{"id":4315,"date":"2009-11-05T08:59:40","date_gmt":"2009-11-05T07:59:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4315"},"modified":"2009-11-05T12:55:26","modified_gmt":"2009-11-05T11:55:26","slug":"hinweise-des-tages-1013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4315","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Opel und Merkel; Erwachen nach der Wahl; Schuldenatlas; Steuerentlastung gef&auml;hrdet Wachstum; was Deutschland &auml;ndern muss; Pflegesp&auml;ne; FDP will Rene mit 60; Nato-Bericht macht schwere Vorw&uuml;rfe; Krieg der Bahnen; Brasilien hat es besser; Chefs schn&uuml;ffeln im Internet. (KR\/WL\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Opel: Merkel und die USA: Der Crash<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">B&ouml;ses Erwachen: Nach der Wahl kommt der Stellenabbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Verlierer des Turbokapitalismus: Mehr als 700 Millionen Menschen weltweit arbeiten in ungesicherten Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Schuldenatlas: Schuldenfalle schnappt 2010 zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">IMK: Steuersenkungen gef&auml;hrden Wachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Polit&ouml;konom Henrik Enderlein im FAZ-Gespr&auml;ch: &bdquo;F&uuml;r Steuersenkungen zahlen die Armen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Ungerechte Altersvorsorge &ndash; Steuersparmodell f&uuml;r Besserverdiener<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Die Krise: Was Deutschland &auml;ndern muss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Pflegesp&auml;ne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Britische Kirche verzockte Rente ihrer Pfarrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hypo Real Estate erh&auml;lt weitere Milliardenspritze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">FDP will Rente mit 60<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Bundeswehr im Nato-Bericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">RWE: Wir kaufen uns die Bravo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Krieg der Bahnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">F&uuml;r amerikanische G&uuml;ter die Bahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Wird Brasilien das Land des Jahres 2010?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Nur ein Kampf um W&ouml;rter? &ndash; Wenn aus einem &ldquo;Stabilisierungseinsatz&rdquo; ein &ldquo;Krieg&rdquo; wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Tipp: M&auml;rklin &ndash; Modell einer Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Zu guter letzt: Chefs schn&uuml;ffeln vermehrt im Internet &uuml;ber Job-Bewerber<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4315&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Merkel und die USA: Der Crash<\/strong><br>\nEin nie dagewesener Affront, ein Desaster ist das, f&uuml;r die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein Schlag, schlimmer als zu schlimmsten Zeiten unter George Bush dem J&uuml;ngeren und Gerhard Schr&ouml;der. Und so unverst&auml;ndlich, dass es dreierlei Empfinden ausl&ouml;st: Mitleid, Trauer, Wut. Und da ist es wie im richtigen Leben: Nichts ist schlimmer als eine entt&auml;uschte Zuneigung. Und so unverst&auml;ndlich, dass es dreierlei Empfinden ausl&ouml;st: Mitleid, Trauer, Wut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/Opel-Angela-Merkel-USA;art771,2941642?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mein Gott, was f&uuml;r ein Pathos legt Stephan-Andreas Casdorff an den Tag, als sei die Welt untergegangen. Und dieses Pathos gilt nicht den Arbeitern bei Opel, sondern unserer armen, gedem&uuml;tigten Kanzlerin. Diese &Uuml;berreaktion f&auml;ngt schon bei der Einsch&auml;tzung der Rede der Kanzlerin an. Was war denn daran gro&szlig;? Traut man den Redeschreibern und Beratern von Angela Merkel nicht zu, einen f&uuml;r das amerikanische Publikum designten Auftritt zu inszenieren? Hat unsere Kanzlerin die Probleme unserer Zeit analysiert und gar Strategien aufgezeigt? Nein, es war eine von Allgemeinheiten strotzende Rede, gut verbunden mit der Biographie der Kanzlerin, Stellen, an denen sie auch den meisten Applaus erhielt. Es lief letztlich auf ein gro&szlig;es Dankesch&ouml;n an die USA zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hinaus, wogegen nichts einzuwenden ist, was aber noch keine gro&szlig;e Rede ausmacht. Der Applaus f&uuml;r ein Dankesch&ouml;n ist gewiss, zumal diese &lsquo;standing ovations&rsquo; zu den Ritualen amerikanischer Selbstinszenierung geh&ouml;ren, von der Oscarverleihung bis in das Kapitol. Vieles wurde sch&ouml;ngeredet, so zum Beispiel: &ldquo;Die G20 haben gezeigt, dass sie handlungsf&auml;hig sind.&rdquo; Ich m&ouml;chte jetzt niemanden damit langweilen, diesen Satz auseinanderzunehmen. Die NDS haben auf etliche kritische Beitr&auml;ge verwiesen.<br>\nUnd nun zum zweiten Punkt, zur &ldquo;schallenden Ohrfeige von General Motors&rdquo; und zum Verrat Obamas. Anscheinend hat die Politik hierzulande nie begriffen, was das &ldquo;Memorandum of Understanding&rdquo; vom Sommer bedeutete, n&auml;mlich eine unverbindliche Absichtserkl&auml;rung, und dass die letztendliche Entscheidungsmacht immer bei General Motors lag, Merkel hin, Obama her. Bei General Motors hat zwar ein von der amerikanischen Regierung eingesetztes Managerkollektiv das Sagen, was aber nicht hei&szlig;t, dass die Regierung nach der Rettung GMs, die allerdings an harte Auflagen gebunden war, auch die weiteren strategischen Entscheidungen trifft. Das ist Kapitalismus, zumal in Amerika. Vor allem ist es unverst&auml;ndlich, dass man hierzulande die z&ouml;gerliche Entscheidungsfindung in Detroit nicht als das interpretiert hat, was heute offenbar ist: Eine starke Fraktion in Detroit war niemals bereit, Opel mehrheitlich in fremde H&auml;nde zu geben &ndash; und dann noch in russische. So beh&auml;lt GM den europ&auml;ischen Markt und die Entwicklungsabteilung in R&uuml;sselsheim, die, wie man immer wieder liest, eigentlich unabdingbar f&uuml;r zuk&uuml;nftige technologische Entwicklung von GM ist. &ndash; &Uuml;ber das ganze Gejammer sollte man nicht vergessen, dass auch die Magna-L&ouml;sung unter Fachleuten sehr umstritten war. &ndash; Also bitte, wenn schon Mitgef&uuml;hl, dann nicht f&uuml;r die Kanzlerin, sondern f&uuml;r die Opelianer, denn GM will anscheinend die Fixkosten um ein Drittel senken und ein F&uuml;nftel der Stellen in Europa streichen; insbesondere f&uuml;r Bochum und Eisenach sieht es zappenduster aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>GM will bei Opel 10.000 Arbeitspl&auml;tze streichen<\/strong><br>\nGeneral Motors will bei Opel etwa 10. 000 Arbeitspl&auml;tze streichen. Dies sagte GM-Vize-Chef John Smith bei einer Telefonkonferenz.<br>\nOpel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster rechnet mit massiven Einschnitten bei der Sanierung des deutschen Autobauers. &bdquo;Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war&ldquo;, sagte Forster der &ldquo;Bild&ldquo;-Zeitung. &bdquo;Jetzt besteht die Gefahr, dass die vern&uuml;nftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschn&uuml;rt wird und alles von vorne beginnt. Sicher ist: Es wird auch bei dieser L&ouml;sung massive Einschnitte geben.&ldquo;<br>\nDie Entscheidung der US-Konzernmutter, Opel doch zu behalten, habe ihn &uuml;berrascht, sagte Forster der Zeitung: &bdquo;Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet.&ldquo; Schnellstens m&uuml;ssten daher mit GM Verhandlungen aufgenommen werden, um offene Fragen zu kl&auml;ren. Dies werde einige Zeit dauern.<br>\nZu seiner Zukunft bei Opel &auml;u&szlig;erte er sich zur&uuml;ckhaltend: Es sei kein Geheimnis, dass er einen Verkauf an den &ouml;sterreichisch-kanadischen Zulieferer Magna f&uuml;r gut gehalten habe. &bdquo;Ich werde in Ruhe nachdenken.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article5088180\/GM-will-bei-Opel-10-000-Arbeitsplaetze-streichen.html\">Die Welt Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>B&ouml;ses Erwachen: Nach der Wahl kommt der Stellenabbau<\/strong><br>\nNach der Bundestagswahl kommt nun auf den Tisch, was im Wahlkampf verschwiegen wurde: Die Arbeitslosigkeit wird steigen, denn in vielen Firmen endet die Kurzarbeit. Manager weisen den Jobabbau von sich. Gewerkschafter bef&uuml;rchten, dass Arbeitnehmer in die Armut abrutschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/786\/489176\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Verlierer des Turbokapitalismus: Mehr als 700 Millionen Menschen weltweit arbeiten in ungesicherten Jobs<\/strong><br>\nF&uuml;r die Autoren von S&uuml;dwind ist die Errichtung freier Exportzonen ein entscheidender Katalysator f&uuml;r die Ausbreitung ungesch&uuml;tzter Besch&auml;ftigung. Urspr&uuml;nglich hatten die Entwicklungsl&auml;nder gro&szlig;e Hoffnungen auf solche Zonen gesetzt, die sie seit den 1960er Jahren einrichteten. Hier gelten spezielle Anreize wie Zoll- oder Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r ausl&auml;ndische Investoren und die Firmen brauchen kaum Arbeits- oder Sozialgesetze befolgen. Zudem sind Gewerkschaften meist verboten. Anfangs produzierten die Firmen arbeitsintensive Produkte wie Textilien oder Unterhaltungselektronik. Heute gibt es dort auch Wissenschaftszentren, Finanzpl&auml;tze oder Logistik- und Tourismuszentren.<br>\n3500 solcher Exportzonen gibt es in 130 L&auml;ndern. Nur in wenigen L&auml;ndern hat es sich &ndash; gemessen an der Entwicklung der lokalen Wirtschaft &ndash; gelohnt, sie zu schaffen. Dazu z&auml;hlen laut WTO und ILO China, S&uuml;dkorea und Taiwan. Die UN-Organisationen pl&auml;dieren f&uuml;r mehr staatliche Regulierung.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/769\/493119\/text\/\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.suedwind-institut.de\/download-p-u\/2009-11-03_SW-ELKB-Studie_Frauenarbeit-im-Schatten.pdf\">S&uuml;dwind &ndash; Download der Studie [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Schuldenatlas: Schuldenfalle schnappt 2010 zu<\/strong><br>\nDie Zahl verschuldeter Personen ist im Vergleich zum Vorjahr r&uuml;ckl&auml;ufig. Das dicke Ende sehen Forscher wegen der h&ouml;heren Arbeitslosigkeit aber im n&auml;chsten Jahr kommen. Marius Stark, Koordinator der Caritas-Schuldnerberatung, bewertet die Zahlen skeptisch. In den bundesweit knapp 1000 &ouml;ffentlichen Schuldnerberatungsstellen &ndash; davon 300 von der Caritas &ndash; sei nichts von einem R&uuml;ckgang der Klienten zu sp&uuml;ren. Im Gegenteil: Seit Einf&uuml;hrung der Privatinsolvenz vor zehn Jahren w&uuml;rden die Berater dem Ansturm nicht mehr Herr: Die &ouml;ffentlichen Stellen erreichten gerade mal 15 Prozent von drei Millionen &uuml;berschuldeten Haushalten.<br>\nAuch Marius Stark sieht einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und &Uuml;berschuldung. Deshalb fordert er f&uuml;r F&auml;lle wie die Quelle-Insolvenz, entlassene Besch&auml;ftigte nicht nur von Arbeitsvermittlern, sondern auch von Finanz- und Budgetberatern betreuen zu lassen. Etwa ein Drittel der 4000 arbeitslos gewordenen Quelle-Mitarbeiter seien potentielle Kandidaten f&uuml;r die Schuldnerberatung. So weit d&uuml;rfe es nicht kommen, warnt Stark. &ldquo;Wir m&uuml;ssen jetzt offensiv Rat und Hilfe anbieten und d&uuml;rfen nicht warten, bis die Menschen in ihrer Existenz bedroht sind.&rdquo; Denn dann werde es f&uuml;r den Staat richtig teuer und habe f&uuml;r die Schuldner &ldquo;f&uuml;rchterliche Auswirkungen&rdquo;, etwa bei Zwangsr&auml;umung der Wohnung. Um genug Hilfe bereit zu stellen m&uuml;sse das Budget f&uuml;r die Schuldnerberatungen verdoppelt werden, fordert Stark, der auch die Wirtschaft in der Pflicht sieht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2060452&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.creditreform.de\/Deutsch\/Creditreform\/Presse\/Creditreform_Wirtschaftsforschung\/SchuldnerAtlas_Deutschland\/2009\/Analyse_SchuldnerAtlas_Deutschland_2009.pdf\">Creditreform [PDF &ndash; 1.84 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Ausgangsdefinition f&uuml;r &Uuml;berschuldung ist relativ schl&uuml;ssig: &Uuml;berschuldung liegt dann vor, wenn die monatlich zu leistenden Gesamtausgaben eines Schuldners dessen Einnahmen &uuml;bersteigen. Dann wird es allerdings schwieriger. &Uuml;ber den &ldquo;Anteil der Personen mit so genannten Negativmerkmalen im Verh&auml;ltnis zu allen Personen ab 18 Jahren kann die &Uuml;berschuldung in ihrer geographischen Verteilung bis hin auf die Ebene von Stra&szlig;enabschnitten dargestellt werden&rdquo;. Allerdings m&uuml;ssen diese Negativmerkmale in irgendeiner Form bekannt werden, z.B. durch aktuell vorliegende juristische Sachverhalte (Abgabe der eidesstattlichen Versicherung und Privatpersoneninsolvenz) usw., d.h. dass mit einer nicht erfassbaren Dunkelziffer zu rechnen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>IMK: Steuersenkungen gef&auml;hrden Wachstum<\/strong><br>\nBereits im kommenden Jahr wird der Staat insgesamt rund 21 Milliarden Euro weniger einnehmen. Noch von der gro&szlig;en Koalition wurden Steuer- und Abgabensenkungen um 14<br>\nMilliarden Euro beschlossen. Die neue Koalition aus Union und FDP hat zus&auml;tzlich &Auml;nderungen bei der Unternehmensbesteuerung, der Umsatzsteuer und der Erbschaftsteuer sowie eine Anhebung des Kinderfreibetrags und des Kindergeldes vereinbart. Anschlie&szlig;end sieht der Koalitionsvertrag bei der Lohn- und Einkommensteuer den Einstieg in einen Stufentarif vor, der in den Jahren 2011 bis 2013 zu Steuerausf&auml;llen von noch einmal j&auml;hrlich rund 19 Milliarden Euro f&uuml;hrt.<br>\nF&uuml;r 2012 w&uuml;rde sich die geplante Steuersenkung auf rund 30 Milliarden Euro summieren &ndash; Mindereinnahmen bei Unternehmen- und Erbschaftsteuer inbegriffen. Der Bund w&auml;re mit etwas mehr als 12 Milliarden betroffen, die L&auml;nder ebenso, die Gemeinden mit &uuml;ber 4 Milliarden.<br>\nTruger h&auml;lt es f&uuml;r ausgeschlossen, dass die Steuersenkungen der Konjunktur starke Impulse geben und sich selbst finanzieren. Nach seinen Berechnungen lassen sich so h&ouml;chstens<br>\n20 Prozent der Ausf&auml;lle kompensieren.<br>\nEntweder kommt es zu einem massiven Abbau von echten oder vermeintlichen Steuerverg&uuml;nstigungen, um die Verluste im Rahmen zu halten. Oder der Staat sieht sich gezwungen, die Ausgaben dramatisch zusammenzustreichen. Trugers Bef&uuml;rchtung: &bdquo;Damit h&auml;tten Steuersenkungen sogar einen negativen Effekt auf das Wachstum, weil vom Staat weniger Investitionen ausgehen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2009_17_1.pdf\">B&ouml;ckler impuls 17\/2009 [PDF &ndash; 112 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Polit&ouml;konom Henrik Enderlein im FAZ-Gespr&auml;ch: &bdquo;F&uuml;r Steuersenkungen zahlen die Armen&ldquo;<\/strong><br>\nWenn die Regierung die Steuern senkt, werden an anderer Stelle die Abgaben und Geb&uuml;hren erh&ouml;ht. Das glaubt zumindest der Polit&ouml;konom Henrik Enderlein. Im Interview spricht er &uuml;ber das Schuldendilemma der neuen Regierung, die Milieus der FDP und seine linken Hoffnungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~EA296C7A86F3E481DBE82E1968380A5AA~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Diese Stelle ist aufschlussreich:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Enderlein: Ich kann nur nicht &uuml;bersehen, dass die soziale Ungleichheit in unserem Land immer mehr zunimmt.<br>\nFAZ: Was meinen Sie damit?&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die Klientel der FAZ wie auch ihre Redakteure halten die Politik der Umverteilung von unten nach oben (ablesbar z.B. am sinkenden Anteil der L&ouml;hne und Geh&auml;lter am BIP) mit einer solchen Selbstverst&auml;ndlichkeit f&uuml;r richtig, dass ihnen v&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist, was mit &bdquo;Kritik an sozialer Ungleichheit&ldquo; wohl gemeint sein k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ungerechte Altersvorsorge &ndash; Steuersparmodell f&uuml;r Besserverdiener<\/strong><br>\nAltersvorsorge f&uuml;r Topverdiener, mit kr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung des Staates. Steuern sparen per Gehaltsverzicht &ndash; alles ganz legal. Nur sind das Anreize zur Altersvorsorge, von denen diejenigen am meisten profitieren, die es eigentlich am wenigsten n&ouml;tig haben, findet Rentenexperte Dieter D&ouml;ring: &bdquo;Wenn man nicht will dass k&uuml;nftig die Einkommensverteilung im Alter, im Ruhestand, noch ungleicher wird als heute, h&auml;tte man den Weg nicht &uuml;ber diese Komponente gehen d&uuml;rfen. Denn logischerweise ist das ein echtes Steuersparmodell und es lohnt sich entscheidend f&uuml;r Personen mit hohem Einkommen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,xagocbrt6k2x2cl2~cm.asp\">HR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Krise: Was Deutschland &auml;ndern muss<\/strong><br>\nEin in Deutschland weitestgehend unbekannter, aber immens wichtiger Punkt sind die sog. globalen &ndash; und insbesondere inner-europ&auml;ischen &ndash; Ungleichgewichte, d.h. auf der einen Seite Staaten mit sehr hohen Leistungsbilanzdefiziten wie etwa die USA und Spanien und auf der anderen Seite die Staaten mit entsprechend hohen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen, also China, Japan, die &Ouml;lexporteure &ndash; und Deutschland.<br>\nOhne Wechselkursanpassung haben die anderen L&auml;nder letztlich nur die M&ouml;glichkeit, sich auf diesen Kostensenkungswettbewerb einzulassen, an dessen Ende die Relationen wieder so sind wie vorher aber auf einem f&uuml;r alle niedrigeren Niveau. Oder aber die anderen wollen und k&ouml;nnen sich nicht weiter Verschulden, die deutschen Exporte brechen ein und die gesamten Gewinne aus dem Export l&ouml;sen sich in kurzer Zeit in nichts auf &ndash; so wie j&uuml;ngst zu beobachten war.<br>\nDie aktuelle Bundesregierung setzt jedoch weiterhin einseitig auf den Export, auf mehr &bdquo;Standortqualit&auml;t&ldquo; zu Lasten der heimischen Nachfrage. Anregungen, das Thema globale Ungleichgewichte im Rahmen der G20 zu diskutieren, wurden von Merkel abgeblockt. Letztlich zielt keine einzige geplante Ma&szlig;nahme darauf ab, den inl&auml;ndischen Konsum zu st&auml;rken, sondern ganz im Gegenteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/risiko-schwarzgelb.de\/2009\/10\/09\/die_krise\/\">Risiko SchwarzGelb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Pflegesp&auml;ne<\/strong><br>\nDie Zahl an sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten d&uuml;rfte weiter unter Druck geraten, wenn die Minijobgrenze von derzeit 400 Euro auf 600 Euro oder 1000 Euro angehoben wird, so wie es sich die FDP w&uuml;nscht. Zu weiteren Reallohnsenkungen k&ouml;nnte es kommen, wenn die bestehenden Mindestlohnvereinbarungen abgeschafft werden und die Hartz-Gesetzte noch restriktiver angewendet werden. Die kommende Bundesregierung f&uuml;hrt also die Aush&ouml;hlung der sozialen Sicherungssysteme selbst herbei und begr&uuml;ndet somit anschlie&szlig;end den K&uuml;rzungsbedarf, um die Ausgaben an die niedrigeren Einnahmen anzupassen.<br>\nDie eigentliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Kapitals&auml;ule lautet jedoch, dass die Pflegeversicherung durch die Umlagefinanzierung ihre Aufgabe aufgrund des (angeblich so dramatischen) demographischen Wandels nicht auf Dauer erf&uuml;llen k&ouml;nne.<br>\nEine solche Aussage offenbart einmal mehr den erschreckenden Mangel an volkswirtschaftlichem Sachverstand. Denn grob gesagt gibt es zwei M&ouml;glichkeiten, wo das Geld der Kapitaldeckung angelegt werden kann, im Inland oder im Ausland. Wird es im Inland angelegt, m&uuml;ssen die gleichen Besch&auml;ftigten, die mit dem Beitragssatz der Umlagefinanzierung angeblich &uuml;berlastet sind, die Zinsen und Dividenden der Kapitaldeckung erwirtschaften. Mit anderen Worten, es wird &uuml;berhaupt niemand entlastet, da Erwerbsbev&ouml;lkerung nicht zunimmt und es f&uuml;r diese zun&auml;chst einmal gleichg&uuml;ltig, ob sie Beitr&auml;ge bezahlt oder Zinsen und Dividenden, die Belastung bleibt die gleiche. Die gesamten Ausgaben einer Volkswirtschaft k&ouml;nnen eben nur aus dem laufenden Sozialprodukt bedient werden&hellip;<br>\nEine Umstellung der Sozialversicherungen auf (mehr) Kapitaldeckung bringt keinerlei Schutz vor den ohnehin &uuml;bertriebenen Folgen des sog. demographischen Wandels, daf&uuml;r aber einen Haufen weiterer Probleme mit sich. Die einzige Gruppe, die davon profitiert, ist die Finanzbranche, der auf diesem Wege Milliarden-Betr&auml;ge und damit entsprechend hohe Geb&uuml;hren zuflie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/risiko-schwarzgelb.de\/2009\/10\/30\/pflegespane\/\">Risiko SchwarzGelb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Britische Kirche verzockte Rente ihrer Pfarrer<\/strong><br>\nDie Finanzmanager der anglikanischen Kirche in Gro&szlig;britannien haben gro&szlig;e Teile der Pensionen ihrer Pfarrer an den B&ouml;rsen verspekuliert. Dabei gilt die anglikanische Kirche sp&auml;testens seit der Krise als scharfe Kritikerin von Gier und &ldquo;ungeb&auml;ndigtem Kapitalismus&rdquo; in der Finanzwelt. Ihre Bisch&ouml;fe hatten etwa von einem &ldquo;G&ouml;tzendienst&rdquo; der Banker gesprochen. Nach Angaben von Shaun Farrell, Chef des kirchlichen Pensionsfonds, weist nun die eigene Rentenkasse ein &ldquo;tiefes Loch&rdquo; auf. Die Anspr&uuml;che der Geistlichen summieren sich aktuell auf &uuml;ber 800 Mio. Pfund, denen nur mehr Aktien im Wert von 416 Mio. Pfund gegen&uuml;berstehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/pressetext.ch\/news\/091104032\/britische-kirche-verzockte-rente-ihrer-pfarrer\/\">pressetext Nachrichtenagentur GmbH<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hypo Real Estate erh&auml;lt weitere Milliardenspritze<\/strong><br>\nDer angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate kann mit weiteren drei Milliarden Euro aus dem Bankenrettungsfonds rechnen. Au&szlig;erdem werden bestehende Liquidit&auml;tsgarantien verl&auml;ngert. Eine Genehmigung durch die EU-Kommission steht noch aus.<br>\nInsgesamt hat die Bank Finanzhilfen von mehr als 100 Milliarden Euro erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,659359,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Fass ohne Boden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>FDP will Rente mit 60<\/strong><br>\nNach der Forderung, die Renten mit einer Art Quellensteuer zu belegen, verlangt der FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb nun die Rente mit 60 mit Zuverdienstm&ouml;glichkeiten. Die Vermutung liegt nahe, dass die FDP bem&uuml;ht ist, sich einen m&ouml;glichst sozialen Anstrich zu verleihen. Da bietet sich das Thema insofern an, als die Rente mit 67 beim Volk nicht eben beliebt ist.<br>\nLeider zielt das Konzept aber an der Realit&auml;t des Arbeitsmarkts vorbei. Wenn &uuml;berhaupt, hilft es lediglich einigen wenigen Besserverdienern. Denn nur die k&ouml;nnen es sich leisten, Jahre vor der &uuml;blichen gesetzlichen Rente auszusteigen &ndash; und dann noch einen Job finden, der den Lebensstandard sichert. Wer schon jetzt wenig verdient, f&uuml;r den gibt es die lukrativen Nebenbesch&auml;ftigungen, die die r&uuml;stigen 60-plus-Angestellten nach Gusto aus&uuml;ben sollen, kaum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:konzept-der-fdp-rentenpoltik-unfair-und-kontraproduktiv\/50032961.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da wird also einerseits die Altersteilzeit abgeschafft, die 1996 eingef&uuml;hrt wurde, um j&uuml;ngeren Arbeitnehmern eine gr&ouml;&szlig;ere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten und die deshalb von der der Bundesagentur durch Zahlungen an die Arbeitgeber und Aufstockung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge gef&ouml;rdert wurde. Bei gegebener Rechtslage bedeutet ein Jahr Ausstieg vor der Altergrenze 3,6% Rentenabzug. Wenn die Rente mit 67 also voll greifen wird, sind das gut 25% weniger Rente. Welcher Rentenbezieher wird sich das wohl leisten k&ouml;nnen? Gewiss nicht Rentner mit einer Durchschnittsrente bei M&auml;nnern von etwa 1000 Euro und Frauen bei 600 Euro. Die Zuverdienstm&ouml;glichkeit ist dar&uuml;ber hinaus ein vergiftetes Angebot. Sie mag zwar f&uuml;r Besserverdienende eine Zeit lang attraktiv sein, doch auch sie werden irgendwann arbeitsunf&auml;hig. Die Er&ouml;ffnung einer solchen M&ouml;glichkeit d&uuml;rfte dazu f&uuml;hren, dass noch mehr &auml;ltere Menschen aus dem Arbeitsleben gedr&auml;ngt werden und mit einem Zuverdienst gelockt werden. Das bedeutet f&uuml;r die Arbeitgeberseite praktisch eine erhebliche Lohnsenkung bei Erhalt der Arbeitskraft des fr&uuml;hverrenteten Arbeitnehmers.<br>\nUnd nat&uuml;rlich sind die Zuverdienstm&ouml;glichkeiten v&ouml;llig an den jeweiligen Arbeitskr&auml;ftebedarf der Arbeitgeber gekoppelt. Flexibler geht es nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schwere Vorw&uuml;rfe gegen Bundeswehr im Nato-Bericht<\/strong><br>\nSo h&auml;tten sich die US-Piloten der angeforderten Kampfflugzeuge f&uuml;nf Mal versichert, ob sie die beiden entf&uuml;hrten Tanklastz&uuml;ge tats&auml;chlich bombardieren sollen, obwohl wichtige Einsatzregeln f&uuml;r diesen Befehl nicht eingehalten w&uuml;rden. Weiter wird in dem Nato-Bericht laut &ldquo;K&ouml;lnischer Rundschau&rdquo; darauf hingewiesen, es h&auml;tten sich zum Zeitpunkt des Angriffs weder Bodentruppen bei den Tanklastz&uuml;gen aufgehalten, noch sei vor der Bombardierung das Hauptquartier der internationalen Isaf-Truppe eingeschaltet worden. Auch sei eine &ldquo;Gefahr im Verzug&rdquo;, mit der Klein seine Anforderung begr&uuml;ndet hatte, nicht nachvollziehbar gewesen, da die benzinbeladenen Lkw auf einer Sandbank am Ufer des Kundus-Flusses festsa&szlig;en. Dar&uuml;ber hinaus fiel der Isaf-F&uuml;hrung laut Bericht auf, dass ein afghanischer Nachrichtenermittler au&szlig;ergew&ouml;hnlich h&auml;ufig, nahezu im Minutenabstand, betont habe, dass sich ausschlie&szlig;lich Terroristen an den Tanklastz&uuml;gen aufhielten.<br>\nBesonders scharfe Kritik &uuml;bt die Nato laut &ldquo;K&ouml;lnischer Rundschau&rdquo; an der Kommunikation des Bundesverteidigungsministeriums. Es sei unverst&auml;ndlich, dass der damalige Minister Franz Josef Jung (CDU) und die Bundeswehr-F&uuml;hrung wider besseres Wissen noch zwei Tage nach dem Luftschlag erkl&auml;rt h&auml;tten, dass es keine zivilen Opfer gegeben habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2059325&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>RWE: Wir kaufen uns die Bravo<\/strong><br>\nMit Propaganda-, &auml;h, Informationskampagnen kann man gar nicht fr&uuml;h genug anfangen. Vattenfall oder BP setzen dabei auf Schulbesuche und vorgefertigte Unterrichtsmaterialien. RWE ist cleverer: Weil die Kids auf Lernen sowieso keinen Bock haben, so das offensichtliche Kalk&uuml;l, f&auml;ngt man sie halt in ihrer Freizeit. Jedenfalls kooperiert der Essener Energieriese neuerdings mit der Bravo, Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Jugendzeitschrift mit derzeit 555.000 St&uuml;ck w&ouml;chentlicher Auflage. Das Blatt hatte &ndash; mit sicherem Gesp&uuml;r f&uuml;r die Interessen und Sorgen der Zielgruppe &ndash; im April eine Kampagne &bdquo;Bravo Goes Green&ldquo; gestartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace-magazin.de\/index.php?id=5072&amp;tx_ttnews[tt_news]=65208&amp;tx_ttnews[backPid]=5069&amp;cHash=f0ca8f4556\">Greenpeace-Magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Krieg der Bahnen<\/strong><br>\nAuf dem Schienennetz Europas droht Verdr&auml;ngungswettbewerb. Um gute Karten zu haben, setzen franz&ouml;sische und deutsche Lobbyisten auf Privatisierung. Wenn die Deutsche Bahn (DB) in den kommenden Jahren von mehreren Seiten unter noch st&auml;rkeren Konkurrenzdruck ger&auml;t, dann ist dies nicht nur eine Folge geplanter Gesetzes&auml;nderungen durch die Regierung Merkel. Bei der zunehmenden Liberalisierung im Verkehrsbereich ist die DB T&auml;ter und Opfer zugleich. So kommt die Ank&uuml;ndigung der franz&ouml;sischen Staatsbahn SNCF, ab 2011 im bundesdeutschen Inlandsverkehr &uuml;ber ihre deutsche Tochterfirma Keolis mit eigenen Schienenfernverbindungen von Frankfurt nach Hamburg und Berlin der DB Konkurrenz zu machen, f&uuml;r Insider nicht &uuml;berraschend. Sie ist eine logische Folge der Expansionsbestrebungen bisheriger Staatsbahnen in Europa, die statt einer Weiterentwicklung der jahrzehntelang vorangetriebenen grenz&uuml;berschreitenden Kooperation sich nun gegenseitig Marktanteile abjagen wollen. Ein Vorreiter des Expansionsstrebens war der fr&uuml;here DB-Chef Hartmut Mehdorn, der den Bahnkonzern auf den Aufkauf von Bahnen und Logistikunternehmen orientierte und daf&uuml;r eine hohe Verschuldung in Milliardenh&ouml;he in Kauf nahm. 2007 erwarb die DB die spanische G&uuml;terbahn Transfesa und die gr&ouml;&szlig;te britische G&uuml;terbahn EWS. Mit der EWS, die G&uuml;terverkehr durch den Kanaltunnel betreibt, schuf die DB in Frankreich St&uuml;tzpunkte im G&uuml;terverkehr in Konkurrenz zur SNCF.<br>\nDies wurde im b&uuml;rgerlichen Paris als Kriegserkl&auml;rung aufgefasst. Umgehend lud die damalige SNCF-Chefin Anne-Marie Idrac, eine stramme Konservative, im Juni 2007 die Vertreter von acht verschiedenen Bahngewerkschaften zum Gespr&auml;ch am &raquo;runden Tisch&laquo;. Dabei beschrieb sie die Politik der DB als handfeste Bedrohung: &raquo;Der europ&auml;ische Markt l&auml;sst nur zwei bis drei gro&szlig;e globale Akteure zu. Die DB ist bereits als einer dieser Akteure gesetzt&laquo;, warnte Idrac. Wenn die SNCF sich dieser Bedrohung nicht entgegenstelle und sich besser international positioniere, dann werde sie &raquo;immer mehr Z&uuml;ge der Konkurrenz in Frankreich rollen sehen&laquo;, malte die Bahnchefin als Schreckgespenst an die Wand, um die Gewerkschafter gef&uuml;gig zu machen. Sie forderte eine verst&auml;rkte Umstrukturierung, Zerschlagung und Privatisierung der SNCF und brachte einige der versammelten Gewerkschafter zum Gr&uuml;beln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-05\/002.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>F&uuml;r amerikanische G&uuml;ter die Bahn<\/strong><br>\nVor allem in Europa sorgte die bisher gr&ouml;&szlig;te Investition von Milliard&auml;r Warren Buffett f&uuml;r Erstaunen. Denn die Bedeutung des Schienenverkehrs in den USA wird oft untersch&auml;tzt: Zwar ist der Personenverkehr nur ein Randph&auml;nomen. Doch werden viel mehr G&uuml;ter per Bahn bef&ouml;rdert als in Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/fuer_die_gueter_die_bahn_in_den_usa_1.3969609.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Irgendwo schlummert bei der Bahn ein Projekt namens &rdquo; Netz 21&Prime;, in dem doch tats&auml;chlich bei wichtigen Verbindungen von der &bdquo;Entmischung&ldquo; von langsamen und schnellen Verkehren die Rede ist, also dem Aufbau getrennter Schienennetze, eines f&uuml;r G&uuml;ter- und eines f&uuml;r Schnellverkehr. Der gr&ouml;&szlig;te Teil des Netzes mit allen Querverbindungen w&uuml;rde dabei wegen geringer Nachfrage im Mischbetrieb bleiben. W&auml;hrend alle Welt vom Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken schw&auml;rmt, ist meines Erachtens noch kein Kilometer reine G&uuml;terstrecke realisiert. Im Zuge steigender Benzinkosten und einer &Uuml;berbelastung der Stra&szlig;e sollte man meinen, dass die Politik solche Projekte f&uuml;r dringlich erkl&auml;ren w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wird Brasilien das Land des Jahres 2010?<\/strong><br>\nSo unglaublich es klingen mag: das Entwicklungsland Brasilien hat es fertig gebracht, sich vom Trend der (fast kompletten) Welt abzukoppeln und aus der Krise heraus zu kommen. W&auml;hrend die USA in einer Arbeitslosigkeit nie gekannten Ausma&szlig;es versinken, w&auml;hrend China nun selbst &bdquo;Bubbles&ldquo; erzeugt, w&auml;hrend Gro&szlig;britannien zu einem der Haupt-Risikofaktoren in Europa geworden ist, w&auml;hrend Japan in einer Deflation bei gleichzeitigem BIP (Brutto-Inlandsprodukt)-R&uuml;ckgang versinkt, w&auml;hrend Deutschland die ganze Krise noch vor sich hat, hat sich Brasilien durch den Hinterausgang aus der Krise geschlichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinerumschau.com\/index.php?set_language=de&amp;cccpage=04112009ArtikelWirtschaftWeiss1\">Berliner Umschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Ein Beleg daf&uuml;r, dass eine bessere Wirtschaftspolitik durchaus m&ouml;glich ist; zugleich ein Beleg f&uuml;r die makro&ouml;konomische Inkompetenz dieser wie auch der letzten Regierungen. Diese Feststellung ist zwar nicht neu auf den NachDenkSeiten. Aber es ist immer wieder erfrischend, wenn dies empirisch belegt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Nur ein Kampf um W&ouml;rter? &ndash; Wenn aus einem &ldquo;Stabilisierungseinsatz&rdquo; ein &ldquo;Krieg&rdquo; wird<\/strong><br>\nDie politische Debatte entbrennt erneut um zwei W&ouml;rter: Die &ldquo;Entsendung&rdquo; von Bundeswehrsoldaten, so der neue Verteidigungsminister von Guttenberg, sei ein Krieg.&nbsp;Dieses Wort hatte sein Vorg&auml;nger Jung tunlichst vermieden. Hellh&ouml;rig reagieren folglich die Medien darauf und titeln:\n<ul>\n<li>Einsatz in Afghanistan. &ldquo;Krieg&rdquo; f&uuml;r Guttenberg kein Tabu mehr (ARD, Tagesschau)<\/li>\n<li>Einsatz in Afghanistan. Guttenberg spricht das K-Wort aus (Spiegel, 03.11.09)<\/li>\n<li>Afghanistan. Guttenberg &ndash; &bdquo;Fraglos kriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde&ldquo; (03.11.09)<\/li>\n<li>Deutscher Afghanistan-Einsatz. Also doch im Krieg (taz, 03.11.09)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/091105_nur_ein_kampf_um_woerter.pdf\">Eine diskurslinguistische Betrachtung von Friedemann Vogel [PDF &ndash; 84 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Tipp: M&auml;rklin &ndash; Modell einer Pleite<\/strong><br>\nIm Jahr 1859 gegr&uuml;ndet, entwickelte sich das Unternehmen zu einer mittelst&auml;ndischen Ikone der deutschen Wirtschaft. Nun steht M&auml;rklin vor dem Aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tvmovie.de\/Suchergebnisse_TV.211.0.html?&amp;search=M%C3%A4rklin%20-%20Modell%20einer%20Pleite\">tvmovie<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die erste Sendung ist zwar schon gelaufen, aber vom 10. bis zum 16. November gibt es Wiederholungen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter letzt: Chefs schn&uuml;ffeln vermehrt im Internet &uuml;ber Job-Bewerber<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" width=\"475\" src=\"http:\/\/d1.stern.de\/bilder\/Humor\/greserlenz\/greser_44_09_fitin_615_425.jpg\" alt=\"Facebook, WKW, studivz &amp; Co.\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/kultur\/humor\/cartoons\/galerie\/1_greser-lenz\/633499.html\">Stern<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Opel und Merkel; Erwachen nach der Wahl; Schuldenatlas; Steuerentlastung gef&auml;hrdet Wachstum; was Deutschland &auml;ndern muss; Pflegesp&auml;ne; FDP will Rene mit 60; Nato-Bericht macht schwere Vorw&uuml;rfe; Krieg der Bahnen; Brasilien hat es besser; Chefs schn&uuml;ffeln im Internet. (KR\/WL\/AM)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4315","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4315","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4315"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4315\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}