{"id":4289,"date":"2009-10-26T16:35:05","date_gmt":"2009-10-26T14:35:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4289"},"modified":"2020-01-29T13:21:59","modified_gmt":"2020-01-29T12:21:59","slug":"nachtrag-zum-beitrag-heilung-unerwuenscht-wie-pharmakonzerne-ein-medikament-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4289","title":{"rendered":"Nachtrag zum Beitrag \u201eHeilung unerw\u00fcnscht. Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 22. Oktober hatten wir auf den ARD Film und seine Wiederholung hingewiesen. Wir hatten den Beitrag herausgenommen, weil wir nach vielen Hinweisen den Verdacht hatten, einer PR-Aktion aufgesessen zu sein. Im Netz gibt es, was den intensiven Internetnutzern reiflich bekannt ist, eine heftige Diskussion um diesen Film, die darauf folgende Sendung &bdquo;Hart aber Fair&ldquo; und einige andere Events und Verlautbarungen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nEinige unserer Leser w&uuml;nschen, dass die urspr&uuml;ngliche Beitrag auf den NachDenkSeiten wieder eingestellt wird. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach. Siehe Anlage A.<br>\nIn Anlage B. nennen wir eine kleine Auswahl von Links zum Thema und zitieren aus einer Mail.<\/p><p>Die Debatte um die angebliche Verhinderung der Salbe <a href=\"http:\/\/www.regividerm.de\">Regividerm<\/a> ist sehr emotional gef&uuml;hrt worden. Die Emotionen sind zu verstehen.<br>\nWer unter der Hautkrankheit leidet, die die angeblich verhinderte Salbe lindern soll, klammert sich zu Recht an jede Hoffnung.<br>\nWer kritisch beobachtet, wie sich PR in die private und demokratische Meinungsbildung einmischt und dies f&uuml;r eine gro&szlig;e Gefahr h&auml;lt, reagiert sensibel und ver&auml;rgert, wenn sich dieses Unwesen auch im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen weiter breit macht.<br>\nLetzteres war der Hintergrund daf&uuml;r, dass wir das St&uuml;ck zun&auml;chst aus dem Netz genommen haben.<\/p><p><strong>Anlage A.:<\/strong><\/p><p><strong>22.9.2009<br>\nWie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern &hellip;<\/strong><br>\nEine Sendung im Ersten vom 19. Oktober mit dem Titel &bdquo;Heilung unerw&uuml;nscht&ldquo; hat einen gro&szlig;es Echo und Emp&ouml;rung ausgel&ouml;st. Wir weisen &hellip; auf den Inhalt und die Wiederholungstermine f&uuml;r die Langfassung hin, au&szlig;erdem auf eine Meldung von SpiegelOnline,  wonach die besagte Neurodermitis-Creme jetzt doch auf den deutschen Markt kommt. Offensichtlich ein Erfolg der &ouml;ffentlichen Kritik.<\/p><p><strong>PHOENIX-Programmhinweis<\/strong><\/p><p><strong>Heilung unerw&uuml;nscht &ndash; Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern<\/strong><\/p><p>Freitag, 23. Oktober 2009, 22.00 Uhr &ndash; Wiederholung Samstag, 24. Oktober 2009, 10.00 Uhr<br>\n&nbsp;<br>\nBonn (ots) &ndash; Die PHOENIX-Dokumentation erz&auml;hlt die Geschichte eines Medikaments, von dem Wissenschaftler sagen, es sei ein &ldquo;Juwel im Verborgenen&rdquo;. Pharmamanager haben es hinter vorgehaltener Hand als &ldquo;Aspirin f&uuml;r die Haut&rdquo; bezeichnet. Aber das Arzneimittel ist in keiner Apotheke zu kaufen. Neurodermitis und Psoriasis haben sich wie&nbsp;Volkskrankheiten verbreitet. Allein in Deutschland leiden f&uuml;nf Millionen Menschen unter den entz&uuml;ndlichen und juckenden Hautver&auml;nderungen. L&auml;ngst k&ouml;nnte ihnen geholfen werden. &Uuml;ber 15 Jahre haben Erfinder und Patentinhaber mit Pharmaunternehmen &uuml;ber die Herstellung des Medikaments verhandelt, das f&uuml;r vielen Menschen eine bedeutend bessere Behandlung ihrer Leiden erm&ouml;glichen w&uuml;rde.Alle haben es abgelehnt. Mal hie&szlig; es, das Arzneimittel passe nicht in die Verkaufsstrategie, mal wurde mit der Marktreife eigener Entwicklungen argumentiert. Am Ende waren die Pharmahersteller zwar an den Patentrechten interessiert, nicht aber an der Herstellung der Creme, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine der wirkungsvollsten Medikamente gegen Neurodermitis und Psoriasis w&auml;re. Und das ohne jegliche Nebenwirkungen.<br>\n&nbsp;<br>\nDer Filmemacher hat verbl&uuml;ffende, manchmal erschreckende Fakten zur Produktpolitik in der Arzneimittelbranche recherchiert, mit dem Erfinder, Wissenschaftlern und Pharmamanagern &uuml;ber die Creme gesprochen. Der Film zeigt,&nbsp;&nbsp;mit welchem Ergebnis die Creme in einer Studie in den USA an Kindern durchgef&uuml;hrt wurde und dokumentiert, wie sie unter Aufsicht eines Hautarztes bei einer Neurodermitis-Patientin gewirkt hat.<br>\n&nbsp;<br>\nFilm von Klaus Martens (WDR\/PHOENIX, 2009)<br>\n&nbsp;<br>\nWiederholung am Samstag, 24. Oktober 2009, 10.00 Uhr<br>\nEs handelt sich um die 60-min&uuml;tige Langversion der gleichnamigen Dokumentation, die am 19. Oktober 2009 im Ersten gesendet wurde.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Reaktion auf TV-Bericht<br>\nVerschm&auml;hte Neurodermitis-Creme kommt auf deutschen Markt<\/strong><br>\nSeit Jahren weigern sich Medikamentenhersteller, eine wirksame Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten &ndash; jetzt hat eine TV-Dokumentation dieses Pharma-Versagen angeprangert. Mit durchschlagenden Folgen: Schon in wenigen Wochen kommt die Creme in deutsche Apotheken.<\/p><p><strong>Anlage B:<br>\nEine kleine Auswahl von Links zum Thema:<\/strong><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/mediathek.ard.de\/ard\/servlet\/content\/3161202;jsessionid=E45703359B9A2151B75EE8C324088111\">Heilung unerw&uuml;nscht \/ ARD 19.10.2009<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/mediathek.ard.de\/ard\/servlet\/content\/3178050\">Testfall Schweinegrippe Hart aber fair\/Sendung vom: 21.10.09 | 21:45 Uhr<\/a> (In dieser Sendung ging es im weiteren Verlauf auch um die Hautsalbe.)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF\/Doc~EC8352BCAB6DB4AB3B0B053BB856B5B2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Rosarot ist die Hoffnung<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Wundersalbenmassaker<\/strong><br>\nNach einer Woche, in der der ARD eine Dokumentation &hellip; um die Ohren geflogen ist, lohnt es sich, noch einmal zu nachzuschlagen, was die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; am Anfang jener Woche, am Tag der Ausstrahlung, &uuml;ber diesen Film geschrieben hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/das-wundersalbenmassaker\">www.stefan-niggemeier.de<\/a><\/li>\n<li>Zum Schluss die Stimme einer Leserin, die den Vorgang in einem milderen Licht sieht als viele andere. Ich teile ihre Wertung nicht. Aber Widerspruch muss man aushalten:<br>\n<blockquote><p>23.10.2009<br>\nHallo alle zusammen, <\/p>\n<p>ich finde es schade, dass ihr euch von diesem Beitrag verabschiedet habt. <\/p>\n<p>Gestern hatte ich den Beitrag kurz angelesen und mir den Sendetermin bei Ph&ouml;nix gemerkt. Am Abend wollte ich dann genauer nachlesen aber euer Artikel war stillgelegt. <\/p>\n<p>Nun habe ich mir also erst mal die Kurzfassung &uuml;ber ARD angesehen, dann Hart aber Fair und jetzt noch die Langfassung als Wiederholung. Zwischendurch war ich dann noch im Netz auf Suche nach Infos und Meinungen. <\/p>\n<p>Sicher kann man ganz schnell auf die Idee von perfekter Vermarktung bei der zeitgleichen Vermischung von Reportage, Buchank&uuml;ndigung und Medikament jetzt doch kaufbar kommen.<br>\nHier jetzt meine ganz pers&ouml;nlichen &Uuml;berlegungen: <\/p>\n<p>Die Reportage fand ich sehr glaubhaft. Es wurde nie von Heilung gesprochen sondern von Linderung. Bei Plasberg noch einmal deutlich vom Autor gesagt. Und warum gibt eine Bank wie Sal Oppenheim so hohe Kredite und ist so Postenverbunden, wenn da nichts dran ist? Der Erfinder (zu dem Zeitpunkt noch Patenteinhaber) hat sich gegen einen Ausverkauf gesperrt und wollte die Creme gern auf dem Markt und f&uuml;r die Patienten sehen und nicht in der Schublade der Pharmaindustrie. Klar dass da Sal Oppenheim sauer war und ihn rausschmiss. Der Erfinder war einfach zu bockig und hat an ein Ideal geglaubt, was man sich nicht leisten darf &hellip; Schlie&szlig;lich regiert Geld die Welt. <\/p>\n<p>Bei Plasberg scheint keiner der Kommentargeber die Reportage gesehen zu haben es gab nur die &uuml;blichen Spr&uuml;che mit ja nicht zu Wort kommen lassen gegen&uuml;ber dem Filmautor. Kenne ich gut, wenn es gerade nicht in die Meinungs- oder Profitmaschine passt. Lese ja lange genug die NDS. <\/p>\n<p>Was spricht dagegen, dass der Filmemacher seine Recherchen auch in einem Buch anbietet? Schlie&szlig;lich l&auml;&szlig;t sich in einer Reportage nicht alles an Fakten so gestalten, dass es f&uuml;r den Sendungszeitrahmem passt. Sonst h&auml;tte es vielleicht ein Kinofilm werden k&ouml;nnen. Und es st&ouml;rt mich &uuml;berhaupt nicht, einen Hinweis auf die M&ouml;glichkeit der Vertiefung der Fakten zu erhalten, indem auf das Buch hingewiesen wird. Schlie&szlig;lich muss das ja nicht die einzige Informationsquelle bleiben. <\/p>\n<p>Was vor allem spricht dagegen, sich die gerade anfangende &ouml;ffentliche Hinterfragung (angezettelt durch die Reportage) zu Nutze zu machen und endlich nach Jahren doch diese Creme gegen alle Widerst&auml;nde wenigstens im kleinen Rahmen auf den Markt zu bringen? Das w&auml;re mal ein Sieg der Gegen&ouml;ffentlichkeit mit einem voraussichtlich sehr praktischen Nutzen f&uuml;r die Patienten. Klar ist dass schlau, aber wer was erfindet ist in der Regel auch nicht dumm. <\/p>\n<p>Und schlie&szlig;lich hat die ganze Geschichte &uuml;ber die Jahre hinweg auch eine Menge Lehrgeld gekostet. Aus Fehlern sollte man lernen. Hier hat scheinbar jemand sehr gut gelernt f&uuml;r seine Ideale. <\/p>\n<p>Solange ich nichts Gegenteiliges an Informationen fachlicher Natur herausfinde, muss ich also einen meiner Eingangss&auml;tze noch mal wiederholen. Die Reportage fand ich sehr glaubhaft. <\/p>\n<p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nI. Sch., Leipzig<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 22. Oktober hatten wir auf den ARD Film und seine Wiederholung hingewiesen. Wir hatten den Beitrag herausgenommen, weil wir nach vielen Hinweisen den Verdacht hatten, einer PR-Aktion aufgesessen zu sein. Im Netz gibt es, was den intensiven Internetnutzern reiflich bekannt ist, eine heftige Diskussion um diesen Film, die darauf folgende Sendung &bdquo;Hart aber Fair&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4289\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[1,41,85],"tags":[2817],"class_list":["post-4289","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-kritische-tagebuch","category-medienanalyse","category-pr","tag-hart-aber-fair"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4289"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20135,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4289\/revisions\/20135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}