{"id":4308,"date":"2009-11-03T09:05:10","date_gmt":"2009-11-03T08:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4308"},"modified":"2009-11-03T09:15:33","modified_gmt":"2009-11-03T08:15:33","slug":"hinweise-des-tages-1011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4308","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Finanzindustrie, die englische Krankheit; Sal. Oppenheim, ein vornehmes Bankhaus; Steuersenker in der Defensive; Sch&auml;ubles Aufpasser, Mietrecht und Verbraucherschutz im Koalitionsvertrag; geistig-moralische Wende; Gesundheitskarte; betriebliche Altersvorsorge; Hartz IV-Bewerbungstrainings; Kardinal Meisner als K&auml;mpfer gegen die Evolutionstheorie; Anti-Islam-Epidemie; Geheimarmee gegen den &bdquo;inneren Feind&ldquo;; Journalistenpreise als elegante Vereinnahmung. (KR\/MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Den britischen Banken geht es an den Kragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Finanzhaus Sal. Oppenheim: &raquo;St&uuml;tzpfeiler&laquo; bricht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Lorenz Jarass: Jetzt kommt die Quittung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Der Amoklauf der FDP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Warum Steuersenker out sind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Sch&auml;uble bringt einen Aufpasser mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Riskante Finanzprodukte: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner legt Anlegerschutz auf Eis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Mieterbund: Nicht nachvollziehbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Jens Berger: Willkommen zur geistig-moralischen Wende <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Berater-Wirtschaft in &bdquo;Bertelsheim&rdquo;: Wie die Stadt R&uuml;sselsheim ihren Haushalt mithilfe der Bertelsmann-Stiftung wieder nicht sanieren wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">AOK stoppt die Gesundheitskarte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Betriebliche Altersvorsorge senkt Rentenanspr&uuml;che<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Studie zu Hartz IV: Bewerbungstrainings bringen nichts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Meisner vergleicht Biologen Dawkins mit Nazis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bildungsstreik in &Ouml;sterreich: Tag 11 der Besetzung des Audimax<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Der Hass auf Muslims hat sich in Deutschland wie eine Epidemie breitgemacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Eine fast geheime Armee: Der Aufbau einer Truppe gegen den &bdquo;inneren Feind&ldquo; ist weit fortgeschritten <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Nachtrag zu den Ausf&auml;llen von Sloterdijk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Geben und Nehmen? Journalistenpreise in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Stichwahl in Afghanistan abgesagt: Karsai triumphiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Tipp: 1929 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 an Kapit&auml;n Stefan Schmidt und an Mouctar Bah<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Zu guter Letzt: Willst Du ein Schaf sein?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4308&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a>strong&gt;Den britischen Banken geht es an den Kragen<br>\nDie mit Staatshilfe gest&uuml;tzten drei britischen Grossbanken sollen noch st&auml;rker aufgespaltet werden als ohnehin geplant. Dies fordert die EU-Kommission. Konkret betroffen sind die Royal Bank of Scotland, die Lloyds-Bankengruppe und Northern Rocks. Eine Aufspaltung von gro&szlig;en Banken l&ouml;st nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht die Probleme des internationalen Finanzsystems. &laquo;Gr&ouml;&szlig;e an sich ist nicht unbedingt etwas Schlechtes&raquo;, sagte er an einer Regulierungskonferenz in London am Montag. &laquo;Die Idee, dass wir k&uuml;nftig eine moderne, wachsende Wirtschaft mit mittelgro&szlig;en Sparkassen betreiben k&ouml;nnen, schl&auml;gt fehl&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/england_banken_aufspaltung_1.3960182.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Im Sommer hatte Ackermann noch die Frage gestellt: &ldquo;Wie kann man Banken auf eine solche Gr&ouml;&szlig;e reduzieren, dass sie aus dem Markt ausscheiden k&ouml;nnen, ohne das System zu gef&auml;hrden?&rdquo; Inzwischen hat die Deutsche Bank ihre Strategie gewechselt und m&ouml;chte selbst zu den &ldquo;gro&szlig;e Banken&rdquo; geh&ouml;ren, &ldquo;die sich den globalen Kuchen aufteilen&rdquo; und von den &ldquo;oligopolistischen Strukturen&rdquo; profitieren, vor denen ihr Chef eindringlich gewarnt hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu noch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwimmen im Defizit<\/strong><br>\nDen verstaatlichen britischen Gro&szlig;banken geht es nun an den Kragen. Drei gro&szlig;e Finanzinstitute werde die Regierung zerschlagen, um hieraus &raquo;etwa drei neue Bankmarken&laquo; zu formen, verk&uuml;ndete der britische Schatzkanzler Alistair Darling am Sonntag. Im Rahmen einer zwischen EU und London ausgehandelten Umstrukturierung des Finanzsektors sollen alle drei Bankh&auml;user rund 700 Filialen an Wettbewerber ver&auml;u&szlig;ern, die bislang nicht im britischen Bankwesen t&auml;tig sein d&uuml;rfen. Auch der Schlussverkauf im Finanzsektor wird den britischen Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen. Weitere 40 Milliarden Pfund werde die Regierung vor dem angestrebten Verkauf in die drei Institute pumpen m&uuml;ssen, berichteten britische Zeitungen am Montag. Das verschlechterte den Zustand der &ouml;ffentlichen Finanzen. &raquo;Gro&szlig;britannien hatte ein Problem mit privaten Schulden. Nun hat es ein Problem mit privaten und &ouml;ffentlichen Schulden&laquo;, fasste die Nachrichtenagentur Bloomberg zusammen. Schon in &raquo;wenigen Jahren&laquo; k&ouml;nne die &ouml;ffentliche Verschuldung 1400 Milliarden Pfund &uuml;berschreiten und somit mehr als 100 Prozent des britischen BIP betragen, zitierte die Daily Mail den &Ouml;konom Roger Bootle. Der Staat m&uuml;sste laut Bootle j&auml;hrlich 70 Milliarden Pfund durch Steuererh&ouml;hungen und Ausgabenk&uuml;rzungen einsparen, um die Verschuldungsdynamik zu brechen. Aber gerade diese Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnten die ohnehin angespannte Wirtschaftslage weiter verschlechtern. Bootle warnte vor einem &raquo;Teufelskreis&laquo; aus &raquo;fallenden Ausgaben und fallender Wirtschaftsaktivit&auml;ten&laquo;. Im Grunde kann der britische Konjunkturmotor nur &uuml;ber weitere &ouml;ffentliche Schulden am Laufen gehalten werden. Mit den Verbrauchern ist in dieser Hinsicht kaum zu rechnen. Die hatten sich w&auml;hrend der Boomphase enorm verschuldet und &auml;chzen nun unter Zinsen und Tilgungsraten. Die Verbindlichkeiten der Privathaushalte liegen mit 183 Prozent des verf&uuml;gbaren (Jahres-)Einkommens sogar h&ouml;her als in den USA, wo dieser Wert &raquo;nur&laquo; 134 Prozent betr&auml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-03\/014.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Offenbar wurde der Verlust an industrieller Kompetenz lange Zeit durch international gehandelte (Finanz-)Dienstleistungen und durch die &Ouml;lindustrie verdeckt. Mit dem Zusammenbruch der Finanzm&auml;rkte stellt sich neben der Verschuldungsproblematik die Frage, auf welcher Basis Gro&szlig;britannien saniert werden kann. Die englische Krankheit besteht heute in Defiziten bei der Produktivit&auml;t der Gesamtwirtschaft, der Ausbildung, der FuE-Intensit&auml;t und der Infrastruktur.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: &raquo;St&uuml;tzpfeiler&laquo; bricht<\/strong><br>\nHintergrund. Lange war das Finanzhaus Sal. Oppenheim ein unsichtbarer Halt des deutschen Kapitalismus. Weil die Bundesregierung die marode Bank der Superreichen nicht retten wollte, greift die Deutsche Bank zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-03\/005.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lorenz Jarass: Jetzt kommt die Quittung<\/strong><br>\nWenn die Vors&auml;tze aus der Koalitionsvereinbarung eingehalten werden, d&uuml;rften in Wirklichkeit wieder die kleinen Leute die Zeche bezahlen: Erst werden an Unternehmen und Einkommensteuerzahler Wohltaten auf Pump verteilt und die Haushaltseinnahmen reduziert, anschlie&szlig;end wird wohl im Sozialbereich massiv eingespart, w&auml;hrend die Kosten des Sozialstaats mehr und mehr den Arbeitnehmer allein belasten. Der Ausstieg aus der parit&auml;tischen Finanzierung der Pflege- und Krankenversicherung zeigt die Richtung an: Statt durch eine angemessene Besteuerung von Verm&ouml;gen und Erbschaften den Haushalt zu sanieren, sollen die kleinen Leute f&uuml;r weniger soziale Absicherung h&ouml;here Beitr&auml;ge bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/datenbank\/freitag\/2009\/44\/wer-schon-hat-dem-wird-noch-gegeben\/\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Der Amoklauf der FDP<\/strong><br>\nDie Liberalen meinen es ernst mit niedrigeren Steuers&auml;tzen. Damit wird Merkels Juniorpartner zum echten Problem und erschwert unn&ouml;tig die Krisenbew&auml;ltigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2055630&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Robert von Heusinger begeht hier einen Denkfehler, wenn er darauf hinweist, dass die Mehrheit der W&auml;hler laut Umfragen keine Steuersenkungen nach der Wahl erwarteten. Es hat ja auch nicht die Mehrheit die FDP gew&auml;hlt, sondern eine Minderheit von 14,6 Prozent. Nachdem die Kapitalinteressen bedient worden sind, muss die FDP an die Mehrzahl ihrer W&auml;hler denken und f&uuml;r die war Steuersenkung schon ein Thema. D.h. die FDP darf nur nach heftigstem Widerstand dieses&nbsp; Feld r&auml;umen, sonst werden schon die n&auml;chsten Landtagswahlen zum Desaster.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Warum Steuersenker out sind<\/strong><br>\nSteuern runter! Die Forderung ist altbekannt. Doch &Ouml;konomen bezweifeln, dass die geplanten Entlastungen einen signifikanten Effekt haben. In der Wissenschaft formiert sich eine Koalition der Skeptischen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wachstumseffekt-warum-steuersenker-out-sind;2475301;0\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> An und f&uuml;r sich nichts Neues. Interessant ist eigentlich nur, wie skeptisch die Steuersenkungen selbst im neoliberalen Lager der &Ouml;konomen eingesch&auml;tzt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sch&auml;uble bringt einen Aufpasser mit<\/strong><br>\nSo unbeaufsichtigt wie fr&uuml;her wird Asmussen bei Sch&auml;uble nicht mehr finanzpolitisch operieren k&ouml;nnen. Denn gemeinsam mit dem Minister wechselte auch Markus Kerber vom Innen- ins Finanzministerium. Kerber, 46, leitete bisher die Grundsatzabteilung Sch&auml;ubles, wird das auch im Finanzministerium tun und war verantwortlicher Kopf bei Sch&auml;ubles schwierigstem Projekt der vergangenen vier Jahre: der Islamkonferenz, die die Beziehungen zwischen dem Staat und der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland verbessern sollte. Kerber besitzt das absolute Vertrauen Sch&auml;ubles und ist befreundet mit dessen B&uuml;roleiter Bruno Kahl, der ebenfalls mit umgezogen ist.<br>\nWas die Personalie Kerber mit Blick auf Asmussen und Weidmann so pikant macht: Einen besseren Pfadfinder im Dschungel der internationalen Finanzwelt k&ouml;nnte Sch&auml;uble nicht haben. Denn Kerber, ein Schwabe aus Ulm, war dort selbst jahrelang unterwegs. Er sa&szlig; f&uuml;r die Deutsche Bank in London, war Finanzvorstand bei dem IT-Dienstleister GFT in Stuttgart, der weltweit Gro&szlig;unternehmen ber&auml;t und Finanzdienstleistungen organisiert, arbeitete f&uuml;r die SG Warburg, eine schweizerische Gesellschaft, die global im Kapitalanlagegesch&auml;ft operiert. Er kennt alle Tricks der Finanzwelt und sah die Finanzkrise schon l&auml;ngst kommen, als Asmussen noch eifrig daran arbeitete, der Finanzwelt mehr Freir&auml;ume f&uuml;r ihre r&auml;uberische Renditepolitik zu beschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/berlin-vertraulich-schaeuble-bringt-einen-aufpasser-mit-1518733.html\">STERN<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Interessant! Offenbar denkt ein wichtiger Mitarbeiter bei Sch&auml;uble &uuml;ber den Finanzstaatssekret&auml;r Asmussen, wie wir in den NachDenkSeiten immer wieder geschrieben haben. Dass Asmussen sein Amt behalten darf, ist ein typisches Beispiel daf&uuml;r, wie zur Bew&auml;ltigung der Finanzkrise die Brandstifter als Feuerwehrleute besch&auml;ftigt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Riskante Finanzprodukte: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner legt Anlegerschutz auf Eis<\/strong><br>\nJedes Jahr verlieren Anleger in Deutschland durch Fehlberatungen 20 Milliarden Euro. Trotzdem zieht die Bundesregierung keine Konsequenzen. Ein Gesetz f&uuml;r mehr Anlegerschutz bleibt in der Schublade. Das ist auch ein Erfolg der Bankenlobby.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/0,1518,658664,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Das scheint ja auch der Job der Verbraucherschutzministerin zu sein: Die Unternehmen vor den Verbrauchern zu sch&uuml;tzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mieterbund: Nicht nachvollziehbar<\/strong><br>\nKnapp eine Woche nach der Verabschiedung des Regierungsprogramms hat sich der Deutsche Mieterbund (DMB) zu den wohnungspolitischen Zielen des Papiers ge&auml;u&szlig;ert. Der Koalitionsvertrag enthalte &raquo;viel Schatten und zahlreiche nebul&ouml;se Vorschl&auml;ge und Absichtserkl&auml;rungen&laquo;, kommentierte der Pr&auml;sident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips, die Vereinbarungen am Montag in Berlin. Insbesondere geplante &raquo;Reformen&laquo; zur rechtlichen Stellung der Mieter und die beabsichtigten drastischen Erh&ouml;hungen bei den Nebenkosten rufen beim Mieterbund entschiedenen Protest hervor. &raquo;Die vorgesehenen Mietrechts&auml;nderungen zum Nachteil der Mieter sind falsch, &uuml;berfl&uuml;ssig und unakzeptabel. Insbesondere die Abschaffung des Mietminderungsrechts bei Bauma&szlig;nahmen zur energetischen Modernisierung, der Abbau des K&uuml;ndigungsschutzes durch k&uuml;rzere K&uuml;ndigungsfristen f&uuml;r Vermieter oder Weichenstellungen hin zu noch h&ouml;heren Betriebskosten lehnen wir strikt ab&laquo;, so Franz-Georg Rips.<br>\nEntt&auml;uscht zeigten sich die DMB-Vertreter auch davon, da&szlig; das Thema Neubau im Koalitionspapier kaum eine Rolle spiele. &raquo;Aktuell werden in Deutschland j&auml;hrlich rund 175000 Wohnungen neu gebaut, davon etwa ein Drittel im Gescho&szlig;wohnungsbau. Der Bedarf, insbesondere in Gro&szlig;st&auml;dten, Ballungszentren und Universit&auml;tsst&auml;dten, ist praktisch doppelt so hoch&laquo;, sagte Hans-Georg Rips. Erst in zwei Jahren will die Bundesregierung entscheiden, ob nach 2013 der Bund den L&auml;ndern weiterhin zweckgebundene Mittel zur Finanzierung von Ma&szlig;nahmen der Wohnraumf&ouml;rderung gew&auml;hren will. Der Mieterbund wertet dies als Ank&uuml;ndigung des kompletten Ausstiegs aus dem sozialen Wohnungsneubau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-03\/043.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vielleicht merken die W&auml;hler von Schwarz\/Gelb allm&auml;hlich, welche Klientel&nbsp; bedient werden soll. Nicht nachvollziehbar ist immer noch, dass 13 % Arbeiter , 16 % Angestellte, 13 % Rentner und 8 % Arbeitslose die FDP gew&auml;hlt haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jens Berger: Willkommen zur geistig-moralischen Wende <\/strong><br>\nDies ist die Strategie der geistig-moralischen Wende. Zun&auml;chst werden die Kettenhunde und Rampens&auml;ue losgelassen und das Volk freut sich, dass endlich mal jemand so mutig ist, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn das jetzt nat&uuml;rlich &uuml;berspitzt ist. Dann kommen die &bdquo;gem&auml;&szlig;igten&ldquo; Moderatoren und setzen das Gekeife der Herren Professoren in weniger schrill klingende wohlfeile Worte und schlie&szlig;lich Gesetze um. Erst wenn der letzte Bandarbeiter als flexibler Wanderarbeiter besch&auml;ftigt ist und die letzte Kassiererin ihren Hartz IV-Aufstocker kassiert, werden die W&auml;hler merken, dass ihre pers&ouml;nliche Freiheit nichts mit der Freiheit der M&auml;rkte zu tun hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/1105\/willkommen-zur-geistig-moralischen-wende\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einfach sch&ouml;n zu lesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Berater-Wirtschaft in &bdquo;Bertelsheim&rdquo;: Wie die Stadt R&uuml;sselsheim ihren Haushalt mithilfe der Bertelsmann-Stiftung wieder nicht sanieren wird<\/strong><br>\nSeit 1992 ist R&uuml;sselsheim eine der am meisten beratenen Kommunen Deutschlands. Gebessert hat sich dadurch nichts. 1998 etwa gab die Stadt das Gutachten Standort Zukunft. Programm zur Wirtschaftsentwicklung f&uuml;r R&uuml;sselsheim 2020 in Auftrag. 2007 engagierte man Professor Bert R&uuml;rup (SPD), Berater der Bundesregierung bei der &bdquo;Rentenreform&ldquo; und einer der &bdquo;Wirtschaftsweisen&rdquo;. Sein Gutachten R&uuml;sselsheim 2020 setzt auf eine &bdquo;wirtschaftsfreundliche, junge und moderne Stadt&ldquo;. Sein zentraler Vorschlag war, auf dem Opel-Gel&auml;nde eine &bdquo;automobile Erlebniswelt&rdquo; mit Einkaufszentrum und exklusiven Loftwohnungen (&bdquo;Opel-Forum&rdquo;) zu errichten. Daf&uuml;r sollen hoch qualifizierte junge Berufsaufsteiger, verm&ouml;gende Rentner und kaufkr&auml;ftige Besucher umworben werden. R&uuml;rups Honorar betrug 80 000 Euro.<br>\nR&uuml;rup hatte ein &bdquo;strukturelles Haushaltsdefizit&ldquo; festgestellt, wof&uuml;r kein Gutachten n&ouml;tig gewesen w&auml;re. Er hatte den Grund aber nicht in der Bundesgesetzgebung gesehen, sondern allein vor Ort: In der &bdquo;hohen Versorgungsmentalit&auml;t&rdquo; der R&uuml;sselsheimer Bev&ouml;lkerung und darin, dass die Stadt nicht gen&uuml;gend Aufgaben privatisiert und nicht gen&uuml;gend &bdquo;Stadtmarketing&ldquo; betrieben habe. Die Vorgabe, dass die Stadt sich allein aus dem Sumpf ziehen soll, gilt auch f&uuml;r den Auftrag an die neuen Berater.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/publik.verdi.de\/2009\/ausgabe_10\/gewerk\/brenn\/seite-3\/A0\">ver.di Publik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>AOK stoppt die Gesundheitskarte<\/strong><br>\nF&uuml;r das in Teilen der &Auml;rzteschaft heftig kritisierte Projekt &bdquo;elektronische Gesundheitskarte&rdquo; wird es eng: Die AOK hat jetzt die Ausgabe der neuen Karten in Nordrhein-Westfalen gestoppt. Die Krankenkasse reagiert damit auf die Ank&uuml;ndigung der neuen Bundesregierung, das einstige Vorzeigeprojekt auf Eis legen zu wollen. Im Koalitionsvertrag ist von einer &bdquo;Bestandsaufnahme&rdquo; die Rede, die vor einem weiteren Ausbau der Infrastruktur vorgenommen werden m&uuml;sse. Laut Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland, will die Krankenkasse jetzt zun&auml;chst diese Bestandsaufnahme abwarten. Denn es sei nach wie vor unklar, ob an der Karte etwas ver&auml;ndert werden solle.<br>\nDie elektronische Gesundheitskarte soll zun&auml;chst mit einem Foto des Versicherten versehen werden. Sp&auml;ter soll sie zu einem Schl&uuml;ssel werden, mit dem &Auml;rzte auf zentral gespeicherte Patientendaten zugreifen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/nachrichten\/politik\/2009\/10\/28\/news-138636457\/print.html?resourceId=0\">Der Westen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser: <\/strong>Es ist wohl zu viel Geld zu verdienen, um das Projekt zu stoppen. Mit Abwarten und Lauern w&auml;re die Situation besser beschrieben.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das &bdquo;Vernetzte Geheimnis<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stoppt-die-e-card.de\/index.php?\/archives\/76-Das-Vernetzte-Geheimnis.html\">Stoppt die E-Card<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Betriebliche Altersvorsorge senkt Rentenanspr&uuml;che<\/strong><br>\nSch&auml;tzungsweise neun Millionen Arbeitnehmer nutzen inzwischen die M&ouml;glichkeit, einen Teil des Monatsgehalts oder einer Sonderzahlung in die betriebliche Altersvorsorge zu stecken. Auf den ersten Blick hat das nur Vorteile: Die Einzahlungen sind steuer- und sozialabgabenfrei. Erst auf die Zusatzrente im Alter werden Steuern sowie Beitr&auml;ge zur Kranken- und Pflegeversicherung f&auml;llig. Die Sache hat aber auch einen Haken: F&uuml;r die eingesparten Rentenbeitr&auml;ge gibt es sp&auml;ter keine Rente. Die steuerlich gef&ouml;rderte Entgeltumwandlung wurde 2002 gleichzeitig mit der Riester-Rente eingef&uuml;hrt. Sie sollte vor allem dazu beitragen, der damals stagnierenden betrieblichen Altersversorgung neuen Schub zu geben. Inzwischen ist die Zusatzvorsorge &uuml;ber die Arbeitgeber jedoch so weit wiederbelebt, dass der Sozialversicherung aufgrund der Entgeltumwandlung j&auml;hrlich etwa 3,3 Milliarden Euro entgehen, wie das Bundessozialministerium sch&auml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/Entgeltumwandlung-senkt-Rentenansprueche-2.html\">Ihre Vorsorge<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Also nochmal zum Mitschreiben und Merken &ndash; die gef&ouml;rderte Entgeltumwandlung wurde gleichzeitig mit der Riester-Rente eingef&uuml;hrt. Sie sollte vor allem dazu beitragen, der damals stagnierenden, betrieblichen Altersvorsorge neuen Schub zu geben. Und Betriebliche Altersvorsorge bedeutet nicht nur weniger Rente, da sie in allen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung beitragsfrei ist. Also auch:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>weniger Krankengeld<\/li>\n<li>weniger Arbeitslosengeld I<\/li>\n<li>weniger &Uuml;bergangsgeld<\/li>\n<li>weniger Krankengeld bei unbezahlter Freistellung zur Betreuung eines kranken Kindes<\/li>\n<li>weniger Kurzarbeitergeld<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eigentlich m&uuml;sste es mit etwas Grips klar sein &ndash; wer unbedingt Sozialversicherungsbeitr&auml;ge sparen will, wird im Versicherungsfall nicht behandelt als sei nichts gewesen.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Studie zu Hartz IV: Bewerbungstrainings bringen nichts<\/strong><br>\nNicht geeignet f&uuml;r Bewerber: Nach einer Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarktforschung profitieren Langzeitarbeitslose nicht von Bewerbungstrainings. Eine andere Ma&szlig;nahme erwies sich hingegen als deutlich sinnvoller. Betriebspraktika erh&ouml;hen die Chancen von Arbeitslosengeld-II-Empf&auml;ngern auf einen festen Job deutlich.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,658705,00.html\">SPIEGEL<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2009\/kb2309.pdf\">Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung [PDF &ndash; 361 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Nettes Zitat aus dem SPIEGEL-Artikel: &bdquo;Dagegen erh&ouml;ht nach IAB-Erkenntnissen ein sogenanntes Bewerbungstraining &ndash; die insgesamt 8,7 Prozent aller untersuchten Trainingsma&szlig;nahmen ausmachten &ndash; kaum die Jobchancen von Langzeitarbeitslosen. Die Forscher stellten &uuml;berhaupt keinen Effekt fest. M&ouml;glicherweise seien die Schulungsinhalte f&uuml;r die Bewerber nicht geeignet, vermuten die Autoren der Studie.&ldquo;<br>\nTats&auml;chlich werden noch immer viele Arbeitslose mit teilweise sehr hohen Qualifikationen unter Androhung von Sanktionen gen&ouml;tigt, ihre Zeit mit trivialen Kursen zu vergeuden, bei denen sie &uuml;berhaupt nichts lernen k&ouml;nnen. Vielleicht hilft diese Studie ja, diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.<br>\nVielleicht wird sie aber auch dazu missbraucht, die Mittel zur Weiterqualifizierung und Umschulung von Arbeitslosen zu k&uuml;rzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Meisner vergleicht Biologen Dawkins mit Nazis<\/strong><br>\nDass K&ouml;lns Erzbischof schnell mit NS-Vergleichen bei der Hand ist, hat er schon &ouml;fter bewiesen. Jetzt bem&uuml;hte er das Dritte Reich wieder einmal, um den bekannten Evolutionsbiologen Dawkins in die N&auml;he der Nazis zu r&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/politik\/deutschland\/1506599.html\">Netzeitung<\/a>\n<p><em>Als angemessene Erwiderung empfehlen wir einen Kommentar des Humanistischen Pressediensts:<\/em><\/p>\n<p><strong>&bdquo;Propaganda der &uuml;bleren Sorte!&ldquo;<\/strong><br>\nDie Giordano Bruno Stiftung wehrt sich gegen Kardinal Meisners Diffamierungen religionskritischer Wissenschaftler und r&uuml;ckt die historischen Zusammenh&auml;nge zurecht:<br>\n&bdquo;Anders als der Kardinal es darlegte, sei die Menschenrechtsidee ma&szlig;geblich von religionskritischen Personen vorangetrieben worden, w&auml;hrend katholische P&auml;pste diese als &bdquo;unertr&auml;gliche Anma&szlig;ung&ldquo; verworfen h&auml;tten. Erst 1961 habe sich der Vatikan zu einer halbgaren Anerkennung der Menschenrechte durchgerungen. Seither sei es zwar Mode geworden, die katholische Kirche als Vorreiterin der Menschenrechte hinzustellen, mit der Realit&auml;t habe dies jedoch wenig zu tun.<br>\nAls &bdquo;demagogisch&ldquo; beziehungsweise als &bdquo;erschreckend uninformiert&ldquo; wertete Schmidt-Salomon den Nazi-Vergleich, den Meisner bem&uuml;hte, um konfessionsfreie Menschen zu diskreditieren. Schlie&szlig;lich sei der Nationalsozialismus keineswegs atheistisch gewesen. &bdquo;Der Gottesglaube avancierte im Nazi-Regime sogar zur Staatsdoktrin!&ldquo;, f&uuml;hrte der Stiftungssprecher aus. &bdquo;Kurz nach der Macht&uuml;bernahme der NSDAP wurde der atheistische Freidenkerverbund verboten und in dessen B&uuml;ro die &sbquo;Reichszentrale zur Bek&auml;mpfung des Gottlosentums&rsquo; eingerichtet. W&auml;hrend Nazideutschland mit dem Vatikan das &lsquo;Reichskonkordat&rsquo; abschloss, waren Atheisten im NS-Regime unerw&uuml;nscht, da &lsquo;Gottlosigkeit&rsquo; als Ausdruck des &lsquo;zersetzenden j&uuml;dischen Geistes&rsquo;<br>\ngalt.&ldquo;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/8113\">Humanistischer Pressedienst<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bildungsstreik in &Ouml;sterreich: Tag 11 der Besetzung des Audimax<\/strong><br>\nEin Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, an fast allen Unis in &Ouml;sterreich gibt es &bdquo;befreite&ldquo; H&ouml;rs&auml;le. Befreit wurden sie von den starren Zeit- und Lehrpl&auml;nen, welche deren Nutzung bisher vorgeschrieben haben. Mit dem Protest halten Kultur, Demokratie sowie selbstbestimmtes Leben und Lernen Einzug in die eroberten R&auml;umlichkeiten. Allein an der Uni Wien organisieren sich die Leute in &uuml;ber hundert Arbeitsgruppen. Dieses erstaunliche Ausma&szlig; an Aktivit&auml;t wird m&ouml;glich durch die Masse der Besetzer_innen. Zwischen ein paar hundert und mehreren tausend Menschen halten sich rund um die Uhr im Geb&auml;ude auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/8112\">Humanistischer Pressedienst<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der Hass auf Muslims hat sich in Deutschland wie eine Epidemie breitgemacht<\/strong><br>\nKay Sokolowsky &uuml;ber das &ldquo;Feindbild Moslem&rdquo;, die Medien und die Hassprediger: &bdquo;F&uuml;r die Islamfeindlichkeit, die wir heute erleben, haben die Attentate vom 11. September 2001 wie eine Initialz&uuml;ndung gewirkt. In den Staaten des Westens haben sich vorher die wenigsten darum geschert, was militante Islamisten anrichten. Die Verbrechen der Taliban, die Brutalit&auml;t der Pasdaran, die Massaker in Somalia oder Algerien waren vor &ldquo;9\/11&rdquo; kein gro&szlig;es Thema in der westlichen &Ouml;ffentlichkeit. Schlie&szlig;lich handelte es sich bei den Opfern &ldquo;nur&rdquo; um irgendwelche Einwohner der Dritten Welt. Erst als der militante Islamismus seine Gewalt auch gegen die Metropolen des Westens entfesselte, entdeckten wir Ignoranten den Islam als Schreckgespenst des 21. Jahrhunderts. Die Angst, die Al-Qaida verbreitet, ist der N&auml;hrboden f&uuml;r die Ideologie der Muslimhasser. Pl&ouml;tzlich sind Moscheenbauten und Kopft&uuml;cher zu Politika geworden, und gewisse Publizisten haben sich fulminante Karrieren aufbauen k&ouml;nnen, indem sie der diffusen Furcht vor dem Islam Futter gaben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/31\/31419\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Eine fast geheime Armee: Der Aufbau einer Truppe gegen den &bdquo;inneren Feind&ldquo; ist weit fortgeschritten <\/strong><br>\nDeutschland verf&uuml;gt &uuml;ber eine neue unbekannte Heimatarmee. 441 Kommandos aus jeweils zw&ouml;lf st&auml;ndig einsetzbaren Reservisten sind in s&auml;mtlichen kreisfreien St&auml;dten, Landkreisen und Regierungsbezirken eingerichtet worden. Sie stehen unter dem Kommando der Bundeswehrf&uuml;hrung und haben kurzfristig Zugriff auf weitere rund 80.000 bis 100.000 speziell ausgebildete Reservisten. Eingebunden in die zivilen Katastrophenschutzst&auml;be, erhalten sie Einsicht in die Bereitschaftsst&auml;nde von zivilen Beh&ouml;rden, Polizei, technischem Hilfswerk und Feuerwehr. Sie sollen vor allem den Katastrophenschutz verbessern.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/20091026520\/politik\/inland\/eine-fast-geheime-armee.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nachtrag zu den Ausf&auml;llen von Sloterdijk<\/strong>\n<ol>\n<li>In unserer gestrigen <a href=\"?p=4306#h19\">Linksammlung<\/a> waren nur Quellen mit kurzen Zitaten von Christoph Menke enthalten. Hier ist <a href=\"http:\/\/www.philosophie.uni-frankfurt.de\/lehrende_index\/Homepage_Menke\/Ver__ffentlichungen\/Wahrheit__Nicht_Stil_-_DIE_ZEIT_Nr__58__15_10_2009.pdf\">sein ganzer Beitrag [PDF &ndash; 939 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><em><strong>Leser H.M. schickte uns diese Anmerkung:<\/strong>&bdquo;Vielleicht sollten Sie nochmal auf ihren <a href=\"?p=3071\">Artikel von M&auml;rz 2008<\/a> verlinken, in dem auf den Elite-Zirkel &ldquo;Frankfurter Zukunftsrat&rdquo; Bezug genommen wird. weil Sloterdijks sozialstaatsfeindliche Gedanken im aktuellen Streit damit &ldquo;nachvollziehbarer&rdquo; werden.<br>\nIch glaube n&auml;mlich, dass man noch viel &uuml;berzeugender in der Argumentation ist, wenn man darauf hinweist, in welchen Kreisen (Merz, Clement, Weder di Mauro) sich Peter Sloterdijk aufh&auml;lt. Oder w&auml;re das &ldquo;fies&rdquo; und &ldquo;unsachlich&rdquo;?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Geben und Nehmen? Journalistenpreise in Deutschland<\/strong><br>\nMittlerweile wird der Gro&szlig;teil der sch&auml;tzungsweise 300 Journalistenpreise in Deutschland von Unternehmen, Verb&auml;nden und Interessengruppen ausgelobt. Der Verdacht liegt nahe, dass es hier weniger um F&ouml;rderung des Qualit&auml;tsjournalismus geht als um preiswerte PR f&uuml;r bestimmte Produkte und Anliegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/download\/112147\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Stichwahl in Afghanistan abgesagt: Karsai triumphiert<\/strong><br>\nHamid Karsai bleibt trotz massiven Wahlschwindels Pr&auml;sident Afghanistans. Die Stichwahl ohne Konkurrenten ist abgesagt. Der neue Au&szlig;enminister Guido Westerwelle (FDP) erkl&auml;rte bei seinem ersten Besuch in den Niederlanden: &ldquo;Wir wollen, dass es eine demokratisch legitimierte Regierung in Afghanistan gibt&rdquo;, sagte Westerwelle. &ldquo;Mit dieser demokratisch legitimierten Regierung werden wir wie bisher auch gut zusammenarbeiten.&rdquo;<br>\nQuelle:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2053315&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Viel schlimmer konnte es mit dem 2001 auf dem Petersberg verk&uuml;ndeten Projekt, freies und demokratisches Afghanistan, nicht kommen. Aber eigentlich war dieses Vorhaben schon damals zum Scheitern verurteilt, denn schon damals hat sich kaum jemand so richtig Gedanken dar&uuml;ber machte, wie in L&auml;ndern wie Afghanistan demokratische Strukturen zu f&ouml;rdern sind. Der Westen verwechselt Demokratie mit formalen Wahlen und beachtet kaum die Voraussetzungen hierf&uuml;r. So kommt es dann im Kongo, dem Irak oder eben in Afghanistan zu formalen Wahldurchg&auml;ngen, die den L&auml;ndern kaum bei der Bew&auml;ltigung ihrer Probleme helfen. Selbst wenn die ISAF- Truppen den Blutzoll auf sich genommen h&auml;tten und die &Uuml;berwachung des Wahlvorgangs und der Wahllokale &uuml;bernommen&nbsp; h&auml;tten, stellt sich die Frage, ob eine demokratische Wahl stattgefunden h&auml;tte, die diesen Namen&nbsp; verdient, wenn die St&auml;mme nur Stammesangeh&ouml;rige w&auml;hlen und die Familienclans die vom Clanchef empfohlene Wahl&nbsp; treffen.- Der Westen steht wieder einmal, nicht nur in Afghanistan, wie ein begossener Pudel da, den Vogel schoss aber unser neuer Au&szlig;enminister ab, indem er gestern noch auf&nbsp; darauf bestand, dass &ldquo;der Wahlvorgang streng nach Recht und Gesetz zu Ende gef&uuml;hrt wird&rdquo;, und heute tats&auml;chlich behauptet: &ldquo;Mit dieser demokratisch legitimierten Regierung werden wir wie bisher auch gut zusammenarbeiten.&rdquo; Nullreflexion &ndash; die Crashkurse gibt es gar nicht, mit denen das AA diesen Mann fit machen k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Tipp: 1929 <\/strong><br>\nDie Weltwirtschaftskrise von 1929, ihre Ursachen und ihre Folgen, r&uuml;cken angesichts der aktuellen internationalen Schieflage der Finanzwelt heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Geschichte kann sich wiederholen &ndash; daher ist der Blick auf die Vergangenheit f&uuml;r das Meistern der Zukunft unerl&auml;sslich. Die Dokumentation veranschaulicht in zwei Teilen die gro&szlig;en Umbr&uuml;che, die die Weltwirtschaftskrise 1929 hervorbrachte, und verfolgt die Auswirkungen des &ldquo;Black Friday&rdquo; bis zum Zweiten Weltkrieg.<br>\n<a href=\"http:\/\/plus7.arte.tv\/de\/1697660,CmC=2905578,scheduleId=2887264.html\">Dienstag 03. November 2009 um 09.55 auf Arte+ 7<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 an Kapit&auml;n Stefan Schmidt und an Mouctar Bah <\/strong><br>\nMouctar Bah k&auml;mpft seit dem qualvollen Verbrennungstod seines Freundes Oury Jalloh im Gewahrsam des Dessauer Polizeireviers am 7.01.2005 trotz aller Widrigkeiten f&uuml;r die Aufkl&auml;rung der Todesumst&auml;nde und daf&uuml;r, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.<br>\nStefan Schmidt rettete im Juni 2004 als Kapit&auml;n des deutschen Schiffes &ldquo;Cap Anamur&rdquo; 37 Menschen, die auf der Flucht nach Europa vor der italienischen K&uuml;ste in Seenot geraten waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ilmr.de\/2009\/11\/01\/pressemitteilung-der-internationalen-liga-fur-menschenrechte-zur-verleihung-der-carl-von-ossietzky-medaille-2009\/\">Internationale Liga f&uuml;r Menschenrechte<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Willst Du ein Schaf sein?<\/strong><br>\nAls Erg&auml;nzug zu unserem <a href=\"?p=4306#h20\">Hinweis von gestern<\/a>:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/091102_herde.jpg\" alt=\"Herde\"><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Finanzindustrie, die englische Krankheit; Sal. Oppenheim, ein vornehmes Bankhaus; Steuersenker in der Defensive; Sch&auml;ubles Aufpasser, Mietrecht und Verbraucherschutz im Koalitionsvertrag; geistig-moralische Wende; Gesundheitskarte; betriebliche Altersvorsorge; Hartz IV-Bewerbungstrainings; Kardinal Meisner als K&auml;mpfer gegen die Evolutionstheorie; Anti-Islam-Epidemie; Geheimarmee gegen den &bdquo;inneren Feind&ldquo;; Journalistenpreise als elegante Vereinnahmung. (KR\/MB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4308","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4308"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4308\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}