{"id":43655,"date":"2018-04-24T08:05:57","date_gmt":"2018-04-24T06:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43655"},"modified":"2026-01-27T11:29:23","modified_gmt":"2026-01-27T10:29:23","slug":"antje-vollmer-wer-sich-fuer-maessigung-im-umgang-mit-russland-einsetzt-muss-sich-warm-anziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43655","title":{"rendered":"Antje Vollmer: \u201eWer sich f\u00fcr M\u00e4\u00dfigung im Umgang mit Russland einsetzt, muss sich warm anziehen\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180424_vollmer.jpg\" alt=\"Antje Vollmer\" title=\"Antje Vollmer\"><\/div><p>&bdquo;Wir sehen eine st&auml;ndige Aufr&uuml;stung &ndash; milit&auml;risch und mit Worten&ldquo;, sagt Antje Vollmer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43406\">im Interview mit den NachDenkSeiten<\/a>. Die ehemalige Vizepr&auml;sidentin des Deutschen Bundestages warnt eindringlich vor einer weiteren <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43589\">Zuspitzung des Konflikts<\/a> mit Russland und kritisiert mit deutlichen Worten Politik, Medien, aber auch ihre eigene Partei. Wer sich als Pazifistin und Bef&uuml;rworterin einer Entspannungspolitik innerhalb der Gr&uuml;nen-Partei stark mache, komme einem &bdquo;Alien von einem fernen Stern&ldquo; gleich. Ein Interview von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> &uuml;ber die Entspannungspolitik der alten Bundesrepublik und die Neuausrichtung der deutschen Au&szlig;enpolitik durch die &bdquo;Nachwende-Eliten&ldquo;.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_598\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-43655-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=43655-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180424_Interview_mit_Antje_Vollmer_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer mit Antje Vollmer redet, merkt schnell: Der Gr&uuml;nen-Politikerin geht es nicht um falschen Alarmismus. Vollmer ist eine erfahrene Politikerin. Sie war von 1994 bis 2005 Vizepr&auml;sidentin des Deutschen Bundestages und sa&szlig; immer wieder als Abgeordnete der Gr&uuml;nen im Parlament. Doch was die promovierte Theologin seit einigen Jahren beobachtet, bereitet ihr gro&szlig;e Sorgen. Die St&uuml;tzpfeiler der Entspannungspolitik, die von Politikern der alten Bundesrepublik verankert wurden, um einen Krieg mit Russland zu vermeiden, wurden <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43503\">eingerissen<\/a> &ndash; von den Nachwende-Eliten. Vollmer ist es ein Anliegen, dass endlich eine offene Diskussion &uuml;ber den Wert der Entspannungspolitik, wie sie unter anderem Willy Brandt gepr&auml;gt hat, und die Konsequenzen einer neuen deutschen Au&szlig;enpolitik, die auf einen harten Kurs setzt, gef&uuml;hrt wird.<\/p><p>Dem folgenden Interview sind zwei Aufrufe vorangegangen, an denen sich Vollmer und andere bekannte Pers&ouml;nlichkeiten des Landes beteiligt haben. Im Dezember 2014 initiierte unter anderem Vollmer <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2014-12\/aufruf-russland-dialog\">einen Aufruf<\/a>, den mehr als &bdquo;60 Pers&ouml;nlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien&ldquo; unterzeichneten. Tenor: &bdquo;Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!&ldquo; Der Aufruf verhallte.<\/p><p>Dann, am 12. April dieses Jahres, <a href=\"http:\/\/www.antje-vollmer.de\/russlandpolitik.htm\">richtet sich Vollmer<\/a> wieder an die &Ouml;ffentlichkeit. Zusammen mit G&uuml;nter Verheugen (SPD), Edmund Stoiber (CSU), Horst Teltschik (CDU) und Helmut Sch&auml;fer (FDP) warnen die Politiker partei&uuml;bergreifend eindringlich vor der Gefahr &bdquo;eines dritten und letzten Weltkrieges&ldquo;. Doch den Appell, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung ver&ouml;ffentlichte, <a href=\"https:\/\/uebermedien.de\/26991\/selten-so-eine-mediale-einheitsfront-gesehen-wie-in-bezug-auf-russland\/\">griffen Medien nicht weiter auf<\/a>.<\/p><p><strong>Stehen wir vor einem Dritten Weltkrieg, Frau Vollmer?<\/strong><\/p><p>Wir stehen vor einer extrem zugespitzten Situation zwischen dem Westen und Russland. In dieser Situation k&ouml;nnen kleinere Ereignisse oder Fehlinterpretationen von Ereignissen zu einer weiteren Eskalation f&uuml;hren, die dann &ndash; und das ist die gro&szlig;e Gefahr &ndash; keiner mehr kontrollieren kann. Ich bin der Ansicht, dass eine falsche Bedrohungsanalyse genauso gef&auml;hrlich sein kann wie eine echte Bedrohung.<\/p><p><strong>Wie zeigt sich diese zugespitzte Situation?<\/strong><\/p><p>Wir sehen auf beiden Seiten, dass es zu einem Aufbau von Feindbildern kommt. Es gibt eine oft hysterische Mobilisierung in den Medien. Real wird eine st&auml;ndige Aufr&uuml;stung geplant und durchgezogen &ndash; milit&auml;risch und mit Worten. Bei diesem Gemisch ist es so, dass auch kleinere Anl&auml;sse oder Konfrontationen nicht mehr kalkulierbar verlaufen k&ouml;nnen &ndash; zumal die meisten fr&uuml;heren Gespr&auml;chsforen nicht mehr aktiv sind.<\/p><p><strong>Sie sind eine erfahrene Politikerin. Wie erkl&auml;ren Sie sich, dass wir es &uuml;berhaupt mit einer derart zugespitzten Situation zu tun haben? Hier muss es doch im Vorfeld fatale Weichenstellungen gegeben haben. Der Konflikt mit Russland ist nicht &uuml;ber Nacht entstanden.<\/strong><\/p><p>Meine These ist, dass es um die Jahrtausendwende, sp&auml;testens aber im Jahr 2005, eine grunds&auml;tzliche Ver&auml;nderung der deutschen Au&szlig;enpolitik gegeben hat.<\/p><p><strong>Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p><p>Aus den Ereignissen der Revolutionen von 1989 und dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden die falschen Schl&uuml;sse gezogen. Der Westen f&uuml;hlte sich als Sieger der Geschichte und tr&auml;umte von weiteren Regime Changes weltweit. Die Verdienste der Entspannungspolitik wurden geleugnet. Der erhebliche Beitrag der Sowjetunion zu dem Wunder, dass diese Ver&auml;nderungen in Europa weitgehend gewaltfrei verliefen, wurde allm&auml;hlich vergessen.<\/p><p><strong>Sie haben sich nun bereits zum zweiten Mal mit bekannten Pers&ouml;nlichkeiten in einem Aufruf in Sachen Russland an die &Ouml;ffentlichkeit gewandt.<\/strong><\/p><p>Ja, es gab bereits 2014 <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2014-12\/aufruf-russland-dialog\">einen Aufruf<\/a> aus Anlass der Ukraine-Krise. Damals haben <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24196\">&uuml;ber 60 prominente Pers&ouml;nlichkeiten unterschrieben<\/a>. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine solche Liste gegeben hat: Ein ehemaliger Bundespr&auml;sident, ein ehemaliger Bundeskanzler, diverse Ministerpr&auml;sidenten, Bundesminister &ndash; alle aus den unterschiedlichsten Parteien &ndash; aber auch bekannte Personen aus Kunst, Kultur, Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften, Agrarorganisationen. Damals haben wir eindringlich davor gewarnt, die Kriegsgefahr in Europa nur als Ph&auml;nomen aus der Vergangenheit zu betrachten.<\/p><p><strong>Wie war die Reaktion?<\/strong><\/p><p>Viele haben &uuml;ber unseren Aufruf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24215\">m&uuml;de gel&auml;chelt<\/a> &ndash; die Medien erfanden das Etikett der Russland-Versteher. ARD und ZDF haben gar nicht berichtet. Die S&uuml;ddeutsche Zeitung hat &ndash; wie heute &uuml;brigens auch &ndash; gleich abgelehnt, den Aufruf abzudrucken oder auch nur als Nachrichtenfaktum zur Kenntnis zu nehmen. Sie war zwar als erste informiert, hat die eigentliche Pointe aber offenbar nicht begriffen.<\/p><p><strong>Dieser Aufruf hatte also aus Ihrer Sicht neben seiner eigentlichen Botschaft auch noch eine andere, ziemlich weiterreichende Bedeutung? Worum ging es?<\/strong><\/p><p>Es war eine kollektive &ouml;ffentliche Warnung von Vertretern der alten Bundesrepublik und ihrer Zivilgesellschaft davor, die Grundkoordinaten der deutschen Au&szlig;enpolitik, die einmal partei&uuml;bergreifend von Willy Brandt bis zu Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher Geltung gehabt hatten, leichtfertig zu ver&auml;ndern. Wir sahen, dass die Grundpfeiler dieser alten Au&szlig;enpolitik St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck eingerissen wurden, die einmal darauf ausgelegt war, eine stabile Sicherheitsarchitektur in der Mitte Europas anzustreben und m&ouml;gliche Konflikte zwischen Ost und West zu deeskalieren.<\/p><p>Dieser Aufruf von damals war also ein Aufstand der alten Bundesrepublik gegen die Elite der Nachwendezeit und ihre neue Agenda in der Au&szlig;enpolitik &ndash; eine Au&szlig;enpolitik, die sich zwar &bdquo;menschenrechtsgest&uuml;tzt&ldquo; nennt und hohe Werte propagiert, aber mit ziemlich aggressiven Methoden daherkommt: mit Sanktionen, Regime-Change-Versuchen, doppelten Standards in der Frage von V&ouml;lkerrechtsverletzungen etc. Wir erhofften uns also eine offene Debatte &uuml;ber die Frage, ob und warum sich die Grundkoordinaten der deutschen Au&szlig;enpolitik ge&auml;ndert haben und ob das gut ist f&uuml;r das Land.<\/p><p><strong>Eine Diskussion, die noch immer aussteht?<\/strong><\/p><p>Absolut. Wir m&uuml;ssen uns die Frage stellen: Was hei&szlig;t es f&uuml;r Deutschland, aber auch f&uuml;r die Europ&auml;ische Union, was hei&szlig;t es f&uuml;r unsere europ&auml;ische Zukunft, wenn die Nachwende-Eliten weiter jene neue Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik verfolgen, die wir gerade beobachten k&ouml;nnen? Nach mehr als zwanzig Jahren muss die Frage nach dem Nutzen und den Ergebnissen dieser Politik erlaubt sein. Welche Erfolge hat diese neokonservative Politik eigentlich aufzuweisen?<\/p><p><strong>Wenn man sich anschaut, wie diese Politik durchgesetzt wird, muss man zu dem Ergebnis kommen, dass die, wie Sie sie nennen, &bdquo;Nachwende-Eliten&ldquo; ziemlich gut positioniert sind.<\/strong><\/p><p>Das sind sie. Sie haben die Meinungsf&uuml;hrerschaft in der Politik, in den Medien, aber auch in fast allen Thinktanks.<\/p><p><strong>Die offene Diskussion in den Medien scheinen sie aber zu scheuen.<\/strong><\/p><p>Sie werden ja auch selten in Frage gestellt. Da ist es leicht, sich der Debatte zu verweigern. Sie stehen fast nie vor der Notwendigkeit, Rechenschaft dar&uuml;ber abzulegen, was ihr Politikkonzept in der real existierenden Welt an Erfolgen und Misserfolgen aufzuweisen hat.<\/p><p><strong>Wie war das denn jetzt bei dem zweiten Versuch? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?<\/strong><\/p><p>Wir haben nat&uuml;rlich aus den ersten Erfahrungen gelernt. Wir wussten im Vorfeld, dass es kein Interesse der Medien gibt, die Grundsatzdebatte zu f&uuml;hren. Daher haben wir gedacht, wenn wir es schon nicht schaffen, &uuml;ber einen Aufruf die Diskussion entstehen zu lassen, dann k&ouml;nnten wir versuchen, einen Artikel zu ver&ouml;ffentlichen. Schlie&szlig;lich haben die gro&szlig;en Printmedien alle eine Rubrik f&uuml;r &bdquo;fremde Federn&ldquo;, also die M&ouml;glichkeit, auch Gastautoren zu Wort kommen zu lassen. Dar&uuml;ber wollten wir in der aufgeheizten Atmosph&auml;re der Skripal-Aff&auml;re wenigstens die neue Bundesregierung erreichen.<\/p><p><strong>Sie haben es wieder bei der S&uuml;ddeutschen Zeitung versucht. Beim Leiter des Ressorts Au&szlig;enpolitik, also bei Stefan Kornelius.<\/strong><\/p><p>Das haben wir. Aber die Antwort war f&uuml;r uns, sagen wir: befremdlich.<\/p><p><strong>Was wurde gesagt?<\/strong><\/p><p>Die Ver&ouml;ffentlichung des Artikels wurde abgelehnt, weil wir f&uuml;nf Autoren waren. Das sei zu viel.<\/p><p><strong>Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/konflikt-mit-russland-dialog-statt-eskalation-15537381.html\">den Artikel<\/a> (hinter einer Bezahlschranke) dann aber einige Tage sp&auml;ter doch abgedruckt. Gerade mit Herrn Teltschik, dem fr&uuml;heren Leiter der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz, hatten Sie jemanden dabei, der exzellent vernetzt ist. Eigentlich k&ouml;nnte man doch erwarten, dass es, wenn f&uuml;nf Pers&ouml;nlichkeiten wie Stoiber (CSU), Verheugen (SPD), Teltschik (CDU), Sch&auml;fer (FDP) und Sie (Gr&uuml;ne) die T&uuml;r zu der Diskussion aufsto&szlig;en m&ouml;chten, es auch funktionieren sollte. Wie erkl&auml;ren Sie sich, dass es Ihnen einfach nicht gelingt, trotz ihrer beiden Vorst&ouml;&szlig;e in die &Ouml;ffentlichkeit, die Debatte zum Laufen zu bringen?<\/strong><\/p><p>Ich beobachte einen starken monokulturellen Einheitsdruck aufseiten der politisch Verantwortlichen, insbesondere in Deutschland. Angela Merkel ist &uuml;brigens eine Meisterin, wenn es darum geht, eine Einheitsfront zu bilden. Das versteht sie als ihre Aufgabe in der EU, wo sie dann die Rolle der Riegenf&uuml;hrerin &uuml;bernimmt. Sie hat geradezu ein Gen im Bilden von &uuml;bergro&szlig;en Koalitionen. Dahinter steckt viel Angst, dass alle sich einordnen m&uuml;ssen, weil sonst der ganze Laden auseinanderfliegt.<\/p><p>Es gibt also einen enormen Binnendruck, der Dissens sehr schwer macht. Und immer gibt es zur Abschreckung einen B&ouml;sewicht, der au&szlig;en stehen muss: mal Putin oder Orban, mal Tsipras oder Puigdemont. Das geh&ouml;rt zur Machtmethode: innerer Anpassungsdruck bei drohender Ausgrenzung. Bei diesem Vorhaben, die Einheit Europas mit Druck herzustellen, gibt es eine starke mediale Unterst&uuml;tzung. Ich beobachte in der Berichterstattung zum Beispiel eine extreme Feindbildprojektion auf Putin und Russland, die irrationale Z&uuml;ge tr&auml;gt und weit &uuml;ber die notwendige und berechtigte Kritik hinausgeht.<\/p><p><strong>Woher kommt diese Berichterstattung?<\/strong><\/p><p>Auf jeden Fall hat sie sehr viel mit Unkenntnis zu tun. Man interessiert sich kaum ernsthaft f&uuml;r Russland. In manchen Medien scheint das Bild vorzuherrschen, das heutige Russland sei die gradlinige Fortsetzung der Sowjetunion, ja geradezu die Fortsetzung des Stalinismus. Stereotype Denkmuster und Vorurteile werden nicht mehr &uuml;berpr&uuml;ft. Es gibt keinerlei offene Neugier auf das heutige real existierende Russland. Es reicht, wenn man Memorial, Pussy Riot und den Oligarchen Chodorkowski kennt.<\/p><p>Dass es im Kreml immer eine Fraktion gab, die stark nach Westen orientiert war, spielt in dieser Berichterstattung keine Rolle. Erschreckend ist, dass dieses fehlende Wissen &uuml;ber Russland nicht nur in den Medien zu finden ist. Wirkliche Russland-Experten im Ausw&auml;rtigen Amt sind im Vergleich zu fr&uuml;heren Jahren auch sehr selten geworden.<\/p><p><strong>Sarkastisch angemerkt k&ouml;nnte man sagen: Ein Journalismus und eine Politik, die ein wirkliches Erkenntnisinteresse an Land und Menschen haben und bereit sind, Russland aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen, w&auml;ren beim Aufbau des Feindbildes eher hinderlich.<\/strong><\/p><p>Das kann durchaus so sein. Wissen macht das Leben immer schwieriger. Dennoch: Es gibt einen gro&szlig;en Unterschied darin, wie die Menschen hier im Land das Verh&auml;ltnis zu Russland wahrnehmen und sich w&uuml;nschen und wie es die Eliten von Politik und Medien einsch&auml;tzen.<\/p><p><strong>Was meinen Sie?<\/strong><\/p><p>Ein Beispiel: Vor kurzem gab es dieses Ungl&uuml;ck in Sibirien, einen Kaufhausbrand mit vielen Toten &ndash; insbesondere mit vielen toten Kindern. Die Berliner Bev&ouml;lkerung legte in gro&szlig;en Mengen Blumen und Teddyb&auml;ren vor der russischen Botschaft nieder und stellte Kerzen auf. Dieses Bild habe ich nirgendwo in der Berichterstattung gesehen. Als die Medien &uuml;ber das Ungl&uuml;ck berichteten, konzentrierten sie sich auf die Schlamperei, die wieder mal typische russische Desorganisation. Sie berichteten, dass Putin sich mit den Trauernden nur in einem exklusiven Rahmen treffe, sich nicht der &ouml;ffentlichen Kritik stelle. (&Uuml;berschrift FAZ: Sch&ouml;nreden, verschweigen, vertuschen).<\/p><p>Die gro&szlig;e Politik hat an diesem f&uuml;r die Russen sehr schmerzlichen Tag die russischen Diplomaten aus dem Land ausgewiesen &ndash; sie war vor allem mit der Strafe f&uuml;r die Skripal-Aff&auml;re besch&auml;ftigt und damit, dass alle L&auml;nder mitmachen mussten. Am Abend dieses Ungl&uuml;ckstages gab es in Berlin in der russischen Botschaft ein Gedenkkonzert. Nicht ein einziger aktiver Politiker aus dem Bundestag besuchte die Veranstaltung. Matthias Platzeck und ich waren dort. Sonst niemand.<\/p><p><strong>Waren Journalisten dort?<\/strong><\/p><p>Nein, ich habe niemanden gesehen, nicht am Zaun und nicht drinnen.<\/p><p><strong>Die Beispiele, die sie angesprochen haben, f&uuml;hren wieder zu der Frage, die wir vorhin kurz diskutiert haben, n&auml;mlich, wie es &uuml;berhaupt zu der zugespitzten Situation kommen konnte.<\/strong><\/p><p>Ich glaube, die Wurzeln liegen in der Euphorie der Nachwende-Zeit. Politiker und Journalisten verlie&szlig;en und verga&szlig;en ihr Kerngesch&auml;ft und ihre Profession und wurden selbst Aktivisten &ndash; zum Beispiel, als sie die Umwelts&uuml;nden bei der Olympiade in Sotchi anprangerten und fast zum Boykott der Spiele aufriefen oder als sie pers&ouml;nlich mitten auf dem Maidan standen und dachten: Es ist wieder so weit! Und diesmal sind wir live dabei!<\/p><p><strong>In einem <a href=\"http:\/\/www.antje-vollmer.de\/\">Interview<\/a> gegen&uuml;ber dem Hessischen Rundfunk haben Sie gesagt, dass die Berichterstattung zum Fall Skripal Z&uuml;ge einer vorbereitenden Kriegspropaganda tr&auml;gt. Das sind harte Worte.<\/strong><\/p><p>Wenn Journalisten selbst zu Aktivisten werden, haben sie durch die Ausstrahlung ihres Mediums eine zus&auml;tzliche Macht &uuml;ber die &ouml;ffentliche Stimmung. Karl Kraus hat das explizit erforscht in den &bdquo;Letzten Tagen der Menschheit&ldquo;, als er die vor 1914 langsam ansteigende Aggressivit&auml;t in den &ouml;ffentlichen Medien als Vorbereitung und Gew&ouml;hnung an kriegerische Auseinandersetzungen interpretierte.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen uns daher dringend die Frage stellen, wie wir wieder zu einem Qualit&auml;tsjournalismus kommen, dem es gelingt, sich auch mit der (vermeintlich!) guten Sache nicht gemein zu machen, sondern die Distanz zu wahren, ohne die kein Urteil m&ouml;glich ist. Wir brauchen wieder Journalisten, die in der Lage sind, ihre eigenen Emotionen zu hinterfragen und sich selbst in ihrer Aktivistenrolle zu bremsen.<\/p><p><strong>Wie sieht es denn mit den gro&szlig;en <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43539\">Polit-Talkshows<\/a> im Fernsehen aus? Was f&auml;llt Ihnen da auf?<\/strong><\/p><p>Sie sind ein Spiegelbild der Berichterstattung. Es finden sich kaum noch G&auml;ste, die versuchen, die russische Seite kenntnisreich zu erkl&auml;ren oder zu verstehen. Das Etikett &bdquo;Russland-Versteher&ldquo; ist l&auml;ngst ein Grund geworden, nicht hinzuh&ouml;ren. Die Leute, die diese Rolle &uuml;bernehmen, also bereit sind, &ouml;ffentlich Russland zu verstehen, k&ouml;nnen Sie an einer Hand abz&auml;hlen.<\/p><p>Au&szlig;erdem m&uuml;ssen sie f&uuml;r diese ungeliebte Rolle echte Dissidenten-Qualit&auml;ten haben. Sie stehen ziemlich allein in der Landschaft. Matthias Platzeck wird in der SPD alleingelassen, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42322\">Frau Krone-Schmalz<\/a> wird vom Journalismus diffamiert, General Harald Kujat hat wenig Unterst&uuml;tzung von den Milit&auml;rs. Die Konzernchefs f&uuml;rchten Sanktionen. Das hei&szlig;t, wer sich f&uuml;r M&auml;&szlig;igung im Umgang mit Russland einsetzt, wer gar Fehler auf der eigenen Seite, im eigenen Lager, offen anspricht, muss sich warm anziehen.<\/p><p><strong>In Ihrem Aufruf haben Sie geschrieben, dass die Erinnerungen an den Weltkrieg verblassen. Fehlt es Journalisten und Politikern mittlerweile an dem Verst&auml;ndnis, was ein gro&szlig;er Krieg f&uuml;r alle bedeuten w&uuml;rde?<\/strong><\/p><p>Kriegserfahrungen sind ja Traumata, die man niemandem als Vorzug anrechnen sollte. Aber es stimmt: Beide deutschen Nachkriegsrepubliken und damit auch die Politiker dieser Zeit waren in Ost und West von der Kriegserfahrung traumatisiert oder zumindest gepr&auml;gt.<\/p><p>Die Funktionstr&auml;ger der alten Bundesrepublik waren sich sehr bewusst, dass zwischen uns und Russland kein Ozean liegt. Deswegen haben sie immer auf eine Ausgleichspolitik zwischen dem Westen und dem potentiellen Gegner im Osten gesetzt. Wir waren also verwurzelt im Westen, hatten aber das Bewusstsein, dass gerade wir mit dem Osten eine Verst&auml;ndigung suchen mussten. Und dieses Bewusstsein war partei&uuml;bergreifend. Es l&auml;sst sich finden bei Egon Bahr und Willy Brandt wie bei Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl.<\/p><p><strong>Wie sehen Sie die Positionierung von Heiko Maas gegen&uuml;ber Russland?<\/strong><\/p><p>Maas z&auml;hlt sich definitiv zu den neuen Eliten der Bundesrepublik, die anders denken und handeln als ihre Vorg&auml;nger. Es ist besonders traurig zu sehen, dass ausgerechnet ein neuer SPD-Au&szlig;enminister das entspannungspolitische Konzept seiner eigenen Partei als &uuml;berholt betrachtet. Wenn ich die Stellungnahme von Maas und seinem Au&szlig;enamtsstaatsminister Michael Roth lese, dann sagen die Herren nichts anderes, als dass Entspannungspolitik nicht mehr in die heutige Zeit passt.<\/p><p>Maas hat das so formuliert, dass er nicht wegen der Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr, auch nicht wegen der Friedensbewegung in die Politik gegangen sei. Er hat vor Journalisten angek&uuml;ndigt, er w&uuml;rde gegen&uuml;ber Russland einen viel h&auml;rteren Kurs fahren als seine Vorg&auml;nger Steinmeier und Gabriel. Heiko Maas hat damit der gesamten Entspannungspolitik, deren Erfinder die Sozialdemokraten waren, eine klare Absage erteilt.<\/p><p><strong>Aber seine Neuausrichtung wird scheinbar von der SPD mitgetragen.<\/strong><\/p><p>Dar&uuml;ber staune ich. Ich frage mich schon die ganze Zeit, wann gibt es bei den Sozialdemokraten eine Rebellion gegen diesen Strategiewechsel und Bruch mit den besten eigenen Traditionen? Der neue Au&szlig;enminister sucht dabei gern die N&auml;he zur Bild-Zeitung und zu den &bdquo;Atlantikern&ldquo; in allen au&szlig;enpolitischen Redaktionen. Auch das ist neu: Fr&uuml;her kam die h&auml;rteste anti-kommunistische Propaganda immer von der Bild-Zeitung und der Springer-Presse. Heute finden sich Artikel gegen das nicht mehr kommunistische, aber autorit&auml;re Russland regelm&auml;&szlig;ig in der Zeit, dem Spiegel, der S&uuml;ddeutschen, der FAZ und selbst in der taz.<\/p><p><strong>Mit dieser Ausrichtung von Politik und Medien d&uuml;rfte sich f&uuml;r uns als Gesellschaft ein ziemliches Problem geben, wenn es um vielschichtige Analysen geht.<\/strong><\/p><p>Dieses Problem ist real. Was mir aber Hoffnung gibt, ist: Trotz dieser einheitlichen politisch-medialen Front positioniert sich die Bev&ouml;lkerung in Umfragen anders. 70 bis 90 Prozent der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sagen, dass sie eine Verst&auml;ndigung mit Russland w&uuml;nschen.<\/p><p><strong>Was zeigt uns das?<\/strong><\/p><p>Ich lese daraus: Die Entspannungspolitik ist in der Bev&ouml;lkerung sehr viel st&auml;rker verankert als bei den Politikern und Journalisten.<\/p><p><strong>Wie kann man diese verfahrene Situation aufbrechen?<\/strong><\/p><p>Ich appelliere dringend an die SPD, ihre Entspannungspolitik von fr&uuml;her zu verteidigen &ndash; auch gegen den heutigen Au&szlig;enminister und seinen Staatsminister. Journalisten, Medien, Zivilgesellschaft m&uuml;ssen in eigenem Interesse die Debatte &uuml;ber die ver&auml;nderten Koordinaten der neuen deutschen Au&szlig;enpolitik f&uuml;hren. Die Verantwortlichen dieser neuen Konzepte m&uuml;ssen gezwungen werden, zu belegen, wie die versprochenen positiven Resultate ihrer Politik denn aussehen. Was hat die Politik des Regime Change gebracht? Sind wir dem Frieden in Europa und der Welt n&auml;hergekommen? Ist die Einheit Europas heute gesicherter, ist seine demokratische Strahlkraft leuchtender als in den 90-er Jahren?<\/p><p><strong>Das ist ein Appell vor allem an Politik und Medien. Aber lassen Sie uns nochmal zu den B&uuml;rgern kommen. Wie k&ouml;nnen diese sich in der Situation verhalten? Was sollten Sie beachten, gerade auch im Hinblick auf die Schieflagen in der Berichterstattung?<\/strong><\/p><p>Ich stelle fest: Das Netz rebelliert. Im Internet finden sich auch die Zweifel, die eigentlich von Journalisten in den Medien vorgetragen werden sollten. Im Netz findet sich zum Beispiel Widerstand gegen eine propagandistische und einseitige Berichterstattung, wie wir sie im Fall Skripal viele Tage erlebten. Dieser Widerspruch im Netz ist schwer als Kampagne der Rechtspopulisten oder von russischen Hackern zu interpretieren, obwohl auch das versucht wird.<\/p><p>Was wirklich fehlt, ist die Kraft auf der Stra&szlig;e. Um ein Beispiel anzuf&uuml;hren: Als es die j&uuml;ngsten Angriffe der amerikanischen, britischen und franz&ouml;sischen Bomber auf Ziele in Syrien gab, hatten die Gr&uuml;nen ihren Kongress in Berlin zur neuen Standortbestimmung und zum Einl&auml;uten der &bdquo;vierten Phase&ldquo; ihrer Parteientwicklung. Fr&uuml;here Gr&uuml;ne h&auml;tte es sofort auf die Stra&szlig;e getrieben: Beendet das Bombardement! Beachtet das V&ouml;lkerrecht! Aber dieser Kongress tanzte und tagte weiter.<\/p><p><strong>Ist es so schlimm um die Gr&uuml;nen bestellt?<\/strong><\/p><p>Als Pazifistin und Bef&uuml;rworterin einer modernen Entspannungspolitik sind Sie innerhalb der Gr&uuml;nen heute ein Alien von einem fernen Stern. Dabei war der Gl&uuml;cksfall und das kostbare Wissen von 1989, dass Entspannungspolitik und B&uuml;rgerrechtsbewegung endlich zusammen wirksam waren. Das hat zum Erfolg und zu einer gewaltfreien Ver&auml;nderung der Welt gef&uuml;hrt. Ich kenne kein einziges positives Beispiel, dass Sanktionen, die neuerdings auch k&uuml;hn als &bdquo;gewaltfrei&ldquo; interpretiert werden, gewaltfreie Ergebnisse liefern. Sanktionen gehen immer auf Kosten der Bev&ouml;lkerung, ruinieren ganze Volkswirtschaften und f&uuml;hren politisch zu einer extremen Entfremdung zwischen den Staaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180424_vollmer.jpg\" alt=\"Antje Vollmer\" title=\"Antje Vollmer\"\/><\/div>\n<p>&bdquo;Wir sehen eine st&auml;ndige Aufr&uuml;stung &ndash; milit&auml;risch und mit Worten&ldquo;, sagt Antje Vollmer <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43406\">im Interview mit den NachDenkSeiten<\/a>. Die ehemalige Vizepr&auml;sidentin des Deutschen Bundestages warnt eindringlich vor einer weiteren <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43589\">Zuspitzung des Konflikts<\/a> mit Russland und kritisiert mit deutlichen Worten Politik,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43655\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,35,209,123,183],"tags":[398,282,329,2013,400,1544,295,2301,1360,1919,458,1418,259,2300,460,1338,2334,1019],"class_list":["post-43655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-interviews","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","tag-bahr-egon","tag-buergerproteste","tag-brandt-willy","tag-entspannungspolitik","tag-genscher-hans-dietrich","tag-kampagnenjournalismus","tag-kohl-helmut","tag-konfrontationspolitik","tag-kornelius-stefan","tag-lueckenpresse","tag-maas-heiko","tag-regime-change","tag-russland","tag-skripal-sergej","tag-sz","tag-transatlantiker","tag-vollmer-antje","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43655"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43655\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84475,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43655\/revisions\/84475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}