{"id":4343,"date":"2009-11-17T15:31:36","date_gmt":"2009-11-17T14:31:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4343"},"modified":"2014-01-23T11:08:52","modified_gmt":"2014-01-23T10:08:52","slug":"das-versagen-des-stern-und-zum-beleg-dieser-diagnose-die-druckvorlage-der-einfuehrung-zur-vorstellung-von-meinungsmache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4343","title":{"rendered":"Das Versagen des \u201eStern\u201c &#8211; und zum Beleg dieser Diagnose die Druckvorlage der Einf\u00fchrung zur Vorstellung von \u201eMeinungsmache\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Bei der <a href=\"?p=4335\">Buchvorstellung<\/a> am vergangenen Donnerstag hat Hans-Ulrich J&ouml;rges von der Chefredaktion des &bdquo;Stern&ldquo; engagiert bestritten, dass die Medien versagen. Sein eigenes Medium hat nun &uuml;ber die Veranstaltung so berichtet, als sei der berichtende Redakteur gar nicht anwesend gewesen. Siehe Anlage 1. Da ist es gut, dass ein NachDenkSeiten-Leser meine Einf&uuml;hrungsrede als <a href=\"upload\/pdf\/Meinungsmache_II_161109.pdf\">druckf&auml;higes PDF [100 KB]<\/a> aufbereitet hat. Bitte verteilen Sie diesen Text &uuml;ber Ihren E-Mail-Verteiler oder nach Ausdruck auch auf Papier. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nLesen Sie bitte diese Buchvorstellung und auch den Bericht im Deutschlandfunk (siehe Anlage 2), der von einem freien Mitarbeiter des Deutschlandfunks, der wirklich anwesend war, gemacht worden ist. In dieser Woche werden wir vermutlich auch noch das Video ins Netz stellen, so dass Sie die gesamte, nach Meinung der meisten Anwesenden sehr spannenden und aktuellen Veranstaltung sehen und h&ouml;ren k&ouml;nnen.<\/p><p>Bei Stern.de greift der Redakteur offensichtlich einfach in seinen Stehsatz und behauptet, ich wollte zur&uuml;ck in die Siebzigerjahre. Diesen Vorwurf kenne ich schon von Rezensionen Erhard Epplers und anderer, die zum Beispiel meine Forderung nach Einsatz keynesianischer Instrumente als R&uuml;ckkehr in die Siebzigerjahre gebrandmarkt haben. Keynes sei out, haben sie laut und immer wieder gerufen. Es ist ihr Pech, dass die eigenen Matadore wie etwa Finanzminister Sch&auml;uble und Wirtschaftsminister Br&uuml;derle jetzt den Einsatz genau dieser Instrumente fordern.<\/p><p>Bei den Sternredakteuren ist auch noch nicht angekommen, dass sie als Gl&auml;ubige der Demographie-Debatte schlicht das Opfer ihrer eigenen Propaganda geworden sind. Sie &uuml;bersehen geflissentlich das weltweit erkennbare Scheitern der verschiedenen Modelle der Kapitaldeckung. Und nat&uuml;rlich lesen Sie auch nicht aktuelle Berichte &uuml;ber das Scheitern der Riester-Rente in Deutschland. Siehe dazu ein Beispiel als Anlage 3: &bdquo;Studie zerpfl&uuml;ckt Riester-Rente&ldquo;. Diese Medienmacher sind so verkn&ouml;chert und stecken so tief in ihrer eigenen Vorurteilswelt, dass sie gar nicht mehr wahrnehmen, was um sie herum vorgeht. <\/p><p>Irgendwie ist es schade. Mit unserer Berliner Veranstaltung wollten wir den Beton der neoliberal gepr&auml;gten Denke etwas auflockern. Was ich vermutlich untersch&auml;tze: die Wirkung der Erkenntnis von der Schwierigkeit zur &Uuml;berwindung der kognitiven Dissonanz. Diese Damen und Herren haben offensichtlich verinnerlicht, was sie propagiert und agitiert haben. Jetzt f&auml;llt es ihnen sichtlich schwer, sich davon zu l&ouml;sen. Da muss man ja fast schon bewundernd auf Sch&auml;uble und Br&uuml;derle schauen.<\/p><p><strong>Anlage 1 &ndash; Bericht &uuml;ber die Buchvorstellung im &bdquo;Stern&ldquo;:<\/strong><\/p><p><strong>Der Abwasch der Woche: Bei Steinmeier f&auml;llt die Mauer<\/strong><br>\nErscheinungsdatum: 14. November 2009, 15:31 Uhr<br>\nWahrlich eine historische Woche (&hellip;)<br>\nVon Tilman Gerwien<br>\n(&hellip;)<br>\nAm Donnerstag konnte man im Berliner Szene-Bezirk Prenzlauer Berg eine ganz erstaunliche Zeitreise antreten, eine Reise in ein versunkenes Land: die Bundesrepublik (West) der 70er Jahre. Dieses Land war ein sch&ouml;nes Land: Die Renten waren sicher, die Bundeswehr blieb in ihren Kasernen (andere vergossen im Zweifel ihr Blut f&uuml;r unser &Ouml;l), der &ouml;ffentliche Dienst war fett und im Fernsehen gab es nur drei Programme, ab 23.00 Uhr hie&szlig; es: Ab in die Heia, aber ganz schnell, da kam n&auml;mlich nur noch das Testbild.<br>\nIn dieses sch&ouml;ne Land sehnt sich offenbar der Buchautor Albrecht M&uuml;ller zur&uuml;ck, ehemaliger Mitstreiter Willy Brandts, der sein neuestes Werk &ldquo;Meinungsmache&rdquo; vorstellte, in dem er die Medien als gro&szlig;e Manipulationsindustrie beschreibt, die die Deutschen seit Jahren einer &ldquo;neoliberalen&rdquo; Gehirnw&auml;sche unterzieht. M&uuml;ller, Mitdiskutant Oskar Lafontaine und das Publikum in der &ldquo;Kulturbrauerei&rdquo; waren sich schnell einig: Es gibt zum Beispiel gar kein demographisches Problem! Wir wollen unsere alte Rentenformel wieder haben! Und wer mehr Steuerfinanzierung f&uuml;r die Rente will (wodurch Selbst&auml;ndige, Beamte und vor allem Besserverdiener endlich mit bezahlen m&uuml;ssten, was doch eigentlich &ldquo;links&rdquo; w&auml;re), der ist irgendwie &ldquo;neoliberal&rdquo;.<br>\n(&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/der-abwasch-der-woche-bei-steinmeier-faellt-die-mauer-1521709.html\">stern.de<\/a><\/p><p><strong>Anlage 2 &ndash; Bericht im Deutschlandfunk vom 14.11.2009, als Textfassung und MP3:<\/strong><\/p><p><strong>Meinungsmache<br>\nAlbrecht M&uuml;ller und Hans Ulrich-J&ouml;rges streiten &uuml;ber die Gleichschaltung der Medien<\/strong><br>\nVon David Goe&szlig;mann<br>\nAuf den &ldquo;NachDenkSeiten&rdquo; im Internet diskutieren zahlreiche Menschen &uuml;ber Bankenrettung, neoliberale Strategien und &ouml;konomische Alternativen. Albrecht M&uuml;ller, einer der Macher des Blogs, ist davon &uuml;berzeugt, dass die klassischen Medien von S&uuml;ddeutsche Zeitung &uuml;ber Polit-Talkshows bis zum Spiegel versagt h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2009\/11\/14\/dlf_20091114_1704_07c14a8a.mp3\">Deutschlandfunk&nbsp;[MP3]<\/a> oder als <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/marktundmedien\/1070040\/\">Text<\/a><\/p><p><strong>Anlage 3 &ndash; Bericht &uuml;ber eine Studie zum Misserfolg der Privatvorsorge:<\/strong><\/p><p><strong>Bremse f&uuml;r Wirtschaftsentwicklung:&nbsp;<br>\nStudie zerpfl&uuml;ckt Riester-Rente<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/1515859.html\">Netzeitung.de vom 16.11.2009<\/a><\/p><blockquote><p>&bdquo;Zu krisenanf&auml;llig, wenig Rendite und Mehrbelastungen f&uuml;r Arbeitnehmer: Makro&ouml;konomen lassen kein gutes Haar an der Riester-Rente. Auch f&uuml;r die Wirtschaft sei das Projekt ein Flop, urteilt die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nDie Riester-Rente lohnt sich laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung weder f&uuml;r die Arbeitnehmer noch f&uuml;r die Gesamtwirtschaft. Die Finanzierung der h&ouml;heren Kosten f&uuml;r Rente, Pflege und Gesundheit lasse sich durch einen &Uuml;bergang zu einem kapitalgedeckten Rentensystem auch nicht besser bew&auml;ltigen als im traditionellen Umlagesystem, hei&szlig;t es in einer am Montag in D&uuml;sseldorf vorgestellten Untersuchung des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie der Stiftung.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der <a href=\"?p=4335\">Buchvorstellung<\/a> am vergangenen Donnerstag hat Hans-Ulrich J&ouml;rges von der Chefredaktion des &bdquo;Stern&ldquo; engagiert bestritten, dass die Medien versagen. 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