{"id":43104,"date":"2018-03-22T17:04:09","date_gmt":"2018-03-22T16:04:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43104"},"modified":"2018-03-29T14:08:03","modified_gmt":"2018-03-29T12:08:03","slug":"anzunehmen-dass-parteien-und-medien-unterwandert-sind-ist-keine-verschwoerungstheorie-es-ist-tatsache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43104","title":{"rendered":"Anzunehmen, dass Parteien und Medien unterwandert sind, ist keine Verschw\u00f6rungstheorie. Es ist Tatsache."},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180322-unterwanderung.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Es ist eine &auml;u&szlig;erst beunruhigende Tatsache, weil damit auch der Rest von Demokratie durch den Kamin gejagt worden ist. Als auf den NachDenkSeiten der Beitrag &bdquo;Olaf Scholz powered by Goldman Sachs&ldquo; erschien, hat ein NachDenkSeiten-Leser die Frage aufgeworfen, wie es mit der SPD so weit kommen konnte. Siehe im Anhang seine Mail. Er hat in seiner Mail und einem angeh&auml;ngten Text zu seiner Verschw&ouml;rungstheorie radikal gefragt, aber bei weitem nicht radikal genug. Was tats&auml;chlich mit unseren Parteien und mit vielen Medien geschehen ist, ist viel schlimmer und man kann die Verantwortung daf&uuml;r gar nicht bei den Parteien selbst festmachen. Sie sind fremdgesteuert. Sie sind unterwandert. Und dies schon ziemlich lange. Das m&ouml;chte ich heute mit ein paar knappen Strichen belegen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9582\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-43104-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=43104-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180323_Parteien_und_Medien_sind_unterwandert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Stellen Sie sich vor, Sie sind ein superreicher Mensch oder ein gewissenloser NATO-Generalsekret&auml;r oder der Koordinator der westlichen R&uuml;stungswirtschaft oder ein Manager des DeepState. Eine Begrenzung der finanziellen Mittel gibt es f&uuml;r Sie de facto nicht. Eine ethische Sicht auch nicht. Dann ist doch klar, was Sie sich ausdenken und das entspricht ziemlich dem, was wir de facto heute erleben:<\/p><p><strong>Das zentrale Ziel Ihrer Arbeit ist die Beeinflussung von politischen Entscheidungen in allen f&uuml;r Sie interessanten L&auml;ndern. Sie erkennen sehr schnell, dass daf&uuml;r verschiedene M&ouml;glichkeiten bestehen:<\/strong><\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Sie bauen eine Lobby auf. Dabei helfen heute nicht nur dunkel gekleidete Lobbyisten, sondern auch farbige NGOs.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sie machen Propaganda und beeinflussen so die ver&ouml;ffentlichte Meinung und die &ouml;ffentliche Meinung und bestimmen damit bei den politischen Entscheidungen mit. Bei dieser Aufgabe helfen heute reihenweise Public Relations Agenturen und Thinktanks. Diese machen nicht nur Werbung, sie entwerfen auch Strategien der Meinungsmache und &uuml;brigens auch f&uuml;r die Lobbyarbeit (siehe A.). Propaganda gelingt dann besonders gut, wenn man sich einzelne Medien dienstbar macht.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sie intervenieren bei Wahlen und unterst&uuml;tzen finanziell und auf andere Weise jene Parteien und Personen, die Ihren Interessen dienen.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Und damit ja nichts falsch laufen kann, unterwandern Sie die Parteien. Sie st&auml;rken jene Personen, die hilfreich f&uuml;r Sie sind. Sie machen Propaganda und lassen Propaganda machen gegen jene Parteifl&uuml;gel, die den Luxus des eigenen Denkens pflegen wollen.<\/strong><\/li>\n<\/ol><p>Da Sie &uuml;ber so viel Geld verf&uuml;gen, das meist das Vielfache dessen ist, was Parteien als Wahlkampfetat oder f&uuml;r ihre sonstige politische Arbeit zur Verf&uuml;gung haben, sind ihre Einflussm&ouml;glichkeiten jedenfalls finanziell nicht begrenzt. Au&szlig;erdem verdienen Sie mithilfe der skizzierten Einflussarbeit. Auf ein pr&auml;gnantes Beispiel komme ich unter Ziffer 6. zu sprechen.<\/p><p>Heute konzentriere ich mich auf Beispiele f&uuml;r die Unterwanderung der Parteien und dabei insbesondere der SPD. Eine Ausnahme: ARD und insbesondere Tagesschau und Deutschlandfunk. Diese Medien sind so offensichtlich unterwandert. Da sind teilweise unf&auml;hige, aber auf jeden Fall stromlinienf&ouml;rmige Journalistinnen und Journalisten am Wirken &ndash; in Berlin, in Br&uuml;ssel, in Washington, in Moskau und im Nahen Osten. Die NachDenkSeiten berichteten und berichten laufend dar&uuml;ber. Man kommt nicht mehr nach. So empfinden es auch viele unserer Leserinnen und Leser. &Uuml;ber andere Medien bei n&auml;chster Gelegenheit. Und die wichtige Zusatzbemerkung: es gibt unheimlich gute Journalistinnen und Journalisten. Aber diese k&ouml;nnen auch nicht ann&auml;hernd aufwiegen, was uns als Zerrbild einer demokratischen Meinungsbildung tagaus tagein geboten wird. Zur&uuml;ck zu den Parteien:<\/p><p>Die Konzentration auf die SPD folgt nicht daraus, dass die SPD als einzige Partei unterwandert w&auml;re. Von der SPD h&auml;tte man&lsquo;s zu allerletzt erwartet. Deshalb und wegen des zu Anfang erw&auml;hnten Beispiels der Zusammenarbeit von Bundesfinanzminister Scholz (SPD) mit einem Lobbyisten der gro&szlig;en Investmentbank Goldman Sachs konzentriere ich mich auf die SPD.<\/p><p><strong>Beispiele f&uuml;r die erfolgreiche Unterwanderung von Parteien, insbesondere der SPD, und die daraus folgenden politischen Entscheidungen:<\/strong><\/p><p>Bevor ich einige Beispiele bringe, muss ich an dieser Stelle anmerken, dass damit nicht <strong>die<\/strong> SPD angeklagt wird. <strong>Die<\/strong> SPD ist nicht T&auml;ter. Sie ist Opfer. Hoffentlich wird das klar und das ist auch wichtig, weil sich nach meiner Erfahrung unheimlich viele Menschen an <strong>der<\/strong> SPD abarbeiten, ohne die Mechanismen im Hintergrund zu beachten.<\/p><ol>\n<li>Die SPD hatte am 20. Dezember 1989 in einem <em>Grundsatzprogramm, dem <strong>Berliner Grundsatzprogramm<\/strong> beschlossen<\/em>, dass nach dem Ende der Blockkonfrontation jetzt das Konzept der Gemeinsamen Sicherheit mit (damals) der Sowjetunion befolgt werden solle. Nicht nur der Warschauer Pakt, auch die NATO wurde zur Disposition gestellt. Es sollte abger&uuml;stet werden. Damit war f&uuml;r NATO und R&uuml;stungswirtschaft die h&ouml;chste Alarmstufe erreicht. Es wurde dann daf&uuml;r gesorgt, dass der Berliner Beschluss durch ein revidiertes Grundsatzprogramm entsch&auml;rft wurde. Ich selbst habe damals miterlebt, wie es im Kleinen funktioniert. Rudolf Scharping war 1991 Ministerpr&auml;sident von Rheinland-Pfalz geworden und machte einen Antrittsbesuch in den USA. Er kam wieder und war stolz darauf, dass er in Washington einen Lobbyisten f&uuml;r sein Bundesland gefunden hatte. Tats&auml;chlich war ein Lobbyist der USA auf Kosten von Rheinland-Pfalz bei diesem Land installiert.\n<p>Bei einem Gespr&auml;ch der rheinland-pf&auml;lzischen Landesgruppe der SPD mit dem Ministerpr&auml;sidenten war zu erkennen, dass Scharping von dem Beschluss vom 20. Dezember 1989 abr&uuml;ckte. Ich habe ihn konkret darauf angesprochen. Er hat &ndash; Respekt! &ndash; klar bekannt, dass er zu diesem Grundsatzprogramm und damit zur Aufl&ouml;sung der NATO und damit zur Abr&uuml;stung nicht mehr stehe.<\/p><\/li>\n<li>&Auml;hnliches geschah mit einer anderen Festlegung: im Wahlkampf 1991 hat der Kandidat f&uuml;r das Ministerpr&auml;sidentenamt unter Applaus der vom Flugl&auml;rm, von Giftgaslagern und Munitionsdepots geplagten Rheinland-Pf&auml;lzer verk&uuml;ndet, Rheinland-Pfalz d&uuml;rfe nicht der <strong>Flugzeugtr&auml;ger der USA<\/strong> <strong>in Europa<\/strong> sein. Nach dem oben erw&auml;hnten Antrittsbesuch in den USA war davon keine Rede mehr. Von Rheinland-Pfalz aus wird der Drohnenkrieg mit-gesteuert. Von hier aus starten schwere Bomber in den Nahen Osten. &Uuml;ber unseren K&ouml;pfen wird gerade in diesen Wochen stundenlang milit&auml;rischer Tiefflug ge&uuml;bt, etwas h&ouml;her als fr&uuml;her, aber deutlich h&ouml;rbar und sichtbar. Rheinland-Pfalz ist SPD-regiert. Anders als noch 1990 und danach ist die SPD kein Kampfverband mehr gegen die milit&auml;rischen &Uuml;bungen. Damals hat sie auf Betreiben der pf&auml;lzischen SPD auf ihrem Bundesparteitag in M&uuml;nster noch ein grunds&auml;tzliches Nein gegen diese milit&auml;rischen Flug-&Uuml;bungen beschlossen und unter anderem damit Erfolg gehabt.\n<p>Die jetzt dominante devote Haltung gegen&uuml;ber den Alliierten ist das Ergebnis von Lobbyarbeit und Unterwanderung zugleich.<\/p><\/li>\n<li><strong>Gerhard Schr&ouml;ders Vorbereitung der Agenda 2010<\/strong>. Gestern bin ich bei der Vorarbeit f&uuml;r diesen Beitrag auf einen wirklich exzellenten Artikel zur Demonstration der Unterwanderung der SPD gesto&szlig;en:<br>\n<blockquote><p>\n10.05.1999<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13220367.html\">Schr&ouml;ders Denkfabrik<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Abschied von der Arbeitslosigkeit? Nahezu unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit lie&szlig; das B&uuml;ndnis f&uuml;r Arbeit die Misere auf dem Arbeitsmarkt schonungslos analysieren. Experten erstellten einen radikalen Umbauplan f&uuml;r Kanzler Schr&ouml;der. Bonner B&uuml;ndnis f&uuml;r Arbeit am 7. Dezember 1998. &hellip;<\/p>\n<p><em>(Titel siehe oben)<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist ein wunderbares Beispiel f&uuml;r praktische und weit reichende Unterwanderung. Verschleiert als Denkfabrik haben damals Wissenschaftler mit Anti-Sozialstaats-Vorurteil und die Lobbyorganisation Bertelsmann-Stiftung Einfluss auf die Vorbereitung der Agenda 2010 gewonnen &ndash; &uuml;ber das sogenannte &bdquo;B&uuml;ndnis f&uuml;r Arbeit&ldquo;. Bertelsmann hat konkrete Hilfestellung bei der Arbeit dieser Kommission geleistet und sich seiner Mitarbeit in einer Brosch&uuml;re sogar ger&uuml;hmt. Der Artikel ist wirklich lesenswert, weil so vieles, was dann sp&auml;ter mit der Agenda 2010 und anderen Gemeinheiten Wirklichkeit geworden ist, schon im Dezember 1998 angelegt wurde. Scharnier bei der Unterwanderung war der Staatsminister im Kanzleramt und fr&uuml;here Landesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der SPD in Nordrhein-Westfalen, Bodo Hombach.<\/p><\/li>\n<li>F&uuml;r Schr&ouml;ders Regierung und im Zusammenwirken mit einem anderen typischen Einflussfaktor, mit Wolfgang Clement, wurde die F&ouml;rderung der Leiharbeit vorbereitet. Schon 2002 hat Clement als Superminister im Tagesspiegel verk&uuml;ndet, er wolle die Leiharbeit aufwerten. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/clement-will-leiharbeit-aufwerten\/359458.html\">Siehe hier<\/a>:<br>\n<blockquote><p>\n31.10.2002 00:00 Uhr<\/p>\n<p>Wirtschaft<\/p>\n<p><strong>Clement will Leiharbeit aufwerten<\/strong><\/p>\n<p>Superminister will Zeitarbeit aus der &bdquo;Schmuddelecke&ldquo; holen und provoziert damit die Gewerkschaften\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser arme Wolfgang Clement hatte dann pers&ouml;nlich auch etwas davon. Er wurde vom Weltmarktf&uuml;hrer f&uuml;r Leiharbeit aufgefangen. Hier die einschl&auml;gige erste Frage <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/politikerkarrieren-clement-wird-mr--zeitarbeit-5766054.html\">in einem Stern Interview<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\n<strong>Herr Clement, Sie haben bei dem ehemaligen Kaffee-Milliard&auml;r und jetzigen Grossaktion&auml;r des Weltmarktf&uuml;hrers f&uuml;r Zeitarbeit, der Adecco SA in Z&uuml;rich als Chairman eines neu gegr&uuml;ndeten &ldquo;Adecco Institute&rdquo; mit Sitz in London angeheuert. Ist der Institutszweck Wissenschaft &ndash; &ldquo;noch ein Institut&rdquo; &ndash; oder Gesch&auml;ft?<\/strong>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>Sein Kollege <strong>Walter Riester lie&szlig; sich da nicht lumpen. Er f&uuml;hrte zum 1.1.2002 die teure und nichtsnutzige Riesterrente ein<\/strong>. Zur F&ouml;rderung des Absatzes der privaten Versorgungsvertr&auml;ge musste er gleichzeitig &ndash; aus freien St&uuml;cken &ndash; die Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente reduzieren und die nach ihm benannte private Rente mit &ouml;ffentlichem Geld subventionieren. Besser kann Unterwanderung &uuml;berhaupt nicht funktionieren. <\/li>\n<li>Zum gleichen Datum wie die Riester-Rente, n&auml;mlich am 1.1.2002, <strong>wurden die beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensanteilen realisierten Gewinne steuerfrei gestellt<\/strong>. Damit sollte und wird bis heute der Ausverkauf deutscher Unternehmen gef&ouml;rdert. Schr&ouml;der nannte das &bdquo;Aufl&ouml;sung der Deutschland AG&ldquo;. Das war eine Entscheidung zugunsten vor allem der amerikanischen und sonstigen angels&auml;chsischen Finanzindustrie und der sogenannten Heuschrecken. Diese Steuerbefreiung gilt bis heute. Dass die neue Gro&szlig;e Koalition wiederum wie auch die letzte nicht an ihre Abschaffung ging, zeigt, dass selbstverst&auml;ndlich auch CDU und CSU unterwandert sind, und die Opposition gleich mit. Denn von dort kommt auch kein Vorsto&szlig; zur naheliegenden Abschaffung dieses Steuerprivilegs. &Uuml;brigens: als ich 2009 f&uuml;r mein Buch &bdquo;Meinungsmache&ldquo; und das einschl&auml;gige Kapitel &bdquo;Kapitalmarkt als Casinobetrieb und die Pl&uuml;nderung deutscher Unternehmen&ldquo; recherchierte, waren nach Informationen des einschl&auml;gigen Branchenverbandes schon 6000 Unternehmen steuerfrei verscherbelt worden.<\/li>\n<li>Gerhard Schr&ouml;der und Joschka Fischer reisten im Herbst 1998 nach gewonnener Bundestagswahl und bevor sie zum Bundeskanzler und Vizekanzler gew&auml;hlt wurden, nach Washington. Dort wurden sie auf die Beteiligung Deutschlands am sogenannten <strong>Kosovokrieg bzw. Jugoslawien-Krieg<\/strong> eingeschworen. Und dies wiederum war einer der Anl&auml;sse zum un&uuml;berbr&uuml;ckbaren Konflikt mit dem Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine und dessen Ausscheiden.<\/li>\n<li>Die SPD hatte <strong>im Wahlkampf 2005 gegen die von der CDU\/CSU geplante Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer um 2 % mobil gemacht<\/strong>. Siehe hier:\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180322-unterwanderung-01.png\" alt=\"\" title=\"\">\n<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Dann kam es zur gro&szlig;en Koalition und Peer Steinbr&uuml;ck wurde Finanzminister und beschloss mit Frau Merkel eine Mehrwertsteuererh&ouml;hung um 3 (!) %. Steinbr&uuml;ck und Clement und Hombach und Riester und Schr&ouml;der muss man leider als W&uuml;hlm&auml;use zur zerst&ouml;rerischen Schw&auml;chung des programmatischen Profils der SPD bewerten.<\/p><p><strong>Also die Menschen mit viel Geld hierzulande und vor allem auch in anderen L&auml;ndern haben die SPD bis zur totalen Profillosigkeit unterwandert. Man muss auch leider davon ausgehen, dass viel Personalpolitik der SPD von au&szlig;en und nicht von innen gemacht wird.<\/strong> Auf den Fall des neuen Generalsekret&auml;rs Klingbeil hatten wir schon hingewiesen.<\/p><p>Meine Sicht der Dinge, dass ich n&auml;mlich die SPD vor allem als Opfer und nicht zuerst als T&auml;ter sehe, will ich Ihnen nicht aufdr&auml;ngen. Aber, ich denke, als ein Element der Analyse des Geschehens ist diese Sicht sehr brauchbar.<\/p><p>Sie k&ouml;nnen sie auch ohne Probleme auf die CDU, auf die Gr&uuml;nen, auf die FDP und auf Teile der Linkspartei anwenden. Auch dort fanden und finden Ver&auml;nderungen statt, die man ohne die Annahme der Fremdbestimmung und Unterwanderung nicht erkl&auml;ren kann.<\/p><p><strong>Anhang 1:<\/strong><\/p><blockquote><p>\nOlaf Scholz powered by Goldman Sachs<\/p>\n<p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<\/p>\n<p>Olaf Scholz holt seinen Goldman Sachs Kumpel ins Finanzministerium. Das ist so unfassbar, dass man es kaum noch kommentieren kann und mag. Warum das haarstr&auml;ubend ist, muss ich wohl den Nachdenkseiten am allerwenigsten erkl&auml;ren. Diese Nachricht hat bei mir erneut Fragen aufgeworfen, wie es mit der SPD so weit kommen konnte. Dazu habe ich nun eine &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorie&rdquo; entwickelt. Sie ist noch im Anfangsstadium. Die Fragen lauten wie folgt:<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass eine sozialdemokratische Partei eine Kehrtwende in ihrer politischen Ausrichtung hinlegt, die allen Ideen der Sozialdemokratie diametral entgegen steht?<\/p>\n<p>Wie ist es m&ouml;glich, dass diese Kehrtwende in fast allen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien in Europa nahezu zeitgleich erfolgt ist?<\/p>\n<p>Warum halten die Parteif&uuml;hrungen unbeirrbar an ihrer selbstm&ouml;rderischen Politik fest, die unweigerlich in den Untergang f&uuml;hrt?<\/p>\n<p>Ist es plausibel anzunehmen, dass diese Parteif&uuml;hrungen es alle nicht besser wissen?<\/p>\n<p>Ist ein Gegenschlag wie er Labour gelungen ist auch in anderen L&auml;ndern m&ouml;glich und wenn ja wie? Auf diese letzte Frage habe ich allerdings noch keine Antworten gefunden.<\/p>\n<p>Den Text unten in blauer Farbe habe ich auf meiner facebook-Seite f&uuml;r alle sichtbar ver&ouml;ffentlicht. Ich finde es fast erstaunlich, dass ich &auml;hnliche Ideen noch nirgendwo gelesen habe.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPeter Rode<br>\n&nbsp;<br>\nIch habe eine neue Verschw&ouml;rungstheorie entwickelt:<\/p>\n<p>der Seeheimer Kreis (ein inoffizieller konservativ-liberaler Zirkel innerhalb der SPD, der den Kurs der Partei schon lange dominiert) in der SPD wurde dort von der Mont-Pelerin Gesellschaft (ein nach dem 2. WK gegr&uuml;ndeter, extrem einflussreicher Verein von marktradikalen Liberalen) oder einer der zahlreichen verbundenen Organisation installiert. Ziel: der Endsieg des Neoliberalismus durch die Zerst&ouml;rung der deutschen Sozialdemokratie von innen heraus.<\/p>\n<p>Grundlagen f&uuml;r diese Theorie: die SPD behauptet nach au&szlig;en hin zu glauben, dass der Grund f&uuml;r ihren Niedergang darin best&uuml;nde, dass durch schlechte PR ihre &ldquo;Erfolge&rdquo; der letzten 20 Jahre nur nicht gut genug verkauft wurden und dass sie daher weiterhin an ihrer selbstm&ouml;rderischen Politik festh&auml;lt. So bescheuert kann niemand sein, dass er glaubt die H&auml;lfte seiner W&auml;hler nur wegen schlechter PR und trotz toller, erfolgreicher Politik verloren zu haben. Der Untergang der SPD ist von langer Hand von Leuten mit sehr viel Macht und Geld geplant worden. Dieser Plan wurde und wird sehr konsequent durchgezogen. Eine Arbeiterpartei kann sich nicht ohne &auml;u&szlig;eren Einfluss derart in ihr Gegenteil verwandeln. &Auml;hnliche Pl&auml;ne wurden in allen sozialdemokratischen Bewegungen umgesetzt aber auf Grund der Gr&ouml;&szlig;e und des Einflusses von Deutschland, war die SPD das wichtigste Ziel. Ich glaube auch nicht, dass Blair und Schr&ouml;der mit ihrer sehr &auml;hnlichen Agenda zuf&auml;llig mehr oder weniger gleichzeitig die politische B&uuml;hne betraten. Sie wurden dort installiert und seitdem ist es den Neoliberalen egal, ob Sozialisten oder Konservative regieren.<\/p>\n<p>Der Seeheimer Kreis wurde &uuml;brigens 1974 gegr&uuml;ndet. Ich habe gerade erst nach dem Gr&uuml;ndungsjahr gesucht und war nicht &uuml;berrascht. Im selben Jahr wurde Brandt durch Schmidt abgel&ouml;st. Was f&uuml;r ein Zufall. Bis dahin wurde die SPD nur von au&szlig;en bek&auml;mpft. Es sollte sichergestellt werden, dass die SPD auf keinen Fall einen zweiten Brandt an ihre Spitze w&auml;hlt.<\/p>\n<p>Hat mal jemand einen Aluhut?<\/p>\n<p>Wir k&ouml;nnen aber auch gerne die Plausibilit&auml;t der Antithese er&ouml;rtern: die SPD und andere sozialdemokratische Parteien in Europa sind alle im Niedergang und zwar gleichzeitig. Das hat sich einfach so ergeben, weil die F&uuml;hrungen dieser Parteien alle in den 90ern gleichzeitig auf die Idee kamen, es w&auml;re eine gute Idee, den Interessen ihrer eigentlichen Klientel entgegengesetzt zu handeln. Labour bekam Blair, Frankreich Hollande und wir Schr&ouml;der. Die bei nahezu allen sozialdemokratischen Parteien Europas erfolgte Kehrtwende im politischen Kurs hin zu einer wirtschaftsfreundlichen und arbeiterfeindlichen Politik geschah ohne Einfluss von Personen und Organisationen, die &uuml;ber viel Geld und Macht verf&uuml;gen. Es war ein Wandel der Sozialdemokratie von innen heraus. Sie dachten alle, es w&auml;re gut Unternehmenssteuern zu senken, den Arbeitsmarkt zu deregulieren, die Banken machen zu lassen und die Gewerkschaften zu schw&auml;chen. Einfach so und v&ouml;llig entgegen gesetzt zu allen sozialdemokratischen Ideen.\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180322-unterwanderung.png\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Es ist eine &auml;u&szlig;erst beunruhigende Tatsache, weil damit auch der Rest von Demokratie durch den Kamin gejagt worden ist. Als auf den NachDenkSeiten der Beitrag &bdquo;Olaf Scholz powered by Goldman Sachs&ldquo; erschien, hat ein NachDenkSeiten-Leser die Frage aufgeworfen, wie es mit der SPD so<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43104\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,126,127,191,11],"tags":[1572,1550,2134,232,661,293,489,1826,1156,315,1937,466,359,1779,273,346,1210,831,411,253,1265,382,449,682,221],"class_list":["post-43104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-spd","category-strategien-der-meinungsmache","tag-abruestung","tag-agenda-2010","tag-berliner-programm","tag-bertelsmann","tag-clement-wolfgang","tag-finanzwirtschaft","tag-fremdbestimmung","tag-hombach-bodo","tag-leiharbeit","tag-merkel-angela","tag-militaermanoever","tag-nato","tag-parteistroemungen","tag-pr-journalismus","tag-privatvorsorge","tag-riester-walter","tag-scharping-rudolf","tag-scholz-olaf","tag-schroeder-gerhard","tag-steinbrueck-peer","tag-steuerbefreiung","tag-think-tanks","tag-umsatzsteuer","tag-verschwoerungstheorie","tag-versicherungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43104"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43144,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43104\/revisions\/43144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}