{"id":44076,"date":"2018-05-23T08:30:49","date_gmt":"2018-05-23T06:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076"},"modified":"2018-05-23T08:30:50","modified_gmt":"2018-05-23T06:30:50","slug":"hinweise-des-tages-3124","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h01\">Nur deutsche Linke fordern &raquo;offene Grenzen&laquo; f&uuml;r alle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h02\">Linkes Debattieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h03\">Venezuela<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h04\">Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h05\">Frankreich: Ausgedehnte Sozialproteste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h06\">USA k&uuml;ndigen &ldquo;st&auml;rkste Sanktionen der Geschichte&rdquo; an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h07\">Besetzer fordern den Senat heraus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h08\">W&uuml;rde statt Profit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h09\">Kongress lockert Bankenregulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h10\">Bestechungsvorw&uuml;rfe gegen Heckler &amp; Koch &ndash; Zahlungen gingen in Wahlkreis von Volker Kauder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h11\">Streit um Golan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h12\">Das permanente Jein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h13\">Generalstaatsanwaltschaft will Auslieferung von Puigdemont<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h14\">Der ewige Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h15\">Bundesregierung hat keine eigenen Erkenntnisse &uuml;ber Fall Skripal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h16\">Im Fahrstuhl nach unten: Marx und die Abstiegsgesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h17\">Das Recht bin ich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44076#h18\">Warum unser Wertefundament nicht christlich ist<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nur deutsche Linke fordern &raquo;offene Grenzen&laquo; f&uuml;r alle<\/strong><br>\nEin Bleiberecht f&uuml;r jeden ist kein Ausdruck internationaler Solidarit&auml;t, meint der LINKEN-Politiker Alexander King<br>\nIn der Debatte um eine linke Einwanderungspolitik werden schwere Gesch&uuml;tze aufgefahren. Den Bef&uuml;rwortern einer Regulierung von Einwanderung wird der Abschied von Internationalismus und Solidarit&auml;t vorgeworfen. Dabei ist ihr Anliegen richtig: Sie wollen die Debatte in die reale Welt von Lohnarbeit und Globalisierung zur&uuml;ckholen.<br>\nDass Einwanderung unter den gegebenen gesellschaftlichen Verh&auml;ltnissen zu Lohndumping missbraucht werden kann, ist schlie&szlig;lich nicht von der Hand zu weisen. Ein aktuelles Beispiel: In Deutschland herrscht &raquo;Pflegenotstand&laquo;. Es fehlen Zehntausende Pflegerinnen und Pfleger. Weil die L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen miserabel sind, m&ouml;gen nur wenige diesen Beruf ergreifen. Die LINKE will deshalb die Arbeitsbedingungen verbessern und fordert h&ouml;here L&ouml;hne. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine andere Idee: Er schl&auml;gt vor, die leeren Stellen mit Personal aus dem Ausland zu besetzen. Auf diese Weise k&ouml;nnen L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen bleiben, wie sie sind. Die Krankenhaus- und Pflegekonzerne freut&rsquo;s.<br>\nAndere Industriel&auml;nder, etwa Gro&szlig;britannien, haben damit einschl&auml;gige Erfahrung. Sie rekrutieren bereits seit vielen Jahren einen gro&szlig;en Teil ihres medizinischen Personals (&Auml;rztinnen und &Auml;rzte, Pflegepersonal) im Ausland, bevorzugt in den L&auml;ndern des S&uuml;dens. W&auml;hrend Entwicklungshelfer dort die medizinische Versorgung mehr schlecht als recht am Laufen halten.<br>\nVon diesem Irrsinn profitieren die Konzerne in Europa &ndash; auch in anderen Branchen. Nicht umsonst fordern &raquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&laquo; und der Bundesverband der Deutschen Industrie den massiven Zuzug von Arbeitskr&auml;ften nach Deutschland. Und die Bundesbank stellt zufrieden fest, dass der Nettozuzug in die EU von 1,8 Millionen Menschen w&auml;hrend der letzten Jahre als Lohnbremse in den unteren Einkommensgruppen wirkt. Die Verlierer sind die Arbeitnehmer hier und die Herkunftsgesellschaften im S&uuml;den, die durch die Abwanderung arbeitsf&auml;higer, oft schon ausgebildeter junger Menschen geschw&auml;cht werden, w&auml;hrend die Arbeitgeber im Norden sich die Ausbildungskosten einsparen. Man nennt das Brain-drain.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1088801.migrationsdebatte-in-der-linken-nur-deutsche-linke-fordern-offene-grenzen-fuer-alle.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;Solidarit&auml;t, die man Anderen (zum Beispiel Reinigungskr&auml;ften, Bauarbeitern, Wachschutzangestellten, Paketboten und anderen Geringverdienern) gegen&uuml;ber Dritten abverlangt, w&auml;hrend man sich selbst in sicherer Distanz (Bundestag, Parteiapparate, Zeitungsredaktionen, Uni) aufh&auml;lt, ist keine.&ldquo;<br>\nDas kann sich die urbane Salonlinke ins Stammbuch schreiben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Volltreffer. Eigentlich sollte die &bdquo;inhaltliche Debatte&ldquo; damit nun beendet sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Linkes Debattieren<\/strong><br>\nManche Debatten, die Linke derzeit in Deutschland und Europa f&uuml;hren, sind analog jenen, die die verschiedenen Linksliberalen nach der Wahl Donald Trumps zum Pr&auml;sidenten in den USA gef&uuml;hrt haben: Hat die Identit&auml;tspolitik f&uuml;r die verschiedenen Minderheiten die Identit&auml;tsoffensive der konservativen, wei&szlig;en und rassistischen Kr&auml;fte erst angestachelt? Wurde mit all den &bdquo;politisch korrekten&ldquo; Hervorhebungen der Forderungen von Schwarzen, Latinos, LBGT-Menschen und anderen die &bdquo;Antwort&ldquo; in Gestalt von Fake News und grober Hetze rechter Nationalisten herausgefordert? Hier wird diskutiert, ob die Schw&auml;che der Linken den Vormarsch der Rechten und Rechtspopulisten verursacht hat. Und dass auch hier die Linke die Arbeiterklasse aus den Augen verloren hat und stattdessen libert&auml;re Einzelaspekte betont.<br>\nEtliche Linke in Deutschland halluzinierten zun&auml;chst, der Wahlsieg von Syriza in Griechenland w&uuml;rde eine tiefe Bresche in die Mauern des Neoliberalismus schlagen, doch nur wenig sp&auml;ter schimpften dieselben Leute Alexis Tsipras einen Verr&auml;ter. Die griechischen Linken hatten eine strategische Niederlage erlitten. Sie wurde ihnen durch die Neoliberalen in der EU unter F&uuml;hrung des deutschen Finanzministers Sch&auml;uble zugef&uuml;gt, w&auml;hrend in Deutschland niemand imstande war, dieser Politik ernstlich in den Arm zu fallen. Die ganze europ&auml;ische Linke hat dort eine Niederlage erlitten, sagte ein Diskutant auf dem Marx-Kongress der Rosa-Luxemburg-Stiftung Anfang Mai. (&hellip;)<br>\nAuf einem der Podien sa&szlig; auch Klaus Lederer von der Linkspartei, Berliner B&uuml;rgermeister und Senator. (..) Zun&auml;chst meinte er, es sei noch die Frage, ob die Arbeiterklasse &uuml;berhaupt das historische Subjekt sei, um den Kapitalismus zu ver&auml;ndern. Tats&auml;chlich sei sie Teil des Kapitalismus. Die alte Annahme, Antikapitalismus sei per se links, sei schon mit der Naziherrschaft in den 1930er Jahren widerlegt worden. So g&auml;be es auch heute wieder einen &bdquo;reaktion&auml;ren Antikapitalismus&ldquo;. Ausdruck dessen seien abwertende Bemerkungen &uuml;ber Feminismus, K&auml;mpfe der &bdquo;&Uuml;berfl&uuml;ssigen&ldquo; und Migranten sowie die Beschw&ouml;rung des &bdquo;wei&szlig;en Arbeiters&ldquo; im Namen eines &bdquo;wahren&ldquo; Marx.<br>\nDabei polemisierte er eindeutig gegen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine, ohne jedoch die Namen zu nennen. Wir waren in den Niederungen der deutschen Parteipolitik angekommen &ndash; was die Ausl&auml;nder auf der Konferenz gewiss nicht merkten, f&uuml;r die deutschen Teilnehmer jedoch eindeutig war. Vom 8. bis 10. Juni ist Parteitag in Leipzig. &Uuml;ber den Machtkampf in der Linken hatte Neues Deutschland bereits im Dezember 2017 unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Sahra und der Aufstand der Easy-Jetter&ldquo; geschrieben. Einer davon Lederer. Er hatte im April den anti-russischen Au&szlig;enminister Heiko Maas von der SPD gegen seinen &bdquo;Parteifreund&ldquo; Diether Dehm in Schutz genommen, weil der Maas einen &bdquo;gut gestylten NATO-Strichjungen&ldquo; genannt hatte. Sowas sagt man nicht!<br>\nIn seinen verschwurbelten S&auml;tzen, deren Sinn sich nur parteipolitisch Informierten erschlie&szlig;en konnte, murmelte Lederer auch etwas davon, dass Realpolitik &ndash; wie er sie mache &ndash; wichtiger sei, als in Fernseh-Talkshows aufzutauchen. Wenn man wei&szlig;, dass Sarah Wagenknecht 2017 elf Auftritte hatte und damit die Meisteingeladene des Deutschen Fernsehens war, gefolgt von Christian Lindner (FDP), Peter Altmeier (CDU), Thomas Oppermann (SPD), Cem &Ouml;zdemir (Gr&uuml;ne) und Ursula von der Leyen (CDU) mit je zehn Auftritten, wird das klar. Spielt da irgendwie auch der Neidfaktor eine Rolle? Dabei ist Lederer doch im b&uuml;rgerlichen Medienbetrieb der &bdquo;beliebteste Politiker&ldquo; Berlins!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2018\/05\/linkes-debattieren-44268.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Venezuela<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Scharfe Kritik und neue Sanktionen<\/strong><br>\nDie USA belegen Venezuela als Reaktion auf die Wiederwahl des sozialistischen Pr&auml;sidenten Nicol&aacute;s Maduro mit neuen Sanktionen. US-Pr&auml;sident Donald Trump unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Es soll bestehende US-Ma&szlig;nahmen erg&auml;nzen. Der Regierung in Caracas sollten weitere M&ouml;glichkeiten verbaut werden, an frisches Geld zu kommen, erkl&auml;rten Vertreter der US-Regierung.<br>\nUS-Gesch&auml;fte mit Venezuela untersagt<br>\nKonkret wird allen US-Firmen und -B&uuml;rgern untersagt, der Regierung Venezuelas dabei zu helfen, Besitz- oder Anlageg&uuml;ter zu verkaufen. Gleiches gilt f&uuml;r die Zentralbank und die &Ouml;lgesellschaft Petr&oacute;leos de Venezuela&hellip;.<br>\nMaas: Keine &ldquo;freien und fairen Wahlen&rdquo;<br>\nKritik kam auch aus Europa. &ldquo;Das waren nicht die freien und fairen Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat&rdquo;, twitterte Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas&hellip;.<br>\nDie spanische Regierung will im Rahmen der EU auf die umstrittene Pr&auml;sidentschaftswahl reagieren. Ministerpr&auml;sident Mariano Rajoy k&uuml;ndigte an: &ldquo;Spanien wird mit seinen europ&auml;ischen Partnern angemessene Ma&szlig;nahmen er&ouml;rtern und weiter daran arbeiten, die Leiden der Venezolaner zu lindern&rdquo;, schrieb Rajoy bei Twitter.<br>\nAuch die L&auml;nder der sogenannten Lima-Gruppe erkannten das Wahlergebnis nicht an und k&uuml;ndigten an, ihre Botschafter aus Protest zur&uuml;ckzurufen. Zudem bestellten sie die jeweiligen venezolanischen Botschafter ein. In einer Erkl&auml;rung hie&szlig; es, die Wahl habe &ldquo;nicht den Standards eines freien, fairen und transparenten demokratischen Prozesses entsprochen&rdquo;. Zur Lima-Gruppe geh&ouml;ren unter anderem Kanada, Brasilien, Argentinien und Mexiko.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/venezuela-wahl-reaktionen-sanktionen-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WM:<\/strong> Die USA und ihre &bdquo;Freunde&ldquo; hatten schon vor der Wahl angek&uuml;ndigt, das Ergebnis nicht anerkennen zu wollen. Na klar, weil abzusehen war, dass Maduro haushoch gewinnen w&uuml;rde. Auch der Wahlverlierer Falcon hat bereits Neuwahlen gefordert.<br>\nDiejenigen, die jetzt &bdquo;die Not des venezolanischen Volkes lindern&ldquo; wollen, waren durch Sanktionen und Handelsboykott haupts&auml;chlich daran beteiligt, dass die Not &uuml;berhaupt entstanden ist. Und au&szlig;erdem: mit dieser Floskel wollen sie einen Regierungsumsturz legitimieren und keine Not lindern. Die venezolanische Regierung ist den USA schon seit Chavez ein Dorn im Auge, weil sie ihren eigenen (sozialistischen?) Weg gegangen ist. Venezuela hat, wie jedes andere Volk auch, das Recht dazu. Siehe dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44033#more-44033\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pr&auml;sident Maduro gewinnt in Venezuela, Herausforderer will Neuwahl<\/strong><br>\nCaracas. Trotz einer heftigen sozialen und wirtschaftlichen Krise hat Venezuelas Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro am Sonntag nach Angaben des Nationalen Wahlrates (Consejo Nacional Electoral, CNE) die Pr&auml;sidentschaftswahlen gewonnen. Der linksgerichtete Politiker setzte sich nach dem vorl&auml;ufigen Endergebnis mit 67,7 Prozent gegen seinen Widersacher Henri Falc&oacute;n durch, auf den 21,2 Prozent der Stimmen entfielen. Der Evangelikale Javier Bertucci erreichte 10,8 Prozent, der vierte Kandidat, Reinaldo Quijada, 0,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 46,01 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Der absolute Stimmanteil f&uuml;r Amtsinhaber Maduro sank offenbar auf unter sechs Millionen Stimmen.<br>\nFalc&oacute;n gab am Abend noch vor der Bekanntgabe der Ergebnisse bekannt, die Wahl nicht anzuerkennen. Der ehemalige Weggef&auml;hrte des 2013 verstorbenen Pr&auml;sidenten Hugo Ch&aacute;vez argumentierte mit &ldquo;Unregelm&auml;&szlig;igkeiten&rdquo; im Zusammenhang mit rund 13.000 sogenannten Roten Punkten, St&auml;nden der Regierungspartei PSUV, die in unmittelbarer N&auml;he der Wahllokale aufgebaut wurden. Dort h&auml;tten Venezolanerinnen und Venezolaner ihre Ausweise vorlegen k&ouml;nnen, um zus&auml;tzliche Sozialleistungen zu empfangen. Die Opposition sieht darin einen Missbrauch staatlicher Mittel f&uuml;r Parteizwecke.<br>\nDiese St&auml;nde politischer Pateien in einem festgelegten Abstand in der N&auml;he von Wahllokalen sind in Venezuela durchaus &uuml;blich, so gab es bei den vorangegangenen Urneng&auml;ngen neben den Roten Punkten der PSUV auch Blaue Punkte der Oppositionsparteien.<br>\nDer ehemalige Pr&auml;sident von Ecuador, Rafael Correa, war unter den internationalen Wahlbeobachtern und sagte am gestrigen Abend nach der Wahl: &ldquo;Wir haben ein demokratisches Fest begleitet.&rdquo; Der linksgerichtete spanische Europa-Abgeordnete Javier Couso &auml;u&szlig;erte im Hinblick auf die aus Europa vor der Wahl immer wieder formulierte Kritik: &ldquo;In Europa fehlt der Respekt daf&uuml;r, dass das venezolanische Volk seine Zukunft &uuml;ber Wahlen selbst bestimmt.&rdquo; Die Vorsitzende der Wahlbeh&ouml;rde (CNE), Tibisay Lucena, gab die Wertung der Wahlbeobachter wieder, laut der &ldquo;Betrug im Wahlsystem unm&ouml;glich&rdquo; ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2018\/05\/201675\/wahl-venezuela?platform=hootsuite\">Amerika 21<\/a><\/li>\n<li><strong>Parallele Realit&auml;ten in Venezuela<\/strong><br>\n(&hellip;) Zugleich hat die Einflussnahme aus dem Ausland auf die venezolanische Politik mit dem Ziel eines Regime-Change ein bisher nicht gekanntes Ausma&szlig; erreicht. Das bedeutet auch: Egal wer die Wahl heute gewinnt, er wird es nicht nur mit einer der schwersten Krisen in der j&uuml;ngeren Geschichte des Landes zu tun haben, sondern national und international um Anerkennung k&auml;mpfen m&uuml;ssen.<br>\n(&hellip;) Propaganda statt Analyse von Problemen<br>\nSo berichtete die ARD unl&auml;ngst zur besten Sendezeit, dass die Regierung Maduro &ldquo;jeden namhaften Gegenkandidaten, jeden politischen Gegner ausgeschaltet hat&rdquo;. Solche Fake News zeigen ein zentrales Problem im Umgang mit Venezuela: Zahlreiche Journalisten, selbst solche, die sich in der Region auskennen sollten und Spanisch sprechen, &uuml;bernehmen unkritisch Darstellungen der Opposition, ohne sie zu &uuml;berpr&uuml;fen.<br>\n(&hellip;) Auch die Hintergr&uuml;nde der venezolanischen Wirtschaftskrise bleiben zu oft unklar. So wird die Krise auf der einen Seite mit &ldquo;Inkompetenz, Korruption und Vetternwirtschaft&rdquo; der Regierung begr&uuml;ndet, w&auml;hrend das Lager der Chavisten die USA und einen &ldquo;Wirtschaftskrieg&rdquo; anf&uuml;hrt. Die strukturellen Probleme aber liegen im Verfall des Erd&ouml;lpreises auf dem Weltmarkt und einer wirklich widersinnigen Devisenbewirtschaftung, die es &uuml;ber Jahre hinweg erlaubt hat, zu einem staatlich subventionierten Kurs an Devisen zu gelangen, um sie f&uuml;r ein Vielfaches des Wertes auf dem Schwarzmarkt zur&uuml;ckzutauschen. So sind Milliarden US-Dollar Staatsgelder in private Taschen geflossen.<br>\nDie M&auml;r vom Parteienverbot<br>\nDie politische Beeinflussung geht soweit, dass grundlegende Fehleinsch&auml;tzungen die internationale Berichterstattung verf&auml;lschen. So etwa die These eines Verbotes oppositioneller Parteien in Venezuela&hellip;.<br>\nIst f&uuml;r die Toten nur die Regierung verantwortlich?<br>\nAuch das Thema der politischen Gewalt in Venezuela wurde in den vergangenen Jahren politisch instrumentalisiert. Ebenso wie bei der Frage der angeblichen Parteienverbote geht das vermittelte Bild an der Realit&auml;t vorbei, wenn es etwa hei&szlig;t, bei Oppositionsprotesten Anfang vergangenen Jahres seien rund 160 Personen von Sicherheitskr&auml;ften oder chavistischen bewaffneten Strukturen ermordet worden.<br>\nBei einem raschen Blick in eine der online verf&uuml;gbaren Auflistungen der Opfer wird ersichtlich, dass es sich bei einigen um Anh&auml;nger der Regierung oder Sicherheitskr&auml;fte handelte. Andere der Opfer sind bei Pl&uuml;nderungen ums Leben gekommen.<br>\nDemokratische Opposition hat schweren Stand<br>\nIn dieser Situation fanden in Venezuela an diesem Sonntag die Pr&auml;sidentschaftswahlen statt. Es handelt sich um die 24. landesweite Abstimmung in den 19 Jahren des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozesses, der als Bolivarische Revolution bezeichnet wird.<br>\nZumindest auf politischer Ebene ist das internationale Interesse an einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der Abstimmung l&auml;ngst parteiischen Zielstellungen gewichen. Die Bundesregierung hat nach entsprechenden &Auml;u&szlig;erungen aus den USA bereits abgelehnt, das Ergebnis der heutigen Wahlen anzuerkennen.<br>\nRechtsgerichtete Staatschefs wie der Chilene Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era oder Juan Carlos Varela aus Panama &auml;u&szlig;erten sich klarer und sprachen der Pr&auml;sidentschaftswahl die Legitimit&auml;t ab. Innerhalb der EU wurden bereits in der vergangenen Woche neue Sanktionen gegen venezolanische Funktion&auml;re diskutiert.<br>\nZu erwarten ist, dass die ma&szlig;geblich von den USA und der EU unterst&uuml;tzten Teile der Opposition ab Montag erneut auf einen Eskalationskurs setzen. Die direkte Unterst&uuml;tzung aus dem Ausland wird die Spaltung der Opposition im Land in jedem Fall weiter vertiefen und eine gemeinsame L&ouml;sung der politischen und wirtschaftlichen Probleme behindern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Parallele-Realitaeten-in-Venezuela-4052789.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Italien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>O bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!<\/strong><br>\nDie Dummheit des Nordens in Sachen Schulden trifft Italien schon wieder ins Mark und provoziert noch radikalere &bdquo;L&ouml;sungen&ldquo;. Wann wird man jemals verstehen?<br>\nOb Petra Gerster wohl wusste, was sie sagte, als sie gestern in der heute-Sendung des ZDF den ersten Beitrag zu Italien mit dem Satz (hier) einleitete, Italien habe derzeit 2300 Milliarden Schulden und die neuen Populisten, die in Rom an die Macht gekommen seien, wollten tats&auml;chlich teure Reformen durchf&uuml;hren. Ihr Kollege Claus Kleber meinte wenig sp&auml;ter in seiner unvergleichlichen Mischung aus Ignoranz und Arroganz sogar, dass man die Italiener jetzt von Br&uuml;ssel aus &bdquo;an die Kandare&ldquo; nehmen m&uuml;sse, wenn die Eurozone Bestand haben solle.<br>\nIn diesen Tagen feiert die makro&ouml;konomische Dummheit wieder fr&ouml;hliche Urst&auml;nd. Und es Dummheit zu nennen, ist keine &Uuml;ber- sondern eher eine Untertreibung. Nat&uuml;rlich ist es immer noch die Dummheit der schw&auml;bischen Hausfrau, die partout nicht verstehen will, dass es keine Verbesserung einer Wirtschaftslage irgendwo geben kann, ohne dass die Schulden steigen. Sie will insbesondere nicht verstehen, dass sich auch in Deutschland die Wirtschaftslage nur bessert, wenn die Verschuldung steigt. Im deutschen Fall ist es allerdings die Verschuldung des Auslandes, die dabei ben&ouml;tigt wird. Die ist uns aber wurscht egal, &uuml;ber die regen wir uns nur auf, wenn wir &ndash; oh Schreck &ndash; auf einmal feststellen, dass die anderen noch h&ouml;her als zuvor verschuldet sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2018\/05\/o-bella-ciao-bella-ciao-bella-ciao-ciao-ciao\/\">Heiner Flassbeck auf Makroskop<\/a><\/li>\n<li><strong>Avanti?<\/strong><br>\nItaliens Pr&auml;sident Sergio Matarella soll die neue Regierung ernennen. Vorstehen soll ihr ein parteiloser Ministerpr&auml;sident, auf den sich F&uuml;nf-Sterne-Bewegung und Lega geeinigt haben. Die Kritik an den Pl&auml;nen nimmt zu, dabei sind diese nicht neu<br>\nVielleicht w&auml;re es auch f&uuml;r die deutschen Medien keine schlechte Idee, jetzt mal langsam wieder vom Italien-Bashing runterzukommen. Sie warnen vor dem &bdquo;italienischen Himmelfahrtskommando&ldquo; (Spiegel online) beschreiben die &bdquo;Selbstverzwergung&ldquo; Italiens (Die Welt), schimpfen auf die &bdquo;Zumutungen aus Rom&ldquo; (FAZ) und verorten das Land &bdquo;irgendwo zwischen Horror und Tragikom&ouml;die&ldquo; (Tages-Anzeiger und SZ).<br>\nJa, wir befinden uns in einer Medienkrise, Stellen werden gestrichen und Honorare und Korrespondentenstellen halbiert. Auch die Redaktion will immer nur das lesen, was sie schon bei der Konkurrenz gesehen hat. Aber auch Korrespondenten sind Journalisten und nicht der Au&szlig;endienst des Bundeskanzleramts. Wie w&auml;re es mal daran zu erinnern, dass die Regierungsbildung in Italien nur halb so lange gedauert hat wie die in Deutschland? Und daran, dass sich der politische Chef der F&uuml;nf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, stets verweigert hat, mit Silvio Berlusconi auch nur zu sprechen? Ja, genau dieser Berlusconi, der Orgien mit minderj&auml;hrigen M&auml;dchen feierte und die Mafia bezahlt hat. &Uuml;ber den man in Deutschland vergessen hat, dass er zuletzt mit dem von Deutschen geliebten Matteo Renzi von der Demokratischen Partei (PD) koaliert hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/italien-regierung-berlusconi-fuenf-sterne-lega-salvini-di-maio-conte\">Cicero<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Frankreich: Ausgedehnte Sozialproteste<\/strong><br>\nDie laufende Woche wird in Frankreich von mehr oder weniger ausgedehnten Sozialprotesten gepr&auml;gt sein. Zun&auml;chst streiken zum Wochenbeginn am Dienstag die &ouml;ffentlich Bediensteten.<br>\nDiese wehren sich unter anderem gegen die Wiedereinf&uuml;hrung eines &ldquo;Karenztags&rdquo;, eines unbezahlten Krankheitstags, den Nicolas Sarkozy zun&auml;chst 2012 eingef&uuml;hrt und Fran&ccedil;ois Hollande dann 2014 wieder abgeschafft hatte, und gegen Personalm&auml;ngel in Krankenh&auml;usern und Pflege&hellip;<br>\nAm Samstag folgt dann eine voraussichtlich breite Mobilisierung, zu welcher ein B&uuml;ndnis aus rund achtzig Organisationen wie Gewerkschaften, Linksparteien und NGOs aufruft&hellip;<br>\nBereits seit Anfang April streiken in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden insbesondere die Bahnbesch&auml;ftigten.<br>\nHinzu kommt ein, allerdings mit starken Ungleichzeitigkeiten zwischen den Hochschulstandorten verlaufender, Studierendenprotest.<br>\nDer Eisenbahnerstreik<br>\nDer am st&auml;rksten befolgte Arbeitskampf, mit unterschiedlich intensiv ausfallenden Phasen, ist jener der Bahnbesch&auml;ftigten. Ein H&ouml;hepunkt wurde etwa am Montag, den 14. Mai, verzeichnet. Auch wenn die Direktion der franz&ouml;sischen Bahngesellschaft eifrig bem&uuml;ht war, das Gegenteil zu behaupten, betrug doch auch laut ihren Angaben die Streikbeteiligung an dem Tag 74,4 % bei den Lokf&uuml;hrern und 74,3 % bei den Schaffnern.<br>\nDer Protest richtet sich zun&auml;chst gegen die Versuche der Regierung, Teile des franz&ouml;sischen Schienennetzes buchst&auml;blich kaputt zu sparen.<br>\n(&hellip;) Neid<br>\nIn der &Ouml;ffentlichkeit behauptet nun ein u.a. durch die Regierung, aber auch viele b&uuml;rgerliche Medien gesch&uuml;rter Neiddiskurs, dass es sich dabei handele um &ldquo;historisch &uuml;berkommene Privilegien&rdquo; handele.<br>\nDies geht einher mit der Falschdarstellung, die Bahnbesch&auml;ftigten erhielten unverdient hohe L&ouml;hne&hellip;In den dominierenden Medien, &ouml;ffentlich-rechtlichen wie privaten, bl&auml;st den Streikenden trotz allem der Wind ins Gesicht: Dort wird gebetsm&uuml;hlenartig das Leid der Fahrg&auml;ste beschworen. Das war zwar auch bei fr&uuml;heren Streiks der Fall, verfing damals jedoch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Frankreich-Ausgedehnte-Sozialproteste-4052921.html?seite=all\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>USA k&uuml;ndigen &ldquo;st&auml;rkste Sanktionen der Geschichte&rdquo; an<\/strong><br>\nIn seiner ersten gro&szlig;en Rede als US-Au&szlig;enminister attackiert Mike Pompeo Iran frontal: Die Vereinigten Staaten w&uuml;rden das Regime in Teheran bestrafen wie nie zuvor.<br>\nDie USA haben den Atomdeal mit Iran Anfang des Monats einseitig aufgek&uuml;ndigt &ndash; und wollen nach den Worten von Au&szlig;enminister Mike Pompeo nun einen &ldquo;beispiellosen finanziellen Druck&rdquo; auf die Regierung in Teheran aus&uuml;ben. Washington werde &ldquo;die st&auml;rksten Sanktionen der Geschichte&rdquo; verh&auml;ngen, sagte Pompeo in einer Rede vor der konservativen Heritage Stiftung.<br>\nMit diesen Ma&szlig;nahmen solle die Dominanz Irans im Nahen Osten reduziert werden. Die j&uuml;ngst wieder eingesetzten Sanktionen gegen Teheran seien erst der Anfang, sagte Pompeo. Der Stachel der Sanktionen werde sehr schmerzhaft sein.<br>\nUnter dem Schirm des Atomdeals habe Iran Stellvertreterkriege im Nahen Osten gef&uuml;hrt, so Pompeo. Bis heute l&uuml;ge Iran &uuml;ber seine wahren Absichten. Das Land sei der gr&ouml;&szlig;te Finanzier von Terrorismus.<br>\n&ldquo;Iran darf niemals den Nahen Osten dominieren&rdquo;<br>\nIn dem Nuklearabkommen von 2015, das US-Pr&auml;sident Donald Trump aufgek&uuml;ndigt hat, verpflichtet sich die internationale Gemeinschaft, Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben. Im Gegenzug soll ausgeschlossen werden, dass Iran Atomwaffen entwickelt.<br>\n&ldquo;Iran darf niemals einen Freibrief haben, um den Nahen Osten zu dominieren&rdquo;, sagte Pompeo. Die USA wollten weiter mit Verb&uuml;ndeten in der Region zusammenarbeiten, um Iran zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Neben Israel z&auml;hlt auch die saudische Monarchie zu den engsten Verb&uuml;ndeten der Vereinigten Staaten.<br>\n&ldquo;Wir werden uns unerm&uuml;dlich f&uuml;r das iranische Volk einsetzen&rdquo;, betonte Pompeo. Die USA wollten die Proteste gegen die Regierung in Teheran unterst&uuml;tzen. &ldquo;Wir m&uuml;ssen sicherstellen, dass Iran niemals einen Weg zu einer Atomwaffe hat&rdquo;, sagte Pompeo weiter. Teheran m&uuml;sse Inspektoren im ganzen Land unbegrenzten Zugang zu Atomanlagen gew&auml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/iran-mike-pompeo-kuendigt-staerkste-sanktionen-der-geschichte-an-a-1208811.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WM:<\/strong> Die USA wollen Iran bestrafen. Wof&uuml;r denn? Weil die iranische Regierung nicht nach der Pfeife Washingtons tanzt! Und: &bdquo;Iran darf niemals den Nahen Osten dominieren&ldquo;. Nein, nat&uuml;rlich nicht. Diese Rolle haben die USA f&uuml;r sich und ihre Verb&uuml;ndeten Israel und Saudi-Arabien reserviert. Und weiter: &bdquo;wir werden uns unerm&uuml;dlich f&uuml;r das iranische Volk einsetzen.&ldquo; Na, da wird sich das iranische Volk aber freuen. Es kann ein Lied von der Freundschaft mit den USA singen. Der &bdquo;Einsatz der USA f&uuml;r das iranische Volk&ldquo; begann bereits 1953 als die CIA Mossadegh st&uuml;rzte und das Schah-Regime einsetzte um sich die iranischen &Ouml;lquellen zu sichern, die Mossadegh verstaatlicht hatte. Sp&auml;ter, nach der iranischen Revolution, Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre unterst&uuml;tzte die USA den Kriegsgegner Irak im &auml;u&szlig;erst blutigen &bdquo;ersten Golfkrieg&ldquo;. An diesen Krieg erinnert der Blutbrunnen in Teheran, dessen Wasser rot gef&auml;rbt ist, um an die Verstorbenen in diesem Krieg zu erinnern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Besetzer fordern den Senat heraus<\/strong><br>\nDer formal f&uuml;r die Wohnungsbaugesellschaften zust&auml;ndige Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) h&auml;tte &bdquo;Stadt und Land&ldquo;-Chef Malter aus der Verantwortung nehmen k&ouml;nnen, wohl auch eine resolute Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Doch beide hielten sich bedeckt &ndash; und erm&ouml;glichten damit die durch Malter angeforderte R&auml;umung.<br>\nDamit ist weder das Problem einer f&uuml;r viele zur Existenzfrage gewordenen Wohnungsnot gel&ouml;st, noch die Aktionsform Besetzen delegitimiert. Im Gegenteil: Statt die in dem Wohnhaus seit zehn Jahren leer stehenden 40 Wohnungen schnellstm&ouml;glich wieder bewohnbar zu machen, werden diese auf absehbare Zeit weiter leer stehen.<br>\nUnd statt einen Konsens dar&uuml;ber zu haben, dass das Aneignen fremden Eigentums unmoralisch und falsch ist, wird bundesweit die Debatte dar&uuml;ber gef&uuml;hrt, ob nicht das Gegenteil davon richtig ist. Exemplarisch f&uuml;r viele Debatten fragte die S&uuml;ddeutsche Zeitung am Dienstag: &bdquo;Hausbesetzung &ndash; ein angemessener Protest gegen Wohnungsnot?&ldquo;<br>\nDie Linke in der Kritik<br>\nWeniger in der SPD, daf&uuml;r bei Verantwortungstr&auml;gern von Gr&uuml;nen und Linken beantworten viele diese Frage mit Ja &ndash; dennoch hat der Senat nun das erste Mal in seiner anderthalbj&auml;hrigen Amtszeit einen ernsthaften Konflikt mit der au&szlig;erparlamentarischen linken Szene der Stadt. Besonders die Partei, die mit &bdquo;Und die Stadt geh&ouml;rt Euch&ldquo;-Plakaten f&uuml;r sich geworben hatte, bekommt den Unmut zu sp&uuml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Wohnraum-in-Berlin\/!5504366\/\">taz<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Spekulanten auf Einkaufstour<\/strong><br>\nEs waren die gr&ouml;&szlig;ten Besetzungen seit langem in der Hauptstadt. Neun leerstehende Wohnungen bezogen Aktivisten in Berlin am Sonntag, um auf Spekulationsgesch&auml;fte, Mietsteigerungen und Zwangsr&auml;umungen aufmerksam zu machen. Auf Transparenten war zu lesen: &raquo;Die H&auml;user denen, die sie brauchen.&laquo;<br>\nNach der zw&ouml;lf Stunden andauernden Besetzung seien in der Nacht zu Montag die letzten<br>\nBesetzer von der Polizei aus einem Haus in Berlin-Neuk&ouml;lln getragen worden, berichteten die Organisatoren in einer Pressemitteilung. &raquo;Einige Personen wurden beim gewaltsamen Eindringen der Polizei verletzt.&laquo; Die Anw&auml;lte der Aktivisten stellten klar, &raquo;dass sich zum Zeitpunkt der R&auml;umung die Verhandlungen noch in vollem Gange befanden&laquo;. Die Gespr&auml;che mit dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der kommunalen Wohnbautengesellschaft &raquo;Stadt und Land&laquo; seien &raquo;gewaltvoll unterbrochen&laquo; worden. Die Besetzer seien auf ein Vermittlungsangebot von Staatssekret&auml;r Sebastian Scheel (Die Linke) eingegangen. &raquo;In Zukunft werden wir uns nicht mehr auf Rot-Rot-Gr&uuml;n und ihre Zusagen verlassen.&laquo;<br>\nDie Berliner Landesregierung will, dass sich mehr Investoren in der Hauptstadt ansiedeln. Dem Ruf gefolgt ist US-Multimilliard&auml;r Warren Buffett. Die von ihm gegr&uuml;ndete Immobilienfirma &raquo;Berkshire Hathaway Home Services&laquo; hat sich in Berlin eingekauft und das bestehende Maklerb&uuml;ro &raquo;Rubina Real Estate&laquo; in seinen Konzern integriert (siehe jW vom 19. Mai.)&hellip;<br>\nBuffett und Co. stecken ihr Geld in den deutschen Wohnungsmarkt. Mit Folgen: Die Immobilienpreise in Ballungsgebieten ziehen an. Die Bundesbank geht in einem Gutachten vom Februar von einer &Uuml;berbewertung der Marktpreise von 35 Prozent aus. Dabei steigen nirgendwo in der Welt die Preise f&uuml;r Immobilien so schnell wie in Berlin.<br>\n(&hellip;) Die immensen Preissteigerungen gingen laut Bundesbank auch mit deutlichen Mieterh&ouml;hungen einher. Bei Neuvertr&auml;gen habe der Zuwachs 2017 bei 7,25 Prozent gelegen. In den Gro&szlig;st&auml;dten schossen die Neuvertragsmieten sogar um 9,25 Prozent nach oben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/332789.spekulanten-auf-einkaufstour.html\">Junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>W&uuml;rde statt Profit<\/strong><br>\nEs gibt derzeit kaum ein anderes soziales Thema, das bundesweit unterschiedliche Menschen in ihrem Alltag so ber&uuml;hrt wie die Zust&auml;nde in der Pflege&hellip;.Am Zustand der Pflege zeigt sich, wie in dieser Gesellschaft mit Kranken, Alten und anderen hilfebed&uuml;rftigen Menschen umgegangen wird und welchen &raquo;Wert&laquo; die Menschen haben, die sich um sie k&uuml;mmern&hellip;.Die Menschenw&uuml;rde der Besch&auml;ftigten und Patienten steht im Widerspruch zu Kostendruck und den Profiten privater Investoren. In Pflegeheimen und in der ambulanten Altenpflege ist der Notstand zum Teil noch dramatischer. Immer mehr Einrichtungen werden privatisiert. Die Rendite&shy;interessen und eine v&ouml;llig unzureichende Finanzierung durch das Teilkaskoprinzip der Pflegeversicherung f&uuml;hren zu Personalmangel und extremer Ausbeutung.<br>\nDie Bundesregierung hat jahrelang Augen und Ohren vor den Klagen von Besch&auml;ftigten und Angeh&ouml;rigen sowie vor kritischen Medienberichten verschlossen. Sie hat das bewusst und im Interesse einer klaren, neoliberalen Agenda getan. Es geht ihr darum, die Krankenh&auml;user und den Bereich der Pflege insgesamt f&uuml;r profitorientierte Konzerne attraktiv zu machen. &hellip; Obwohl Pflegearbeit f&uuml;r die gesamte Gesellschaft wichtig ist, ihre Bedeutung in Sonntagsreden auch immer wieder betont wird, erf&auml;hrt sie de facto wenig Wertsch&auml;tzung.<br>\nDer Wind dreht sich<br>\nImmer mehr Menschen &ndash; Besch&auml;ftigte, Patienten, pflegende Angeh&ouml;rige, deren Familien und Freunde &ndash; sind nicht mehr bereit, diese Politik einfach hinzunehmen. Einen Schub erhielt dieses Thema, als der Pfleger Alexander Jorde vor einem Millionenpublikum die Bundeskanzlerin mit den katastrophalen Zust&auml;nden in seiner Branche konfrontierte. Diese Menschen erheben ihre Stimme, schreiben Briefe, organisieren sich in der Gewerkschaft und mehr und mehr auch in der Partei Die Linke; sie starten Protestaktionen, Petitionen und sogar Streiks. Der Pflegenotstand wird zum (beginnenden) Pflegeaufstand.<br>\n(&hellip;) Notwendiger Systemwechsel<br>\nIm Gesundheits- und Pflegemarkt herrscht ein scharfer Verdr&auml;ngungswettbewerb. Das System der Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRG) zwingt Krankenh&auml;user dazu, mit m&ouml;glichst wenig Personal in der k&uuml;rzestm&ouml;glichen Zeit die meisten und schwersten &raquo;F&auml;lle&laquo; zu behandeln, um nicht in die roten Zahlen zu geraten. Daraus resultieren zahlreiche Formen von Unter-, &Uuml;ber- und Fehlversorgung: Es wird zwischen lukrativen Patientinnen und Patienten und solchen, mit denen kein Gewinn zu machen ist, unterschieden. Behandlungen erfolgen aus wirtschaftlichen, nicht prim&auml;r medizinischen Gr&uuml;nden oder werden unterlassen. Stationen und ganze Kliniken werden geschlossen, wenn sie sich nicht lohnen, obwohl sie gebraucht werden.<br>\n(&hellip;) Die Bewegung gegen den Pflegenotstand birgt das Potential, die &Ouml;konomisierung und Profitorientierung in der Gesundheitsversorgung insgesamt zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Es geht dabei (auch) um Klassenkonflikte: Auf der einen Seite stehen die Renditeinteressen der privaten Investoren, der Pharmaindustrie und der privaten Versicherungskonzerne, die kein Interesse an einer solidarischen und bedarfsdeckenden gesetzlichen Gesundheitsversicherung haben. Zugleich wollen die Kapitaleigent&uuml;mer in ihrer Gesamtheit die Kosten f&uuml;r die Reproduktion, also die Wiederherstellung ihrer Arbeitskr&auml;fte durch das Gesundheitssystem, m&ouml;glichst gering halten. Gesundheitsversorgung und Pflege von Nicht-(mehr)-Arbeitskr&auml;ften wie &Auml;lteren, gesundheitlich dauerhaft Eingeschr&auml;nkten z&auml;hlen nicht zum unmittelbaren Kapitalinteresse.<br>\nGemeinsam f&uuml;r gute &shy;Versorgung<br>\n(&hellip;) Wir schlagen vor, dass wir uns auf vier Kernpunkte konzentrieren, die schon heute umsetzbar und finanzierbar sind.<br>\n1. Mehr Personal und bessere Versorgung durch gesetzliche Mindestpersonalbemessung, die sich am wirklichen Bedarf orientiert.<br>\n2. Ein neues Normalarbeitsverh&auml;ltnis in den Gesundheitsberufen und Pflege<br>\n3. Eine bedarfs- und gemeinwohlorientierte Finanzierung von Krankenh&auml;usern und Pflege&shy;einrichtungen statt markt- und profitorientierter Finanzierung.<br>\n4. Eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, die alle notwendigen Leistungen abdeckt&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/332914.w%C3%BCrde-statt-profit.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kongress lockert Bankenregulierung<\/strong><br>\nEs war eines der Wahlversprechen von Trump: Die Banken weniger streng zu regulieren, damit sie leichter Kredite vergeben k&ouml;nnen. Nach dem Senat hat nun auch das Repr&auml;sentantenhaus diese Reform abgesegnet.<br>\nDas US-Repr&auml;sentantenhaus hat daf&uuml;r gestimmt, die nach der Finanzkrise 2008 eingef&uuml;hrte Bankenregulierung zu lockern. 258 Abgeordnete &ndash; darunter einige Demokraten &ndash; sprachen sich f&uuml;r die entsprechende Vorlage aus, 159 dagegen. Im M&auml;rz hatte bereits der Senat zugestimmt.<br>\nDie nun beschlossenen &Auml;nderungen am sogenannten Dodd-Frank-Act sollen vor allem kleinere Banken und kommunale Kreditgeber entlasten. Dies hatte Donald Trump bereits vor seiner Wahl zum Pr&auml;sidenten angek&uuml;ndigt, um das Wachstum anzukurbeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/bankenregulierung-usa-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bestechungsvorw&uuml;rfe gegen Heckler &amp; Koch &ndash; Zahlungen gingen in Wahlkreis von Volker Kauder<\/strong><br>\nDer Waffenhersteller Heckler &amp; Koch soll nach Recherchen des ARD-Politik-Magazins &ldquo;Report Mainz&rdquo; versucht haben, Bundestagsabgeordnete mit Geldspenden zu bestechen.<br>\nDas geht aus E-Mails des damaligen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers von Heckler &amp; Koch, Peter Beyerle, hervor. Mit den Spenden sollte die Entscheidung zur Ausfuhr von mehreren tausend Sturm-Gewehren nach Mexiko positiv beeinflusst oder zumindest beschleunigt werden.<br>\n&ldquo;Report Mainz&rdquo; beruft sich auf einen internen Pr&uuml;fbericht, den Heckler &amp; Koch 2011 bei dem Wirtschaftspr&uuml;fungsunternehmen KPMG in Auftrag gegeben hatte und der dem Magazin exklusiv vorliegt. Der Bericht sagt, dass der Konzern zwei mit R&uuml;stungsthemen befassten Bundestagsabgeordneten der FDP jeweils 5.000 &euro; angeboten und auf Konten der Partei &uuml;berwiesen habe. Auch dem CDU-Kreisverband Rottweil habe der Konzern 10.000 Euro zukommen lassen. Prominentestes Mitglied ist dort der CDU-Fraktionschef im Bundestag Volker Kauder. Der Firmensitz von Heckler &amp; Koch liegt in dessen Wahlkreis.<br>\nLaut dem Bericht hat sich drei Wochen nach der &Uuml;berweisung der damalige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Heckler &amp; Koch schriftlich an Volker Kauder gewandt und darum gebeten, er m&ouml;ge ihn bei der Erteilung einer lang erwarteten Exportgenehmigung nach Mexiko unterst&uuml;tzen. Ob und welche Auswirkungen die Geldspenden auf die Genehmigungspraxis der Beh&ouml;rden hatten, ist derzeit nicht bekannt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Heiner R&ouml;mhild, sagte &ldquo;Report Mainz&rdquo; gegen&uuml;ber:<br>\nZiel: Genehmigung von Waffenexporten im Sinne von Heckler &amp; Koch beeinflussen<br>\n&bdquo;Die Staatsanwaltschaft Stuttgart f&uuml;hrt ein Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Mitarbeiter von Heckler &amp; Koch wegen des Verdachts der Bestechung von politischen Verantwortlichen. So sollen in den Jahren 2009\/2010 politische Verantwortliche bestochen worden sein mit dem Ziel, diese bei der anschlie&szlig;enden Entscheidung &uuml;ber die Genehmigung von Waffenexporten im Sinne von Heckler &amp; Koch zu beeinflussen. Dieses Ermittlungsverfahren dauert noch an.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/waffenhersteller-bestechungsvorwuerfe-gegen-heckler-koch-zahlungen-gingen-in-wahlkreis-von-volker-kauder_id_8961891.html\">Focus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Streit um Golan<\/strong><br>\nNach der Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem in der vergangenen Woche, k&ouml;nnten die USA im Nahen Osten weiteres &Ouml;l ins Feuer gie&szlig;en. In den Ausw&auml;rtigen Ausschuss des US-Kongresses wurde am vergangenen Donnerstag eine Resolution eingebracht, womit die US-Administration aufgefordert wird, die syrischen Golanh&ouml;hen als israelisches Territorium anzuerkennen.<br>\nDie Golanh&ouml;hen wurden 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert. Das V&ouml;lkerrecht und die historische Grenzziehung durch die Mandatsm&auml;chte Frankreich und Gro&szlig;britannien nach dem Ersten Weltkrieg weisen den Golan bis zum Tiberias-See eindeutig als syrisches Territorium aus. Der republikanische Kongressabgeordnete Ronald DeSantis aus Florida, der die Resolution eingebracht hatte, will das &auml;ndern.<br>\nDeSantis war gegen das Wiener Abkommen mit dem Iran, forderte 2013 einen Stopp der US-Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde, solange diese Israel nicht als &raquo;j&uuml;dischen&laquo; Staat anerkenne und die Zusammenarbeit mit der Hamas einstelle. 2016 trat er daf&uuml;r ein, dass Tel Aviv die Waren, die im besetzten Westjordanland hergestellt werden, als &raquo;israelische Produkte&laquo; oder &raquo;Hergestellt in Israel&laquo; ausweisen d&uuml;rfe. Er hatte zudem seit Jahren die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem gefordert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/332877.streit-um-golan.html\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Das permanente Jein<\/strong><br>\nDeutschland muss in der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik mehr Verantwortung in der Welt &uuml;bernehmen. Das verk&uuml;ndeten der damalige Bundespr&auml;sident Joachim Gauck, der damalige Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unisono in einer konzertierten Aktion und teils wortgleich bei der M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz 2014. Zwar ein wenig verklausuliert, ging es im Kern um mehr Pr&auml;senz der Bundeswehr. Seither rei&szlig;t die Debatte hier&uuml;ber nicht ab, ohne dass bislang auch nur in Ans&auml;tzen erkennbar w&auml;re, was denn damit genau gemeint sei. Jetzt nach vier Jahren kritisieren die einen, Deutschland lasse den Worten keine Taten folgen und bliebe bei Krisen bei Emp&ouml;rungsrhetorik und einer Politik des Heraushaltens. Die anderen f&uuml;rchten sich vor zu viel milit&auml;rischem Engagement, m&ouml;glicherweise gar deutscher Kraftmeierei.<br>\nDer Wert der B&uuml;ndnissolidarit&auml;t, die Schutzverantwortung bei Staatsversagen irgendwo in der Welt, die Beseitigung der Ursachen f&uuml;r Flucht oder die Dringlichkeit, den internationalen Terrorismus gemeinsam zu bek&auml;mpfen, sind nicht mehr als &uuml;bliche und politisch glatt geschliffenen Formulierungen. Was konkret mit erweiterter Verantwortung Deutschlands gemeint ist, bleibt vage, und bislang ist nichts strategisch Zukunftsweisendes und Konkretes zu Deutschlands erweiterter Verantwortung erkennbar.<br>\nIn anderen Worten: Das Schlagwort von der wachsenden Verantwortung ist weit davon entfernt, ein klares oder gar &uuml;berzeugendes Konzept zu sein. Und bei jeder neuen Krise &ndash; ob milit&auml;rische Intervention in Libyen, russische Annexion der Krim oder Giftgasanschl&auml;ge in Syrien &ndash; lamentieren die Bef&uuml;rworter einer engagierteren Politik, Deutschland schaue nur von der Au&szlig;enlinie zu.<br>\nWenn auch bislang konzeptionslos, ver&auml;ndert die Diskussion &uuml;ber die deutsche Verantwortung die politische Realit&auml;t. Beispielsweise greifen die Bef&uuml;rworter das Ziel, milit&auml;rische Ausgaben auf zwei Prozent des Bruttosozialproduktes zu erh&ouml;hen, gerne auf, nachdem Donald Trump diese Untergrenze zum Anlass nimmt, der Mehrzahl der NATO-Mitglieder und vor allem Deutschland den Vorwurf der Trittbrettfahrerei zu machen&hellip;<br>\nNat&uuml;rlich kann die Bundeswehr mehr finanzielle Mittel gebrauchen, um Panzer, Hubschrauber, Schiffe, Kampfflugzeuge oder Drohnen zu beschaffen. Aber f&uuml;r welchen Zweck? Um die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr zu erweitern oder effizienter zu gestalten? Um den baltischen L&auml;ndern bei einem bef&uuml;rchteten &Uuml;bergriff Russlands beizustehen? Oder etwa zusammen mit den USA die chinesischen Marineaktivit&auml;ten im S&uuml;dchinesischen Meer zu stoppen?&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/aussen-und-sicherheitspolitik\/artikel\/das-permanente-jein-2727\/\">IPG<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Generalstaatsanwaltschaft will Auslieferung von Puigdemont<\/strong><br>\nDie Generalstaatsanwaltschaft von Schleswig-Holstein strebt eine Auslieferung von Carles Puigdemont an Spanien an.<br>\n(&hellip;) Eine &Uuml;berstellung Puigdemonts wegen des Vorwurfs der Rebellion sei gerechtfertigt, lautete das Ergebnis der Pr&uuml;fung. &bdquo;Derzeit bereitet die Generalstaatsanwaltschaft den Antrag vor, die Auslieferung des Verfolgten f&uuml;r zul&auml;ssig zu erkl&auml;ren&ldquo;, hei&szlig;t es in einer Mitteilung. Die Strafverfolger beantragten dar&uuml;ber hinaus, Puigdemont in Auslieferungshaft zu nehmen. Dies wurde vom Oberlandesgericht Schleswig-Holstein abgelehnt. Es bestehe &bdquo;keine erh&ouml;hte Fluchtgefahr&ldquo;, hie&szlig; es zur Begr&uuml;ndung. Puigdemont h&auml;lt sich derzeit in Berlin auf.<br>\n(&hellip;) Vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens hat Puigdemont Widerspruch gegen den Vorwurf der Rebellion eingelegt. Dar&uuml;ber hinaus bestreitet er, &ouml;ffentliche Mittel veruntreut zu haben. Puigdemont betrachtet sich als politisch Verfolgten, der kriminalisiert werde.<br>\nPuigdemont drohen bis zu 30 Jahre Haft<br>\nF&uuml;r den 55-J&auml;hrigen ist der genannte Auslieferungsgrund entscheidend. Denn nur f&uuml;r diesen kann er dann in Spanien angeklagt und verurteilt werden. F&uuml;r Rebellion w&uuml;rden ihm bis zu 30 Jahre Gef&auml;ngnis drohen. Eine Strafe f&uuml;r Untreue w&auml;re deutlich niedriger. Aber auch eine Bewilligung der Auslieferung hei&szlig;t noch nicht, dass Puigdemont direkt an die Spanier &bdquo;&uuml;bergeben&ldquo; werden muss. Er hat noch eine weitere juristische Option in Deutschland: Er k&ouml;nnte vor dem Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde einlegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article176569666\/Carles-Puigdemont-Generalstaatsanwaltschaft-Schleswig-Holstein-will-Auslieferung.html\">Welt<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Gegen die Wand<\/strong><br>\nDer Tatvorwurf Rebellion ist von vornherein unzul&auml;ssig, hatte das Oberlandesgericht in Schleswig im Fall Puigdemont entschieden. Eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die Generalstaatsanwaltschaft, die das deutsche Strafrecht offenbar nicht kennt. Das hindert dieselbe Beh&ouml;rde aber nicht daran, noch einmal vor dieselbe Wand zu laufen.<br>\nNun gebe es angeblich neue Hinweise auf Gewaltt&auml;tigkeiten gegen Polizisten, nat&uuml;rlich wieder aus spanischer Quelle.<br>\nDie Generalstaatsanwaltschaft h&auml;lt damit den Tatvorwurf der Rebellion immer noch f&uuml;r gegeben.<br>\nDie Ausschreitungen hatten ein solches Ausma&szlig;, dass die Generalstaatsanwaltschaft davon ausgeht, dass auch wegen des Vorwurfs der Rebellion auszuliefern ist&rdquo;, teilte die Beh&ouml;rde mit. Offenbar scheint die Staatsanwaltschaft nicht einmal die Begr&uuml;ndung der Richter ernsthaft gelesen, geschweige denn verstanden zu haben. Die schrieben zu ihrer Entscheidung vom 5. April:<br>\n&bdquo;Eine Auslieferung des Verfolgten wegen des Straftatbestands der Rebellion gem&auml;&szlig; Art. 472 Abs. 5 und 7 des spanischen Strafgesetzbuches komme aus Rechtsgr&uuml;nden nicht in Betracht. Das dem Verfolgten zur Last gelegte Verhalten w&auml;re in der Bundesrepublik Deutschland nach hier geltendem Recht nicht strafbar. Der in Betracht kommende Straftatbestand des Hochverrats sei nicht erf&uuml;llt, weil es an dem Merkmal der &bdquo;Gewalt&ldquo; fehle.<br>\nJa, das Merkmal der &ldquo;Gewalt&rdquo; fehle. Das haben die spanischen Beh&ouml;rden nun offenbar nachgeliefert, nach &uuml;ber einem Monat. Das findet die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein aber nicht etwa seltsam, sondern fungiert mal wieder als eine Art Erf&uuml;llungsgehilfin.<br>\n(&hellip;) Welches Videomaterial, das bislang noch gar nicht bekannt ist, soll denn an dieser eindeutigen Schlussfolgerung etwas &auml;ndern k&ouml;nnen? Standen die spanischen Verfassungsorgane tats&auml;chlich kurz vor der Kapitulation? Und m&uuml;ssen die Berichte der Tagesschau nun nachtr&auml;glich korrigiert werden? Es stellt sich eigentlich nur eine Frage und zwar die, ob bei der Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein nicht nur juristische Analphabeten arbeiten. Und was ist mit der Fach- und Dienstaufsicht, also der Justizministerin, die in Sachen Kompetenz einmal nachfragen k&ouml;nnte, um wiederholte Blamagen ihrer Beh&ouml;rde zu vermeiden?<br>\nDas Oberlandesgericht lehnte den Antrag des Generalstaatsanwalts auf Wiederinvollzugsetzung des Auslieferungshaftbefehls jedenfalls ab. Begr&uuml;ndung: Keine Fluchtgefahr. Oder anders ausgedr&uuml;ckt: Das neue Material scheint nicht wirklich belastend zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taublog.de\/180522kurz-notiert-gegen-die-wand\">taublog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der ewige Krieg<\/strong><br>\nIm Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg wurde um vieles zugleich gek&auml;mpft &ndash; deshalb fand das Morden erst ein Ende, als alle Kr&auml;fte ersch&ouml;pft waren. Ein Schicksal, das heute dem Nahen Osten droht.<br>\nEs sind seine strukturellen Merkmale, die ihn zur Analysefolie heutiger und k&uuml;nftiger Kriege werden lassen: die Vermischung religi&ouml;s-konfessioneller Konflikte mit Hegemonialkriegen; die Gleichzeitigkeit eines &ldquo;gro&szlig;en&rdquo;, regul&auml;ren Krieges und eines exzessiven, gegen die Bev&ouml;lkerung gerichteten Kleinkrieges; sowie die Verbindung sozialrevolution&auml;rer Elemente mit einem Staatenkrieg, in dem es um die Verschiebung von Grenzen und die Annexion von R&auml;umen ging. Der Drei&szlig;igj&auml;hrige Krieg war ein ganz &auml;hnlicher Krieg wie der, der sich an der Wende zum 21. Jahrhundert im subsaharischen Afrika im Gebiet der Gro&szlig;en Seen abspielte oder der jetzt im Raum zwischen Syrien und dem Jemen, zwischen Mesopotamien und Libyen tobt.<br>\nDass sich unterschiedliche Motive und Gr&uuml;nde des Konflikts &uuml;berlagern und mit allen m&ouml;glichen Formen des Kampfes verbinden, l&auml;sst diese Kriege so lange dauern und macht ihre Beendigung so schwierig.<br>\nDie mit dem Ende des Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieges errichtete Westf&auml;lische Ordnung gewann in den folgenden Jahrzehnten zunehmend an Stabilit&auml;t. Aber sie war keine Ordnung des Friedens, sondern eine der Regulierung des Krieges. Sie machte den Krieg (wieder) zu einem Instrument der Politik, das diese alternativ zu den Mitteln der Diplomatie einsetzen konnte. Eine solche Instrumentalit&auml;t war im &Uuml;brigen nur m&ouml;glich, weil man Krieg und Frieden als unterschiedliche Aggregatzust&auml;nde des Politischen klar voneinander trennte.<br>\nUnkontrollierte Kriege vom Typ &ldquo;Drei&szlig;igj&auml;hriger Krieg&rdquo; kennen diese pr&auml;zise Trennung nicht. Tats&auml;chlich f&uuml;hrten zahlreiche Akteure gegeneinander Heere ins Feld, ohne sich jemals den Krieg erkl&auml;rt zu haben.<br>\nZu den strukturellen &Auml;hnlichkeiten zwischen den gegenw&auml;rtigen Kriegen im Vorderen Orient und dem Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg geh&ouml;rt auch der Umstand, dass zun&auml;chst auf unterschiedliche R&auml;ume verteilte Konflikte zu einem einzigen Krieg zusammenwachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/zeit-geschichte\/2017\/05\/kriege-dreissigjaehriger-krieg-syrien-libyen-vergleich\/komplettansicht\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bundesregierung hat keine eigenen Erkenntnisse &uuml;ber Fall Skripal<\/strong><br>\nDer Fall des vergifteten russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal l&ouml;ste eine schwere diplomatische Krise aus. Auch Deutschland wies als Konsequenz russische Diplomaten aus. Dabei hat die Bundesregierung nach wie vor keine eigenen Erkenntnisse &uuml;ber Details des angeblichen Giftanschlags.<br>\nDas geht aus einer Antwort des Ausw&auml;rtigen Amtes auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Darin verweist die Bundesregierung lediglich auf die Informationen, die sie von der britischen Regierung erhalten habe. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Weitere Erkenntnisse liegen der Bundesregierung nicht vor&ldquo;, antwortet das Ausw&auml;rtige Amt auf Fragen nach dem Auffinden des Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter auf einer Parkbank in der Stadt Salisbury und deren Behandlung mit einem Gegenmittel vor Ort. Das gleiche gelte hinsichtlich der konsularischen Betreuungsm&ouml;glichkeiten der Skripals durch die russischen Beh&ouml;rden und den Tod der Haustiere der Skripals: &bdquo;Die britische Regierung hat der Bundesregierung keine Erkenntnisse zum Tod der Haustiere &uuml;bermittelt&ldquo;, hei&szlig;t es in der Antwort. (&hellip;)<br>\nDie stellvertretende Linken-Fraktionsvorsitzende Dagdelen kritisierte die Russland-Politik der Bundesregierung und sagte: &bdquo; Die Linie von Au&szlig;enminister Heiko Maas (SPD) auf der Grundlage von Mutma&szlig;ungen ist absolut verantwortungslos.&ldquo; Dagdelen f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Die Ausweisung russischer Diplomaten war voreilig, falsch und nicht faktenbasiert.&ldquo; Die Bundesregierung m&uuml;sse den Bundestag umfassend &uuml;ber die ihr tats&auml;chlich vorliegenden Informationen im Fall Skripal und zum Nervengas Nowitschok unterrichten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/politik\/artikel\/1213756\/bundesregierung-hat-keine-eigenen-erkenntnisse-ueber-fall-skripal#comments-jump-to\">Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Im Fahrstuhl nach unten: Marx und die Abstiegsgesellschaft<\/strong><br>\nNur wenige Denker des 19. Jahrhunderts sind auch heute in der &Ouml;ffentlichkeit so pr&auml;sent &ndash; ob Marx trotz seiner Inthronisierung als Klassiker f&uuml;r die Gesellschaftsanalyse weiter relevant ist, bleibt jedoch auch mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Epochenbruch 1989 umstritten. Die Forschungsvorhaben an wirtschaftswissenschaftlichen Fakult&auml;ten ignorieren den &Ouml;konomen Marx jedenfalls geflissentlich und in den allermeisten Lehrpl&auml;nen firmiert er blo&szlig; als musealisierte Fu&szlig;note der Geschichte &ouml;konomischer Ideen. Eine von prominenten Historikern, etwa j&uuml;ngst von Gareth Steedman Jones, vorgebrachte Perspektive &uuml;ber die Theorien von Karl Marx lautet denn auch, dass es sich um die Auffassungen eines Denkers des 19. Jahrhunderts handelt, der &uuml;ber die Verh&auml;ltnisse dieses Jahrhunderts geschrieben habe. &Uuml;ber unsere moderne Welt habe Marx aber nur wenig zu sagen.<br>\nAber ist das wirklich so &ndash; oder verh&auml;lt es sich nicht genau umgekehrt, war also Marx seiner damaligen Zeit weit voraus? &hellip;<br>\nDie Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Pr&auml;sidenten wenige Jahre nach den Occupy-Protesten hat unterstrichen, dass Ungleichheit und politische Krisen nicht zwangsl&auml;ufig in Richtung progressiver politischer Bewegungen ausschlagen m&uuml;ssen. Gerade die defizit&auml;re Repr&auml;sentation von Bev&ouml;lkerungsteilen, die sich selbst als Verlierer der gesellschaftlichen Modernisierung betrachten, hat f&uuml;r Trumps Wahlerfolg ebenso sehr eine ma&szlig;gebliche Rolle gespielt wie beim Aufschwung des rechten Populismus in Europa. Karl Marx hat genau diese Aspekte in seinen sp&auml;teren Schriften mit auf- und damit vorweggenommen. Sein Blick richtete sich stets auf die sozialen Gegens&auml;tze, die sich im entwickelten Kapitalismus vergr&ouml;&szlig;ern. Das Moment, dass Gesellschaften wohlhabender werden, aber gleichzeitig ein Teil der Bev&ouml;lkerung nach unten (bei Marx: ins Proletariat) gedr&uuml;ckt wird, geh&ouml;rt zu seinen zentralen Denkfiguren. Das polit&ouml;konomische Postulat einer zunehmenden sozialen Spaltung wird erg&auml;nzt durch einen &uuml;berraschend konkreten Blick auf die Mikrodynamiken der Ungleichheit, der hoch aktuell anmutet. Im 23. Kapitel des &bdquo;Kapitals&ldquo; schreibt Marx: &bdquo;Je gr&ouml;&szlig;er der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Gr&ouml;&szlig;e des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto gr&ouml;&szlig;er die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige Gr&ouml;&szlig;e der industriellen Reservearmee w&auml;chst also mit den Potenzen des Reichtums [&hellip;]. Je h&ouml;her die Produktivkraft der Arbeit, desto gr&ouml;&szlig;er der Druck der Arbeiter auf ihre Besch&auml;ftigungsmittel, desto prek&auml;rer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals.&ldquo;<br>\nWas Marx als &bdquo;industrielle Reservearmee&ldquo; bezeichnet, umfasst eben nicht nur die formal Arbeitslosen, sondern kann auch auf die prek&auml;r Besch&auml;ftigten der Gegenwart angewendet werden. Die Aktualit&auml;t seiner Auffassung liegt nicht nur in der Terminologie begr&uuml;ndet, sondern auch in der Zusammenschau von Rationalisierungstendenzen der Arbeit, Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und der Marktmacht bestimmter Segmente der Arbeitenden. Auch wenn das Ph&auml;nomen der prek&auml;ren Arbeit gemeinhin als neues Ph&auml;nomen gilt, das auf die allgemeine Einschr&auml;nkung des Warencharakters der Arbeitskraft in der Phase des sozialstaatlich regulierten Kapitalismus folgte, hat die Marxsche Sichtweise auch hier einen hochaktuellen Bezug.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2018\/mai\/im-fahrstuhl-nach-unten-marx-und-die-abstiegsgesellschaft\">Bl&auml;tter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Recht bin ich<\/strong><br>\n(&hellip;) &ldquo;God bless you&rdquo; &ndash; damit endete Trumps Ansprache, in der er Amerikas Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran begr&uuml;ndete, dem &ldquo;schlechtesten Deal der Geschichte&rdquo;. Trump h&auml;tte durchaus noch einen Satz hinzuf&uuml;gen d&uuml;rfen: Hier und heute beginnt eine neue Epoche der Weltgeschichte, und ihr d&uuml;rft euch gl&uuml;cklich sch&auml;tzen, dabei zu sein.<br>\nDas stimmt sogar. Denn w&auml;hrend George W. Bush im Irak &ldquo;nur&rdquo; einen regime change exekutierte, stellt Donald Trump die gesamte Weltordnung auf den Kopf. Geht es nach dem Willen des Pr&auml;sidenten, dann beruht die k&uuml;nftige Ordnung nicht mehr auf der &ldquo;Schw&auml;che&rdquo; des Rechts, sondern auf der St&auml;rke der Macht. Sie beruht auf nationaler Souver&auml;nit&auml;t und milit&auml;rischer Konsequenz, auf hard power statt soft law. Und siehe da, es funktioniere heute schon: Diktator Kim Jong Un, triumphiert Trump, habe die Sprache der Macht verstanden. &ldquo;The rocket man&rdquo; kapituliert und kriecht vor Amerika zu Kreuze.<br>\nDer US-Pr&auml;sident sei irrational, hei&szlig;t es &uuml;berall, doch das Gegenteil ist der Fall. Trump ist von unmissverst&auml;ndlicher Klarheit; er h&auml;lt Wort und handelt genau so, wie er es im Wahlkampf angek&uuml;ndigt hat. Man h&auml;tte das alles l&auml;ngst wissen k&ouml;nnen, sein Programm war ausformuliert und stammt in seinen Grundz&uuml;gen aus einer kalifornischen Kaderschmiede, einem philosophischen Institut in der Kleinstadt Claremont. Dessen Mitglieder haben sich mit Haut und Haaren dem Denken des in die USA emigrierten deutschen Philosophen Leo Strauss (1899 bis 1973) verschrieben, und nicht einmal die zur&uuml;ckhaltende New York Review of Books l&auml;sst Zweifel daran, dass in Claremont &ldquo;Trumps Hirne&rdquo; versammelt sind.<br>\nSchon seit Langem predigen die &ldquo;Claremonsters&rdquo; &ndash; wie sie sich selbst nennen &ndash; einen radikalen Isolationismus; jede Nation sei nur sich selbst verpflichtet und m&uuml;sse in freier Wildbahn um ihr &Uuml;berleben k&auml;mpfen. Leider werde Amerika bei diesem Kampf von innen behindert, ein linkes Kartell aus &ldquo;Progressisten&rdquo;, Globalisten und politisch Korrekten nutze die L&uuml;cken des liberalen Rechts und falle der Nation in den R&uuml;cken. Kurzum, ein &ldquo;tiefer Staat&rdquo;, eine Art Schattenregierung, habe die Machtzentren gekapert, vergleichbar den Al-Kaida-Terroristen, die am 11. September 2001 Flugzeuge in ihre Gewalt gebracht hatten. &ldquo;St&uuml;rm das Cockpit, oder du stirbst!&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/21\/donald-trump-weltordnung-claremont-philosophie-leo-strauss\">Zeit<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Vor dem Welthandelskrieg<\/strong><br>\nDie EU stellt erste Abwehrma&szlig;nahmen gegen die US-Pl&auml;ne in Aussicht, Iran-Gesch&auml;fte europ&auml;ischer Firmen mit Strafen zu belegen. Wie die Union mitteilt, wird ein Gesetz (&ldquo;Blocking Statute&rdquo;) aus dem Jahr 1996 wieder in Kraft gesetzt werden, das es Firmen aus der EU untersagt, ihre Gesch&auml;ftsbeziehungen zu Iran abzubrechen, um dadurch empfindlichen Strafzahlungen in den Vereinigten Staaten zu entgehen. Tats&auml;chlich haben erste Konzerne aus Deutschland und anderen EU-Staaten bereits angek&uuml;ndigt, Auftr&auml;ge aus Teheran zu annullieren, um ihr US-Gesch&auml;ft nicht zu gef&auml;hrden. &Auml;hnliches steht m&ouml;glicherweise auch deutschen Firmen bevor, die in Russland gewinnbringend t&auml;tig sind: Washington droht, die Einhaltung der am 6. April von US-Pr&auml;sident Donald Trump angek&uuml;ndigten Sanktionen gegen einige russische Oligarchen und deren Konzerne auch von Unternehmen aus Deutschland und der EU einzufordern. Deutsche Regierungsmitarbeiter berichten von &ldquo;so etwas wie Panikstimmung&rdquo; unter russlandorientierten deutschen Unternehmern im eskalierenden globalen Handelskrieg.<br>\n(&hellip;) Panikstimmung<br>\nGanz im Gegenteil: Washington ist dazu &uuml;bergegangen, seine Russlandsanktionen nicht mehr mit Berlin abzustimmen, sondern sie einseitig zu verh&auml;ngen. Das trifft die deutsche Wirtschaft schwer, denn weil die USA Verst&ouml;&szlig;e von Firmen aus anderen L&auml;ndern gegen die US-Strafma&szlig;nahmen mit sogenannten sekund&auml;ren Sanktionen ahnden, m&uuml;ssen auch deutsche Unternehmen sich de facto an die US-Vorgaben halten &ndash; freilich, ohne &uuml;ber sie mitentscheiden zu k&ouml;nnen.<br>\n(&hellip;) Russland wehrt sich<br>\nWeiter versch&auml;rft wird die Lage f&uuml;r deutsche Unternehmen dadurch, dass Moskau inzwischen erste Gegenma&szlig;nahmen gegen die US-Sanktionen vom 6. April in die Wege geleitet hat. Sie sehen vor, dass gegen jeden, der US-amerikanische oder andere ausl&auml;ndische Sanktionen unterst&uuml;tzt oder befolgt, in Russland Strafen verh&auml;ngt werden k&ouml;nnen; ein entsprechender Gesetzesentwurf ist am Dienstag in erster Lesung von der Duma verabschiedet worden. W&uuml;rde das Gesetz in Kraft gesetzt, dann gerieten deutsche Unternehmer in Russland unweigerlich in die Klemme zwischen Moskau und Washington und m&uuml;ssten sich f&uuml;r eine Seite entscheiden.<br>\n(&hellip;) Das &ldquo;Blocking Statute&rdquo;<br>\nWeil die Trump-Administration ihre einseitigen Sanktionen in rasantem Tempo ausweitet &ndash; unter anderem bedroht sie auch China &ndash; und dabei faktisch Unternehmen aus Deutschland und der EU zur Unterordnung zwingt, indem sie ihnen bei Nichteinhaltung teure Strafen in Aussicht stellt, sieht sich nun die EU zur Gegenoffensive veranlasst. Man werde das 1996 verabschiedete &ldquo;Blocking Statute&rdquo; reaktivieren, teilte die Union gestern mit. Das Gesetz verbietet es Unternehmern aus der EU, unilateral verh&auml;ngte US-Sanktionen zu befolgen; eine Firma, die etwa eine Niederlassung in Teheran schlie&szlig;t oder ihre Gesch&auml;ftsbeziehungen mit Iran abbricht, um Strafen in den USA zu entgehen, m&uuml;sste mit juristischen Konsequenzen seitens der EU rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/7611\/\">German Foreign Policy<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Warum unser Wertefundament nicht christlich ist<\/strong><br>\nErst m&uuml;ssen wieder Kreuze in bayrischen Beh&ouml;rden h&auml;ngen, dann fordert Markus S&ouml;der Religions- und Werteunterricht f&uuml;r Fl&uuml;chtlingskinder. Die katholische Kirche dr&auml;ngt zur&uuml;ck in den Alltag. Dabei mussten wir unsere Werte erst gegen sie durchsetzen. (&hellip;)<br>\nDie christlich-abendl&auml;ndische Leitkultur wird Fremden, die in unser Land kommen, wie ein Gesslerhut hingehalten. Kreuze werden in Bayern in jede Amtsstube geh&auml;ngt, damit &bdquo;die geschichtlich-kulturelle Identit&auml;t und Pr&auml;gung Bayerns&ldquo; nicht vergessen wird.<br>\nZusammenhalt unserer Gesellschaft gef&auml;hrdet<br>\nDoch der Staat hat sich laut unserem Grundgesetz gegen&uuml;ber den Religionen neutral zu verhalten. &bdquo;Aus der Glaubensfreiheit des Artikels vier Absatz eins im Grundgesetz folgt der Grundsatz staatlicher Neutralit&auml;t gegen&uuml;ber den unterschiedlichen Religionen und Bekenntnissen. Der Staat, in dem Anh&auml;nger unterschiedlicher oder gar gegens&auml;tzlicher religi&ouml;ser und weltanschaulicher &Uuml;berzeugungen leben, kann die friedliche Koexistenz nur gew&auml;hrleisten, wenn er selber in Glaubensfragen Neutralit&auml;t bewahrt. Er darf daher den religi&ouml;sen Frieden nicht von sich aus gef&auml;hrden.&ldquo; So lautet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16. Mai 1995. (&hellip;)<br>\nWie aber k&ouml;nnen Anders- oder Nicht-Gl&auml;ubige diese Werteordnung positiv empfinden und akzeptieren, wenn gleichzeitig behauptet wird, sie basiere auf christlichen Werten? Damit wird die eigene Religion oder Weltanschauung ausgegrenzt. Die Akzeptanz wird auch noch dadurch verringert, dass von eben diesen Christen in ihrem Verantwortungsbereich Werten der Vorrang gegeben wird, die in deutlichem Widerspruch zur demokratischen Werteordnung stehen. So widerspricht auch das Verbot weiblicher Priesterschaft oder die starr hierarchische Struktur der katholischen Kirche den demokratischen Werten.<br>\n(&hellip;) Mit anderen Worten: Eine christliche Grundierung unserer Demokratie und ihrer Werteordnung gef&auml;hrdet ihre Akzeptanz bei Nichtchristen und damit den notwendigen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Dabei m&uuml;ssen unsere demokratischen Werte f&uuml;r jeden Menschen, egal welcher Religion und Weltanschauung, dadurch akzeptiert werden k&ouml;nnen, dass sie frei von Begr&uuml;ndungen sind, die andere ausgrenzen. Jede Vermischung unserer Demokratie und ihrem Wertefundament mit christlichen Wertvorstellungen schadet daher unserer Demokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/laizismus-christentum-katholiken-gesellschaft-evangelen-demokratie-kirche-werte-menschenrechte\">Cicero<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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