{"id":4283,"date":"2009-10-23T11:39:10","date_gmt":"2009-10-23T09:39:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4283"},"modified":"2014-01-23T12:05:53","modified_gmt":"2014-01-23T11:05:53","slug":"von-wegen-sozialdemokratisierung-der-union-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4283","title":{"rendered":"Von wegen Sozialdemokratisierung der Union (Teil I)"},"content":{"rendered":"<p>Je mehr ruchbar wird, was Schwarz-gelb in den Koalitionsverhandlungen verabredet, umso mehr erscheinen auch kritische Kommentare in Medien, von denen man es nicht immer erwarten konnte. Auch harte Kommentare. Von Betrug ist im Blick auf die Finanzierungsumwege der versprochenem Steuersenkungen die Rede, z.B. der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/466\/491829\/text\/print.html\">Betrug mit den geplanten Schattenhaushalten<\/a>. Der langfristig angelegte Betrug mittels des sozialen Anstrichs der Union und insbesondere Angela Merkels wird leider weniger ins Blickfeld geholt. Deshalb beginnen wir mit einer Serie zur angeblichen &bdquo;Sozialdemokratisierung&ldquo; der Union. Heute konkret in Teil I zum Kindergeld\/Kindersteuerfreibetrag, zur Pflegeversicherung und zur Interessenverflechtung mit der Finanzwirtschaft. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zun&auml;chst noch eine Bemerkung zur Unruhe &uuml;ber die sich abzeichnenden Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen, insbesondere zu Haushalt und versprochener Steuersenkung.<\/strong><\/p><p>Auch bei Medien, die wie Der Spiegel, Die Zeit und Die Welt erkennbar Schwarz-gelb herbeigesehnt haben, gibt es inzwischen irritierte und kritische Kommentare. Obwohl schon lange vor der Bundestagswahl vom 20. September zum Beispiel die Finanzierungsschwierigkeiten des Bundes offen erkennbar waren, haben FDP und auch Teile der Union Einkommenssteuersenkungen versprochen. Die Schwierigkeiten bei den Koalitionsverhandlungen waren also f&uuml;r jedermann absehbar. Warum manche Medien erst jetzt unruhig und kritisch werden, ist nur damit zu erkl&auml;ren, dass sie der Union und der FDP zur Regierungsmehrheit verhelfen wollten. Es ist vorhersehbar, dass sie diese kritische Haltung bis zur n&auml;chsten entscheidenden Wahl, das ist die Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010, wieder abbauen.<br>\nDer Betrugsvorwurf wird auch nicht ann&auml;hernd so massiv erhoben und verbreitet werden wie bei Andrea Ypsilantis Versuch, eine Koalition links von Koch zu schmieden. Wortbruch links und Wortbruch rechts sind eben nach mehrheitlicher Auffassung unserer Medien, Wissenschaft und Politik zwei verschiedene Stiefel. <\/p><p><strong>Die strategische Bedeutung der Legende von der Sozialdemokratisierung Angela Merkels und der Union.<\/strong><\/p><p>Die zuvor skizzierte Asymmetrie bei der Behandlung der politischen Rechten zum einen und der politischen Linken zum andern ist verl&auml;sslich existent. Diese Beobachtung gilt auch f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung einer strategischen Imagebildung der Union: f&uuml;r die Behauptung, die Union und speziell Angela Merkel h&auml;tten sich sozialdemokratisiert, R&uuml;ttgers sei der Arbeiterf&uuml;hrer, von sozialer K&auml;lte keine Spur, usw. Das waren die vorherrschende Imagepr&auml;gung vor der Wahl. Diese Imagepr&auml;gung ist von entscheidender Bedeutung f&uuml;r die Wahlstrategie und die Koalitionsstrategie der Union. Die Union erweitert damit ihr Spektrum nach links und grast im Bereich von SPD und Linkspartei. Dar&uuml;ber hinaus ist die Image-Pr&auml;gung der Union als verl&auml;ssliche soziale Partei das entscheidende Mittel zum Abbau der Barriere zwischen Gr&uuml;nen und Union und damit der T&uuml;r&ouml;ffner f&uuml;r schwarz-gr&uuml;ne oder schwarz-gr&uuml;n-gelbe Koalitionen. Ohne die weit verbreitete Behauptung, die Union sei keine Partei des Neoliberalismus, sondern eine eher sozialdemokratische Partei, w&auml;re es den Gr&uuml;nen an der Saar und in Hamburg nicht m&ouml;glich gewesen, mit der Union zusammenzugehen.<\/p><p><strong>Der Ausbau des sozialen Images geht nach der Wahl weiter<\/strong><\/p><p>Wir haben schon auf drei markante Einlassungen dieser Art hingewiesen, zum Beispiel hier: <a href=\"?p=4257\">&bdquo;Die CDU hat seit 2005 ihre Wirtschafts- und Sozialpolitik erfolgreich sozialdemokratisiert.&ldquo;<\/a> So der Kommentator und wichtiger Meinungsf&uuml;hrer <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/769\/490149\/text\/print.html\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 7.10.2009<\/a>.<br>\nCora Stephan fragt im <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/politischesfeuilleton\/1046319\/\">Deutschlandfunk<\/a> im Blick auf die Koalitionsverhandlungen und die Union: &bdquo;Rechtsruck?&ldquo; und antwortet sich selbst: &bdquo;Ach was.&ldquo; Und weiter: &bdquo;Angela Merkel hat die Wahl gewonnen, jene Frau, die es geschafft hat, die Christdemokratische Partei Deutschlands in eine aus tiefstem Herzen sozialdemokratische Kraft umzuformen.&ldquo;<br>\nVom Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbands, von Ulrich Schneider, kommen &auml;hnliche T&ouml;ne: &bdquo;Kein Kahlschlag. Armenlobby z&auml;hlt auf Schwarz-Gelb&ldquo; titelte die taz am 16. Oktober. Und weiter: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/armenlobby-zaehlt-auf-schwarz-gelb\/?type=98\">&bdquo;Der Chef des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes erwartet nicht nur Schlimmes von der k&uuml;nftigen Koalition aus FDP und Union.&ldquo;<\/a><\/p><p>Auch ich erwarte nicht nur Schlimmes. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die kommende Koalition soziale Akzente setzt, die die zitierten Beschreibungen der Union als einer sozialen Partei rechtfertigen k&ouml;nnen. So gerne ich dies erkennen w&uuml;rde, weil ich den Schw&auml;cheren in unserer Gesellschaft endlich Hilfe und Unterst&uuml;tzung und eine solidarische gesellschaftspolitische Orientierung w&uuml;nsche, kann ich an den bisherigen Koalitionsverhandlungen soziale Akzente von Gewicht nicht erkennen; ich kann hingegen deutliche Akzentverschiebungen hin zu einer noch unsolidarischeren Gesellschaft und weiter neoliberal gepr&auml;gten Gesellschaft erkennen. Das soll in den NachDenkSeiten mit der beginnenden Serie anhand der Koalitionsbeschl&uuml;sse und der faktischen Politik belegt werden. Wenn die Belege ausgehen, wird die Serie beendet und bei den NachDenkSeiten bricht Freude aus.<\/p><p>Da die Koalitionsverhandlungen noch nicht abgeschlossen beziehungsweise die Ergebnisse nicht authentisch ver&ouml;ffentlicht sind, beginnen wir mit Ank&uuml;ndigungen beziehungsweise mit Elementen der weiter laufenden faktischen Politik. Heute 1. zur Frage Kindergeld und Kindersteuerfreibetr&auml;ge, 2. zur Teilprivatisierung der Pflegeversicherung und 3. zur weiteren F&ouml;rderung des Casinobetriebs.<\/p><p><strong>1. Kindergeld und Kindersteuerfreibetr&auml;ge<\/strong><\/p><p>Es ist noch nicht endg&uuml;ltig entschieden, was die neue Koalition entscheiden wird, aber es zeichnet sich ab: der Kindersteuerfreibetrag wird vermutlich von 6024 auf 8004 &euro; angehoben. Dies kostet sch&auml;tzungsweise rund 3 Milliarden Euro und betrifft ungef&auml;hr ein F&uuml;nftel der Familien in Deutschland.<br>\nWenn das Kindergeld, die Entlastung f&uuml;r die restlichen vier F&uuml;nftel, um den von der FDP gew&uuml;nschten Schritt auf 200 &euro; erh&ouml;ht w&uuml;rde, was eher unwahrscheinlich ist, dann f&uuml;hrt dies zu einer fiskalischen Belastung von 7 Milliarden.<br>\n7 Milliarden f&uuml;r vier F&uuml;nftel, 3 Milliarden f&uuml;r ein F&uuml;nftel. Hier sehen Sie schon, wie &bdquo;sozial&ldquo; eine solche Entscheidung w&auml;re. <\/p><p>Wer gut verdient, bekommt &uuml;ber den erh&ouml;hten Kindersteuerfreibetrag mehr f&uuml;r sein Kind: Das werden &ndash; variierend mit dem tats&auml;chlichen Beschluss der Koalition und nach dem Einkommen der Eltern &ndash; &uuml;ber 200 &euro; pro Kind sein, in der Spitze m&ouml;glicherweise bis 280 &euro;; bei 60.000 Euro zu versteuernden Jahreseinkommen k&auml;men bei einer Erh&ouml;hung auf der Kindersteuerfreibetrags auf 8004 &euro; circa 225,00 Euro netto an.<br>\nDemgegen&uuml;ber steht heute ein Kindergeld von 164 Euro. Eine Erh&ouml;hung auf 200 Euro, die wahrscheinlich nicht einmal kommt, l&auml;ge damit immer noch niedriger als die Verg&uuml;nstigung aufgrund des Steuerfreibetrags.<\/p><p>Um diese Absichten f&uuml;r Sie einzuordnen und ihren so genannten sozialdemokratisierten Charakter bewerten zu k&ouml;nnen, m&ouml;chte ich auf Vorg&auml;nge in der j&uuml;ngeren Geschichte verweisen und damit auch auf einschl&auml;gige eigene Erfahrungen:<br>\nAls vor nunmehr 40 Jahren im Jahr 1969 die Kanzlerschaft der Union durch den neuen Bundeskanzler Willy Brandt abgel&ouml;st wurde, gab es nur Kindersteuerfreibetr&auml;ge. Das hie&szlig;, wer mehr verdiente, der bekam auch vom Staat eine h&ouml;here Entlastung f&uuml;r sein Kind als jener und jene Familie, die wenig verdienten. Das war in den Augen der 1969 regierenden Sozialdemokraten nicht hinzunehmen. 1971 beschloss eine vom Parteivorstand der SPD eingesetzte Steuerreformkommission unter Leitung von Erhard Eppler, dass jedes Kind dem Staat gleich viel wert sein solle &ndash; unabh&auml;ngig vom Einkommen der Eltern. Im November 1971 wurde das Kommissionsergebnis vom Parteitag der SPD verabschiedet. Es dauerte dann gut drei Jahre, bis dann im Jahr 1975 die Regierung Schmidt und der Gesetzgeber beschlossen, das gleiche Kindergeld f&uuml;r alle einzuf&uuml;hren &ndash; sozialdemokratisierte Politik sozusagen, damals noch m&ouml;glich.<br>\nDann kam 1982 die Wende von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl und ein neuer Familienminister namens Dr. Heiner Gei&szlig;ler. Danach wurde die Leistung des Staates f&uuml;r die Kinder aufgesplittet, die Kindersteuerfreibetr&auml;ge wurden wieder eingef&uuml;hrt. Wer mehr verdiente, bekam f&uuml;rs Kind mehr vom Staat. Auf dieser Linie wird mit der neuen Koalition weiter fortgefahren. Eine klare Benachteiligung der Wenigerverdienenden. Ihre Kinder sind dem Staat weniger wert als die Kinder der Besserverdienenden. Ein klassischer Fall von &bdquo;Sozialdemokratisierung&ldquo; a la Angela Merkel!!<\/p><p><strong>2. Teilprivatisierung der Pflegeversicherung<\/strong><\/p><p>Ich verweise zu Ihrer Information auf einen Beitrag der Financial Times Deutschland vom 22. Oktober. Unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/versicherungen\/:teilprivatisierung-im-sozialbereich-schwarz-gelbe-pflegeplaene-bringen-versicherern-riesenmarkt\/50026758.html\">&bdquo;Schwarz-gelbe Pflegepl&auml;ne bringen Versicherern Riesenmarkt&ldquo;<\/a> wird dort berichtet: &bdquo;Die schwarz-gelbe Koalition denkt &uuml;ber eine verpflichtende private Zusatzdeckung zur Pflegeversicherung nach. Die Assekuranz freut sich ganz verhalten &ndash; noch wurde das m&ouml;gliche Milliardengeschenk nicht geliefert.&ldquo;<\/p><p>Das ist ein unglaublicher Vorgang, wegen mehrerer Aspekte:<\/p><ul>\n<li>Der Gesetzgeber verpflichtet hiermit die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu einer Zahlung an private Versicherer.<\/li>\n<li>Wir wissen schon von der Riester-Rente, dass die Privatvorsorge um vieles teurer arbeitet als die gesetzliche Vorsorge. Das hei&szlig;t im konkreten Fall, dass die bei der Privatvorsorge der Pflegeversicherung eingezahlten Pr&auml;mien um die Kosten der privaten Versicherungsunternehmen vermindert werden, also am Ende weniger Geld und Kapital zur Verf&uuml;gung steht.<\/li>\n<li>Alle und auch jene vielen Menschen, die schon heute mit jedem Cent rechnen m&uuml;ssen, werden gezwungen, Privatvorsorge zu betreiben, ohne dass der Arbeitgeber sich daran beteiligt.<\/li>\n<\/ul><p>Es ist insgesamt ein Angriff auf die solidarische Regelung der sozialen Sicherung und damit alles andere als eine soziale Politik. Es ist das Gegenteil dessen, was eigentlich auch bei der Rentenversicherung n&ouml;tig w&auml;re: die Besinnung auf die Effizienz und die Sicherheit der solidarischen gesetzlichen Rente und des Umlageverfahrens. Es ist interessant, dass sich die neue Koalition nicht auf die guten Erfahrungen der solidarischen Sicherungssysteme besinnt und stattdessen den Weg der Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die gesetzlichen Sicherungssysteme weitergeht.<\/p><p>Wer eine solche Entscheidung f&uuml;r die Entsolidarisierung und f&uuml;r die massive &ouml;ffentliche Subventionierung privater Gewerbe der Versicherungswirtschaft als Ausdruck einer &bdquo;sozialdemokratisierten&ldquo; Politik der Union betrachtet, der hat, um mit dem fr&uuml;heren Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller zu sprechen, nicht mehr alle Tassen im Schrank. <\/p><p><strong>3. Weitere F&ouml;rderung des Casinobetriebs<\/strong><\/p><p>Bisher ist noch wenig dar&uuml;ber durchgesickert, was die neue Regierung mit dem Finanzmarkt vorhat, ob die Spekulation auf den Finanzm&auml;rkten weiter gepflegt und gef&ouml;rdert werden, ob der Ausverkauf deutscher Unternehmen und &ouml;ffentlicher Unternehmen weiter geht. Aber es gibt Anhaltspunkte:<br>\nAm 13.10.2009 meldete das Handelsblatt unter der Dachzeile <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2468096,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">&bdquo;Private Equity&ldquo;: &bdquo;Neue Koalition will Beteiligungskapital st&auml;rken&ldquo;<\/a>. Dort hei&szlig;t es, die Branche f&uuml;r privates Beteiligungskapital in Deutschland k&ouml;nne sich Hoffnungen auf bessere Rahmenbedingungen machen. <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/_b=2468096,_p=6,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">&bdquo;Union und FDP wollen Private Equity offenbar st&auml;rken &ndash; strukturell. Der Branche kommt das entgegen, sie pl&auml;diert f&uuml;r ein eigenst&auml;ndiges Kapitalmarktgesetz, in dem die Steuerpraxis festgeschrieben wird.&ldquo;<\/a><\/p><p>Rot-gr&uuml;n und Schwarz-Rot haben die so genannten Heuschrecken in unser Land geholt und gef&ouml;rdert. Ihnen wurden Steuern erlassen, sie wurden mit Milliarden-Rettungsschirmen der Steuerzahler vor dem Untergang bewahrt, sie wurden mit den Privatisierungen &ouml;ffentlicher Unternehmen und damit mit neuem realem betrieblichen Verm&ouml;gen gef&uuml;ttert. Weit &uuml;ber 6000 Unternehmen des privaten Bereichs wurden an so genannte Investoren, die meist nur 20 % des Kapitals mitbrachten und die Unternehmen hoch verschuldeten, verkauft. Seit dem 1.1.2002 sind diese Verk&auml;ufe von der Steuer auf die dabei anfallenden Gewinne befreit. Reihenweise wurden &ouml;ffentliche Unternehmen und private Unternehmen verkauft und teilweise an die B&ouml;rse gebracht. Im Dezember 2007 seien erstmals die 30 gr&ouml;&szlig;ten deutschen b&ouml;rsennotierten Konzerne mehrheitlich im Besitz ausl&auml;ndischer Investoren. Ihr Anteil ist seit Beginn der Regierung Merkel im Jahr 2005 um 20 auf nunmehr 53 Prozent gestiegen, berichtet das Handelsblatt am 16. Dezember 2007.<br>\nDie Finanzindustrie braucht, um ihre exorbitanten Gewinne und Boni zu erzielen, immer neues &bdquo;Futter&ldquo;. Die Union, also CDU und CSU, sind &ndash; wie zumindest auch die sozialdemokratischen Finanzminister Eichel und Steinbr&uuml;ck und eine Reihe von FDP-Politikern &ndash; mit der Zulieferung des &bdquo;Materials&ldquo; eng verbunden. An ein paar markante Beispiele sei erinnert:<\/p><ul>\n<li>Helmut Kohls Regierung hat die Eisenbahnerwohnungen an Parteifreunde verkauft.<\/li>\n<li>Die Deutsche B&ouml;rse in Frankfurt wurde mit Unterst&uuml;tzung des CDU-Politikers Merz an ausl&auml;ndische Investoren verkauft.<\/li>\n<li>F&uuml;r die Absicht, die Deutsche Bahn an die B&ouml;rse zu bringen, gab es keine sachlichen Gr&uuml;nde. Dennoch dr&auml;ngte die Regierung Merkel bis zum Offenwerden der Finanzkrise auf eine Teilprivatisierung &ndash; f&uuml;r Kenner deutlich erkennbar auch zu Gunsten von Parteifreunden, im konkreten Fall zu Gunsten des bei Morgan Stanley f&uuml;r Privatisierungen Verantwortlichen Dr. Dirk Notheis. Der B&ouml;rsengang wird mit Schwarzgelb wieder aufgenommen.<\/li>\n<li>Die Union ist eng verbunden mit der Privatisierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen von Kommunen. In der damals von der CSU regierten Stadt W&uuml;rzburg konnte die Bertelsmann-Tochter Arvato mit dem deutschen Test zur Privatisierung kommunaler Verwaltung beginnen. Arvato will das Gesch&auml;ft kr&auml;ftig ausbauen. Mithilfe der Union wird dies auch gelingen, wenn die Gegenbewegung nicht mobilisiert wird. Voraussetzung daf&uuml;r w&auml;re die Erkenntnis, dass es sich bei der Union nicht um eine soziale Partei handelt sondern um eine Vertreterin gro&szlig;er finanzieller Interessen.<\/li>\n<\/ul><p>Die kommende Koalition macht dort weiter und erleichtert das Treiben der Finanzindustrie.<br>\nWer darin eine Sozialdemokratisierung der Politik sieht, hat wohl nicht verstanden, was abgeht und wie sehr gerade diese Politik der Pl&uuml;nderung von privaten und &ouml;ffentlichen Unternehmen die Arbeitnehmer unter Druck setzt.<br>\nWeitere Informationen dazu finden Sie &uuml;brigens in den Kapiteln 18 und 19 von <a href=\"?page_id=4080\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Das waren drei Beispiele zum Beleg der L&uuml;ge von der Sozialdemokratisierung der Union. Die Liste ist lang. Wir werden sie abarbeiten und dabei die Koalitionsbeschl&uuml;sse und die praktische Politik von Schwarz-gelb einbeziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je mehr ruchbar wird, was Schwarz-gelb in den Koalitionsverhandlungen verabredet, umso mehr erscheinen auch kritische Kommentare in Medien, von denen man es nicht immer erwarten konnte. Auch harte Kommentare. Von Betrug ist im Blick auf die Finanzierungsumwege der versprochenem Steuersenkungen die Rede, z.B. der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/466\/491829\/text\/print.html\">Betrug mit den geplanten Schattenhaushalten<\/a>. 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