{"id":43875,"date":"2018-05-10T11:45:39","date_gmt":"2018-05-10T09:45:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43875"},"modified":"2018-12-30T14:31:17","modified_gmt":"2018-12-30T13:31:17","slug":"nicaragua-zwischen-substanzarmem-sandinismus-und-regime-change","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43875","title":{"rendered":"Nicaragua \u2013 Zwischen substanzarmem Sandinismus und Regime Change"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180510-Nicaragua-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Eine vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) empfohlene Rentenreform l&ouml;ste in den vergangenen Wochen im mittelamerikanischen Nicaragua Massenproteste aus, die w&auml;hrend der Zusammenst&ouml;&szlig;e zwischen gewaltt&auml;tigen Aktivisten und der Polizei 40 bis 60 Todesopfer forderten. Die von der Breite der Proteste &uuml;berraschte Regierung der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) unter Pr&auml;sident Daniel Ortega nahm Ende April den beabsichtigten Reformplan zur&uuml;ck, die Nationalversammlung berief eine Wahrheitskommission zur Untersuchung der &Uuml;bergriffe und des massenhaften Totschlags ein. Parallel dazu appellierte Ortega an die katholische Kirchenf&uuml;hrung im Lande, sie m&ouml;ge den Dialog zwischen Regierung und Protestbewegung leiten. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWie zu erwarten, beeilte sich die Mehrheit der westlichen Medien, &uuml;ber Ortega den bereits gegen&uuml;ber Venezuelas Nicol&aacute;s Maduro ausgeteilten politischen Fluch des &bdquo;Diktators&rdquo; zu verh&auml;ngen und im selben Atemzug das &bdquo;Ende des Sandinismus&rdquo; zu prophezeien. Bekanntlich sind Prophezeiungen Wunsch-Projektionen, die nicht einkalkulierte Hindernisse verkennen, weshalb US-Vizepr&auml;sident Mike Pence vorschlug, lieber radikal reinen Tisch zu machen und zwar mit einem Schlag Nicaragua, Kuba und Venezuela zu &bdquo;befreien&rdquo; (Libertar Cuba, Nicar&aacute;gua e Venezuela &eacute; prioridade para EUA, diz Pence &ndash; Jornal do Brasil, 02. Mai 2018).<\/p><p>Im Licht des internationalen Rechts und verbindlicher Demokratie-Klauseln im globalen Ma&szlig;stab muss die von Pence angesteuerte &bdquo;Befreiung&rdquo; als unverfrorene Frechheit bezeichnet werden, insbesondere im Gedenken an die einhundertj&auml;hrige Vorgeschichte der bilateralen Beziehungen mit Nicaragua. Zwischen 1854 und 1927 &uuml;berfielen die USA mindestens viermal milit&auml;risch das kleine zentralamerikanische Land, das sie als einziges in Lateinamerika aus der Luft bombardierten und nach dem Sieg der FSLN, Anfang der 1980-er, mit S&ouml;ldner-Terror zu destabilisieren versuchten, der im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iran-Contra-Aff%C3%A4re\">Iran-Contra-Skandal<\/a> der Regierung Ronald Reagans gipfelte.<\/p><p>Gleichwohl werden Hintergr&uuml;nde und Merkmale der j&uuml;ngsten Proteste in Nicaragua auf Seiten progressiver Autorinnen und Autoren unterschiedlich interpretiert. Zum einen ist gerade im Vergleich mit der politischen Umfunktionierung der 2013-er Proteste gegen Fahrpreiserh&ouml;hungen im brasilianischen S&atilde;o Paulo durch eingeschleuste Agenten rechtsradikaler Stiftungen und NGOs, auch in die Proteste gegen die Rentenreform in Nicaragua, die &ndash; wie in S&atilde;o Paulo &ndash; von linken Aktivisten begonnen wurden, sehr rasch die aufgesetzte Forderung nach einem <em>Regime Change<\/em> erkennbar.<\/p><p>Zum anderen werfen breitgestreute soziale Bewegungen wie &ldquo;Resistencia social de izquierda en defensa de la vida&rdquo; (Sozialer Widerstand der Linken zur Verteidigung des Lebens) und traditionelle Sandinisten Daniel Ortega mit unakzeptablen Konzessionen an eine neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie mit Machtbeharren die zunehmende Auszehrung des urspr&uuml;nglichen sandinistischen Reformprogramms vor. Attraktivstes Spiegelbild einer Tausendschar progressiver Str&ouml;mungen in Europa nach der kubanischen Revolution sei &bdquo;Nicaragua nicht l&auml;nger ein Symbol der Identifikation f&uuml;r die Linke&rdquo;, erkl&auml;rte Torge L&ouml;ding &ndash; Vertreter der Rosa-Luxemburg-Stiftung f&uuml;r Mexiko, Mittelamerika und die Karibik &ndash; bereits in einem Interview von Anfang 2017 ((&ldquo;Nicaragua ya no es un s&iacute;mbolo de identificaci&oacute;n para la izquierda&rdquo; &ndash; Deutsche Welle, 11.01.2017).<\/p><p>Es stimme zwar, dass es den Menschen unter dem Sandinismo besser gehe, doch der mehrmals amtierende und wiedergew&auml;hlte Pr&auml;sident betreibe &bdquo;Theater&rdquo;, erkl&auml;rte L&ouml;ding. Ortega verwende &bdquo;antiimperialistische Rhetorik, w&auml;hrend der private Sektor gleichzeitig 90 Prozent der Wirtschaft des Landes beherrsche. Der Pr&auml;sident bietet kein theoretisches Modell, keinen politisch-ideologischen Vorschlag an. Deshalb ist er f&uuml;r die Linke in der Region keine Identifikationsfigur&rdquo;.<\/p><p><strong>Augusto C&eacute;sar Sandinos &ldquo;Barfu&szlig;-Armee&rdquo; &ndash; ein R&uuml;ckblick<\/strong><\/p><p>Nachdem die Regierung Nicaraguas 1854 versucht hatte, dem vor Anker liegenden Schiff des US-Million&auml;rs Cornelius Vanderbilt Zollgeb&uuml;hren abzuverlangen, bombardierte und zerst&ouml;rte die US-Navy den nicaraguanischen Hafen San Juan del Norte. Im Anschluss an den ungeheuerlichen Angriff betrat der notorische US-<em>Outlaw<\/em> William Walker die nicaraguanische Szene.<\/p><p>Finanziert von den Bankern Morgan und Garrison, marschierte Walker 1855 in Nicaragua ein, ernannte sich selbst zum Pr&auml;sidenten, kommandierte die Invasion der Nachbarl&auml;nder El Salvador und Honduras und stellte in den Gebieten unter seiner Herrschaft die Sklaverei wieder her. Mit vereinzelten Rebellen-Gruppen riefen die emp&ouml;rten Nicaraguaner zum Widerstand gegen Walker auf, als die amerikanische Marine 1910 zum zweiten Mal in Nicaragua einmarschierte. Es war die Geburtsstunde der von Augusto C&eacute;sar Sandino unter Nicaraguas armer Bauernschaft gegr&uuml;ndeten &ldquo;Barfu&szlig;-Armee&rdquo;.<\/p><p>Mit zunehmendem und erfolgreichem Widerstand der <em>Sandinistas<\/em> marschierten Truppen der US-Navy 1912 ein drittes Mal in Nicaragua ein und begannen eine Okkupation, die mit gr&ouml;&szlig;erer und kleinerer Truppenst&auml;rke bis 1933 andauerte und 1926 in der Entsendung von 16 Kriegsschiffen und 5.000 Marineinfanteristen zur Sicherung der Macht&uuml;bernahme durch die Konservative Partei gipfelte. Die b&auml;uerliche Volksarme erhob sich nun gleicherma&szlig;en gegen die US-Invasoren und das Regime der Konservativen Partei.<\/p><p>Um 1927 wird Sandino zur Kapitulation aufgerufen, worauf er mit dem Schwur reagiert haben soll: &bdquo;Ich will die freie Heimat oder den Tod&rdquo;. Der Widerstand wurde fortgesetzt, worauf die USA wiederum mit dem ersten Luftangriff auf ein lateinamerikanisches Land reagierte, der mehr als 300 Nicaraguaner in den Tod bef&ouml;rderte.<\/p><p>Sechs Jahre sp&auml;ter &uuml;berlie&szlig;en die USA Nicaragua der politischen Kontrolle Anastasio Somoza Garc&iacute;as und seiner Nationalgarde. Im Jahr darauf, nachdem Augusto C&eacute;sar Sandino sich zum Waffenstillstand bereit erkl&auml;rt hatte, wird er 1934 mit der Komplizenschaft des US-Botschafters Arthur Bliss Lan von der Nationalgarde Somoza Garc&iacute;as ermordet, die &uuml;berdies unter den Sandinisten ein Blutbad anrichtet.<\/p><p>Mit wiederholtem Wahlschwindel amtierte Somoza Garc&iacute;a &uuml;ber zwanzig Jahre als korrupter Machthaber mit der Anh&auml;ufung eines beachtlichen Wirtschaftsimperiums, zu dem Teile der Handelsmarine, mehrere Textilfabriken, die Fluggesellschaft LANICA, der private G&uuml;terhafen Puerto Somoza an der Pazifikk&uuml;ste und millionenschwere Immobilien in den USA und Kanada geh&ouml;rten. Somoza Garc&iacute;a erwartete jedoch das Schicksal der Tyrannen, als er 1956 von dem Dichter Rigoberto L&oacute;pez P&eacute;rez erschossen wurde.<\/p><p>Sein Sohn, Anastasio Somoza Debayle, &uuml;bernahm die Macht, von der er erst 1979 von der wiedererwachten und in den 1970-er Jahren von internationalen Freiwilligen-Brigaden unterst&uuml;tzten FSLN gest&uuml;rzt und ein Jahr darauf im paraguayischem Exil von der argentinischen Guerilla ERP mit einer Panzerfaust und MG-Feuer als Vergeltungsanschlag f&uuml;r Jahrzehnte lange Repression umgebracht wurde.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180510-Nicaragua-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><strong>Der &bdquo;ausgelaugte&rdquo; Sandinismus<\/strong><\/p><p>Daniel Ortega geh&ouml;rt gewiss zu den Comandantes der zweiten Generation des Sandinismus. Doch &uuml;ber sein politisches Verhalten gibt es Kontroversen. W&auml;hrend des sandinistischen Aufstands von 1978 und 1979 gegen Somoza Debayle fl&uuml;chtete Ortega nach Costa Rica. Als Mitglied der Regierungs-Junta f&uuml;r den Nationalen Wiederaufbau (JGRN) kehrte er 1979 aus Costa Rica in die provisorische Hauptstadt Le&oacute;n zur&uuml;ck.<\/p><p>Mit 63 Prozent der Stimmen gewann Ortega die erste regul&auml;re Pr&auml;sidentschaftswahl nach dem Sturz des blutigen und korrupten Somoza-Regimes. Ortegas erste Amtszeit endete 1990, als die Sandinisten die Wahlen gegen den liberal-konservativen Block unter F&uuml;hrung Violeta Chamorros und ihr breites B&uuml;ndnis verloren, dessen ideologische Bandbreite von rechten &uuml;ber Mitte-Rechts- bis zu Parteien der Linken reichte. Mit den Pr&auml;sidentschaftswahlen von 2006 kehrte Ortega an die Macht zur&uuml;ck und &uuml;bt nach zwei Wiederwahlen (2011 und 2016) sein viertes Regierungsmandat aus, was in den Augen auch linker Kritiker zu viel vom Selben sei.<\/p><p>Ortega treffen unterschiedliche Vorw&uuml;rfe. Zum einen, dass er zwar Beachtliches f&uuml;r die Bek&auml;mpfung der Armut getan, doch gleichzeitig anderthalb Augen vor den Umtrieben der Privatwirtschaft zugedr&uuml;ckt habe. Das gerade 6 Millionen Einwohner z&auml;hlende Nicaragua gilt mit Honduras seit jeher zu den Armenh&auml;usern Zentralamerikas. Nach offiziellen Angaben sei die allgemeine Armut zwischen 2009 und 2014 von 42,5 Prozent auf 29,6 Prozent um 12,9 Punkte gesunken. Zwei Jahre sp&auml;ter soll 2016 der Abbau der allgemeinen Armut auf 24,9 Prozent und die extreme Armut auf 6,9 Prozent gelungen sein; insbesondere mit einer 10-prozentigen Reduktion der l&auml;ndlichen Armut.<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich geh&ouml;ren nach der Beseitigung des Analphabetismus die F&ouml;rderung des sozialen Wohnungsbaus, des &ouml;ffentlichen Bildungssystems sowie das von der brasilianischen Regierung Lula &uuml;bernommene, ern&auml;hrungspolitische Programm &ldquo;Null Hunger&rdquo; zu den lobenswerten Errungenschaften des Sandinismus. Jedoch die Linke Lateinamerikas verweist auf Kompromisse und Gesch&auml;fte der Regierung, die mit dem Geist des Sandinismus kaum noch zu vereinbaren w&auml;ren.<\/p><p><strong>&bdquo;Inkubation eines gewissen nicaraguanischen Kapitalismus&rdquo;<\/strong><\/p><div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180510-Nicaragua-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>&bdquo;Was wir meiner Meinung nach sehen, ist der Ausbruch einer w&auml;hrend einem Jahrzehnt angesammelten, sehr tiefen sozialen Unzufriedenheit, die eine ganze Reihe von Widerspr&uuml;chen zwischen der Regierung und den Menschen zur Grundlage hat und als Inkubation eines gewissen nicaraguanischen Kapitalismus verstanden werden kann&rdquo;, kommentierte der honduranische Sozialforscher, Politiker und h&auml;ufige Gastautor der venezolanischen Zeitschrift <em>Aporrea<\/em>, Tom&aacute;s Andino Mencia (Que pasa en Nicaragua. Explicaci&oacute;n desde un enfoque critico de izquierda &ndash; KaosenlaRed. 25. april 2018).<\/p><p>Mencia wirft Pr&auml;sident Daniel Ortega und seiner Ehefrau Rosario Murillo unpopul&auml;re Entscheidungen und autorit&auml;res Auftreten vor und nennt erstaunliche, jedoch von Medien und selbst der kritischen &Ouml;ffentlichkeit bisher nicht wahrgenommene Hintergr&uuml;nde der Proteste in Nicaragua. Zu den Gr&uuml;nden des zunehmenden Verdrusses geh&ouml;re die Baugenehmigung f&uuml;r den mit dem Panama-Kanal konkurrierenden interozeanischen Kanal Nicaraguas durch ein chinesisches Unternehmen. Das 50 Milliarden Dollar schwere Projekt st&ouml;&szlig;t auf breite Unzufriedenheit, weil sich zahlreiche l&auml;ndliche Gemeinden von Zerst&ouml;rung und Vertreibung bedroht f&uuml;hlen und die f&uuml;r die Dauer von 100 Jahren abgetretene Souver&auml;nit&auml;t an das chinesische Unternehmen als Zumutung gewertet wird.<\/p><p>Ferner f&uuml;hlen sich gro&szlig;e Teile der Nicaraguaner von der Expansion des von der Regierung gef&ouml;rderten Bergbaus bedroht, dessen Ausbeutefl&auml;che in den j&uuml;ngsten Jahren um 10 Prozent zugenommen und Konflikte in l&auml;ndlichen Gebieten gesch&uuml;rt hat, die mit Gewalt unterdr&uuml;ckt worden seien. Dazu kommt der Druck industrieller Monokulturen wie die &Ouml;lpalmen-Verarbeitung und der Zuckeranbau sowie die starke Zunahme der Viehzucht, die in erneuter Vertreibung von Kleinbauern und dem gef&auml;hrlichen R&uuml;ckgang der Subsistenzwirtschaft gipfeln.<\/p><p>F&uuml;r gro&szlig;es Unbehagen sorge au&szlig;erdem die weitverbreitete Korruption von Beamten, die &uuml;ber Nacht zu Million&auml;ren mutierten, so zum Beispiel die Gro&szlig;unternehmer Arnoldo Aleman und Orlando Castillo Guerrero; Letztgenannter ein Flughafenmanager, der f&uuml;r Unterschlagungen in Millionenh&ouml;he verantwortlich gemacht wird, jedoch straffrei seine Gesch&auml;fte fortsetzt, warnt der Honduraner.<\/p><p>Und hier die entscheidende Erkl&auml;rung Mencias f&uuml;r den ger&auml;uschvollen Widerhall der Proteste in den Medien: &bdquo;Nach vielen Jahren guter Beziehungen zur Regierung haben pl&ouml;tzlich einflussreiche Unternehmer (vor allem im m&auml;chtigen Verband COSEP) Zweifel an der Zweckm&auml;&szlig;igkeit der Fortf&uuml;hrung der &acute;Ehe&acute; mit Ortega-Murillo angemeldet, von der sie &uuml;ber ein Jahrzehnt auf der ganzen Linie profitiert haben, deren Pfr&uuml;nde sie aber zu verlieren bef&uuml;rchten. Den Hintergrund f&uuml;r ihre Zweifel bildet Donald Trumps Nica-Act, der hohe Beamte Nicaraguas mit Sanktionen bestrafen will&rdquo;. So kam es zum willkommenen Protest gegen die Rentenreform.<\/p><p><strong>Die Rentenreform als fauler Anlass<\/strong><\/p><p>Rechtspopulisten und Wirtschaftskreise argumentierten, Ortegas Rentenreform werde die Beitragszahler mit 7 Prozent ihres Gehalts und die Rentner mit einer 5-prozentigen Rentenreduzierung bestrafen. In Wirklichkeit sieht die Reform vor, dass die Beitr&auml;ge zum nicaraguanischen Institut f&uuml;r soziale Sicherheit (INSS) von 6,25 Prozent auf 7,0 Prozent geringf&uuml;gig anpasst werden sollen. Der Staat, der 0,25 Prozent beisteuert, zahlt seinerseits 1,25 Prozent zum Versicherten-Lohn.<\/p><p>Der Punkt, der den Plan zum Konflikt hochstilisierte, ist der vorgesehene Anstieg des Arbeitgeber-Beitrags von 19 Prozent auf 22,5 Prozent bis 2019. Die von internationalen Medien kolportierte Version von der angeblichen &bdquo;K&uuml;rzung der Renten&rdquo; war eine vulg&auml;re L&uuml;ge, doch somit wurden die naiven Proteste der Studenten zum Rennpferd des opportunen <em>Regime Change<\/em> umgesattelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180510-Nicaragua-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Eine vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) empfohlene Rentenreform l&ouml;ste in den vergangenen Wochen im mittelamerikanischen Nicaragua Massenproteste aus, die w&auml;hrend der Zusammenst&ouml;&szlig;e zwischen gewaltt&auml;tigen Aktivisten und der Polizei 40 bis 60 Todesopfer forderten. Die von der Breite der Proteste &uuml;berraschte Regierung der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN)<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43875\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,39],"tags":[881,282,2350,2349,1995,1418,1609,1556],"class_list":["post-43875","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-rente","tag-armut","tag-buergerproteste","tag-nicaragua","tag-ortega-daniel","tag-pence-mike","tag-regime-change","tag-rentenreform","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43875"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43875\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48086,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43875\/revisions\/48086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}