{"id":432,"date":"2005-01-06T11:57:45","date_gmt":"2005-01-06T10:57:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=432"},"modified":"2016-03-21T10:15:54","modified_gmt":"2016-03-21T09:15:54","slug":"privatvorsorge-die-aufklarung-schreitet-voran-bravo-fr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=432","title":{"rendered":"Privatvorsorge \u2013 die Aufkl\u00e4rung schreitet voran. Bravo FR!"},"content":{"rendered":"<p>In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau finden Sie einen interessanten <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/nachrichten\/?cnt=614155&amp;\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/nachrichten\/?cnt=614155&amp;\">Artikel &uuml;ber die Folgen der Privatisierung der Altersvorsorge in Chile<\/a>: &bdquo;Als Vorbild taugt die private Altersvorsorge in Chile nicht &ndash; Experten prognostizieren der Mehrheit der Rentner ein Leben ohne Einkommen &ndash; dabei gilt das System vielen als nachahmenswert.&rdquo; Wenn Sie meine <a href=\"?p=247\">Tagebucheintragung vom 4.1.05<\/a> zum Versagen des britischen Systems und die einschl&auml;gigen Passagen aus der &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo; gelesen haben, kennen Sie schon einige Hintergr&uuml;nde. Zur Rolle der chilenischen Privatisierungsbef&uuml;rworter&hellip;<br>\n<!--more--><br>\n&hellip;. insbesondere des Arbeitsministers von Diktator Pinochet, Jose Pinera, als weltweit t&auml;tige und auch die deutsche Diskussion pr&auml;gende Agitatoren steht in der &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo; auf Seite 380 ff der folgende Text (Anlage 1). Er passt sehr gut in den Kontext des FR-Artikels, spannt insbesondere den Bogen zum Geschehen in Deutschland. Zur Information &uuml;ber die pr&auml;genden Wirkung in Deutschland f&uuml;ge ich noch einen Bericht des WDR vom M&auml;rz 2004 (Anlage 2) an: <\/p><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p>Auszug aus Albrecht M&uuml;ller, &bdquo;Die Reforml&uuml;ge &hellip;&ldquo;:<br>\n&bdquo;Zu den wirksamsten F&ouml;rderern der neoliberalen Reformbewegung geh&ouml;ren Institutionen und Personen, die auf internationaler Ebene aktiv sind, vor allem die mit der Autorit&auml;t der internationalen Gemeinschaft ausgestattete Weltbank und der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF). So hat zum Beispiel Robert Holzmann, bei der Weltbank Abteilungsleiter f&uuml;r soziale Sicherheit, jahrelang die private Altersvorsorge propagiert. Und der IWF hat, noch unter der Federf&uuml;hrung von Horst K&ouml;hler, in vielen L&auml;ndern neoliberale Reformen erzwungen und auf einseitige, neoliberal gepr&auml;gte Sparma&szlig;nahmen gedr&auml;ngt. Eine Person bedarf in diesem Zusammenhang der besonderen Erw&auml;hnung: Jos&eacute; Pi&ntilde;era und sein &raquo;International Center for Pension Reform&laquo;. Jos&eacute; Pi&ntilde;era war Arbeitsminister unter Chiles Diktator Pinochet und hat in dieser Funktion den Arbeitnehmern dort 1980 die private Vorsorge aufgezwungen &ndash; mit all den damit verbundenen Nachteilen f&uuml;r die Mehrheit der Chilenen. Pi&ntilde;era ist seitdem als Lobbyist und Propagandist der Privatvorsorge und der internationalen Finanzindustrie t&auml;tig. Er r&uuml;hmt sich der Beratung vieler L&auml;nder und Regierungen bei ihrem Weg zur Abl&ouml;sung sozialer Sicherungssysteme und der Einf&uuml;hrung privater Rentenversicherungen: In S&uuml;damerika und Osteuropa, in Gro&szlig;britannien <\/p><p>und Australien, in Kasachstan und auch bei uns in Deutschland hat er seine Spuren hinterlassen. Was er zum Beispiel in einem Artikel f&uuml;r das Wallstreet Journal Europe am 25. Juni 1998 &uuml;ber das angebliche Scheitern des Umlageverfahrens und die Vorteile des Kapitaldeckungsverfahrens geschrieben hat, findet sich nahezu wortgleich in den &Auml;u&szlig;erungen von Schwarz und Gelb, von Rot und Gr&uuml;n in Deutschlands Renten- und Demographiedebatte wieder. Wer sich durch die Seiten seiner Homepage www.pensionreform.org84 klickt, der bekommt einen zugleich umfassenden wie auch bedr&uuml;ckenden Eindruck von der Dimension und dem weltumspannenden Charakter seiner Aktivit&auml;ten. Der Arbeitsminister Pinochets als Ghostwriter einer rotgr&uuml;nen Koalition in Deutschland &ndash; das h&auml;tte ich mir noch vor zehn Jahren nicht einmal in einem sehr schlechten Traum vorstellen k&ouml;nnen. Doch die Parallelen gehen bis in die Terminologie: Auf seiner pers&ouml;nlichen Website www.josepinara.com pr&auml;sentierte Pi&ntilde;era im Mai 2004 die &raquo;Agenda Chile 2010&laquo;.<br>\nWas ich mir genausowenig h&auml;tte vorstellen k&ouml;nnen, ist die Rolle, die der Spiegel in dieser Koalition der Willigen heute spielt. Eigentlich pflegt der Spiegel bis heute das Image, ein Nachrichtenmagazin mit kritischem Charakter zu sein. Doch das ist lange her. Er ist zu einem Hauptorgan des Mainstream geworden. Seit Jahren propagiert er die Grundlinien der Reforml&uuml;ge. Prototypisch f&uuml;r die Botschaften, die er immer wieder unters Volk bringt, sind die neun Titelbilder, die auf S. 381 abgedruckt sind. Das demographische Problem, der zu weit ausgebaute Sozialstaat, der Niedergang des Staates, der Untergang des Landes: Immer und immer wieder lesen wir im Spiegel die gleichen Inhalte, die in hohem Ma&szlig;e Propaganda sind. Ein Titel wie &raquo;Der letzte Deutsche&laquo; sagt in seiner &uuml;bertreibenden und hysterischen Art alles &uuml;ber den Zustand einer vormals kritischen &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland. <\/p><p><strong>Anlage 2:<\/strong><\/p><p>WDR.de<\/p><p>Bundestag verabschiedet Rentenreform<br>\n<strong>Koalition beschlie&szlig;t Einschnitte <\/strong><\/p><p><strong>Der Bundestag hat am Donnerstag (11.03.04) die Rentenreform mit den Stimmen von Rot-Gr&uuml;n bei einer Enthaltung beschlossen. F&uuml;r Rentner bedeutet dies Einschnitte, daf&uuml;r sollen die Beitr&auml;ge der heute Berufst&auml;tigen nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig steigen. <\/strong><\/p><p>Die Rot-Gr&uuml;ne Koalition hat die Rentenreform ohne Probleme durch den Bundestag gebracht. 302 Abgeordnete stimmten zu, lediglich der SPD-Linke Ottmar Schreiner enthielt sich der Stimme. Damit werde die gesetzliche Rente allein k&uuml;nftig nicht mehr den Lebensstandard sichern, <strong>sagte Sozialministerin Ulla Schmidt. Privatvorsorge sei unerl&auml;sslich<\/strong>. Die Opposition kritisierte die Reform als widerspr&uuml;chlich, die FDP forderte Schmidt zum R&uuml;cktritt auf.<br>\nF&uuml;r das Gesetz stimmten 302 Abgeordnete, dagegen 291, einer enthielt sich. Damit hat es die entscheidende H&uuml;rde genommen, da der Bundesrat nicht zustimmen muss. &Uuml;ber einen Nachhaltigkeitsfaktor wird das Rentenniveau bis 2030 voraussichtlich von heute 53 Prozent des Durchschnittslohns nach Abzug der Sozialabgaben vor Steuern auf 43 Prozent gesenkt. Daf&uuml;r wird der Beitragssatz bei 22 Prozent gedeckelt. Mit einer auf Druck der SPD-Linken eingef&uuml;gten Zusatzklausel wird die Regierung aber gleichzeitig aufgefordert, auf Dauer das Niveau bei mindestens 46 Prozent zu halten. <\/p><p>Diese Festschreibung widerspr&uuml;chlicher Ziele mache die Reform wertlos, sagten Redner von Union und FDP. Das angepeilte Mindestniveau von 46 Prozent sei mit 22 Prozent Beitragssatz im Jahr 2030 nicht zu erreichen, sagte CSU-Sozialexperte Horst Seehofer. N&ouml;tig seien entweder 24 Prozent Beitrag oder ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren. &ldquo;Anders macht diese Zielsetzung keinen Sinn&rdquo;, sagte der CSU-Politiker. Das Gesetz sei &ldquo;nichts anderes als der Auftakt einer neuen Rentenreform&rdquo;.<\/p><p>Schmidt entgegnete, es sei durchaus m&ouml;glich, das Rentenniveau bei 46 Prozent zu halten. Der Union hielt die Ministerin vor, dass ihre Rentenideen noch weit tiefere Einschnitte bedeuteten. SPD-Fraktionsvize Gudrun Schaich-Walch sagte, entscheidend zur Entlastung der Rentenkassen seien die Ann&auml;herung des tats&auml;chlichen Renteneintrittsalters an 65 Jahre, eine h&ouml;here Besch&auml;ftigung insgesamt und mehr Frauenbesch&auml;ftigung. <\/p><p>Neben dem Nachhaltigkeitsfaktor sieht Schmidts Gesetz vor, bis 2008 die M&ouml;glichkeiten zur Fr&uuml;hrente vor 63 zu kappen. Hochschuljahre werden k&uuml;nftig nicht mehr f&uuml;r die Rente gutgeschrieben. Die auf 0,2 Monatsausgaben abgeschmolzenen R&uuml;cklagen der Rentenversicherer sollen wieder auf 1,5 Monatsausgaben aufgef&uuml;llt werden. Deshalb kann der Beitragssatz von derzeit 19,5 Prozent des Bruttolohns auf Jahre nicht sinken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau finden Sie einen interessanten <a href=\"http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/nachrichten\/?cnt=614155&amp;\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.fr-aktuell.de\/ressorts\/nachrichten_und_politik\/nachrichten\/?cnt=614155&amp;\">Artikel &uuml;ber die Folgen der Privatisierung der Altersvorsorge in Chile<\/a>: &bdquo;Als Vorbild taugt die private Altersvorsorge in Chile nicht &ndash; Experten prognostizieren der Mehrheit der Rentner ein Leben ohne Einkommen &ndash; dabei gilt das System vielen als nachahmenswert.&rdquo; Wenn<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=432\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[187,39,40],"tags":[635,669,273,1609],"class_list":["post-432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundestag","category-rente","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","tag-altersarmut","tag-chile","tag-privatvorsorge","tag-rentenreform"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=432"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32350,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions\/32350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}