{"id":42878,"date":"2018-03-12T12:37:35","date_gmt":"2018-03-12T11:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42878"},"modified":"2018-03-12T14:53:39","modified_gmt":"2018-03-12T13:53:39","slug":"leserbriefe-zum-interview-mit-michael-meyen-das-ist-eine-reaktion-auf-das-versagen-der-traditionellen-medien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42878","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Interview mit Michael Meyen: \u201eDas ist eine Reaktion auf das Versagen der traditionellen Medien\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42783\">Zum Interview<\/a> gab es einige Resonanz, wie im Folgenden zu lesen ist. Einige unserer Leser pflichten Michael Meyen bei, dass die Presselandschaft in Deutschland ein trauriges Bild abgibt, andere weisen darauf hin, dass bestimmte Medien von jeher skeptisch beobachtet worden sind. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Ausgehend von: <em>dem Artikel<\/em> &bdquo;Das ist eine Reaktion auf das Versagen der traditionellen Medien&ldquo; <\/p><p>wechselte ich auf den Link zum Gespr&auml;ch mit Uwe Kr&uuml;ger, wie im Betreff ersichtlich. <\/p><p>Was dabei &ndash; wie auch in anderen Beitr&auml;gen in den NDS &ndash; letztlich ungut auff&auml;llt, ist der leidige Umstand, dass st&auml;ndig die sog. &lsquo;Kommerzialisierung&rsquo; der Medien als verschuldend f&uuml;r die einspurigen Meldung dargestellt. &lsquo;Leidmedien&rsquo; wie Spiegel, Zeit, Welt, Stern, S&uuml;ddeutsche, FAZ usw. usf. sind aber von Haus aus &lsquo;kommerzielle Medien&rsquo;. Seit Anbeginn und bis heute. <\/p><p>Spielt keine Rolle? <\/p><p>Die auch von Ihnen gern und viel beklagte Einspurigkeit kann somit nicht an sog. &lsquo;Kommerzialisierung&rsquo; liegen. Zumindest nicht als Hauptursache, eher als mehr oder minder zus&auml;tzliche Wirkung. Die bestand aber schon seit der zweifelhaften Gr&uuml;ndung des Staates BRD, wo diese &lsquo;Leidmedien&rsquo; grundlegend in sog. &lsquo;transatlantische&rsquo; Netzwerke eingebunden. Der in jenen seit je her privaten Medien gebotene Journalismus ist immer weitgehend einseitig, weil die Besitzverh&auml;ltnisse nichts anderes zulassen bzw. vorgeben. In der breiten Bev&ouml;lkerung ist dies durchaus bekannt, wird als weniger &auml;rgerlich bis selbstverst&auml;ndlich angesehen. <\/p><p>Wer bezahlt, bestimmt die Musik! <\/p><p>Sehr &auml;rgerlich ist es jedoch bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen &lsquo;Leidmedien&rsquo;, welche ja von den B&uuml;rgern zwangsweise bezahlt werden m&uuml;ssen. Und meist wendet sich die Wut der Menschen gerade gegen eben diese Anstalten, weil hier der Grundsatz &ldquo;Wer bezahlt, bestimmt die Musik!&rdquo; vollst&auml;ndig ausgehebelt. <\/p><p>Vors&auml;tzlich so gewollt! <\/p><p>Der zwangsweise zahlende Kunde ist hier nie K&ouml;nig, hat keinerlei Einfluss auf Inhalte, wird noch nicht mal umfassend unterrichtet. Im Gegenteil: Allenfalls hochn&auml;sig belehrt! Die Aufsichtsebenen der &ouml;\/r Anstalten werden nie in allgemeinen freien Wahlen bestimmt, was sogar bei Krankenkassen der Fall, sondern von sog. gesellschaftlich &lsquo;relevanten&rsquo; Kreisen beschickt. Wobei deren Auswahl gleichfalls v&ouml;llig uneinsehbar. <\/p><p>Und wer legt fest, was und wer gesellschaftlich &lsquo;relevant&rsquo; ist? <\/p><p>Die einzig wirklich greifende L&ouml;sung w&auml;re die vollst&auml;ndige Abschaffung aller &ouml;\/r &lsquo;Leidmedien&rsquo;. Dazu m&uuml;sste gesellen, was f&uuml;r jeden gew&ouml;hnlichen B&uuml;rger gilt: Andere niemals verleumden, keine L&uuml;gen verbreiten bzw. &uuml;ble Nachrede veranstalten! Jede\/r Karlchen Schulze und Lieschen M&uuml;ller landet daf&uuml;r vor Gericht. Also geh&ouml;ren auch entsprechende &lsquo;Journaillen&rsquo; privater Seite da hin. <\/p><p>Die sind keine &lsquo;Vierte Gewalt&rsquo;! Derlei ist sogar verfassungsfeindlich, dieweil es nur &lsquo;Drei Gewalten&rsquo; gesetzlich gibt! Niemand au&szlig;er deren Bosse w&auml;hlte diese selbsternannte &lsquo;Vierte Gewalt&rsquo; jemals! <\/p><p>Beste Empfehlung<br>\nManfred G. Schneidereit <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>all das kann ich nur unterstreichen und es ist nichts aberauch gar nichts neues.<br>\n&nbsp;<br>\nnein der zug ist l&auml;ngst abgefahren.<br>\nes gibt keine gesellschaftliche debatte &uuml;ber journalismus und keine einsicht auf der seite, die sich als journalisten ausgegeben, aber nur nur erb&auml;rmliche und austauschbare schreiberlinge &ndash; von wenigen ausnahmen abgesehen- sind.<br>\n&nbsp;<br>\nsich heute eine tageszeitung zu gem&uuml;te zu f&uuml;hren verf&uuml;hrt zu wut depressionen und erholsam sich mitoder verzweiflung.<br>\nes ist schon erholsam sich einige tage mit &uuml;berhaupt keienm medium zu besch&auml;ftigen, um dann festzustellen, dass weiterhin dergleiche schei&szlig; ver&ouml;ffentlicht wird.<br>\n&nbsp;<br>\ndie einzigen von mir f&uuml;r lesenswert gehaltenen publikationen sind le monde diplomatique und lunapark 21.<br>\n&nbsp;<br>\nes gibt bestimmt noch einige andere, aber ansonsten kann man doch den ganzen pseudijournalistischen mist gleich in die tonne klopfen.<br>\n&nbsp;<br>\nmit freundlichen gr&uuml;&szlig;en<br>\nreinhard hennig<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>Pressemisere: Zum Interview mit Michael Meyen<\/p><p>Irgendwann muss ich doch loswerden was mich an den grunds&auml;tzlich sehr gesch&auml;tzten Nachsenkseiten manchmal nervt: Es sind solche Beitr&auml;ge (es gab ja schon &auml;hnliche) wie die von Michael Meyen, die die Misere des Journalismus zu wenig historisch, zu oberfl&auml;chlich und zu sehr personell fundiert beschreiben und damit die n&ouml;tige Aufkl&auml;rung eher verhindern. Ich nenne zwei Punkte und zitiere dazu &nbsp;ein paar S&auml;tze:<\/p><p>Medienkritik h&auml;tte &bdquo;vor 30 oder 40 Jahren allenfalls ein paar Akademiker besch&auml;ftigt&ldquo;, oder &bdquo;da ist etwas kaputt gegangen in den letzten zwei, drei Jahren&ldquo;. Naja, Herr Meyen ist jung und glaubt noch an die gute alte Zeit. Einer, der die FAZ schon in den 60er Jahren abonniert hatte kann sich noch an die Hetze aus der Adenauer-&Auml;ra oder die Vietnam-Artikel eines Adalbert Weinstein erinnern. Haben wir damals leider noch anders bewertet. Dass sich vor 30 oder 40 Jahren niemand mit Medienkritik (allenfalls mit der BL&Ouml;D-Zeitung) besch&auml;ftigt hat war doch symptomatisch und nicht ein Vorzug dieser Zeit. Das einzige was sich vielleicht ge&auml;ndert hat, ist das immer offener widerspruchsvoll werdende Niveau der Fakten-Verdrehungen.<\/p><p>Der zweite Punkt ist gef&auml;hrlicher, weil er die eigentliche Funktion der Presse vernebelt:<\/p><p>Meyen schreibt &bdquo;Der Journalismus hetzt von einem Aufreger zum n&auml;chsten&ldquo;, oder &bdquo;weil der professionelle Journalismus sich auf das konzentriert, was Quote, Klicks und Auflage bringt&ldquo;. Stimmt zwar an der Oberfl&auml;che und funktioniert auch bei vielen ruhes&uuml;chtigen Schlafm&uuml;tzen. Es umgeht aber den eigentlichen Kern &ndash; und dazu muss ich ein bisschen ausholen, weil ich auch schon gefragt wurde ob ich an Verschw&ouml;rungstheorien glaube (was ich tue!).<\/p><p>Damit ist aber nicht die &bdquo;Russenverschw&ouml;rung&ldquo; gemeint, die Hacker im Bundestag besch&auml;ftigt (lange nach dem CIA), als &bdquo;Trolle&ldquo; &uuml;berall ketzerische Leserbriefe schreibt, die Linke und die AfD gleichzeitig finanziert, oder ganz locker die Wahlen in den USA steuert. Das ist ein Abwehrschlagwort f&uuml;r Leute, die mit Gewalt ihre Ruhe haben wollen und nicht durch Nachdenken &uuml;ber Widerspr&uuml;che der Berichterstattung gest&ouml;rt werden wollen.<\/p><p>Welcher denkende Erwachsene k&ouml;nnte ernsthaft annehmen, dass bestehende Machtgruppen ihre wahren Ziele offenlegen, sich also nicht an einer &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; zur Geheimhaltung oder Umdeutung beteiligen? Mitte Februar 2018 gab es Meldungen &uuml;ber Lil Miquela, die erste virtuelle Influencerin &ndash; eine nett aussehende, rein digitale Kunstfigur zur Steuerung (junger) Leute. Reale Influencer, sogenannte Promis, werden schon lange auf die &bdquo;Prollis&ldquo; (und nicht nur sie) losgelassen.<\/p><p>Geld wird f&uuml;r Beeinflussung reichlich ausgegeben: Allein bei Briefkastenwerbung werden hochgerechnet j&auml;hrlich etwa 1 Mio. Tonnen Prospekte verteilt (50000 LKW-Ladungen). Dazu kommen Zeitungsbeilagen, ein Drittel der Zeitungsseiten selbst, Fernsehen, Radio, Plakate, Internet und mehr. 26 Milliarden. Euro werden daf&uuml;r in Deutschland j&auml;hrlich ausgegeben &ndash; wohl gemerkt: haupts&auml;chlich f&uuml;r Konsumwerbung!<\/p><p>Machen die anderen, viel h&ouml;her konzentrierten Machtgruppen keine Werbung? Hat es z.B. die R&uuml;stungsindustrie nicht n&ouml;tig so viel Aufwand zu treiben wie der Aldi, weil die Leute eben von selbst einsehen, dass man Bomben und Panzer bauen muss &ndash; w&auml;hrend man sie zum Nudelkauf &uuml;berzeugen muss? Oder haben diese Machtgruppen andere Wege zur Beeinflussung? Evtl. die Nachrichtenagenturen, Thinktanks und Medien selbst? Kann es &uuml;berhaupt anders sein?<\/p><p>So gesehen wird klar, dass die Medien nicht der Aufkl&auml;rung und nicht der (reinen) Information dienen: im Gegenteil ist ihre Aufgabe Informationsbr&ouml;ckchen (gerne auch sensationell aufgemacht) zu liefern und sie in die gew&uuml;nschte Richtung umzudeuten, so dass Menschen glauben, sie w&auml;ren informiert und k&ouml;nnten mitreden. Dem kann auch jede Menge Schwachsinn beigemischt werden, (Verbl&ouml;dung schadet dem System nie, die realen Kr&auml;fte dieses Systems wirken ja sowieso) solange die Leute glauben, sie w&uuml;ssten schon Bescheid.<\/p><p>Beispiel &bdquo;Brennpunkt&ldquo;-Beitr&auml;ge im Fernsehen zu ganz besonders &bdquo;aktuellen&ldquo; Entwicklungen. Fand ich fr&uuml;her h&ouml;chst l&auml;cherlich und oberfl&auml;chlich, weil die Journalisten zu diesem Zeitpunkt ja auch nicht mehr wissen. Darum geht&rsquo;s aber gar nicht: Es sollen nur &ouml;ffentliche Diskussionen in bestimmte Richtung gebracht und andere Denkans&auml;tze rechtzeitig verhindert werden. Die m&ouml;glichen Themen und ihre Interpretation sind vermutlich lange vorbereitet und werden dann abgerufen.<\/p><p>Viele Menschen sp&uuml;ren trotzdem, dass sie am Nasenring durch die Welt gef&uuml;hrt werden sollen. Dann geht es den Medien darum, den Protest in die passende Richtung umzufunktionieren, von Ursachen abzulenken, am besten also eine Gruppe zu finden, die an der Misere schuld sein soll. Wenn die auch noch im Aussehen etwas vom Durchschnitt abweicht umso besser. Fr&uuml;her waren das die Juden, heute sind es andere Semiten, n&auml;mlich die Araber &ndash; gerne Islamisten oder sogar Antisemiten genannt. Wenn die politische Stimmung also kippt, geht es darum, sie auf die faschistoide Seite fallen zu lassen &ndash; das System bleibt dann grunds&auml;tzlich ungeschoren. FAZ und Co. machen daf&uuml;r (selbstverst&auml;ndlich voller Entr&uuml;stung) umfassende Reklame&hellip;<\/p><p>Ich wei&szlig; schon: so offen kann man dar&uuml;ber nicht schreiben in einer &bdquo;freien&ldquo; Gesellschaft. Aber die Nachdenkseiten sollten nicht Illusionen &uuml;ber Vernetzungen oder &bdquo;fehlende Debatten&ldquo; in Journalistenkreisen n&auml;hren oder glauben machen dass sich dieses System aus sich selbst heraus &auml;ndern k&ouml;nnte. Wie &bdquo;Verantwortungsverschw&ouml;rung&ldquo; funktioniert ist sicher nicht uninteressant, reduziert das Ganze aber auf Pers&ouml;nliches. Auch wenn ich sehe, dass sogar solche Aussagen von einem Professor in Bayern mutig sind, sollten die NDS aber wenigstens im eigenen &bdquo;Hinterkopf&ldquo; haben, dass die Medien ihre eigentliche Funktion sehr wohl erf&uuml;llen und deshalb &ndash; soweit wie m&ouml;glich &ndash; die machtpolitischen und &ouml;konomischen Interessen dahinter aufdecken.<\/p><p>Trotzdem: ich bewundere Ihre Standhaftigkeit in diesen Zeiten!<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e von<br>\nJoachim Ernst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42783\">Zum Interview<\/a> gab es einige Resonanz, wie im Folgenden zu lesen ist. Einige unserer Leser pflichten Michael Meyen bei, dass die Presselandschaft in Deutschland ein trauriges Bild abgibt, andere weisen darauf hin, dass bestimmte Medien von jeher skeptisch beobachtet worden sind. 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