{"id":44001,"date":"2018-05-17T08:47:44","date_gmt":"2018-05-17T06:47:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44001"},"modified":"2019-04-27T15:03:48","modified_gmt":"2019-04-27T13:03:48","slug":"ich-selbst-koennte-nowitschok-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44001","title":{"rendered":"Ich selbst k\u00f6nnte Nowitschok herstellen"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180319-novi-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Am Montag wurde der Leiter des tschechischen milit&auml;rischen Forschungsinstituts in Brno <a href=\"http:\/\/www.radio.cz\/de\/rubrik\/tagesecho\/agent-skripal-nowitschok-und-tschechien\">gefeuert<\/a> &ndash; auf Anweisung der Verteidigungsministerin Karla &Scaron;lechtov&aacute; h&ouml;chstpers&ouml;nlich. Der entlassene Bohuslav &Scaron;af&aacute;&#345; hatte zuvor ausgesagt, dass das tschechische Milit&auml;r in geringen Mengen Nowitschok herstellte und damit <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/en\/skripal-poisoning-czech-government-confirms-it-tested-novichok-type-agent\/a-43658870\">die Erkl&auml;rung<\/a> des tschechischen Pr&auml;sidenten Milos Zeman best&auml;tigt. Gestern <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geheimdienste-bnd-beschaffte-nervengift-nowitschok-in-den-er-jahren-1.3982539\">meldete<\/a> dann auch noch das Investigativteam der S&uuml;ddeutschen, dass auch der BND in den 90-ern im Besitz von Nowitschok war. Diese j&uuml;ngsten Entwicklungen im Fall Skripal &ndash; der zum folgenreichsten Zerw&uuml;rfnis zwischen dem Westen und Russland seit den Ereignissen auf der Krim 2014 eskalierte &ndash; illustrieren exemplarisch, dass die zentrale Frage nach der Herkunft des Nowitschok bis heute ungekl&auml;rt ist. Von <strong>Jakob Reimann<\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44001#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_318\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-44001-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=44001-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180517_Ich_selbst_koennte_Nowitschok_herstellen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Der OPCW-Bericht<\/strong><\/p><p>Im April ver&ouml;ffentlichte die Organisation f&uuml;r das Verbot chemischer Waffen (OPCW) &ndash; die von UN-Generalsekret&auml;r Ant&oacute;nio Guterres beauftragt wurde, den Salisbury-Giftanschlag zu untersuchen &ndash; die Zusammenfassung ihrer Untersuchungen. <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/fileadmin\/OPCW\/S_series\/2018\/en\/s-1612-2018_e_.pdf\">Der OPCW-Bericht<\/a> legt zun&auml;chst einige technische Einzelheiten der Untersuchungen dar und &bdquo;best&auml;tigt&ldquo; unter Punkt 10. schlie&szlig;lich &bdquo;die Ergebnisse des Vereinigten K&ouml;nigreichs bez&uuml;glich der Identit&auml;t der giftigen Chemikalie, die in Salisbury verwendet wurde und drei Menschen schwer verletzte.&ldquo; Die britische Regierung identifizierte im Vorfeld Nowitschok als eingesetztes Nervengift, was damit von der OPCW best&auml;tigt wurde &ndash; ohne jedoch explizit den Namen der Substanz zu nennen.<\/p><p><em>Lesen Sie dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43032\">Nowitschok, Skripal und eine britische Regierung, die sich immer mehr in Widerspr&uuml;che verstrickt<\/a>.<\/em><\/p><p>Die deutsche Medienlandschaft &ndash; von Spiegel &uuml;ber FAZ, S&uuml;ddeutsche bis BILD und Welt &ndash; kolportierte daraufhin mit nur wenigen Ausnahmen die Fake News, <em>die Herkunft<\/em> des Nowitschok, n&auml;mlich Russland, sei durch den OPCW-Bericht nun best&auml;tigt, obwohl dieser kein einziges Wort &uuml;ber die Herkunft des Nervengifts verliert, wie die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43460\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43474\">hier<\/a> akribisch dokumentierten. Dann wurde es ruhig um Nowitschok und die Skripals.<\/p><p><strong>Ein staatlicher Akteur als T&auml;ter<\/strong><\/p><p>Unter Punkt 11 stellt <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/fileadmin\/OPCW\/S_series\/2018\/en\/s-1612-2018_e_.pdf\">der OPCW-Bericht<\/a> fest, &bdquo;dass die toxische Chemikalie von hoher Reinheit ist&ldquo;, was &bdquo;aus der nahezu vollst&auml;ndigen Abwesenheit von Verunreinigungen geschlossen wird.&ldquo; Der letzte Punkt macht die Ermittlung der tats&auml;chlichen Herkunft des Nowitschok besonders problematisch, da ein bestimmtes analytisch bestimmbares Profil von Verunreinigungen R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die eingesetzten Ausgangschemikalien, die verwendete Synthesestrategie sowie den Syntheseprozess selbst zul&auml;sst &ndash; und damit R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den Produzenten.<\/p><p>Die Abwesenheit von Verunreinigungen, die hohe chemische Reinheit des Gifts also, wird von der britischen Regierung &ndash; nicht jedoch von den Wissenschaftlern der OPCW &ndash; dahingehend ausgelegt, dass es sich beim Produzenten des Nowitschok um einen staatlichen Akteur handeln muss, was schlicht ein logischer Fehlschluss und damit irref&uuml;hrend ist: Als w&auml;ren die besten Wissenschaftler und die bestausgestatteten Labore der Welt an staatlichen Einrichtungen und nicht etwa in H&auml;nden von BASF, Dow und Monsanto, oder an privaten Forschungseinrichtungen wie Oxford, Harvard oder dem MIT zu finden.<\/p><p>Nowitschok ist keine einzelne chemische Substanz, sondern eine Substanzklasse, zu der verschiedene Modifikationen geh&ouml;ren, die alle dasselbe molekulare Grundger&uuml;st besitzen &ndash; eine sogenannte Guanidin-Organophosphat-Struktur &ndash;, an das unterschiedliche Seitenketten angeh&auml;ngt sind. Es ist bekannt, dass einige Nowitschok-Vertreter bis zu zehnmal t&ouml;dlicher sind als chemisch &auml;hnliche vom Westen entwickelte Nervengifte wie etwa Soman (Deutschland) oder VX (Gro&szlig;britannien).<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus wissen wir relativ wenig &uuml;ber Nowitschok, die Welt&ouml;ffentlichkeit wurde lange Zeit im Dunkeln gelassen &ndash; allen voran mangelte es &uuml;ber Jahrzehnte an Kenntnissen &uuml;ber die genauen chemischen Formeln und die Synthese des Nervengifts: &bdquo;Informationen &uuml;ber diese Verbindungen waren d&uuml;rftig in der &ouml;ffentlichen Literatur,&ldquo; schrieb noch im Jahre 2016 der britische Chemiker Robin Black, der im staatlichen Chemiewaffenlabor Gro&szlig;britanniens in Porton Down arbeitete (welches sich nebenbei bemerkt in unmittelbarer N&auml;he des Skripal-Tatorts in Salisbury befindet). Einer der Nowitschok-Entwickler, Wil Mirsajanow, ver&ouml;ffentlichte zwar in seiner Autobiographie 2008 einige Nowitschok-Strukturformeln, doch existieren auch andere, Mirsajanow widersprechende Angaben, weshalb Infos dazu generell mit gewissen Unsicherheiten behaftet sind. &bdquo;Keine unabh&auml;ngige Best&auml;tigung der Strukturen oder der Eigenschaften dieser Verbindungen wurde ver&ouml;ffentlicht&ldquo;, meint Robin Black daher weiter.<\/p><p>Aufgrund der au&szlig;erhalb Russlands vermeintlich nicht sicher bekannten Strukturen schloss London: Es muss Moskau gewesen sein. Doch es bleibt ein offenkundiger Logikfehler bar jeder Vernunft: London unterstellt eine zwingende personelle Kausalit&auml;t zwischen der Entwicklung einer Waffe und der mutma&szlig;lichen T&auml;terschaft eines mit dieser Waffe durchgef&uuml;hrten Verbrechens. W&uuml;rde ernsthaft jemand die T&auml;terschaft des grauenhaften Sarin-Angriffs im syrischen Ghouta im August 2013 der deutschen Bundesregierung zuschreiben, weil Sarin schlie&szlig;lich in den 1930-ern in deutschen Nazi-Laboren entwickelt wurde? Welcher Akteur einen Kampfstoff urspr&uuml;nglich entwickelt hat, kann gewiss ein Indiz f&uuml;r eine T&auml;terschaft eines Verbrechens sein, doch nur ein Narr w&uuml;rde behaupten, es handle sich um einen Beweis.<\/p><p><strong>Der Autor dieses Textes k&ouml;nnte Nowitschok synthetisieren<\/strong><\/p><p>2016 machte sich <a href=\"http:\/\/www.spectroscopynow.com\/details\/ezine\/1591ca249b2\/Iranian-chemists-identify-Russian-chemical-warfare-agents.html\">ein Team iranischer Wissenschaftler<\/a> daran, im Mikroma&szlig;stab einige Nowitschok-Verbindungen im Labor zu synthetisieren und mit Gas- und Fl&uuml;ssigkeitschromatographie gekoppelter Massenspektrometrie &ndash; zwei Standardverfahren der chemischen Analytik &ndash; zu analysieren und zu kategorisieren. Zum sicheren Nachweis von Substanzen in unbekannten Stoffgemischen &ndash; wie den Proben des Salisbury-Anschlags &ndash; bedarf es m&ouml;glichst umfangreicher Datenbanken von Referenzsubstanzen, um die entsprechenden Daten abgleichen zu k&ouml;nnen. Auf dem Gebiet der Chemiewaffen werden diese Datenbanken von der OPCW gepflegt und die Nowitschok-Daten der iranischen Forscher wurden dankend in die OPCW-Datenbank &uuml;bernommen &ndash; aller Wahrscheinlichkeit nach wurden die Ergebnisse der Iraner also sowohl von der britischen Regierung als auch der OPCW als Referenz f&uuml;r die Untersuchung der Salisbury-Proben herangezogen.<\/p><p>Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass ich selbst studierter Chemiker bin, meine Bachelorarbeit im Fachbereich organischer Synthese absolvierte und meine Masterarbeit im Bereich der biochemischen Analytik bioaktiver Molek&uuml;le. Ich habe die Arbeit der iranischen Wissenschaftler &ndash; <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/epdf\/10.1002\/rcm.7757\">die &ouml;ffentlich zug&auml;nglich ist<\/a> &ndash; aufmerksam gelesen.<\/p><p>Die Herstellung der Nowitschoks ist relativ &uuml;berschaubar und umfasst nur zwei Reaktionsstufen (in meinem Bachelorarbeitsprojekt arbeitete ich an einer Synthese, die 20 Stufen umfasst). Die Ausgangsmaterialien und Reagenzien sind relativ leicht zu handeln und billig zu erwerben, mit vielen habe ich selbst im Labor gearbeitet. &bdquo;Die Grundstoffe kriegt man in jeder Chemiehandlung&ldquo;, sagt daher auch Wladimir Ugljow, einer der sowjetischen Chemiker, die Nowitschok in den 1970-ern entwickelten, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/russischer-gift-erfinder-ugljow-toedliche-tropfen-im-telefonhoerer-a-1199699.html\">im Interview<\/a> mit dem Spiegel. Die Iraner erhielten ihre Chemikalien zur Nowitschok-Herstellung von zwei deutschen sowie einem US-Chemikalienh&auml;ndler.<\/p><p>Ich will hier die Nowitschok-Herstellung keineswegs trivialisieren: sie ist ohne Wenn und Aber lebensgef&auml;hrlich! Anders als bei weniger t&ouml;dlichen Giften wie beispielsweise Senfgas ist es daher ausgeschlossen, dass etwa Al-Qaida-Terroristen in halb ausgebombten Kellerlaboren in Syrien Nowitschok zusammenkochen oder Alt-Right-Nazis im Breaking-Bad-Style in einem Crystal-Meth-Labor in der W&uuml;ste New Mexicos &ndash; es bedarf zweifelsohne professionell ausgebildeter Chemiker sowie eines gut ausgestatteten Labors mit hohen Sicherheitsstandards. Die iranischen Wissenschaftler synthetisierten ihre Nowitschok-Verbindungen in einem Laborabzug &ndash; &auml;hnlich der Art, wie wir ihn alle aus dem Chemieunterricht kennen &ndash; der mit einem speziellen Aktivkohle-Filtersystem nachger&uuml;stet wurde. Die maximal potenten Nowitschok-Vertreter, wie sie wahrscheinlich in Salisbury eingesetzt wurden, sollten hingegen in einer sogenannten Glovebox hergestellt werden: einem luftdichten Metallkasten, in dem mithilfe integrierter Butyl-Handschuhe sicher von au&szlig;en gearbeitet wird. Eine Glovebox ist zwar relativ teuer, findet sich jedoch in den meisten gut ausgestatteten Chemielaboren dieser Welt.<\/p><p>Es wird oft behauptet, f&uuml;r den Salisbury-Anschlag g&auml;be es nur zwei m&ouml;gliche Erkl&auml;rungen: Entweder wurde er mit geheimen Nowitschok-Best&auml;nden vom Kreml selbst ausgef&uuml;hrt oder Russland habe &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.mcclatchydc.com\/news\/nation-world\/national\/national-security\/article206086994.html\">die Kontrolle &uuml;ber seine Best&auml;nde verloren<\/a>&ldquo; und das Nowitschok wurde von einer Drittpartei entwendet und Kreml-unabh&auml;ngig eingesetzt. Leonid Rink, einer der russischen Wissenschaftler, die am Nowitschok-Programm arbeiteten, gab in den 1990-ern unter Drohungen gegen seine Familie nachweislich <a href=\"https:\/\/www.occrp.org\/en\/28-ccwatch\/cc-watch-indepth\/7905-novichok-has-already-killed\">mehrere Fl&auml;schchen des Giftes<\/a> an mindestens zwei Personen weiter, einer davon mit Kontakten zur lettischen Mafia. Jedes Fl&auml;schchen mit gerade einmal 0,25g Nowitschok entspricht rund 100 t&ouml;dlichen Dosen, die bei entsprechender Lagerung auch 20 Jahre sp&auml;ter noch t&ouml;ten &ndash; und an den Meistbietenden weiterverkauft werden &ndash; k&ouml;nnten.<\/p><p>Eine weitere M&ouml;glichkeit scheint Medienexperten, Politikern und Kommentatoren nicht in den Sinn zu kommen: Das in Salisbury eingesetzte Nowitschok h&auml;tte problemlos in einem Chemielabor <em>irgendwo auf der Welt<\/em> produziert werden k&ouml;nnen &ndash; von wem, wo und warum auch immer. Das tschechische Milit&auml;r hat es 2017 synthetisiert, ebenso iranische Wissenschaftler im Jahr zuvor, die ihre Ergebnisse allgemeinzug&auml;nglich in einem wissenschaftlichen Journal ver&ouml;ffentlichten, mit h&ouml;chster chemischer Reinheit wie beim Salisbury-Anschlag. Labore wie jenes in Teheran oder Brno &ndash; mit der n&ouml;tigen Ausr&uuml;stung, Zugang zu Chemikalien, Knowhow und dringend gebotenen Sicherheitsstandards &ndash; gibt es Tausende auf der Welt, Zehntausende, Hunderttausende, geheime wie &ouml;ffentliche, private wie staatliche. Ich selbst k&ouml;nnte Nowitschok in Salisbury-Reinheit herstellen.<\/p><p>Die Schlussfolgerungen der britischen Regierung entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage, sind damit h&ouml;chst unseri&ouml;s und dienen einzig dem Zweck der D&auml;monisierung Russlands. Ich bestreite nicht, dass Moskau hinter dem Salisbury-Attentat stecken <em>k&ouml;nnte<\/em> &ndash; ja dass gar Putin h&ouml;chstpers&ouml;nlich den Befehl dazu gegeben haben <em>k&ouml;nnte<\/em>. Auch wenn es mir pers&ouml;nlich im h&ouml;chsten Ma&szlig;e unplausibel erscheint, mag es nach einer neuaufgelegten bizarren Kalter-Krieger-Logik aus T&auml;uschung und psychologischer Kriegsf&uuml;hrung plausible Szenarien einer russischen T&auml;terschaft geben &ndash; so wie es bei Weitem plausiblere Szenarien einer T&auml;terschaft jener Akteure gibt, deren lange Vergangenheit von Kriegseintrittsl&uuml;gen wohl dokumentiert ist.<\/p><p>Wer als Staatenlenker rechtsstaatlicher Demokratien das Regierungshandeln hingegen auf ideologisch getr&auml;nkte, vermeintliche Plausibilit&auml;ten gr&uuml;ndet, ohne objektiv &uuml;berpr&uuml;fbare Beweise vorzulegen, verl&auml;sst den Weg des Rechtsstaats und begibt sich auf den Pfad der Tyrannei.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] <strong>Jakob Reimann<\/strong>&nbsp;bloggt auf&nbsp;<a href=\"http:\/\/justicenow.de\/\">JusticeNow!<\/a>&nbsp;Er hat im Sommer 2014 sein Masterstudium in Biochemie in Dresden absolviert und arbeitet mittlerweile an der naturwissenschaftlichen Fakult&auml;t der An-Najah National University in Nablus, Pal&auml;stina. Er forscht &uuml;ber die Auswirkungen chemischer Industrieanlagen auf Umwelt und Gesundheit der Menschen in der Westbank. Er ist zudem freiwillig f&uuml;r die Fl&uuml;chtlingsorganisation PICUM t&auml;tig.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/180319-novi-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Am Montag wurde der Leiter des tschechischen milit&auml;rischen Forschungsinstituts in Brno <a href=\"http:\/\/www.radio.cz\/de\/rubrik\/tagesecho\/agent-skripal-nowitschok-und-tschechien\">gefeuert<\/a> &ndash; auf Anweisung der Verteidigungsministerin Karla &Scaron;lechtov&aacute; h&ouml;chstpers&ouml;nlich. Der entlassene Bohuslav &Scaron;af&aacute;&#345; hatte zuvor ausgesagt, dass das tschechische Milit&auml;r in geringen Mengen Nowitschok herstellte und damit <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/en\/skripal-poisoning-czech-government-confirms-it-tested-novichok-type-agent\/a-43658870\">die Erkl&auml;rung<\/a> des tschechischen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44001\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,60,123],"tags":[2020,2005,1409,469,2359,259,2300,2050],"class_list":["post-44001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-innere-sicherheit","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-biochemische-waffen","tag-fake-news","tag-gifteinsatz","tag-grossbritannien","tag-opcw","tag-russland","tag-skripal-sergej","tag-tschechien"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44001"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51248,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44001\/revisions\/51248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}