{"id":4320,"date":"2009-11-09T08:53:11","date_gmt":"2009-11-09T07:53:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4320"},"modified":"2009-11-09T08:53:40","modified_gmt":"2009-11-09T07:53:40","slug":"hinweise-des-tages-1015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4320","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Fluch der Finanzmarktstabilisierung; Ungereimtes um Opel; Aktion&auml;re bewilligen Vorstandsgeh&auml;lter; dunkle Wolken am Arbeitsmarkt; Asse II; Alltag der Privatisierung; Wettbewerb bei der Bahn schadet den Kunden; Gentest auf Gesundheitskarte; links und rechts in und um die SPD; hei&szlig;er Herbst an den Hochschulen; vergesst den Osten nicht. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Stabilisierungsma&szlig;nahmen haben einen Umfang von &uuml;ber 30 % der Wirtschaftsleistung aller 27 EU-Staaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Der Fluch der Finanzmarktstabilisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Insideraff&auml;re in den USA: Alarmglocken schrillen immer lauter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Monopoly auf dem US-H&auml;usermarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">General Motors hat schon lange dar&uuml;ber nachgedacht Opel zu behalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">EU warnte Deutschland fr&uuml;h vor Opel-Falle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">St&uuml;hler&uuml;cken bei der Opel Treuhand: &bdquo;Sachverstand spielt keine Rolle mehr&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Hilfssheriff Aktion&auml;r bei den Vorstandsgeh&auml;ltern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">IMK f&uuml;rchtet &bdquo;massive Entlassungen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Dunkle Wolken am amerikanischen Arbeitsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Untersuchungsausschuss Asse II: Entlagerpapst K&uuml;hn bereut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der Alltag der Privatisierung der M&uuml;llentsorgung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die falschen Tr&auml;nen der Sozialverb&auml;nde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Wettbewerb bei der Bahn schadet den Kunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Gentest-Ergebnisse bald auf der Gesundheitskarte?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Immer mehr Gesetz-Outsourcing in Ministerien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Woher die Furcht vor Brandenburgs rotem Adler kommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Olaf Scholz ist neuer Chef der Hamburger SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Gerechtigkeit f&uuml;r Andrea Ypsilanti<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Altkanzler Gusenbauer jetzt Investmentbanker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">F&uuml;r einen hei&szlig;en Herbst an den Hochschulen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Honduras: Friedrich-Naumann-Stiftung rudert zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Michail Gorbatschow: Vergesst den Osten nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Nachtrag zum Eintrag zu Elser<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4320&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stabilisierungsma&szlig;nahmen haben einen Umfang von &uuml;ber 30 % der Wirtschaftsleistung aller 27 EU-Staaten<\/strong><br>\nDie Rettungspakete einzelner Staaten sind noch erheblich gr&ouml;&szlig;er; im Falle von D&auml;nemark oder Irland betragen sie weit &uuml;ber 200 % des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes &ndash; f&uuml;r die betroffenen L&auml;nder und ihre Haushalte eine enorme Belastung. Deshalb stellt sich die Frage, wann und wie die Staaten ihre Stabilisierungsbem&uuml;hungen zur&uuml;ckf&uuml;hren k&ouml;nnen, damit ihre Haushalte nicht auf Dauer &uuml;berfordert werden. Auch in Deutschland kommt die Politik deshalb nicht umhin, Exit-Strategien zu entwickeln, um zu gegebener Zeit handlungsf&auml;hig zu sein.<br>\nAnfang Oktober 2009, knapp ein Jahr nach dem In-Kraft-Treten des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes, betrug das Antragsvolumen auf Stabilisierungshilfen des SoFFin 232,9 Mrd &euro;. Das Volumen unterzeichneter Vertr&auml;ge f&uuml;r Stabilisierungshilfen belief sich auf rund 155,6 Mrd &euro;, wovon 127,7 Mrd &euro; auf die Gew&auml;hrung von Garantien, 21,9 Mrd &euro; auf die Vergabe von Eigenkapital und 5,9 Mrd &euro; auf Risiko&uuml;bernahmen entfielen. Als Zeichen einer Entspannung auf den Finanzm&auml;rkten kann gewertet werden, dass nicht in Anspruch genommene Garantien zum Teil bereits wieder an den SoFFin zur&uuml;ckgegeben wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bankenverband.de\/html\/defacto\/ausgabe-05\/finanzmarktstabilisierung-und-exit-loesungen.asp\">Bankenverband<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zwar wird eine Exit-Strategie gefordert, aber kein Gedanke daran verschwendet, wie die Banken bei der Refinanzierung der &bdquo;Stabilisierungsma&szlig;nahmen&ldquo; beteiligt werden k&ouml;nnen und sollten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Fluch der Finanzmarktstabilisierung<\/strong><br>\nDiese Gefahr bestand immer: Je erfolgreicher die Finanzminister und Notenbanker beim Bek&auml;mpfen der gro&szlig;en Krise sind, desto schwieriger wird es f&uuml;r sie, echte Schranken zu errichten, die eine Wiederholung unm&ouml;glich machen. Wer sich das Communiqu&eacute; von St. Andrew durchliest, den beschleicht die Sorge um den Fluch der guten Tat. So wie es ausschaut, werden die Regulierungsvorhaben eher aufgeweicht denn versch&auml;rft. Das ist fatal; denn die n&auml;chste Krise ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Ihr Ausma&szlig; w&uuml;rde so gro&szlig;, dass die Staaten dann nicht mehr in der Lage sein werden, das Schlimmste, n&auml;mlich den Zusammenbruch des gesamten Systems zu verhindern. Dieses Risiko ist das derzeit gef&auml;hrlichste. Dass drau&szlig;en an den Kapitalm&auml;rkten die Normalisierung voranschreitet, ist nur bedingt wahr. Die Spekulationsblasen werden schon wieder aufgepumpt, wie unl&auml;ngst die globale Finanz-Kassandra Nouriel Roubini kundtat.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2068285&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:roubinis-warnung-die-fed-sorgt-fuer-eine-neue-monsterblase\/50032096.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Insideraff&auml;re in den USA: Alarmglocken schrillen immer lauter<\/strong><br>\nDie Insideraff&auml;re an der Wall Street nimmt immer gr&ouml;&szlig;ere Dimensionen an: Nach einer Serie neuer Festnahmen gibt es nun bereits erste Gest&auml;ndnisse. In den bisher spektakul&auml;rsten Skandal der Hedgefonds-Branche sind inzwischen 20 Beschuldigte verwickelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2064452_Insideraffaere-in-den-USA-Alarmglocken-schrillen-immer-lauter.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Monopoly auf dem US-H&auml;usermarkt<\/strong><br>\nDer angeschlagene Immobilienfinanzier Fannie Mae braucht weitere 15 Milliarden US-Dollar vom Staat. Die sollte er auch bekommen. Schlie&szlig;lich muss er den weiter kriselnden US-Immobilienmarkt retten. Wie der von der Ratingagentur Standard &amp; Poor&rsquo;s ver&ouml;ffentlichte Case-Shiller-Hauspreis-Index zeigt, sind die Hauspreise im August zwar gegen&uuml;ber dem Juli um 1,2 Prozent gestiegen, sie liegen aber immer noch 11,3 Prozent unter denen von vor einem Jahr. Seit seinem H&ouml;chststand im Sommer 2006 hat der Index insgesamt 29 Prozent verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2009%2F11%2F09%2Fa0110&amp;cHash=af7159771e\/&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>General Motors hat schon lange dar&uuml;ber nachgedacht Opel zu behalten<\/strong><br>\nEVER since General Motors, on the verge of bankruptcy earlier this year, proposed selling Opel\/Vauxhall, its unprofitable European arm, it has found itself at odds with the German government. The latter wants to save as many of the 25,000 jobs at Opel&rsquo;s four German factories as possible; the former to minimise the losses of a business in which it will maintain a stake. The dispute has become so heated that GM, which emerged from bankruptcy last month, is now toying with scrapping the sale altogether.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/businessfinance\/displaystory.cfm?story_id=14327351\">The Economist<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.W.:<\/strong> Dieser Artikel legt ganz offen dar, dass eine Entscheidung &uuml;ber die Zukunft Opels schon im August gef&auml;llt wurde. Die Darstellung der Bundesregierung v&ouml;llig &uuml;berrascht worden zu sein mit der Entscheidung von GM ist dementsprechend verlogen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>EU warnte Deutschland fr&uuml;h vor Opel-Falle<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat sich bei Opel verzockt: Der damalige Wirtschaftsminister Guttenberg hatte dem US-Mutterkonzern nach SPIEGEL-Informationen mit einem Schreiben eine Steilvorlage geliefert, um das Magna-Paket aufzuschn&uuml;ren. Warnungen aus Br&uuml;ssel ignorierten die Verantwortlichen.<br>\nAm 17. Oktober hatte Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg auf Dr&auml;ngen von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes einen Brief an GM-Boss Fritz Henderson geschrieben, in dem der Minister eine Erkl&auml;rung des Unternehmens forderte, dass die Wahl des &ouml;sterreichisch-kanadischen Magna-Konzerns als Investor ohne politischen Druck erfolgt sei.<br>\nZuvor hatte jedoch Industriekommissar G&uuml;nter Verheugen die Berliner Regierung davor gewarnt, diesen Brief zu schreiben. Das Papier b&ouml;te den Amerikanern die M&ouml;glichkeit, den eigentlich l&auml;ngst zugunsten von Magna entschiedenen Fall noch einmal zu &ouml;ffnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,659898,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>St&uuml;hler&uuml;cken bei der Opel Treuhand: &bdquo;Sachverstand spielt keine Rolle mehr&ldquo;<\/strong><br>\nDie vier Ministerpr&auml;sidenten der Bundesl&auml;nder mit Opel-Standorten haben ihre Kritiker im Opel-Treuhandbeirat kalt gestellt. Nach dem Abgang von Dirk Pfeil zieht sich nun auch der ehemalige Continental-Chef Manfred Wennemer zerknirscht aus der Opel-Treuhand zur&uuml;ck.<br>\nBereits am Donnerstagabend hatten die vier Ministerpr&auml;sidenten der Bundesl&auml;nder mit Opel-Standorten ihren Vertreter im Opel-Treuhandbeirat &ndash; den FDP-Politiker und Insolvenzverwalter Dirk Pfeil &ndash; abberufen. Pfeil soll durch den nordrhein-westf&auml;lischen Wirtschaftsstaatssekret&auml;r Jens Baganz (CDU) ersetzt werden.<br>\nDie Treuhand h&auml;lt 65 Prozent der Anteile an Opel als Pfand f&uuml;r einen Staatskredit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubCE844206AD5543959580E21EDC440854\/Doc~EBDA340B04D324AC48FFD4D08098DB087~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass Sachverstand offenbar wirklich keine Rolle mehr spielt, belegt die Nachfolgebesetzung durch den NRW-Wirtschaftsstaatssekret&auml;r Jens Baganz. Dem ehemaligen M&uuml;lheimer Oberb&uuml;rgermeister, der ein strammer Privatisierer war und der zur&uuml;cktreten musste, weil er seiner Geliebten teure Beratervertr&auml;ge zuschanzte. Ihn verfolgen seit Jahren <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/staedte\/muelheim\/2009\/2\/14\/news-111034272\/detail.html\">Korruptionsger&uuml;chte<\/a> und er soll nun wohl in die Opel-Treuhand entsorgt werden. Siehe auch <a href=\"?p=3460\">PPP und andere Grausamkeiten<\/a>. Baganz sa&szlig; auch als Staatsvertreter im Aufsichtsrat der IKB, die auf Kosten der Steuerzahler mit 10 Milliarden Euro gerettet werden musste und anschlie&szlig;en f&uuml;r knapp 140 Millionen Euro an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hilfssheriff Aktion&auml;r<\/strong><br>\nEs ist richtig, wenn Konzerne k&uuml;nftig ihre Aktion&auml;re zur H&ouml;he der Vorstandsgeh&auml;lter befragen. Sie haben kein Interesse, Managern exorbitante Summen zuzuschieben. Und dieser Schritt b&ouml;te einen Ausweg aus der Endlosdebatte &uuml;ber staatlich verordnete Gehaltsgrenzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:verguetung-hilfssheriff-aktionaer\/50033687.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Experiment Vorstandsgeh&auml;lter<\/strong><br>\nBald werden die Aktion&auml;re auf der Hauptversammlung &uuml;ber die Geh&auml;lter der Vorst&auml;nde abstimmen. Kann das gut gehen? Haben nicht Aktion&auml;re ein sehr einseitiges Interesse am Unternehmen? Es soll m&ouml;glichst kurzfristig einen m&ouml;glichst hohen Gewinn erwirtschaften? Gut m&ouml;glich, dass die Hauptversammlung Entlohnungsstrukturen pr&auml;feriert, die Kurzfristigkeit und hohes Risiko f&ouml;rdern. Und dennoch: Das Experiment ist einen Versuch wert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2065041&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zwar ist Robert von Heusinger in der FR deutlich weniger optimistisch als die FTD, aber der von Heusinger geforderte Versuch ist eigentlich in der Realit&auml;t schon l&auml;ngst beantwortet. In der Realit&auml;t sind Manager und Aktion&auml;re von derselben Selbstbedienungsmentalit&auml;t gepr&auml;gt. Nach Berechnungen der &bdquo;Washington Post&ldquo; erhielten bis Oktober vorigen Jahres 33 Banken finanzielle Unterst&uuml;tzung durch den Staat, davon wandern aber in den ersten drei Jahren der St&uuml;tzungsaktion in Form von Dividenden 52 Prozent auf das Konto der Anteilseigner. Welcher Aktion&auml;r wird da die Managerbez&uuml;ge reduzieren? Es f&uuml;hrt kein Weg an staatlichen Regulierungen vorbei, die von vornherein das Risikoverhalten der Banken m&auml;&szlig;igen und die darauf beruhenden kurzfristigen Gewinne verunm&ouml;glichen. Dann erledigen sich die schwindelerregenden Geh&auml;lter und Boni quasi von selbst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>IMK f&uuml;rchtet &bdquo;massive Entlassungen&ldquo;<\/strong><br>\nIn den USA ist die Arbeitslosenquote auf ein Rekordhoch geschnellt. &Auml;hnliches k&ouml;nnte auch in Deutschland passieren. Der Direktor des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, sagt einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit ab 2010 voraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/deutscher-jobmarkt-institut-fuerchtet-massive-entlassungen;2480194\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Dunkle Wolken am amerikanischen Arbeitsmarkt<\/strong><br>\nDie Arbeitslosigkeit in den USA hat erstmals seit 1983 die Marke von 10 Prozent &uuml;berschritten. Wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte, waren im Oktober beinahe 16 Millionen Menschen ohne Arbeit, eine Quote von 10,2 Prozent nach 9,8 Prozent im September. Im Oktober gingen demnach 190&rsquo;000 Arbeitsstellen verloren. Das waren weniger als die 219&rsquo;000 gestrichenen Stellen im September, aber mehr als von den &Ouml;konomen erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/usa_arbeitslosigkeit_quote_10_prozent_1.3980840.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Bezug auf das Jahr 1983 ist irref&uuml;hrend, denn wenn nach der damaligen Methode gemessen worden w&auml;re, l&auml;ge die Arbeitslosenquote in den USA weitaus h&ouml;her. Sie l&auml;ge n&auml;her an der weitesten Abgrenzung (U 6) des Bureau of Labor Statistics bei 17,5 Prozent.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Untersuchungsausschuss Asse II: Entlagerpapst K&uuml;hn bereut<\/strong><br>\nDer fr&uuml;her f&uuml;r das Endlager Asse II zust&auml;ndige Wissenschaftler Klaus K&uuml;hn bereut sein Vorgehen. Heute w&uuml;rde er keine radioaktiven Abf&auml;lle dort einlagern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/entlagerpapst-kuehn-bereut\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Alltag der Privatisierung der M&uuml;llentsorgung<\/strong><br>\nF&uuml;r Manfred M. (Name ge&auml;ndert) geht es um alles. Eine Familie mit vier kleinen Kindern hat er zu ern&auml;hren. Doch seit September ist er arbeitslos. 15 Jahre hat M. bei M&uuml;llentsorger Hofmann in Erlangen gearbeitet. Dann wurde ihm fristlos gek&uuml;ndigt. Vorwurf: Er habe mit Kollegen systematisch Sperrm&uuml;ll abgezweigt und verkauft. M. weist das zur&uuml;ck. Die Firma h&auml;lt ihn f&uuml;r &uuml;berf&uuml;hrt &ndash; durch die Erkenntnisse eines Privatdetektivs. Zwei seiner Kollegen haben den illegalen Nebenverdienst zugegeben und einen Aufl&ouml;sungsvertrag akzeptiert. M. aber sagt, er habe den M&uuml;ll auf Anweisung des Vorarbeiters abgeladen, ohne die Hintergr&uuml;nde zu kennen. Er klagt am Arbeitsgericht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nn-online.de\/artikel.asp?art=1118318&amp;kat=27&amp;man=3\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die falschen Tr&auml;nen der Sozialverb&auml;nde<\/strong><br>\nDas Tr&auml;nen der Sozialverb&auml;nde sind falsch. Sie sind als Aufforderung an die Politik zu verstehen, weiter f&uuml;r Nachschub zu sorgen, weiter Ein-Euro-Jobber zu liefern &ndash; es gibt bereits Diskussionen und Forderungen nach Null-Euro-Jobbern, diese sollen nicht nur gemeinn&uuml;tzig eingesetzt werden, es gibt bereits &Uuml;berlegungen, ihren Einsatzbereich in den privaten und wirtschaftlichen Sektor auszuweiten. Der soziale Bereich ist in unserem Land mittlerweile ein riesiger Markt &ndash; und ich bewundere jeden Menschen, der in diesem Bereich Tag f&uuml;r Tag, oftmals f&uuml;r einen Hungerlohn, arbeitet. Die Sozialverb&auml;nde jedoch, die sich immer wieder &uuml;ber die Medien an die Politik richten und sich echauffieren, sind einfache Lobbyisten in eigener Sache. Nicht mehr und nicht weniger. Oftmals h&ouml;rt dort das Soziale schon bei den eigenen Mitarbeitern auf. Und ich bin mir sicher, die Zukunft wird zeigen, dass Ein-Euro-Jobber die L&uuml;cke f&uuml;llen werden, die der Wegfall des sinnvollen Einsatzes von Zivildienstleistenden, rei&szlig;en wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fixmbr.de\/die-falschen-traenen-der-sozialverbaende\/\">FIXMBR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wettbewerb bei der Bahn schadet den Kunden<\/strong><br>\n&ldquo;Transnet-Chef Alexander Kirchner sieht den Fernverkehr auf der Schiene in Gefahr und fordert neue Regeln<br>\nIch mache mir Sorgen um den gesamten Fernverkehr. Ein Preiskrieg auf einigen Strecken wird unvermeidlich sein, das kostet Geld. Wenn die Bahn Einnahmeverluste hat, wird sie wom&ouml;glich Randbereiche im Schienennetz nicht mehr bedienen. St&auml;dte wie Kiel, Bremen oder Cottbus k&ouml;nnten dann bald komplett vom Fernverkehr abgekoppelt werden. Die Verbindungen dorthin sind ein Zuschussgesch&auml;ft. Die Mischkalkulation von heute wird dann keine Zukunft mehr haben&hellip;<br>\nZus&auml;tzlichen Druck auf den Fernverkehr wird es geben, weil die neue Regierung Fernreisebusse zulassen will. Wom&ouml;glich gibt es in zehn Jahren nur noch zwischen den gro&szlig;en St&auml;dten Fernz&uuml;ge &ndash; und nach Potsdam, Konstanz, Dresden oder Saarbr&uuml;cken f&auml;hrt dann nur noch der Bus. Das Problem ist aus dem Schieneng&uuml;terverkehr bekannt.<br>\nDort gab es fr&uuml;her eine Mischkalkulation aus dem Einzelwagen- und dem Ganzzugverkehr, bei dem Kohle oder &Ouml;l transportiert wird. Als der Wettbewerb kam, haben sich die privaten Wettbewerber auf die lukrativen Ganzz&uuml;ge gest&uuml;rzt, und die Preise sanken, auch f&uuml;r die Bahn. Darunter gelitten hat aber das Gesch&auml;ft mit dem Einzelwagenverkehr. Und im Ergebnis gibt es weniger G&uuml;terverkehr in der Fl&auml;che und mehr Staus auf den Stra&szlig;en.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Transnet-Bahn-Alexander-Kirchner;art271,2943287?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gentest-Ergebnisse bald auf der Gesundheitskarte?<\/strong><br>\nDer  Einsatz pharmakogenetischer Tests k&ouml;nnte nicht nur menschliches Leid verhindern, sondern durch die Vermeidung unwirksamer Behandlungen auch die Kosten reduzieren.&ldquo;<br>\nIvar Roots (Direktor des Instituts f&uuml;r Klinische Pharmakologie an der Charit&eacute; und Mitglied der Arzneimittelkommission) schlug vor, entsprechende genetische Tests bei Patienten beispielsweise nach der Geburt, der Vollj&auml;hrigkeit oder direkt nach einer ernsten Erkrankung durchzuf&uuml;hren und die Daten zu speichern.<br>\n&bdquo;Hier sehe ich ein weiteres Bet&auml;tigungsfeld f&uuml;r die elektronische Gesundheitskarte&ldquo;, meldete sich der stellvertretende Bundes&auml;rztekammerpr&auml;sident, Dr. Frank Ulrich Montgomery, zu Wort.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arzt-am-abend.de\/ausgaben\/Arzt_am_Abend_091106.pdf\">Arzt am Abend [PDF, Seite 3, 368 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Immer mehr Gesetz-Outsourcing in Ministerien<\/strong><br>\nAllein im Jahr 2009 wurden 16 Gesetze verk&uuml;ndet, an denen Externe mitgewirkt haben. Im Zeitraum von 1990 bis 1999 war es gerade mal ein Gesetz. Diese Praxis, die unter Rot-Gr&uuml;n begonnen wurde, setzte die Gro&szlig;e Koalition munter fort und baute sie noch weiter aus.<br>\nLobbyControl h&auml;lt diese Entwicklung f&uuml;r hoch problematisch. Gesetze m&uuml;ssen von den Ministerien oder dem Parlament selbst entworfen werden. Kanzleien, die ansonsten f&uuml;r genau die Unternehmen arbeiten, die von den Gesetzen betroffen sind, sind nicht die richtige Adresse, um die verschiedenen gesellschaftlichen Interessen zu ber&uuml;cksichtigen und abzuw&auml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2009\/11\/immer-mehr-gesetz-outsourcing-in-ministerien\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Woher die Furcht vor Brandenburgs rotem Adler kommt<\/strong><br>\nEigentlich h&auml;tte man vermuten k&ouml;nnen, dass Rot-Rot in Brandenburg kaum noch als Aufreger taugt. Immerhin gab es schon 1994 in Sachsen-Anhalt eine von der PDS tolerierte rot-gr&uuml;ne Regierung, dann 1998 in Mecklenburg-Vorpommern die erste rot-rote Koalition, schlie&szlig;lich das gleiche B&uuml;ndnis sogar in der Hauptstadt mit ihren noch immer klaren Fronten zwischen dem alten Westberlin und dem Machtzentrum der Ex-DDR. Um all diese unheiligen Allianzen hatte es nat&uuml;rlich Diskussionen gegeben, von unverhohlener Skepsis bis scharfer Ablehnung, aber sie waren dann doch relativ stabil, wurden beinahe zum politischen Alltag. Nirgends gab es die Wiederkehr sozialistischer Verh&auml;ltnisse, schon gar nicht kommunistischer Experimente, und man h&auml;tte annehmen k&ouml;nnen, der n&auml;chste derartige Versuch ginge ohne besondere Erregung &uuml;ber die B&uuml;hne.<br>\nDoch beinahe das Gegenteil ist jetzt der Fall. Das zeigte nicht erst Brandenburg, sondern zuvor schon Th&uuml;ringen und das Saarland, eigentlich bereits Hessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blogsgesang.de\/2009\/11\/08\/woher-die-furcht-vor-brandenburgs-rotem-adler-kommt\/#more-1338\">blogsgesang.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Olaf Scholz ist neuer Chef der Hamburger SPD<\/strong><br>\nOlaf Scholz kehrt an seine alte Wirkungsst&auml;tte in Hamburg zur&uuml;ck: Der fr&uuml;here Arbeitsminister soll als neuer Landesvorsitzender die kriselnde SPD in der Hansestadt wieder auf Kurs bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-659884,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie soll einer, der als Generalsekret&auml;r die Agenda-Politik Schr&ouml;ders in der Partei durchsetzen sollte, die SPD wieder auf Kurs bringen, die in der Hauptsache eben wegen dieser Agenda-Politik eine Wahl nach der anderen verloren hat? Nicht ein Bezirk hat Olaf Scholz eine Ruhepause geg&ouml;nnt. Was ist nur aus&nbsp; linken Bezirken wie Hamburg-Eimsb&uuml;ttel geworden? Keine Analyse, keine Strategiediskussion, keine personellen Konsequenzen angesichts des Niedergangs&nbsp; einer so stolzen Partei. Wenn sich die Partei nicht mit dem Schr&ouml;derschen Erbe auseinandersetzt, wie soll dann der Bev&ouml;lkerung glaubw&uuml;rdig ein Neubeginn vermittelt werden? Wenn Scholz von der Bundestagwahl als einer &ldquo;Katastrophe, die nicht besch&ouml;nigt werden sollte&rdquo;, spricht, so bleibt doch sehr im Allgemeinen und unterschl&auml;gt er, dass auch handelnde Personen wie er selbst &uuml;ber Jahre hinweg zu dieser Katastrophe beigetragen haben. Olaf Scholz, &ldquo;loyaler Diener der Partei und ihrer vielen Herren&rdquo; (SZ), mit einem Traumergebnis gew&auml;hlt, ist das falsche Signal.<br>\nM&ouml;glicherweise ist durch die vielen Parteiaustritte die Parteibasis, nicht nur in Hamburg, so ausged&uuml;nnt, dass die Partei wesentlich an Streitf&auml;higkeit, an Streitkultur verloren hat. Da ist wenig hilfreich, wenn die Parteif&uuml;hrung gerade jetzt Geschlossenheit fordert, was allerdings nur den Verantwortlichen f&uuml;r das Desasters zugute kommt. Streitf&auml;higkeit wird nicht gewonnen und Demokratiedefizit der Partei nicht dadurch beseitigt, dass z. B vor Antritt zur Kandidatur Scholz die einstimmige Unterst&uuml;tzung des Landesvorstandes zur Voraussetzung machte. &ldquo;Aber in schwierigen Zeiten muss man zusammenhalten und etwas wagen&ldquo;, so Scholz. Wagen muss man aber den offenen Streit. Aussagen wie, man d&uuml;rfe &ldquo;nicht sagen, es war alles richtig, was wir gemacht haben, die Leute waren nur zu dumm, es zu verstehen&rdquo; (Sigmar Gabriel) reichen nicht aus, zumal dann meist die Erkl&auml;rung folgt: &bdquo;Es war bei weitem nicht alles falsch, was war.&ldquo; Und dann wird eine lange Liste von Verdiensten nachgereicht von Konjunkturprogrammen, dem Einsatz f&uuml;r Opel, der Verbesserung der Lebensbedingungen f&uuml;r gleichgeschlechtliche Partnerschaften, dem Zuwanderungsgesetz bis zum beliebten, weil unumstrittenen Klassiker, dem Nein zum Irakkrieg.<br>\nNur wird die SPD, um in der Bev&ouml;lkerung glaubw&uuml;rdig wahrgenommen zu werden, nicht darum herumkommen, auch eine Negativliste ihrer Regierungszeit genauso konkret zu benennen und dar&uuml;ber &ouml;ffentlich zu diskutieren, wie sie mit diesen Fehlern umzugehen gedenkt. Wenn Gabriel meint, der W&auml;hler habe &bdquo;einfach kein klares Bild mehr davon, wof&uuml;r wir stehen&rdquo;, so irrt er gewaltig. Der W&auml;hler, gerade der zu Hause gebliebene oder nach links gedriftete ehemalige SPD-W&auml;hler, hat ein sehr klares Bild von den Bereichen, wo Rot\/Gr&uuml;n bzw. Schwarz\/Rot nicht nur versagt haben sondern ungute Entwicklungen vorangetrieben haben, von der Deregulierung des Finanzmarktes, &uuml;ber die &Auml;nderung der Rentenformel bis zur F&ouml;rderung prek&auml;rer Jobs. Die Defizitliste ist weitaus l&auml;nger und von anderer Qualit&auml;t als die Verdienste der verantwortlichen SPD-Politiker.<br>\nGewi&szlig; mu&szlig; auch hier differenziert werden zwischen Politikern wie Frank-Walter Steinmeier, der die Empfehlungen der Hartz-Kommission noch entscheidend versch&auml;rft hat und von dem nicht zu erwarten ist, dass er wesentliche Teile seiner Biographie in Frage stellt, und &bdquo;jungen&ldquo; Politikern, denen eine gewisse Lernf&auml;higkeit zuzutrauen ist. Die Partei sollte aber nicht z&ouml;gern, ehemaligen Anh&auml;nger des Schr&ouml;derschen Neoliberalismus eine sch&ouml;pferische Pause zu verordnen. Der Coup von Gabriel, Nahles oder eben auch Scholz ist gelungen, realistischerweise wird an deren Positionen derzeit kaum etwas zu &auml;ndern sein. Aber die Partei und ihre alten, neuen Herren, sollten sich h&uuml;ten, sich durch die n&auml;chsten Landtagswahlen best&auml;tigt zu f&uuml;hlen, wenn die Opposition wie &uuml;blich nach Bundestagswahlen in den L&auml;ndern wieder zulegt. Die Genesung der SPD wird langfristig von einer Analyse der Fehler der Vergangenheit und dem Streit dar&uuml;ber, wie diese behoben werden, abh&auml;ngig sein. Nur auf dieser Basis wird die Kritik an den schwarz\/gelben Zumutungen glaubw&uuml;rdig und die SPD als Alternative w&auml;hlbar sein. Kampagnef&auml;higkeit ohne konkrete Aufarbeitung gibt es nicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Gabriel ruft SPD zu Stolz und Ehrlichkeit auf<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/SPD-Sigmar-Gabriel;art122,2944313?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Gerechtigkeit f&uuml;r Andrea Ypsilanti<\/strong><br>\nVor genau einem Jahr hatte die SPD die einmalige Chance, die kulturelle Hegemonie gegen schwarz-gelb zur&uuml;ck zu erobern. Die Konservativen sp&uuml;rten das sofort. Und feuerten aus allen Rohren. Die SPD knickte ein. Andrea Ypsilanti nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/17631\/gerechtigkeit-fuer-andrea-ypsilanti\/\">Carta<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Altkanzler Gusenbauer jetzt Investmentbanker<\/strong><br>\nEx-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ist seit kurzem im Bereich Verm&ouml;gensverwaltung t&auml;tig. Laut &ldquo;profil&rdquo; fungiert der fr&uuml;here SP&Ouml;-Chef als Europa-Direktor des Investmentfonds Equitas European Funds, einer Tochter der Fondsgesellschaft Equitas Capital mit Sitz in Santiago de Chile. Der Fonds ist gem&auml;&szlig; eigenen Angaben auf Investments in Immobilien, Informationstechnologie, Umwelttechnik und Agrarindustrie spezialisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.krone.at\/krone\/S32\/object_id__170024\/hxcms\/index.html\">Krone.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch in &Ouml;sterreich dreht sich die Dreht&uuml;r zwischen Politik und Bankenwelt und auch bei unseren s&uuml;dlichen Nachbarn scheuen sich Sozialdemokraten nicht, sich als Berater von Investmentfonds anheuern zu lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>F&uuml;r einen hei&szlig;en Herbst<\/strong><br>\nStudierende starten &ouml;ffentlichkeitswirksame Aktionen vor dem zweiten Bildungsstreik, der bundesweit zwischen 17. November und 10.Dezember geplant ist. In dieser Woche waren gleich mehrere Hochschulst&auml;dte Schauplatz von studentischen Protesten gegen die Mi&szlig;st&auml;nde im deutschen Bildungssystem. Im Anschlu&szlig; an eine Vollversammlung besetzten am Donnerstag vormittag Aktivisten der Universit&auml;t Potsdam spontan das Audimax am Neuen Palais. Ein Anla&szlig; war die fast zeitgleiche Unterzeichnung der Koalitionsvereinbarung von SPD und Linkspartei im Brandenburger Landtag. Zugleich solidarisierten sich die Studierenden mit ihren Mitstreitern aus Heidelberg und M&uuml;nster, die ab Dienstag bzw. Mittwoch H&ouml;rs&auml;le ihrer Universit&auml;ten besetzt hatten (siehe Spalte). Sie fordern unter anderem die Demokratisierung und &ouml;ffentliche Ausfinanzierung des Bildungswesens sowie das Ende der &Ouml;konomisierung von Bildung.<br>\nInspiriert sind die hiesigen Aktionen insbesondere von den Ereignissen in &Ouml;sterreich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/11-07\/049.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Wiener Unis brennen weiter<\/strong><br>\n&ldquo;Die Uni brennt!&rdquo; Fast zu gro&szlig; wirkte dieser Slogan, als am 22. Oktober Studierende in Wien das Audimax besetzten, um gegen die schlechten Studienbedingungen, fehlende Mitbestimmung und zunehmende &Ouml;konomisierung der Bildung zu protestieren. Doch der Slogan erwies sich als passend: Wie ein Fl&auml;chenbrand weiteten sich die Proteste auf ganz &Ouml;sterreich aus, aber &uuml;ber den Kreis der Studierenden hinaus.<br>\nBei einem Sternmarsch durch Wien protestieren 20.000 Menschen gegen die Bildungspolitik. Die Besetzungen der Universit&auml;ten dauern an, die Politik reagiert hilflos.<br>\nStudierende protestieren jetzt auch wieder in Deutschland: Am Freitag besetzten rund 300 Studierende die Akademie der bildenden K&uuml;nste in M&uuml;nchen. In Heidelberg wurde am Dienstag ein H&ouml;rsaal in der Altstadt besetzt, seit Mittwoch halten Studierende in Potsdam das Audimax besetzt. Besetzungen gab es auch in T&uuml;bingen und Darmstadt. In M&uuml;nster wurde am Mittwoch das Audimax besetzt, am Freitagmorgen r&auml;umte es die Polizei.<br>\nSie fordern weiterhin die soziale &Ouml;ffnung der Hochschulen, die Abschaffung des Bachelor\/Master-Systems, eine demokratischere Gestaltung der Hochschulen und bessere Studienbedingungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/zukunft\/wissen\/artikel\/1\/wiener-unis-brennen-weiter\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und die <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news342781\">Hochschulrektoren diskutieren unter sich<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Honduras: Friedrich-Naumann-Stiftung rudert zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDie FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) ist von ihrer putschistenfreundlichen Haltung in Honduras vorsichtig abger&uuml;ckt. Zumindest der Leiter des FNS-B&uuml;ros in Honduras Hauptstadt Tegucigalpa, Christian L&uuml;th, beurteilt den Putsch heute kritischer als vor drei Monaten. &ldquo;Es gab schwarze Monate&rdquo;, sagte L&uuml;th der taz, und bezieht sich dabei auf die Verfolgung von Oppositionellen seit dem Putsch Ende Juni. Man m&uuml;sse aus heutiger Sicht differenzierter urteilen. &ldquo;So glatt, wie es am Anfang aussah, ist es nicht gelaufen.&rdquo; Hinter Micheletti stehe die reiche Oligarchie, die Steuerprivilegien genie&szlig;e &ldquo;und bedacht ist, diese auch zu behalten&rdquo;. Auch die Menschenrechtsverletzungen des Putschregimes erkennt L&uuml;th inzwischen an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=au&amp;dig=2009%2F11%2F07%2Fa0179&amp;cHash=97c933382b\/&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Anscheinend hat man bei der FDP-nahen Stiftung vor den Wahlen nicht so recht an einen Au&szlig;enminister Westerwelle geglaubt, sonst h&auml;tte man sich wohl eher am internationalen Mainstream orientiert. Pikant ist der Hinweis auf&nbsp; die Steuerprivilegien der Honduranischen&nbsp; Oligarchie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Michail Gorbatschow: Vergesst den Osten nicht<\/strong><br>\nDie EU muss allen L&auml;ndern Europas eine Zukunft bieten. Sie darf Russland nicht ausgrenzen. Vor 20 Jahren endete der Kalte Krieg. Jetzt besteht die Gefahr, dass neue Mauern errichtet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2062082&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong><a name=\"h24\"><\/a>Nachtrag zum <a href=\"?p=4318\">Eintrag zu Elser<\/a><\/strong><br>\nWir werden darauf aufmerksam gemacht, dass pr&auml;ziser h&auml;tte formuliert werden m&uuml;ssen. &bdquo;Bisher ohne Gedenken&ldquo; stand in den NDS. Es h&auml;tte hei&szlig;en m&uuml;ssen: &bdquo;Bisher ohne geb&uuml;hrendes Gedenken&ldquo;. Jedenfalls gibt es durchaus eine Reihe von Initiativen zur W&uuml;rdigung Johann Georg Elsers. Zum Beispiel in <a href=\"http:\/\/www.suedkurier.de\/4023260\">Konstanz<\/a> oder in <a href=\"http:\/\/www.georg-elser.net\/muenchen\/\">M&uuml;nchen<\/a>. Danke vielmals f&uuml;r die vielen Hinweise.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Fluch der Finanzmarktstabilisierung; Ungereimtes um Opel; Aktion&auml;re bewilligen Vorstandsgeh&auml;lter; dunkle Wolken am Arbeitsmarkt; Asse II; Alltag der Privatisierung; Wettbewerb bei der Bahn schadet den Kunden; Gentest auf Gesundheitskarte; links und rechts in und um die SPD; hei&szlig;er Herbst an den Hochschulen; vergesst den Osten nicht. (KR\/WL) <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4320"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4320\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}