{"id":43561,"date":"2018-04-18T08:50:16","date_gmt":"2018-04-18T06:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43561"},"modified":"2018-04-18T10:08:50","modified_gmt":"2018-04-18T08:08:50","slug":"leserbriefe-zu-wir-werden-von-luegnern-und-kriminellen-gesteuert-und-das-buergertum-juckt-das-mehrheitlich-nicht-genauso-wenig-wie-damals-die-machtergreifung-der-nazis-und-ihre-kriegsvorbereitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43561","title":{"rendered":"Leserbriefe zu: Wir werden von L\u00fcgnern und Kriminellen gesteuert und das B\u00fcrgertum juckt das mehrheitlich nicht. Genauso wenig wie damals die Machtergreifung der Nazis und ihre Kriegsvorbereitung."},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43454\">Wir werden von L&uuml;gnern und Kriminellen gesteuert und das B&uuml;rgertum juckt das mehrheitlich nicht. Genauso wenig wie damals die Machtergreifung der Nazis und ihre Kriegsvorbereitung.<\/a> rief einiges an teilweise sehr emotionaler Resonanz hervor.  Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Wut, Fassungslosigkeit und einem Gef&uuml;hl des Ausgeliefertseins an den Personenkreis, der momentan das Sagen hat in Deutschland und auf der Welt.  Diese  &bdquo;Machthaber&ldquo;, ob sie nun in der Politik, der Wirtschaft oder den Medien angesiedelt sind, erscheinen den NachDenkSeiten-Lesern als eine g&auml;nzlich fehlgeleitete Truppe.  Einmal mehr, vielen Dank an Alle, die uns geschrieben haben! Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>ich teile Ihr Entsetzen und f&uuml;hle mich (ebenso) ohnm&auml;chtig angesichts der z&uuml;ndelnden Rhetorik westlicher Regierungschefs. Ja, unsere Regierenden und ein sehr gro&szlig;er Teil der ver&ouml;ffentlichen Meinung pflegen das Freund-Feind-Denken und tun immer noch so, als seien Gut und B&ouml;se geografisch sauber verteilt. Sie h&auml;tten die Liste der Beispiele f&uuml;r verbrecherische Aktionen &ldquo;der Guten&rdquo; ja um viele Beispiele aus der Vergangenheit verl&auml;ngern k&ouml;nnen: die Interventionen der USA in Lateinamerika, den Vietnamkrieg, den Sturz Mossadeghs .. <\/p><p>Ist das eine Eigenart der menschlichen Psyche, dass sie die eigenen Untaten relativ leicht aus dem Ged&auml;chtnis verdr&auml;ngt, daf&uuml;r aber umso hartn&auml;ckiger alles erinnert, was andere vermeintlich oder tats&auml;chlich verbrochen haben? Ein Besucher von einem anderen Stern w&uuml;rde wohl kaum verstehen, dass die unblutige Annexion\/Angliederung&hellip; der Krim bei jeder (un)passenden Gelegenheit Russland vorgeworfen wird, der v&ouml;lkerrechtswidrige und verheerende Krieg der &ldquo;Koaltion der Willigen&rdquo; gegen den Irak (bei den Guten) aber l&auml;ngst zu den Akten gelegt wurde. Wenn Putin den Westen warnt und auf Verhandlungen dr&auml;ngt, sind das Drohungen, wenn Trump Uns&auml;gliches twittert &ndash; Achselzucken und &ldquo;na jaaa&rdquo;. <\/p><p>Und trotzdem widerspreche ich ihrem Einwurf und bitte um Korrektur: Der Vergleich mit 1933 und den folgenden Jahren der Kregsvorbereitung ist meines Erachtens unzul&auml;ssig. Er blendet aus, dass die Nazis sofort begonnen haben, ihre politischen Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, linke Publizisten &hellip;) zu verhaften, dass die Presse und der Rundfunk, die Justiz, Universit&auml;ten und Schulen &hellip; gleichgeschaltet  wurden. Vieles mehr w&auml;re zu erw&auml;hnen, aber das reicht um zu begr&uuml;nden, dass &ldquo;die Gleichschaltung wichtiger Institutionen, Medien und Personen&rdquo; damals nicht durch perfekte Propaganda, sondern vor allem gewaltsam bzw. durch die Androhung von Gewalt erzwungen wurde. Karrieristen gab es nat&uuml;rlich auch. <\/p><p>Mir scheint die jahrzehntelange Indoktrination zu Zeiten des Kalten Krieges in f&uuml;rchterlich viele westliche K&ouml;pfe Russland als Feind derma&szlig;en eingebrannt zu haben, dass von ihnen die Zustimmung der UdSSR zur deutschen Wiedervereinigung heute anscheinend als ein f&uuml;r uns als gl&uuml;ckliches Versehen der &ldquo;im Prinzip&rdquo; b&ouml;sen Seite interpretiert wird. (Nebenbei: Bei uns wurde &ndash; angefangen bei Adenauer &ndash; ja nie sauber unterschieden zwischen UdSSR und Russland, und das bis heute: Nowitschok wurde in der UdSSR entwickelt? Aha: Russland!!! Ach, das Labor stand in Usbekistan? Egal: Russland besitzt bestimmt den Kampfstoff!) Das Denken in schwarz und wei&szlig;, gut und b&ouml;se, gef&auml;hrlich und ungef&auml;hrlich &hellip; ist vielleicht sinnvoll f&uuml;r Kleinkinder &ndash; und schrecklich bequem f&uuml;r Erwachsene. Ich entdecke leider immer wieder diese Tendenz auch in mir selber und es ist anstrengend, dagegen anzugehen. <\/p><p>Vor gut 50 Jahren erreichten die Proteste amerikanischer Student_innen gegen den Vietnamkrieg Deutschland und auch ich musste erkennen, dass das Land von &ldquo;freedom and democracy&rdquo; einen verbrecherischen Krieg f&uuml;hrte. Was f&uuml;r ein Schock! Aber f&uuml;r die Mehrheit der Medien waren wir protestierenden Studenten &ldquo;antiamerikanisch&rdquo; und wir sollen doch &ldquo;nach dr&uuml;ben&rdquo; gehen. Ist die &ouml;ffentliche Meinung heute uniformer als Ende der 60er Jahre? Ja, kritische TV-Sendungen und Dokumentationen werden meist erst am sp&auml;ten Abend ausgestrahlt. Aber da kann man Dinge erfahren, wie Ende der 60er Jahre nirgends ver&ouml;ffentlicht wurden. Und dank Mediatheken und youtube sind sie rund um die Uhr zug&auml;nglich! &Uuml;ber das Internet erreichen Rainer Mausfeld, Daniele Ganser, KenFM, kontext-tv, Makroskop, NachDenkSeiten &hellip; diejenigen, die mehr wissen wollen. Lesen, H&ouml;ren und Nachdenken kann mir allerdings niemand abnehmen, so wenig wie den Weg nach B&uuml;chel oder Ramstein. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nVolker Jansen <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sie haben ja so recht, lieber Herr M&uuml;ller. Leider. L&uuml;gen und kriminelle Akte der &lsquo;Guten&rsquo; werden hingenommen, nicht hinterfragt, nicht geahndet. Jeder wei&szlig; um die L&uuml;gen des Irak-Kriegs und seinen verheerenden Folgen, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber niemand k&auml;me auf die Idee Herrn Bush und seine Helfershelfer daf&uuml;r zur Rechenschaft zu ziehen. Hat je einer unserer Elite-Politiker dazu Stellung genommen oder die USA &ouml;ffentlich der L&uuml;ge bezichtigt und Konsequenzen gefordert? Es ist Russland, das man mit Sanktionen belegen muss. Da sind sich alle einig. Ist es tats&auml;chlich so einfach, ein Volk mit gezielter Propaganda in die gew&uuml;nschte Richtung zu lenken? Es muss wohl so sein, w&uuml;rde sonst das Feindbild Russland so verankert sein in den K&ouml;pfen. Dann allerdings ist auch der B&uuml;rger nicht freizusprechen von Schuld, denn jeder hat die M&ouml;glichkeit, sich zu informieren, zu hinterfragen, sich sein eigenes Bild zu machen. Wir z&auml;hlen uns zu den Guten auf der Welt. Sind wir das, wenn wir uns solidarisieren mit L&uuml;gnern und Kriminellen.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;ssen<br>\nChrista Schreiber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller, <\/p><p>wer nach 45 gedacht hat: Das passiert uns nie wieder, sieht sich jetzt eines besseren belehrt. Gestapo und KZs werden wir in wenigen Jahren wieder haben, falls der finale Atomkrieg nicht vorher allem ein Ende macht. Und Ihre Lieblingspartei SPD wird diesmal daf&uuml;r sein. Zeigen wir es endlich dem Iwan.<\/p><p>Gr&uuml;sse<br>\nFelix Unger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>der Artikel &bdquo;Wir werden von L&uuml;gnern und Kriminellen gesteuert&hellip;&ldquo; spricht mir aus dem Herzen!<\/p><p>Ich bin an den letzten Abenden mit &auml;hnlichen &Auml;ngsten zu Bett gegangen, wie als 13-j&auml;hriger zur Zeit der Kuba-Kriese und h&auml;tte nach 1990 nie geglaubt, wieder in einer solchen Situation leben zu m&uuml;ssen und habe gro&szlig;e Sorge um die Zukunft meiner Kinder und Enkel..<\/p><p>Meine beiden Gro&szlig;v&auml;ter hatten schwere Verletzungen aus dem 1. Weltkrieg, mein Vater blieb bis auf die Nachwirkungen der &bdquo;Panzertabletten&ldquo; gl&uuml;cklicherweise verschont. Ich hatte Schulfreunde, deren V&auml;ter ein Bein oder einer Arm an der Ostfront verloren hatten. Wir verinnerlichten als Kinder &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo;, auch das war in den 50-er und 60-er Jahren ein Grundthema in den Schulen in der DDR, selbst Z&uuml;ndpl&auml;tzchenpistolen waren ge&auml;chtet!<\/p><p>Viele, auch aus meiner Generation und die meisten J&uuml;ngeren sind den L&uuml;gen und der Manipulationen der Medien verfallen, blenden aus und wollen nach M&ouml;glichkeit von den Themen verschont bleiben und plappern nach; &bdquo;der Putin soll gef&auml;lligst Ruhe geben&ldquo;. Allgemein bekannte Kriegsl&uuml;gen von Sender Gleiwitz &uuml;ber Tonking, Hufeisenplan bis zu Brutkastenl&uuml;ge und irakischem Giftgas sind zwar bekannt, werden aber nicht im Zusammenhang mit Skripal und Giftgaseins&auml;tzen in Syrien gesehen. Als Ostermarschteilnehmer wird man angesichts geringer Teilnehmerzahlen selbst von Familienmitgliedern bel&auml;chelt.<\/p><p>Den Enkeln erkl&auml;re ich, dass es im realen Krieg keinen Resetknopf gibt und diese Spiele f&uuml;r sie sch&auml;dlich sind.<\/p><p>Letztes Jahr habe ich meine Verzweiflung mit meinen, auch in den NDS ver&ouml;ffentlichten Beitrag &bdquo;Die Annexion der Krim oder die Verteufelung Russlands&ldquo; abgearbeitet.<\/p><p>Wenn ich die in der USA durch Clinton und die Medien, die Geheimdienste und gro&szlig;e Teile der Regierung geschaffene Hysterie gegen Russland, die durch L&uuml;gner in den Medien befeuert wird und durch deutsche Regierungsmitglieder auch auf uns &uuml;berschwappt, dann wird mir Angst um die Zukunft. Vielleicht Anlass f&uuml;r einen neue gr&ouml;&szlig;ere Verschriftlichung der Gedanken und Zusammenh&auml;nge meinerseits?<\/p><p>F&uuml;r mich sind die Nachdenkseiten ein Lichtblick in der alternativen Medienlandschaft, die ich gern auch finanziell &nbsp;unterst&uuml;tze. Die Recherchen von Jens Berger sind Goldst&uuml;cke aufkl&auml;rerischen journalistischer Arbeit.<\/p><p>Ich w&uuml;nsche mir eine weitere Vernetzung der aufkl&auml;rerischer Medien, beispielsweise mit Rubikon und sei es durch einfache Verlinkung der Beitr&auml;ge. Es erfordert viel Zeit, die man nur als Rentner hat, alles relevante an Informationen &bdquo;abzugrasen&ldquo; und die &bdquo;Hinweise des Tages&ldquo; sind einfach begrenzt.<\/p><p>Wir d&uuml;rfen uns nicht entmutigen lassen! Ich erkenne punktuell immer wieder dass die Weitergabe von Informationen und Links im Bekanntenkreis doch nicht wirkungslos bleiben und man hin und wieder doch &uuml;berraschend auch dazu angesprochen wird!<\/p><p>Macht unbedingt weiter!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nUlrich Leonhardt<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Ihr Artikel hat mich heute veranlasst meinen ersten Leserbrief zu schreiben. <\/p><p>Ich teile in allen Punkten Ihre Meinung. Leider ist Geschichte heute in unserer Gesellschaft und in den Schulen kein Thema mehr. Allerdings zum dritten Mal&nbsp; schlafen die Menschen bzw. setzen sich wie Kinder in den Sandkasten, mit den H&auml;nden vor dem Gesicht und meinen so ginge alles an ihnen vor&uuml;ber. Das wird es aber leider nicht tun. <\/p><p>In meinem Umfeld habe ich schon oft auf die NachDenkSeiten hingewiesen. Es ist m&uuml;hsam. Trotzdem werde ich nicht aufgeben. Man hat eben lieber Freizeit und Spa&szlig;. <\/p><p>Es hat , das muss ich zugeben auch bei mir eine Weile gedauert bis mir klar wurde, dass wir seit &uuml;ber 100 Jahren belogen werden. Zu meiner Schulzeit (Jahrgang 1951) hat man uns nat&uuml;rlich auch nur die M&auml;hr vom guten Westen und dem b&ouml;sen Osten erz&auml;hlt. <\/p><p>Einigen &auml;lteren Menschen, die den zweiten Weltkrieg erlebt haben, habe ich auch die Frage gestellt wie das alles passieren konnte mit den Nazis und der ganzen Propaganda. Ich bekam immer nur die Antwort: da haben wir nichts von gewusst. Ausser meine verstorbene Mutter die hat mir immer wieder Dinge erz&auml;hlt wie es damals wirklich war. Leider habe ich mich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht daf&uuml;r interessiert, jetzt kann ich sie nicht mehr fragen. <\/p><p>Mit dem Jugoslawien Krieg habe ich mich&nbsp; aus famili&auml;ren Gr&uuml;nden etwas mehr befasst. Das schlimmste war die deutsche Beteiligung!!!! <\/p><p>Schliessen m&ouml;chte ich mit zwei Zitaten von Kurt Tucholsky: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>sowie    <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, f&uuml;r viel gef&auml;hrlicher als derjenige, der den Schmutz macht&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Machen Sie und Ihr Team einfach weiter so. Die NachDenkSeiten sind meine wichtigste Informationsquelle. <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nGerda Keuter <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr M&uuml;ller,<\/p><p>wie so oft, gehe ich mit dem Inhalt Ihres Artikels fast v&ouml;llig konform und bedanke mich ausdr&uuml;cklich f&uuml;r Ihr Engagement und das Ihrer Mitarbeiter, das einem wichtigen alternativen Medium eine Stimme gibt. Ich bin aber nicht ganz Ihrer Meinung, was die &bdquo;Mehrheitsmeinung&ldquo; der Deutschen zum Thema westliche Kriegstreiberei und Umfeld angeht. Sicher gibt es sehr verschiedene Betrachtungsweisen der weltpolitischen Geschehnisse der letzten drei Jahrzehnte, was zum Beispiel die Rolle Russlands angeht. Ich bin selbst ein energischer &bdquo;Russlandversteher&ldquo; (eigentlich ein doofes Wort), andere sicher nicht. Aber ich glaube, einer Mehrheit in Deutschland und Europa geht das Kriegsgeschrei des Westens nicht nur massiv auf die Nerven (und demaskiert dabei den Westen und unsere sogenannte Demokratie quasi beil&auml;ufig), sondern die Entwicklungen machen auch einfach Angst. Und die Mehrheit schweigt ja nicht, weil sie die Bedrohung nicht sieht, sondern, weil die Lauten, die Medien, fast komplett in der Hand von Propagandisten sind. Da kommt man ja nicht ran, da funktioniert im besten Falle ein Leserbrief (in meiner Mitteldeutschen Zeitung zur Zeit durchaus mit beeindruckender &bdquo;Volksmeinung&ldquo;).<\/p><p>Langer Rede kurzer Sinn: was kann man also machen? Eine Petition schreiben und Millionen Unterschriften sammeln? Damit unsere v&ouml;llig durchgedrehten Politiker zumindest sehen, dass wir nicht ihrer Meinung sind? Eine gro&szlig;e Demo organisieren? Bei aller Verneigung vor dem Bem&uuml;hen der Nachdenkseiten, sie sind nun mal ein Medium, das nur Minderheiten erreicht. Was k&ouml;nnen wir zusammen tun gegen diesen Wahnsinn vor unseren Augen? Ich glaube, wir sind ganz viele. Aber wie finden wir uns?<\/p><p>Es gab Zeiten, da gr&uuml;&szlig;te man im Osten mit dem Wunsch &bdquo;atomfreies Wochenende&ldquo;. Zur Zeit gar nicht so weit hergeholt, oder?<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRalf Weber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,<br>\n&nbsp;<br>\nja, und insbesondere muss man sich fragen, was mit unseren Kirchen los ist. Wann juckt die denn mal irgendetwas? Da scheint mir die Allianz mit der Politik un&uuml;bersehbar zu sein. Wo war denn die Kritik der deutschen Kirchen an unserer zerst&ouml;rerischen Griechenlandpolitik? Wo ist die Kritik an unserem aggressiven Verhalten gegen&uuml;ber Russland? Nein, da wird lieber ein amerikanischer Pr&auml;sident zum Kirchentag eingeladen. Auf der anderen Seite sind die Einnahmen der Kirche ja gesichert &hellip;<\/p><p>Das Signal, das in unserem Land ausgesendet wird, ist verheerend, und lautet: Klappe halten, mitlaufen und Belohnung einstreichen. Das sehe ich auch dadurch best&auml;tigt, dass man Betriebsr&auml;te und Whistleblower als Gegner ausgemacht hat.<br>\n&nbsp;<br>\nRoland Kuntz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>die von ihnen mit ihren Eltern er&ouml;rterten Fragen,  habe ich (Kriegsenkel) in den 80er Jahren oft mit meiner Gro&szlig;mutter (Jahrgang 1904, Fl&uuml;chtling) er&ouml;rtert. Damals habe ich im Gespr&auml;ch eine strukturelle Wiederholung des Geschehens im und um das 3. Reich stets ausgeschlossen. Eingebrannt hat sich mir ihr Satz: <\/p><p>&bdquo;Du wirst sehen, auch ihr werdet Fehler machen.&ldquo;<\/p><p>Jetzt ahne ich, was sie meinte und dass sie wom&ouml;glich recht hat, und ich m&uuml;sste mich bei ihr entschuldigen f&uuml;r meinen resoluten Standpunkt damals. Oder spinne ich, wie einige in meinem Umfeld bef&uuml;rchten? Ich hoffe es!<\/p><p>Sie und ihr Team machen bitte weiter!<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nJ. Bliefert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>besonders interessant in der &ldquo;westlichen&rdquo; Argumentationskette finde ich stets den Riesensprung von moralischer Argumentationsweise hin zur machiavellistischen.<\/p><p>Eine interessante Frage w&auml;re: Wie funktioniert das Gehirn des Menschen, wenn es darum geht, um jeden Preis recht zu behalten.<\/p><p>Moralisch wird argumentiert, wenn es um die D&auml;monisierung des Gegners geht. Der Gegner begeht b&ouml;se Handlungen, ergo m&uuml;ssen wir ihn ausschalten.<\/p><p>Wenn dann aber die Faktenlage so erdr&uuml;ckend ist, dass man erkennen muss, selbst ordentlich Dreck am Stecken zu haben, w&auml;re nach der moralischen Argumentationsweise eine Selbstbestrafung konsequent.<\/p><p>Wir begehen Verbrechen, also m&uuml;ssen wir bestraft werden.<\/p><p>Statt diesen konsequenten Schritt zu vollziehen, kommt der Riesensprung in der Argumentationsweise. Dann hei&szlig;t es pl&ouml;tzlich: Nein! In der echten Welt geht es nicht um Moral. Vorher kommt das Fressen und nat&uuml;rlich haben wir Hunger wie jeder andere auch. Die Welt ist kein Ponyhof. Wer Fleisch essen will, muss es sich erlegen. Auch der Gegner will das Fleisch. Warum sollen wir nicht dasselbe Anrecht auf das Fleisch haben und es uns mit denselben Methoden schnappen? Das ist die Natur des Menschen, punkt!<\/p><p>Und hier an diesem Punkt m&uuml;sste konsequenterweise der Schluss folgen: Wir und der Gegner stehen moralisch auf einer Stufe, denn wir handeln beide nur nach Interessen. <\/p><p>Aber dies passiert nicht. Jetzt wird n&auml;mlich wieder moralisch argumentiert, n&auml;mlich: Gut, wir wenden vergleichbar ruchlose Methoden an, aber wenn wir uns das Fleisch geholt haben anstelle des Gegners, bereiten wir es uns viel zivilisierter zu als er, wenn wir es verzehren. Au&szlig;erdem sind wir prinzipiell zu einer moralischen Seinsweise f&auml;hig, der Gegner nicht. Wenn wir das Fleisch erst einmal haben und der Gegner ausgeschaltet ist, sind wir wieder lieb. Und der Gegner ist dann sowieso ausgeschaltet, so dass er uns nicht mehr zur Aus&uuml;bung von Verbrechen provozieren kann. <\/p><p>Im Grunde lautet dann das Fazit: Wenn wir Verbrechen begehen, dann nur, weil der Gegner uns mit seiner B&ouml;sartigkeit dazu gezwungen hat, damit wir anschlie&szlig;end wieder moralisch sein k&ouml;nnen.<\/p><p>Die Propaganda wird dann entsprechend angepasst. Sie wechselt dann situativ zwischen moralischem Kampf und Verteilungskampf. Aber das &uuml;bergeordnete Narrativ w&auml;re das moralische. Durchaus eine betr&auml;chtliche Verstandesleistung. Es gibt den sogenannten Rashomon-Effekt nach dem gleichnamigen Film von Akira Kurosawa. Egal, wie &uuml;bel die Geschehnisse sind und selbst wenn man einen Mord gestehen muss, innerhalb des herrschenden Wertesystems spinnt jede der Figuren ihre Geschichte so, dass sie unterm Strich moralisch am besten davonkommt. Neuropsychologisch sind diese Mechanismen wohl tief im menschlichen Gehirn verankert und werden auch im Alltag des Durchschnittsb&uuml;rgers unbewusst aktiviert. Tja &hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nSakura Ilgert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43454\">Wir werden von L&uuml;gnern und Kriminellen gesteuert und das B&uuml;rgertum juckt das mehrheitlich nicht. Genauso wenig wie damals die Machtergreifung der Nazis und ihre Kriegsvorbereitung.<\/a> rief einiges an teilweise sehr emotionaler Resonanz hervor. 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