrauchen&ldquo; junge Menschen f&uuml;r ihre Arbeit, doch nur wenige haben eine Chance&hellip; <\/p><p>Berufserfahrung fehlt&hellip;<\/p><p>Es gibt viel, sehr viel zu tun. Hier&uuml;ber m&uuml;ssen wir nicht nur &bdquo;nach-&ldquo;, sondern &bdquo;vorausdenken&ldquo;. <\/p><p>Mit guten Gr&uuml;&szlig;en aus Mainz<br>\nRupert Kr&ouml;mer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Lieber Jens Berger, Liebes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>die Feststellung, die Sie in Ihrem Artikel treffen, teile ich uneingeschr&auml;nkt. Wichtig ist, die Frage nach dem Warum zu beantworten.<\/p><p>Klar ist, dass der Zuzug neuer Mitb&uuml;rger, die weder die Kultur der europ&auml;ischen Staaten noch die Sprachen der einzelnen L&auml;nder beherrschen, in diesen L&auml;ndern zu Missstimmungen f&uuml;hren, deren Sammelbecken dann eher rechte, konservative Parteien sind. Das ist logisch, denn jeder B&uuml;rger dieser L&auml;nder m&ouml;chte seine Besitzst&auml;nde wahren. Das Angela Merkel seinerzeit die Grenzen der gesamten EU f&uuml;r alle Fl&uuml;chtlinge ge&ouml;ffnet hat, war f&uuml;r die Kriegsfl&uuml;chtlinge ein wichtiges und gutes Signal, sich auf den Weg zu einem sicheren Aufenthaltsort zu machen. Diese Verlautbarung aber in mangelnder Absprache mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten im Vorfeld zu kl&auml;ren, war eine diktatorische Entscheidung, die (noch) niemandem in der EU zusteht &ndash; auch dem starken Deutschland nicht. Dass dieses undemokratische Vorgehen nicht nur zu gesellschaftlichen Br&uuml;chen in Deutschland, sondern in der ganzen EU f&uuml;hrt, war abzusehen. Wenn man der Kanzlerin nicht vollst&auml;ndige Dummheit unterstellen mag, dann waren diese Ereignisse damals voraussehbar. Mit anderen Worten: diese Entwicklung war geplant. [Franklin D. Roosevelt &ndash; In der Politik geschieht nichts zuf&auml;llig.] Nun stellt sich, diesen Gedankengang weiter verfolgend, die Frage, wessen Interesse das sein k&ouml;nnte. Schaut man sich die EU als funktionierendes, unabh&auml;ngiges Gebilde an &ndash; aber war sie das jemals? &ndash; dann k&ouml;nnte man zu dem Schluss kommen, dass hier eine politische Wirtschaftsmacht entst&uuml;nde, die weltweit einen sehr gro&szlig;en Einfluss h&auml;tte. Das war ja auch der Grund f&uuml;r die Gr&uuml;ndung, neben den &bdquo;friedensstiftenden Gedanken&ldquo;. Hat Russland ein Interesse daran, diese Wirtschaftsmacht zu verhindern? China? Die USA? <\/p><p>Ich kenne nur klare Aussagen von Friedman und Brzezinski, die vor einem Erstarken Deutschlands warnen und eine Ann&auml;herung an Russland verhindern wollen. Das ist ja mit der starken Einflussnahme an den Ostgrenzen der EU, sowie der Destabilisierung der Ukraine und Mazedoniens wohl gelungen. Merkels Worte aus 2015, Russland ebenfalls <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/30621\/2935376\">in eine Freihandelszone der EU mit aufzunehmen<\/a>, st&uuml;tzen nicht die offizielle These, Russland w&uuml;rde die EU destabilisieren wollen. Zu China habe ich keine Informationen, deren Einfluss d&uuml;rfte aber so gro&szlig; (und noch friedlich) sein, dass durch die EU keine Gefahr f&uuml;r China ausgeht, sondern mit der neuen Seidenstra&szlig;e wohl eher eine M&ouml;glichkeit guter zuk&uuml;nftiger Entwicklungen. <\/p><p>Was bleibt, ist das Interesse der USA, m&ouml;glichst gro&szlig;en Einfluss in der EU zu behalten. Daf&uuml;r muss man sie wieder heterogenisieren, wie es derzeit der Fall ist und weiter voranschreitet: Frankreich und Deutschland pflegen eher gute Beziehungen zu Russland, m&uuml;ssen sich offiziell (wohl aber) an die Linie der USA halten, Russland f&uuml;r alles B&ouml;se dieser Welt in Verantwortung zu nehmen. &bdquo;Massenmigration als Waffe&ldquo; [Greenhill] muss man nicht ernstnehmen, ich tue es aber. &bdquo;Refuges Welcome&ldquo; Twittermeldungen, die den Ursprung in den USA und GB haben (sollen), <a href=\"http:\/\/www.voltairenet.org\/article188784.html\">runden diese Bild ab<\/a>.<\/p><p>So oder so: Die Zuwanderer sind hier, es werden mehr, diejenigen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen haben mein tiefstes Mitleid. Diejenigen, die aus finanzieller Not heraus hierherkommen, kann ich verstehen. Nochmehr verstehen k&ouml;nnte ich, wenn man in diesen L&auml;ndern vern&uuml;nftige Entwicklungsprojekte aufsetzen w&uuml;rde, die tats&auml;chlich etwas entwickeln und damit meine ich keine Drohnenprogramme, keine Pl&uuml;nderung und Bestechung [Ernst Wolff]durch den IWF und keine Brunnenprivatisierungen durch Nestl&eacute;.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und vielen Dank f&uuml;r Ihre M&uuml;hen, auch die der anderen Netzwerkpartner.<br>\nChristian Dicke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42768\">Zu diesem Artikel<\/a> erreichten uns diverse Zuschriften, teils zustimmend, teils weiterf&uuml;hrend und somit hochinteressant. Allen gemein ist die Ansicht, dass man sich bald mal etwas Neues einfallen lassen m&uuml;sste. 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