{"id":43032,"date":"2018-03-19T11:43:11","date_gmt":"2018-03-19T10:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43032"},"modified":"2018-03-21T12:34:06","modified_gmt":"2018-03-21T11:34:06","slug":"nowitschok-skripal-und-eine-britische-regierung-die-sich-immer-mehr-in-widersprueche-verstrickt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43032","title":{"rendered":"Nowitschok, Skripal und eine britische Regierung, die sich immer mehr in Widerspr\u00fcche verstrickt"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180319-novi-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>W&auml;hrend die Massenmedien unaufh&ouml;rlich die Presseerkl&auml;rungen aus Downing Street Number 10 nachplappern, sucht sich die &Ouml;ffentlichkeit ihre Informationen zum Fall Skripal halt woanders. Craig Murrays Artikel zum Thema wurden nach eigenen Aussagen &bdquo;millionenfach&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.craigmurray.org.uk\/archives\/2018\/03\/on-not-being-refuted\/\">angeklickt<\/a> und auch unser Artikel &uuml;ber die &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42924\">Salisbury Tales<\/a>&ldquo; wurde bereits mehrere hunderttausendmal gelesen. Das freut uns &ndash; sch&ouml;ner w&auml;re jedoch, wenn auch die Massenmedien und die Politik endlich aufwachen w&uuml;rden. Heute wollen wir Ihnen ein paar Erkl&auml;rungen, Materialien und zwei weitere &Uuml;bersetzungen der Murray-Artikel nachliefern. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1727\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-43032-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=43032-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180319_Nowitschok_Skripal_und_eine_britische_Regierung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die Tagesschau reagiert im Stillen<\/strong><\/p><p>Positiv ist zun&auml;chst zu vermerken, dass die Redaktion von tagesschau.de sich <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42972\">unsere Kritik<\/a> am FAQ zum Thema Skripal offenbar zu Herzen genommen hat und folgenden, von uns bem&auml;ngelten Absatz vollst&auml;ndig &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/skripal-faq-101.html\">depubliziert<\/a>&ldquo;  hat &hellip;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180316-Skripal-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180316-Skripal-04-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>Weniger vorbildlich ist, dass man die &Auml;nderungen wieder einmal nicht gekennzeichnet hat. Da dieses intransparente Herumdoktern an &bdquo;&auml;lteren&ldquo; Artikeln bei tagesschau.de leider schon Tradition hat, erstellen wir von kritischen Passagen auch stets Screenshots; eigentlich unglaublich, dass man beim Online-Ableger von Deutschlands angeblich seri&ouml;sester Nachrichten-Sendung so vorgehen muss.<\/p><p><strong>Boris Johnson &uuml;berrascht mit einer vollkommen neuen Story<\/strong><\/p><p>Die Halbwertszeit der offiziellen Verlautbarungen aus Gro&szlig;britannien wird derweil immer k&uuml;rzer. Die &ndash; Stand Montag 11:00 &ndash; <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/news\/investigators-from-chemical-weapons-watchdog-to-arrive-in-uk\">neueste offizielle Version<\/a> greift bereits die Kritik von diversen Quellen der letzten Tage auf und erkl&auml;rt nun, Russland habe im letzten Jahrzehnt an einem &bdquo;geheimen C-Waffen-Programm&ldquo; gearbeitet,  das spezielle Kampfstoffe entwickelt habe, die f&uuml;r Morde ma&szlig;geschneidert sind. Wie bei der britischen Regierung mittlerweile &uuml;blich, bleibt diese &bdquo;Meldung&ldquo; von Au&szlig;enminister Johnson ohne Belege im Raum stehen. Positiv ist jedoch anzumerken, dass London dem russischen Druck nachgegeben hat und nun doch gem&auml;&szlig; der Chemiewaffenkonvention die Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen (OPCW) eingeschaltet hat. Diese R&uuml;ckkehr auf den Pfad des V&ouml;lkerrechts ist zu begr&uuml;&szlig;en. Wie die Regierung May sich sp&auml;ter ohne einen diplomatischen Scherbenhaufen aus der Sache herausziehen will, ist jedoch nach wie vor offen.<\/p><p><strong>Eine Anekdote zu den Hintergr&uuml;nden<\/strong><\/p><p>Aus einigen Leserreaktionen auf den Fall Skripal wird immer wieder klar, dass es gro&szlig;e Unklarheiten &uuml;ber die Verf&uuml;gbarkeit der Nowitschoks gibt. Diese Unklarheiten spiegeln letztlich aber vor allem die fragw&uuml;rdige Berichterstattung der Medien und die unglaubw&uuml;rdigen offziellen Statements wider. Vielleicht hilft eine kleine Anekdote weiter, um die Hintergr&uuml;nde besser zu verstehen. <\/p><p>Vor Jahren lernte ich im Rahmen der Recherchen zu einem Artikel Valentin (Name ge&auml;ndert) kennen. Valentin war bis in die fr&uuml;hen 90er als Biochemiker im B-Waffen-Programm der Sowjetunion t&auml;tig. Er erz&auml;hlte mir, wie kurz nach dem Zusammenbruch die Einrichtungen von mit Scheckb&uuml;chern bewaffneten Agenten des BND, des MI6, der CIA, des Deuxi&egrave;me Bureau und des Mossad &uuml;berlaufen wurden. In einer Art &bdquo;Menschenjagd&ldquo; wurden Wissenschaftler abgeworben und Milit&auml;rs zum &Uuml;berlaufen gebracht. Offiziell ging es dem BND &uuml;brigens darum, diese Spezialisten anzuheuern, dass sie nicht in die H&auml;nde Iraks, Irans, Syriens, Pakistans und Nordkoreas fielen, die &ndash; das konnte Valentin jedoch nicht best&auml;tigen &ndash; damals wohl ebenfalls auf der Suche nach qualifiziertem Personal aus den ABC-Laboren der Sowjets waren.<\/p><p>Valentin wurde kurzerhand zum &bdquo;Deutschrussen&ldquo; erkl&auml;rt, bekam eine gro&szlig;z&uuml;gige Pr&auml;mie, ein zinsloses Darlehen f&uuml;r seinen Neuanfang in der BRD und einen recht ordentlich dotierten Pro-Forma-Beraterjob bei einer Bundesbeh&ouml;rde. Er wurde zwar auch fachlich ausgefragt, in einem wie auch immer gearteten Waffenprogramm war er seitdem aber nie mehr besch&auml;ftigt. Es w&auml;re jedoch mehr als naiv anzunehmen, dass hinter den Mauern von Forschungsst&auml;tten wie Ness-Ziona, Porton Down und Fort Detrick nicht mehr aktiv an B- und C-Kampfstoffen geforscht w&uuml;rde. Noch naiver w&auml;re es, anzunehmen, dass die aktiven Dienste nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht auch Forscher aus dem C-Waffen-Programm abgeworben h&auml;tten und sich nicht das gesammelte Know how der Sowjets angeeignet h&auml;tten. Die USA haben ja sogar &ndash; auf den Wunsch Usbekistans hin &ndash; die f&uuml;r Nowitschok relevante Anlage in Nukus selbst demontiert. Und dies ganz sicher nicht, ohne sich das Know how zuvor zu sichern. Wer diese Hintergrundinformationen hat, muss sich auch nicht wundern, dass die erste &bdquo;offiziell bekannte&ldquo; Synthese eines &bdquo;Nowitschok&ldquo; von iranischen Forschern &ndash; unter Aufsicht der OPCW &ndash; durchgef&uuml;hrt und in Fachbl&auml;ttern <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1002\/rcm.7757\">publiziert wurde<\/a> &ndash; so viel zum Thema: &bdquo;Nur die Russen k&ouml;nnen das&ldquo;. <\/p><p>Eine gro&szlig;e Unbekannte ist &uuml;brigens, in welchen Nachfolgestaaten der Sowjetunion die Waffenprogramme weiterbetrieben wurden. Wie sieht es beispielsweise mit der Ukraine aus? Dort h&auml;tte man auch ein sehr &uuml;berzeugendes Motiv, Russland eine solche Tat anzuh&auml;ngen. Das ist jedoch Spekulation. Man muss aber davon ausgehen, dass neben Russland wenigstens die USA, Gro&szlig;britanien, Israel, Frankreich und Deutschland zumindest &uuml;ber das theoretische R&uuml;stzeug verf&uuml;gen, selbst einige, wenn nicht gar alle, Nowitschok-Stoffe herzustellen. <\/p><p>Hier geraten wir jedoch in eine sehr pikante und delikate Situation. Laut der Chemiewaffenkonvention, die 1997 in Kraft trat, durften bis auf Israel, das die Konvention nie ratifiziert und Nordkorea, das die Konvention noch nicht einmal unterschrieben hat, alle hier genannten Staaten ohne das Hinzuziehen der OPCW &uuml;berhaupt nicht an Nowitschoks forschen. Wie gesagt &ndash; es w&auml;re naiv, anzunehmen, dass man sich daran gehalten hat; aber dies kann beispielsweise Theresa May nat&uuml;rlich nicht zugeben und ist daher in der dummen Lage, keine Erkl&auml;rung auf die Frage geben zu k&ouml;nnen, wie die britischen Beh&ouml;rden denn &uuml;berhaupt diesen, nicht einmal der OPCW bekannten Stoff analysiert haben wollen.<\/p><p><strong>Die Kardinalfrage<\/strong><\/p><p>Unser Leser B.S. machte uns in diesem Zusammenhang auf einen sehr interessanten <a href=\"http:\/\/www.moonofalabama.org\/2018\/03\/theresa-mays-novichok-claims-fall-apart\/comments\/page\/2\/#comments\">Blogkommentar<\/a> eines ihm &bdquo;unbekannten Fachkollegen&ldquo; aufmerksam, der &bdquo;einen kurzen und pr&auml;gnanten Kommentar zur forensisch-analytischen Vorgehensweise der Bestimmung des fraglichen Agens&ldquo; abgegeben hat.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;OK I&rsquo;ll bite. As a former industrial organic chemist, both synthetic organic, pilot plant, and QC (quality control), post-doc, this smells to me. Regarding the synthesis, as I understand it, this class are binary agents, i.e. non-lethal till mixing, so the two &lsquo;halves&rsquo; could be made without specialist kit. Even active nerve agents could be prepared using a just fume cupboard, and the right PPE. Nothing too special required other than non shaky hands. Could be made anywhere the precursors are available. We worked with HF, OsO4, Thallium etc in such environments.<\/p>\n<p>Regarding the analysis. Typically small quantities are analysed (I used to install them) using GCMS. Gas Chromatography Mass spectrometry. This can detect down to femtogram levels. OK. <\/p>\n<p>So there exists databases of substances and their breakdown patterns under fragmentation, which can give possible matches to known compounds. This compound may have been on there. However, for an allegation of such seriousness, these would be &lsquo;indicative&rsquo; rather than &lsquo;conclusive&rsquo;. For conclusive confirmation a coincidence of what is called &lsquo;retention times&rsquo; would also be required against a standard. The retention time is the time it takes for the compound to &lsquo;show itself&rsquo; at the end of the long thin tube inside the Gas Chromatograph. Different chemicals hold on to the tube with varying tenacities.and hence give various rates of elution.<\/p>\n<p>So a professional forensic scientist, I would hope, would do the following.<\/p>\n<ul>\n<li>Run a GC-Mass Spectrum to confirm the molecular weight.<\/li>\n<li>Check against a database for possible compounds which correspond to that molecular weight and fragment pattern (there may be a few, it may not be unambiguous at this stage)<\/li>\n<li>Check for the presence of other impurities, and the ratio of the main ingredient to these, which would give you the &lsquo;fingerprint&rsquo;<\/li>\n<li>Run the sample of unknown concentration against a standard of known concentration to determine the amount of active ingredient in the sample.<\/li>\n<li>Compare the &lsquo;fingerprint&rsquo; to database of other &lsquo;fingerprints&rsquo; in a library.<\/li>\n<li>Only when this fingerprint matches the fingerprint from a library can you determine the origin. Even then you can not say who administered the substance, but you would have an avenue to explore.<\/li>\n<\/ul>\n<p>OK so a good forensic laboratory would have access to the following. A synthetically pure sample of known weight and impurity profile. Finger prints of samples from &lsquo;sources of concern&rsquo;<\/p>\n<p>So what is being implied here, is that the authorities have both. A control sample (to determine if the quantities found would be lethal) and samples from a few different labs to confirm that the fingerprint was from lab A not lab B for example. <strong>(How) did they have those?<\/strong>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es geht also um die Frage, woher die britischen Beh&ouml;rden eine Vergleichsprobe des angeblich russischen Nowitschoks hatten, mit der sie die Probe vom Tatort vergleichen konnten. <\/p><p>B.S. schreibt dazu: &bdquo;Eben dies ist die Kardinalfrage. Festzuhalten bleibt zudem, dass, verf&uuml;gt man &uuml;ber ausreichend Kenntnisse, Logistik und fortgeschrittene Synthesemethodik, dann selbst der &lsquo;Fingerprint&rsquo; (resultierend aus eingesetzter Synthesetechnik, Unreinheiten, Isotopenverteilung etc.) einer Probe nicht als sicherer Nachweis gelten kann, weil eben auch dieser mit ausreichend Aufwand gef&auml;lscht werden kann. Insbesondere gilt dies nat&uuml;rlich f&uuml;r Gro&szlig;-Institutionen, welche &uuml;ber s&auml;mtliche dieser Voraussetzungen verf&uuml;gen. Mit anderen Worten, selbst wenn doch noch entsprechende &lsquo;Beweise&rsquo; vorgelegt werden sollten w&auml;ren auch diese mit einer gewissen Zur&uuml;ckhaltung zu beurteilen.<\/p><p>Zudem, in 05.10.2016 wurde von einer iranischen Arbeitsgruppe in &lsquo;Rapid Communications in Mass Spectrometry&rsquo; <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1002\/rcm.7757\">eine Arbeit<\/a> zu in Rede stehenden phosphor-organischen Verbindungen ver&ouml;ffentlicht. Schlussfolgerungen hierzu liegen auf der Hand.&ldquo;<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Festzuhalten bleibt, dass es also weitaus mehr als eine Variante gibt. Das Gift k&ouml;nnte aus Russland stammen; es k&ouml;nnte aber auch aus den Labors fast aller anderen Staaten stammen, die offizielle oder inoffizielle C-Waffen-Programme hatten oder haben und sogar Privatunternehmen sind m&ouml;gliche Hersteller dieser Stoffe, die aufgrund ihrer angeblich bin&auml;ren Struktur ohne all zu gro&szlig;e Sicherheitsvorkehrungen hergestellt werden k&ouml;nnen. Viel interessanter ist jedoch die Frage, wie britische Beh&ouml;rden den Stoff nachweisen konnten. Dazu gibt es zwei m&ouml;gliche Varianten:<\/p><ul>\n<li>entweder das Ganze ist ein Bluff und es wurde nie ein &bdquo;Nowitschok&ldquo; nachgewiesen<\/li>\n<li><strong>oder aber die Briten haben tats&auml;chlich den &bdquo;Nowitschok&ldquo; nachgewiesen, dann m&uuml;ssen sie aber zwangsl&auml;ufig auch eine Vergleichsprobe haben, die sie laut Chemiewaffenkonvention jedoch gar nicht haben d&uuml;rften.<\/strong><\/li>\n<\/ul><p>Aber die Medien interessieren solche Fragen ohnehin nicht. Pers&ouml;nlich denke ich daher auch, dass die ganze Sache in sp&auml;testens ein, zwei Wochen von der Bildfl&auml;che verschwindet und wir in zwei, drei Jahren von Scotland Yard nur noch erfahren, dass der Fall eingestellt wurde.  <\/p><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p><strong>Russen vor Gericht<\/strong><br>\n<strong>Von Craig Murray<\/strong><br>\n<strong>Historiker, ehemaliger Botschafter, Menschenrechtsaktivist<\/strong><br>\n<strong>13. M&auml;rz 2018<\/strong><\/p><p>Genau dieselben Leute, die Ihnen versichert hatten, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen h&auml;tte, wollen Ihnen jetzt weismachen, Vladimir Putin benutze &bdquo;Novichok&ldquo;, um Menschen auf britischem Boden anzugreifen. Wie bei der Geschichte von den irakischen Massenvernichtungswaffen ist es auch hier unerl&auml;sslich, nachzupr&uuml;fen, ob die Beweise auch schl&uuml;ssig sind. Ein wichtiges Wort fehlte bei der gestrigen Erkl&auml;rung von Theresa May: das Wort &bdquo;nur&ldquo;. Sie sagte n&auml;mlich nicht, dass das benutzte Nervengift ausschlie&szlig;lich NUR von den Russen hergestellt wurde. Sie sagte vielmehr, dass diese Gruppe von Nervengiften &bdquo;von den Russen entwickelt&ldquo; worden war.  Antibiotika waren auch von einem Schotten entwickelt worden, aber das ist kein Beweis daf&uuml;r, dass alle Antibiotika heutzutage auch von Schotten verabreicht werden.<\/p><p>Die Giftgase der &bdquo;Novichok&ldquo; Gruppe &ndash; ein weitgefasster Begriff f&uuml;r eine Gruppe von neuen Nervengiften, die die Sowjetunion vor f&uuml;nfzig Jahren entwickelt hat &ndash; sind mit gr&ouml;&szlig;ter Wahrscheinlichkeit von Porton Down analysiert und kopiert worden. Daf&uuml;r ist Porton Down da. Es produzierte damals chemische und biologische Waffen und noch heute produziert es solche in geringen Mengen zur Verteidigung und um Gegengifte zu entwickeln. Nach dem Zerfall der Sowjetunion stellten russische Chemiker eine Menge von Informationen &uuml;ber diese Nervengifte zur Verf&uuml;gung. Und ein weiteres Land, das schon immer &auml;hnlich langlebige Nervengifte hergestellt hat, ist Israel. Das Foreign Policy Magazin (eine sehr bekannte US-amerikanische Einrichtung) brachte einen ganz interessanten Artikel &uuml;ber die F&auml;higkeiten Israels in Bezug auf chemische und biologische Waffen. Ich werde hier sp&auml;ter noch einmal auf Israel zur&uuml;ckkommen.<\/p><p>Novichok ist &uuml;brigens keine spezifische Substanz, sondern eine Klasse von neuen Nervengiften. &Uuml;bereinstimmend wird berichtet, dass sie entworfen wurden, um besonders best&auml;ndig und um ein Vielfaches wirksamer zu sein als Sarin oder VX. Das ist kaum vereinbar mit der Tatsache, dass zum Gl&uuml;ck noch niemand davon gestorben ist und dass diejenigen, die damit m&ouml;glicherweise in Ber&uuml;hrung kommen, nur ihre Kleidung waschen m&uuml;ssen.<\/p><p>Aus russischer Sicht gibt es kaum ein Motiv, Skripal zu ermorden. Wenn die Russen bereits acht Jahre mit dem Mordanschlag gewartet haben, dann h&auml;tten sie auch noch bis nach der Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft damit warten k&ouml;nnen. Die Russen haben bisher noch niemals einen ausgetauschten Spion get&ouml;tet. So wie Diplomaten, sowohl die britischen als auch alle anderen, die gl&uuml;hendsten Verfechter der Immunit&auml;t von Diplomaten sind, so sind auch das Sicherheitspersonal &uuml;berall auf der Welt diejenigen, die am wenigsten ein System zerst&ouml;ren wollen, das einen zentralen Punkt ihrer eigenen Sicherheit ber&uuml;hrt; im Wesentlichen ist der Austausch von Spionen ihre &bdquo;Freikarte aus dem Gef&auml;ngnis&ldquo;. Niemand w&uuml;rde dieses System &ndash; wahrscheinlich sogar f&uuml;r immer &ndash; ohne gute Gr&uuml;nde untergraben wollen.<\/p><p>Hier soll auch noch angemerkt werden, dass die &bdquo;b&ouml;sen&ldquo; Russen Skripal damals mit einer wesentlich geringeren Gef&auml;ngnisstrafe belegt hatten, als die Amerikaner es in einem vergleichbaren Fall getan h&auml;tten. Wenn ein Mitglied des amerikanischen milit&auml;rischen Geheimdienstes den Namen von hunderten von US Agenten im Ausland f&uuml;r Geld an die Russen verraten h&auml;tte, dann h&auml;tten die Amerikaner ihn zumindest zu Lebensl&auml;nglich, wenn nicht gar zum Tod verurteilt. Skripal bekam nur 18 Jahre, was &uuml;brigens auch kaum mit der angeblichen unvers&ouml;hnlichen Rachsucht gegen ihn zu vereinbaren ist. Wenn die Russen an ihm ein Exempel h&auml;tten statuieren wollen, so h&auml;tten sie es damals schon tun k&ouml;nnen.<\/p><p>Es ist wahrscheinlicher, dass der Grund f&uuml;r diesen Mordversuch eher auf etwas zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, das in letzter Zeit geschehen ist, als auf eine Spionaget&auml;tigkeit von vor zwanzig Jahren. Wenn ich die britische Polizei w&auml;re, dann w&uuml;rde ich bei Orbis Intelligence suchen.<\/p><p>Es gibt keinen Zweifel dar&uuml;ber, dass Skripal geheime Erkenntnisse an den MI6 zu der Zeit weitergereicht hat, wo Christopher Steele ein Mitarbeiter des MI6 in Moskau war. Zu dieser Zeit war auch Pablo Miller, ein anderer Mitarbeiter von Orbis Intelligence, in Russland, wo er Geheimdienstmitarbeiter rekrutierte. Es wird allgemein im Netz und in den amerikanischen Medien berichtet, dass es Miller war, der Skripal anwarb. Meine eigenen MI6-Quellen haben mir gesagt, dass es nicht stimmt, dass Skripal von selbst kam, sondern dass es Miller war, der ihm eine Weile lang hinterher war. Schade nur, dass Pablo Millers LinkedIn-Profil k&uuml;rzlich gel&ouml;scht worden ist, aber es wird allgemein im Netz behauptet, dass das Profil ihn als Berater sowohl von Orbis Intelligence als auch f&uuml;r die FCO bezeichnete und, warten Sie, mit einer Adresse in Salisburi. Wenn jemand diesen LinkedIn-Eintrag wiederfinden konnte, dann wurden britische Regierungsstellen aktiv, um ihn wieder zu entfernen.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich waren es auch Christopher Steele und Orbis Intelligence, die f&uuml;r das Clinton-Lager das sensationelle Dossier &uuml;ber Trumps Beziehungen zu Russland erstellten, einschlie&szlig;lich der Geschichte, dass Trump daf&uuml;r bezahlt h&auml;tte, dass russische Prostituierte auf ihn uriniert h&auml;tten. Das ist das Kernst&uuml;ck von &bdquo;Russiagate&ldquo;, das die US-amerikanische Politik in Atem h&auml;lt. Das Au&szlig;ergew&ouml;hnlichste daran ist, dass das Dossier von Orbis solch offensichtlicher Unsinn ist, dass jeder mit einem professionellen Erfahrungshintergrund es g&auml;nzlich zunichte machen kann. Das Motiv von Steele war, genauso wie der Geheimnisverrat von Skripal, schlicht und einfach Geld. Steele ist ein Scharlatan, der eine Reihe von Vermutungen aus dem Hut zauberte, die entweder v&ouml;llig unwahrscheinlich sind oder die einen Zugang zu h&ouml;chsten Quellen erforderlich gemacht h&auml;tten, die er im heutigen Russland nicht mehr haben konnte, oder aber beides. Er erz&auml;hlte den Demokraten, was sie h&ouml;ren wollten und diese &ndash; die weder heute noch damals seine Geschichten kritisch betrachten wollten &ndash; bezahlten ihm gutes Geld daf&uuml;r.<\/p><p>Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob Pablo Miller dabei geholfen hat, das Steele-Dossier &uuml;ber Trump zusammenzustellen, aber es erscheint mir sehr wahrscheinlich angesichts der Tatsache, dass auch er sowohl in Russland f&uuml;r den MI6 als auch f&uuml;r Orbis gearbeitet hat. Und es erscheint mir noch wahrscheinlicher, dass Sergei Skripal am Orbis-Geheimdossier &uuml;ber Trump mitbeteiligt war. Steele und Miller k&ouml;nnen nicht mehr nach Russland gehen und Quellen dort anzapfen und sie k&ouml;nnen auch niemals einen so guten Zugang zu ihnen gehabt haben, wie sie in ihrem Dossier behaupten, noch nicht einmal in ihren MI6-Zeiten. Das Dossier war mit Unsummen von Geld aus Allem zusammengestrickt worden, was sie finden konnten. Wer h&auml;tte ihnen da besser ein wenig Unterst&uuml;tzung bei der Beschaffung von scheinbarem Belastungsmaterial geben k&ouml;nnen als ihre alte Quelle Skripal?<\/p><p>Skripal war gerade zur Stelle im K&ouml;nigreich und vermutlich sogar sehr nahe an Miller in Salisburi dran. Er konnte die richtigen Akronyme f&uuml;r ein russisches Komitee hier oder den Namen eines russischen Beamten dort dazugeben, um den Anschein zu erwecken, Steele h&auml;tte belastbare Informationen abgeliefert. Und in der Tat, Skripals &uuml;berholtes Wissen k&ouml;nnte einige der eklatantesten Irrt&uuml;mer im Dossier erkl&auml;ren.<\/p><p>Das Problem mit Doppelagenten wie Skripal, die Geheimnisse f&uuml;r Geld verraten, ist jedoch, dass sie leicht auch Dreifach-Agenten werden k&ouml;nnen und man kann nie wissen, wann ein besseres Angebot kommt. Als Steele sein zwielichtiges Dossier zusammenstellte, konnte er noch nicht wissen, dass er jemals so bekannt werden und so auf dem Pr&uuml;fstand stehen w&uuml;rde. Steele kann sich gl&uuml;cklich sch&auml;tzen, dass das amerikanische Establishment abgeneigt ist, sein Werk n&auml;her zu untersuchen, da ihr einziges Ziel ist, Trump zu &bdquo;erwischen&ldquo;. Aber mit hohem Einsatz, sie sitzen auf einem Pulverfass, da einer der Autoren des Dossiers sowohl f&uuml;r Orbis als auch f&uuml;r dem Clinton-Lager l&auml;stig sein mag.<\/p><p>Wenn ich die Polizei w&auml;re, ich w&uuml;rde mein Auge auf Orbis Intelligence richten.<\/p><p>Um nochmals auf Israel zur&uuml;ckzukommen. Israel hat die Giftgase. Israel hat den Mossad, der sehr bewandert in Sachen Mord im Ausland ist. Theresa May behauptete, Russlands Neigung dazu, Morde im Ausland auszuf&uuml;hren, sei ein spezifischer Grund, der darauf hinweise, dass es Russland war. Nun gut, aber der Mossad hat eine noch gr&ouml;&szlig;ere Neigung zu Auslandsmorden. Und wenn es mir widerstrebt, ein russisches Motiv daf&uuml;r zu sehen, sein internationales Ansehen so stark zu besch&auml;digen, so hat Israel ein klares Interesse daran, das Ansehen Russlands zu sch&auml;digen. Das russische Vorgehen in Syrien hat die israelische Stellung in Syrien und im Libanon fundamental untergraben und Israel hat daher ein sehr gutes Motiv daf&uuml;r, dem internationalen Ansehen Russlands durch einen Anschlag zu schaden, den man den Russen leicht in die Schuhe schieben kann. <\/p><p>Beides, sowohl die Theorie, dass Orbis, als auch die, dass Israel dahintersteckt, sind Spekulationen. Aber sie sind nicht weniger Spekulation und nicht weniger Verschw&ouml;rungstheorie als die Annahme, Vladimir Putin h&auml;tte heimlich Agenten nach Salisburi geschickt, um Skripal mit einem geheimen Nervengas zu t&ouml;ten. Ich sehe keinen Grund zu der Annahme, dass diese Spekulation in diesem Punkt abenteuerlicher sei als andere.<\/p><p>Ich bin aufgeschreckt von den hektischen Anstrengungen der Geheimdienst-, Spionage- und R&uuml;stungsindustrien, die Russenphobie zu sch&uuml;ren und einem neuen kalten Krieg den Weg zu bereiten. Besonders besorgt bin ich &uuml;ber die Anzahl von &bdquo;Experten&ldquo; des kalten Krieges, die jetzt die Nachrichten beherrschen. Ich schreibe hier als einer, der zwar schon glaubt, dass Agenten des russischen Staates Litvinenko ermordet haben und dass der russische Geheimdienst zumindest einen Teil der Bombenanschl&auml;ge auf Apartments ausgef&uuml;hrt hat, die den Ausschlag f&uuml;r den brutalen Angriff auf Tschetschenien geliefert haben. Ich glaube auch, dass die russische Besetzung der Krim und von Teilen von Georgien illegal sind. Auf der anderen Seite hat Russland in Syrien den mittleren Osten vor der Herrschaft einer neuen Welle von Jihadisten bewahrt, die von den USA und von Saudi-Arabien unterst&uuml;tzt wurden.<\/p><p>Die naive Sicht von einer Unterteilung der Welt in &bdquo;Gute&ldquo; und &bdquo;B&ouml;se&ldquo; mit unserer eigenen herrschenden Klasse als die Guten ist Unfug. Ich war in Usbekistan selbst Zeuge der Bereitschaft der Sicherheitsbeh&ouml;rden des Vereinigten K&ouml;nigreichs und den USA, Erkenntnisse anzunehmen und zu best&auml;tigen, von denen sie wussten, dass sie falsch waren, nur um ihre politischen Ziele weiterzuverfolgen. Wir sollten &uuml;ber ihre jetzige antirussische Geschichte sehr skeptisch sein. Es gibt viele m&ouml;gliche Verd&auml;chtige bei diesem Angriff.<\/p><p><em>Freie &Uuml;bersetzung aus dem Englischen von WM<\/em><\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><br>\n<strong>&hellip; eines Typs, wie sie von L&uuml;gnern entwickelt wurde<\/strong><br>\n<strong>Von Craig Murray, 16. M&auml;rz 2018<\/strong><\/p><p>Ich habe jetzt von einer guten Quelle im FCO <em>(britisches Au&szlig;enministerium, Anmerkung WM)<\/em> die Best&auml;tigung erhalten, dass die Wissenschaftler von Porton Down nicht die M&ouml;glichkeit haben, den Nervenkampfstoff als einen von Russland hergestellten Kampfstoff zu identifizieren und dass sie verbittert &uuml;ber den Druck auf sie sind, es doch zu tun. Porton Down w&uuml;rde, nach einem eher schwierigen Meeting, wobei folgender als Kompromiss herauskam,  nur die Formulierung &bdquo; von einer Art, wie sie von Russland entwickelt wurde&ldquo; unterschreiben. Die Russen haben vermutlich im &bdquo;Novichok&ldquo;-Programm nach einer Generation von Nervenkampfstoffen geforscht, die mit handels&uuml;blichen Ausgangsstoffen wie D&uuml;nger und Insektiziden hergestellt werden k&ouml;nnten. Die Substanz ist in diesem Sinne ein &bdquo;Novichok&ldquo;. Es ist von dieser Art. Genauso wie ich auf einem Laptop schreibe, der in den Vereinigten Staaten entwickelt, aber in China hergestellt wurde.<\/p><p>Dies war jedem aus dem Regierungsviertel <em>(Anmerkung WM: w&ouml;rtlich: &bdquo;anybody with a Whitehall background&ldquo;)<\/em> seit einigen Tagen klar. Die Regierung hat niemals gesagt, dass der Nervenkampfstoff in Russland hergestellt worden war oder dass nur Russland ihn h&auml;tte herstellen k&ouml;nnen. Die exakte Formulierung &bdquo;eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde&ldquo; hatte Theresa May im Parlament benutzt, wurde vom Vereinigten K&ouml;nigreich im UN-Sicherheitsrat benutzt, wurde von Boris Johnson auf BBC benutzt und, am verr&auml;terischsten von Allem , ist &bdquo;eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde&ldquo; genau der Satz, der in der gemeinsamen Erkl&auml;rung des Vereinigten K&ouml;nigreiches, der USA, Frankreichs und Deutschlands gestern benutzt wurde. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Einsatz eines milit&auml;rischen Nervenkampfstoffs eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde, stellt die erste offensive Anwendung eines solchen Nervengifts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg dar.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn von derselben sorgf&auml;ltig ausgew&auml;hlten Formulierung niemals abgewichen wird, dann wei&szlig; man, dass sie das Resultat eines sorgf&auml;ltig gew&auml;hlten Kompromisses des Regierungsviertels ist. Meine Quelle im Au&szlig;enministerium sowie auch ich erinnern sich noch an den au&szlig;ergew&ouml;hnlich hohen Druck auf das Personal des Au&szlig;enministeriums und anderer Zivilangestellten, das schmutzige Dossier &uuml;ber die irakischen Massenvernichtungswaffen abzuzeichnen, einen Druck, den ich in meinem Buch Murder in Samarkand <em>(Mord in Samarkand, Anm. WM)<\/em> wiedergegeben habe. Es bietet den Vergleich mit dem, was jetzt passiert, besonders in Porton Down, aber ohne meine Soufflage.<\/p><p>Nebenher habe ich auch noch die Presseabteilung der OPCW <em>(Anm. WM: Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen)<\/em> angeschrieben und sie gebeten, mir zu best&auml;tigen, dass es niemals einen schlagenden Beweis f&uuml;r die Existenz russischer Novichoks gegeben hat und dass das Programm zur Vernichtung der russischen Chemiewaffen letztes Jahr abgeschlossen wurde.<\/p><p>Kennen Sie diese interessanten Tatsachen?<\/p><p>Die Inspektoren der Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen hatten &uuml;ber ein Jahrzehnt lang vollen Zugang zu allen russischen Einrichtungen zur Herstellung von Chemiewaffen &ndash; einschlie&szlig;lich denjenigen, die vom vermutlichen &bdquo;Novichok&ldquo;- Whistleblower Mirzayanov benannt worden waren &ndash; und letztes Jahr haben die Inspektoren der Organisation f&uuml;r das Verbot von Chemiewaffen die letzten 40.000 Tonnen russischer Chemiewaffen zerst&ouml;rt. <\/p><p>Im Vergleich dazu ruht das Programm zur Zerst&ouml;rung amerikanischer Chemiewaffen seit f&uuml;nf Jahren.<\/p><p>Israel hat umfangreiche Lager von chemischen Waffen, aber es weigert sich, sie der Organisation f&uuml;r das Verbot von Chemiewaffen zu melden. Israel geh&ouml;rt nicht zu den Staaten, die das Chemiewaffenabkommen unterzeichnet haben und ist auch nicht Mitglied der OPCW. Israel hatte das Abkommen zwar 1993 unterzeichnet, sich aber geweigert, es zu ratifizieren, weil das die Inspektion und die Zerst&ouml;rung seines Bestandes an Chemiewaffen bedeutet h&auml;tte. Israel hat zweifellos genau so die technischen M&ouml;glichkeiten wie andere Staaten, die &bdquo;Novichoks&ldquo; herzustellen.<\/p><p>Bis zu dieser Woche war die fast einhellige Meinung aller Experten f&uuml;r Chemiewaffen sowie auch die offizielle Stellung der OPCW, dass &bdquo;Novichoks&ldquo; vor allem ein theoretisches Entwicklungsprogramm war, das die Russen nie abgeschlossen oder sie wirklich synthetisiert und hergestellt hatten. Darum stehen sie auch nicht auf der Liste der von der OPCW verbotenen Chemiewaffen.<\/p><p>Porton Down ist sich nicht sicher, dass es die Russen waren, die Novichok hergestellt haben. Von daher &bdquo;eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde&ldquo;. <strong>Man beachte: entwickelt, nicht gemacht, hergestellt oder produziert.<\/strong><\/p><p>Es ist eine sorgf&auml;ltige W&ouml;rterpropaganda. Eines Typs, wie sie von L&uuml;gnern entwickelt wurde. <\/p><p>Aktualisierung:<\/p><p>Diese Schrift regte einen anderen alten Kollegen an, sich zu melden. Auf der guten Seite ist zu vermelden, dass das Au&szlig;enministerium Boris davon &uuml;berzeugt hat, der OPCW eine Probe zukommen zu lassen, damit sie untersucht werden kann. Aber noch nicht sofort. Die Erwartung ist die, dass das Untersuchungskomitee von einem Chinesen geleitet wird. Der Plan von Boris ist auch, die OPCW dazu zu bringen, die Formulierung &bdquo;wie er von Russland entwickelt wurde&ldquo; anzunehmen und dass die Diplomatie zu diesem Zweck ab jetzt von Peking &uuml;bernommen wird. <\/p><p>Ich nehme mal an, dass es keine Anzeichen daf&uuml;r gibt, dass die BBC sich beeilen wird, davon zu berichten.<\/p><p>Erratum &ndash; Ich hatte urspr&uuml;nglich &bdquo;Nervengas&ldquo; und nicht Nervenkampfstoff geschrieben &ndash; ausschlie&szlig;lich mein Fehler.<\/p><p><em>Freie &Uuml;bersetzung aus dem Englischen von WM<\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/06ef06de38454d3aba53c380186c2121\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180319-novi-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>W&auml;hrend die Massenmedien unaufh&ouml;rlich die Presseerkl&auml;rungen aus Downing Street Number 10 nachplappern, sucht sich die &Ouml;ffentlichkeit ihre Informationen zum Fall Skripal halt woanders. Craig Murrays Artikel zum Thema wurden nach eigenen Aussagen &bdquo;millionenfach&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.craigmurray.org.uk\/archives\/2018\/03\/on-not-being-refuted\/\">angeklickt<\/a> und auch unser Artikel &uuml;ber die &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42924\">Salisbury Tales<\/a>&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43032\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,60,123,183],"tags":[2020,1472,901,1409,469,1557,2297,1268,1940,2295,259,2300,2147,2291,451,1556,2298,1703],"class_list":["post-43032","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-innere-sicherheit","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-biochemische-waffen","tag-depublikation","tag-geheimdienste","tag-gifteinsatz","tag-grossbritannien","tag-israel","tag-johnson-boris","tag-kalter-krieg","tag-may-theresa","tag-murray-craig","tag-russland","tag-skripal-sergej","tag-sowjetunion","tag-spionage","tag-tagesschau","tag-usa","tag-usbekistan","tag-voelkerrecht"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43032","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43032"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43032\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43034,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43032\/revisions\/43034"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43032"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43032"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43032"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}