{"id":4349,"date":"2009-11-20T09:14:18","date_gmt":"2009-11-20T08:14:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4349"},"modified":"2009-11-20T09:24:59","modified_gmt":"2009-11-20T08:24:59","slug":"hinweise-des-tages-1024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4349","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuerfahnder-Aff&auml;re; Was wussten Koch und Hahn?; Schwarz-gelbe Schuldenmacher; Um Himmelswillen keine neuen Steuersenkungen!;  Deutschland verf&auml;llt dem Schuldenrausch; staatliche Hilfe zur Opelsanierung; Warum die Finanzbranche schrumpfen muss; 8. Banken m&uuml;ssen die US-Einlagensicherung retten; Goldman Sachs entschuldigt sich; Weltern&auml;hrungsgipfel; Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionsteuer; Sonderkonjunktur f&uuml;r Wirtschaftskriminelle; Angst vor der Blase; Linke Schmutzkampagne gegen Lafontaine;  Hinweis auf eine Konferenz von EPS;  Bericht &uuml;ber einen Fall der Justiz in Berlin. (RS\/WL\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Steuerfahnder-Aff&auml;re: Finanzminister wegen Untreue angezeigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Was wussten Koch und Hahn?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Schwarz-gelbe Schuldenmacher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Peter Bofinger: &bdquo;Um Himmelswillen keine neuen Steuersenkungen!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Marode Staatsfinanzen: Deutschland verf&auml;llt dem Schuldenrausch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">&Ouml;konom Hickel f&uuml;r staatliche Hilfe zur Opelsanierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Thomas Fricke &ndash; Warum die Finanzbranche schrumpfen muss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">8. Banken m&uuml;ssen die US-Einlagensicherung retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">In den Staub geworfen: Goldman Sachs entschuldigt sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Weltern&auml;hrungsgipfel: Alpha-Land in Spekulantenhand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Eingabeschluss f&uuml;r die Petition: Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionsteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Sonderkonjunktur f&uuml;r Wirtschaftskriminelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Angst vor der Blase, die l&auml;ngst da ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">J&ouml;rges &ndash; die WebTV-Kolumne: Linke Schmutzkampagne gegen Lafontaine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">James Galbraith&rsquo; Hinweis auf eine Konferenz von Economists for Peace and Security (EPS)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Ein Bericht &uuml;ber einen Fall der Justiz in Berlin im Anschluss an die Demos zum 1. Mai 2009<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4349&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steuerfahnder-Aff&auml;re: Finanzminister wegen Untreue angezeigt<\/strong><br>\nW&auml;hrend Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) zum Fall der mit falschen &auml;rztlichen Gutachten geschassten Steuerfahnder schweigt, geht die Aff&auml;re in die n&auml;chste Runde: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt nach FR-Informationen auch wegen der &ldquo;Verfolgung Unschuldiger&rdquo; gegen &ldquo;Verantwortliche der Finanzbeh&ouml;rden Frankfurt am Main&rdquo; und hat bereits Zeugen vorgeladen. Pikant an dem Ermittlungsverfahren: Die Steuerfahnder m&uuml;ssen als Zeugen vernommen werden, brauchen als Beamte im Zwangs-Ruhestand aber daf&uuml;r die Einwilligung ihrer Vorgesetzten &ndash; also genau der Personen, gegen die sich die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen richten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2088919_Steuerfahnder-Affaere-Finanzminister-wegen-Untreue-angezeigt.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Hoffentlich werden Ermittlungen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft nicht ebenso unterdr&uuml;ckt, wie bei den Finanzbeh&ouml;rden.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie sieht es bei den Verantwortlichen aus?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Steuerfahnder-Aff&auml;re: Was wussten Koch und Hahn?<\/strong><br>\nEigentlich h&auml;tten bei Ministerpr&auml;sident Roland Koch (CDU) die Alarmglocken schrillen m&uuml;ssen, als er im September 2004 auf dem Dienstweg einen hoch brisanten Brief aus der Finanzverwaltung erh&auml;lt. In dem Schreiben, das der Frankfurter Rundschau vorliegt, geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern um &ldquo;Dienstvergehen und Straftatbest&auml;nde&rdquo;. Beschuldigte sind &ldquo;F&uuml;hrungskr&auml;fte der hessischen Finanzverwaltung&rdquo;. Dem Ministerpr&auml;sidenten werden detailliert schwere Straftaten mitgeteilt: F&auml;lle von Strafvereitelung im Amt, falsche Verd&auml;chtigung, Verletzungen des Steuergeheimnisses, Verletzung des Personaldatenschutzes, Mobbing und Verleumdung. Absender: Rudolf Schmenger, Steuerfahnder des Landes Hessen.<br>\nAuch f&uuml;r die hessische FDP &ndash; Wahlkampfslogan &ldquo;Unser Wort gilt&rdquo; &ndash; k&ouml;nnte der Fall bald zu Peinlichkeiten f&uuml;hren. Im Jahr 2005 ist die damalige Oppositionspartei noch voll auf Seiten der geschassten Steuerfahnder. Es falle einem Beobachter &ldquo;sehr schwer, daran zu glauben&rdquo;, dass es sich bei diesen Absonderlichkeiten &ldquo;um eine zuf&auml;llige Verkettung handelt&rdquo;, sagte FDP-Politiker Roland von Hunnius damals in einer Landtagsrede.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2091168&amp;em_loc=2091&amp;em_ref=\/top_news\/&amp;em_ivw=fr_poltop\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Schauen wir mal, was der &bdquo;brutalstm&ouml;gliche Aufkl&auml;rer&ldquo; jetzt macht.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht, dass Hessen das Geld zum Verschenken h&auml;tte, was die abgesetzten Steuerfahnder h&auml;tten eintreiben k&ouml;nnen:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schwarz-gelbe Schuldenmacher<\/strong><br>\nMan sollte sich f&uuml;r einen Moment vorstellen, was in Hessen los w&auml;re, wenn eine Ypsilanti-Regierung diese Rekordschulden produziert h&auml;tte. 3,4 Milliarden Euro f&uuml;r 2010, zus&auml;tzlich zu dem Berg von 36 Milliarden Euro, sind f&uuml;r ein wirtschaftsstarkes Land fast unvorstellbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/meinung\/2089233_Leitartikel-Schwarz-gelbe-Schuldenmacher.html\">FR<\/a>\n<p><em>Interview mit Peter Bofinger zu den Schwarz-gelben Schuldenmachern im Bund:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Peter Bofinger: &bdquo;Um Himmelswillen keine neuen Steuersenkungen!&ldquo;<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsweise Peter Bofinger lehnt die schwarz-gelben Steuerversprechen ab. Er bef&uuml;rchtet als Folge einen brutalen Sparkurs ab 2011.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pnp.de\/nachrichten\/artikel.php?cid=29-26201453&amp;Ressort=pol&amp;BNR=0\">PNP.de<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar zur Sarkozys Investitionsanleihe: Vive la France \/ Robert von Heusinger<\/strong><br>\nEs gibt eben Dinge, die der Markt schlechter kann als der Staat. Deswegen ist Sarkozys Coup, auf Pump Geld f&uuml;r Bildung und Innovationen locker zu machen, richtig. Deutschland stellt sich &ndash; &ldquo;dank&rdquo; seiner &Ouml;konomen-&ldquo;Zunft&rdquo; &ndash; taub. In der Krise ein riskantes Unterfangen.<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2091244_Kommentar-zu-Sarkozys-Investitionsanleihe-Vive-la-France.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Marode Staatsfinanzen: Deutschland verf&auml;llt dem Schuldenrausch<\/strong><br>\nMehr Geld, mehr Aufschwung, mehr Schulden &ndash; im Kampf gegen die Krise steuern Bundesregierung und Banken einen gef&auml;hrlichen Kurs: Den Staatsfinanzen droht eine jahrelange Misere. Der Wachstumskult hat die ganze Gesellschaft erfasst, ein Neuanfang ist dringend n&ouml;tig.<br>\nEin Kommentar von Wolfgang Kaden<br>\nZitat:\n<blockquote><p><em>Wir alle sind von der Wachstumsdroge abh&auml;ngig. Wir sind das Volk, das zu Verzicht nicht bereit ist; das die Politiker gnadenlos abstrafen w&uuml;rde, wenn sie die Altschulden mit h&ouml;heren Steuern abtragen oder den &uuml;berbordenden Sozialstaat zur&uuml;ckschneiden w&uuml;rden. Die Sozialdemokraten haben bei ihren Hartz-IV-Reformen und der Rente mit 67 erlebt, wo Politiker landen, die dieser Gesellschaft Verzicht abverlangen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,662266,00.html\">SpiegelOnline<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Auf diesen Artikel weisen wir nur deshalb hin, weil er ein ausgezeichnetes Beispiel f&uuml;r die Vorurteilsbeladenheit unserer Spitzen-Wirtschaftsjournalisten darstellt. Einen solchen Artikel kann man eigentlich nur im Suff schreiben. Interessant ist auch, wie hier ein ins extrem neoliberal gewendeter Autor die Wachstumskritik auf der linken Seite des Spektrums ausnutzt. Er spricht von &bdquo;Wachstumskult&ldquo;, von einer Art &bdquo;Religionsersatz&ldquo;, und nat&uuml;rlich behauptet er, dass die entsprechenden Konjunkturprogramme zu mehr Schulden f&uuml;hren w&uuml;rden. Eine der &uuml;blichen Dummheiten; diese Menschen verstehen nicht, dass wir ohne eine aktive Besch&auml;ftigungspolitik &ndash; und dann statistisch gemessene h&ouml;here Wachstumsraten &ndash; noch mehr Schulden machen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Treffend, wenn auch ziemlich hart, hat ein Leser der NachDenkSeiten kommentiert:<\/strong> Wen meint dieser Autor mit &ldquo;Wir&rdquo; und &ldquo;das Volk&rdquo;? Meint er die, die alle Jahre schon immer f&uuml;r immer weniger Leute, die schon so psychisch krank sein m&uuml;ssen, ohne im Geld zu schwimmen nicht mehr lebensf&auml;hig zu sein, indem sie es dann ja anscheinlich humanen Projekten widmen, um damit Ihrem Narzissmus fr&ouml;hnen zu k&ouml;nnen, etwas Soziales getan zu haben? Mein Gott &hellip; was f&uuml;r eine hirnverbrannte Welt! Und &ldquo;das Volk&rdquo; glaubt vermutlich noch daran, denn ich habe bis jetzt noch kein kollektives  Aufbegehren vernommen, wie man das aus Frankreich oder vom Volk  der ehemaligen DDR noch in Erinnerung haben d&uuml;rfte, wenn einem dieses von uns allen geduldete System nicht schon v&ouml;llig den gesunden Menschenverstand weggepustet hat!<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&Ouml;konom Hickel f&uuml;r staatliche Hilfe zur Opelsanierung<\/strong><br>\nBund und L&auml;nder d&uuml;rfen den Autohersteller Opel aus Sicht des Wirtschaftswissenschaftlers Rudolf Hickel auch nach der Kehrtwende des Gro&szlig;aktion&auml;rs General Motors (GM) nicht h&auml;ngen lassen. <em>&ldquo;Wer vor ein paar Wochen der Meinung war, dass dieser Autobauer eine Zukunft hat, kann doch jetzt nicht pl&ouml;tzlich anderer Ansicht sein&rdquo;<\/em>, so Hickel. <em>&ldquo;Oder aber es ging nur um wahlpolitischen Opportunismus.&rdquo;<\/em><br>\nSkeptisch beurteilt dagegen der Chef des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, staatliche Hilfen. Von 90 Millionen produzierten Autos w&uuml;rden 2009 nur die H&auml;lfte verkauft. &ldquo;Es darf und kann nicht die Aufgabe des Steuerzahlers sein, diese &Uuml;berkapazit&auml;ten zu subventionieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2088902_Pladoyer-Hickel-fuer-staatliche-Hilfe-zur-Opelsanierung.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Aber offenbar ist es Aufgabe des Steuerzahlers, ein Casino zu subventionieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Warum die Finanzbranche schrumpfen muss<\/strong><br>\nSolange Banken noch Geld haben, um Millionenboni zu zahlen, ist die n&auml;chste gro&szlig;e Wirtschaftskrise nicht weit. Dabei k&ouml;nnte die Welt auf ein Gros der aufgebl&auml;hten Finanzgesch&auml;fte gut verzichten. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:kolumne-thomas-fricke-warum-die-finanzbranche-schrumpfen-muss\/50039822.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Diese Kolumne von Thomas Fricke enth&auml;lt eine Reihe von interessanten Fakten. Zum Beispiel zum Anstieg des Anteils des Finanzsektors an der nominellen Wertsch&ouml;pfung der US Wirtschaft von vier auf acht Prozent.<br>\nDie Hauptbotschaft der Kolumne, die Finanzbranche m&uuml;sse schrumpfen, ist f&uuml;r NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser nicht neu. Siehe zum Beispiel den Beitrag vom 7. Januar 2009  (<a href=\"?p=3689\">Den Kapitalmarkt effizienter organisieren &ndash; Konversion ist angesagt (Teil I)<\/a>), den zu lesen sich immer wieder lohnt, und eine Reihe weiterer Beitr&auml;ge in der Serie <a href=\"?cat=50\">Finanzkrise<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Banken m&uuml;ssen die US-Einlagensicherung retten<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Zahl der Bankenpleiten in den USA hat Einlagensicherungsbeh&ouml;rde an den Rand einer Pleite gebracht. So sah sich die FDIC zu einem dramatischen Schritt gezwungen. Mit den Mitgliedsbanken wurde vereinbart, dass diese eine Vorauszahlung der Geb&uuml;hren f&uuml;r die n&auml;chsten drei Jahre leisten m&uuml;ssen. Damit erh&auml;lt die Federal Deposit Insurance Corp rund 45 Milliarden Dollar. Doch dass die lange reichen, davon darf kaum ausgegangen werden. Denn das Bankensterben geht immer schneller voran. Waren im vergangenen Jahr 25 Institute abgeschmiert, waren es 2007 waren sogar nur drei. Die 123 Pleitekandidaten haben also in nur knapp 11 Monaten die 45 Milliarden aufgebraucht, die nun an frischem Kapital an die FDIC flie&szlig;en k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/31\/31506\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Wenn alle Stricke rei&szlig;en, m&uuml;ssen auch Rettungsfonds gerettet werden. Hier wird ausnahmsweise nicht gleich nach dem Staat gerufen, sondern die Industrie in die Pflicht genommen, deren Rettung der Fonds sichern soll.<br>\nDazu m&ouml;chte ich meinen Kommentar von gestern erg&auml;nzen: Es ist nicht das Ziel der FDIC, die Banken an sich zu retten, sondern die Einlagen der Sparer. Die Bank selbst wird in die Insolvenz gef&uuml;hrt, und dann entweder saniert und privatisiert, oder geschlossen. Es war der Vorschlag von James Galbraith, dieses Verfahren auch f&uuml;r die sog. &bdquo;systemrelevanten&ldquo; Banken anzuwenden. Ich halte das ebenfalls f&uuml;r richtig, auch wenn der Staat dann evtl. doch irgendwann einspringen muss, denn das hat er ja ohnehin schon gemacht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>In den Staub geworfen: Goldman Sachs entschuldigt sich<\/strong><br>\n&ldquo;Wir bitten um Entschuldigung.&rdquo; Goldman-Sachs-Chef Blankfein ringt sich zu dem Satz durch, auf den Amerika gewartet hat. Denn der Ruf der Bank steht auf dem Spiel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra9m1\/finanzen\/530\/494862\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Wie meine Landsleute sagen w&uuml;rden: Talk is cheap. Jeder kann sich entschuldigen, aber wo bleibt die Bereitschaft, f&uuml;r die mitverursachten Sch&auml;den aufzukommen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Weltern&auml;hrungsgipfel: Alpha-Land in Spekulantenhand<\/strong><br>\nDerzeit hungern &uuml;ber eine Milliarde Menschen auf der Welt. F&uuml;r sie war der Weltern&auml;hrungsgipfel Anfang Woche in Rom ein Schlag ins Gesicht. Ein hochrangiger Weltgipfel h&auml;tte es werden sollen. Doch ein Teil der Welt &ndash; namentlich die reichen Staaten &ndash; f&uuml;hlt sich f&uuml;r die Ern&auml;hrungskrise offensichtlich nicht verantwortlich. Sie schickten nur die zweite Garde ihrer RegierungsvertreterInnen. Die erste Garde diskutiert lieber unter sich, etwa im Rahmen der G20-Staaten. Den Uno-Organisationen messen sie immer weniger Gewicht bei. Der Uno-Gipfel war so auch ein Affront gegen&uuml;ber den armen Staaten von Afrika, Lateinamerika und Asien. Deren Oberh&auml;upter blieben in Rom weitgehend allein. Eine sehr vage Abschlusserkl&auml;rung, die bereits zu Beginn der Konferenz verabschiedet wurde vervollst&auml;ndigt die magere Bilanz des Gipfels. Weder wurden Gelder gesprochen noch Massnahmen beschlossen, um an der Situation der Hungernden etwas zu &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/print_18626.html\">woz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Eingabeschluss f&uuml;r die Petition: Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionsteuer<\/strong><br>\nDer Deutsche Bundestag m&ouml;ge beschlie&szlig;en: Bundesregierung und Bundestag werden aufgefordert, eine Finanztransaktionssteuer einzuf&uuml;hren und daf&uuml;r einzutreten, dass sie auch von anderen L&auml;ndern umgesetzt wird. Diese Steuer bezieht alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen ein. Bis diese Steuer EU- oder weltweit umgesetzt ist, sollen auf nationaler Ebene vorbereitende Schritte unternommen werden, z.B. unterst&uuml;tzende parlamentarische Entschlie&szlig;ungen oder die Einf&uuml;hrung einer B&ouml;rsenumsatzsteuer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/index.php?action=petition;sa=details;petition=8236\">Deutscher Bundestag Petitionen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sonderkonjunktur f&uuml;r Wirtschaftskriminelle<\/strong><br>\nDie Krise treibt die Zahl der Wirtschaftsdelikte massiv nach oben. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers (PWC) unter 500 international t&auml;tigen Gro&szlig;unternehmen. Danach erwarten 40 Prozent der befragten Manager einen Anstieg von Wirtschaftsspionage, Datenklau, Produktpiraterie und illegalen Preisabsprachen. Strafen m&uuml;ssen die T&auml;ter, &uuml;berdurchschnittlich oft Manager, dennoch kaum f&uuml;rchten. Zwar werden rund 87 Prozent der Ertappten fristlos gefeuert, aus Angst vor Imagesch&auml;den wird aber nur jeder zweite &bdquo;schwerwiegende Fall&ldquo; &uuml;berhaupt angezeigt. Sind Topmanager unter den T&auml;tern, ist es gar nur jeder dritte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/_b=2460761,_p=5,_t=ftprint,doc_page=0;printpage\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ein etwas versp&auml;teter Hinweis, der dazu beitragen kann, den Fall Emmely und &auml;hnliche F&auml;lle in das rechte Verh&auml;ltnis zu setzten. In dem Bericht hei&szlig;t es weiter, dass 51 Prozent der Hauptt&auml;ter aus den gesch&auml;digten Unternehmen selbst stammen. Der &ldquo;typische&rdquo; T&auml;ter ist m&auml;nnlich (90 Prozent der F&auml;lle) und seit mehr als zehn Jahren in der Firma besch&auml;ftigt (45 Prozent). Gut zwei Drittel der Straftaten werden von F&uuml;hrungskr&auml;ften begangen, knapp 30 Prozent der Delikte von Angestellten im Top-Management.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Angst vor der Blase, die l&auml;ngst da ist<\/strong><br>\nViele sorgen sich um die Entstehung einer neuen Verm&ouml;genspreisblase, da die wankende Weltwirtschaft einen weiteren Krach an den Finanzm&auml;rkten kaum wegstecken k&ouml;nnte. Das ist schon drollig, denn wenn der gr&ouml;&szlig;te Aktienmarkt der Welt ein Indiz ist, ist die Blase l&auml;ngst da.<br>\nRund um die Erde sorgen sich Zentralbanker, &Ouml;konomen und Kommentatoren um eine etwaige neue Verm&ouml;genspreisblase, deren Platzen verheerende Folgen f&uuml;r die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft zeitigen k&ouml;nnte. Aber wie teuer sind Verm&ouml;genswerte dieser Tage? Konzentrieren wir uns auf US-Aktien, da diese aufgrund des Vorliegens langfristiger Daten ganz gut beurteilt werden k&ouml;nnen und weil sie als grobes Indiz f&uuml;r die Bewertung etlicher anderer Verm&ouml;genswerte auf dem ganzen Globus dienen k&ouml;nnen. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-angst-vor-der-blase-die-laengst-da-ist\/50039883.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>J&ouml;rges &ndash; die WebTV-Kolumne: Linke Schmutzkampagne gegen Lafontaine<\/strong><br>\nOskar Lafontaine ist Opfer einer Intrige geworden. Mit der &ldquo;Enth&uuml;llung&rdquo; einer angeblichen Liebesaff&auml;re sollte der Linken-Chef aus dem Weg ger&auml;umt werden. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/joerges-die-webtv-kolumne-linke-schmutzkampagne-gegen-lafontaine-1523157.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>James Galbraith&rsquo; Hinweis auf eine Konferenz von Economists for Peace and Security (EPS)<\/strong><br>\nF&uuml;r Englischsprechende und solche mit sehr leistungsf&auml;higen PCs hier eine Mail von Professor Jamie Galbraith an uns mit Links auf eine interessante Konferenz unserer amerikanischen Freunde von EPS:\n<p>On Friday November 13, Economists for Peace and Security organized a symposium in at the Ronald Reagan International Trade Center Washington, in collaboration with the New America Foundation and the Initiative for Rethinking the Economy.&nbsp; The event comprised three panels &mdash; on financial reform, on jobs and housing, and on the international dollar &mdash; plus two keynote addresses, from Damon Silvers of the Congressional Oversight Panel and Phil Angelides of the Financial Crisis Inquiry Commission. <\/p>\n<p>The entire event was web-cast to an audience of about 6500.&nbsp; Now the video has been uploaded to the <a href=\"http:\/\/www.epsusa.org\/projects\/crisisworkinggroups\/bankingprogram.htm\">EPS site<\/a>, where you can access it at <\/p>\n<p>Without false modesty it was an excellent program. <\/p>\n<p>Also: I did three segments on the <a href=\"http:\/\/finance.yahoo.com\/tech-ticker\/article\/375136\/%22A-Truly-Extraordinary-Slump%22-Reports-of-Robust-Recovery-Premature-James-%20Galbraith-Says?tickers=XLF,XHB,^dji,^GSPC,DHI,TOL,PHM\">Yahoo! Finance channel<\/a> this morning and one of them appears to have aired so far.<\/p>\n<p>Jamie<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ein Bericht &uuml;ber einen Fall der Justiz in Berlin im Anschluss an die Demos zum 1. Mai 2009<\/strong><br>\nDer NachDenkSeiten-Leser H.N. schreibt:\n<blockquote><p>Heute muss ich Sie um Ihre Hilfe bitten. In Berlin ist gerade ein unglaublicher Justizirrtum bzw. ein politisch-befangener Prozess gegen zwei junge Menschen (19 und 17) im Gange, die angeklagt sind, am 1. Mai angeblich einen Molotowcocktail geworfen zu haben und denen nun 10 Jahre bzw. lebensl&auml;ngliche Haft droht &ndash; obwohl sie nach s&auml;mtlichen gewichteten Zeugenaussagen und gesundem Menschenverstand nachweislich unschuldig sind.<br>\nBitte lesen Sie meinen Aufsatz im Anhang, der die F&uuml;lle der Details konzentriert zusammenfasst.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir k&ouml;nnen von uns aus nicht beurteilen, ob hier zuunrecht oder zurecht angeklagt wird, auch ist die Vorstellung von H.N., hier drohten lebensl&auml;ngliche Haft, nicht angemessen. Aber wir halten diesen Vorgang f&uuml;r m&ouml;glicherweise symptomatisch f&uuml;r das, was h&auml;ufig geschieht und geschehen wird, wenn der hoffentlich zunehmende Protest junger Menschen auf die Staatsgewalt trifft.<br>\nWir dokumentieren die Zusammenfassung von H.N.. Machen Sie sich selbst ein Bild:<\/p>\n<blockquote><p>Ein ehemaliger Sch&uuml;ler der Waldorfschule Berlin-Mitte ger&auml;t in die M&uuml;hlen der Justiz &ndash; eine ersch&uuml;tternde Realit&auml;t. | Alle Fakten nach www.yunus-rigo-prozess.de und den dort dokumentierten Presse- und Prozessberichten.<\/p>\n<p>Der &bdquo;Fall&ldquo;, so wie er von der Polizei dargestellt wird, scheint klar: Zwei Jugendliche werfen am Abend des 1. Mai am Kottbusser Tor einen Molotowcocktail, wodurch eine Passantin Brandverletzungen erleidet. Polizeibeamte in Zivil sehen die Tat, verfolgen die Betroffenen und nehmen sie wenig sp&auml;ter fest. <\/p>\n<p>Seitdem sitzen Yunus (19) und sein Freund Rigo (17) in Untersuchungshaft. Nach vier Monaten begann am 1.9. die Gerichtsverhandlung. Urspr&uuml;nglich war ein Urteil im Oktober erwartet, inzwischen sind 14 Prozesstage anberaumt, die bis Ende November gehen&hellip;<\/p>\n<p>Doch von Anfang an gab es einen Grundwiderspruch zur Schilderung der Polizisten: Yunus und Rigo bezeugen nicht nur ihre Unschuld, sie waren durch die Festnahme auch v&ouml;llig schockiert und verst&ouml;rt. Und dar&uuml;ber hinaus gibt es jede Menge Widerspr&uuml;che und Ungereimtheiten in den Aussagen und im Vorgehen der Polizei und der Staatsanwaltschaft.<\/p>\n<p>Hintergr&uuml;nde<\/p>\n<p>Die Ausschreitungen am 1. Mai waren 2009 so heftig wie seit Jahren nicht. Es soll in Kreuzberg rund 700 &bdquo;Randalierer&ldquo; und 6.000 Polizeibeamte im Einsatz gegeben haben. Fast 500 Beamte sollen Prellungen oder andere Verletzungen durch Flaschen und Steine erlitten haben. Gegen 289 Personen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Anklage wegen versuchten Mordes gab es jedoch noch nie &ndash; nun wurde sie gegen Yunus und Rigo erhoben. <\/p>\n<p>Hauptzeuge der Anklage ist der Polizeibeamte Berger, dem nach dem ersten durch eine Vierergruppe geworfenen Brandsatz in etwa 15 Metern Entfernung zwei Personen auffielen, die leicht gebeugt einander gegen&uuml;berstanden, wobei er ihr Gesicht nicht sehen konnte. Pl&ouml;tzlich habe es eine Art Feuerschein und dann eine Wurfbewegung gegeben, ein Feuerschweif sei durch die Luft geflogen und dann habe eine Frau in Flammen gestanden. Die zwei Personen seien dann in eine Menschenmenge hineingelaufen, er habe mit zwei weiteren Polizisten die Verfolgung aufgenommen. Nach dem Wurf habe er die zwei T&auml;ter &bdquo;nur f&uuml;r Sekunden&ldquo; nicht im Blick gehabt, eine Verwechslung k&ouml;nne er ausschlie&szlig;en&hellip; Inmitten des Chaos einer abendlichen Demonstration? <\/p>\n<p>Yunus und Rigo schilderten direkt nach der Festnahme unabh&auml;ngig voneinander, dass sie nur einmal bei der Demonstration vorbeischauen wollten: Sie seien um 18 Uhr kurz mitgelaufen, h&auml;tten dann sp&auml;ter am Kottbusser Tor vom Stra&szlig;enrand die Krawalle beobachtet, Freunde getroffen und sich schlie&szlig;lich gegen 21:30 Uhr etwas zu Essen kaufen wollen, weshalb sie auf eine Polizeikette zugingen und an der Absperrung Durchlass erbaten, um zu einem nahegelegenen Geldautomaten zu kommen. W&uuml;rde man so handeln, wenn man kurz zuvor einen Molotow-Cocktail geworfen h&auml;tte? Als sie nicht durchgelassen wurden, liefen sie friedlich um die Absperrung herum, wurden aber an der n&auml;chsten Absperrung von den o.g. Zivilbeamten festgenommen. <\/p>\n<p>Widerspr&uuml;che der Anklage<\/p>\n<p>Schon zu Prozessbeginn musste Verteidigerin Ulrike Zecher darauf hinweisen, dass Oberstaatsanwalt Ralph Knispel seine Objektivit&auml;tspflicht gravierend verletzt habe &ndash; unter anderem durch Unterlassung der Untersuchung von Rigos Kleidung (trotz zweimaligen Antrages durch den Anwalt) und durch Unterschlagung entlastender Fotos von Augenzeugen!<br>\nNoch am 1. Mai &uuml;bergaben Augenzeugen der Polizei Fotos der T&auml;tergruppe, auf denen Yunus und Rigo nicht zu sehen sind. Staatsanwalt Knispel jedoch behauptet, diese h&auml;tten mit der aktuellen Anklage nichts zu tun, sondern zeigten nur die Werfer eines wenige Minuten zuvor geworfenen ersten Molotow-Cocktails, die nicht festgenommen werden konnten&hellip;<br>\nDer Hauptzeuge der Anklage (Berger) beschrieb auch detailliert, was mit der Frau geschah, deren Kleidung in Brand geraten war, musste also schon vor der Verfolgung der T&auml;ter diese mehrere Sekunden aus dem Blick verloren haben! Der einzige Anhaltspunkt war die Kleidung: wei&szlig;es T-Shirt und Basecap des einen, dunkle Kleidung des anderen (dies passt auch zu den T&auml;tern der o.g. Vierergruppe, wobei das Basecap auf dem Foto einen ganz anderen Aufdruck hat als das von Rigo).<br>\nBis zur Verhaftung soll es mehrere Minuten gedauert haben, obwohl der Tatort nach Aussage der Beamten nur 20 Meter von der Polizeikette entfernt lag.<br>\nDas Wurfobjekt soll eine triefende Flasche gewesen sein &ndash; die Kleidung von Yunus und Rigo wurde jedoch trotz Antrag zun&auml;chst nicht untersucht! Eine kriminaltechnische Untersuchung vom 15.5. stellte keinerlei R&uuml;ckst&auml;nde fest. (Sie h&auml;tten f&uuml;r die angeklagte Tat auch einen Rucksack o.&auml;. bei sich haben m&uuml;ssen &ndash; hatten sie aber nicht!). Dennoch sprach Staatsanwalt Knispel gegen&uuml;ber dem Redakteur des &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; am 1.9. von Benzinr&uuml;ckst&auml;nden auf der Kleidung der Angeklagten! <\/p>\n<p>Die bei der Festnahme beteiligten Kollegen, deren Gerichtsaussagen sich decken, hatten in ihren ersten Aussagen teilweise ganz andere Angaben gemacht! Die Anw&auml;lte werfen ihnen mit Recht vor, nachtr&auml;glich Absprachen getroffen zu haben, um Unstimmigkeiten zu beseitigen.<br>\nPolizist Gromotka kann sich an Details der Kleidung schlecht erinnern, nur Kollege Berger h&auml;tte den Tathergang direkt gesehen. Dieser jedoch kann sich ebenfalls an vieles nicht mehr erinnern.<br>\nBerger sagte noch am 2.5. aus, dass etwas aus Rigos Hosentasche gefallen sei und er sp&auml;ter von einem anderen Polizisten auf herumliegende Einweghandschuhe aufmerksam gemacht worden sei. In seinem Kurzbericht ist jedoch zu lesen, dass in Rigos Hosentasche Handschuhe gefunden worden seien! Im Juni und vor Gericht sagte er dann aus, dass er Rigo die Handschuhe nicht zuordnen k&ouml;nne&hellip;! (Aufgrund dieser gravierenden Widerspr&uuml;che stellt die Verteidigerin sogar Strafanzeige gegen Berger).<br>\nDie Zeugen Gromotka und Berger widersprachen sich auch in Bezug auf die Angabe ihrer Standpunkte, der Verfolgungswege, des Festnahmeortes und der Umst&auml;nde der Festnahme.<br>\nDer dritte bei der Festnahme beteiligte Beamte Kleiner bezeugt vor Gericht dann mutig, dass er den Wurf selbst nicht gesehen habe, sondern den Tathergang w&ouml;rtlich von Berger &uuml;bernahm, und dass Yunus und Rigo bei der Festnahme v&ouml;llig &uuml;berrascht waren und sich nicht gewehrt h&auml;tten. In seinem Bericht vom Mai hatte er noch behauptet, die Tat gesehen zu haben, und auf Veranlassung Bergers &bdquo;Widerstand gegen die Staatsgewalt&ldquo; notiert!<br>\nFreunde von Yunus und Rigo suchten im Internet nach Zeugen. Es meldete sich der 33-j&auml;hrige Thomas J., der die Vierergruppe, beide Brandw&uuml;rfe, das Gesicht des Werfers und die brennende Kleidung der Frau sah! 15 Minuten sp&auml;ter sah er dieselbe Gruppe und erkannte eindeutig den Werfer wieder. Yunus und Rigo waren zu diesem Zeitpunkt bereits festgenommen&hellip;<\/p>\n<p>Das menschliche Schicksal und Fragen an die &bdquo;Staatsgewalt&ldquo; <\/p>\n<p>Yunus und sein Freund sitzen also unschuldig im Gef&auml;ngnis &ndash; Yunus als Vollj&auml;hriger in der Haftanstalt Pl&ouml;tzensee, lange Zeit sogar in Einzelhaft. Selbst die W&auml;rter sagen, dass sie so jemanden sonst nie da haben&hellip; Yunus darf nur zweimal im Monat f&uuml;r eine halbe Stunde von h&ouml;chstens drei Personen besucht werden. Telefonieren darf er nicht, Briefe brauchen acht Tage&hellip; Bei den Besuchen sind nur zur Begr&uuml;&szlig;ung und zum Abschied kurze Ber&uuml;hrungen gestattet. Am 7. Oktober hatte er seinen 19. Geburtstag&hellip; <\/p>\n<p>Mit gro&szlig;em Engagement haben Lehrer der Waldorfschule Berlin-Mitte Yunus im Gef&auml;ngnis die Vorbereitung und die Pr&uuml;fung des Abiturs erm&ouml;glicht. <\/p>\n<p>Bevor die Verhandlung begann, hatte Yunus schon vier Monate im Gef&auml;ngnis verbracht. Schon am vierten Prozesstag hatten sich die Zeugen der Anklage in unglaubliche Widerspr&uuml;che verwickelt, die sogar die Richterin ver&auml;rgerten. Dennoch wurde der Antrag auf Haftentlassung wiederum abgelehnt! Und schon zweimal gab es wegen des Urlaubs von Richtern 14 Tage Verhandlungspause&hellip; Im besten Falle werden Yunus und Rigo am Ende also sechs Monate unschuldig im Gef&auml;ngnis verbracht haben, im schlimmsten Falle bekommen sie eine lebensl&auml;ngliche bzw. 10-j&auml;hrige Haftstrafe&hellip; <\/p>\n<p>Das ganze Verfahren gegen Yunus und seinen Freund wirft schwerste Fragen auf &ndash; und macht schlaglichtartig deutlich, in welche Sackgasse wir als Gesellschaft wir immer mehr geraten. <\/p>\n<p>Das &bdquo;Neue Deutschland&ldquo; schrieb am 2.9.2009: &bdquo;Gerichtsverhandlungen um Mai-Gewalt laufen nach einem festgelegten Ritual ab. Sagen Polizisten aus, sie h&auml;tten die T&auml;ter genau erkannt, haben andere Aussagen oder Unschuldsbeteuerungen so gut wie keinen Wert.&ldquo; Noch bedenklicher ist, was &bdquo;indymedia&ldquo; &uuml;ber die verdeckten Ermittler der Einheit &bdquo;Fahndung, Aufkl&auml;rung, Observation&ldquo; (FAO) schreibt, deren Beamten auch Yunus und Rigo festgenommen haben: &bdquo;Gegen etliche Mitglieder dieser Einheit wurde wegen bandenm&auml;&szlig;igem Drogenhandel, Urkundenf&auml;lschung, Meineid und Vorteilsnahme ermittelt. Alle Anklagen wurden allerdings wegen &sbquo;fehlender Aussagegenehmigung&rsquo; eingestellt.&ldquo;<br>\nNicht zuletzt ist auch die Berliner Polizei f&uuml;r brutales Vorgehen ber&uuml;chtigt, auch wenn dies meist nicht bis in die Schlagzeilen gelangt. J&auml;hrlich gibt es rund 800 bis 1.000 Anzeigen wegen K&ouml;rperverletzung. Fast alle Verfahren werden eingestellt, eine Handvoll f&uuml;hrt zu Freispr&uuml;chen, eine Handvoll zu Verurteilungen&hellip; 1998 wurde sogar bekannt, dass ein Staatsanwalt Anzeigen gegen Polizisten nicht einmal in den Computer eintrug!<\/p>\n<p>Wie sehr kann man dem Polizeiapparat und der Justiz &uuml;berhaupt noch vertrauen, wie sehr muss man ihnen misstrauen? Geht es &uuml;berhaupt noch irgendwo um Gerechtigkeit? Oder geht es um politischen Druck, Verhaftungen und Verurteilungen vorweisen zu m&uuml;ssen; um gegenseitige Deckung, ein &bdquo;Nicht-allzu-genau-Nehmen&ldquo;, einen Filz zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft und anderes mehr?<br>\nUnd ist irgendwo noch das Menschliche im Blick? Wie kann es sein, dass zwei junge Menschen trotz gravierendster Widerspr&uuml;che der Anklage und ganz offensichtlich v&ouml;llig fehlendem &bdquo;Gef&auml;hrdungspotential&ldquo; dennoch in Haft bleiben m&uuml;ssen?<\/p>\n<p>Das, was Yunus und Rigo in den letzten Monaten durchmachen mussten (und was viele ihrer Freunde, Verwandten und Lehrer als Prozessbeobachter unmittelbar miterleben konnten), zeigt, wie sehr unsere Gesellschaft das Menschliche verliert. Es braucht in unserer Zeit nicht mehr einen preu&szlig;ischen Staat, nicht mehr eine Diktatur &ndash; mitten in der so genannten &bdquo;Demokratie&ldquo; geht dieses Menschliche verloren, weil der Mensch es in seinem Erleben immer mehr verliert &ndash; und in den von ihm selbst geschaffenen Strukturen schon l&auml;ngst verloren hat.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Steuerfahnder-Aff&auml;re; Was wussten Koch und Hahn?; Schwarz-gelbe Schuldenmacher; Um Himmelswillen keine neuen Steuersenkungen!; Deutschland verf&auml;llt dem Schuldenrausch; staatliche Hilfe zur Opelsanierung; Warum die Finanzbranche schrumpfen muss; 8. Banken m&uuml;ssen die US-Einlagensicherung retten; Goldman Sachs entschuldigt sich; Weltern&auml;hrungsgipfel; Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionsteuer; Sonderkonjunktur f&uuml;r Wirtschaftskriminelle; Angst vor der Blase; Linke Schmutzkampagne<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4349\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4349\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}