{"id":4316,"date":"2009-11-06T08:42:42","date_gmt":"2009-11-06T07:42:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4316"},"modified":"2009-11-06T08:42:42","modified_gmt":"2009-11-06T07:42:42","slug":"hinweise-des-tages-1014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4316","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuereinnahmen sinken von selbst; die EZB bremst schon wieder; Produktivit&auml;tsgewinn &agrave; la USA; Schrumpfgermanen; Luxusgut Gesundheit; immer Mehr haben zu wenig; die Maut, vor und zur&uuml;ck; SPD sieht Furcht und &Auml;ngste, aber keine Fehler; Bundesagentur schreibt f&uuml;r Redaktionen vor; Ostdeutsche Wirtschaft mal h&uuml;h, mal hott; gibt es einen &bdquo;guten&ldquo; Kapitalismus; Propheten und Moneten. (MB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Steuersch&auml;tzung d&auml;mpft W&uuml;nsche nach weiteren Steuerentlastungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">EZB deutet langsamen Ausstieg aus Krisenpolitik an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Muss Europa wirklich vor der US-Produktivit&auml;t zittern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Finanzindustrie dominiert Beratung der EU-Kommission in finanzpolitischen Fragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Weniger als 82 Millionen &ndash; Deutschlands Bev&ouml;lkerung schrumpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Gesundheitskarte kommt &ndash; Basta<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Diagnose Systemwechsel?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Private Krankenkassen &ndash; Luxusgut Gesundheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Mehr als zwei Drittel gehen auch krank zur Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Zahl der Hilfsempf&auml;nger steigt: Immer mehr Menschen haben zu wenig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Studie: Arbeitsverdichtung verursacht Pflege-Fehler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Kommt sie oder kommt sie nicht, die PKW-Maut?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">F&uuml;r ein effektives und gerechtes Klimaabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Lobbyisten in Bundesministerien: Transparenz noch mangelhaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Neue SPD-Spitze: Mehr Wahrheit wagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">FDP-Steuerpapst Solms gibt Finanzpolitik auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Indect &ndash; der Traum der EU vom Polizeistaat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Bundesagentur setzt auf &bdquo;Maulkorb&rdquo;: Hilfen f&uuml;r gesch&ouml;nte Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Wie sich Studien &uuml;ber die Ostdeutsche Wirtschaft widersprechen k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Der gute Kapitalismus &ndash; und was sich daf&uuml;r &auml;ndern m&uuml;sste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Propheten und Moneten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4316&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steuersch&auml;tzung d&auml;mpft W&uuml;nsche nach weiteren Steuerentlastungen<\/strong><br>\nIn diesem Jahr m&uuml;ssen Bund, L&auml;nder und Gemeinden mit 2,9 Milliarden Euro weniger an Einnahmen rechnen, als bislang angenommen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/146492\">Telepolis-Blogs<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Ich zahle eben immer weniger Steuern<\/strong><br>\nDie Steuers&auml;tze f&uuml;r reiche Menschen sind in der Vergangenheit immer weiter gesunken, stellt Peter Vollmer, Mitglied der Initiative &ldquo;Appell f&uuml;r eine Verm&ouml;genssteuer&rdquo;, fest. Zusammen mit weiteren Million&auml;ren m&ouml;chte er nun eine Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r Reiche einf&uuml;hren.<br>\nLiminski (Moderator): Herr Vollmer, ich vermute, Sie zahlen ordentlich Steuern. Warum wollen Sie noch mehr zahlen?<br>\nVollmer: &ldquo;Ich zahle eben immer weniger Steuern. Das ist die Frage. Ich habe angefangen mit einer Einkommenssteuer von 56 Prozent. Die wurde dann runtergesetzt auf 53 Prozent, dann wurde sie runtergesetzt auf 48 Prozent, dann auf 45 Prozent und dann auf 42 Prozent. Jetzt sind noch mal wieder drei Prozent oben draufgekommen. Das hei&szlig;t, die Versteuerung von hohen Einkommen wird immer mehr reduziert. Und nun ist jetzt noch oben draufgekommen seit 1. Januar dieses Jahres, dass im Falle von Einkommen aus fest verzinslichen Papieren oder aus Sparguthaben und so weiter eine einheitliche Steuer eingef&uuml;hrt worden ist von 25 Prozent. Das hei&szlig;t, auf diesen Teil zahle ich nicht mal mehr 45 Prozent, sondern nur noch 25 Prozent. Das ist fast noch mal eine Steuersenkung von 50 Prozent. Insofern verstehe ich fast gar nicht die Frage, warum Deutschland ein Hochsteuerland sein sollte. Es ist in Wirklichkeit ein Niedersteuerland.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1062134\/\">Deutschlandradio (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2009\/11\/02\/dlf_20091102_0811_ae856310.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast)<\/a><\/p>\n<p><em>Passend dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Steuersch&auml;tzer k&ouml;nnen FDP nicht bremsen<\/strong><br>\n2,9 Milliarden weniger Einnahmen in diesem Jahr erwartet. Kommunen vor enormer Belastung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-06\/048.php\">Junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>EZB deutet langsamen Ausstieg aus Krisenpolitik an<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) will ihre Milliarden-Finanzspritzen f&uuml;r Gesch&auml;ftsbanken langsam zu Ende gehen lassen. &bdquo;Es wird ein graduelles Auslaufen unserer unkonventionellen Ma&szlig;nahmen geben&ldquo;, k&uuml;ndigte EZB-Pr&auml;sident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Ratssitzung in Frankfurt an. Dar&uuml;ber werde der Rat auf seiner n&auml;chsten Sitzung im Dezember entscheiden. Grund daf&uuml;r sei die allm&auml;hliche Stabilisierung der Wirtschaft im Euro-Raum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928\/Doc~EAD00A91C983E41AD9AE12ED80CAF5589~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Durchhalten<\/strong><br>\nSeit l&auml;ngerem steigt in den USA die Produktivit&auml;t stark, w&auml;hrend die Lohnst&uuml;ckkosten kr&auml;ftig sinken. Diese Entwicklung der wichtigen Kennziffern f&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit einer Volkswirtschaft hat sich im dritten Quartal fortgesetzt. Sie bringt &ndash; statistisch gesehen &ndash; die deutsche Wirtschaft in R&uuml;ckstand zur US-Konkurrenz. M&uuml;ssen jetzt die Alarmglocken schrillen? Nein. In den USA wird, wie in den vorhergegangenen Rezessionen, schnell und viel gefeuert. In Deutschland dagegen versuchen die Unternehmen vor allem durch Kurzarbeit die Stammbelegschaften durchs Krisental zu bringen, auch wenn das trotz staatlicher Hilfe teuer ist. W&uuml;rde die hiesige Wirtschaft Besch&auml;ftigte nicht &ldquo;horten&rdquo;, sondern in gro&szlig;em Umfang entlassen, dann k&ouml;nnte sie den Produktivit&auml;tsvorsprung der Amerikaner rasch aufholen. Sie sollte aber so lange wie m&ouml;glich auf dem deutschen Weg bleiben. Der ist besser als der amerikanische &ndash; f&uuml;r die Besch&auml;ftigten, die ihren Job behalten. Und f&uuml;r die Unternehmen, die nach der Krise Fachpersonal brauchen, ohne das sie im Wettbewerb nicht bestehen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2062803&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein dickes Lob f&uuml;r Hans Georg Schr&ouml;ter, der das nat&uuml;rlich nicht n&ouml;tig hat, aber es ist eben erfreulich, wenn einer die Nerven beh&auml;lt, und darauf hinweist, da&szlig; die USA keinen Technologiesprung gemacht hat, sondern der Nenner im Bruch kleiner geworden ist. Dass diese gelassene Sichtweise nicht selbstverst&auml;ndlich ist, zeigt die Titelung der FTD, obwohl auch hier der Autor im Artikel selbst Bedenken anmeldet:<\/em><\/p>\n<p><strong>US-Produktivit&auml;t l&auml;sst Europa zittern<\/strong><br>\nIn den USA fallen die Lohnst&uuml;ckkosten ins Bodenlose, w&auml;hrend sie in Deutschland explodieren. Als kleines Bonbon kriegen die US-Firmen dazu noch einen krass unterbewerteten Dollar serviert. Da k&ouml;nnen die hiesigen Firmen sicher bald einpacken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-us-produktivitaet-laesst-europa-zittern\/50033703.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neue ALTER EU-Studie: Finanzindustrie dominiert Beratung der EU-Kommission in finanzpolitischen Fragen<\/strong><br>\nDas europ&auml;ische Netzwerk Alter-EU hat heute die Studie &bdquo;A Captive Commission &ndash; The role of the financial industry in shaping EU regulations&ldquo; ver&ouml;ffentlicht.<br>\nDie Studie offenbart den immensen Einfluss der Finanzindustrie auf die europ&auml;ische Finanzmarktregulierung. Erstmals wird nachgewiesen, dass die Kommission ihre externen Beraterinnen und Berater in dieser Frage fast ausschlie&szlig;lich aus der Finanzindustrie selbst bezog. Einzelne Fallstudien aus Schl&uuml;sselbereichen, wie der Regulierung von Banken, Hedge Fonds, Rating Agenturen, Regeln der Buchf&uuml;hrung und Steuern zeigen die aktive Rolle der Finanzbranche bei der Gestaltung der Politikinhalte auf, die zu der j&uuml;ngsten Finanzkrise beigetragen haben. Die EU vertraut zur Bew&auml;ltigung der Krise nun wieder auf dieselben Expertinnen und Experten wie vorher. Vertreter gro&szlig;er Privatbanken, Versicherungsriesen und Finanzunternehmen sind in den beratenden Expertengruppen der Kommission im Finanzbereich im Verh&auml;ltnis von 4:1 zu zivilgesellschaftlichen Gruppen stark &uuml;berrepr&auml;sentiert. Mit dieser einseitigen Besetzung bricht die Kommission ihre eigenen Regeln. Diese geben vor, dass eine Vielzahl von Sichtweisen in den Expertengruppen repr&auml;sentiert sein muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/11\/neue-alter-eu-studie-finanzindustrie-dominiert-beratung-der-eu-kommission-in-finanzpolitischen-fragen\/\">LobbyControl<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Den Nachweis, dass die Brandstifter zu Feuerwehrleuten berufen wurden, haben wir auf den NachDenkSeiten schon seit einiger Zeit gef&uuml;hrt: <a href=\"?p=3807\">Brandstifter als Feuerwehrleute<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Weniger als 82 Millionen &ndash; Deutschlands Bev&ouml;lkerung schrumpft<\/strong><br>\nWiesbaden. Erstmals seit Mitte der 1990er Jahre leben in Deutschland wieder weniger als 82 Millionen Einwohner. Zum Stichtag 31. M&auml;rz 2009 lag der Bev&ouml;lkerungsstand bei 81,9 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch berichtete. Zum Jahresbeginn waren es noch 82 Millionen gewesen. Im Vergleich mit dem Vorjahr schrumpfte die Zahl der Einwohner um 260.000 &ndash; das entspricht der Einwohnerst&auml;rke Aachens. Damit fiel der j&uuml;ngste R&uuml;ckgang nach Angaben der Statistiker besonders stark aus.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2059759_Weniger-als-82-Millionen-Deutschlands-Bevoelkerung-schrumpft.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2009\/11\/PD09__417__12411,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nebenbei bemerkt, Eurostat sagt f&uuml;r 14 weitere europ&auml;ische L&auml;nder gleichfalls einen Bev&ouml;lkerungsr&uuml;ckgang voraus. Bevor aber nun wieder Panik gemacht wird, dass die Deutschen aussterben sollte man noch zu Kenntnis nehmen, dass Deutschland nach der Vereinigung Ende 1990 nur 79,8 Millionen Einwohner hatte und der Zuwachs bis 2002 auf &uuml;ber 82 Millionen vor allem der &Ouml;ffnung der osteurop&auml;ischen L&auml;nder und dem B&uuml;rgerkrieg in Jugoslawien geschuldet war. In den vergangenen zehn Jahren sind etwa zwei Millionen Menschen mehr in die Bundesrepublik eingewandert als ausgewandert.<br>\nHintergrund sind auch die hohen Fortzugszahlen, schreibt das Statistische Bundesamt.<br>\nNur zur Beruhigung der Panikmacher vom Aussterben der Deutschen: wenn die Bev&ouml;lkerung weiterhin pro Jahr um 0,5% schrumpft, sind die Deutschen in etwa 3000 Jahren ausgestorben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gesundheitskarte kommt &ndash; Basta<\/strong><br>\nTrotz anhaltender Bedenken will Bundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) den Weg f&uuml;r die weitere Verteilung der Gesundheitskarte frei machen. Die Krankenkassen sollen die geplante &Uuml;berpr&uuml;fung des IT-Gro&szlig;projekts nicht zum Anlass nehmen, die Ausgabe der Karten in einer ersten Version zu stoppen. Das geht aus einem Brief von R&ouml;sler an seinen nordrhein-westf&auml;lischen Amtskollegen Karl-Josef Laumann (CDU) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Berlin vorlag.<br>\nEr hoffe, mit diesen Klarstellungen dazu beigetragen zu haben, dass die notwendigen Ma&szlig;nahmen ohne weitere Verunsicherung fortgesetzt werden k&ouml;nnten. Das bedeutet, dass die Karte aus seiner Sicht wie geplant zun&auml;chst am Nordrhein und dann bundesweit verteilt werden kann.<br>\nDas Schreiben zeigt, dass die Koalition wohl nicht das gesamte IT- Gro&szlig;-Projekt sechs Jahre nach den ersten Beschl&uuml;ssen stoppen will. &Uuml;berpr&uuml;ft werden soll demnach insbesondere die Betreibergesellschaft gematik und die z&auml;he Entwicklung des Projekts durch die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2060956_Brief-von-Roesler-Gesundheitskarte-kommt-Basta.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Jawohl, es gibt keine Alternative. Denn es ist einfach zu viel Geld mit solchen Gro&szlig;projekten zu verdienen &ndash; und das soll sich nicht &auml;ndern. Beispiel gef&auml;llig: Die Bertelsmann-Tochter Arvato ist seit Jahren Dienstleistungspartner f&uuml;r die AOK und arbeitete auch an den elektronischen AOK-Testkarten mit.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.arvato-services.de\/de\/referenz-aok.html\">Arvato<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.aok.de\/baden-wuerttemberg\/die-aok\/egk-top-ten-fragen-38109.php\">AOK<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe auch nochmal unser <a href=\"?p=4308#h11\">Hinweis Nr. 11 vom 03.11.2009<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Diagnose Systemwechsel?<\/strong><br>\nDie Vielfalt wird beschworen, die Effizienz und die Qualit&auml;t. Wird alles besser? Da steht etwa: &ldquo;Auf Grund des medizinischen Fortschritts und des demographischen Wandels m&uuml;ssen Struktur, Organisation und Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung angepasst werden.&rdquo; Was k&ouml;nnte wohl mit &ldquo;angepasst&rdquo; gemeint sein? Hoffentlich, denke ich mir, werden da jetzt nicht wieder die alten M&auml;rchen aus dem &Auml;rmel gezogen &ndash; das M&auml;rchen von der Kostenexplosion und das M&auml;rchen von der Unbezahlbarkeit wegen der st&auml;ndig steigenden Lebenserwartung. Also weiterlesen: &ldquo;Die Versicherten sollen auf der Basis des bestehenden Leistungskatalogs soweit wie m&ouml;glich ihren Krankenversicherungsschutz selbst gestalten k&ouml;nnen.&rdquo; Jetzt wird mir mulmig. Wie kann man Krankenversicherungsschutz selbst gestalten? Kann man denn seine Krankheit gestalten, je nach Versicherungsschutz? Nun w&auml;chst in mir der Verdacht, dass das Prinzip der Autoversicherung, mit Teilkasko und Vollkasko, mit Selbstbehalt und Pr&auml;mienr&uuml;ckzahlung bei Unfallfreiheit auf die Krankenversicherung &uuml;bertragen werden soll. Aber vielleicht ist das auch wieder nur ein Vorurteil von mir. Also weiterlesen: &ldquo;Langfristig wird das bestehende System &uuml;berf&uuml;hrt in eine Ordnung mit einkommensunabh&auml;ngigen Arbeitnehmerbeitr&auml;gen, die sozial ausgeglichen werden.&rdquo; Jetzt ist es raus! Einkommensunabh&auml;ngige Beitr&auml;ge sind nichts anderes als die Einf&uuml;hrung der Kopfpauschale. Zu dieser unsozialsten aller Finanzierungsideen ist l&auml;ngst alles gesagt. Dass die Verfechter dieser ungerechten Idee das genau wissen, geben sie mit dem Zusatz kund, dass &ldquo;sozial ausgeglichen&rdquo; werden muss. Warum ein soziales System zerst&ouml;ren, um das neue, unsoziale System dann sozial ausgleichen zu m&uuml;ssen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2049861&amp;em_loc=1739&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wissen\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Private Krankenkassen &ndash; Luxusgut Gesundheit<\/strong><br>\nDie Kunden der privaten Krankenversicherung m&uuml;ssen im kommenden Jahr mehr f&uuml;r ihre Police bezahlen. Um durchschnittlich vier bis zehn Prozent wollen die Versicherer die Pr&auml;mien anheben. Im Einzelfall k&ouml;nnten die Preiserh&ouml;hungen noch deutlich h&ouml;her ausfallen. Derzeit verschicken die Unternehmen die Bescheide an die Kunden. Teurer werden d&uuml;rften vor allem die sogenannten &ldquo;Schn&auml;ppchentarife&rdquo;, mit denen einige Versicherer junge und gesunde Menschen k&ouml;dern. Solche Tarife seien meist knapp kalkuliert und deswegen stiegen die Pr&auml;mien dann h&auml;ufig nach einigen Jahren an, hei&szlig;t es in der Branche. Private Krankenversicherer kalkulieren anders als gesetzliche Kassen die Tarife individuell.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/54\/493401\/text\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Mehr als zwei Drittel gehen auch krank zur Arbeit<\/strong><br>\nViele Bundesb&uuml;rger schleppen sich krank zur Arbeit. Gleichzeitig sind aber auch die Fehlzeiten wegen Krankheit leicht gestiegen. Besch&auml;ftigte leiden dabei in steigendem Ma&szlig; unter oft langwierigen psychischen Krankheiten, wie aus dem am Donnerstag in Berlin ver&ouml;ffentlichten Fehlzeiten-Report 2009 des wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht. Mehr als 71 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind binnen eines Jahres mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen. Rund 30 Prozent erschienen sogar gegen den ausdr&uuml;cklichen Rat ihres Arztes am Arbeitsplatz. Arbeitsplatzabbau, steigender Druck im Betrieb, die Wirtschaftskrise aber auch steigende Verantwortung in kleineren Teams seien die Hauptgr&uuml;nde, sagte der Vize-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Instituts, Helmut Schr&ouml;der, in Berlin.<br>\nZentrale Motive f&uuml;r krank zur Arbeit gehende Besch&auml;ftigte sind der Studie zufolge bei rund 30 Prozent, dass andernfalls zuviel Arbeit liegen bleibt. Rund 20 Prozent gaben Angst vor Arbeitsplatzverlust an. Jeder Zehnte wollte &Auml;rger mit Kollegen vermeiden. Repr&auml;sentativ befragt wurden von einem Umfragezentrum der Universit&auml;t Duisburg\/Essen rund 2000 gesetzlich versicherte Arbeitnehmer. Sp&uuml;rbare Belastungen gibt es laut Studie f&uuml;r die Besch&auml;ftigten, wenn sie ihren Arbeitsplatz als unsicher empfinden. Dann sind der Studie zufolge 25,5 Prozent von &laquo;t&auml;glicher Traurigkeit&raquo; betroffen, aber nur 18,5 Prozent bei Menschen ohne Jobunsicherheit.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.krankenkassen.de\/dpa\/162073.html\">www.krankenkassen.net<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/wido.de\/uploads\/media\/wido_pra_pm_fzr09_1109.pdf\">Wissenschaftliches Institut der AOK [PDF &ndash; 141 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Eine gesellschafliche Zeitbombe!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zahl der Hilfsempf&auml;nger steigt: Immer mehr Menschen haben zu wenig<\/strong><br>\nNie zuvor waren so viele Menschen f&uuml;r ihren Lebensunterhalt auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen wie derzeit. Laut Statistischem Bundesamt gab es zum Jahresende 2008 insgesamt 768.000 Empf&auml;nger von Grundsicherung. Das ist ein Anstieg um 4,8 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr. Die Grundsicherung ist eine Form der Sozialhilfe, die den grundlegenden Bedarf f&uuml;r den Lebensunterhalt im Alter und bei Erwerbsminderung sicherstellen soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/grundsicherung106.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Studie: Arbeitsverdichtung verursacht Pflege-Fehler<\/strong><br>\nArbeitsverdichtung, zu wenig Zeit und Personalmangel sind aus Sicht von Pflegekr&auml;ften die h&auml;ufigsten Ursachen f&uuml;r Fehler bei ihrer Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repr&auml;sentative Befragung der Hochschule Bremen unter 1100 Mitarbeitern von 76 Altenheimen und Krankenh&auml;usern. Dies sei die erste bundesweite Studie zu diesem Thema, sagte Projektleiterin Monika Habermann am Donnerstag in einem Gespr&auml;ch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dabei habe sich gezeigt, dass sich vor allem das Pflegepersonal in Altenheimen aus Angst vor Abmahnungen oder Entlassung oft nicht traut, offen &uuml;ber Fehler zu sprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsrecht.de\/arbeitsrecht\/ticker\/ticker.php?ID=1230766081&amp;script=\/arbeitsrecht\/ticker\/wScripts\/nachricht_anzeigen.ws&amp;navid=1\">Arbeitsrecht-Newsticker<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Peter Ramsauer: &bdquo;Stra&szlig;ennetz st&auml;rker durch die Nutzer finanzieren&ldquo;<\/strong><br>\nBundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) will Pkw-Maut pr&uuml;fen lassen &ndash; Jedoch keine &bdquo;Erh&ouml;hung der Lkw-Maut&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pnp.de\/nachrichten\/artikel.php?cid=29-26057229&amp;Ressort=pol&amp;BNR=0\">Passauer Neue Presse<\/a>\n<p><em>Sp&auml;ter:<\/em><\/p>\n<p><strong>PKW-Maut: Ramsauer rudert zur&uuml;ck<\/strong><br>\nBerlin (dpa) &ndash; Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat die Darstellung relativiert, er wolle die Einf&uuml;hrung einer Pkw-Maut pr&uuml;fen lassen. Von einer Pkw-Maut sei im Koalitionsvertrag von Union und FDP &uuml;berhaupt nicht die Rede, sagte Ramsauer in Berlin. Das Thema stehe deshalb &uuml;berhaupt nicht auf der Tagesordnung. F&uuml;r Aufregung hatten ein Interview Ramsauers in der &laquo;Passauer Neuen Presse&raquo; gesorgt: Er sagte, das Stra&szlig;ennetz m&uuml;sste st&auml;rker durch die Nutzer finanziert werden und die Lkw-Maut sei nur ein Anfang gewesen.<br>\nAnmerkung eines Nachdenkseiten-Lesers: Nun denn, der Vorsto&szlig; wurde gemacht und die Runde ist eingel&auml;utet. Und so m&uuml;ssen die uns einschl&auml;gig bekannten Mainstream-Medien die B&uuml;rger in den n&auml;chsten paar Monaten und Jahren nur noch mit den &uuml;blichen &ldquo;2 Schritte vorw&auml;rts &ndash; 1 Schritt zur&uuml;ck Taktiken&rdquo; peu &agrave; peu einpeitschen und in die gew&uuml;nschte Stimmung bringen. Und jetzt raten Sie mal was in sp&auml;testens 3 Jahren eingef&uuml;hrt wird? Nat&uuml;rlich mit s&auml;mtlichen Nachteilen und &ldquo;Schein-Entlastungen&rdquo; f&uuml;r die &ldquo;kleinen&rdquo; (doofen) Autofahrer und\/aber den gro&szlig;en Entlastungen f&uuml;r die Wirtschaft und den Nobelkarossen-Betreibern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/newsticker\/2009\/11\/5\/iptc-hfk-20091105-43-22904552xml\">ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung<\/strong> eines anderen Nachdenkseiten-Lesers (zu einem entsprechenden Artikel auf Financial Times Deutschland): Ja super. Da hat es sich ja schon wieder gelohnt, ein verbrauchsarmes Fahrzeug zu kaufen, f&uuml;r das ich bisher nur knapp 60 Euro im Jahr zahle. Umwelts&uuml;nder mit Spritverbrennern werden belohnt. Aber Hauptsache Freiheit und Wettbewerb.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>F&uuml;r ein effektives und gerechtes Klimaabkommen &ndash; Wuppertal Institut legt breit diskutierten Vorschlag zum Kopenhagener Klimagipfel vor<\/strong><br>\nAls Ergebnis eines intensiven Forschungs- und Diskussionsprozesses liegt nunmehr der Vorschlag des Wuppertal Instituts f&uuml;r den im Dezember in Kopenhagen stattfindenden Klimagipfel vor. Er umfasst weitreichende L&ouml;sungswege f&uuml;r ein effektives und gleichzeitig gerechtes Abkommen, das sowohl Industrie- als auch die so genannten Entwicklungsl&auml;nder st&auml;rker f&uuml;r den internationalen Klimaschutz in die Pflicht nimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news?print=1&amp;id=341670\">Informationsdienst Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Lobbyisten in Bundesministerien: Transparenz noch mangelhaft<\/strong><br>\nDas Innenministerium ver&ouml;ffentlicht zum dritten Mal, welche Ministerien wie viele externe Mitarbeiter besch&auml;ftigten. Lobbycontrol und Linkspartei fordern, die Besch&auml;ftigung Externer zu stoppen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/transparenz-noch-mangelhaft\/?type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Neue SPD-Spitze: Mehr Wahrheit wagen<\/strong><br>\nDie SPD-Spitze legt einen deutlich kritischeren Leitantrag vor. Die Partei habe in ihren Kernkompetenzen an Vertrauen und an Glaubw&uuml;rdigkeit verloren, lautet das niederschmetternde Fazit. Der Abbau der Arbeitslosigkeit ab 2005 wird nunmehr nicht allein den Hartz-Reformen zugeschrieben, sondern auch der &ldquo;anziehenden Konjunktur&rdquo;. Die Reformen indes h&auml;tten &ldquo;Furcht vor sozialem Abstieg durch Arbeitslosigkeit&rdquo; ausgel&ouml;st. Durch die Rente mit 67 sei &ldquo;die Sorge vor Altersarmut&rdquo; gewachsen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2062577&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/de\/pdf\/pt-beschluessse\/bpt09_leitantrag_0a_fassung_ak.pdf\">SPD [PDF &ndash; 179 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der neue Leitantrag&nbsp; mag etwas weniger zahm klingen, aber im Grunde laufen die &Auml;nderungen nur auf eine etwas ver&auml;nderte Rhetorik hinaus. Von einer Abkehr von grundlegenden Prinzipien der fr&uuml;heren Regierungspolitik kann nicht die Rede sein. Es sind die alten rhetorischen Tricks. Die Reformen haben die &ldquo;Furcht&rdquo; vor sozialem Abstieg durch Arbeitslosigkeit ausgel&ouml;st, und nicht die Reformen haben den sozialen Abstieg bef&ouml;rdert (Ausweitung von prek&auml;ren Jobs, des Niedriglohnsektors usw.). Die &ldquo;Sorge&rdquo; vor Altersarmut sei gewachsen, hei&szlig;t es und nicht richtigerweise: die Rentenreformen, die Rente 67 ist nur eine von vielen Verschlechterungen, garantieren in der Zukunft eine ansteigende Altersarmut. Das Einzige was angewachsen sei, seien also unsere &Auml;ngste, real h&auml;tten wir uns durch diese Ma&szlig;nahmen verbessert, so die Botschaft.<br>\nNehmen wir nur einen Satz: &ldquo;Wir haben die sozialen Sicherungssysteme gegen den Druck nach zunehmender Privatisierung verteidigt und so daf&uuml;r gesorgt, dass Rentnerinnen und Rentner in der Krise um ihre Alterseink&uuml;nfte nicht bangen m&uuml;ssen.&rdquo; Mein Gott die Krise, die SPD hat Rentenformel so hingebogen, dass die j&uuml;ngeren B&uuml;rger dieses Landes auch in goldenen Zeiten nicht mehr von der staatlich garantierten Rente leben werden k&ouml;nnen, und damit der privaten Rentenvorsorge, also unserem grundsoliden Finanzwesen, T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. Wenn heute Schwarz\/Gelb die Privatisierung der Pflegeversicherung und der Krankenversicherung im Visier hat, dann deswegen, weil Rot\/Gr&uuml;n die entscheidende Hemmschwelle beseitigt hat und dem neoliberalen Credo zum Sieg verholfen hat: Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied (siehe Schr&ouml;der und Fischer) oder die Armen, die Arbeitslosen, die Kranken, die Alten haben tunlichst in eigenverantwortlicher Regie diese Situationen vorher zu antizipieren und sich gef&auml;lligst privat abzusichern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>FDP-Steuerpapst Solms gibt Finanzpolitik auf<\/strong><br>\nExklusiv Eigentlich wollte er Finanzminister werden, jetzt zieht er sich ganz aus der Finanz- und Steuerpolitik zur&uuml;ck: Der Erfinder des FDP-Stufentarifs f&uuml;r die Einkommensteuer, Hermann Otto Solms, wird nach FTD-Informationen sein jahrelanges Spezialgebiet verlassen und sich k&uuml;nftig anderen Themen zuwenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:erfinder-des-drei-stufen-tarifs-fdp-steuerpapst-solms-gibt-finanzpolitik-auf\/50032944.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Indect &ndash; der Traum der EU vom Polizeistaat<\/strong><br>\nEin Forschungsprojekt soll Wege finden, Informationen aus dem Netz, aus Datenbanken und von &Uuml;berwachungskameras zu verbinden &ndash; zu einem automatischen Bev&ouml;lkerungsscanner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2009-09\/indect-ueberwachung\">Die Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Meldung ist zwar schon etwas &auml;lter, aber hochbrisant.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bundesagentur setzt auf &bdquo;Maulkorb&rdquo;: Hilfen f&uuml;r gesch&ouml;nte Zahlen<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit m&ouml;chte in Zukunft die Berichterstattung in den Medien steuern und bietet ab November diesen Jahres komplett aufbereitete Artikel f&uuml;r die Print- und Online Presse an. Doch weiter recherchieren ist verboten. Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) m&ouml;chte wohl in Zukunft die Berichterstattung, insbesondere &uuml;ber Hartz IV, besser steuern k&ouml;nnen. So l&auml;sst die BA in einer aktuellen Pressemitteilung verlautbaren, dass man ab dem 21. November einen ganz besonderen Presse Service anbietet. So kann man folgendes in der Pressemitteilung der Bundesagentur lesen:<br>\n&ldquo;Die Artikel werden von erfahrenen Journalisten aufbereitet und liegen im Regelfall in zwei unterschiedlichen L&auml;ngen vor. Die dazu geh&ouml;renden Fotos werden ebenfalls von professionellen Fotografen erstellt. Artikel und Fotos liegen auf der Internetseite in druckf&auml;higer Qualit&auml;t vor. Der Service ist kostenlos und kann von allen Medien uneingeschr&auml;nkt &ndash; unter Beachtung der Nutzungsbedingungen und nach einer einfachen Registrierung &ndash; genutzt werden.&rdquo;<br>\nDas ist eigentlich eine ganz sch&ouml;ne Sache, da den Journalisten viel Arbeit abgenommen wird. Doch liest man die sog. Nutzungsbedingungen, so steht dort verzeichnet:<br>\n&ldquo;Die Artikel und ihre Bestandteile (Text, Textteile, Fotos) d&uuml;rfen nicht bearbeitet werden, insbesondere d&uuml;rfen keine eigenen Texte, Fotos oder sonstige Erg&auml;nzungen hinzugef&uuml;gt werden&hellip;&rdquo; (Quelle BA)<br>\nDas bedeutet, dass eine weitere Recherche der Journalisten verboten ist, wenn man die &ldquo;aufbereiteten&rdquo; Artikel der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit verwendet. Vielen Zeitungen und Boulevard Bl&auml;ttern ist es ziemlich egal, ob es zu den angebotenen Themen auch gegenteilige oder differenzierte Meinungen gibt. Ein &auml;hnliches Konzept bietet die BA &uuml;brigens auch f&uuml;r Radiosender an. Ganze Beitr&auml;ge k&ouml;nnen &uuml;bernommen werden, wenn diese nicht bearbeitet werden.<br>\nEine &auml;hnliche Lobbyarbeit hatte bereits das Bundesfamilienministeriums unternommen. Ganze Radiosendungen und PR Artikel wurden von dem Bundesministerium von zahlreichen Printmedien und Radiosendern &uuml;bernommen. Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen wertete dies als &ldquo;unzul&auml;ssige Schleichwerbung&rdquo;. Nach dem Rundfunkstaatsvertrag seien solche &ldquo;als journalistischen Beitr&auml;ge getarnten PR-Texte verboten&rdquo;, sagte damals ein Sprecher der Landesmedienanstalt. Auch der Journallistenverband reagierte mit Emp&ouml;rung. Dessen Vorsitzender Michael Konken sprach von &ldquo;Propaganda&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=14436\">Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die Medienberichterstattung zu den monatlichen Arbeitsmarktdaten war bereits in den vergangenen Jahren in weiten Teilen recht unkritisch: Nur selten wurde von den Medien hinter die Fassade der gesch&ouml;nten Arbeitsmarktdaten geblickt. Der k&uuml;nftig von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit angebotene &ldquo;Service&rdquo; bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung &ldquo;Berlusconisierung&rdquo; der hiesigen Medienbericherstattung.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung M.B.:<\/strong> Fairerweise sollte erw&auml;hnt werden, dass jede Bundesregierung in jeder Zusammensetzung mehr oder weniger kreativ bei den Arbeitsmarktstatistiken war. Und in den letzten Jahren waren viele Medien schon sehr unkritisch bei der Berichterstattung. Da gab es trotz Verarmung und Niedrigl&ouml;hen ein Jobwunder auf dem so genannten Arbeitsmarkt. Bei diesem Maulkorb werden sie hoffentlich aus ihrem teilweise selbst verordneten Dornr&ouml;schenschlaf aufwachen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wie sich Studien &uuml;ber die Ostdeutsche Wirtschaft widersprechen k&ouml;nnen:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Institut der deutschen Wirtschaft: Der Soli hat bald ausgedient<\/strong><br>\nDie ostdeutsche Wirtschaft ist nach dem Mauerfall und anschlie&szlig;endem Systemwechsel doppelt so schnell gewachsen, wie es in anderen Regionen der Welt unter &auml;hnlichen Ausgangsbedingungen der Fall war: In diesem Jahr erreicht das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 70 Prozent des westdeutschen Wertes &ndash; nach der &ouml;konomischen Konvergenz-Theorie w&auml;re dieses Ziel erst im Jahr 2028 zu erreichen gewesen.&nbsp;<br>\nVorreiter des Wandels im Osten Deutschlands war und ist die Industrie. Sie tr&auml;gt mittlerweile ein F&uuml;nftel zur Bruttowertsch&ouml;pfung bei &ndash; im Westen sind es 25 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iwkoeln.de\/tabid\/2384\/ItemID\/24062\/language\/de-DE\/Default.aspx\">IW<\/a><\/li>\n<li><strong>IAB zur Lage in Ostdeutschland: &bdquo;Es bleibt noch einiges zu tun&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Von einer florierenden Landschaft kann nicht die Rede sein. Es bleibt noch einiges zu tun&ldquo;, betont das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) 20 Jahre nach dem Mauerfall zum Thema Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Ostdeutschland. Immerhin habe aber der letzte Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 dem Aufholprozess neue Impulse gegeben, zudem sei der Osten Deutschlands bislang vergleichsweise gut durch die aktuelle Krise gekommen &hellip;<br>\n&bdquo;Noch immer sind die ostdeutschen Arbeitslosenquoten fast doppelt so hoch wie die westdeutschen, noch immer kommt es zu Abwanderung und noch immer haben Produktivit&auml;t und Lohnniveau den Stand im Westen keineswegs erreicht.&ldquo; Im Jahr 2008 lag das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Ostdeutschland bei 71 Prozent des westdeutschen Wertes. Der Osten hole zwar auf, aber der Prozess gehe nur langsam voran, so die N&uuml;rnberger Arbeitsmarktforscher. Zehn Jahre zuvor belief sich der Wert f&uuml;r den Osten auf 68 Prozent des Westniveaus.<br>\nDie Wachstumsschw&auml;che ist dem IAB zufolge auf die immer noch bestehenden strukturellen Nachteile der ostdeutschen Wirtschaft zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Ostdeutschland habe nur einen relativ kleinen Industrie&shy;sektor und nur wenige wirtschaftlich erfolgreiche Gro&szlig;unternehmen. Es gebe ein Defizit an wissensinten&shy;siven Unternehmensdienstleistungen sowie an Forschungs- und Entwicklungst&auml;tigkeiten der Wirtschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/fo0209.aspx\">IAB<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Sebastian Dullien, Hansj&ouml;rg Herr, Christian Kellermann: Der gute Kapitalismus &ndash; und was sich daf&uuml;r &auml;ndern m&uuml;sste<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/06748.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 370 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Propheten und Moneten<\/strong><br>\nDie Dokumentation von Tilman Achtnich zeigt, wie uns Vorhersagen in die Irre f&uuml;hren und wer warum dahinter steckt. Neben Gesundheit, Aktienkursen und Waldsterben wird auch der demographische Wandel behandelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3310728;jsessionid=B156A2808B01A4E30AC48372198FC8AF\">ARD-Mediathek<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuereinnahmen sinken von selbst; die EZB bremst schon wieder; Produktivit&auml;tsgewinn &agrave; la USA; Schrumpfgermanen; Luxusgut Gesundheit; immer Mehr haben zu wenig; die Maut, vor und zur&uuml;ck; SPD sieht Furcht und &Auml;ngste, aber keine Fehler; Bundesagentur schreibt f&uuml;r Redaktionen vor; Ostdeutsche Wirtschaft mal h&uuml;h, mal hott; gibt es einen &bdquo;guten&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4316\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4316","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4316\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}