{"id":4346,"date":"2009-11-19T01:42:00","date_gmt":"2009-11-19T00:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4346"},"modified":"2014-11-25T09:48:28","modified_gmt":"2014-11-25T08:48:28","slug":"der-sumpf-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-und-beim-oeffentlich-suventionierten-verbraucherschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4346","title":{"rendered":"Der Sumpf im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk und beim \u00f6ffentlich suventionierten Verbraucherschutz"},"content":{"rendered":"<p>In der ARD gab es im Sommer Forderungen die Nebenverdienste bekannter Moderatoren wie Tagesthemenchef Tom Buhrow oder B&ouml;rsenfachfrau Anja Kohl offen zu legen, nachdem bekannt wurde, dass diese f&uuml;nfstellige Summen f&uuml;r Auftritte, gerne bei Banken und Sparkassen, erhalten. Das gef&auml;hrde die Unabh&auml;ngigkeit der Berichterstattung, meinen die Kritiker. Von Alexandru Sandbrand<br>\n<!--more--><br>\nBeim ZDF ist die Kritik nicht ganz so laut, wenn Petra Gerster und Klaus Kleber gut bezahlte Vortr&auml;ge bei Banken und Industrie halten. Momentan stehen 3 leitende Mitarbeiter des HR, MDR und NDR vor Gericht, denen man Betrug bzw. Untreue vorwirft. <\/p><p>&Auml;hnlich gef&auml;hrdet ist die Unabh&auml;ngigkeit bei den staatlich subventionierten Verbraucherschutzorganisationen wie Verbraucherzentralen, DIN, Stiftung Warentest und Finanztest. Diese Institutionen werden vom Steuerzahler finanziert, gelten als unabh&auml;ngig und haben deshalb einen gro&szlig;en Einfluss auf das Kaufverhalten der deutschen Konsumenten. Sie sind insofern interessantes Ziel f&uuml;r Einflussnahmen von Seiten der Industrie, von Banken, Bausparkassen, Versicherungen, Handel etc.. <\/p><p>Auch bei diesen Institutionen, die deshalb &ouml;ffentliche Unterst&uuml;tzung erhalten, damit sie ihre Unabh&auml;ngigkeit wahren, ist es notwendig, dass leitende Mitarbeiter ihr Nebeneinnahmen offen legen. Diese Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Interesse sind zwar keine Beamten und handeln auch nicht hoheitlich, erf&uuml;llen aber eine gesellschaftlich Aufgabe und werden deshalb von der &Ouml;ffentlichkeit bezahlt. Die meisten dieser F&auml;lle h&auml;tten schon viel fr&uuml;her aufgedeckt werden k&ouml;nnen, wenn der Steuer- und Geb&uuml;hrenzahler &ndash; wie das in Schweden ganz normal ist &ndash; etwa Einsicht in die Einkommenserkl&auml;rung der Betreffenden gehabt h&auml;tten. Wem das nicht passte, der kann ja vom ZDF zu RTL wechseln oder von Finanztest zu Capital. Da geh&ouml;rt ja erwerbsorientiertes Denken und Handeln zur Gesch&auml;ftsbasis.<\/p><p>In der &Ouml;ffentlichkeit stehen momentan die Sportchefs von HR und MDR und die Fernsehspielchefin vom NDR. Die Sportchefs haben erfolglos gegen ihre fristlose K&uuml;ndigung prozessiert und wurden zu milden Gef&auml;ngnis- bzw. Bew&auml;hrungsstrafen verurteilt, die Fernsehspielchefin klagt momentan gegen ihre fristlose K&uuml;ndigung; gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft. <\/p><p>Gemein haben diese F&auml;lle die nicht vorhandene Einsicht der Beteiligten (Reue wird allenfalls dann gezeigt, wenn es der Milderung der Strafe dient), ihre Selbstherrlichkeit und, obwohl es in allen F&auml;llen &uuml;ber viele Jahre klare Hinweise gab, keiner der Verantwortlichen von den unsauberen Gesch&auml;ften h&ouml;ren wollte. Insider behaupten, Redakteure und Abteilungsleiter in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, also Leute, die entscheiden, welcher Regisseur, welches Drehbuch mit welcher Produktionsfirma f&uuml;r das Abendprogramm realisiert wird, seien gerne schon mal Kunstliebhaber, sammelten Antiquit&auml;ten oder w&uuml;rden gerne zusammen mit der Ehefrau eine etwas anspruchsvollere Reise machen. So kann die Entscheidung f&uuml;r Drehbuch, Regisseur und Produktionsfirma mit kleinen &bdquo;Aufmerksamkeiten&ldquo; beeinflusst werden. Das ist nicht immer und &uuml;berall so, aber oft und an vielen Stellen. Sogar das gute alte Bargeld tut als Schmiermittel seine anonymen Dienste.<br>\nVor allem in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern sind dringend Vorkehrungen n&ouml;tig, denn die eigentlich Betrogenen sind die Geb&uuml;hrenzahler. Diese zahlen ihre Geb&uuml;hren f&uuml;r ein qualitativ hochwertiges, unabh&auml;ngiges und schleichwerbefreies Fernsehprogramm.<\/p><p>Ger&uuml;chte um J&uuml;rgen Emig gab es z.B. schon seit fast 10 Jahren, aber es schien niemand beim HR zu interessieren. Im September 2003 beschwert sich der Veranstalter des Frankfurter Triathlon beim Hessischen Ministerpr&auml;sidenten &uuml;ber den hohen Produktionskostenzuschuss des HR f&uuml;r die &Uuml;bertragung dieser Veranstaltung. Roland Koch gibt die Beschwerde an HR Intendant Reitze weiter, der leitet sie wiederum J&uuml;rgen Emig zu. Die Beschwerde wird dann von J&uuml;rgen Emig bearbeitet und beantwortet. Von den von J&uuml;rgen Emig verlangten  95.000 &euro; erh&auml;lt der HR gerade mal  35.000 &euro;. Erst als ein Staatsanwalt in Kassel einen der vielen Berichte &uuml;ber Emigs Machenschaften in der Zeitung liest und seinen Verdacht an die Staatsanwaltschaft Frankfurt weitergibt, schaltet sich diese ein und beginnt zu ermitteln. Im Zuge dieser Ermittlungen zeigt sich, dass der MDR Sportchef Wilfried Mohren zu diesem Netzwerk geh&ouml;rte und sein &bdquo;karges&ldquo; Gehalt durch solche Machenschaften deutlich erh&ouml;hte. Auch hier gab es schon seit vielen Jahren Hinweise, aber wieder hatte keiner beim MDR so richtig Interesse an der Aufkl&auml;rung. J&uuml;rgen Emig wurde zu 2 Jahren und 7 Monaten Gef&auml;ngnis verurteilt und klagt noch in letzter Instanz dagegen. Wilfried Mohren einigte sich mit dem MDR auf ein Gest&auml;ndnis und &euro; 300.000 R&uuml;ckzahlung und erhielt 2 Jahre auf Bew&auml;hrung. Der Rechtspolitiker der S&uuml;ddeutschen Zeitung, Heribert Prantl, spricht bei solchen Urteilen von  ausgehandelten Konsensprozessen, bei denen die Gerechtigkeit dumm da steht. Besonders der MDR war froh um diesen Deal, denn man wollte sich ungern tiefer in die Karten blicken lassen.<\/p><p>Auch bei der NDR Fernsehfilmchefin Doris Heinze hatten Drehbuchautoren schon seit &uuml;ber 10 Jahren den Verdacht, dass nach &uuml;blichen Qualit&auml;tskriterien kaum ein Drehbuch bei ihr unterzubringen sei. NDR Intendant Marmor bezeichnet sich als Kind des NDR und behauptet, er habe davon nichts gewusst. Die Spitze des Eisbergs, n&auml;mlich einige von Doris Heinze und ihrem Ehemann Claus Strobel unter falschem Namen ver&ouml;ffentlichte und verfilmte Drehb&uuml;cher, wurden jetzt sichtbar. Nicht, weil die Revision im NDR so gut funktioniert, nein: die S&uuml;ddeutsche Zeitung hatte den Druck soweit erh&ouml;ht, bis Heinze wenigstens ein paar F&auml;lle zugab. Und es war auch nicht das Medienressort der SZ sondern Hans Leyendecker, Spezialist f&uuml;r Korruption und organisierte Kriminalit&auml;t. Als der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) darauf hinwies, dass die Vorw&uuml;rfe gegen Heinze schon l&auml;nger im Raum standen, warf ihm der Pressesprecher des NDR vor, seine Kenntnisse zur&uuml;ckgehalten zu haben. Das ist geradezu zynisch: Heinze hatte die Macht Drehbuchautoren, Regisseure und Produktionsfirmen zu engagieren oder abzulehnen und davon ausgiebig und lustvoll Gebrauch gemacht; Daumen rauf oder Daumen runter. Der Drehbuchautor, der diese Vorw&uuml;rfe publik gemacht h&auml;tte, w&auml;re f&uuml;r den Rest seines Autorenlebens gebrandmarkt gewesen und h&auml;tte wahrscheinlich nie wieder einen Fu&szlig; in eine &ouml;ffentlich-rechtliche Redaktion gesetzt. <\/p><p>Uwe Steimle vom Dresdner Unikum, Kabarettist und als Kommissar Hinrichs Kultfigur im Schweriner Polizeiruf, beschwerte sich mehrmals und &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum &ouml;ffentlich &uuml;ber die schlechte Qualit&auml;t der Drehb&uuml;cher. Als unzumutbar bezeichnete er das Drehbuch zu seinem letzten Fall &bdquo;Die armen Kinder von Schwerin&ldquo;. Frau Heinze lud ihn ein zu einem Gespr&auml;ch &uuml;ber die Perspektiven des Polizeirufs in Schwerin. Dort er&ouml;ffnete ihm Thomas Schreiber, Unterhaltungschef des NDR, dass der Sender keine Versorgungsanstalt bis zur Rente f&uuml;r ihn (Uwe Steimle) sei. Das ist durchaus verst&auml;ndlich, denn der NDR musste sich schon um die Versorgung von Doris Heinzes Ehemann Claus Strobel und um die verschiedenen Phantome k&uuml;mmern, die die beiden f&uuml;r ihre unsauberen Drehbuchgesch&auml;fte erfunden hatten. Wie sich jetzt herausstellte kam das Drehbuch der &bdquo;Armen Kinder von Schwerin&ldquo; von einem Pseudonym Heinzes. Der Vertrag mit Uwe Steimle wurde nicht verl&auml;ngert.<\/p><p>Der Fall Heinze soll nun klein geredet werden: Prof. Lukas Hachmeister vom Institut f&uuml;r Medien- und Kommunikationspolitik, das ja auch praktisch zum NDR geh&ouml;rt,  sagte in einem Interview mit Radio Bremen, dass der Fall Heinze nicht repr&auml;sentativ sei und der Schaden in etwa &euro; 50.000 betrage. Wie Herr Hachmeister zu dieser Einsch&auml;tzung kommt, bleibt sein Geheimnis, da d&uuml;rfte eher die Sorge um seine eigenen F&ouml;rdermittel das Motiv f&uuml;r diese Abwiegelung gewesen sein. Meiner Meinung nach ist der Fall Heinze jedoch durchaus kein Einzelfall und der finanzielle Schaden um ein Vielfaches h&ouml;her: Jedes der 5 Drehb&uuml;cher bringt sowohl f&uuml;r Regisseur als auch Drehbuchautor so um die &euro; 100.000: Wiederholungen in den verschiedenen Programmen der ARD, Auslandsverwertungen, Tantiemen, Kopieraussch&uuml;ttungen, VG Wort etc inbegriffen.  Bei den Produktionsfirmen sind die Betr&auml;ge deutlich h&ouml;her. Es geht bei Frau Heinze auch um viel mehr als um diese paar Drehb&uuml;cher. Gesch&auml;digt wurde nicht nur der NDR, gesch&auml;digt wurden die Geb&uuml;hrenzahler, Drehbuchautoren, Regisseure und Produktionsfirmen, die alle um ihre Chancen betrogen worden sind. In einem lesenswerten Interview mit der SZ spricht Autor Fred Breinersdorfer von einem  Klima der Angst, von Demut und von schwarzen Listen, die von Doris Heinze und ihren Kollegen auch in anderen Sendern erzeugt wurden, wo Redakteure die Macht haben und Drehb&uuml;cher und ihre Verfasser austauschbar seien. <\/p><p>Was bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern durchaus verbreitet ist, findet sich auch in anderen &ouml;ffentlichen oder zumindest &ouml;ffentlich subventionierten Einrichtungen wieder.<br>\nIm Oktober 2009 gab die Stiftung Warentest die neue Zusammensetzung des Kuratoriums bekannt, diesmal f&uuml;r 4 Jahre. Dieses wichtige Gremium entscheidet, welche Produkte untersucht und wie die Tests durchgef&uuml;hrt werden. Ein wenig &uuml;berrascht war ich schon, dass Gabriele Francke, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Verbraucherzentrale Berlin weiterhin dazugeh&ouml;rt, zwar nur auf der Reservebank, aber das ist wahrscheinlich eher turnusbedingt. Der Fall Francke ist ein Lehrst&uuml;ck daf&uuml;r, wie gute Kontakte zwischen leitenden Verbrauchersch&uuml;tzern und Interessensvertretern sich positiv auf DIN-Normen und deren Zertifizierungen und auf die Untersuchungen der Stiftung Warentest auswirken. <\/p><p>Der Fachverband Deutscher Sprachreiseveranstalter hatte beim Deutschen Institut f&uuml;r Normung eine DIN-Norm in Auftrag gegeben nach der sich die meisten seiner Mitglieder zertifizieren lie&szlig;en. Kurze Zeit sp&auml;ter erschien ein ganzes Heft der Stiftung Warentest zum Thema Sprachreisen. Beide Publikationen sind eher schlecht bis inakzeptabel und gehen fast nur auf die Agenturen ein und nicht auf die eigentliche Sprachreise. Beim Testheft Sprachreisen werden neben zwei kleinen regionalen Anbietern nur Agenturen getestet, die Mitglied in dem Verband sind, obwohl es mehrere Hundert solcher Anbieter gibt, die nicht im Verband sind. Es war offensichtlich, dass irgendwas nicht stimmt, aber es fehlte der Zusammenhang. Als der Verband sich auf seiner Homepage der Zusammenarbeit mit der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Verbraucherzentrale r&uuml;hmte und wie froh man sei Frau Francke als Beraterin gewonnen zu haben, schloss sich der Kreis. Ein wenig Recherche und es war klar: Frau Francke hat bei der DIN-Norm mitgearbeitet und war als Kuratoriumsmitglied auch an der Entstehung und Durchf&uuml;hrung des Sprachreise-Testhefts beteiligt. Ich habe diese uns&auml;glichen Zusammenh&auml;nge auch hier auf den <a href=\"?p=3212\">NachDenkSeiten<\/a> ver&ouml;ffentlicht. Innerhalb kurzer Zeit waren die Internetseiten mit den Pressemitteilungen gel&ouml;scht und Frau Francke kommt auch nicht mehr auf den Internetseiten des FDSV vor. Es w&auml;re interessant zu wissen, ob Frau Francke den Verband weiterhin ber&auml;t, denn bisher wurde nur ihr Eintritt in den Verband bekannt. Die Tatsache, dass Frau Francke trotz dieser klaren und eindeutigen Interessenskonflikte weiterhin als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Verbraucherzentrale Berlin fungiert und im Kuratorium der Stiftung Warentest best&auml;tigt wurde, zeigt, wie wenig Interesse an Transparenz diese Institutionen haben, wie normal das Vorgehen von Frau Francke ist; es wird leider nur ganz selten publik. Eigentlich m&uuml;sste man dem Verband dankbar sein, dass er uns so offen gezeigt hat, wie es geht, vorteilhaft mit f&uuml;hrenden Verbrauchersch&uuml;tzern zusammenzuarbeiten. Bei den Sprachreisen geht es eigentlich nur um Peanuts, wenn man etwa an die Zusammenarbeit mit Banken, Versicherungen, Krankenkassen, privater Altersvorsorge und Bausparkassen denkt. <\/p><p>Richtig Geld gibt es etwa f&uuml;r Anbieter und Vermittler bei der privaten Altersvorsorge wie Riester oder R&uuml;rup, Lebensversicherungen, Bausparvertr&auml;ge, Krankenkassen und Banken. Bei so einem Abschluss winkt dem Anbieter ein Vertrag &uuml;ber Jahrzehnte mit regelm&auml;&szlig;igen monatlichen Eing&auml;ngen, die durchaus bis zu &euro; 1000 betragen k&ouml;nnen und davon profitiert auch der Vermittler. Im November lud das &bdquo;Institut f&uuml;r Verbraucherjournalismus&ldquo; zu einem Praxis- Workshop f&uuml;r Journalisten &bdquo;Altersvorsorge in Zeichen der Krise: von Aktien bis Wohnriester&ldquo;. Das Institut f&uuml;r Verbraucherjournalismus ist an die FH Calw angegliedert und wird von Prof. Dr. Christoph Fasel geleitet. Fasel hat den Praxis-Workshop zum Thema Private Altersvorsorge organisiert und geleitet. Diese Veranstaltung stellte sich ganz schnell als Verkaufstraining f&uuml;r Wohn-Riester-Renten heraus, bei der sich keiner der Referenten auch nur ansatzweise kritisch zu Riester- und R&uuml;rup-Vertr&auml;gen &auml;u&szlig;erte. Fast alle Referenten haben vom Verkauf dieser Produkte gelebt. Bei der Gr&uuml;ndung des Instituts f&uuml;r Verbraucherjournalismus 2005 war der Chef der Stiftung Warentest Hubertus Primus und der Pressesprecher des Bundesverbands Verbraucherzentralen Carel Mohn im Beirat. Als Sponsoren konnte man neben dem Steuerzahler, also den Staat, auch noch Banken und Bausparkassen gewinnen. Zur Er&ouml;ffnungsveranstaltung des Instituts kam auch Herman-Josef Tenhagen, der Chefredakteur von Finanztest. Zwei Jahre sp&auml;ter, im November 2007, ver&ouml;ffentlicht Finanztest einen Beitrag &uuml;ber Riester-Fondssparpl&auml;ne und spricht von durchschnittlich 9% Rendite im Jahr und rechnet vor, wie aus eingezahlten &euro; 42.000 bei Rentenbeginn &euro; 271.036 werden. Die so gelobten Fonds sind in den vergangenen 2 Jahren um gut 40% gefallen und die Betroffenen werden noch einige Jahre brauchen, bis sie den ersten Euro Rendite aus dieser Art der privaten Altersvorsorge ziehen.<\/p><p>Die Finanztest Hefte werden durch Steuergelder unterst&uuml;tzt. Auf der anderen Seite kennen sich Redaktion und Dachverb&auml;nde der Versicherungen, Banken, Bausparkassen und Rentenvermittler ganz gut. Man trifft sich bei Vortr&auml;gen, Kongressen, auf Podiums- und Fernsehdiskussionen, bei Professor Fasel und in der Hotelbar. Und wie gute Kontakte zu leitenden Verbrauchersch&uuml;tzern DIN-Normen und Testhefte positiv beeinflussen k&ouml;nnen, hat der Fall Francke gezeigt. Im Fall der privaten Altersvorsorge haben wir es mit brillanten Verk&auml;ufern und absoluten Profis zu tun, wie z.B. einige der Referenten beim Verkaufstraining von Professor Fasel. Der Dachverband f&uuml;r Riester-Renten w&uuml;rde auf seiner Homepage oder in Pressemitteilungen nat&uuml;rlich nie ver&ouml;ffentlichen, dass ein Redakteur von Finanztest oder der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Verbraucherzentrale als Berater gewonnen wurde. <\/p><p>Wie kann man dem Steuerzahler garantieren, dass sich der staatlich gef&ouml;rderte Verbraucherschutz nicht auf diese Art von Nebengesch&auml;ften einl&auml;sst? Die andere Seite hat viel Geld und nat&uuml;rlich starke Interessen: ein positiver Bericht in Finanztest, ein wohlwollendes Interview mit dem Leiter einer Verbraucherzentrale ist mehr wert als ganzseitige Anzeigen in Spiegel, SZ und FAZ. Die staatlich subventionierten Verbrauchersch&uuml;tzer sollten einen Ehrenkodex unterschreiben und Nebeneinnahmen &ouml;ffentlich zug&auml;nglich machen m&uuml;ssen. Diese Menschen haben aufgrund ihrer Funktion eine Vertrauensposition und einen starken Einfluss auf die Kaufentscheidung deutscher Konsumenten. Sie stehen deshalb besonders im Visier von Interessensvertretern. Solange diese Institutionen mit &ouml;ffentlichen Geldern subventioniert werden, hat der Steuerzahler ein Recht auf Transparenz und Unabh&auml;ngigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der ARD gab es im Sommer Forderungen die Nebenverdienste bekannter Moderatoren wie Tagesthemenchef Tom Buhrow oder B&ouml;rsenfachfrau Anja Kohl offen zu legen, nachdem bekannt wurde, dass diese f&uuml;nfstellige Summen f&uuml;r Auftritte, gerne bei Banken und Sparkassen, erhalten. Das gef&auml;hrde die Unabh&auml;ngigkeit der Berichterstattung, meinen die Kritiker. Von Alexandru Sandbrand<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[127,41,150],"tags":[313,1134,273,391,244],"class_list":["post-4346","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-medienanalyse","category-verbraucherschutz","tag-oerr","tag-nebeneinkommen","tag-privatvorsorge","tag-stiftung-warentest","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4346"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20101,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4346\/revisions\/20101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}