{"id":43163,"date":"2018-03-26T17:03:10","date_gmt":"2018-03-26T15:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43163"},"modified":"2018-03-27T16:59:20","modified_gmt":"2018-03-27T14:59:20","slug":"leichtfertige-treueschwuere-israels-sicherheit-als-deutsche-staatsraeson-nach-merkel-jetzt-aehnlich-heiko-maas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43163","title":{"rendered":"Leichtfertige Treueschw\u00fcre: Israels Sicherheit als deutsche Staatsr\u00e4son. Nach Merkel jetzt \u00e4hnlich Heiko Maas."},"content":{"rendered":"<p>Nachdem, was Nazideutschland und wir Deutschen den Juden bei uns und in unseren Nachbarl&auml;ndern angetan haben, ist seit Beginn der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Art Verantwortung gegen&uuml;ber Israel formuliert worden. Der neue Bundesau&szlig;enminister Maas hat dies bei seinem Besuch in Israel deutlich formuliert. Seine Versicherungen gegen&uuml;ber Israel wie auch schon die der Bundeskanzlerin im Jahre 2005 (Israels Sicherheit als deutsche Staatsr&auml;son) k&ouml;nnten, so verst&auml;ndlich sie sind, zugleich eine Art Freibrief f&uuml;r die jetzige israelische Regierung und damit gef&auml;hrlich sein. Dann n&auml;mlich, wenn wie im konkreten Fall heute die Politik Israels von Personen gemacht wird, die die Zusicherungen als Ermunterung f&uuml;r Kriege, f&uuml;r &bdquo;Faschismus&ldquo; und &bdquo;Rassismus nahe am Nazismus&ldquo; interpretiert werden k&ouml;nnen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8840\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-43163-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=43163-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180327_Israels_Sicherheit_als_deutsche_Staatsraeson_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die zuvor gebrauchten Begriffe kennzeichnen aus der Sicht des israelischen Historikers  Zeev Sternhell die Geisteshaltung und Politik von israelischen Knesset-Abgeordneten der Regierungsparteien. Professor Sternhell hat diese harte Kritik an der Haltung der beiden einflussreichen Abgeordneten und Regierungsmitglieder in einem Artikel f&uuml;r Le Monde vom 20. Februar 2018 vorgetragen. Wenn Sie diesen ins Deutsche &uuml;bersetzten und als Anlage 1 unten wiedergegebenen Artikel lesen, dann werden Sie verstehen, dass diese Kritik keineswegs zu hart formuliert ist und dass auch die Sorge berechtigt ist, die Treueschw&uuml;re von Bundeskanzlerin und Bundesau&szlig;enminister k&ouml;nnten als Ermunterung f&uuml;r die menschenverachtende Politik der jetzigen israelischen Regierung benutzt werden.<\/p><p><strong>Der Haltung und den Einlassungen des neuen deutschen Au&szlig;enministers geht in mehrerer Hinsicht Vernunft und Weitsicht ab<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst zitiere ich einige &Auml;u&szlig;erungen von Bundesau&szlig;enminister Maas, die er bei seinem Besuch in Israel <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/maas-israel-103.html\">laut Tagesschau<\/a> get&auml;tigt hat:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Erinnerung darf niemals enden. Deutschland tr&auml;gt die Verantwortung f&uuml;r das grausamste Verbrechen der Menschheitsgeschichte&hellip;&ldquo; schrieb er am Sonntag nach seinem Besuch der Holocaust-Gedenkst&auml;tte Yad Vashem ins G&auml;stebuch, so die Tagesschau vom 25. M&auml;rz.<\/p>\n<p>&ldquo;Wir stehen zu dem Land, dass hier allen gedenkt, deren Leben und Tr&auml;ume zerst&ouml;rt wurden.&rdquo; <\/p>\n<p>&ldquo;Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen.&rdquo; Damit begr&uuml;ndete er sein Ziel einer Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen.<\/p>\n<p>&ldquo;Die Verantwortung f&uuml;r und die Solidarit&auml;t mit dem j&uuml;dischen und demokratischen Staat Israel, einzutreten f&uuml;r seine Sicherheit und gegen Antisemitismus &ndash; das steht im Zentrum unseres au&szlig;enpolitischen Koordinatensystems&rdquo;, sagte der SPD-Politiker bereits vor seiner Abreise. &ldquo;Und es ist der Kompass, dem ich auf dem Weg in die Politik gefolgt bin.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Soweit Au&szlig;enminister Maas. Was er von sich berichtet, gilt f&uuml;r eine Reihe von Landsleuten. Es gilt f&uuml;r eine Reihe meiner Freunde. Auch ich k&ouml;nnte sagen, ich sei wegen Auschwitz und wegen der Verbrechen unserer politischen F&uuml;hrung und unseres Volkes politisiert worden. Das war jedenfalls ein bedeutsames Motiv f&uuml;r viele junge Menschen in den f&uuml;nfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, sich politisch zu engagieren.<\/p><p>Aber diese berechtigte Geisteshaltung und tiefgehende Emotion dann auf alles Weitere, also auch auf die weiteren Verbrechen Deutschlands zu &uuml;bertragen, einschlie&szlig;lich der jetzigen Regierung in Israel, ist falsch und gef&auml;hrlich.<\/p><p>Es f&auml;ngt schon bei der Einzigartigkeit des Verbrechens an. Es ist in der Tat einzigartig. Aber andere Verbrechen sind &auml;hnlich einzigartig &ndash; so zum Beispiel die T&ouml;tung und Ermordung von &uuml;ber 20 Millionen Russen im Zweiten Weltkrieg. Und diese Verbrechen hatten &uuml;brigens eine ganz &auml;hnliche Grundlage: Rassismus, Abwertung andersartiger Menschen und deshalb die Bereitschaft f&uuml;r Mord und Totschlag. Der Rassismus gegen&uuml;ber Slawen wie Polen und Russen trug &auml;hnliche Z&uuml;ge, nicht die gleichen, &auml;hnliche, wie der Rassismus gegen&uuml;ber den j&uuml;dischen Mitb&uuml;rgern in Deutschland und in unseren Nachbarl&auml;ndern.<\/p><p>Wenn man das Verbrechen von Nazideutschland an den Juden Deutschlands und Europas als einzigartig darstellt, l&auml;uft man auch Gefahr, die Millionen Toten der Kriege des Westens von Afghanistan &uuml;ber den Irak und Syrien bis nach Libyen nicht als einzigartig, sondern eher beil&auml;ufig zu betrachten.<\/p><p>Die besondere, aus der Einzigartigkeit abgeleitete Verantwortung f&uuml;r die Sicherheit Israels macht auch blind daf&uuml;r, was bei der Staatsgr&uuml;ndung geschehen ist. Heiko Maas ist wegen Auschwitz in die Politik gegangen. Das ist verst&auml;ndlich. Es w&auml;re aber an der Zeit, dass dieser Minister gelegentlich mal das Buch des israelischen Historikers Ilan Pappe liest: &bdquo;Die ethnische S&auml;uberung Pal&auml;stinas&ldquo;. Heiko Maas darf dann gerne bei der Analyse seiner Politisierung bleiben. Aber er sollte dem die Erfahrung anderer V&ouml;lker, im konkreten Fall der Pal&auml;stinenser, hinzuf&uuml;gen, um zu einem abgewogenen, rationalen Urteil zu kommen.<\/p><p>Dann gibt es die Entwicklung der neueren Politik Israels, wie sie treffend in dem Beitrag in Anlage 1 beschrieben wird. Der dort beschriebene Rassismus kann doch einen deutschen Au&szlig;enminister nicht kalt lassen. Er muss doch dann aufh&ouml;ren mit den Treueschw&uuml;ren. Er muss sich damit besch&auml;ftigen, wie die jetzige Regierung Israels aussieht, was von ihrer Einstellung zu Demokratie und Menschenrechten zu halten ist. Offensichtlich interessiert ihn das nicht.<\/p><p>Hinzu kommt im konkreten Fall noch die deutlich erkennbare Kriegsgefahr. So wie die jetzige Regierung in Israel zusammengesetzt ist, ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass die Treueschw&uuml;re der US-amerikanischen und deutschen Partner benutzt werden, um zum Beispiel den gro&szlig;en Konflikt mit dem Iran zu beginnen und den Konflikt mit Syrien weiter fortzuf&uuml;hren.<\/p><p><strong>In Anlage 2 finden Sie &uuml;brigens ein Video mit einer Rede von Gideon Levy. <\/strong><\/p><p>Dort rechnet der mutige, vielfach preisgekr&ouml;nte, scharf argumentierende israelische Journalist mit seinem Land ab.<\/p><p><strong>Anlage 1<\/strong><\/p><p><strong>&Uuml;bersetzung des Namensartikels von Zeev Sternhell, Historiker und Mitglied der Israelischen Akademie f&uuml;r Natur- und Geisteswissenschaften, Professor an der Hebr&auml;ischen Universit&auml;t Jerusalem, Spezialist f&uuml;r die Geschichte des Faschismus in &bdquo;Le Monde&ldquo; vom 20. Februar 2018<\/strong><\/p><p>Zeev Sternhell &bdquo;In Israel w&auml;chst ein Rassismus nah am Nazismus zu seinen Anf&auml;ngen&ldquo; Angesichts der Ausw&uuml;chse des israelischen Nationalismus wagt sich der auf Faschismus spezialisierte Historiker an einen Vergleich zwischen dem Schicksal der Juden unter den Nazis vor dem zweiten Weltkrieg und dem der Pal&auml;stinenser heute in Israel<\/p><p>Ich bin manchmal versucht mir vorzustellen, wie der Historiker, der in hundert Jahren leben wird, versuchen wird, unsere Epoche zu erkl&auml;ren. In welchem Moment, wird er sich ohne Zweifel fragen, hat man in Israel begonnen zu verstehen, dass dieses Land, zum Staat geworden durch den Unabh&auml;ngigkeitskrieg von 1948, gegr&uuml;ndet auf den Ruinen des europ&auml;ischen Judentums und auf Kosten des Bluts von 1 Prozent seiner Bev&ouml;lkerung, darunter tausende von K&auml;mpfern, die die Shoah &uuml;berlebt haben, f&uuml;r die Nicht-Juden, die es beherrscht, zu einem Monster geworden ist? Wann genau haben die Israelis begriffen, dass ihre Unbarmherzigkeit gegen&uuml;ber den Nicht-Juden unter ihrem Einfluss in den besetzten Gebieten, ihre Entschlossenheit, die Hoffnungen der Palestinenser auf Unabh&auml;ngigkeit zu zerschlagen und ihre Weigerung, afrikanischen Fl&uuml;chtlingen Asyl zu gew&auml;hren, die moralische Legitimit&auml;t ihrer nationalen Existenz zu untergraben begannen?<\/p><p>Die Antwort, wird der Historiker vielleicht sagen, findet sich im Mikrokosmos der Ideen und der Taten zweier bedeutender Abgeordneter der Mehrheit, Miki Zohar (Likud) und Bezalel Smotrich (J&uuml;disches Heim), treue Vertreter der Regierungspolitik, die vor kurzem ganz vorne auf die politische B&uuml;hne katapultiert worden sind. Noch wichtiger ist aber, dass genau diese Ideologie die Basis &bdquo;grundlegender&ldquo; (verfassungs&auml;ndernder) Vorschl&auml;ge ist, die die Justizministerin, Ayelet Shaked, mit Zustimmung des Premierministers Benjamin Netanjahu, von der Knesset schnell beschlie&szlig;en lassen will.<\/p><p>Shaked, Nummer 2 der Partei der religi&ouml;s-nationalistischen Rechten, vertritt neben ihrem extremen Nationalismus eine politische Ideologie, derzufolge ein Wahlsieg die Inbesitznahme des Staates und des gesellschaftlichen Lebens rechtfertigt. Im Geiste dieser Rechten ist die liberale Demokratie nichts als ein Infantilismus. Man erfasst die Tragweite eines solchen Ansatzes leicht f&uuml;r ein Land britischer Tradition, das keine geschriebene Verfassung besitzt, nur Verhaltensregeln und einen rechtlichen Rahmen, den eine einfache Mehrheit &auml;ndern kann.<\/p><p>Das wichtigste Element dieser neuen Rechtslehre ist eine Gesetzgebung, genannt &bdquo;Gesetz &uuml;ber den Nationalstaat&ldquo;: Es handelt sich um einen nationalistischen Verfassungsakt, den der Nationalismus von Maurras seinerzeit nicht verleugnet h&auml;tte, den Frau Le Pen nicht vorzuschlagen wagte und den der polnische und ungarische Nationalismus mit Freude begr&uuml;&szlig;en w&uuml;rde. Da sind also die Juden, die vergessen, dass ihr Schicksal seit der Revolution von 1789 an Liberalismus und Menschenrechte gebunden ist, und die einen Nationalismus hervorbringen, in dem sich die h&auml;rtesten Chauvinisten Europas wiedererkennen.<\/p><p>Dieses Gesetz hat n&auml;mlich das Ziel, die universellen Werte der Aufkl&auml;rung, des Liberalismus und der Menschenrechte den partikularen Werten des j&uuml;dischen Nationalismus zu unterwerfen. Es wird den Obersten Gerichtshof &ndash; dessen Pr&auml;rogativen Shaked beschneiden und dessen traditionell liberalen Charakter sie zerst&ouml;ren will &ndash; zwingen, Entscheidungen nach Buchstaben und Geist der neuen Gesetzgebung zu treffen. Die Ministerin geht aber noch weiter: Sie hat gerade erkl&auml;rt, dass die Menschenrechte sich werden beugen m&uuml;ssen vor der Notwendigkeit, eine j&uuml;dische Mehrheit zu sichern. Weil dieser Mehrheit in Israel, wo 80 Prozent der Bev&ouml;lkerung j&uuml;disch sind, keine Gefahr droht, geht es dabei darum, die &Ouml;ffentlichkeit auf die neue Situation vorzubereiten, die eintreten wird f&uuml;r den Fall der von der Partei der Ministerin bef&uuml;rworteten Annexion der besetzten pal&auml;stinensischen Gebiete: Die nicht-j&uuml;dische Bev&ouml;lkerung h&auml;tte kein Wahlrecht.<\/p><p><strong>Die Ohnmacht der Linken<\/strong><\/p><p>Wegen der Ohnmacht der Linken wird diese Gesetzgebung der erste Sargnagel des alten Israel sein, von dem nur die Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung wie ein Museumsst&uuml;ck &uuml;brigbleiben wird, das k&uuml;nftige Generationen daran erinnern wird, was unser Land h&auml;tte sein k&ouml;nnen, wenn unsere Gesellschaft nicht w&auml;hrend eines halben Jahrhunderts von Besatzung, Kolonisierung und Apartheid in den 1967 eroberten Gebieten, die seither von 300.000 Siedlern besetzt sind, moralisch verrottet w&auml;re. Heute ist die Linke nicht mehr in der Lage, sich einem Nationalismus entgegenzustellen, dem es in seiner europ&auml;ischen Variante, sehr viel extremer als die unsrige, fast gelungen w&auml;re, die europ&auml;ischen Juden zu vernichten. Deshalb sollte man &uuml;berall in Israel und in der j&uuml;dischen Welt die beiden Gespr&auml;che lesen, die Ravit Hecht f&uuml;r Haaretz (3. Dezember 2016 und 28. Oktober 2017) mit Smotrich und Zohar gef&uuml;hrt hat. Man sieht da, wie unter unseren Augen kein einfacher lokaler Faschismus entsteht, sondern ein Rassismus nahe am Nazismus zu seinen Anf&auml;ngen.<\/p><p>Wie jede Ideologie hatte sich auch der deutsche Rassismus entwickelt: Am Anfang hat er die Juden angegriffen durch die Verletzung der Menschen- und B&uuml;rgerrechte. Ohne den zweiten Weltkrieg h&auml;tte sich das &bdquo;j&uuml;dische Problem&ldquo; m&ouml;glicherweise durch eine &bdquo;freiwillige&ldquo; Auswanderung der Juden aus Gebieten unter deutscher Kontrolle gel&ouml;st. Letztendlich konnten fast alle Juden aus Deutschland und &Ouml;sterreich rechtzeitig weggehen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass manche auf der Rechten den Pal&auml;stinensern das gleiche Schicksal bereiten wollen. Die Gelegenheit m&uuml;sste da sein, zum Beispiel ein guter Krieg, zusammen mit einer Revolution in Jordanien, die es erlaubte, einen gro&szlig;en Teil der Einwohner der besetzten Westbank nach Osten zu schieben.<\/p><p><strong>Das Schreckgespenst der Apartheid<\/strong><\/p><p>Die Smotrich und Zohar haben nicht die Absicht, die Pal&auml;stinenser k&ouml;rperlich anzugreifen, selbstverst&auml;ndlich unter der Bedingung, dass diese die j&uuml;dische Hegemonie widerstandslos hinnehmen. Sie lehnen es blo&szlig; ab, ihre Menschenrechte anzuerkennen, ihr Recht auf Freiheit und Unabh&auml;ngigkeit. Schon jetzt k&uuml;ndigen sie und ihre Parteien f&uuml;r den Fall der offiziellen Annexion der besetzten Gebiete an, dass sie den Pal&auml;stinensern die israelische Staatsangeh&ouml;rigkeit verweigern werden, einschliesslich des Wahlrechts.<\/p><p>F&uuml;r die Mehrheit, die an der Macht ist, sind die Pal&auml;stinenser auf ewig verdammt zum Status von Arbeitskr&auml;ften.<\/p><p>Das hat einen einfachen Grund: Die Araber sind nicht j&uuml;disch, deshalb haben sie kein Recht, Anspruch zu erheben auf das Eigentum irgendeines Teils des gelobten Landes des j&uuml;dischen Volks. F&uuml;r Smotrich, Shaked und Zohar ist ein Jude aus Brooklyn, der vielleicht noch nie einen Fu&szlig; auf dieses Land gesetzt hat, sein rechtm&auml;&szlig;iger Eigent&uuml;mer, w&auml;hrend der Araber, der dort geboren ist, wie seine Vorfahren, ein Fremder ist, dessen Anwesenheit ausschlie&szlig;lich dank des guten Willens der Juden und ihrer Menschlichkeit hingenommen wird. Der Pal&auml;stinenser, sagt uns Zohar, &bdquo;hat nicht das Recht auf Selbstbestimmung, weil ihm der Boden nicht geh&ouml;rt. Ich will ihn als Bewohner, weil ich anst&auml;ndig bin, er ist ja hier geboren, er lebt hier, ich werde ihn nicht auffordern zu gehen.<\/p><p>Es tut mir leid, es zu sagen, aber (die Pal&auml;stinenser) leiden unter einem sehr gro&szlig;en Mangel: Sie sind nicht als Juden geboren.<\/p><p>Selbst wenn die Pal&auml;stinenser sich entschl&ouml;ssen, zu konvertieren, beg&auml;nnen Tora und Talmud zu studieren, w&uuml;rde es ihnen deshalb nichts n&uuml;tzen. Genauso wenig wie den Sudanesen oder Eritreern und ihren Kindern, die in jeder Hinsicht israelisch sind. So war es auch bei den Nazis. Anschlie&szlig;end kommt die Apartheid, die nach Auffassung der meisten &bdquo;Denker&ldquo; der Rechten f&uuml;r die Araber gelten soll, die seit Gr&uuml;ndung des Staates israelische B&uuml;rger sind. Zu unserem Ungl&uuml;ck w&auml;hlen viele Israelis, die sich f&uuml;r so viele ihrer Abgeordneten sch&auml;men, aus Gr&uuml;nden aller Art weiter die Rechte.<\/p><p><strong>Anlage 2: <\/strong><\/p><p>Mail von Marlene S.:<\/p><p><strong>Gideon Levy, der mutige, vielfach preisgekr&ouml;nte, scharf argumentierende israelische Journalist rechnet mit seinem Land ab.<\/strong><\/p><p>Die 53 Minuten seines Vortrags lassen keine gedankliche Nische zu, dass Israel etwa demokratisch sei&nbsp; &ndash; die Besatzung &ldquo;im Hinterland&rdquo; sei heute eine der brutalsten, grausamsten Tyranneien auf Erden&hellip;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.c-span.org\/video\/?441970-4\/us-israel-relations-middle-east-policy-gideon-levy\">Hier der link zu seinem Vortrag<\/a>.<\/p><p>Wenn Ihr Zeit und Ernsthaftigkeit genug habt &ndash;&nbsp; die ganze Tagung &ldquo;U.S.-Israel Relations and Middle East Policy&rdquo; zu verfolgen, (Veranstalter ist das &ldquo;Institute for Research Middle Eastern Policy and American Educational Trust&rdquo;), <a href=\"https:\/\/www.c-span.org\/search\/?searchtype=Videos&amp;query=U.S.-Israel+Relations+and+Middle+East+Policy%2C\">dann fangt hier an<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem, was Nazideutschland und wir Deutschen den Juden bei uns und in unseren Nachbarl&auml;ndern angetan haben, ist seit Beginn der Bundesrepublik Deutschland eine besondere Art Verantwortung gegen&uuml;ber Israel formuliert worden. Der neue Bundesau&szlig;enminister Maas hat dies bei seinem Besuch in Israel deutlich formuliert. 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