{"id":43129,"date":"2018-03-25T11:45:25","date_gmt":"2018-03-25T09:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43129"},"modified":"2018-12-30T15:56:42","modified_gmt":"2018-12-30T14:56:42","slug":"der-haitianische-und-venezolanische-tsunami","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43129","title":{"rendered":"Der haitianische und venezolanische \u201cTsunami\u201d"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180325-haitiani-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Massen-Migration als Traum vom besseren Leben und B&uuml;hne rechtsradikaler Einmischung am Beispiel Chiles. Zuwanderung und Fl&uuml;chtlingswellen sind l&auml;ngst kein ausschlie&szlig;liches europ&auml;isches Thema. Von europ&auml;ischen Medien nahezu unbemerkt, ist die Massen-Migration auf dem amerikanischen Kontinent ein viel &auml;lteres Ph&auml;nomen als die anhaltende Fl&uuml;chtlingsflut von Nahost nach Westeuropa. Als Ursprungsl&auml;nder der Massen-Migration in Lateinamerika stehen Haiti und Venezuela im Fokus der Berichterstattung, ver&auml;ndern das Stra&szlig;enbild und heizen die Debatte &uuml;ber die &bdquo;zumutbare Obergrenze&rdquo; in Aufnahmel&auml;ndern wie Chile an. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nNach unterschiedlichen Sch&auml;tzungen schwankt die Zahl der Venezolaner, die seit 2015 ihr Land verlassen haben, zwischen 1,4 Millionen und 2,0 Millionen Menschen, von denen allein im vergangenen Jahr 250.000 nach Chile str&ouml;mten. Die venezolanische Regierung hat diese Zahl wiederholt angezweifelt, vergisst dabei jedoch, dass ihre eigene, offizielle Z&auml;hlung bereits 2011 <a href=\"http:\/\/www.ine.gov.ve\/documentos\/Demografia\/CensodePoblacionyVivienda\/pdf\/nacional.pdf\">die Zahl der ausgewanderten Staatsb&uuml;rger mit 1.156.578 bezifferte<\/a>.<\/p><p>Dass seit sp&auml;testens 2015 am rasant zunehmenden Exodus aus der bolivarischen Republik mehr dran ist als aufgeputschte Statistik und konservative Propaganda, zeigt allein schon die Zahl der auf dem gerade 1,3 Millionen Einwohner z&auml;hlenden Trinidad and Tobago gestrandeten 40.000 Venezolaner. Die Angaben sind vom Hohen Fl&uuml;chtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) und beschreiben &auml;hnliche Zust&auml;nde im benachbarten Panama und der Dominikanischen Republik (&lsquo;At home, we couldn&rsquo;t get by&rsquo;: more Venezuelans flee as crisis deepens &ndash; The Guardian, 17. Juli 2017).<\/p><p>Die Massenauswanderung ist nur zum Teil politisch motiviert, ist sie doch auch Symptom des sozialen Aufstiegsdrucks der Mittelschichten und der schwindelerregenden Kriminalit&auml;tsrate, die mit 130,3 Morden auf je 100.000 Einwohner Caracas zur gewaltt&auml;tigsten Stadt auf dem amerikanischen Kontinent mutieren lie&szlig; (Las ciudades m&aacute;s violentas del mundo son latinoamericanas &ndash; Sputnik, 12. Januar 2018).<\/p><p>Von &auml;hnlicher Gr&ouml;&szlig;enordnung ist die &auml;ltere, sogenannte &bdquo;haitianische Diaspora&rdquo;, die ebenfalls 2 Millionen Menschen umfasst und 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung des knapp 11 Millionen Einwohner z&auml;hlenden, karibischen Inselstaates ausmacht; davon 975.000 allein in den USA, gefolgt von der Dominikanischen Republik (500.000 bis 800.000), Cuba (300.000), Kanada (200.000) und Brasilien (130.000), das seit 2016 von Chile abgeh&auml;ngt wird, wo zwischen 150.000 und 170.000 Haitianer  als &bdquo;Touristen&rdquo; landeten. Das kaum 17 Millionen Einwohner z&auml;hlende Chile nahm 2017 mehr als 350.000 teils legal, teils illegal zugereiste Venezolaner und Haitianer auf, die zusammen mit 130.000 Peruanern, die in den 1990-er Jahren vor der Fujimori-Diktatur fl&uuml;chteten, eine halbe Million neu zugewanderter Ausl&auml;nder ausmachen.<\/p><p>&bdquo;You have 18 months to pack your bags!&rdquo;, drohte Pr&auml;sident Donald Trump zur gleichen Zeit rund 60.000 Haitianern nach seinem geopolitischen Schlachtbefehl &bdquo;Amerika first!&rdquo; und dem Beschluss, die USA mit einer Mauer vor der illegalen Einwanderung aus Mexiko abzuschotten (Trump to 59,000 Haitians: &ndash; Vox, 20, November 2017). Ab Juli 2019 sollen die zu hunderttausenden in den USA lebenden Haitianer jede Form humanit&auml;ren Schutzes verlieren.<\/p><p>Jos&eacute; Antonio Kast, unterlegener deutschst&auml;mmiger Rechtsau&szlig;en-Kandidat w&auml;hrend der j&uuml;ngsten Pr&auml;sidentschaftswahlen in Chile, wollte Trump mit Exaltiertheit nicht nachstehen und empfahl vor der Stichwahl Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era den Bau &bdquo;physischer Bollwerke&ldquo; an der 170 Kilometer kurzen Grenze zwischen Chile und Peru und entlang der 1.000 Kilometer langen Demarkationslinie zwischen Chile und Bolivien; angeblich &bdquo;gegen den Drogenschmuggel&ldquo;, den Kast Ausl&auml;ndern andichtete (Muros en fronteras y militares en La Araucan&iacute;a: Pi&ntilde;era incorpora medidas de seguridad de Kast a su programa &ndash; El Dinamo, 27. November 2017). Die konservativen Stammw&auml;hler w&uuml;rdigten Kasts patriotische Befestigungsanlagen und Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era gewann bekanntlich auch mit nur schlecht kaschierter Ausl&auml;nderfeindlichkeit die Pr&auml;sidentschaftswahlen.<\/p><p><strong>Heimat kaputt: Hintergr&uuml;nde der haitianischen Massenflucht<\/strong><\/p><p>Die Weltbank, die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) und die Europ&auml;ische Union haben in den vergangenen f&uuml;nf Jahren Haiti zwar Kredite und Nothilfe-Leistungen von umgerechnet 2,0 Milliarden Euro gew&auml;hrt, doch die Summe war angesichts des desolaten Zustands im Land bisher ein Tropfen auf dem hei&szlig;en Stein.<\/p><p>Da meldete sich pl&ouml;tzlich die VR China. Ende August 2017 erkl&auml;rte die chinesische Regierung, sie plane 30 Milliarden US-Dollar in Haiti zu investieren. Zur Mega-Investition geh&ouml;ren unter anderem Kraftwerksprojekte, Fernstra&szlig;en, Stadthallen, M&auml;rkte und zigtausende Wohnungen. Mit einem Wort: der erste integrale und glaubw&uuml;rdige Wiederaufbau-Plan f&uuml;r den zerst&ouml;rten Inselstaat (Gobierno de China invertir&aacute; US$30 mil millones en Hait&iacute; &ndash; Al Momento, 31.August 2017).<\/p><p>Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem Erdbeben der St&auml;rke 7,0 verw&uuml;stet, das verheerendste seit zwei Jahrhunderten. Es forderte 222.750 Todesopfer und die Vertreibung von 1,5 Millionen Haitianern. Die &Uuml;berlebenden hatten keinen Zugang zu Grundnahrungsmitteln, Wasser-, Sanit&auml;r-, Gesundheits-Notfalldiensten und den elementarsten Formen sicheren Unterschlupfs. Mit 770.000 gesch&auml;tzten F&auml;llen brach zudem Monate sp&auml;ter die gr&ouml;&szlig;te Cholera-Epidemie aller Zeiten aus, die mit Leichtigkeit h&auml;tte bek&auml;mpft werden k&ouml;nnen, jedoch bis Mai 2016 <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/echo\/files\/aid\/countries\/factsheets\/haiti_es.pdf\">mehr als 9.000 Menschenleben forderte<\/a> (Generaldirektion&nbsp;Humanit&auml;re Hilfe&nbsp;und Katastrophenschutz\/GD ECHO,  21. Oktober 2016).<\/p><p>Mit einem Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 739 US-Dollar (2016) ist Haiti nach Angaben der Weltbank das &auml;rmste Land auf dem amerikanischen Kontinent und eines der &auml;rmsten der Welt. Haushaltsbefragungen nach dem Erdbeben ergaben, dass mehr als 6 Millionen, also 59 Prozent der 10,4 Millionen Haitianer, unter der nationalen Armutsgrenze von 2,41 Dollar\/Tag und &uuml;ber 2,5 Millionen unter der extremen Armutsgrenze von 1,23 Dollar\/Tag lebten. Haiti ist zugleich eines der sozial ungleichsten L&auml;nder, mit einem <a href=\"http:\/\/www.worldbank.org\/en\/country\/haiti\/overview\">Gini-Koeffizienten von 0,59<\/a>, was die niedrig ausgebildete Resilienz erkl&auml;ren mag.<\/p><p>Ma&szlig;gebliche Untersuchungen &uuml;ber Entwicklungs- und Demokratie-Standards in Haiti verweisen auf die extrem hohe Gewalt-Statistik, insbesondere gegen Frauen und Kinder: 35 Prozent aller Frauen &uuml;ber 15 Jahre sind Opfer k&ouml;rperlicher Gewalt im h&auml;uslichen Bereich. Mit 34 Morden je 100.000 Einwohner &uuml;bertrifft Haiti zudem den regionalen Durchschnitt von 22,9\/100.000.<\/p><p>Doch nicht alles sind Naturgewalten. Erdbeben und Epidemien allein erkl&auml;ren nicht die Extrem-Armut des einst revolution&auml;ren Inselstaates. &bdquo;Wenn Haitis Bruttoinlandsprodukt 8,5 Milliarden Dollar betr&auml;gt, dann sind ungef&auml;hr 95 Prozent davon in den H&auml;nden von zehn Familien&ldquo;, ist verschiedentlich zu lesen (Who is the richest person in Haiti and how did he make his money? &ndash; Quora, April 2013).<\/p><p>Die sechs reichsten Familien in Haiti hei&szlig;en Madsen, Brandt, Lacombe, Gardere, Mevs, Bigio und entstammen wei&szlig;en Einwanderern aus Europa und Nahost. Sie waren politisch eng in die blutige Diktatur Fran&ccedil;ois &bdquo;Papa Doc&rdquo; Duvaliers (1957 &ndash; 1971) involviert und verdanken ihr den Aufstieg und die Monopolstellung in der lokalen Wirtschaft. Ihnen wird auch eine entscheidende Rolle beim Staatsstreich von 2004 nachgesagt, als der demokratisch gew&auml;hlte Pr&auml;sident und schwarze Million&auml;r Jean-Bertrand Aristide aus dem Amt gejagt wurde.<\/p><p>Als schlie&szlig;lich im September 2013 das Verfassungsgericht der Dominikanischen Republik &ndash; Ersatzheimat von bis zu 800.000 Haitianern &ndash; eine Resolution erlie&szlig;, wonach die im Lande geborenen Kinder ausl&auml;ndischer Eltern, die keinen regul&auml;ren Migranten-Status besa&szlig;en, kein Recht auf dominikanische Staatsb&uuml;rgerschaft hatten, machte die Mehrheit der Betroffenen keinen Gebrauch vom Angebot, ihren Status bis Juni 2015 zu regeln. So begann der haitianische Massen-Exodus auch im dominikanischen Nachbarland. Seitdem &uuml;berschritten rund 86.000 Menschen die Grenze nach Haiti, gefolgt von mindestens 1.200 vollwaisen Kindern. Von Haiti nach S&uuml;damerika war ihr n&auml;chster Schritt. <\/p><p><strong>Das chilenische Gesch&auml;ft mit den Migranten<\/strong><\/p><p>Die chilenischen Einreisebestimmungen von 1975, aus der &Auml;ra Pinochet, geh&ouml;ren zu den reformbed&uuml;rftigsten Lateinamerikas. Wenige afrikanische und asiatische L&auml;nder, zuz&uuml;glich Kuba, Dominica und Guyana, ben&ouml;tigen f&uuml;r Chile ein Einreisevisum. Von Touristen wird lediglich die Vorlage eines g&uuml;ltigen Reisepasses verlangt, der sie zum international &uuml;blichen Aufenthaltsvisum f&uuml;r die Dauer von 90 Tagen berechtigt. &bdquo;Irregul&auml;re&rdquo; Migranten sind streng genommen nur diejenigen, die heimlich einreisen und die, die die Frist &uuml;berziehen, ein Versto&szlig;, der mit bis zu 20 Mindestl&ouml;hnen (maximal 8.000 Euro) geahndet werden kann.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180325-haitiani-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Gleichwohl erhielt die chilenische Kriminalpolizei PDI Mitte 2016 eine Anzeige gegen den verst&auml;rkten Zustrom von Haitianern, die in Wahrheit nicht als Touristen, sondern mit Arbeits- und Wohnabsichten in Chile einreisen w&uuml;rden. Die Anzeige hatte eine Kriminaluntersuchung &uuml;ber die Beteiligung der damals gerade neu gegr&uuml;ndeten, chilenischen Fluggesellschaft Latin American Wings (LAW) an angeblichem Menschenhandel zur Folge. Zum Flugpreis von 730 Dollar operierte LAW nahezu als Exklusivanbieter f&uuml;r den Transport von Haitianern, vor allem zwischen dem dominikanischen Flughafen Punta Cana und Santiago de Chile.<\/p><p>Die eingeschaltete Staatsanwaltschaft stie&szlig; bei der Untersuchung auf ein Gesch&auml;ft f&uuml;r die Ausstellung falscher Einladungen und Arbeitsvertr&auml;ge durch fiktive Kircheneinrichtungen, wof&uuml;r die Haitianer 300 Dollar zahlen mussten. Handlungsort waren anr&uuml;chige Reiseb&uuml;ros auf Santiagos elegischer Plaza de Armas im Herzen Santiagos. Der Schwindel flog auf, als Beamte der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde feststellten, dass ein und dieselbe Person 300 angebliche Vertr&auml;ge ausgestellt und damit einen Gewinn von umgerechnet 23.000 Dollar erzielt hatte. (Fiscal&iacute;a investiga a aerol&iacute;nea en caso de tr&aacute;fico de haitianos en Chile &ndash; Cooperativa, 20.November 2016). Die Fluggesellschaft LAW stand im Verdacht, an dem Schwindel mit Zahlung von Kommissionen beteiligt gewesen zu sein. Im September 2017 erhielt LAW Landeverbot in Haiti und stellte im Januar 2018 ihren Flugverkehr f&uuml;r Chile ein.<\/p><p><strong>Haitianer in Chile: schlechtbezahlte Drecksarbeit und aufkeimender Rassismus<\/strong><\/p><p>Als Brasilien, die gr&ouml;&szlig;te Wahlheimat der arabischen Gemeinde au&szlig;erhalb des Vorderen Orients, 2015 beschloss, die Mehrheit von 5.000 syrischen Fl&uuml;chtlingen aufzunehmen, die in Europa nicht hereingelassen wurden, warf der in den NachDenkSeiten vielfach zitierte, rechtsradikale Ex-Hauptmann der Armee und gegenw&auml;rtige Pr&auml;sidentschaftskandidat Jair Bolsonaro in einem Zeitungsinterview mit rassistischem Gedankengut um sich. Die Fl&uuml;chtlinge seien der &bdquo;Abschaum der Welt&rdquo; (Bolsonaro v&ecirc; imigrantes como &ldquo;amea&ccedil;a&rdquo; e chama refugiados de &ldquo;a esc&oacute;ria do mundo&rdquo; &ndash; Op&ccedil;&atilde;o, 18. September 2015). <\/p><p>In den gleichen Chor des Fremdenhasses stimmten Rechtsextreme in Chile mit paranoiden S&auml;tzen in den sozialen Netzwerken ein, wie &bdquo;Haitianer sind getarnte Terroristen, die in Kuba ausgebildet wurden und den Auftrag haben, Chile mit einem Krieg zu &uuml;berziehen&rdquo;.<\/p><p>Der popul&auml;re Ansager von Santiagos Radio Agricultura, Sergio &bdquo;Checho&rdquo; Hirane, war pl&ouml;tzlich von einem Ansturm rassenhygienischer Paranoia ergriffen und erbrach sich im &Auml;ther mit den Worten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden bin ich ein Bef&uuml;rworter der Einwanderung gewesen, aber ich bin auch besorgt &uuml;ber die fehlende Kontrolle. Das ist kein Pappenstiel, sie kann die Rasse ver&auml;ndern&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Hirane bezog sich auf eine omin&ouml;se &bdquo;Reinheit der chilenischen Rasse&ldquo; und blieb nicht unwidersprochen. Der Satz l&ouml;ste bei H&ouml;rern und in den sozialen Netzwerken Emp&ouml;rung aus (Checho Hirane lanza frase racista por ingreso de extranjeros al pa&iacute;s: &ldquo;Esto puede cambiar la raza&rdquo; &ndash; El Mostrador, 27. Februar 2018).<\/p><p>Doch kein anschaulicheres Beispiel steht f&uuml;r chilenischen Rassismus als das mit Mayonnaise, Senf, Ketchup und Spucke angegriffene Gesicht eines haitianischen Arbeiters in der Ortschaft Santa Cruz, 150 Kilometer s&uuml;dlich von Santiago. Vor wenigen Tagen schmetterte ein wei&szlig;er, chilenischer Kunde dem Angestellten eines Tankstellen-Kiosks die Reste eines Hotdogs ins Gesicht (<a href=\"http:\/\/www.adnradio.cl\/noticias\/nacional\/trabajador-haitiano-sufre-violenta-agresion-en-servicentro\/20180321\/nota\/3726982.aspx\">siehe Video<\/a>), weil dem Sandwich angeblich der hierzulande beliebte Avocado-Aufstrich fehlte. Das Attentat auf die Menschenw&uuml;rde entfesselte hunderttausendfaches Magenumdrehen und einen medialen Ansturm von Entsetzen gegen den nur ungern zugegebenen Rassenhass im Lande.<\/p><p>&bdquo;Wenn es eine &bdquo;Invasion&rdquo; g&auml;be, w&auml;ren es die Venezolaner, nicht die Haitianer. Immer, wenn Menschenhandel oder Arbeitsausbeutung nachgewiesen werden, sind Haitianer Opfer und nicht T&auml;ter&ldquo;, hatte Wochen zuvor der junge Jurist Arturo Subercaseaux getwittert und seinen konservativen Landsleuten das Maul mit harten Fakten gestopft: &bdquo;2017 zahlten sie 490 Millionen Dollar an Einkommenssteuer und zusammen mit den 2,9 Prozent der Migranten 913 Millionen Dollar Umsatzsteuer&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.publimetro.cl\/cl\/estilo-vida\/2018\/03\/02\/aplaudido-analisis-tuitero-llegada-haitianos-chile-desmentir-mitos-fenomeno-migratorio.html\">El aplaudido an&aacute;lisis tuitero sobre llegada de haitianos a Chile<\/a> &ndash; Publimetro, 02. M&auml;rz 2018). Der Preis f&uuml;r die Dem&uuml;tigungen: Vergessen hatte Subercaseaux, dass zudem die Geld-&Uuml;berweisungen von Chile nach Haiti in den vergangenen Jahren um 400 Prozent zunahmen und 2016 den Rekordwert von 36 Millionen Dollar erreichten; ein Opfergang f&uuml;r die verarmten, daheimgebliebenen Familienangeh&ouml;rigen (Env&iacute;o de dinero desde Chile a Hait&iacute; aument&oacute; casi 400% en 2016 &ndash; La Tercera, 01. Juli 2017).<\/p><p>Nicht weniger rabiat geht es auf dem sogenannten &bdquo;Arbeitsmarkt&ldquo; zu. Haitianer sieht man als Stra&szlig;enfeger, Gehilfen auf dem Bau, Pfl&uuml;cker auf Frucht- und Gem&uuml;seplantagen oder als Kistenschlepper auf M&auml;rkten, die Frauen zumeist als Domestiken oder K&uuml;chengehilfinnen; allesamt von Chilenen gemiedene Drecks- und Schwerarbeiten. <\/p><p>An Beispielen f&uuml;r die miserable Behandlung der f&uuml;r ihren Einsatz und Flei&szlig; landesweit gelobten Haitianer mangelt es nicht. Bereits im M&auml;rz 2017 best&auml;tigte Ildefonso Galaz, Inspektor der Arbeitsaufsichtsbeh&ouml;rde Maule, die Klagen haitianischer Saisonarbeiter, deren Arbeitgeber sich aus dem Staub gemacht und ihre Geh&auml;lter nicht gezahlt hatten. Nicht weniger als 140 gleichlautende Beschwerden sind bei der Beh&ouml;rde eingereicht worden, die auf die prek&auml;ren Arbeitsbedingungen der haitianischen Zuwanderer im Obstsektor verwiesen und beh&ouml;rdliches Eingreifen forderten.<\/p><p><strong>Die &ldquo;qualifizierten&rdquo; und &uuml;berwiegend rechtsradikalen Venezolaner<\/strong><\/p><p>Der j&uuml;ngste Bericht der Internationalen Organisation f&uuml;r Migrationen der Vereinten Nationen vom Februar 2018 beziffert die Zahl der im Ausland lebenden Venezolaner &ndash; einschlie&szlig;lich jener mit Fl&uuml;chtlingsstatus oder als Asylantragsteller &ndash; auf  rund 1,6 Menschen (<a href=\"https:\/\/www.iom.int\/wmr\/world-migration-report-2018\">World Migration Report 2018<\/a>, S. 75 ff.). &bdquo;The Bolivarian Republic of Venezuela had the next largest migrant population, followed by Mexico and Brazil&ldquo;, hei&szlig;t in der Einleitung zum Kapitel &uuml;ber die Karibik und Lateinamerika.<\/p><p>&bdquo;Seit 2013 ist die regul&auml;re Zuwanderung aus Venezuela um das 19-fache gestiegen&ldquo;, hie&szlig; es Ende 2017 in chilenischen Medien (Venezolanos lideran solicitudes de residencia en Chile durante 2017 &ndash; La Tercera, 30. Oktober 2017). Einem Bericht der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde an den Ausschuss f&uuml;r Innere Angelegenheiten der Abgeordnetenkammer zufolge besetzen die zugewanderten Venezolaner &ndash; selbst gegen&uuml;ber Nachbarl&auml;ndern wie Argentinien oder anderen, explosiv zunehmenden Gruppen wie die der Haitianer &ndash; in den vergangenen drei Jahren den Rang der viertgr&ouml;&szlig;ten ausl&auml;ndischen Gemeinde in Chile.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180325-haitiani-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>&bdquo;Der venezolanische Einwanderer unterscheidet sich von anderen Lateinamerikanern&rdquo;, erkl&auml;rt Hector Carvacho, Professor f&uuml;r Psychologie an der Katholischen Universit&auml;t Chiles. Der Venezolaner sei nicht der &bdquo;typische Ausl&auml;nder&rdquo;, der sich ein Land allein aus h&ouml;heren wirtschaftlichen Erw&auml;gungen aussucht. Sie seien in Bezug auf Bildung und Arbeit besser qualifiziert, wertet Carvacho. Oder mit anderen Worten: &bdquo;Menschen mit gr&ouml;&szlig;erem sozialen und kulturellen Kapital&rdquo;, die, so warnt er, &bdquo;die obere Mittelschicht zum Integrationsziel haben, wo sie am besten empfangen werden&hellip; Was genau deshalb nicht bedeutet, dass sie bleiben werden. Sie k&ouml;nnten ein anderes Migrationsziel w&auml;hlen, wenn Chile nicht ihre Erwartungen erf&uuml;llt.&rdquo;<\/p><p>Gilberto Aranda, Lateinamerika-Forscher an der Universidad de Chile, bringt das Profil der Venezolaner pr&auml;ziser auf den Punkt. Es handele sich vorwiegend um junge Fachkr&auml;fte mit frischem Hochschulabschluss, die nach &bdquo;neuen Horizonten&ldquo; suchen. Sie wollen in Wohlstand und politischer Freiheit leben, die sie in Venezuela nicht finden.<\/p><p>Im Mai 2017 ging es los mit dem &bdquo;Leben in politischer Freiheit&ldquo;. Mit einem Riesentransparent &bdquo;Schluss mit der Diktatur in Venezuela!&ldquo; protestierten hunderte Venezolaner in Chile gegen die Regierung Nicol&aacute;s Maduro in der N&auml;he der venezolanischen Botschaft in Santiago. Gleichwohl, als die rechten Venezolaner das diplomatische Quartier im Nobelbezirk Providencia zu erreichen versuchten, wurden sie von Gegendemonstranten daran gehindert.<\/p><p>Mit Fahnen der ehemaligen Guerilla-Organisation &bdquo;Patriotische Front Manuel Rodr&iacute;guez (FPMR)&ldquo; und der kommunistischen Jugend antworteten die Chilenen, dass die venezolanische Regierung demokratisch gew&auml;hlt worden sei. Es kam zum Handgemenge, Spezialeinheiten der Polizei griffen ein und trieben die Parteien auseinander, jedoch befeuert von der chilenischen Rechten rei&szlig;en die Demonstrationen der ausgewanderten Feinde des Chavismo nicht mehr ab.<\/p><p>Der Gipfel ungebetener Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chiles war ein <a href=\"http:\/\/www.eldesconcierto.cl\/2017\/11\/29\/video-el-enigmatico-mensaje-de-un-grupo-de-venezolanos-en-chile-te-digo-a-ti-que-cuando-votes-vota-con-consciencia\/\">Video der Maduro-Feinde<\/a> von Ende November 2017 mit einem Wahlaufruf gegen den Mitte-Links-Pr&auml;sidentschaftskandidaten Alejandro Guillier. Das Video kreierte die Verschw&ouml;rungstheorie von der angeblichen Unterst&uuml;tzung des eher scheuen Sozialdemokraten Alejandro Guillier durch den Erzfeind der chilenischen Rechten, Nicol&aacute;s Maduro. Der konservative Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era machte sich den Aufruf zu eigen und verglich seinen Gegner mit dem venezolanischen Pr&auml;sidenten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich sehe, es wird immer heftiger, mehr demagogisch, sprunghafter Tag f&uuml;r Tag, wie Nicolas Maduro.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Obwohl das Video keinen der beiden Kandidaten erw&auml;hnte, verfolgte es unmissverst&auml;ndliche politische Zwecke: &bdquo;Vor einiger Zeit w&auml;hlte ich Chile zu meiner zweiten Heimat, weil ich aus Venezuela fliehen musste&ldquo;, schluchzt eine Maduro-Gegnerin. &bdquo;Deshalb sage ich Ihnen heute&ldquo;, alarmiert ein Venezolaner, &bdquo;wenn Sie w&auml;hlen, sollten Sie mit Gewissen abstimmen, f&uuml;r Chile stimmen!&ldquo;. Zu den Stimmen der Haitianer-Feinde gesellten sich rasch die Stimmen der paranoid gestimmten Maduro-Feinde. Auch deshalb gewann Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era die Wahl.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180325-haitiani-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Nachtrag &ndash; <strong>Der Fake von den &bdquo;5 Millionen Kolumbianern&rdquo; oder wie alternative Medien ihren Gegnern in die H&auml;nde spielen<\/strong><\/p><p>In einem k&uuml;rzlichen Beitrag von Maria M&uuml;ller (<a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/amerika\/66960-kolumbien-plant-auffanglager-an-grenze\/\">Vermeintliche Fl&uuml;chtlingskrise: Wie Kolumbien die Welt an der Nase herumf&uuml;hrt<\/a> &ndash; RT Deutsch, 20.03.2018) wird mit ungepr&uuml;ften oder nicht ordentlich recherchierten Zahlen Unfug &uuml;ber venezolanische und kolumbianische Migranten und Fl&uuml;chtlinge verbreitet, der so leider nicht unkommentiert stehenbleiben kann.<\/p><p>&bdquo;&hellip; Etwa 70 Prozent der Menschen, die heute nach Kolumbien kommen, sind r&uuml;ckkehrwillige Exil-Kolumbianer&rdquo;, schreibt M&uuml;ller. Demnach h&auml;tten sich &ldquo;in den vergangenen 20 Jahren &hellip; rund f&uuml;nf Millionen auf der Flucht vor Krieg und Armut dauerhaft oder vor&uuml;bergehend in Venezuela niedergelassen. Sie wurden dort ohne viel Aufsehen in das soziale System integriert und den Venezolanern gleichgestellt. Venezuela erbat nie internationale Hilfe angesichts dieses betr&auml;chtlichen finanziellen Solidarit&auml;tsaufwands.&rdquo;<\/p><p>Woher M&uuml;ller sich diese Zahl holte, ist schleierhaft. Die venezolanische Volksz&auml;hlung von 2014 erw&auml;hnt ausdr&uuml;cklich 721.791 Kolumbianer (<a href=\"http:\/\/www.ine.gov.ve\/documentos\/Demografia\/CensodePoblacionyVivienda\/pdf\/nacional.pdf\">XIV Censo Nacional de Poblaci&oacute;n y Vivienda &ndash; INE, 2014, S. 42<\/a>). Ferner widerlegte eine Forschergruppe unter F&uuml;hrung der Kolumbianerin Socorro Ram&iacute;rez (Universidad Nacional de Colombia) und des Venezolaners Antonio De Lisio (Universidad Central de Venezuela) mit &uuml;berzeugend recherchierten Quellen die von verschiedenen progressiven Publikationen verbreitete Version von &ldquo;5 Millionen Kolumbianern&rdquo;, die offenbar das vergebliche Ziel verfolgt, den venezolanischen Exodus kleinzuschreiben.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.urosario.edu.co\/getattachment\/acbfe799-952e-44a9-ae01-e3e43390500e\/Flujo-migratorio-de-colombianos-a-Venezuela-las-ci\">Nach Angaben ihres Berichts<\/a> hei&szlig;t es, &bdquo;das von der Internationalen Organisation f&uuml;r Migration (IOM) erarbeitete Migrationsprofil von S&uuml;damerika 2012, mit Zahlen des Hohen Fl&uuml;chtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), stellte ein L&auml;nder-Ranking auf, in denen Kolumbianer mit Fl&uuml;chtlingsstatus lebten: Ecuador (54.243), USA (22.004), Kanada (17.243) und Costa Rica (10.297); Venezuela lag mit 1.941 kolumbianischen Fl&uuml;chtlingen an f&uuml;nfter Stelle&rdquo;.<\/p><p>Ferner ist zu lesen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zu Beginn des Jahres 2014 z&auml;hlte UNHCR 204.259 Kolumbianer in Venezuela, die als schutzbed&uuml;rftige Personen galten, und gew&auml;hrte davon 23.195 Menschen Unterst&uuml;tzung &hellip; Das Jahr schloss mit 173.519 Schutzbed&uuml;rftigen, von denen in Venezuela 34.083 unterst&uuml;tzt wurden&hellip;&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Und weiter hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zum Zweck der Identit&auml;ts-Feststellung hatte Pr&auml;sident Hugo Ch&aacute;vez, gem&auml;&szlig; dem Amtsblatt Nr. 37.871 vom 3. Februar 2004, den Nationalen Plan zur Legalisierung und Einb&uuml;rgerung von Ausl&auml;ndern eingef&uuml;hrt &hellip; Im Jahr 2005 verk&uuml;ndete der Direktor der Ausl&auml;nderkontrollabteilung der Onidex, dass die Mission den Umst&auml;nden &acute;gerecht&acute; geworden sei, weil damit die Lage von 273.000 undokumentierten Einwanderern &ndash; darunter 186.000 Kolumbianer und viele &acute;Opfer von Erpressung und Missbrauch&acute; &ndash; legalisiert worden sei, die sich andernfalls um bis zu 30 Jahre verz&ouml;gert h&auml;tte &hellip; Er best&auml;tigte auch, dass die Beh&ouml;rde 700.000 Anfragen erhalten habe, von denen 85 Prozent (etwa 595.000) Kolumbianer waren. Von den 427.000 Bewerbungen stammten wiederum 409.000 von Kolumbianern&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Das Schlusswort der Forscher gegen die M&auml;r von den &bdquo;5 Millionen Kolumbianern&rdquo; ist messerscharf.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es ist sehr schwierig, verl&auml;ssliche Zahlen zu diesem Thema zu erschlie&szlig;en, aber die Angaben von 680.000 undokumentierten Kolumbianern stimmen mit den genannten Trends &uuml;berein, die sich merklich von den Zahlen unterscheiden, die ohne Quellenangabe verbreitet werden. Will man etwa behaupten, dass die Zahlen, die die Angaben der letzten Volksz&auml;hlung mit dem 7-fachen multiplizieren, sich auf undokumentierte Kolumbianer beziehen? Was ist dann mit der Einwanderungskontrolle und (Ch&aacute;vez&lsquo;) Mission Identit&auml;ts-Feststellung passiert?&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180325-haitiani-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Massen-Migration als Traum vom besseren Leben und B&uuml;hne rechtsradikaler Einmischung am Beispiel Chiles. Zuwanderung und Fl&uuml;chtlingswellen sind l&auml;ngst kein ausschlie&szlig;liches europ&auml;isches Thema. Von europ&auml;ischen Medien nahezu unbemerkt, ist die Massen-Migration auf dem amerikanischen Kontinent ein viel &auml;lteres Ph&auml;nomen als die anhaltende Fl&uuml;chtlingsflut von Nahost<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43129\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[159,20,132,190],"tags":[881,1613,669,2302,1055,978,2160,2145,2071,1957,979,288,826,1800,687,1556,1333,340],"class_list":["post-43129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-landerberichte","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wahlen","tag-armut","tag-brasilien","tag-chile","tag-dominikanische-republik","tag-fluechtlinge","tag-haiti","tag-kolumbien","tag-lateinamerika","tag-maduro-nicolas","tag-menschenhandel","tag-naturkatastrophe","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-rassismus","tag-trump-donald","tag-ungleichheit","tag-usa","tag-venezuela","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43129"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48093,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43129\/revisions\/48093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}