{"id":4389,"date":"2009-12-07T08:49:28","date_gmt":"2009-12-07T07:49:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4389"},"modified":"2009-12-07T08:49:28","modified_gmt":"2009-12-07T07:49:28","slug":"hinweise-des-tages-1036","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4389","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Ausverkauft &ndash; Wie das Gemeinwohl zur Privatsache wird; R&ouml;sler k&uuml;ndigt Umbau des Gesundheitssystems an; Geldsorgen halten Abiturienten vom Studium ab: Blogger gegen Berlusconi; In der Wirtschaftskrise sinkt die Solidarit&auml;t; Wie Versicherer tricksen; Die Freiheit, den Klimawandel zu leugnen; Die Hochschulen k&auml;mpfen mit Formen ohne Inhalt; Enth&uuml;llung &uuml;ber Dutschke-Attent&auml;ter. (JK\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Lekt&uuml;reempfehlung: Ausverkauft &ndash; Wie das Gemeinwohl zur Privatsache wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">R&ouml;sler k&uuml;ndigt Umbau des Gesundheitssystems &ldquo;in kleinen Schritten&rdquo; an: &bdquo;Man darf die Menschen auf dem Weg dahin nicht &uuml;berfordern&ldquo;.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Philipp R&ouml;slers Schweizer K&auml;se<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Geldsorgen halten Abiturienten vom Studium ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">&ldquo;Basta!&rdquo; &ndash; Blogger gegen Berlusconi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">In der Wirtschaftskrise sinkt die Solidarit&auml;t, Feindbilder gewinnen an St&auml;rke, Diskriminierung nimmt zu.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Wie Versicherer tricksen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Steuersenkungen &ndash; Die L&auml;nder k&ouml;nnen es noch richten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Wieso das Steuergeschenk eine Farce ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Die Freiheit, den Klimawandel zu leugnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Pikantes Gesetz soll Eon-Kraftwerk retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Die Hochschulen k&auml;mpfen mit Formen ohne Inhalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Hochschulen und Studium in der Dauer-Reform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Enth&uuml;llung &uuml;ber Dutschke-Attent&auml;ter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Kapitalismus abwracken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Aus Lohn-Fehlern lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Mexiko: Opfer der NAFTA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">ZDF muss Personalie Chefredakteur l&ouml;sen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4389&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Lekt&uuml;reempfehlung: Ausverkauft &ndash; Wie das Gemeinwohl zur Privatsache wird<\/strong><br>\nOb Gesundheitswesen oder Bildung, Schienennetze oder Internet, Luftraum oder Weltmeere &ndash; die &ouml;ffentlichen G&uuml;ter wecken kommerzielle Begehrlichkeiten. Das war schon immer so. Neu ist, dass der Staat sich zum Gehilfen privater Interessen macht.<br>\nRobert Darnton, Ulrike Herrmann, Ingo Schulze u.a. beschreiben die Sch&auml;den, Risiken und Nebenwirkungen des Privatisierungswahns.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.edition\/ausverkauft_inhalt\">Edition LE MONDE diplomatique No. 6<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> ich denke diese Ausgabe der Edition LE MONDE diplomatique kann man uneingeschr&auml;nkt empfehlen. Findet man darin doch das Thema Privatisierung in all seinen Facetten in der bew&auml;hrten guten redaktionellen Aufbereitung der LE MONDE diplomatique dargestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>R&ouml;sler k&uuml;ndigt Umbau des Gesundheitssystems &ldquo;in kleinen Schritten&rdquo; an: &bdquo;Man darf die Menschen auf dem Weg dahin nicht &uuml;berfordern&ldquo;<\/strong><br>\nBundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) will die Finanzierung der Krankenversicherung schrittweise auf einkommensunabh&auml;ngige Pr&auml;mien umstellen. Trotz der Kritik des CSU-Chefs Horst Seehofer an der Pr&auml;mie, erwartet R&ouml;sler, dass alle Regierungsparteien die Umstellung mittragen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/idw_dlf\/1078208\/\">Deutschlandradio (Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2009\/11\/29\/dlf_20091129_1105_a27a315a.mp3\">Deutschlandradio (Audio-Podcast, mp3, ca. 25 min, ca. Ca. 11,5 MB)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Gesundheitsminister R&ouml;sler argumentiert tats&auml;chlich, dass es bei der Entwicklung des Gesundheitssystems um das Prinzip der Solidarit&auml;t gehen muss &ndash; der Starke hilft den Schwachen. Ansonsten h&ouml;ren wir nur das &uuml;bliche Geblubber, dass die Lohnnebenkosten stabil bzw. niedriger werden m&uuml;ssen, damit Arbeitspl&auml;tze entstehen &ndash; in einem fairen Wettbewerb. Erstaunlich ist der schwach vorbereitete Moderator, der sich mit seinen teilweise unlogischen Fragen von seinem Studiogast vorf&uuml;hren lassen muss.<br>\n&bdquo;Wenn also die Sekret&auml;rin genau so viel wie der Bankdirektor zahlt, dann &ndash; sagen Sie &ndash; kann das nur funktionieren, wenn es hier einen sozialen Ausgleich gibt. Wie soll der funktionieren?<br>\nR&ouml;sler: Die Sekret&auml;rin wird ja nicht den gleichen Beitrag bezahlen wie der Bankdirektor. Denn der Bankdirektor bekommt keinen Sozialausgleich, wom&ouml;glich bekommt man eine g&uuml;nstige Pr&auml;mie, weil man eben einen steuerlichen Sozialausgleich bekommt. Und jetzt ist es so &ndash; nur damit da kein falscher Eindruck entsteht -, dass meistens der Bankdirektor gar nicht in die Solidargemeinschaft einbezahlt, jedenfalls nicht in die der gesetzlichen Krankenversicherung, weil er gar nicht teilnimmt an der gesetzlichen Krankenversicherung. Bankdirektoren verdienen meist so viel, dass sie oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen, und dann k&ouml;nnen sie aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung wechseln.<br>\n&hellip;<br>\nUnd wo bleibt der Patient in diesem System von mehr Wettbewerb, von mehr Eigenverantwortung? In der Vergangenheit hie&szlig; das eigentlich immer, er muss mehr zahlen.<br>\nR&ouml;sler: Gerade eben, in der Frage davor, haben Sie selber festgestellt, dass zum Beispiel im Arzneimittelbereich, im Generikabereich, durch den Wettbewerb, den man sich einmal angucken muss, ob der noch so fair ist oder nicht, aber durch diesen Wettbewerb in jedem Fall die Preise gesunken sind. Und gesunkene Preise sind im Interesse der Versicherten, sind im Interesse der Patienten, also ein gutes Beispiel daf&uuml;r, dass Wettbewerb im Interesse der Menschen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Philipp R&ouml;slers Schweizer K&auml;se<\/strong><br>\nKeiner kann behaupten, er h&auml;tte nichts gewusst: &ldquo;Wir setzen auf Eigenverantwortung&rdquo;, und &ldquo;Wettbewerb in der Krankenversicherung, im Bereich der Gesundheit hei&szlig;t Wahlfreiheit f&uuml;r Patienten und Versicherte&rdquo;. Der da in zwei S&auml;tzen im Deutschen Bundestag die Karten auf den Tisch gelegt hat, ist unser neuer Gesundheitsminister, den jeder so sympathisch findet. Das bew&auml;hrte, 126 Jahre alte Solidarsystem soll abgeschafft und durch ein privatwirtschaftliches ersetzt werden. Die Kopfpauschale ist das Ziel.<br>\nDas soll ein Vorbild f&uuml;r uns sein? Man zerst&ouml;rt eine soziale, solidarische Krankenversicherung, ersetzt sie durch ein unsoziales, gewinnorientiertes System und &ldquo;federt&rdquo; die unsozialen Folgen dann mit enormen Summen aus Steuergeldern ab. Gnade uns Gott!<br>\nIn einem privatwirtschaftlichen Versicherungssystem kommt es teuer, dass nicht nur die eigentlichen Krankheitskosten zu bezahlen sind, sondern auch noch die Rendite der Investoren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=2106936&amp;\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Geldsorgen halten Abiturienten vom Studium ab<\/strong><br>\nMan kann es drehen, wie man will: Wenn junge Leute an eine Uni oder Fachhochschule gehen k&ouml;nnten, aber nicht wollen, liegt es vor allem am Geld.<br>\nWie stark Geldsorgen verhindern, dass in Deutschland mehr Schulabg&auml;nger ein Studium beginnen, belegt die vorl&auml;ufige Fassung einer Studie, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. Danach l&auml;sst ein knappes Drittel der potentiellen Studenten das Ticket f&uuml;r ein Hochschulstudium ungenutzt verfallen &ndash; vor allem, weil sie f&uuml;rchten, sich ein Studium nicht leisten zu k&ouml;nnen, oder weil sie schnell eigenes Geld verdienen wollen.<br>\nEine gro&szlig;e Studienbremse ist laut der HIS-Studie die Campusmaut. Die bis zu 500 Euro pro Semester werden seit drei bis vier Jahren in f&uuml;nf Bundesl&auml;ndern von den Studenten kassiert. Zweck der Maut war neben einem Finanzplus f&uuml;r die Hochschulen von Anfang an mehr Zug im Studium. Es sollte Druck entstehen auf sogenannte Bummelstudenten: Unentschiedene sollten sich nicht mehr an den Hochschulen herumdr&uuml;cken, und die, die kamen, sollten m&ouml;glichst schnell studieren &ndash; Studiengeb&uuml;hren als Abschreckung. In Hessen sind die Studiengeb&uuml;hren seit anderthalb Jahren wieder abgeschafft, im Saarland soll es bald soweit sein. Das kleine Land verzeichnete im November mit 15 Prozent Zuwachs den st&auml;rksten Anstieg der Erstsemesterzahlen 2009.<br>\nSchon in der vergangenen Untersuchung des Absolventenjahrgangs 2006 mahnten die Forscher, 18.000 Sch&uuml;ler mit Hochschulreife h&auml;tten ein Studium nicht angetreten, weil sie wegen der Studiengeb&uuml;hren davor zur&uuml;ckschreckten. Auch damals rangierten neben der Geb&uuml;hr finanzielle N&ouml;te und der Wunsch, Geld zu verdienen, ganz vorn in der Liste der Gr&uuml;nde gegen ein Studium. Das Ergebnis ver&ouml;ffentlichte Schavans Ministerium damals erst im Herbst, nach dem Dresdner Bildungsgipfel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,665039,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Na so was, wo doch angeblich Studiengeb&uuml;hren keinen vom Studium abhalten, der wirklich studieren will.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&ldquo;Basta!&rdquo; &ndash; Blogger gegen Berlusconi<\/strong><br>\nBei den Protesten gegen seine rechtsgerichtete Regierung in Rom sind nach Angaben der Veranstalter mehr als 350.000 Menschen unterwegs gewesen. 700 Busse und vier Sonderz&uuml;ge brachten Demonstranten aus ganz Italien in die Hauptstadt. Sie folgten dem Aufruf einer Gruppe regierungskritischer Blogger auf der Internet-Plattform Facebook, die seit zwei Monaten zu einem &ldquo;No Berlusconi Day&rdquo; mobilisierten. Es handelte sich um die erste fast ausschlie&szlig;lich &uuml;ber das Internet organisierte Protestkundgebung in Italien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt5m1\/politik\/389\/496702\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein Hinweis darauf, dass Internet-Blogs so einiges bewegen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>In der Wirtschaftskrise sinkt die Solidarit&auml;t, Feindbilder gewinnen an St&auml;rke, Diskriminierung nimmt zu.<\/strong><br>\nDer aktuelle Jahresbericht, den das Forscherteam an diesem Freitag in Berlin pr&auml;sentiert, kommt zu einem alarmierenden Befund: Unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise br&ouml;selt der gesellschaftliche Zusammenhalt, werden zentrale Normen wie Solidarit&auml;t, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit von Menschen in Frage gestellt. So glauben fast 65 Prozent derjenigen Befragten, die sich von der aktuellen Krise selbst betroffen f&uuml;hlen, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden m&uuml;ssen.<br>\nBest&auml;tigt wird durch die Bielefelder Studie, was schon andere Erhebungen der j&uuml;ngeren Zeit ergeben haben: Die globale Krise hat das Vertrauen in das kapitalistische Wirtschaftssystem so nachhaltig ersch&uuml;ttert, wie das vor kurzem noch undenkbar gewesen w&auml;re. Zwar glauben fast 90 Prozent, dass Banker und Spekulanten die Hauptschuldigen an der Krise sind, mehr als 70 Prozent sehen die Verantwortung daf&uuml;r aber auch beim Wirtschaftssystem an sich. Die politische Reaktion der Deutschen auf die Krise ist f&uuml;r das Land zwar auf den ersten Blick beruhigend, auf den zweiten Blick hingegen beklemmend. Denn anders als es sich beispielsweise die Linkspartei erhofft hatte, findet im Zeichen der Krise keineswegs eine Repolitisierung der Bev&ouml;lkerung statt. Soziale Unruhen, wie sie SPD-Pr&auml;sidentschaftskandidatin Gesine Schwan vor einigen Monaten noch an die Wand gemalt hat, drohen nach Einsch&auml;tzung der Bielefelder Wissenschaftler nicht. Es findet genau das Gegenteil statt: Die Menschen fl&uuml;chten sich in Apathie und Resignation, es breitet sich, so die Studie, eine &ldquo;hoffnungslose Unzufriedenheit&rdquo; aus. F&uuml;r die Politik scheint das zun&auml;chst bequem zu sein: keine brennenden Vorst&auml;dte oder besetzten Fabriken wie anderswo.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/leben\/204\/496519\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Erschreckend, vor allem das Desinteresse der Politik an dieser Entwicklung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie Versicherer tricksen<\/strong><br>\nDurch Verfahrenstricks einer britischen Lebensversicherung m&uuml;ssen tausende Anleger in Deutschland um ihr Geld f&uuml;rchten. Die Clerical Medical Investment Group ist dabei, ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu verhindern, das f&uuml;r sie ung&uuml;nstig ausfallen k&ouml;nnte. Damit es am 16. Dezember nicht zu dem Piloturteil kommt, hat sie daf&uuml;r gesorgt, dass ein Ehepaar kurzfristig die Revision vor dem BGH zur&uuml;ckzog. Auch ein zweites Musterverfahren k&ouml;nnte auf diese Art beendet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2122239_Lebensversicherung-Wie-Versicherer-tricksen.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Steuersenkungen &ndash; Die L&auml;nder k&ouml;nnen es noch richten<\/strong><br>\nDas Steuerpaket der schwarz-gelben Koalition hat die erste parlamentarische H&uuml;rde &uuml;berwunden. Der Bundestag stimmte am Freitag wie erwartet mit der Mehrheit von Union und FDP f&uuml;r das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das Einnahmeausf&auml;lle f&uuml;r Bund, L&auml;nder und Gemeinden von 8,5 Milliarden Euro vorsieht.<br>\nDer Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, warf der Koalition vor, die sozialen Gegens&auml;tze in Deutschland zu versch&auml;rfen. &ldquo;Sie beg&uuml;nstigen ausschlie&szlig;lich Reiche&rdquo;, meinte Gysi. Der gr&uuml;ne Wirtschaftsexperte Fritz Kuhn nannte die Pl&auml;ne ein &ldquo;Schuldenbeschleunigungsgesetz&rdquo;. SPD-Finanzexpertin Nicolette Kressl sprach von &ldquo;Flickwerk&rdquo; und einer vertanen Chance, etwas f&uuml;r das Wachstum und das Land zu tun.<br>\nMit den Steuersenkungen wollen Union und FDP beginnen, ihre Wahlkampfversprechen f&uuml;r mehr Netto umzusetzen. Der gro&szlig;e Schritt mit einer noch deutlicheren Entlastung soll 2011 folgen, ist aber auch in den eigenen Reihen wegen der Haushaltsn&ouml;te umstritten. Schon die schwarz-rote Vorg&auml;ngerregierung hatte Entlastungen von 14 Milliarden f&uuml;r kommendes Jahr beschlossen. Von Markus Sievers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=2122234&amp;em_cnt_page=1\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Interessant die Analyse der konjunkturellen Wirkung des sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. Fazit: Konjunktureffekt faktisch null.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit &auml;hnlichem Tenor &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wieso das Steuergeschenk eine Farce ist<\/strong><br>\nDie Koalition hat die versprochenen Steuersenkungen durch den Bundestag geboxt &ndash; offizieller Name: Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Tats&auml;chlich handelt es sich um ein Volksverdummungsbeschleunigungsgesetz. Eine Abrechnung in f&uuml;nf Punkten.<br>\nHamburg &ndash; Die Koalitionsmehrheit im Bundestag stand problemlos. Am Freitagvormittag boxte die schwarz-gelbe Bundesregierung ihr Wachstumsbeschleunigungsgesetz durchs Parlament. Angesichts des wohlklingenden Namens k&ouml;nnte man denken: Was f&uuml;r eine gute Nachricht f&uuml;r unser Land! Denn bald wird wieder in die H&auml;nde gespuckt, und es geht aufw&auml;rts!<br>\nTats&auml;chlich gibt es keinen Grund zur Freude. Es ist nicht zu erwarten, dass dieses Gesetz &ldquo;den Einbruch des wirtschaftlichen Wachstums so schnell wie m&ouml;glich &uuml;berwinden und neue Impulse f&uuml;r einen stabilen und dynamischen Aufschwung setzen&rdquo; wird, wie es in der Begr&uuml;ndung steht &ndash; vielmehr handelt es sich um ein Volksverdummungsbeschleunigungsgesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,665188,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Freiheit, den Klimawandel zu leugnen<\/strong><br>\nDrei Tage vor dem Kopenhagen-Gipfel soll in Berlin eine &ldquo;Internationale Klimakonferenz&rdquo; stattfinden. Einer der Veranstalter ist das &ldquo;Liberale Institut&rdquo; der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Skeptikern und Leugnern der Erderw&auml;rmung wird die Veranstaltung ein Podium bieten &ndash; einige von ihnen stehen seit langem wegen Zuwendungen von US-&Ouml;lkonzernen wie Exxon in der Kritik.<br>\n&ldquo;Wir f&uuml;llen die Idee der Freiheit mit Leben&rdquo;, lautet das Motto des Liberalen Instituts der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. &ldquo;Politischen Grundsatzfragen&rdquo; will es sich widmen &ndash; und dabei zuweilen unbequeme Antworten auf die Probleme der Zeit&rdquo; geben. Am 4. Dezember l&auml;dt das Liberale Institut zu einer &ldquo;Internationalen Klimakonferenz&rdquo; nach Berlin. Im Vier-Sterne-Hotel Melia, direkt am Bahnhof Friedrichstra&szlig;e, wird ein eint&auml;giges &ldquo;Update zur Klimaforschung&rdquo; versprochen &ndash; doch als Kooperationspartner hat sich die FDP-nahe Denkstube ausgerechnet zwei Speerspitzen der deutschen und internationalen Klimaleugner ausgesucht: das &ldquo;Europ&auml;ische Institut f&uuml;r Klima und Energie e.V.&rdquo; (EIKE) aus Jena und das &ldquo;Committee for a Constructive Tomorrow&rdquo; (CFACT), einen konservativen Think Tank aus Washington.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wir-klimaretter.de\/content\/view\/4380\/256\/\">Wir Klimaretter <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Tja, was darf man von einer Stiftung erwarten, die auch die Putsch-Regierung in Honduras unterst&uuml;tzt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong> Der Disput um den Klimawandel eskaliert zur Zeit. Auch in der kleinen Redaktion der NDS gibt es unterschiedliche Einsch&auml;tzungen. Wir werden informieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Pikantes Gesetz soll Eon-Kraftwerk retten<\/strong><br>\nDie Mehrheitsfraktion in NRW will den Klimaschutz-Paragrafen streichen und so das geplante Eon-Kraftwerk in Datteln vor dem Abriss bewahren. Ein Schritt, der Deutschland bei der Klima-Konferenz in Kopenhagen blamieren w&uuml;rde. Umweltsch&uuml;tzer bezeichnen das Vorhaben als unglaublich.<br>\nDie Landesregierung will offenbar mit Gesetzes&auml;nderungen das Eon-Kohlekraftwerk in Datteln vor dem Abriss bewahren. Daf&uuml;r sollen aus einem Gesetzestext politische Ziele zum Klimaschutz in NRW gestrichen werden &ndash; ein Ansinnen, mit dem sich Deutschland bei der Klima-Konferenz in Kopenhagen blamieren w&uuml;rde.<br>\nLaut Kabinettsbeschluss soll im Eiltempo der Landesentwicklungsplan ge&auml;ndert werden, um Standortkriterien f&uuml;r Kraftwerke anzupassen. Zudem haben sich die Fraktionen von CDU und FDP im Landtag in einem Antrag daf&uuml;r ausgesprochen, Paragraf 26 im Gesetz zur Landesentwicklung ersatzlos zu streichen. Dieser Passus ist die landesplanerische Grundlage f&uuml;r einen umweltvertr&auml;glichen Ausbau der Energiewirtschaft: Anzustreben sei, in NRW erneuerbare und heimische Energien zu nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/\/nachrichten\/im-westen\/2009\/12\/3\/news-142438912\/detail.html\">Der Westen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Hochschulen k&auml;mpfen mit Formen ohne Inhalt<\/strong><br>\nIn vielen Abiturzeitungen gibt es ein Poster zum Rausnehmen. Darauf lachen junge Leute stolz in die Kamera. Auf der R&uuml;ckseite findet sich meist ein Nachruf auf jene, die &uuml;ber die Jahre durchgefallen und abgegangen sind, die Irregeleiteten. Die Liste ihrer Namen ist oft l&auml;nger als die der Absolventen. An Realschulen, Hauptschulen, Gesamtschulen das gleiche Bild. Alle Jahre beklagt ein Jahrgang, dass etwas falsch l&auml;uft im Bildungssystem.<br>\nAlle Bildungspolitiker best&auml;tigen dies. Sie ersetzen deshalb tradierte Strukturen in Schule und Universit&auml;t durch vermeintlich bessere. Die Bildungslandschaft hat sich dar&uuml;ber grausam diversifiziert. 16 Bundesl&auml;nder &ndash; 16 Systeme. Dazu konnte es kommen, weil den Debatten eines gemein ist: Es geht in ihnen kaum einmal um Inhalte, nie um Geist. Bildungsdiskussionen besch&auml;ftigen sich mit Strukturen. Es geht nicht darum, was und wie gelernt werden soll und in welcher Atmosph&auml;re.<br>\nDoch so l&auml;sst sich selbst ein notwendiger Wandel nicht vermitteln. Darum protestieren die Studenten gegen Bachelor und Master, darum unterschrieben so viele Hamburger gegen das l&auml;ngere gemeinsame Lernen, darum schimpfen die Bayern auf das achtj&auml;hrige Gymnasium. Die Strukturen kommen einfach &uuml;ber die Menschen. &bdquo;Ich habe den Eindruck, dass in anderen Bundesl&auml;ndern der Faktor Stabilit&auml;t untersch&auml;tzt wird&ldquo;, sagt Sachsens Kultusminister Roland W&ouml;ller (CDU) der &bdquo;Welt am Sonntag&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/bildung\/article5436675\/Die-Hochschulen-kaempfen-mit-Formen-ohne-Inhalt.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Relativ differenzierter Artikel f&uuml;r die Welt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Hochschulen und Studium in der Dauer-Reform<\/strong><br>\nSeit Monaten protestieren Sch&uuml;lerInnen und Studierende gegen die Bildungssituation an Schulen und Hochschulen. Und gerade die studentische Kritik an den Studienbedingungen in den reformierten Bachelor- und Masterstudieng&auml;ngen fand erstaunlich viel politischen Beifall. Fast k&ouml;nnte man meinen, die Reformen w&auml;ren von niemandem gewollt worden. Die Umstrukturierung von Studium und Hochschule ist jedoch ein langer und in sich konsistenter Reformvorgang, dessen Elemente und Logik hier nachzulesen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/Bildungsstreik\/hochschulreform.php\">Studis online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Sehr ausf&uuml;hrlicher und informativer Artikel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Enth&uuml;llung &uuml;ber Dutschke-Attent&auml;ter<\/strong><br>\nFast scheint es, als m&uuml;ssten alle paar Monate dramatische Momente der j&uuml;ngsten deutschen Zeitgeschichte umgeschrieben werden. Dabei erweisen sich bislang unbekannte Stasi-Akten immer wieder als geradezu unheimliches Langzeitged&auml;chtnis der gesamtdeutschen Historie &ndash; mit eingebautem Zeitz&uuml;nder.<br>\nNun sorgt eine weitere Enth&uuml;llung aus Stasi-Quellen daf&uuml;r, dass auch das zweite zentrale Ereignis der Studentenrevolte von 1968, das Attentat auf die SDS-Ikone Rudi Dutschke, in neuem Licht erscheint &ndash; wenige Tage vor dem 30. Todestag des Studentenf&uuml;hrers an Heiligabend.<br>\nJosef Bachmann, ein 23-j&auml;hriger Hilfsarbeiter, der am Gr&uuml;ndonnerstag 1968 Dutschke mit drei Sch&uuml;ssen lebensgef&auml;hrlich verletzte, galt stets als wirrer, rechtsradikaler Einzelt&auml;ter, aufgehetzt von &ldquo;Bild&rdquo;-Schlagzeilen und Parolen der &ldquo;Deutschen Nationalzeitung&rdquo;: &ldquo;Stoppt Dutschke jetzt! Sonst gibt es B&uuml;rgerkrieg.&rdquo;<br>\nDer SPIEGEL fand heraus, dass sich Bachmann vor dem Mordversuch an Dutschke schon l&auml;nger in der aktiven Neonazi-Szene im nieders&auml;chsischen Peine bewegt hatte, von dem Neonazi Wolfgang Sachse Waffen und Munition erhielt, an Schie&szlig;&uuml;bungen teilnahm und mit seinen braunen Gesinnungsfreunden mehrfach die innerdeutsche Grenze zur DDR attackierte &ndash; mit Sch&uuml;ssen, Steinw&uuml;rfen auf Minen und dem Niederrei&szlig;en einzelner Zaunabschnitte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,665421,00.html#ref=nldt\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kapitalismus abwracken<\/strong><br>\nDer untote Marx steht wieder auf, die &ldquo;Kritische Theorie&rdquo; wird reanimiert, selbst die Neoliberalen betreiben das Gesch&auml;ft der Anpassung an die neuen Verh&auml;ltnisse. Das Denken &auml;ndert scheinbar die Richtung: Mit der neuen Kapitalismuskritik ist viel Neues, viel Bedenkenswertes unterwegs. Detlef Berentzen hat sich auf den Weg zu Konservativen, Bedenkentr&auml;gern, Kritikern und Radikalen gemacht und die tats&auml;chlichen Chancen f&uuml;r einen &ldquo;Dritten Weg&rdquo; erkundet.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/wissen\/-\/id=660374\/nid=660374\/did=5536932\/1dlipj2\/index.html\">SWR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/mp3.swr.de\/swr2\/wissen\/sendungen\/kapitalismus-abwracken.12844s.mp3\">Audiodatei<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich ein recht guter Radiobeitrag zum Thema Finanzkrise und Kapitalismus. Allerdings kommt darin auch der Soziologe Heinz Bude zu Wort, der als engagierter Sozialforscher und vielfacher Buchautor vorgestellt wird, und zwar ohne dass auf dessen neoliberalen Hintergrund hingewiesen wird (mehr dazu z.B. hier <a href=\"?p=4350\">&bdquo;Mit Blindheit geschlagen: Wie Marxisten dem neoliberalen Soziologen Heinz Bude zu einem linken Image verhelfen&ldquo;<\/a>. Auch teile ich die Meinung des Autors nicht, dass Marx uns zur Finanzkrise nichts zu sagen hat. Aber ich denke die NDS-Leser sind kritisch genug, sich ihr eigenes Urteil zu bilden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Aus Lohn-Fehlern lernen<\/strong><br>\nDer Chef der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, spricht&nbsp; &uuml;ber die Lohnrunde im &ouml;ffentlichen Dienst und asiatische Lehren.<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen den Fehler vermeiden, den Japan in den 1990er Jahren gemacht hat. Die Politik hat zu fr&uuml;h auf einen Konsolidierungskurs gesetzt. Und das Lohnniveau ist &uuml;ber Jahre gesunken. Das war auch deshalb m&ouml;glich, weil die Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge aufgebrochen und durch Haustarifvertr&auml;ge ersetzt wurden. Und die schaukelten sich gegenseitig nach unten. Sparpolitik und Lohnsenkung haben dazu gef&uuml;hrt, dass Japan seit 20 Jahren in der Deflationskrise steckt. Wir m&uuml;ssen aus solchen lohnpolitischen Fehlern lernen. Das hei&szlig;t: Ein Lohnplus ist aus gesamtwirtschaftlicher Sicht dringend n&ouml;tig. Wir m&uuml;ssen die Binnennachfrage st&uuml;tzen, damit die Wirtschaft nicht wieder in die Krise ger&auml;t.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2122441&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Mexiko: Opfer der NAFTA<\/strong><br>\nLateinamerikas zweitgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft schrumpfte in den vergangenen zw&ouml;lf Monaten um fast zehn Prozent. Auf dem &uuml;brigen Subkontinent liegt das Minus im Schnitt nur bei 1,9 Prozent. Ursache ist die enorme Abh&auml;ngigkeit Mexikos vom gro&szlig;en Nachbarn USA. Dorthin gingen im vergangenen Jahr 80 Prozent aller Exporte. Besonders betroffen von der Rezession waren Schl&uuml;sselsektoren wie Automobilindustrie und Tourismus. Doch auch die Transport- und Logistikbranche sowie die Bauindustrie erwischte es hart. Obendrein werden die &Uuml;berweisungen der Arbeitsemigranten in diesem Jahr voraussichtlich um 16 Prozent auf 21,1 Milliarden Dollar sinken. Sie sind traditionell die zweitwichtigste Devisenquelle. Auch vom Erd&ouml;l ist keine Rettung zu erwarten, denn aufgrund ineffizienter F&ouml;rdermethoden, zur Neige gehender Altquellen und mangelnder Investitionen in die Erschlie&szlig;ung neuer ist die durchschnittliche Tagesproduktion von 2004 bis Oktober 2009 um fast ein Viertel von 3,4 auf 2,6 Millionen Barrel gefallen. Da&szlig; die &Ouml;leinnahmen immer noch 35 Prozent der Staatseinnahmen ausmachen, liegt nur daran, da&szlig; die Steuerquote bei nur elf Prozent liegt &ndash; gerade halb soviel wie im neoliberalen Musterland Chile. Die offizielle Erwerbslosenquote stieg binnen Jahresfrist von 3,5 auf 6,5 Prozent, w&auml;hrend der durchschnittliche Stundenlohn von 4,70 auf 3,80 Dollar sank. Nach Untersuchungen der Weltbank hat die Zahl der Mexikaner, die mit weniger als vier Dollar am Tag auskommen m&uuml;ssen, von 2006 bis 2009 um zehn Millionen zugenommen. Damit liegt der Anteil der Armen inzwischen bei &uuml;ber 60 Prozent.<br>\nDas britische Wirtschaftsmagazin The Economist kritisierte Mitte November offen die Abh&auml;ngigkeit von der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA, die eine &raquo;strukturelle Schw&auml;che&laquo; darstelle. Sie habe &raquo;Mexiko hochgradig vom Gesundheitszustand der amerikanischen Wirtschaft abh&auml;ngig gemacht und insbesondere von einigen wenigen Sparten des grenz&uuml;berschreitenden Gesch&auml;ftes&laquo; wie der Automobilindustrie, dem Baugewerbe und dem Tourismus. Die Botschaft, sich verst&auml;rkt in andere Richtungen zu orientieren und dabei die EU nicht zu vergessen, ist un&uuml;berh&ouml;rbar. Unterdessen setzt der Harvard-Absolvent Calder&oacute;n auf Bew&auml;hrtes: Steuererh&ouml;hungen und massive Einsparungen im &ouml;ffentlichen Sektor. Als erstes wurde die Mehrwertsteuer auf 16 Prozent angehoben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2009\/12-05\/023.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Markt&ouml;ffnung ist eben nicht alles. Mit der globalen Finanzkrise wird die die heutige Form der Globalisierung generell in Frage gestellt. Es hat sich f&uuml;r viele weniger entwickelte Volkswirtschaften eben nicht gerechnet, sich den hochentwickelten Industriestaaten vollst&auml;ndig zu &ouml;ffnen, wenn sie nicht &uuml;ber eine Marktmacht verf&uuml;gten wie z.B. China, das diesen &Ouml;ffnungsproze&szlig; bis heute kontrollieren kann. &ndash; Dies haben auch die osteurop&auml;ischen Beitrittsl&auml;nder bitter erfahren m&uuml;ssen. Ein Beispiel: Zur Abwendung eines Staatsbankrotts infolge der Krise erhielt Lettland&nbsp;eine Kreditzusage &uuml;ber insgesamt 7,5 Milliarden Euro durch die EU und den IWF mit der Auflage, sich aus der Krise zu sparen. Inzwischen werden die Staatsausgaben praktisch durch den IWF kontrolliert. Viele Schulen und Krankenh&auml;user sind geschlossen worden. Der Haushalt des Gesundheitsministeriums wurde halbiert. F&uuml;r Routineoperationen, die bis vor kurzem vom Staat &uuml;bernommen wurden, m&uuml;ssen jetzt zur G&auml;nze die Patienten aufkommen. Eine Gallen-OP kostet etwa 600 Euro, die Durchschnittsrente in Lettland&nbsp; liegt aber bei 155 Euro pro Monat. &Auml;rzte und Krankenschwestern verlassen fluchtartig das Land und werden z. B in Skandinavien mit offenen Armen empfangen. Kommt uns das nicht aus zahlreichen L&auml;nderberichten der 3.Welt sehr vertraut vor? Die Europ&auml;ische Integration erweist sich immer mehr als die Integration weniger entwickelten Staaten in die hochentwickelten M&auml;rkte des Europ&auml;ischen Binnenmarkts, d.h. ein Aspekt &ouml;konomischer Globalisierung. Die europ&auml;ischen Metropolen m&ouml;gen gewinnen, in den die R&auml;ndern entwickeln sich Dritte-Welt-Zust&auml;nde. Der Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa hat gewi&szlig; seinen Anteil, aber die neoliberalen Gegenstrategien, das Vertrauen in reine Marktmechanismen sind genauso in Frage gestellt. Im Europa der M&auml;rkte nimmt angesichts der Krise wie im Rest der Welt die Desintegration innerhalb wie zwischen den Staaten stetig zu.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>ZDF muss Personalie Chefredakteur l&ouml;sen<\/strong><br>\nDem Proporzdenken nach h&auml;tte die gr&ouml;&szlig;ten Chancen der derzeitige Hauptstadtstudioleiter Peter Frey (52). Er hat kein Parteibuch in der Tasche, k&auml;me f&uuml;r die Konservativen und Sozialdemokraten gleicherma&szlig;en in Betracht. Seine hohe Beliebtheit intern und auch unter Politikern sprechen au&szlig;erdem f&uuml;r seine Nominierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/kultur\/diverses\/medien-zdf-muss-personalie-chefredakteur-loesen_aid_458823.html?drucken=1\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Nur so am Rande: Peter Frey f&uuml;hrte das ber&uuml;chtigte ZDF Sommerinterview mit Oskar Lafontaine. Ein schlagendes Beispiel daf&uuml;r, dass man kein Parteibuch braucht, um Partei zu sein.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Ausverkauft &ndash; Wie das Gemeinwohl zur Privatsache wird; R&ouml;sler k&uuml;ndigt Umbau des Gesundheitssystems an; Geldsorgen halten Abiturienten vom Studium ab: Blogger gegen Berlusconi; In der Wirtschaftskrise sinkt die Solidarit&auml;t; Wie Versicherer tricksen; Die Freiheit, den Klimawandel zu leugnen; Die Hochschulen k&auml;mpfen mit Formen ohne Inhalt; Enth&uuml;llung &uuml;ber Dutschke-Attent&auml;ter. (JK\/AM)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-4389","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4389"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4389\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}