{"id":42815,"date":"2018-03-08T16:22:55","date_gmt":"2018-03-08T15:22:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42815"},"modified":"2019-06-03T07:40:35","modified_gmt":"2019-06-03T05:40:35","slug":"vermoegenssteuer-einziehen-den-rechtsstaat-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42815","title":{"rendered":"Verm\u00f6gensteuer einf\u00fchren! Den Rechtsstaat herstellen!"},"content":{"rendered":"<p>Am 7.3.2018 stellte die Linke Niedersachsen in Hannover ihre Volksinitiative zur Verm&ouml;gensteuer vor. Bis Oktober 2018 sollen 70.000 Unterschriften f&uuml;r einen Antrag im Landtag gesammelt werden. Bei der Veranstaltung, geleitet von Hans-Henning Adler, referierten die beiden Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch und Diether Dehm sowie der Publizist <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>. Er stellte uns sein Referat zur Verf&uuml;gung. Danke vielmals. Es l&ouml;st vermutlich eine interessante Diskussion aus. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Werner R&uuml;gemer<\/em><\/p><p>Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland in so mancher Hinsicht in einem Unrechts-Staat, insbesondere was die unterschiedliche Behandlung von Armen und Reichen, von abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten und Privatunternehmen angeht. Unternehmen zahlen t&auml;glich millionenfach den gesetzlichen Mindestlohn nicht, erpressen j&auml;hrlich etwa eine Milliarde unbezahlte &Uuml;berstunden, behindern und  verhindern Betriebsr&auml;te (Straftat nach &sect; 119 Betriebsverfassungsgesetz) &ndash; sanktions- und straflos. Nur mal so zum Beispiel. Vom Massenbetrug mit &bdquo;umweltschonenden&ldquo; Giftschleudern wollen wir jetzt gar nicht reden.<\/p><p>Auch bei der Besteuerung des Verm&ouml;gens leben wir in einem Unrechtsstaat. Sowohl nach Grundgesetz wie nach Ausf&uuml;hrungsgesetz (Verm&ouml;gensteuergesetz) gilt in Deutschland die Verm&ouml;gensteuer. Aber sie wird seit 1997 nicht mehr erhoben. <\/p><p>Wie kam es zu diesem rechtlosen Zustand? 1995 urteilte das Bundesverfassungsgericht: Die Verm&ouml;gensteuer widerspricht dem Gleichheits-Grundsatz des Grundgesetzes. Denn Grundbesitz, also bebaute und unbebaute Grundst&uuml;cke als Teil des Verm&ouml;gens, wird niedriger besteuert als der andere Teil des Verm&ouml;gens. Das Gericht hatte damit recht, denn der Grundbesitz wurde viel zu niedrig bewertet und besteuert. Es galt der sogenannte Einheitswert, eine v&ouml;llig veraltete Bewertungsform. Sie ber&uuml;cksichtigte nicht den Marktwert, der vor allem in Stadtzentren um ein Vielfaches &uuml;ber dem Einheitswert lag.<\/p><p><strong>Verfassungsbruch durch die Kohl-Regierung<\/strong><\/p><p>Eine verfassungstreue Regierung h&auml;tte die Aufgabe gehabt, die Wertermittlung f&uuml;r Grundst&uuml;cke wirklichkeitsgerecht neu zu regeln. Das taten CDU, CSU und FDP unter Bundeskanzler Kohl aber nicht. Sie wollten nicht, dass ihr Hauptklientel, das &uuml;ber viele Grundst&uuml;cke, Miets- und B&uuml;roh&auml;user verf&uuml;gt, h&ouml;her besteuert wird. Daf&uuml;r nahmen sie den Bruch des Grundgesetzes in Kauf.<\/p><p>Die zweite Begr&uuml;ndung des Bundesverfassungsgerichts f&uuml;r die ungerechte Besteuerung war, dass Einkommensteuer und Verm&ouml;gensteuer, wenn sie bei verm&ouml;genden Individuen zusammentreffen, &uuml;ber 50 Prozent betragen k&ouml;nnen. Aber das war Unsinn, denn im Grundgesetz wird nirgends etwas &uuml;ber die zul&auml;ssige H&ouml;he der Verm&ouml;gensteuer gesagt. Alle Steuern werden durch einzelne Gesetze festgelegt: Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer, also auch die Verm&ouml;gensteuer.<\/p><p>Der eigentliche Grund f&uuml;r die Unt&auml;tigkeit der Kohl-Regierung war die damalige Stimmung der Selbstbereicherung: Westdeutsche Unternehmer und Banken hatten sich die Ex-DDR-Wirtschaft billig unter den Nagel gerissen, auch unter Marktwert. Die Bundesregierung hatte in der Treuhand-Anstalt sogar die Verfolgung von Straftaten wie Bestechung und Urkundenf&auml;lschung gestoppt. Die staatsanwaltliche Ermittlungseinheit &bdquo;Verfolgung der Vereinigungskriminalit&auml;t&ldquo; wurde aufgel&ouml;st. Die Privatisierung der DDR-Betriebe sollte m&ouml;glichst schnell durchgezogen werden, wenn n&ouml;tig auch kriminell. <\/p><p>Dieses Unrecht wirkt bis heute, etwa durch die niedrigere Bezahlung der Arbeit in Ostdeutschland, durch h&ouml;here Arbeitslosigkeit, durch h&auml;ufigere Verletzung von Arbeitsrechten &ndash; was &uuml;brigens auch Gr&uuml;nde sind f&uuml;r die ungerechte Verteilung von Verm&ouml;gen. <\/p><p>Durch die Erhebung der Verm&ouml;gensteuer h&auml;tte die Kohl-Regierung die damals galoppierende Staatsverschuldung aufhalten k&ouml;nnen. Die letzte Erhebung 1996 erbrachte immerhin 9 Milliarden DM f&uuml;r den Staatshaushalt. Wenn zus&auml;tzlich der Wert des Immobilienverm&ouml;gens marktgerecht festgestellt worden w&auml;re &ndash; in West- wie in Ostdeutschland -, und wenn dieses Immobilienverm&ouml;gen besteuert worden w&auml;re, dann h&auml;tten wir bis heute nicht die hohe Staatsverschuldung von zwei Billionen Euro. Die f&uuml;hrt seitdem und f&uuml;hrt auch heute, mithilfe der Schuldenbremse, zu immer mehr K&uuml;rzungen im Sozialbereich und in der Infrastruktur. Sind es dreihundert oder vierhundert oder 500 Milliarden Euro an maroden und fehlenden Schulen, Kanalisationen, Br&uuml;cken, Wasserwegen, Stra&szlig;en, Leitungen, die wir den k&uuml;nftigen Generationen &uuml;berlassen?<\/p><p>Die hohe Staatsverschuldung sei &bdquo;vereinigungsbedingt&ldquo; entstanden, so wird bis heute dahergeplappert. Das ist falsch. Die hohe Staatsverschuldung entstand auch durch den Bruch des Grundgesetzes und die Aussetzung der Verm&ouml;gensteuer.<\/p><p>Wir stellen also fest: Gerade diejenigen, die das Grundgesetz beschw&ouml;ren, verletzen es hier dauerhaft. Gerade diejenigen, die auf dem Rechtsstaat bestehen, verhindern hier seinen Vollzug. Hart gegen Fl&uuml;chtlinge und Arbeitslose, aber rechtsbrecherisch nachsichtig gegen die Verm&ouml;genden. <\/p><p><strong>Verm&ouml;gensteuer als demokratische Notwendigkeit<\/strong><\/p><p>Die Verm&ouml;gensteuer geh&ouml;rt wesentlich zu einem demokratischen Staat. Das monatliche Einkommen der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten wird weitgehend oder auch, bei den Niedrigl&ouml;hnern, vollst&auml;ndig f&uuml;r das allt&auml;gliche &Uuml;berleben ausgegeben. Dagegen das Verm&ouml;gen: Es wird zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil nicht f&uuml;r aktuelle Bed&uuml;rfnisse verbraucht, sondern wird angesammelt, vermehrt sich etwa durch Unternehmensgewinne, Mieteinnahmen, Dividenden. Und es wird st&auml;ndig weitervererbt, ohne dass daf&uuml;r von den Erben irgendeine Leistung erbracht werden muss, au&szlig;er ungefragt und zuf&auml;llig in eine verm&ouml;gende Familie hineingeboren zu werden. <\/p><p>Verm&ouml;gen steigert also, wenn die Gemeinschaft nicht eingreift, die Ungleichheit zwischen den B&uuml;rgern. Deshalb muss in einer Demokratie Verm&ouml;gen ab einer bestimmten H&ouml;he besteuert werden. In Deutschland wurde die Verm&ouml;gensteuer deshalb nach der Monarchie mit der Weimarer Republik eingef&uuml;hrt. Auch in der DDR galt eine Verm&ouml;gensteuer auf individuelles privates Verm&ouml;gen ab einer bestimmten H&ouml;he.<\/p><p>Wir fordern die grundrechts- und marktkonforme Erhebung. Wir fordern damit also auch das Ende einer Grundrechts- und Gesetzesverletzung. Wir fordern die Herstellung des Rechtsstaats.<\/p><p>Bekanntlich will sich auch die neue kleine Gro&szlig;e Koalition darum nicht k&uuml;mmern. Sie k&uuml;mmert sich auch nicht um Begleitma&szlig;nahmen, die n&ouml;tig sind. Etwa bei der Erbschaftssteuer. Gegenw&auml;rtig betr&auml;gt das private Nettoverm&ouml;gen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung  (DIW) 11,2 Billionen Euro (Stand 2015). Es besteht vor allem aus Betriebs- und Immobilienverm&ouml;gen. Davon werden j&auml;hrlich etwa 400 Milliarden Euro vererbt bzw. als Schenkung an zum Teil noch minderj&auml;hrige Erben weitergereicht.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Der deutsche Staat erhob aber im Jahre 2016 nur 7 Milliarden Euro an  Erbschaftssteuer. Zum Vergleich: Die mehrheitlich nicht verm&ouml;genden B&uuml;rger zahlen als Konsumenten j&auml;hrlich etwa das Drei&szlig;igfache an Mehrwertsteuer, n&auml;mlich &uuml;ber 220 Milliarden Euro. Dar&uuml;ber hinaus duldet auch die neue kleine Gro&szlig;e Koalition systemwidrige Ausnahmen: Auf den Kauf und Verkauf von Aktien und von noch so unsinnigen Wertpapieren wird keine Mehrwertsteuer erhoben. <\/p><p><strong>Was wei&szlig; der Staat &uuml;ber das vorhandene Verm&ouml;gen?<\/strong><\/p><p>Um Verm&ouml;gen &uuml;berhaupt besteuern zu k&ouml;nnen, muss es erstmal vom Staat, von den Finanz&auml;mtern erfasst werden. Aber der jetzige Staat kennt oder erfasst nur einen immer kleineren Teil des Verm&ouml;gens. Die 11 Billionen Euro Privatverm&ouml;gen sind nur ein Teil.<\/p><p>Ob SPD-gef&uuml;hrte Regierung, ob CDU-gef&uuml;hrte Regierung, ob Gro&szlig;e Koalition: alle haben die Steuerflucht der Verm&ouml;genden offen oder klammheimlich gef&ouml;rdert oder geduldet. Ein sozialdemokratischer Finanzminister mit gro&szlig;er Klappe (und gro&szlig;er Bewunderung f&uuml;r die gro&szlig;en Banken) namens Peer Steinbr&uuml;ck hatte mal medienwirksam angek&uuml;ndigt, er wolle notfalls die Kavallerie in die Steueroase Schweiz schicken, wenn dort die Banken und Treuh&auml;nder weiter Beihilfe zur Steuerhinterziehung leisten. Nat&uuml;rlich schickte Steinbr&uuml;ck weder die Kavallerie los, noch schickte er &ndash; was besser gewesen w&auml;re -, Steuerfahnder. Seine oder eine folgende Regierung verbesserte auch nicht die Amtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz f&uuml;r den Austausch von Steuerdaten. <\/p><p>Deshalb sind deutsche Steuerbeh&ouml;rden immer noch darauf angewiesen, geheime Datens&auml;tze von Schweizer Bankenaussteigern anzukaufen. Da kommen aber nur winzige Datens&auml;tze zusammen. Auch weil es zwei Dutzend weitere Steueroasen gibt und weil die gr&ouml;&szlig;te Finanzoase f&uuml;r Unternehmen, Delaware in den USA, &uuml;berhaupt nicht erw&auml;hnt wird und aus denen bisher noch nie Datens&auml;tze angekauft wurden.<\/p><p><strong>127.000 Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung<\/strong><\/p><p>Wenn wieder einmal bekannt wird, dass eine solche Steuerdatei zum Beispiel vom Finanzminister in Nordrhein-Westfalen angekauft wurde, melden sich zehntausende Verm&ouml;gende bei ihren Finanz&auml;mtern, klammheimlich. Sie bibbern, ob ihre Namen auf der Steuerdatei stehen k&ouml;nnten. Durch die nachtr&auml;gliche Selbstanzeige hoffen die versteckten Verm&ouml;genden auf milde Behandlung, auf Nachzahlung der Steuern ohne zus&auml;tzliche Geldstrafen und ohne &ouml;ffentliche Gerichtsverhandlung. <\/p><p>Dieser lichtscheue Teil unserer ungew&auml;hlten, vielleicht auch gew&auml;hlten, verm&ouml;genden Elite verh&auml;lt sich ganz opportunistisch: Wenn keine angekaufte Steuerdatei bekannt wird, ist die Zahl der Selbstanzeigen niedrig. Im Jahre 2011 zeigten sich deshalb nur 4.800 Verm&ouml;gende an. Da war die Aufregung abgeklungen. Ein Jahr zuvor war die Angst noch gr&ouml;&szlig;er gewesen, da hatten sich 27.500 Verm&ouml;gende selbst angezeigt. Dann wurde es wieder etwas ruhiger. Deshalb im Jahre 2012 nur 8.000 Selbstanzeigen. Aber dann wurde eine neue Steuerdatei angekauft, deshalb im Jahre 2013 ein Sprung nach oben: 27.900 Selbstanzeigen. Und dann bibberte man in den verm&ouml;genden Kreisen weiter, im Jahre 2014 nochmal ein Sprung des schlechten Gewissens nach oben: 39.800 Selbstanzeigen,[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] also ein Mehrfaches etwa aller Einwohner der drei K&ouml;lner Prominentenviertel Marienburg, Lindenthal und Rodenkirchen zusammen. In diesen wenigen Jahren also 123.000 Selbstanzeigen von Verm&ouml;genden. Dabei ging es nur um die Schweiz und Liechtenstein, nicht um Delaware, Luxemburg, Panama, Cayman Islands undsoweiter. Daran  kann man erahnen, um welche Gr&ouml;&szlig;enordnung es in der rechtlosen Mitte unserer Gesellschaft geht.<\/p><p>In Nordrhein-Westfalen sackt jetzt die Zahl der Selbstanzeigen ganz pl&ouml;tzlich ab, vermutlich. Das hat mit der neuen Landesregierung aus den Parteien CDU und Christian Lindners FDP zu tun. In Wuppertal hatte die Finanzbeh&ouml;rde eine bundesweit renommierte Abteilung aufgebaut. Sie wertete angekaufte Steuer-Dateien aus Liechtenstein und der Schweiz aus. Insbesondere zwei erfahrene Steuerfahnder trieben damit bei dem verm&ouml;genden Klientel zus&auml;tzlich sieben Milliarden Euro an Steuern ein. Der bisherige Amtsleiter stand nun Anfang 2018 zur Pensionierung an, die zwei Steuerfahnder waren als Nachfolger und Stellvertreter vorgesehen. Doch die neue Landesregierung berief einen in dieser Angelegenheit unerfahrenen Amtsleiter aus Aachen. Die beiden zur&uuml;ckgesetzten Steuerfahnder sahen sich anderswo um, und sie wurden schon l&auml;nger dringlich gesucht, von anderen. <\/p><p><strong>CDU\/FDP-Landesregierung: Die besten Steuerfahnder wechseln die Seite<\/strong><\/p><p>Das Ergebnis gab die Gegenseite bekannt, hier in Gestalt des Wirtschaftspr&uuml;fungsunternehmens Deloitte in D&uuml;sseldorf: Wir freuen uns, hie&szlig; es umgehend in einer Pressemitteilung, dass die beiden renommierten Steuerfahnder aus Wuppertal nun unsere Mandanten in Finanzwirtschaft und Industrie &bdquo;bei der rechtssicheren Umsetzung steuerlicher Vorgaben unterst&uuml;tzen.&ldquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] So fein k&ouml;nnen sich diese geschniegelten Profis ausdr&uuml;cken. Die Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fer&ldquo; von Deloitte wie auch die anderen Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fer&ldquo; von Price Waterhouse Coopers, KPMG und Ernst &amp; Young pr&uuml;fen nicht nur die Buchf&uuml;hrung und die Bilanzen von Unternehmen, sondern sie beraten sie auch bei der &bdquo;Steuergestaltung&ldquo;, d.h. bei der Suche nach der jeweils geeigneten Finanzoase und den geeigneten Treuh&auml;ndern von Briefkastenfirmen. <\/p><p>Zu den Forderungen f&uuml;r eine rechtsstaatliche Besteuerung von Verm&ouml;gen geh&ouml;rt deshalb also auch: Die politische und administrative F&ouml;rderung von qualifizierten Steuerfahndern und ganzen Abteilungen f&uuml;r Steuerfahnder, die mit den professionellen Tricks der Gegenseite mithalten k&ouml;nnen.<\/p><p>Zu den schon oft erhobenen Forderungen f&uuml;r eine rechtsstaatliche Besteuerung von Verm&ouml;gen geh&ouml;rt es aber auch, den sogenannten Wirtschaftspr&uuml;fern wie Deloitte und Price Waterhouse Coopers die gleichzeitige Beratung der Unternehmen bei der sogenannten Steuergestaltung zu verbieten.<\/p><p>Sogenannte investigative Journalisten haben neuerdings pl&ouml;tzlich entdeckt, dass in Luxemburg und Panama tausende von Profis den Verm&ouml;genden und Unternehmen bei der Steuerhinterziehung helfen. Das ist in Luxemburg und Panama &uuml;brigens schon seit Jahrzehnten imgange, ohne dass die investigative S&uuml;ddeutsche Zeitung das bemerkt h&auml;tte. Und es ist ein Skandal, dass ein gewisser Biedermann namens Jean-Claude Juncker, der als ehemaliger christlicher Finanzminister und Ministerpr&auml;sident des Gro&szlig;herzogtums Luxemburg die  gr&ouml;&szlig;te Finanzoase innerhalb der Europ&auml;ischen Union mit ausgebaut hat, nun den Pr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Kommission geben darf, hineingeschoben in sein Amt durch die ebenso christlichen Br&uuml;der und Schwestern namens Angela Merkel und Wolfgang Sch&auml;uble. <\/p><p><strong>Londons Finanzoasen-Dutzend &ndash; ein Brexit-Thema?<\/strong><\/p><p>Die Luxemburg-Leaks und die Panama-Papiere haben nicht dazu gef&uuml;hrt, dass die bisherige Gro&szlig;e Koalition und die neue kleine Gro&szlig;e Koalition und die Europ&auml;ische Kommission die Finanzoasen trockenlegen wollten und wollen. Auch die von Junckers Kommission angeblich so hart gef&uuml;hrten Brexit-Verhandlungen mit Gro&szlig;britannien r&uuml;hren nicht an diesen Punkt. Zu Gro&szlig;britannien und seinem Finanzzentrum City of London geh&ouml;rt ein Dutzend Finanzoasen, darunter die Cayman Islands, Bermudas, Virgin Islands, Belize, Guernsey, Jersey, Isle of Man. Ob die EU von Gro&szlig;britannien f&uuml;r den Brexit eine einmalige Zahlung von 25 oder 40 Milliarden Euro fordert &ndash; die Steuerausf&auml;lle, die dem deutschen Staat allein durch die britischen Finanzoasen entstehen, d&uuml;rften wesentlich h&ouml;her liegen. Und merke: Steuerfl&uuml;chtlinge sind die teuersten Fl&uuml;chtlinge!<\/p><p>OK. Die kleine Gro&szlig;e Koalition, die abgewirtschafteten Regierungsparteien wollen das nicht anpacken. Auch nicht die abgewirtschaftete und gegen den Mehrheitswillen agierende Europ&auml;ische Kommission will das nicht. Da helfen nur Volksinitiativen. In Niedersachsen f&auml;ngt die Linke damit an. Das ist gut so. Und das muss weitergehen. <\/p><p>Die Forderungen lauten: Den Rechtsstaat herstellen! Die Finanzoasen schlie&szlig;en! Die Verm&ouml;gensteuer einziehen!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Erben erhalten weit mehr Verm&ouml;gen als bisher angenommen, Zeit online 5.7.2017<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Anzahl der Selbstanzeigen wegen Steuerbetrug in Deutschland 2010 &ndash; 2015, <a href=\"https:\/\/de.statista.com\">de.statista.com<\/a>, abgerufen 6.3.2018<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Heide Platen: Gegen die Wand gefahren, verdi publik \/2018<\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/d1c2e22174f44cfa9ef4bd96c7ff6913\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 7.3.2018 stellte die Linke Niedersachsen in Hannover ihre Volksinitiative zur Verm&ouml;gensteuer vor. 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