{"id":4388,"date":"2009-12-04T15:12:33","date_gmt":"2009-12-04T14:12:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4388"},"modified":"2009-12-04T15:29:37","modified_gmt":"2009-12-04T14:29:37","slug":"hinweise-des-tages-2-117","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4388","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Produktionsverlagerung von Daimler &ndash; der Widerspruch zwischen Betriebswirtschaft und falscher Wirtschaftspolitik; Urlaubsanspr&uuml;che in Europa; Bienenstiche gegen abgearbeitet Arbeitnehmer; Afghanistan; Betreuungsr&uuml;ckschritt; gl&auml;serne Arbeitslose; Privatisierung &ndash; die europ&auml;ische Enteignung; Streit ums Mietrecht; Eilt: Transaktionssteuer; Triumph der Putsch-Politik. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Proteste im Daimler-Werk Sindelfingen: &ldquo;Kurz vor der Explosion&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Big savers got us into this mess, as well as big spenders<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">&Uuml;berlebt die Eurozone die wirtschaftliche Erholung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutschland geh&ouml;rt beim gesetzlichen Urlaubsanspruch zu den Schlusslichtern in Europa <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Der Bienenstich-Paragraf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Afghanistan-Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Betreuungsgeld ist ein sozial- und gleichstellungspolitischer R&uuml;ckschritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Personal in privaten Kliniken hat deutlich mehr Betten zu versorgen als in &ouml;ffentlichen H&auml;usern <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bei der BA haben 57.000 Mitarbeiter Zugriff auf sensible Daten von Arbeitslosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wie die Europ&auml;er enteignet werden. Das &ldquo;Schwedische Modell&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Laden&ouml;ffnung an allen vier Adventssonntagen in Berlin nicht verfassungsgem&auml;&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Schwarz-Gelb droht Streit ums Mietrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Eilt: Unterschrift unter eine Petition zur Einf&uuml;hrung einer Transaktionssteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Honduras: Triumph der Putsch-Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Enorme Lust auf direkte Demokratie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung: <\/strong>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,<a href=\"?p=4388&amp;email=1\"> dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Proteste im Daimler-Werk Sindelfingen: &ldquo;Kurz vor der Explosion&rdquo;<\/strong><br>\n&bdquo;In Sindelfingen hat sich die Lage nach dem Beschluss zur Verlagerung der C-Klasse-Montage dramatisch zugespitzt.&rdquo; Die Situation in Sindelfingen droht au&szlig;er Kontrolle zu geraten&rdquo;, sagte der baden-w&uuml;rttembergische IG-Metall-Bezirksleiter J&ouml;rg Hofmann der Stuttgarter Zeitung. IG Metall und Betriebsr&auml;te seien aber &ldquo;keine Ordnungsmacht, die den Schaden beseitigt, den der Vorstand angerichtet hat&rdquo;. Hofmann forderte das Management auf, den Beschluss zur Verlagerung zur&uuml;ckzunehmen. &ldquo;Wir sehen bis heute keine andere &uuml;berzeugende L&ouml;sung, als dass die C-Klasse hier bleibt&rdquo;, sagte er. Ein Vorstand k&ouml;nne sich immer korrigieren, wenn er die Gef&uuml;hlslage der Menschen vollkommen falsch eingesch&auml;tzt habe. Den Vorwurf, dass die Gewerkschaft den Kampf zu sp&auml;t aufgenommen habe, wies Hofmann zur&uuml;ck: &ldquo;Vielleicht hat man untersch&auml;tzt, mit welcher Kaltschn&auml;uzigkeit die Entscheidungstr&auml;ger ausgestattet sind&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2302264_0_4903_-proteste-im-daimler-werk-sindelfingen-kurz-vor-der-explosion-.html\">StZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Problem ist, dass dieser Konflikt letztlich nicht auf betrieblicher oder betriebswirtschaftlicher Ebene zu l&ouml;sen ist, sondern dauerhaft und grunds&auml;tzlich nur auf politischer Ebene. Das entscheidende w&auml;re, in Deutschland wieder eine ausgeglichene Leistungsbilanz anzustreben und von der extremen Exportorientierung der Wirtschaftspolitik der letzten Jahre abzukehren. Ich verweise auf meine Anmerkung zu <a href=\"?p=4386#h07\">Hinweis Ziffer 7 vom 3.12.09<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Big savers got us into this mess, as well as big spenders<\/strong><br>\nGerman and Chinese thrift built up a glut that fed bankers and bubbles. A world-sized fix means rebalancing global trade.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2009\/dec\/03\/financial-crisis-global-savings-glut\">Guardian<\/a>\n<p>Die Export&uuml;bersch&uuml;sse der Deutschen und in deren Umkehrung die Leistungsbilanzdefizite der importierenden L&auml;ndern, sind im &Uuml;brigen nicht nur gegen&uuml;ber den USA ein Problem sondern auch innerhalb der EU. <\/p>\n<p><em>Siehe:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&Uuml;berlebt die Eurozone die wirtschaftliche Erholung?<\/strong><br>\nDie wirtschaftliche Erholung, mit der man in der Eurozone im Jahr 2010 rechnet, k&ouml;nnte neue Spannungen mit sich bringen. Im Extremfall k&ouml;nnten manche L&auml;nder sogar den Ausstieg aus der Gemeinschaftsw&auml;hrung in Erw&auml;gung ziehen. Obwohl der Euro den Handel vereinfacht, schafft er erhebliche Probleme f&uuml;r die Geldpolitik. Schon vor seiner Geburt fragten manche &Ouml;konomen (einschlie&szlig;lich ich selbst), ob eine Gemeinschaftsw&auml;hrung f&uuml;r eine derart heterogene Gruppe von L&auml;ndern &uuml;berhaupt w&uuml;nschenswert w&auml;re.<br>\nDie gegens&auml;tzlichen Bedingungen in Deutschland und Spanien veranschaulichen das Problem. In Deutschland betr&auml;gt die Arbeitslosenrate momentan etwa 8 Prozent, w&auml;hrend sie in Spanien mit etwa 19 Prozent mehr als doppelt so hoch liegt. Und Deutschland verzeichnete in den 12 Monaten bis letzten August einen Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss von 117 Milliarden Euro, wohingegen Spanien in den letzten 12 Monaten ein Au&szlig;enhandelsdefizit von 56 Milliarden Euro anh&auml;ufte. H&auml;tte Spanien immer noch die Peseta und Deutschland die D-Mark, w&uuml;rden die Unterschiede in den Handelsbilanzen zu einer Aufwertung der Mark und einer Abwertung der Peseta f&uuml;hren. Durch die schw&auml;chere Peseta w&uuml;rde die Nachfrage nach spanischen Exporten angekurbelt und Spaniens Importe verringert, wodurch wiederum die Binnennachfrage gest&auml;rkt und die Arbeitslosenzahlen verringert w&uuml;rden. Da die von der EZB festgesetzten Zinsen aktuell bei weniger als 1 Prozent liegen, besteht kein gro&szlig;er Unterschied zwischen der aktuellen Geldpolitik und dem, was die Bank von Spanien machen w&uuml;rde, k&ouml;nnte sie ihre eigenen Zinss&auml;tze festlegen. Wenn in der Eurozone allerdings die Erholung einsetzt, entschlie&szlig;t sich die EZB m&ouml;glicherweise, die Zinsen anzuheben, bevor dies f&uuml;r Spanien g&uuml;nstig w&auml;re, wodurch sich die Arbeitslosigkeit in diesem Land versch&auml;rfen k&ouml;nnte. Spanien und andere L&auml;nder der Eurozone mit hoher Arbeitslosigkeit werden sich vielleicht gegen diese Politik stellen, aber trotzdem mit einer strafferen Geldpolitik konfrontiert sein, wenn die EZB aufgrund des allgemeinen Zustands der Eurozone den Zeitpunkt f&uuml;r eine Erh&ouml;hung der Zinss&auml;tze f&uuml;r geeignet befindet.<br>\nSpanien ist nicht das einzige Land, das einen Anreiz h&auml;tte, aus der WWU auszusteigen. Griechenland, Irland, Portugal und sogar Italien werden oft als L&auml;nder genannt, die von einer eigenen unabh&auml;ngigen Geldpolitik und der M&ouml;glichkeit, ihre jeweiligen W&auml;hrungen wettbewerbsf&auml;higer zu gestalten, profitieren w&uuml;rden.&nbsp; Die immer weiter auseinander klaffenden Zinsspreads zwischen deutschen Staatsanleihen und denen anderer L&auml;nder zeigen, dass man dieses Risiko auf den globalen Anleihem&auml;rkten ernst nimmt. Diese unterschiedlichen Ertr&auml;ge spiegeln das am Markt empfundene Ausfallsrisiko oder das Risiko einer effektiven Abwertung im Zusammenhang mit einem Austritt aus dem Euro wider. Ein Austritt aus der WWU h&auml;tte selbstverst&auml;ndlich sowohl technische als auch politische Implikationen. Die wirtschaftlichen und politischen Risiken reichen m&ouml;glicherweise, um gegenw&auml;rtige Mitglieder der WWU von einem Austritt abzuhalten. Allerdings k&ouml;nnte ein Verbleib in der Eurozone f&uuml;r manche mit betr&auml;chtlichen Kosten verbunden sein. Aufgrund der Unm&ouml;glichkeit, nationale Wirtschaftsprobleme innerhalb des WWU-Rahmens zu l&ouml;sen, kommt vielleicht irgendwann das eine oder andere Land zu dem Schluss, dass diese Kosten einfach zu hoch sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/feldstein16\/German\">project-syndicate.org<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Martin Feldstein ist ein alter Euro-Skeptiker, dennoch sind seine &Uuml;berlegungen bedenkenswert. Ein Austritt Italiens aus der W&auml;hrungsunion mag sehr unwahrscheinlich sein, obgleich auch dort diese Diskussion&nbsp; gerade seitens der Industrieverb&auml;nde immer wieder aufflammt, aber die Volkswirtschaften Osteuropas sollten diese &Uuml;berlegungen sehr ernst nehmen. Etliche angesichts der Krise von einer starken Abwertung ihrer W&auml;hrung betroffenen Osteurop&auml;er m&ouml;gen im Betritt zur Eurozone die L&ouml;sung vieler Probleme sehen (hohe Fremdw&auml;hrungsschulden), aber der Aufholproze&szlig; gegen&uuml;ber dem europ&auml;ischen Kern erfordert weit &uuml;ber gegenw&auml;rtige Krise hinaus eine expansivere Wirtschaft- und&nbsp; Geldpolitik als die Defizitkriterien und die EZB zulassen w&uuml;rden. Zumal das Auslandskapital&nbsp; nach dieser Krise nicht mehr im bisherigen Umfang zuflie&szlig;en wird. Ein Beitritt in die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion k&ouml;nnte die mangelnde Wettbewerbsf&auml;higkeit und die daraus resultierenden Handelsbilanzdefizite (siehe Spanien) auf lange Sicht zementieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland geh&ouml;rt beim gesetzlichen Urlaubsanspruch zu den Schlusslichtern in Europa <\/strong><br>\nMit 20 Tagen z&auml;hlt Deutschland zu den L&auml;ndern, in denen der gesetzliche Anspruch am geringsten ist. In der Realit&auml;t haben deutsche Arbeitnehmer jedoch deutlich mehr Urlaubstage, als der Gesetzgeber vorschreibe.<br>\nArbeitnehmer in Deutschland haben einer Untersuchung zufolge mit den geringsten gesetzlichen Urlaubsanspruch in Europa. W&auml;hrend den Deutschen lediglich 20 Tage Urlaub im Jahr gesetzlich garantiert sind, sind es in Finnland oder Frankreich 30 Tage, teilte die Unternehmensberatung Mercer mit. In Litauen, Russland und Gro&szlig;britannien seien es je 28 Tage. Genauso niedrig wie in Deutschland ist die Zahl vorgeschriebener Urlaubstage demnach aber in der Schweiz, Italien, Tschechien und den Niederlanden. In den meisten deutschen Tarifvertr&auml;gen seien allerdings 30 Urlaubstage vorgesehen, erkl&auml;rte Mercer.<br>\nMit 30 Tagen Mindesturlaub geh&ouml;rten Finnland und Frankreich nicht nur in Europa sondern auch weltweit zur Spitze, teilte Mercer mit. Ebenfalls 30 vorgeschriebene Urlaubstage gebe es nur noch in Brasilien. Das einzige der &uuml;ber 40 L&auml;nder untersuchten L&auml;nder, in dem es keine gesetzlich festgelegte Mindestzahl von Urlaubstagen gebe seien die USA. In der Praxis h&auml;tten Angestellte dort aber j&auml;hrlich 15 Tage frei.<br>\nArbeitnehmer in China haben der Untersuchung zufolge nach dem ersten und bis zum zehnten Arbeitsjahr in einem Unternehmen per Gesetz Anspruch auf f&uuml;nf Urlaubstage. Danach st&uuml;nden in China Arbeitnehmern j&auml;hrlich zehn Tage zur Erholung zur Verf&uuml;gung, teilte Mercer mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/finanzen.aol.de\/karriere\/deutschland-schlusslicht-bei-gesetzlichem-urlaub\/artikel\/2009101404350267285074\">AOL Finanzen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Bienenstich-Paragraf<\/strong><br>\nImmer wieder entledigen sich Firmen mit derartigen Bagatellk&uuml;ndigungen unliebsamer Mitarbeiter. Rechtspolitiker fordern deshalb neue Gesetze. Michael Hildebrandt ist ein einfacher Mann, der immer hart gearbeitet hat. Als er in seinem erlernten Beruf als Maschinenschlosser keinen Job mehr fand, sattelte er zum Lageristen um. Jahrzehntelang stapelte er M&ouml;bel, sortierte Autoersatzteile, hievte in einem Lebensmittelgro&szlig;markt schwere Kisten in Regale. Jetzt, im Alter von 58 Jahren, ist er pl&ouml;tzlich arbeitslos. Die norddeutsche Gro&szlig;handelsfirma Citti hat ihn gefeuert, weil er aus einem zu Bruch gegangenen Karton eine Milchschnitte gegessen hatte. Der s&uuml;&szlig;e Snack kostet im Supermarkt 26 Cent. Hildebrandts Schicksal reiht sich nahtlos ein in eine Serie spektakul&auml;rer Rausschmisse, die in den vergangenen Monaten die &Ouml;ffentlichkeit emp&ouml;rten: Einer 58-j&auml;hrigen Konstanzer Altenpflegerin wurde fristlos gek&uuml;ndigt, weil sie sechs Maultaschen mitnehmen wollte, die eigentlich f&uuml;r die M&uuml;lltonne bestimmt waren. Eine Sekret&auml;rin sollte trotz 34-j&auml;hriger Betriebszugeh&ouml;rigkeit fliegen, weil sie von einem f&uuml;r G&auml;ste bestimmten Imbiss eine Frikadelle und zwei halbe Br&ouml;tchen verspeiste. Ein Oberhausener Industriearbeiter sollte den Laufpass bekommen, weil er sein Handy an einer Steckdose der Firma auflud &ndash; was einen Schaden von 0,014 Cent verursachte.<br>\nEinen Rausschmiss wegen Winzdelikten begr&uuml;nden Firmen oft mit dem entstandenen Vertrauensverlust. Der Stuttgarter Arbeitsrechtler Stefan N&auml;gele h&auml;lt das in den meisten F&auml;llen f&uuml;r einen Vorwand. Der Fachanwalt, der vor Gericht sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer vertritt, hat bei zahlreichen Prozessen eine ganz andere Erfahrung gemacht: &ldquo;Gek&uuml;ndigt werden nur die, die man loswerden will. Bei zehn anderen passiert beim gleichen Delikt &uuml;berhaupt nix.&rdquo; Was die Frage nahelegt, ob Lagerarbeiter Hildebrandt bei Citti auf einer Art schwarzen Liste stand. Sandra Thomsen, die Personalchefin der Gro&szlig;handelsfirma, will dazu aus &ldquo;grunds&auml;tzlichen Erw&auml;gungen&rdquo; nichts sagen. Jedoch: Andere Kollegen, die sich laut Hildebrandt ebenfalls aus dem besch&auml;digten Karton bedienten, sind bei Citti noch immer in Lohn und Brot.&nbsp; Fest steht: Michael Hildebrandt war zum Zeitpunkt seiner K&uuml;ndigung l&auml;ngst nicht mehr so fit wie bei seinem Firmeneintritt 2001. Nachdem er im Lebensmittellager jahrelang schwere Paletten hatte stemmen m&uuml;ssen, hielt er den Job aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nur noch mit Hilfe starker Tabletten durch. Ein Arzt bescheinigte ihm degenerative Ver&auml;nderungen an der Halswirbels&auml;ule, an den Schultern und den Knien sowie Sch&auml;den an der Lendenwirbels&auml;ule mit L&auml;hmungserscheinungen an beiden Unterschenkeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-664360,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Afghanistan-Krieg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Das Lachen der Minderheit<\/strong><br>\nDer Bundestag hat das deutsche Kriegsmandat verl&auml;ngert. Es ist die Entscheidung einer politischen Parallelgesellschaft, die zeigt, was sie von der wahren Mehrheit h&auml;lt<br>\n&Uuml;ber den Ausgang der Entscheidung (hier die Liste der namentlichen Abstimmung) hatte es vorher keinen Zweifel gegeben: Die deutschen Soldaten bleiben ein weiteres Jahr in Afghanistan, der Kriegseinsatz, um den so viel Wortakrobatik betrieben wird, damit er nicht so genannt werden muss, geht weiter. Fortsetzung findet damit auch der politische Autismus einer Minderheit, die sich f&uuml;r eine Mehrheit h&auml;lt: 446 Abgeordnete votierten f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung, 148 Parlamentarier stimmten dagegen oder enthielten sich.<br>\nGleich darauf trat Hans-Christian Str&ouml;bele ans Mikrofon und wies auf die Mehrheiten au&szlig;erhalb des Parlaments hin, auf das, was die Bev&ouml;lkerung von dem Bundeswehreinsatz h&auml;lt. In einer aktuellen Befragung haben sich sieben von zehn f&uuml;r einen schnellstm&ouml;glichen Abzug ausgesprochen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Das Abstimmungsergebnis vom Donnerstag kehrt diese Verh&auml;ltnisse in ihr Gegenteil um.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0949-afghanistan-bundeswehr-bundestag-debatte-mandat-verlaengerung\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Guttenberg zu Afghanistan: Ein Schachtelsatz, der die Routine zerrei&szlig;t<\/strong><br>\n&ldquo;Ich darf in aller Klarheit sagen, dass Oberst Klein mein volles Verst&auml;ndnis hat angesichts anhaltender Gefechte, in denen auch deutsche Soldaten verwundet wurden&rdquo;, hebt er an. Guttenberg spricht davon, dass der Oberst, unter dessen Kommando auch deutsche Soldaten gefallen seien, &ldquo;von der Angemessenheit seines Handels ausgegangen ist&rdquo;.<br>\nDer Minister w&auml;hlt au&szlig;erordentlich verschachtelte S&auml;tze, aus denen er mitunter keinen rechten Ausweg findet. &ldquo;Ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass er gehandelt hat, meine Damen und Herren, um seine Soldaten zu sch&uuml;tzen&rdquo;, stellt er aber schlie&szlig;lich klar. Jeder, der jetzt aus der Distanz &ldquo;laut oder leise&rdquo; Kritik &uuml;be, solle sich das bewusst machen.<br>\n&ldquo;Wie viel leichter scheint es jetzt, sich ein Urteil &uuml;ber diese Frage der Angemessenheit zu bilden aus der Distanz mit auch f&uuml;r mich zahlreichen neuen Dokumenten mit neuen Bewertungen, die ich am 6. November dieses Jahres noch nicht hatte&rdquo;, n&auml;hert sich der Verteidigungsminister dem Punkt. Das entscheidende Wort &ldquo;Angemessenheit&rdquo; presst er dabei so gequ&auml;lt hervor, dass auch ein Tr&auml;nenausbruch nun nicht mehr &uuml;berraschen w&uuml;rde.<br>\nIn einem weiteren Schachtelsatz kommt Guttenberg schlie&szlig;lich zu jenem Eingest&auml;ndnis, das entscheidend sein wird f&uuml;r seine politische Zukunft: &ldquo;Aus heutiger, objektiver Sicht im Lichte aller auch mir damals vorenthaltener Dokumente&rdquo; sei der Angriff &rdquo; milit&auml;risch nicht angemessen&rdquo; gewesen. Parteifreunde danken dem Minister danach herzlich f&uuml;r seine Erkl&auml;rung. Das ist dann wieder Routine.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/230\/496545\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Nicht von der schnellen Truppe<\/strong><br>\nWarum dauert es eigentlich immer so lange, bis ein Politiker mal etwas zugibt, was so ungef&auml;hr jeder einzelne Nicht-Politiker l&auml;ngst wei&szlig;? Nun hat Herr zu Guttenberg seine Meinung zum Bombenangriff auf zwei Tanklaster nahe Kundus ge&auml;ndert und die Attacke f&uuml;r &ldquo;nicht angemessen&rdquo; erkl&auml;rt. Weil ihm neue Erkenntnisse vorliegen. Dabei hat der Isaf-Oberkommandierende General McCrystal schon kurz nach der Attacke genau dies gesagt. Weil n&auml;mlich ein Angriff, bei dem mehr als hundert Zivilisten und vielleicht auch einige wenige Taliban get&ouml;tet werden, gar nicht angemessen sein kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2120151&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dazu h&auml;tte Guttenberg&nbsp; gar keine Geheimberichte lesen m&uuml;ssen, sondern einfache Pressemeldungen, wie sie z.B. auf den NDS zusammengestellt werden. &ndash; Nat&uuml;rlich war Herr zu Guttenberg informiert, er hat jetzt nur seine in der Kritik stehende Reaktion korrigiert. Man k&ouml;nnte das angesichts des bisher &uuml;blichen Politikerverhaltens schon wieder als Leistung bezeichnen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Betreuungsgeld ist ein sozial- und gleichstellungspolitischer R&uuml;ckschritt<\/strong><br>\n&ldquo;Um Wahlfreiheit zu anderen &ouml;ffentlichen Angeboten und Leistungen zu erm&ouml;glichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in H&ouml;he von 150,- Euro, gegebenenfalls als Gutschein, f&uuml;r Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingef&uuml;hrt werden.&rdquo; (Koalitionsvertrag, Kapitel III Sozialer Fortschritt)<br>\nDie Verb&auml;nde sind sich einig, dass ein Betreuungsgeld grunds&auml;tzlich kontraproduktiv ist und fordern daher dessen Streichung aus den Planungen der Regierungskoalition.\n<ol>\n<li>Wahlfreiheit wird dadurch hergestellt, dass gen&uuml;gend qualitativ hochwertige und geb&uuml;hrenfreie bzw. kosteng&uuml;nstige Ganztagsbetreuungspl&auml;tze zur Verf&uuml;gung stehen. Auch 2013 werden nach gegenw&auml;rtigem Stand des Ausbaus nicht ausreichend Kita Pl&auml;tze f&uuml;r Unter Dreij&auml;hrige vorhanden sein. Insbesondere die Tagesbetreuung wird den Bedarf nicht decken.\n<\/li>\n<li>Die Konzeption des Betreuungsgeldes verst&ouml;&szlig;t gegen grundlegende Prinzipien der Elternautonomie: Eine Entscheidung, wie Eltern ihre Kinder betreuen, sollte nicht pr&auml;miert, honoriert oder bestraft werden. Genauso wenig darf der Staat &uuml;ber ein Gutscheinsystem andeuten, einkommensarme Eltern k&ouml;nnten nicht verantwortungsbewusst und im Interesse der Kinder haushalten.\n<\/li>\n<li>Populistische &Auml;u&szlig;erungen in Bezug auf arme Familien mit und ohne Migrationshintergrund sind menschenfeindlich, negieren die Anstrengungen vieler Familien und verhindern deren F&ouml;rderung und Integration umso mehr. Ein fl&auml;chendeckendes Angebot an Kita Pl&auml;tzen f&uuml;r alle Kinder sowie Angebote der Familienbildung sind der richtige Schritt auch zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit.\n<\/li>\n<li>Das Betreuungsgeld setzt dar&uuml;ber hinaus auch f&uuml;r Frauen falsche Signale &ndash; n&auml;mlich nach der Geburt eines Kindes l&auml;nger aus ihrer Erwerbst&auml;tigkeit auszusteigen. So verfestigen sich traditionelle Geschlechterrollen und der Wunsch der Familien auf eine gleichberechtigte Verteilung der Sorge- und Erziehungsaufgaben bleibt unber&uuml;cksichtigt.<br>\nDas Betreuungsgeld widerspricht den Prinzipien einer modernen Gesellschaft in hohem Ma&szlig;e. Es konterkariert die gleichstellungspolitischen, sozialpolitischen und familienpolitischen Ziele, f&uuml;r die sich die Interessenvertretungen seit vielen Jahren einsetzen.<br>\nDer Ausbau der Kinderbetreuung muss h&ouml;chste Priorit&auml;t haben. Dabei geht es nicht nur um Pl&auml;tze f&uuml;r unter Dreij&auml;hrige, sondern auch um Ganztagspl&auml;tze f&uuml;r 3-6j&auml;hrige Kinder, die vielerorts noch nicht vorhanden sind. Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Bem&uuml;hungen darauf zu konzentrieren und das f&uuml;r das Betreuungsgeld vorgesehene Budget daf&uuml;r zu verwenden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bdwi.de\/show\/3104616.html\">BdWi<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Personal in privaten Kliniken hat deutlich mehr Betten zu versorgen als in &ouml;ffentlichen H&auml;usern <\/strong><br>\nIn keinem anderen europ&auml;ischen Land sind in den letzten beiden Jahrzehnten so viele Krankenh&auml;user privatisiert worden wie in Deutschland. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich der Anteil privater Kliniken mehr als verdoppelt und betr&auml;gt mittlerweile &uuml;ber 30 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil &ouml;ffentlicher Krankenh&auml;user stark zur&uuml;ckgegangen und liegt mit 32 Prozent nur noch knapp &uuml;ber dem der privaten Kliniken. Die gr&ouml;&szlig;te Gruppe bilden mittlerweile mit 37,5 Prozent die freigemeinn&uuml;tzigen Krankenh&auml;user. Dabei handelt es sich vor allem um kirchliche Einrichtungen (siehe auch die Grafiken im Anhang zu dieser PM).<br>\nW&auml;hrend ein Arzt in einem gr&ouml;&szlig;eren &ouml;ffentlichen Haus im Jahr 2008 rechnerisch im Durchschnitt an 780 Tagen belegte Betten zu versorgen hatte, kamen auf seinen Kollegen in einer gr&ouml;&szlig;eren privaten Klinik 936 Belegtage &ndash; und damit rund 20 Prozent mehr (siehe Grafik im Anhang). In gr&ouml;&szlig;eren freigemeinn&uuml;tzigen H&auml;usern waren es im Durchschnitt sogar 1056 Belegtage pro Arzt.<br>\nAuch die Pflegekr&auml;fte hatten in privaten H&auml;usern erheblich mehr zu tun: Im Jahresschnitt 2008 hatten sie an 493 Tagen belegte Betten zu versorgen, w&auml;hrend es in &ouml;ffentlich getragenen Kliniken 419 Belegtage waren.<br>\nDer andauernde Privatisierungstrend bei den Krankenh&auml;usern k&ouml;nnte allerdings durch eine wachsende Privatisierungsskepsis innerhalb der Bev&ouml;lkerung gestoppt werden. Ein Beispiel daf&uuml;r berichten die Forscher aus Niederbayern: Im Rottal-Inn-Kreis haben sich erst vor wenigen Wochen fast 90 Prozent der B&uuml;rger bei einem B&uuml;rgerentscheid gegen den Verkauf der &ouml;rtlichen Kreiskrankenh&auml;user ausgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_wsi_2009_12_02.pdf\">WSI [PDF &ndash; 147 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bei der BA haben 57.000 Mitarbeiter Zugriff auf sensible Daten von Arbeitslosen<\/strong><br>\nDerzeit haben etwa 57.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zugriff auf Datens&auml;tze von Arbeitssuchenden, in denen Informationen etwa &uuml;ber gesundheitliche Einschr&auml;nkungen, das individuelle Leistungspotenzial, das Arbeits- und Sozialverhalten sowie die famili&auml;re und finanzielle Situation enthalten sind. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17\/97) auf eine Kleine Anfrage von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (17\/18) hervor. Hintergrund der Anfrage war Kritik von Personalr&auml;ten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), die laut Fragesteller die Praxis im Umgang mit den Daten als &rdquo;Verletzung des Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung und des Sozialdatenschutzes&ldquo; kritisiert hatten. &rdquo;<br>\nIn einem ersten Schritt wurden die Zugriffsrechte auf diejenigen beschr&auml;nkt, die in den Grundsicherungsstellen fachlich t&auml;tig sind&ldquo;, schreibt die Bundesregierung, &rdquo;weitere datenschutzrechtliche Korrekturen sind f&uuml;r Dezember 2009 und April 2010 vorgesehen.&ldquo; Ab Dezember 2009 w&uuml;rden die Zugriffsrechte stark eingeschr&auml;nkt, hei&szlig;t es weiter. &rdquo;Mit den pers&ouml;nlichen Betreuerinnen und Betreuern von Bewerberinnen und Bewerbern sowie deren Vertreterinnen und Vertretern werden auf die im Rahmen des Vier-Phasen-Modells erhobenen Daten nur noch maximal 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugreifen k&ouml;nnen&ldquo;, schreibt die Bundesregierung. Vier-Phasen-Modell ist der Name des Verfahrens, mit dem seit Mitte August 2009 die f&uuml;r die Bearbeitung notwendigen Angaben von Arbeitslosen und Hilfebed&uuml;rftigen erfasst und gespeichert werden. Zudem w&uuml;rden lesende Zugriffe auf diese Daten vollst&auml;ndig protokolliert und somit nachvollziehbar gemacht, hei&szlig;t es in der Antwort.<br>\nB&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen wollten auch wissen, wie viele Arbeitgeber auf die Jobb&ouml;rse der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit zugreifen k&ouml;nnen, in der laut Fragensteller Bewerbungsunterlagen von 3,8 Millionen Arbeitssuchenden gespeichert sind. &rdquo;Laut Auskunft der BA lassen sich w&ouml;chentlich etwa 1.700 Arbeitgeber neu in der Online-Jobb&ouml;rse registrieren&ldquo;, schreibt die Bundesregierung. Seit dem 30. Oktober 2009 w&uuml;rden alle neu registrierten Arbeitgeber &uuml;berpr&uuml;ft werden, rund zwei Prozent der neu angelegten Benutzerkonten seien wieder deaktiviert worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2009_12\/2009_300\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wie die Europ&auml;er enteignet werden. Das &ldquo;Schwedische Modell&rdquo;<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien wurde das abschreckende Beispiel f&uuml;r den Unfug, das Eisenbahnsystem zu zerschlagen und zu privatisieren. K&uuml;rzlich meldete die Frankfurter Rundschau 3.7.09, da&szlig; die britische Regierung gezwungen ist, f&uuml;r die l&auml;ngste Strecke London-Edinburgh den Ausverkauf r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen, weil der private Betreiber den Anforderungen nicht entsprechen kann. Aus Berlin\/Brandenburg wird bekannt, da&szlig; die Firma VEOLIA sich bei der Verkehrs-Ausschreibung &uuml;bernommen hatte. Die l&auml;ngste Eisenbahnstrecke in Schweden von Malm&ouml; &uuml;ber Stockholm nach Lule&aring; wurde von der Regierung der Firma VEOLIA anvertraut. Denn ab 1.Juli 2009 wurde die b&uuml;rgereigene Schwedische Staatsbahn SJ &ldquo;entreguliert&rdquo;, d.h. privatisiert. In den Medien wurden bisher keine kritischen Berichte ver&ouml;ffentlicht. Ausnahme: DAGENS NYHETER ver&ouml;ffentlichte am 1.7.09 die Stellungnahme von Reichstagsabgeordneten der Sozialdemokratie, der Linkspartei und der Gr&uuml;nen sowie dem Vorsitzenden der Gewerkschaft &ouml;ffentlicher Dienste SEKO:<br>\n&ldquo;Wir machen die Entregelung des schwedischen Eisenbahnverkehrs r&uuml;ckg&auml;ngig!&rdquo; (Auszugsweise &Uuml;bersetzung).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/se\/bahnprivat.html\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Laden&ouml;ffnung an allen vier Adventssonntagen in Berlin nicht verfassungsgem&auml;&szlig;<\/strong><br>\nHier der Wortlaut des Urteils des Bundesverfassungsgerichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg09-134\">Bundesverfassungsgericht<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Schwarz-Gelb droht Streit ums Mietrecht<\/strong><br>\nDas Mietrecht solle sozial bleiben: Ilse Aigner lehnt deutlich k&uuml;rzere K&uuml;ndigungsfristen offenbar ab. Damit br&uuml;skiert die Verbraucherschutzministerin den B&uuml;ndnispartner FDP &ndash; im Kabinett drohen neue Auseinandersetzungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-665142,00.html\">Spiegel Online <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir haben demn&auml;chst Wahlen in NRW und allm&auml;hlich muss der Union aufgegangen sein, dass die teilweise vernichtende Kritik auch von sonst ungewohnter Seite, Wirkung zeigen wird<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Eilt: Unterschrift unter eine Petition zur Einf&uuml;hrung einer Transaktionssteuer <\/strong><br>\nDie Frist f&uuml;r die Erreichung des Quorums von 50.000 Mitzeichnungen\/Unterst&uuml;tzungen mit der Folge, dass das Thema in einer &ouml;ffentlichen Ausschusssitzung behandelt wird und der Hauptpetent Rederecht hat, endet am 05.12.2009, 24.00 Uhr.<br>\nDie Mitzeichnungsfrist f&uuml;r diese Petition l&auml;uft am 25.12.2009, 24.00 Uhr, ab.\n<p><strong>Text der Petition<\/strong><br>\nDer Deutsche Bundestag m&ouml;ge beschlie&szlig;en: Bundesregierung und Bundestag werden aufgefordert, eine Finanztransaktionssteuer einzuf&uuml;hren und daf&uuml;r einzutreten, dass sie auch von anderen L&auml;ndern umgesetzt wird. Diese Steuer bezieht alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen ein. Bis diese Steuer EU- oder weltweit umgesetzt ist, sollen auf nationaler Ebene vorbereitende Schritte unternommen werden, z.B. unterst&uuml;tzende parlamentarische Entschlie&szlig;ungen oder die Einf&uuml;hrung einer B&ouml;rsenumsatzsteuer.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/index.php?action=petition;sa=details;petition=8236\">Deutscher Bundestag<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.steuer-gegen-armut.org\/%20\">Steuer gegen Armut<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Honduras: Triumph der Putsch-Politik<\/strong><br>\nDie USA und ihre lateinamerikanischen Freunde scheinen die neuen Verh&auml;ltnisse anerkennen zu wollen<br>\nIn Honduras zeigt die um ihren Machterhalt k&auml;mpfende Oberschicht dieses armen, zentralamerikanischen Landes der Staatengemeinschaft die kalte Schulter. Als Pr&auml;sident Manuel Zelaya, der sich politisch nach links entwickelt hatte, in ein Flugzeug gesetzt und au&szlig;er Landes gebracht wurde, verlangten so gut wie alle Staaten Lateinamerikas, die USA und die EU die R&uuml;cknahme seiner Absetzung. Ohne entsprechenden Druck sind gute Ratschl&auml;ge aber nichts wert. Selbst Zelayas heimliche R&uuml;ckkehr nach Honduras, wo er in Brasiliens Botschaft unterkam, brachte nichts. Vorigen Sonntag wurden Pr&auml;sidentschaftswahlen durchgef&uuml;hrt, die der Konservative Porfirio Lobo gewann.<br>\nAls minimales Zugest&auml;ndnis hatten internationale Vermittler, darunter hochrangige US-Emiss&auml;re, den Putschisten das Versprechen abgerungen, Zelaya bis zur Amtseinf&uuml;hrung Lobos Ende J&auml;nner ins Pr&auml;sidentenamt zur&uuml;ckkehren zu lassen. Doch soeben lehnte das Parlament von Honduras Zelayas symbolische R&uuml;ckkehr mit gro&szlig;er Mehrheit ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1259281177126\/Vermittler-Fiasko-in-Honduras-Triumph-der-Putsch-Politik\">der standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und die Bundesregierung, vor allem die <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/dw\/article\/0,,4941485,00.html\">&bdquo;freiheitliche&ldquo; FDP<\/a>  schlagen sich auf die <a href=\"http:\/\/www.amerika21.de\/nachrichten\/inhalt\/2009\/dez\/debatte-826383-honduras\/\">Seite der Putschisten<\/a>.<br>\nEs war schon immer so, dass f&uuml;r den Wirtschaftsliberalismus Demokratie gegen&uuml;ber dem Erhalt der Besitzverh&auml;ltnisse nachrangig ist. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Enorme Lust auf direkte Demokratie<\/strong><br>\nDie Abstimmung &uuml;ber die Minarettinitiative hat in den Nachbarl&auml;ndern den Ruf nach direkter Demokratie verst&auml;rkt. Insbesondere wollen viele &uuml;ber Minarette abstimmen. Andere warnen vor Gefahren f&uuml;r den Rechtsstaat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/direkte_demokratie_deutschland_italien_frankreich_1.4103001.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Offensichtlich hat die Abstimmung in der Schweiz entscheidende Vers&auml;umnisse der Integrationspolitik, aber auch der politischen Willensbildung in ganz Europa offen gelegt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter anderem zu folgenden Themen: Produktionsverlagerung von Daimler &ndash; der Widerspruch zwischen Betriebswirtschaft und falscher Wirtschaftspolitik; Urlaubsanspr&uuml;che in Europa; Bienenstiche gegen abgearbeitet Arbeitnehmer; Afghanistan; Betreuungsr&uuml;ckschritt; gl&auml;serne Arbeitslose; Privatisierung &ndash; die europ&auml;ische Enteignung; Streit ums Mietrecht; Eilt: Transaktionssteuer; Triumph der Putsch-Politik. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4388","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4388"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4388\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}