{"id":4335,"date":"2009-11-13T11:11:18","date_gmt":"2009-11-13T10:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4335"},"modified":"2014-01-23T11:14:50","modified_gmt":"2014-01-23T10:14:50","slug":"rede-zur-vorstellung-des-neuen-buches-meinungsmache-disput-mit-lafontaine-und-joerges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4335","title":{"rendered":"Rede zur Vorstellung des neuen Buches \u201eMeinungsmache\u201c. Disput mit Lafontaine und J\u00f6rges"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Abend wurde das neue Buch in Berlin in der &uuml;berf&uuml;llten Kulturbrauerei vorgestellt. Dabei waren viele Freund\/innen der NachDenkSeiten und der Berliner NachDenkSeiten-Kreise. Die Diskussion ist aufgezeichnet und kommt demn&auml;chst ins Netz. &ndash; Leser\/innen haben mir im Gespr&auml;ch best&auml;tigt, wie sehr &bdquo;Meinungsmache&ldquo; ihnen hilft, die Welt besser zu verstehen. Einer nannte das Buch letzthin schon einen &bdquo;Augen&ouml;ffner&ldquo;. So ist es gedacht. Machen Sie bitte in Ihrem Freundeskreis darauf aufmerksam. Es folgt der Text meiner Einf&uuml;hrung. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Albrecht M&uuml;ller<br>\nEinf&uuml;hrung zur Vorstellung des Buches &bdquo;Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgew&ouml;hnen wollen.&ldquo;<br>\nin Berlin, Kulturbrauerei am 12.11.2009 20.00 Uhr in einem Disput zwischen Oskar Lafontaine (Vorsitzender Die Linke) und Hans-Ulrich J&ouml;rges (Chefredaktion Stern). Moderation: Sabine Adler (Deutschlandfunk) <\/strong><\/p><p>Guten Abend,<br>\ndie gro&szlig;e Resonanz auf unsere Buchvorstellung veranlasst mich zu einer Vorbemerkung. Der Kartenservice musste seit dem Wochenende Anfragen abweisen. Die Nachfrage nach Karten war wohl sehr viel gr&ouml;&szlig;er, als das Palais in der Kulturbrauerei erf&uuml;llen kann. Das tut mir leid und ich bitte die Ausgesperrten um Pardon.<br>\nOffensichtlich haben die Einladenden<br>\n<strong>erstens<\/strong> untersch&auml;tzt, wie attraktiv die beiden Disputanten Oskar Lafontaine und Hans-Ulrich J&ouml;rges sind,<br>\n<strong>zweitens <\/strong>erreicht die Einladung  &uuml;ber unser Internetportal NachDenkSeiten eine gro&szlig;e Zahl von politisch &auml;u&szlig;erst wachen Menschen. Sie begr&uuml;&szlig;e ich ganz besonders, und unter ihnen auch drei der Macher: meinen Mitherausgeber Wolfgang Lieb, unseren Webmaster, Lars Bauer und die St&uuml;tze der Hinweise des Tages, Kai Ruhsert.<br>\n<strong>Drittens<\/strong> ist das Interesse gro&szlig;, weil viele Menschen merken, dass Meinungsmache und Propaganda inzwischen zum Kern des politischen Gesch&auml;ftes geworden sind. Die Aktualit&auml;t meines Buches wird leider jeden Tag neu best&auml;tigt.<br>\nSoviel zur Vorbemerkung.<\/p><p>Ich habe das kleine Gl&uuml;ck, nicht in der gro&szlig;en Hauptstadt, sondern im Grenzbereich von Elsass und S&uuml;dpfalz zu leben. Meine Stammkneipe mit dem sch&ouml;nen Namen &bdquo;Schoggelgaul&ldquo; wird von einem Els&auml;sser und Gaullisten namens Jules betrieben. Er sp&uuml;rt die Stagnation der Massenkaufkraft &ndash; wie viele deutsche Kneipenwirte, bei denen nicht die Investmentbanker und andere Besserverdienende absteigen; er sp&uuml;rt die Drosselung der Binnennachfrage und damit die Folgen der falschen makro&ouml;konomischen Politik. Ihm habe ich ein Exemplar von &bdquo;Meinungsmache&ldquo; zu lesen gegeben. Auch um zu erfahren, wie ein eher Konservativer auf meine Beobachtungen reagiert. &ndash; Die Lekt&uuml;re habe ihn ins Mark getroffen, lie&szlig; er mich vor einigen Tagen wissen. Eigentlich sei eine Revolution f&auml;llig. <\/p><p>Die Revolution muss es ja nicht gleich sein. Aber <strong>ich will<\/strong> in der Tat <strong>mit diesem Buch die Menschen dazu ermuntern aufzubegehren, statt sich in die politische Enthaltung zu verabschieden<\/strong>. Damit will ich nicht nur den linken Teil unserer Gesellschaft erreichen, sondern ausdr&uuml;cklich auch das wertkonservative B&uuml;rgertum. Dort merkt man n&auml;mlich wenn auch langsam, wie sehr das Vertrauen in die F&uuml;hrungskr&auml;fte von Politik und Wirtschaft von diesen missbraucht wird.<\/p><p>Die Wahlbeteiligung hat am 27. September mit 72,2 % den Tiefststand erreicht. Immer mehr B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger wenden sich von der Politik ab. Sie tun dies, weil sie sich ohnm&auml;chtig f&uuml;hlen und weil sie die politischen Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen k&ouml;nnen oder als gegen sich gerichtet sehen. <\/p><p>Ich gehe in dem Buch &bdquo;Meinungsmache&ldquo; einer <strong>wichtigen Ursache des Unbehagens<\/strong> und der von vielen empfundenen Ohnmacht nach: <strong>dem Zugriff einer Minderheit von m&auml;chtigen Personen und Gruppen auf das Denken der Mehrheit<\/strong>. Vor allem die Arbeitnehmer, die Armen und der Mittelstand haben um vieles weniger zu sagen, als der obere Rest der Gesellschaft.<\/p><p>Heute werden wir st&auml;ndig zum Opfer von Kampagnen der Meinungsbeeinflussung. Viele dieser <strong>Kampagnen werden systematisch geplant<\/strong>, sie sind Teil einer politischen oder gesch&auml;ftlichen Strategie.<br>\n<strong>Die Meinungsmache ist neben der Lobbyarbeit das entscheidende Mittel zur Durchsetzung einseitiger Interessen. <\/strong><br>\nDas geschieht im Schulterschluss mit der neoliberalen Bewegung, deren Glauben an die heilsame Wirkung von Privatisierung, Deregulierung, Entstaatlichung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche in politische Entscheidungen umgesetzt wurde. Der Siegeszug der neoliberalen Ideologie w&auml;re ohne begleitende massive Propaganda nicht m&ouml;glich gewesen. Die Gr&uuml;ndung der von der Wirtschaft finanzierten PR-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am 12.10.2000 f&auml;llt praktisch mit dem Beginn der so genannten Reformpolitik durch Rot-Gr&uuml;n zusammen.<\/p><p><strong>Wie wir konkret durch Meinungsmache manipuliert werdenund wie damit Politik gemacht wird, das illustriere ich an Dutzenden von Beispielen. <\/strong><br>\nUnd ich analysiere <strong>in einem eigenen Kapitel die Methoden<\/strong>, mit denen dies erreicht wird. Das Muster ist oft dasselbe: Unser Vertrauen in Experten, in Wissenschaftler und in Medien wird missbraucht. Das f&auml;ngt bei einfachen Dingen an:<br>\nEine nur kleine wirtschaftliche Belebung wird von den als unabh&auml;ngig geltenden Professoren zum Aufschwung erkl&auml;rt, und viele Menschen glauben das, obwohl selbige oder andere Experten eine Woche zuvor das Gegenteil verk&uuml;ndet haben.<br>\nEs wird behauptet, die Agenda 2010 sei ein Erfolg, der Generationenvertrag trage nicht mehr, Altersarmut sei unabwendbar, wenn man nicht privat vorsorge. Jetzt wird die Privatvorsorge sogar zur Pflicht gemacht, obwohl man jahrelang den eigenverantwortlichen Menschen gepriesen hat. Wer die Rolle von Meinungsmache begriffen hat, versteht auch solche Bockspr&uuml;nge. Der angebliche Vorteil der Kapitaldeckung ist so in die K&ouml;pfe getrimmt worden, dass sogar die Zumutung m&ouml;glich ist, die angebliche Eigenverantwortung gesetzlich zu verordnen.<\/p><p><strong>Wir glauben an die verbreitete Glaubenss&auml;tzen und Parolen, weil fast alle dasselbe sagen und schreiben und senden<\/strong>: Es wurde immer wieder erz&auml;hlt, die Finanzkrise komme aus Amerika und sei wie ein Springinsfeld &uuml;ber uns gekommen; es wird gesagt, wir m&uuml;ssten alle Banken retten, denn sie seien systemrelevant. Das ist das Meisterst&uuml;ck an Irref&uuml;hrung und das teuerste obendrein. Wir glauben es, weil die Verantwortlichen die Fakten &uuml;ber die hausgemachte Spekulation, die unseri&ouml;sen Bankgesch&auml;fte und die Profiteure verschweigen. Auf der Basis dieser Meinungsmache haben wir einen Rettungsschirm von 480 Milliarden aufgespannt. Wir und unsere Kinder werden Hunderte von Milliarden zahlen m&uuml;ssen.<br>\nAngela Merkel hat uns damit getr&ouml;stet, man habe nicht die Banken, sondern die B&uuml;rger retten wollen. Das haben viele geglaubt, weil sie dem Wort einer Bundeskanzlerin trauen. Meinungsmache- und NachDenkSeiten-Leser k&ouml;nnen das nicht glauben. Die von der Bundesbank im September 2008 zusammengestellte und vom Tagesspiegel am 13. September ver&ouml;ffentlichte Liste der Geretteten best&auml;tigt unsere Skepsis: Von den 87 Milliarden staatlich verb&uuml;rgter Kredite zur Rettung der Hypo Real Estate (HRE) flie&szlig;en &uuml;ber 40 Milliarden an ausl&auml;ndische Gl&auml;ubiger, an Banken, Versicherungen, Fonds und andere Einrichtungen; jeweils rund 2 Milliarden an die italienische Unicredit, an die Bayerische Landesbank, an die Deutsche Bank, an die Allianz AG; die Spekulanten beim Westdeutschen Rundfunk haben wir mit 147 Millionen und jene bei der katholischen Kirche haben wir mit 190 Millionen gerettet. &ndash; Lauter brave B&uuml;rger! Die stattfindende Manipulation w&auml;re manchmal zum Lachen, wenn sie uns nicht so teuer zu stehen k&auml;me.<\/p><p><strong> Man mutet uns auch die wendige Korrektur gemachter Meinungen zu<\/strong>. Jahrelang hat man uns erz&auml;hlt, Konjunkturprogramme seien Strohfeuer. Neuerdings verabschieden die Erz&auml;hler selbst Konjunkturpakete. Immerhin ein Fortschritt.<br>\n&bdquo;Keynes ist out&ldquo;, haben sie uns fast alle erz&auml;hlt. Vor einem Jahr entdeckte dann der heutige Finanzminister Sch&auml;uble, &bdquo;Keynes sei in&ldquo; und er sei daf&uuml;r, alle Instrumente der Wirtschaftspolitik zu nutzen. Ehrlich gesagt, wenn das ernst gemeint ist, dann ist mir das immer noch lieber als die Starrheit des Sozialdemokraten Steinbr&uuml;ck.<\/p><p>Meinungsmache und Manipulation sind seit Jahrhunderten gel&auml;ufige Erscheinungen. <strong>In j&uuml;ngster Zeit jedoch entfalten diese Kampagnen eine zerst&ouml;rerische Wirkung <\/strong>, wie sich an gravierenden F&auml;llen belegen l&auml;sst:<\/p><ul>\n<li>die Auslieferung unserer &ouml;ffentlichen Universit&auml;ten an die Wirtschaft &ndash; dazu &uuml;brigens ein Kapitel meines NachDenkSeiten-Partners Wolfgang Lieb, <\/li>\n<li>die ohne &ouml;ffentliches Nachdenken eingef&uuml;hrten Bachelor und Master, <\/li>\n<li>die Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die sozialen Sicherheitssysteme, <\/li>\n<li>die bewusst betriebene Verarmung des Staates, die unter dem Einfluss der Steuersenkungsversprechen der jetzigen Koalitionspartner noch weiter schlimme Folgen zeitigen wird, <\/li>\n<li>die Kommerzialisierung und Privatisierung &ouml;ffentlicher Unternehmen, kommunaler Versorgungseinrichtungen und Kliniken,  <\/li>\n<li>und k&uuml;nftig auch der Deutschen Bahn. <\/li>\n<\/ul><p><strong>Sachlich spricht nichts f&uuml;r die Privatisierung der Bahn<\/strong> und auch nichts f&uuml;r die Trennung von Netz und Betrieb. Und dennoch plant die schwarz-gelbe Koalition genau dieses. Weil ihre Freunde daran verdienen wollen. Weil die Mehrheit unseres Volkes diesem Vorhaben skeptisch gegen&uuml;bersteht, wird der B&ouml;rsengang von einem Feuerwerk der Meinungsmache begleitet werden. Und wieder ist eine wichtige gemeinsame Einrichtung zerst&ouml;rt.<\/p><p>Gespielt, gezockt und <strong>gepl&uuml;ndert wird<\/strong> nicht nur im &ouml;ffentlichen Bereich, gepl&uuml;ndert wird zu Lasten der betroffenen Arbeitnehmer und zu Lasten der Gemeinschaft <strong>auch im Bereich der privaten Unternehmen. Deutschland im Ausverkauf.<\/strong> In meinem Buch wird ausgebreitet, wie unter dem Deckmantel des Schlachtrufs &bdquo;Aufl&ouml;sung der Deutschland AG&ldquo; und ge&ouml;lt mit dem gut klingenden Wort &bdquo;Investor&ldquo; ein Unternehmen nach dem anderen an meist ausl&auml;ndische Hedgefonds und Private Equity Unternehmen verkauft worden ist. Meist werden von diesen so genannten Investoren nur 20 % investiert. Die Unternehmen werden &uuml;ber alle Ohren verschuldet. Die Arbeitnehmer gedr&uuml;ckt. Durch Ausweichen auf Steueroasen keine Steuern bezahlt. Die schwarz-gelbe Koalition hat beschlossen, diesen unseligen Prozess fortzuf&uuml;hren. Schon heute sind &uuml;ber 50 % der DAX Unternehmen in der Hand ausl&auml;ndischer &bdquo;Investoren&ldquo;. Ein Ausverkauf, an dem eine lange Reihe von ehemaligen deutschen Managern und Politikern mitwirken und &uuml;ppig daran verdienen. So sehen unsere Eliten aus.<\/p><p><strong>Meinungsmache bestimmt sogar die Koalitionsoptionen.<\/strong> Die &Ouml;ffnung f&uuml;r schwarz-gr&uuml;ne Koalitionen ist in einem intelligent gesteuerten Meinungsbildungsprozess vorbereitet worden. Das verbreitete <strong>M&auml;rchen von der Sozialdemokratisierung der Union<\/strong> hat eine der Barrieren auf dem Weg zu Schwarz-Gr&uuml;n wegger&auml;umt. Auch dieser Vorgang wird in &bdquo;Meinungsmache&ldquo; untersucht.<br>\nEin Berliner Journalist und Freund hat mir berichtet, hier in Berlin glaubten fast alle an die Sozialdemokratisierung der Union und auch daran, dass Frau Merkel vom Leipziger Parteitag weg sei. Es ist absehbar, dass uns dieses Phantom erhalten bleiben wird, obwohl der Koalitionsvertrag mit vielen Elementen, vom Einstieg in die Kopfpauschale bis zur forcierten Privatisierungspolitik, und auch das freudige Echo der Wirtschaftsverb&auml;nde signalisieren, <strong>dass das Ger&uuml;cht von der Sozialdemokratisierung eine grobe T&auml;uschung war<\/strong> und ist.<\/p><p><strong>Meinungsmache bestimmt oft weitgehend das Bild von Personen.<\/strong> Das Bild von Andrea Ypsilanti wurde in einer massiven Propagandaschlacht ma&szlig;geblich von Bild und Spiegel mit Unterst&uuml;tzung der politisch Interessierten in der Union und in der SPD gemalt. In einer massiven Kampagne ist sie quasi zur Unperson stilisiert worden. (Am Beispiel von Ypsilanti im Vergleich zu Ulrich von der Saar k&ouml;nnen Sie die Asymmetrie studieren, die die Meinungsbildung beherrscht.)<br>\nAuch Oskar Lafontaine ist ein Beispiel daf&uuml;r, wie mit vielf&auml;ltiger und massiver Agitation die gewollten Botschaften unverr&uuml;ckbar verankert werden. Die Geschichtsschreibung wird sich an dieser Meinungsmache orientieren und nicht an seinen Taten. Es ist ihm deshalb anzuraten, kein Herzblut an Geschichtsb&uuml;cher zu verschwenden.<\/p><p><strong>Nach g&auml;ngiger politischer Theorie sollten wir vor der Bedrohung und dem Verlust unserer Gedankenfreiheit gesch&uuml;tzt werden<\/strong>; das ist schon in Artikel 5 des Grundgesetzes niedergelegt, der das Grundrecht auf Meinungsfreiheit festschreibt. Bei dem Versuch, uns eine eigene und von der Sache und unseren Erfahrungen<br>\ngepr&auml;gte Meinung zu bilden, sollten wir unterst&uuml;tzt werden von den politischen Parteien und den Medien. Sie sollten als grundgesetzlich verbriefte St&uuml;tzen einer sachlichen Meinungsbildung fungieren. Doch &uuml;ber weite Strecken sind sie selbst zu einem Teil der Propaganda geworden. Viele Journalistinnen und Journalisten stehen unter massivem Druck. Der f&uuml;r Journalisten schlechte Arbeitsmarkt, die Kommerzialisierung vor allem des Fernsehens und des H&ouml;rfunks und der Konzentrationsprozess in den Medien werden von Medienkonzernen und Sendern dazu benutzt, die personelle Ausstattung der Redaktionen immer weiter herunterzufahren und gleichzeitig fast nur noch Gef&auml;lliges zu bieten.<br>\nHinzu kommt, dass den Medien und den Journalisten heute Public-Relations-Agenturen gegen&uuml;ber und zur Seite stehen, die &uuml;ber gro&szlig;e finanzielle Mittel und &uuml;ber die organisatorische Kapazit&auml;t zur Gleichschaltung der Meinung verf&uuml;gen. Diese Public-Relations-Agenturen und die damit verbundenen Beratungsunternehmen sind die eigentlichen Produzenten der Meinungsmache. <\/p><p><strong>Unsere Demokratie befindet sich am Rand ihrer Existenz.<\/strong> Wichtige Voraussetzungen f&uuml;r das Gedeihen demokratischer Willensbildungsprozesse sind nicht mehr gegeben. Vor allem wird uns keine wirkliche Alternative geboten, die Chancen h&auml;tte, die politische Macht zu erringen.<\/p><p>Mit der Lekt&uuml;re dieses Buches wird Sie vermutlich nicht nur Zorn &uuml;ber den Missbrauch Ihres Vertrauens erfassen. Sie werden beim Lesen auch mehr und mehr sp&uuml;ren, dass es Lust bereitet, sich nichts vormachen zu lassen, selbst zu denken und seinen Gedanken wieder eine Stimme zu geben. Sie werden sp&uuml;ren, dass es gut tut, wieder zweifeln zu lernen.<br>\nDiese Erfahrung habe ich nicht erfunden. Das berichten mir Leserinnen und Leser von Meinungsmache, und auch t&auml;glich die Nutzer der NachDenkSeiten. Viele schreiben, sie h&auml;tten schon begonnen zu glauben, was ihnen t&auml;glich berichtet wird.<strong> Nach Lekt&uuml;re des Buches w&uuml;rden Sie die Welt mit anderen Augen sehen<\/strong>. Ein Leser nannte das Buch einen Augen&ouml;ffner. Mein els&auml;ssischer Kneipenwirt war geschockt. &ndash; So ist es gedacht. Wenn ich mich der Terminologie unserer Kanzlerin und unseres Au&szlig;enministers bedienen darf, dann so: Mein Buch soll ein Beitrag zur Freiheit sein, ein Beitrag zur Hege der Gedankenfreiheit, ein Beitrag auch dazu, sich dem inflation&auml;ren Missbrauch des sch&ouml;nen Wortes Freiheit durch die herrschenden Kreise zu entziehen. Und ihnen einfach nicht mehr zu glauben.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rt etwas, was ich nicht verschweigen will: <strong>Wer kritisch hinterfragen will, muss bereit sein, etwas zu lernen<\/strong>, und sei es nur das, die Erfahrung im Alltag an sich heranzulassen und sie mit den verbreiteten Spr&uuml;chen zu konfrontieren. In den &bdquo;Maximen und Reflexionen&ldquo; von <strong>Johann Wolfgang von Goethe<\/strong> findet sich ein treffender Satz:<\/p><blockquote><p><strong><em>Mit dem Wissen w&auml;chst der Zweifel.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote><p>Das w&auml;re das Motto meines Buches geworden, h&auml;tte ich es fr&uuml;her gekannt. Mit dem Wissen w&auml;chst der Zweifel. Ich w&uuml;nsche Ihnen, dass Sie bei der Lekt&uuml;re meines Buches diese Erfahrung machen.<\/p><p><strong>Download:<\/strong> <a href=\"upload\/pdf\/Meinungsmache_II_161109.pdf\">Rede als PDF-Druckversion [100 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend wurde das neue Buch in Berlin in der &uuml;berf&uuml;llten Kulturbrauerei vorgestellt. Dabei waren viele Freund\/innen der NachDenkSeiten und der Berliner NachDenkSeiten-Kreise. Die Diskussion ist aufgezeichnet und kommt demn&auml;chst ins Netz. &ndash; Leser\/innen haben mir im Gespr&auml;ch best&auml;tigt, wie sehr &bdquo;Meinungsmache&ldquo; ihnen hilft, die Welt besser zu verstehen. Einer nannte das Buch letzthin schon<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4335\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[211,14],"tags":[406,330,300,337],"class_list":["post-4335","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","category-veroffentlichungen-der-herausgeber","tag-joerges-hans-ulrich","tag-lafontaine-oskar","tag-mueller-albrecht","tag-meinungsmache-buch"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4335"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20109,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4335\/revisions\/20109"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}