{"id":43117,"date":"2018-03-23T11:37:24","date_gmt":"2018-03-23T10:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43117"},"modified":"2018-03-23T16:09:20","modified_gmt":"2018-03-23T15:09:20","slug":"die-kandidatur-von-simone-lange-zum-parteivorsitz-der-spd-ist-wichtig-aus-sachlichen-und-formal-demokratischen-gruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43117","title":{"rendered":"Die Kandidatur von Simone Lange zum Parteivorsitz der SPD ist wichtig \u2013 aus sachlichen und formal demokratischen Gr\u00fcnden"},"content":{"rendered":"<p>Die SPD-Zentrale weigert sich, Simone Langes Kandidatur im Wettbewerb mit Andrea Nahles &uuml;berhaupt bekanntzugeben. Anfragen beim SPD-Vorstand werden abschl&auml;gig beschieden. <a href=\"https:\/\/web.facebook.com\/groups\/LinkeSPD\/permalink\/1618748431506953\/\">Siehe hier<\/a>. Frau Lange darf sich beim SPD-Parteivorstand auch erst am Tag vor der Vorsitzendenwahl, also am 21. April, vorstellen. Um diese Bunkermentalit&auml;t wenigstens &ouml;ffentlich zu machen, schrieb Simone Lange jetzt einen <a href=\"http:\/\/simone-lange.de\/offener-brief-an-die-spd-bundestagsfraktion\/\">Offenen Brief an die Bundestagsfraktion<\/a>. Auch aus sachlichen und wahlstrategischen Gr&uuml;nden w&auml;re es gut, die Delegierten des Parteitages in Wiesbaden w&uuml;rden am 22. April daf&uuml;r sorgen, dass die SPD nicht alleine von Andrea Nahles in beiden &Auml;mtern, als Vorsitzende der Bundestagsfraktion und als Vorsitzende der Partei, repr&auml;sentiert wird. Ich will das sachlich begr&uuml;nden. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nErstens: Es ist dringend notwendig, dass eine Volkspartei wie die SPD einen breiten Kreis von W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern und auch solche aus sehr unterschiedlichen W&auml;hlergruppen anspricht. Angela Merkel wei&szlig; das, Helmut Kohl wusste das. Bei allen Wahlk&auml;mpfen, an deren Planung ich beteiligt war, war die Pluralit&auml;t der Repr&auml;sentanten der SPD eine wichtige Voraussetzung f&uuml;r einen Erfolg. Deshalb haben wir diese Pluralit&auml;t auch immer bewusst eingeplant. Der Wahlerfolg Schr&ouml;ders von 1998 ist &ndash; auch wenn Schr&ouml;der das nicht wahrhaben will &ndash; wesentlich dem Umstand zu verdanken, dass er den Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine an seiner Seite hatte. Dass Helmut Schmidt als Bundeskanzler 1976 gegen Kohl gerade noch gewonnen hat, hat er dem Umstand zu verdanken, Willy Brandt als Parteivorsitzenden an seiner Seite zu haben. Auch Helmut Schmidt wollte das zwar nie wahrhaben; diese Einsicht widersprach seiner Eitelkeit. Aber es war so. &ndash; Jetzt will die auf ein eng begrenztes W&auml;hlerpotenzial ausgerichtete Andrea Nahles beide &Auml;mter besetzen und dabei auch noch Punkte machen. Das ist wahrlich grotesk. Dem sollten die Delegierten, wenn sie es gut meinen mit ihrer Partei, am 22. April widersprechen. Sie sollten die Chance nutzen, dass die SPD von der Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles <strong>und<\/strong> einer anderen Parteivorsitzenden, von Simone Lange, der Oberb&uuml;rgermeisterin von Flensburg repr&auml;sentiert wird.<\/p><p>Zweitens: Hinzu kommt, dass Andrea Nahles mit den Fehlern und falschen Festlegungen aus der Vergangenheit der jetzigen SPD-F&uuml;hrung verbunden und belastet ist und selbst auch keinen Versuch zu einem Befreiungsschlag gemacht hat. Im Gegenteil. Daf&uuml;r nur zwei Belege: sie hat nicht den Versuch gemacht, die Agenda 2010 zu bedauern und zu revidieren. Und sie hat beim Thema Altersvorsorge als zust&auml;ndige Ministerin in der letzten Koalition und als zust&auml;ndige Fachfrau in der SPD-F&uuml;hrung f&uuml;r die Fortsetzung auf dem falschen Weg der vom Steuerzahler gef&ouml;rderten Privatvorsorge beharrt. Sie hatten nicht das Notwendige getan, alle Mittel auf die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente zu konzentrieren und die Minderungen ihrer Leistungsf&auml;higkeit, die in der Zeit der Kanzlerschaft von Schr&ouml;der und Merkel beschlossen worden waren, zu revidieren. Und sie hat uns W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern obendrein dann auch noch die 48 % Durchschnittsrente, die bei den meisten Menschen hinten und vorne nicht reicht, als gro&szlig;en Erfolg verkauft. Daf&uuml;r verdient sie Misstrauen. Und so jemand wird die SPD, wenn sie diese Partei alleine in beiden wichtigen &Auml;mtern repr&auml;sentiert, nicht aus dem Ghetto eines Wahlergebnisses von unterhalb oder knapp oberhalb der 20 % befreien. Auch ihre aggressive Sprache, ihr &ouml;ffentlicher Auftritt und ihr Umgang mit anderen ist nicht attraktiv. <\/p><p>Der SPD-Vorstand und die Delegierten des Parteitages von Wiesbaden m&uuml;ssten deshalb gl&uuml;cklich dar&uuml;ber sein, dass es jetzt eine zweite und noch dazu eine respektable Bewerbung f&uuml;r das Amt der Parteivorsitzenden gibt. <\/p><p>Drittens kommt hinzu, dass, beide &Auml;mter auszuf&uuml;llen, eine ungemein gro&szlig;e Last und Verantwortung bedeutet. In erfolgreichen Zeiten waren die beiden &Auml;mter auch von verschiedenen Personen besetzt, zum Beispiel in der Legislaturperiode zwischen 1965 und 1969, die immerhin damit endete, dass bei der darauf folgenden Wahl 1969 zum ersten Mal ein Sozialdemokrat zum Bundeskanzler gew&auml;hlt wurde. Da war Helmut Schmidt Fraktionsvorsitzender und Willy Brandt Parteivorsitzender. Wenn Andrea Nahles eine &Uuml;berfliegerin mit einer unglaublichen intellektuellen und Schaffenskraft w&auml;re, dann k&ouml;nnte man dem Doppelmandat ja n&auml;hertreten. So aber ist das doppelte Amt von ihr einfach viel zu viel verlangt. Und gegen sie spricht doppelt und dreifach, dass sie selbst das nicht sieht und nicht einsieht. Wer sich so selbst &uuml;bersch&auml;tzt, ist nicht w&auml;hlbar.<\/p><p><strong>Simone Lange hat aus meiner Sicht schon an drei wichtigen inhaltlichen Punkten Flagge und Mut gezeigt. <\/strong><\/p><p>Sie hat sich f&uuml;r die Agenda 2010 entschuldigt und h&auml;lt dies auch f&uuml;r die SPD f&uuml;r notwendig. Sie ist f&uuml;r eine neue Phase der Entspannungspolitik mit Russland und die <a href=\"http:\/\/simone-lange.de\/undenkbares-denkbar-machen\/\">Beendigung der Konfrontation<\/a>. Und sie wendet sich gegen R&uuml;stungsexporte und pl&auml;diert f&uuml;r Abr&uuml;stung statt Aufr&uuml;stung.  Das sind schon drei Schwerpunkte der beteuerten Erneuerung ihrer Partei. Schon deshalb lohnt es sich, sie zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p><strong>Der Terminkalender von Simone Lange bis zur Vorsitzendenwahl:<\/strong><\/p><p>F&uuml;r den Fall, dass Sie sie auch pers&ouml;nlich kennenlernen wollen, <a href=\"http:\/\/simone-lange.de\/calendar\/\">hier ist die Liste der Termine und Orte<\/a>, wo Frau Lange sich vorstellen wird. Das reicht von Schw&auml;bisch Hall und Heidelberg bis Berlin und Neubrandenburg, und von K&ouml;ln bis Bautzen.<\/p><p>P.S.: Ich hoffe und bitte darum, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, diesen Artikel nicht in die Kategorie Parteipolitik einordnen. Hier geht es im Kern nur um die Bewahrung eines Restes von Demokratie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SPD-Zentrale weigert sich, Simone Langes Kandidatur im Wettbewerb mit Andrea Nahles &uuml;berhaupt bekanntzugeben. 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