{"id":44220,"date":"2018-06-03T09:00:30","date_gmt":"2018-06-03T07:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220"},"modified":"2018-06-01T13:12:32","modified_gmt":"2018-06-01T11:12:32","slug":"hinweise-der-woche-64","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h01\">Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h02\">Lafontaine &uuml;ber parteiinternes Mobbing: &bdquo;T&auml;ter stellten sich als Opfer dar&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h03\">Fast zwei Drittel der Deutschen wollen Stopp aller R&uuml;stungsexporte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h04\">BlackRock und Co. machen Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h05\">Ankerzentren stoppen: Gemeinsame Stellungnahme von 24 Verb&auml;nden und Organisationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h06\">Edward Bernays und die Wissenschaft der Meinungsmache<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h07\">Damaskus ist frei &ndash; Aber der Preis f&uuml;r die Freiheit ist hoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h08\">Die Logik imperialer Kriege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220#h09\">Die Chancen der Linken<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Italien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Oettingers Italien-Eklat &ndash; Wenn der Falsche das Richtige sagt<\/strong><br>\nG&uuml;nther Oettinger ist mal wieder in den Fettnapf getreten: Diesmal hat der EU-Haushaltskommissar nicht nur seinen Chef, sondern auch weite Teile Italiens gegen sich aufgebracht. Dabei hat er eigentlich Recht.<br>\nOops, he did it again.<br>\nSo ungef&auml;hr lautete die am Dienstag im Stra&szlig;burger EU-Parlament verbreitete Reaktion auf das Interview G&uuml;nther Oettingers mit der Deutschen Welle. Oder genauer: Auf den Tweet, der das Interview bewarb. Die M&auml;rkte w&uuml;rden die Italiener lehren, bei der n&auml;chsten Wahl keine Populisten mehr zu w&auml;hlen, habe Oettinger gesagt. Dass es sich dabei nicht um ein w&ouml;rtliches Zitat, sondern nur um eine (wenn auch zuspitzende) Zusammenfassung des Gesagten handelte, spielte im heraufziehenden Twitter-Shitstorm schnell keine Rolle mehr.<br>\nStattdessen ging es in erster Linie um diese arroganten Deutschen, die Italiener mit freundlicher Unterst&uuml;tzung der EU wie ihre Leibeigenen behandelten. Matteo Salvini, Chef von Italiens rechtsradikaler Lega-Partei, forderte Oettingers R&uuml;cktritt &ldquo;noch an diesem Nachmittag&rdquo;. &ldquo;VERR&Uuml;CKT, in Br&uuml;ssel kennt man keine Scham&rdquo;, twitterte Salvini. Luigi Di Maio, Chef der F&uuml;nf-Sterne-Bewegung, sagte: &ldquo;Diese Leute behandeln Italien wie eine Sommer-Kolonie, wo sie herkommen und Ferien machen.&rdquo;<br>\nVerr&uuml;ckt? Scham? Ferien in der Sommer-Kolonie?<br>\nEs ist die Taktik, die Populisten gern benutzen: die Verdrehung der Wahrheit in ihr Gegenteil. Lega und 5 Sterne wollen Italien eine stark verr&uuml;ckt wirkende Finanzpolitik verordnen, fordern dazu von der EU schamlos den Erlass von Hunderten Milliarden Euro an Schulden und versprechen ihren W&auml;hlern ebenso schamlos, Italien in eine Art Ferienkolonie zu verwandeln, f&uuml;r deren Bewohner Milch und Honig flie&szlig;en. So zumindest lesen &ndash; oder besser, lasen &ndash; sich Teile des Regierungsprogramms beider Parteien.<br>\nDas Richtige, gesagt vom Falschen<br>\nOettinger hat dazu im Interview w&ouml;rtlich folgendes gesagt: &ldquo;Meine Sorge ist, und meine Erwartung ist, dass die n&auml;chsten Wochen zeigen, dass die M&auml;rkte, dass die Staatsanleihen, dass die wirtschaftliche Entwicklung Italiens so einschneidend sein k&ouml;nnten, dass dies f&uuml;r die W&auml;hler doch ein m&ouml;gliches Signal ist, nicht Populisten von links und rechts zu w&auml;hlen.&rdquo;<br>\nNichts davon ist falsch. Weder, dass M&auml;rkte unfroh auf verantwortungslose Finanz- und Wirtschaftspolitik reagieren k&ouml;nnten, noch dass man sich dar&uuml;ber sorgen sollte oder auf ein Einsehen der W&auml;hler hoffen darf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/populisten-in-italien-kommentar-zu-oettingers-interview-a-1210209.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Fr&uuml;her war der SPIEGEL das Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie, heute hat sich das Sturmgesch&uuml;tz einmal um die Achse gedreht und feuert aus allen Rohren gegen die Demokratie, um die Interessen der M&auml;rkte durchzusetzen. Was f&uuml;r ein Niedergang. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Gott sei Dank gibt es den SPIEGEL, an dem ich mich orientieren kann, was richtig und was falsch ist. Der aber leider aus den Presse-Turbulenzen der letzten Tage rein gar nichts gelernt hat und einfach noch einmal mit aller Arroganz auf die italienischen W&auml;hler eindrischt. Propaganda f&uuml;r die marktkonforme Demokratie vom Feinsten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Italien spricht nicht deutsch<\/strong><br>\nIn Br&uuml;ssel oder Berlin knallen anl&auml;sslich der gescheiterten Regierungsbildung in Italien die Sektkorken. Die &Auml;u&szlig;erungen des deutschen EU-Kommissars G&uuml;nther Oettinger, wonach die M&auml;rkte Italien den Weg weisen w&uuml;rden, zeugen davon, dass sich das Verst&auml;ndnis Italiens in Br&uuml;ssel auf dem Niveau von Andy M&ouml;ller bewegt: &bdquo;Madrid oder Mailand &ndash; Hauptsache Italien!&ldquo;<br>\nDas Beste, was der Lega im Wahlkampf passieren kann sind Einmischungen wie die von Oettinger. Europa spricht eben nicht Deutsch. Moody&rsquo;s oder BlackRock sind keine Regierung und die Italiener w&uuml;nschen keine marktkonforme Demokratie. Sie haben nicht Angela Merkel gew&auml;hlt!<br>\nFakt ist: Die investitionsfeindliche K&uuml;rzungspolitik hat Italien ein verlorenes Jahrzehnt beschert und blockiert den Strukturwandel und den Abbau notleidender Kredite in den Bilanzen der Banken. Die deutsche Europolitik ist dabei mit ihrem Latein am Ende. Denn f&uuml;r die Eurozone gilt: Alle Wege f&uuml;hren nach Rom. Italien ist die drittgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der EU. Ein erneuter Wahlgang in Italien wird nun quasi zwangsl&auml;ufig zum Euro-Referendum! [&hellip;]<br>\nDie Situation in Italien ist auch ein Ergebnis der deutschen Europapolitik. Die Bundesregierung ist mit ihrer Mischung aus Erpressung und Aussitzen gescheitert. Jeder Drohung von au&szlig;en gegen&uuml;ber Italien &ndash; etwa das Land wie Griechenland &uuml;ber die EZB von der Geldversorgung zu trennen &ndash; wird die drittgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der EU aus der Eurozone f&uuml;hren.<br>\nItalien braucht Investitionen, um die Stagnation zu &uuml;berwinden. Denn Italien ist nicht nur &ldquo;too big to fail&rdquo;, sondern auch &ldquo;too big to bail out&rdquo;. Solange das Land sich wirtschaftlich nicht wieder erholt, droht dem Euro jederzeit wieder ein Fl&auml;chenbrand.<br>\nSinnvoll w&auml;re eine goldene Regel der Finanzpolitik, die &ouml;ffentliche Investitionen nicht auf die Maastricht-Kriterien anrechnet. Denn diese schaffen Verm&ouml;gen f&uuml;r zuk&uuml;nftige Generationen. Genau eine solche Regel haben Berlin und Br&uuml;ssel ausgerechnet f&uuml;r R&uuml;stungsausgaben angestrebt. Auch muss es statthaft sein, Banken wie die Monte dei Paschi di Siena, die mit &ouml;ffentlichen Geldern gest&uuml;tzt wurde, in eine &ouml;ffentliche Investitionsbank umzuwandeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.euractiv.de\/section\/wahlen-und-macht\/opinion\/italien-spricht-nicht-deutsch\/\">Fabio De Masi auf Euractiv<\/a><\/li>\n<li><strong>Sven Giegold bezeichnet Sabotage der Regierungsbildung in Italien als &bdquo;Gelegenheitsfenster&ldquo;<\/strong><br>\nZur gescheiterten Regierungsbildung in Italien sagt der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen\/EFA-Fraktion im Europ&auml;ischen Parlament, Sven Giegold: &ldquo;Es gibt jetzt ein Gelegenheitsfenster, um Italiens Abkapselung von Europa zu stoppen. Wir sollten mit Italien nach gemeinsamen L&ouml;sungen f&uuml;r die Probleme des Landes suchen. Die Bundesregierung sollte sich f&uuml;r Investitionen in Italien stark machen, um die Wirtschaft wiederzubeleben. Italien braucht Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Investitionen und gleichzeitig die Bereitschaft zu weiteren Reformen. Die anderen EU-L&auml;nder m&uuml;ssen Italien bei der Migration entlasten. Nur wenn Italien nicht l&auml;nger beim Thema Migration allein gelassen wird, kann im Land auch Akzeptanz f&uuml;r Europas Forderungen nach wirtschaftlichen und staatlichen Reformen gewonnen werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2018\/regierungsbildung-in-italien\/\">Sven Giegold<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung von Tobias Riegel:<\/strong> Sven Giegold bietet hier &ndash; in erfrischender Offenheit &ndash; ein sch&ouml;nes Bespiel gr&uuml;n-neoliberalen Neusprechs: Die Sabotage der gew&auml;hlten Regierung ist ein &bdquo;Gelegenheitsfenster&ldquo;, Italiens Pl&auml;ne einer eigenst&auml;ndigen Politik sind eine &bdquo;Abkapselung&ldquo;, die &bdquo;gestoppt&ldquo; werden soll, und das Heil des Landes liegt in &bdquo;wirtschaftlichen Reformen&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Lafontaine &uuml;ber parteiinternes Mobbing: &bdquo;T&auml;ter stellten sich als Opfer dar&ldquo;<\/strong><br>\nVor dem Parteitag spricht Links-Politiker Lafontaine &uuml;ber den Richtungsstreit. Und dar&uuml;ber, wie es um die Pl&auml;ne f&uuml;r eine linke Sammlungsbewegung steht. [&hellip;]<br>\nAm Sonntag hat die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Da&#287;delen die Parteispitze um Katja Kipping und Bernd Riexinger angegriffen. Die beiden w&uuml;rden gegen Fraktionschefin Sahra Wagenknecht vorgehen, statt zu integrieren. Wagenknecht und Sie haben schon in der Vergangenheit &Auml;hnliches gesagt. Teilen Sie Da&#287;delens Auffassung immer noch?<br>\nHalten wir uns an Tatsachen. Nicht die Fraktionsf&uuml;hrung hat versucht, die Parteif&uuml;hrung zu entmachten, sondern die Parteif&uuml;hrung hat versucht, die Rechte der Fraktionsvorsitzenden zu beschneiden. Das war zumindest kein integrativer Akt. Nicht die Fraktionsspitze hat gesagt, sie wolle die Parteif&uuml;hrung wegmobben, sondern der Parteivorsitzende Riexinger hat in Madrid nach einigen Gl&auml;sern Wein die Absicht bekundet, Sahra Wagenknecht wegzumobben.<br>\nDas bestreitet Riexinger.<br>\nKlar. Aber es liegt eine eidesstattliche Versicherung daf&uuml;r vor. Nicht die Fraktionsspitze hat die beiden Vorsitzenden beleidigt, sondern vor allem Sahra Wagenknecht werden Rassismus, Nationalismus und AfD-nahe Positionen vorgeworfen, vor allem aus dem Umfeld der Parteivorsitzenden. So etwas ist nicht geeignet, die Zusammenarbeit auf eine tragf&auml;hige Basis zu stellen.<br>\nWie hilfreich ist es denn, umgekehrt Vorw&uuml;rfe gegen die Parteif&uuml;hrung in der &Ouml;ffentlichkeit immer wieder zu wiederholen?<br>\nDas ist notwendig geworden, als sich die T&auml;ter als Opfer darstellten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5506825\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Fast zwei Drittel der Deutschen wollen Stopp aller R&uuml;stungsexporte<\/strong><br>\nEine deutliche Mehrheit der Deutschen will alle R&uuml;stungsexporte stoppen. Besonders ein Land soll keine deutschen Waffen mehr bekommen.<br>\nEine deutliche Mehrheit der Deutschen lehnt den Verkauf von Waffen und anderen R&uuml;stungsg&uuml;tern an andere Staaten ab. Wie aus einer am Dienstag vorgestellten, repr&auml;sentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht, sind 64 Prozent der Befragten gegen Waffenexporte. 80 Prozent sprechen sich gegen jegliche Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete aus.<br>\nBesonders gro&szlig; ist die Ablehnung bei Waffenexporten an den Nato-Partner T&uuml;rkei: 83 Prozent der Befragten lehnen die Lieferung von Waffen und anderen R&uuml;stungsg&uuml;tern dorthin ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/fast-zwei-drittel-der-deutschen-gegen-ruestungsexporte-15613393.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong>  &hellip; und diese Meldung auch in der FAZ&hellip; .<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>BlackRock und Co. machen Druck<\/strong><br>\nInternationale Investoren gewinnen an Einfluss in deutschen Unternehmen. Sie bringen h&auml;ufig ein angels&auml;chsisch gepr&auml;gtes Verst&auml;ndnis von Unternehmensf&uuml;hrung mit. Das hat Konsequenzen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten und die Mitbestimmung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Alexander Sekanina vom Institut f&uuml;r Mitbestimmung und Unternehmensf&uuml;hrung (I.M.U.). Neu sei die zunehmende Meinungsmacht der Verm&ouml;gensverwalter und ihr wirtschaftlicher Einfluss, schreibt der Mitbestimmungsexperte.<br>\nEtwa 60 Prozent aller Dax-Aktien befinden sich im Besitz von institutionellen Investoren, der allergr&ouml;&szlig;te Teil davon kommt aus den USA, Gro&szlig;britannien und dem europ&auml;ischen Ausland. Vor allem Verm&ouml;gensverwalter wie BlackRock, StateStreet oder Vanguard Group haben in den vergangenen Jahren in b&ouml;rsennotierte Unternehmen aus Deutschland investiert. Allein BlackRock besitzt inzwischen Dax-Aktien im Wert von rund 62 Milliarden Dollar, was gut sechs Prozent des gesamten B&ouml;rsenwerts aller Unternehmen im Deutschen Aktienindex entspricht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/114066_114076.htm\">Hans-Boeckler-Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ankerzentren stoppen: Gemeinsame Stellungnahme von 24 Verb&auml;nden und Organisationen<\/strong><br>\n24 Verb&auml;nde und zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch der Parit&auml;tische Gesamtverband, fordern in einem gemeinsamen offenen Brief an die St&auml;dte und Gemeinden sowie das Innen- und das Familienministerium, die Rechte und das Wohl von Kindern in der Debatte um die geplanten Ankerzentren zu achten.<br>\n&ldquo;Auf Grundlage der bisher bekannten Pl&auml;ne steht f&uuml;r uns fest: Ankerzentren werden keine geeigneten Orte f&uuml;r Kinder und Jugendliche sein&rdquo;, sagte terre des hommes-Kinderrechtsexperte Thomas Berthold. 45 Prozent der 2017 nach Deutschland gekommenen Fl&uuml;chtlinge waren Kinder und Jugendliche. Ihre Rechte m&uuml;ssen in allen Verfahren ber&uuml;cksichtigt werden. Dazu geh&ouml;ren zum Beispiel der Besuch von Schulen und Kinderg&auml;rten und eine Umgebung, in der Kinder sicher und gesund aufwachsen k&ouml;nnen. &ldquo;Es ist p&auml;dagogisch und rechtlich au&szlig;er Frage, dass Kinder nicht nur besonderen Schutz ben&ouml;tigen, sondern ihnen elementare Rechte nicht vorenthalten werden d&uuml;rfen. Das Kindeswohl muss Vorrang vor fl&uuml;chtlingspolitischen Erw&auml;gungen haben&rdquo;, so Nerea Gonz&aacute;lez M&eacute;ndez de Vigo, juristische Referentin beim Bundesfachverband unbegleitete minderj&auml;hrige Fl&uuml;chtlinge. &ldquo;Die geplante Unterbringung von unbegleitete minderj&auml;hrige Fl&uuml;chtlingen in Ankerzentren gemeinsam mit Erwachsenen widerspricht dem Vorrang der Kinder- und Jugendhilfe&rdquo;.<br>\nDer Parit&auml;tische Gesamtverband kritisiert die Pl&auml;ne zu den Ankerzentren scharf und fordert eine grunds&auml;tzliche Kurskorrektur. &ldquo;Die aktuellen Planungen um die AnKER-Zentren verfolgen eine Politik der Abschreckung, Abschottung und Ausgrenzung. Diese zunehmende Abkehr von der Willkommenskultur hat verheerende Folgen nicht nur f&uuml;r die Schutzsuchenden, sondern auch f&uuml;r den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen eine menschenrechtsorientierte und humane Aufnahmepolitik&rdquo;, so Ulrich Schneider, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Gesamtverbands.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/fachinfos\/ankerzentren-stoppen-gemeinsame-stellungnahme-von-24-verbaenden-und-organisationen\/\">Der Parit&auml;tische<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die vollst&auml;ndige, 4-seitige Stellungnahme k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/fileadmin\/user_upload\/Seiten\/Presse\/docs\/AnschreibenAnKERKommunen_24052018.pdf\">hier nachlesen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Edward Bernays und die Wissenschaft der Meinungsmache<\/strong><br>\nWie kann man die Massen in demokratischen Systemen steuern? Mit zunehmenden Arbeiterrevolten entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts Methoden zur Beeinflussung der &ouml;ffentlichen Meinung &ndash; ein Propagandainstrument, dessen sich erstmals die USA vor ihrem Eintritt in den Ersten Weltkrieg bedienten. In weniger als 50 Jahren entwickelte sich daraus eines der bl&uuml;hendsten Gesch&auml;ftsfelder unserer Zeit: Public Relations. Einer der f&uuml;hrenden Theoretiker und Architekten der Meinungsmache war Edward Bernays, Neffe von Siegmund Freud.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/071470-000-A\/edward-bernays-und-die-wissenschaft-der-meinungsmache\/\">Arte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung von Tobias Riegel:<\/strong> Das Thema ist wichtig und spannend, der Teaser-Text zu dieser Arte-Dokumentation (29.5., 23.05 Uhr\/danach Mediathek) klingt jedoch sehr brav. Wer mehr &uuml;ber das destruktive Wirken von Edward Bernays und seinen gro&szlig;en Einfluss auf die heutige Propaganda erfahren m&ouml;chte, dem sei die ausf&uuml;hrliche BBC-Doku <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eJ3RzGoQC4s\">&bdquo;Century Of The Self&ldquo; (auf englisch)<\/a> w&auml;rmstens empfohlen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Damaskus ist frei &ndash; Aber der Preis f&uuml;r die Freiheit ist hoch<\/strong><br>\nDie syrische Armee konnte k&uuml;rzlich die letzten K&auml;mpfer des &ldquo;Islamischen Staates&rdquo; aus den Vororten von Damaskus vertreiben. Doch der Sieg &uuml;ber die Terrormiliz hat neben den Menschenleben, die er gekostet hat, einen weiteren hohen Preis: Ganze Viertel liegen in Tr&uuml;mmern.<br>\n&bdquo;Schauen Sie hier, das war mein Haus. Nichts ist mehr da, nichts, gar nichts!&ldquo; Abu Uday, der Vater von Uday ist au&szlig;er sich. Seine Brille hat er auf die Stirn geschoben, nerv&ouml;s streicht er &uuml;ber die Bildschirmfl&auml;che seines Handys. Ein Freund hat ihm die ersten Fotos aus Jarmuk geschickt, aus &bdquo;Muchayem Jarmuk&ldquo;, dem einstigen Pal&auml;stinenserlager im S&uuml;den von Damaskus.<br>\nSeit dem 21. Mai gelten Damaskus und die gesamte Umgebung von Damaskus (Rif) als befreit. Bis zuletzt hatten sich im S&uuml;den der syrischen Hauptstadt noch rund 1.200 K&auml;mpfer des selbst ernannten &bdquo;Islamischen Staates&ldquo; (IS) in Jarmuk und Hadschar al Aswad verschanzt. Nach unz&auml;hligen Verhandlungen, Vereinbarungen, dem Scheitern der Vereinbarungen und neuen Verhandlungen, hatte die syrische Armee Anfang Mai eine massive Angriffswelle am Boden und aus der Luft gegen die Stellungen der K&auml;mpfer begonnen.<br>\nErst als rund 70 Prozent von ihnen get&ouml;tet waren, gaben die letzten &bdquo;Gotteskrieger von Hadschar al Aswad&ldquo; auf. Mit Bussen wurden sie in die &ouml;stlichen Badia abgefahren, ein W&uuml;stengebiet, das sich bis zur Grenze des Irak erstreckt. Ihre Angeh&ouml;rigen waren mit Bussen nach Idlib gebracht worden, wo eine unsichere Zukunft auf sie wartet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/der-nahe-osten\/70474-syrien-krieg-damaskus-ist-frei-aber-hoher-preis\/\">Karin Leukefeld in RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Logik imperialer Kriege<\/strong><br>\nWie lassen sich die amerikanischen Kriege der letzten Jahrzehnte rational erkl&auml;ren? Die folgende Analyse zeigt anhand des Modells der Professoren David Sylvan und Stephen Majeski, dass diese Kriege auf einer eigenen, genuin imperialen Handlungslogik basieren. Eine besondere Rolle kommt dabei dem traditionellen Mediensystem zu.<br>\nAufgrund ihrer &ouml;konomischen und milit&auml;rischen Vormachtstellung nehmen die USA seit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit 1990 die Rolle eines modernen Imperiums ein. Hieraus ergibt sich f&uuml;r ihre Au&szlig;enpolitik eine eigene, genuin imperiale Handlungslogik (siehe obige Abbildung).<br>\nDie zentrale Unterscheidung (Nr. 1) aus Sicht eines Imperiums ist dabei jene in Klientel- und Nicht-Klientelstaaten. Der Begriff des Klientelstaates stammt aus der Zeit des R&ouml;mischen Reiches und bezeichnet Staaten, die sich grunds&auml;tzlich selbst verwalten, ihre Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik aber am Imperium ausrichten und ihre Regierungsnachfolge mit diesem abstimmen.<br>\nBei bestehenden Klientelstaaten (linke Seite des Diagramms) geht es aus imperialer Sicht entweder um die Routine-Verwaltung (B &ndash; bspw. Schweiz und &Ouml;sterreich), eine milit&auml;rische oder nicht-milit&auml;rische (z.B. &ouml;konomische) Unterst&uuml;tzung (D bis I &ndash; bspw. Kolumbien und Pakistan), oder aber um den Versuch, inakzeptable Klientelregierungen demokratisch oder milit&auml;risch zu ersetzen (A &ndash; bspw. Griechenland 1967, Chile 1973, ev. auch Deutschland 2005 und T&uuml;rkei 2016). In gewissen F&auml;llen kann sich eine Klientelregierung trotz imperialer Unterst&uuml;tzung nicht mehr an der Macht halten und muss fallengelassen bzw. der Klientelstaat aufgegeben werden (C, F, G &ndash; bspw. S&uuml;dvietnam 1975 oder Iran 1979).<br>\nBei Nicht-Klientelstaaten (rechte Seite des Diagramms) ergibt sich eine andere Ausgangslage. Ger&auml;t eine Region neu in den Einflussbereich des Imperiums, so wird es zun&auml;chst versuchen, die entsprechenden Staaten auf friedliche Weise als Klientelstaaten zu erwerben (J). Dies war beispielsweise der Fall in Osteuropa und dem Baltikum nach 1990.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/swprs.org\/logik-imperialer-kriege\/\">Swiss Propaganda Research<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Chancen der Linken<\/strong><br>\nBraucht es denn wirklich Sahra Wagenknechts und Oskar Lafontaines neue Sammlungsbewegung? Ja. Unbedingt<br>\nNeulich wurde der Preis &bdquo;Deutschlands B&uuml;rger des Jahres&ldquo; verliehen. Der Pr&auml;sident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Mathias D&ouml;pfner, w&uuml;rdigte das Werk der Preistr&auml;ger &ndash; ein Ehepaar aus Westdeutschland &ndash; als &bdquo;echte Sammlungsbewegung freiheitlicher demokratischer Kr&auml;fte&ldquo;. Nordrhein-Westfalens Ministerpr&auml;sident Armin Laschet (CDU) sagte in seiner Laudatio, freiheitliche Gesellschaften brauchten &bdquo;mehr als Konsumenten und Untertanen&ldquo; &ndash; n&auml;mlich B&uuml;rger, die bereit seien, sich zu engagieren. Einer der Preistr&auml;ger sagte: &bdquo;Alle vier Jahre w&auml;hlen zu gehen, reicht nicht mehr.&ldquo;<br>\nDie Preistr&auml;ger waren nicht Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine &ndash; obwohl die auch der Ansicht sind, dass B&uuml;rger mehr sein sollten als Konsumenten und Untertanen und gerade an einer neuen Sammlungsbewegung arbeiten. Aber Lafontaine und Wagenknecht reden von &bdquo;Abr&uuml;stung&ldquo; und &bdquo;Entspannung&ldquo;, von einer &bdquo;Umverteilung von Arbeit&ldquo;, von einem &bdquo;erneuerten starken Sozialstaat, der Armut verhindert&ldquo;, von &bdquo;gerechten Steuern&ldquo; und von einem Stopp von Privatisierungen. Daf&uuml;r bekommt man in Deutschland keinen Preis. Man wird schief angeguckt. Und zwar von allen.<br>\nBraucht Deutschland eine linke Sammlungsbewegung? Ja. Unbedingt. Wenn es daran Zweifel gab, haben sie die Reaktionen ausger&auml;umt, die die Ver&ouml;ffentlichung der ersten Bruchst&uuml;cke aus dem Programm dieser #fairLand getauften Bewegung hervorrief: Sie waren erb&auml;rmlich, die Reaktionen. Zweifel, H&auml;me, Ablehnung. Sammlung tut immer dann not, wo Zerstreuung herrscht. Die deutsche Linke ist so was von zerstreut. Sie hat glatt vergessen, wo der Gegner steht. Sie ist schwach und k&uuml;mmert sich in ihrer Schw&auml;che vor allem um sich selbst. Der Zerfall der Linken in immer kleinere Spaltprodukte mit immer k&uuml;rzeren Halbwertszeiten ist ein altes Ph&auml;nomen der politischen Physik. Aber was wie ein Naturgesetz daherkommt, ist nur menschliches Versagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/die-chancen-der-linken\">der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.P.:<\/strong> Ein sch&ouml;nes Pl&auml;doyer f&uuml;r eine Koalition aus SPD und Linkspartei, bei der man sich auf soziale Fragen konzentriert. In Portugal funktioniert schlie&szlig;lich genau so etwas.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44220\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-44220","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44220"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44224,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44220\/revisions\/44224"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}