{"id":4426,"date":"2009-12-22T09:00:03","date_gmt":"2009-12-22T08:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4426"},"modified":"2009-12-22T09:00:04","modified_gmt":"2009-12-22T08:00:04","slug":"hinweise-des-tages-1047","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4426","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aufseher als Lobbyisten; Milliardengewinne auf Kosten der Steuerzahler; Warnung vor zu fr&uuml;hem Ausstieg aus Konjunkturprogrammen; Sanktionsb&uuml;rokratie; Millionensegen f&uuml;r Apotheker; Der gebeutelte Mittelstand; Rechts- und Linksextremismus; &Ouml;ffentlicher Dienst; Finanzbranche scharf auf das Netto; SPD und Afghanistan; Bologna-B&uuml;rokratie. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Lucas Zeise &ndash; Wenn Aufseher zu Lobbyisten werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Fondsmanager verdient Milliarden mit Banken-Wette<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">ILO warnt vor zu fr&uuml;hem Ausstieg aus Konjunkturprogrammen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Hartz-IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Millionensegen f&uuml;r Apotheker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Revolution der Tugend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Sie schenken das Land kaputt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Finanzbranche: Her mit dem Netto<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Christoph Butterwegge: Die Entsorgung des Rechtsextremismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Klima der Angst: Achtung, Achtung!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Linksextreme Gewalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">T&uuml;rkische V&auml;ter gegen Betreuungsgeld: &ldquo;Sie m&uuml;ssen Deutsch k&ouml;nnen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&Ouml;ffentlicher Dienst: K&ouml;nnen, Wollen, Sollen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ein Euro mehr Lohn bedeutet volle Sozialleistungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Krankenversicherung: In Zwietracht zu neuen Ufern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Pensionskassen wollen Risiken abw&auml;lzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Schluss mit der Bologna-B&uuml;rokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Steuerfahnder-Aff&auml;re: CDU warnte Weimar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Gabriels Radikalopportunisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Die t&auml;gliche Dosis Desinformation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Iranische Opposition verliert wichtige Symbolfigur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Spielraum f&uuml;r China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Atlas der Globalisierung jetzt Online durchbl&auml;ttern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Nachtrag zur Dienstleistungsrichtlinie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=4426&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Lucas Zeise &ndash; Wenn Aufseher zu Lobbyisten werden<\/strong><br>\nDer Baseler Ausschuss, der im Auftrag der G20-Regierungen Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine Reform der Bankaufsicht machen soll, lie&szlig; verlauten, an dem ungef&auml;hren Zeitplan der Regierungen habe sich nichts ge&auml;ndert. Bis Ende kommenden Jahres sollen danach die neuen Regeln beschlossen werden. Das ist ein straffer Zeitplan, besonders wenn man bedenkt, dass die Aufseher und ihre Auftraggeber an den aktuell g&uuml;ltigen Bankenaufsichtsregeln, bekannt als Basel II, mehr als zehn Jahre lang gewerkelt haben. Die neuen Regeln sollen dann 2012 in Kraft treten, wenn die Erholung der Weltwirtschaft gesichert ist. Dieser letzte Nebensatz ist grammatikalisch gesprochen kein Temporalis, sondern ein Konditionalis. Wann sind Aufschwung und Erholung schon gesichert? Da muss der Aufschwung der Realwirtschaft schon sehr kr&auml;ftig sein, wenn er nicht an Entzugserscheinungen leiden soll. Und dann auch noch striktere Bankenregeln! Das B&ouml;rsenger&uuml;cht hat wahrscheinlich doch Recht. Die Investoren k&ouml;nnen mit Aufschub rechnen. Und nat&uuml;rlich auch mit Verw&auml;sserung. Schon hat der Ausschuss davon Abstand genommen, die geplante Erh&ouml;hung der Eigenkapital-Unterlegungsvorschriften zu beziffern. Lediglich die Definition des Kernkapitals wurde etwas enger gefasst. Im kommenden Jahr sollen die Auswirkungen strikterer Regeln umf&auml;nglich untersucht werden. Es werden dann die Banker dazu befragt, also die sprichw&ouml;rtlichen Fr&ouml;sche, bevor der Sumpf trockengelegt werden soll.<br>\nSchon r&uuml;hmten sich die deutschen Vertreter im Baseler Ausschuss, Sabine Lautenschl&auml;ger von der Finanzaufsicht BaFin und Franz-Christoph Zeitler von der Bundesbank, sie h&auml;tten &ldquo;wichtige deutsche Positionen&rdquo; zugunsten &ldquo;des deutschen Finanzsektors&rdquo; durchgesetzt. Es mag im Einzelfall sogar l&ouml;blich sein, wenn die beiden daf&uuml;r sorgen, dass Genossenschaftsanteile ebenso wie Stammaktien als Kernkapital anerkannt werden. Der Zungenschlag allerdings klingt eigenartig und gleichzeitig vertraut. Wie vor der Finanzkrise verstehen sich die Institutionen, die f&uuml;r die Kontrolle der deutschen Banken zust&auml;ndig sind, als deren Interessenvertreter. War nicht genau diese Haltung der Grund f&uuml;r das v&ouml;llige Versagen der beiden Institutionen? Es ist anzunehmen, dass die Mehrzahl der Mitglieder des Baseler Ausschusses eine &auml;hnlich falsch verstandene nationale Interessenvertretung der jeweiligen Banken betreibt. Der Schlachtruf der internationalen Bankenlobby lautet dementsprechend &ldquo;Level Playing Field&rdquo;. Das hei&szlig;t, wenn Banken in Land A laxe Aufsicht genie&szlig;en, muss das auch in Land B bis Z gelten. Der Wettlauf in Richtung zahme Regeln beginnt, und die Banker sagen, wo es langgeht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-lucas-zeise-wenn-aufseher-zu-lobbyisten-werden\/50053304.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fondsmanager verdient Milliarden mit Banken-Wette<\/strong><br>\nDavid Tepper wettete auf Bankaktien, als alle anderen die Papiere wie Sonderm&uuml;ll behandelten. Der Lohn: Sein Hedgefonds machte in diesem Jahr laut &ldquo;Wall Street Journal&rdquo; sieben Milliarden Dollar Plus. Der Finanzjongleur selbst k&ouml;nnte davon mehr als 2,5 Milliarden Dollar bekommen.<br>\nEs war eine &auml;u&szlig;erst riskante Wette, aber sie ging pr&auml;chtig auf: Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, im Februar und M&auml;rz dieses Jahres, kaufte David Tepper Bankaktien im gro&szlig;en Stil. Zu diesem Zeitpunkt stie&szlig;en die anderen Anleger massenweise die Papiere der Finanzinstitute ab. Der Hedgefondsmanager aber vertraute darauf, dass die US-Regierung nicht noch weitere Banken Pleite gehen lassen w&uuml;rde und nahm Aktien der Citigroup in sein Portfolio &ndash; genauso wie Titel der Bank of America.<br>\nWeil die M&auml;rkte seit dem Fr&uuml;hjahr deutlich stiegen, hat sich die Wette mehr als ausgezahlt: Teppers Firma Appaloosa Management verdiente in diesem Jahr nach einem Bericht des &ldquo;Wall Street Journals&rdquo; (&ldquo;WSJ&rdquo;) rund sieben Milliarden Dollar &ndash; der Manager selbst k&ouml;nnte davon mehr als 2,5 Milliarden Dollar bekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,668318,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Daran, dass der Steuerzahler f&uuml;r die Banken gerade steht, hat dieser Spekulant 7 Milliarden gewonnen. Daran mag man erkennen, wozu die Bankenrettungsschirme gut waren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>ILO warnt vor zu fr&uuml;hem Ausstieg aus Konjunkturprogrammen<\/strong><br>\nEin zu fr&uuml;hes Ende der zur Krisenbek&auml;mpfung verabschiedeten Konjunkturprogramme k&ouml;nnte eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt um Jahre verz&ouml;gern, so das Ergebnis eines aktuellen Berichts der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Weltweit sind laut dem &ldquo;World of Work Report 2009&rdquo; mindestens 20 Millionen Arbeitspl&auml;tze im Gefolge des Zusammenbruchs von Lehman Brothers im September 2008 verloren gegangen. In der EU waren es seit M&auml;rz 2008 allein 6,1 Millionen Arbeitspl&auml;tze.<br>\n&ldquo;Die globale Besch&auml;ftigungskrise ist nicht vorbei&rdquo;, warnte der Direktor des ILO-Instituts f&uuml;r internationale Arbeitsmarktstudien und Autor des Berichts, Raymond Torres. &ldquo;Es ist &auml;u&szlig;erst wichtig, voreilige Exit-Strategien zu vermeiden. Eine wahre wirtschaftliche Erholung ist erst dann m&ouml;glich, wenn sich auch die Besch&auml;ftigung erholt.&rdquo;<br>\nDie Empfehlungen der ILO f&uuml;r Deutschland lauten auf eine weitere St&auml;rkung der heimischen Nachfrage, insbesondere durch Unterst&uuml;tzung von Haushalten mit geringem Einkommen, die besonders schnell nachfragewirksam sind. Die Ma&szlig;nahmen sollten besch&auml;ftigungsintensiven Sektoren zugute kommen, insbesondere im Bereich Dienstleistungen und Umwelt. Um negative Folgen f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Finanzen zu vermeiden, sollte gleichzeitig schon ein konkreter Plan vorgelegt werden, wie die F&ouml;rderung sp&auml;ter wieder zur&uuml;ckgefahren werden kann.<br>\nDurch eine Fortsetzung der Konjunkturprogramme und eine klare Ausrichtung auf die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen, so wie es der im vergangenen Sommer verabschiedete Globale Besch&auml;ftigungspakt der ILO vorsieht, k&ouml;nnte die Besch&auml;ftigung weltweit sieben Prozent h&ouml;her liegen als im Fall eines fr&uuml;hzeitigen Ausstiegs. Dass die im Besch&auml;ftigungspakt vorgesehenen Instrumente funktionieren, zeigen die positiven Erfahrungen in L&auml;ndern wie Deutschland, Australien, Brasilien oder S&uuml;dkorea, die schon fr&uuml;hzeitig &auml;hnliche arbeitsmarktpolitische Ma&szlig;nahmen anwandten.<br>\nInsgesamt sollte die derzeitige Krise nach Ansicht der ILO zum Anlass genommen werden, die Globalisierung fairer und &ouml;kologisch nachhaltiger zu gestalten. Auch dies ist Bestandteil des Globalen Besch&auml;ftigungspakts. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnten weltweit durch die Einf&uuml;hrung einer &Ouml;kosteuer auf Treibhausgasemissionen bis zu 14,3 Millionen neue Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/public\/german\/region\/eurpro\/bonn\/aktuelles\/wow2009.htm\">Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation ILO<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sanktionen bei Hartz-IV-Empf&auml;ngern werden mit Zusatzeinkommen verrechnet<\/strong><br>\nWie sich der Leistungsanspruch eines Hilfeberechtigten berechnet, dessen Arbeitslosengeld II aufgrund einer Sanktion gek&uuml;rzt wurde und der zugleich eine geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung aufnimmt, legt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/198) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17\/66) dar. &rdquo;Zun&auml;chst ist der Absenkungsbetrag anhand des festgestellten Sanktionstatbestandes zu ermitteln&ldquo;, schreibt die Regierung. Dabei sei zwischen den Personengruppen der &uuml;ber 25-J&auml;hrigen und der unter 25-J&auml;hrigen zu unterscheiden. Bei &uuml;ber 25-J&auml;hrigen betrage die Absenkung des Arbeitslosengeldes II 30 Prozent f&uuml;r die erste Pflichtverletzung und 60 Prozent f&uuml;r die erste wiederholte Pflichtverletzung. Bei jeder weiteren wiederholten Pflichtverletzung werde das Arbeitslosengeld II um 100 Prozent gem&auml;&szlig; &sect; 20 SGB II gemindert. Im Fall der Verletzung von Meldepflichten betrage die Absenkung 10 Prozent der ma&szlig;gebenden Regelleistung oder ein Vielfaches hiervon, hei&szlig;t es in der Antwort. Berechnungsgrundlage sei in jedem Fall die ungeminderte, f&uuml;r die erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen ma&szlig;gebende Regelleistung am Tag der Entscheidung &uuml;ber die Sanktion.<br>\n&rdquo;Bei unter 25-J&auml;hrigen wird das Arbeitslosengeld hiervon abweichend bei der ersten Pflichtverletzung auf die Leistungen f&uuml;r Unterkunft und Heizung&ldquo; beschr&auml;nkt, die angemessenen Kosten f&uuml;r Unterkunft und Heizung sollten an die Vermieter oder andere Empfangsberechtigte gezahlt werden, schreibt die Regierung weiter. &rdquo;Bei einer wiederholten Pflichtverletzung entf&auml;llt das Arbeitslosengeld II bei den unter 25-J&auml;hrigen vollst&auml;ndig.&ldquo;<br>\nIn einem weiteren Schritt sei der ungedeckte Bedarf der von der Sanktion betroffenen Hilfebed&uuml;rftigen zu ermitteln. N&auml;hmen Hilfebed&uuml;rftige eine Besch&auml;ftigung auf, sei der Leistungsanspruch ab dem Monat, in dem Einkommen erstmalig zuflie&szlig;t, neu zu berechnen, erl&auml;utert die Bundesregierung. &rdquo;Dabei sind die aus einer nicht bedarfsdeckenden Besch&auml;ftigung herr&uuml;hrenden Einnahmen bedarfsmindernd als Einkommen zun&auml;chst auf die Geldleistungen der Agentur f&uuml;r Arbeit und erst dann auf die der kommunalen Tr&auml;ger anzurechnen.&ldquo;<br>\nDer so festgestellte grunds&auml;tzlich bestehende Leistungsanspruch w&uuml;rde schlie&szlig;lich in einem dritten Schritt um den zuvor festgestellten Absenkungsbetrag vermindert, hei&szlig;t es in der Antwort. Auch hier erfolge der Abzug in der Reihenfolge, dass zun&auml;chst eine K&uuml;rzung der Geldleistungen der Agentur f&uuml;r Arbeit und erst dann eine solche der kommunalen Tr&auml;ger erfolge. &rdquo;Ist der nach Ber&uuml;cksichtigung des Einkommens verbleibende Leistungsanspruch geringer als der Minderungsbetrag, entfaltet die Sanktion keine oder nur eingeschr&auml;nkte Wirkung&ldquo;, schreibt die Bundesregierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2009_12\/2009_320\/07.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der ganze Aufwand nennt sich dann wohl &bdquo;Sozialverwaltung&ldquo; oder die Umsetzung des Prinzips des &bdquo;F&ouml;rderns und Forderns&ldquo;. Man vergleiche diese minuti&ouml;se Verwaltungspraxis (nur f&uuml;r einen kleinen Moment) einmal mit dem Verwaltungsaufwand bei der Vergabe von Milliardenb&uuml;rgschaften oder von direkten Kapitalzusch&uuml;ssen im Rahmen des Finanzmarktstabilisierungsfonds.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bundesregierung: Sanktionen beim Sozialgeldbezug sind selten, aber unerl&auml;sslich<\/strong><br>\n96 Prozent aller Sozialgeldbezieher sind Kinder unter 15 Jahren. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (17\/188) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17\/62) hervor. Danach waren von den 1.807.000 nicht erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen im Hartz IV-System im Juni 2009 1.730.000 Kinder unter 15 Jahren. Anspruch auf die Zahlung von Sozialgeld haben nichterwerbsf&auml;hige Personen, die mit erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen in einer Bedarfsgemeinschaft leben.<br>\nLaut Bundesregierung ist der Anteil der unter 15-J&auml;hrigen seit 2005 &rdquo;nahezu konstant&ldquo;. Die anderen Sozialgeldbezieher gliedern sich wie folgt: 35.000 oder zwei Prozent waren im Juni im Alter von 15 bis unter 25 Jahren, 19.000 oder ein Prozent im Alter von 25 Jahren bis unter 50 Jahren, und 21.000 oder ein Prozent im Alter von 50 bis unter 65 Jahren.<br>\nSanktionen beim Sozialgeldbezug, also K&uuml;rzungen oder die komplette Streichung, sind laut Bundesregierung notwendig, da sich das Konzept des &rdquo;F&ouml;rderns und Forderns&ldquo; auch &rdquo;auf die nichterwerbsf&auml;higen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft&ldquo; beziehe.<br>\n&rdquo;In den Jahren 2007 und 2008 wurden ca. 800 bzw. ca. 900 Sanktionen gegen&uuml;ber nicht erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen ausgesprochen&ldquo;, hei&szlig;t es weiter, wobei die Bundesregierung darauf hinweist, dass ihr nicht alle Daten vorl&auml;gen. &rdquo;Unter 15-J&auml;hrige nicht erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige waren davon nicht betroffen&ldquo;, schreibt die Regierung. Im Durchschnitt des Jahres 2008 h&auml;tte es &rdquo;im Bestand 12 nicht erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige, deren gesamte Leistung einer Sanktionierung unterworfen wurde&ldquo; gegeben. &rdquo;Bei 3-monatiger Dauer d&uuml;rften im Jahr 2008 rein rechnerisch ca. 50 nicht erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige betroffen gewesen sein&ldquo;, hei&szlig;t es weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2009_12\/2009_320\/08.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So viel zum Missbrauch von Sozialleistungen. Und selbst wenn in der gesamten Republik nur 800 bis 900 Missbrauchsf&auml;lle sanktioniert werden k&ouml;nnen, so lohnt sich offenbar dieser Aufwand f&uuml;r das Prinzip des F&ouml;rderns und Forderns.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>OECD-Bericht: Jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut<\/strong><br>\nDeutschland gibt f&uuml;r Kinder so viel Geld aus wie kaum ein anderes OECD-Land, bei der Verwirklichung gleichwertiger Lebensverh&auml;ltnisse und Chancengleichheit z&auml;hlt es aber zu den Schlusslichtern. Das geht aus einer Studie der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zum Wohlbefinden von Kindern hervor. &ldquo;Deutschland sollte seine Transfers st&auml;rker auf bed&uuml;rftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Au&szlig;erdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden&rdquo;, forderte Monika Queisser, Leiterin der OECD-Abteilung f&uuml;r Sozialpolitik bei der Pr&auml;sentation der Studie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt3l2\/politik\/658\/486077\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Wirtschaftsweiser will Hartz IV um 30 Prozent k&uuml;rzen<\/strong><br>\nDer Vorsitzende des Sachverst&auml;ndigenrats der Bundesregierung, Wolfgang Franz, fordert eine grundlegende Reform der Hartz-IV-Gesetze. Das Arbeitslosengeld II m&uuml;sse zu einem Kombilohn ausgebaut werden, sagte Franz unserer Redaktion mit Verweis auf ein Reformmodell des Sachverst&auml;ndigenrats. &ldquo;Es beinhaltet als Kernst&uuml;ck eine Absenkung des Regelsatzes um 30 Prozent und gleichzeitig bessere Hinzuverdienstm&ouml;glichkeiten.&rdquo;<br>\nSo soll das Arbeiten attraktiver und das Nichtarbeiten unattraktiver gemacht werden. Eine Mindestsicherung werde durch staatliche Erg&auml;nzungsleistungen gew&auml;hrleistet (&ldquo;Aufstocker&rdquo;), sagte der Pr&auml;sident des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/news\/Wirtschaftsweiser-will-Hartz-IV-um-30-Prozent-kuerzen_aid_798310.html\">Rheinische Post<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &ldquo;Kombilohnmodelle&rdquo;, die f&uuml;r Empf&auml;nger von Arbeitslosengeld II einen &ldquo;gr&ouml;&szlig;eren Anreiz&rdquo; bieten sollen, sich um &ldquo;Einfachjobs&rdquo; zu bem&uuml;hen, bringen gar nichts http:\/\/www.iatge.de\/aktuell\/veroeff\/2005\/hieming01.pdf . Nach wie vor g&auml;be es schlichtweg zu wenig dieser Stellen. Das Prinzip des Wirtschaftsweisen Franz ist: Soziale Leistungen unter das Existenzminimum senken, dann werden die Dr&uuml;ckeberger schon arbeiten. Arbeit macht frei!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Unterst&uuml;tzers B.H.:<\/strong> Auf das Scheitern von Hartz IV f&auml;llt Deutschlands angeblichen Wirtschaftsweisen nur eines ein &ndash; das Bestrafen der Hart IV-Empf&auml;ngerInnen mit Leistungsentzug.<\/em><\/p><\/li>\n<p><em>Dazu passt:<\/em>\n<\/p><\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Millionensegen f&uuml;r Apotheker<\/strong><br>\nAls &ldquo;Weihnachtsgeschenk&rdquo; wollten die Apotheker es zun&auml;chst nicht verstanden wissen. Schlie&szlig;lich forderten sie doch nur, was ihnen seit einem Jahr zustehe. Das sollen sie nun auch bekommen, wenn auch 20 Millionen weniger als erwartet. Die Rede ist von 330 Millionen Euro. Diese Summe m&uuml;ssen die gesetzlichen Krankenkassen den Apotheken zur&uuml;ckzahlen. Das entschied die sogenannte Schiedsstelle, in der Vertreter des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sowie des Deutschen Apothekerverbandes (DAV)sitzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2158798_Schiedsstelle-hat-entschieden-Millionensegen-fuer-Apotheker.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Revolution der Tugend<\/strong><br>\nVom Sozialstaat profitieren die Reichen am meisten. Der Mittelstand hingegen hat das Nachsehen und wird bald den Aufstand proben.<br>\nGibt es f&uuml;r die verm&ouml;genden Klassen einen anderen Grund, den Sozialstaat zu pflegen, au&szlig;er der etwas antiquierten Aufgabe, die kommunistische Revolution zu verhindern? Nun, ich w&uuml;rde sagen, dass es diesen Grund gibt, denn es ist der Sozialstaat, dem die heutigen verm&ouml;genden Klassen ihr Verm&ouml;gen verdanken.<br>\nDie Unzufriedenheit mit dem Sozialstaat ist keine Sache der Eliten oder der Massen, sondern eine der Mittelschicht. Die Mittelschicht zahlt Steuern, aber sie profitiert kaum vom Sozialstaat &ndash; das tun nur die gro&szlig;en Unternehmen. Zugleich hat die heutige Mittelschicht das Gef&uuml;hl, dass sich niemand um sie k&uuml;mmert und niemand sie wirklich ernst nimmt. Sie hat n&auml;mlich andere kulturelle Anspr&uuml;che und Standards als diejenigen, die f&uuml;r die heutigen globalisierten Massen und Eliten charakteristisch sind. Aber diese Anspr&uuml;che k&ouml;nnen im Kontext der heutigen Wirtschaft nicht befriedigt werden, denn die Mittelschicht befindet sich zahlenm&auml;&szlig;ig in der Minderheit und ist somit f&uuml;r die Wirtschaft unattraktiv. Die kumulative Kaufkraft der Mittelschicht ist viel niedriger als die kumulative Kaufkraft der unteren Einkommensstufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/52\/Armutsdebatte\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Frage ist nur, ob sich der Mittelstand gegen die Profiteure des Sozialstaats, also die Reichen richtet, oder gegen den Sozialstaat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sie schenken das Land kaputt<\/strong><br>\nAb Januar bekommt meine Familie mehr Geld: Mit zwei Kindern sind das 40 Euro Plus pro Monat. Anstatt mich aber h&ouml;flich und artig zu freuen und zu bedanken, m&ouml;chte ich am liebsten fragen, wohin ich das Geld zur&uuml;ck &uuml;berweisen kann &ndash; ich will es nicht. Es klebt vielleicht kein Blut daran, wohl aber &uuml;bergro&szlig;e Dummheit und die verbauten Zukunftschancen vieler Kinder in diesem Land.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/alltag\/0951-kindergeld-regierung-steuerentlastung-wachstumsbeschleunigungsgesetz\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Finanzbranche: Her mit dem Netto<\/strong><br>\nStatt &uuml;ber das &uuml;bliche Jahresendgesch&auml;ft freuen sich Finanzvertriebe auf ein Jahresanfangsgesch&auml;ft. Sie wollen die Steuerentlastungen ab 1. Januar abfischen&hellip;<br>\nDoch die Branche, in der die Besten ihres Fachs auch einem Eskimo einen K&uuml;hlschrank verkaufen k&ouml;nnten, hat auch daf&uuml;r eine L&ouml;sung gefunden. Die verbirgt sich hinter dem Wortungeheuer des B&uuml;rgerentlastungsgesetzes: Ab 1. Januar sind Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr&auml;ge voll steuerlich absetzbar. Bei einem Bruttoeinkommen von 40.000 Euro pro Jahr etwa hat ein verheirateter Alleinverdiener mit Kind 65 Euro mehr pro Monat auf dem Konto.<br>\nEigentlich soll das Geld den Aufschwung befeuern. Doch die Rechnung hat Berlin ohne die findigen Finanzdienstleister gemacht, die sich eine solche Steilvorlage nat&uuml;rlich nicht nehmen lassen &ndash; und das Plus an Netto der B&uuml;rger in ihre eigenen Kassen umleiten wollen. Rundschreiben, Internetauftritte, Anrufe lassen B&uuml;rger wissen, wo die Entlastung ab 1. Januar hingeh&ouml;rt: in Vorsorgeprodukte, nicht in den Konsum.<br>\n&ldquo;Setzen Sie jetzt Ihre Steuerentlastung zur Vorsorge ein&rdquo;, trommelt die Dresdner Bank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:steuerentlastungen-her-mit-dem-netto\/50052209.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Christoph Butterwegge: Die Entsorgung des Rechtsextremismus<\/strong><br>\nDie neue Bundesregierung begreift den Rechtsextremismus offenbar als blo&szlig;es Randgruppenph&auml;nomen. Ihre Gleichsetzung desselben mit Linksradikalismus und Islamismus bedeutet zugleich einen Paradigma- und Strategiewechsel. Denn laut Koalitionsvertrag sollen die bestehenden Bundesprogramme gegen den Rechtsextremismus1 mit einem Jahresbudget von zusammen 24 Mio. Euro &bdquo;unter Ber&uuml;cksichtigung der Bek&auml;mpfung linksextremistischer und islamistischer Bestrebungen&ldquo; in allgemeine Projekte gegen Extremismus umgewandelt werden. Dadurch werden die Gefahren des Rechtsextremismus f&uuml;r die Demokratie relativiert &ndash; und bei stabilem Mittelaufkommen weniger Aktivit&auml;ten dagegen finanziert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/artikel.php?pr=3238\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Achtung, Achtung!<\/strong><br>\nIn einem Klima der Angst ist jeder verd&auml;chtig. Das merkte ein marokkanischer Student, der w&auml;hrend des Oktoberfestes inhaftiert wurde &ndash; ohne Tatverdacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/31900\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Dringende Leseempfehlung &ndash; und dazu einen <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=b5d39e7d\">Kommentar aus Fefes Blog<\/a>: &bdquo;Es bleibt also festzuhalten: die Polizei sch&uuml;tzt uns nicht nur nicht, sie bel&uuml;gt auch aktiv Richter, um Unschuldige hinter Gitter zu bringen.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Linksextreme Gewalt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>BKA-W&uuml;st macht SPD verantwortlich<\/strong><br>\nDie &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA). Danach gab es einen sprunghaften Anstieg von 38,9 Prozent. Allein die Zahl der Gewalttaten habe in den ersten drei Quartalen dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 49,4 Prozent zugenommen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/public\/druckversion\/aktuelles\/politik\/deutschland\/796449\">RP<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2009\/12\/16\/linke-gewalt\/steigt-sprunghaft-an.html\">BILD<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufgeschreckte Beh&ouml;rden <\/strong><br>\nDer Berliner Senator Ehrhart K&ouml;rting sieht die Schere zwischen Arm und Reich als Grund f&uuml;r die steigende linksextreme Gewalt. Bundesanwalt Rainer Griesbaum warnt vor einem neuen Terrorismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2156577&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist schon sehr erstaunlich oder auch wieder nicht, wie unkritisch die meisten Zeitungen die Meldung der Bild-Zeitung &uuml;bernommen haben, dass der Linksextremismus im Kommen ist. Bundesanwalt Rainer Griesbaum darf sogar von &bdquo;linksterroristischer Gewalt&ldquo; schw&auml;rmen und noch einen echten Schlager draufsetzen Es gelte, &ldquo;den Anf&auml;ngen zu wehren&rdquo;. &ndash; Deutschland, pardon die deutsche Medienwelt, hat ihr Lieblingsfeinbild wieder zur&uuml;ck. Was unsere neue Familienministerin Kristina K&ouml;hler (CDU) gleich zur Forderung verleitet, gegen jeglichen Extremismus gleich stark vorzugehen. Nur, ist Linksextremismus und Rechtsextremismus auch gleich?<br>\nZu den nackten Zahlen f&auml;llt zun&auml;chst auf, dass Bild nur mit Wachstumsraten agitiert. &bdquo;Sprunghaften Anstieg von 38,9 Prozent&ldquo; h&ouml;rt sich nat&uuml;rlich toll an. Nur, wenn sich in meiner Stra&szlig;e im letzten Jahr ein Unfall ereignete und in diesem Jahr zwei, ist das eine Steigerungsrate von 100 Prozent. Also wenn schon, dann h&auml;tten wir ganz gerne die absoluten Zahlen gelesen. Leider m&ouml;chten sich Innenministerium und das BKA erst im n&auml;chsten Jahr zu diesen Zahlen &auml;u&szlig;ern. Etwas Licht bringt das Jahr 2008 mit 5866 linksextremen und 17 607 rechtsextremem Straftaten. Leider hat Bild sich nicht nach dem Anstieg rechtsextremer Straftaten erkundigt. Ich vermute einmal, dass auch dieses Jahr dreimal soviel rechtsextreme Straftaten registriert werden. J&ouml;rg Ziercke, Chef des Bundeskriminalamtes, sprach bei der Vorstellung der von der HAIT erstellten Studie &bdquo;NPD-Wahlmobilisierung und politisch motivierter Gewalt&ldquo; davon, dass &bdquo;um die 20 000 Delikte&ldquo; zu erwarten w&auml;ren.<br>\nWeiterhin betont Bild die K&ouml;rperverletzungen an Polizeibeamten, spricht sogar von drei versuchte T&ouml;tungen, w&auml;hrend dieses Delikt letztes Jahr nicht gemeldet wurde. Es mag ja angesichts der Vorf&auml;lle etwas pingelig sein, aber ich m&ouml;chte doch darauf hinweisen, dass der Angriff mit Molotowcocktails im letzten Jahr noch nicht als versuchter Mord gewertet wurde. &ndash; Entscheidend ist aber m.E., dass im vorigen Jahr zwei Tote rechter und null Tote linker Gewalt zu beklagen waren. Linksextrem ist eben nicht gleich rechtextrem. Der Chef des Bundeskriminalamtes sagt, dass von rechtsextremen Straftaten eine &ldquo;besondere Gefahr f&uuml;r Leib und Leben&rdquo; ausgehe. Fast ein Drittel aller sei Rechtsextremisten gewaltbereit. Uwe Backes, stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts f&uuml;r Totalitarismusforschung e.V. an der Technischen Universit&auml;t Dresden, sieht auf der Basis obengenannter Studie qualitative Unterschiede zwischen rechtsextrem und linksextrem motivierten Straftaten. Linksextreme Gewalt sei &ldquo;weniger lebensbedrohlich&rdquo;, sie w&uuml;rde h&auml;ufig aus der Distanz ausge&uuml;bt. Rechtsextreme Gewalt hingegen sei durch ein besonders hohes Ma&szlig; an Brutalit&auml;t gekennzeichnet. Die Studie verzeichnet f&uuml;r die Zeit von 2003 bis 2006 in Sachsen 21 %, in Nordrhein-Westfalen 11 % rechtsextreme Gewalttaten mit akut lebensbedrohlichen Einwirkungen.<br>\nLiebe Frau Familienministerin, man kann die Gleichstellung von Linksextremismus und Rechtsextremismus nur als Verharmlosungsstrategie rechter Gewalt begreifen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>T&uuml;rkische V&auml;ter gegen Betreuungsgeld: &ldquo;Sie m&uuml;ssen Deutsch k&ouml;nnen&rdquo;<\/strong><br>\nWiderstand gegen das geplante Betreuungsgeld kommt nun auch von den Betroffenen selbst: T&uuml;rkische Eltern aus Berlin wollen mehr Geld f&uuml;r Schulen und Kindertagesst&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/sie-muessen-deutsch-koennen\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Tarifverhandlungen im &Ouml;ffentlichen Dienst:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heribert Prantl: Sch&auml;uble und der &ouml;ffentliche Dienst: K&ouml;nnen, Wollen, Sollen<\/strong><br>\nDie Angestellten im &ouml;ffentlichen Dienst wollen mehr Geld &ndash; Sch&auml;uble weist die Forderung entsetzt zur&uuml;ck. Ob der Staat mehr f&uuml;r seine Angestellten hat, ist jedoch keine Frage des K&ouml;nnens.<br>\nFinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble zeigt sich erschrocken &uuml;ber die Lohnforderung der Angestellten des &ouml;ffentlichen Dienstes. Der Staat habe kein Geld, sagt er.<br>\nDer Staat hat kein Geld, sagt Wolfgang Sch&auml;uble. Also weist er die Forderung nach f&uuml;nf Prozent Lohnerh&ouml;hung f&uuml;r Krankenschwestern, Erzieher, Sachbearbeiter und sonstige Angestellte im &ouml;ffentlichen Dienst mit Abscheu und Emp&ouml;rung zur&uuml;ck. Hat der Staat wirklich kein Geld?<br>\nEr hat es gehabt, als er die Konjunkturprogramme auflegte. Er hat es auch gehabt, als die Banken gerettet wurden. Er hat es gehabt, als er die Kurzarbeit in der Industrie finanzierte. Und j&uuml;ngst hat er auf viel Geld verzichtet, als er den Hoteliers eine unsinnige Senkung der Mehrwertsteuer zuschusterte. Ob der Staat ein bisschen mehr Geld f&uuml;r seine Angestellten hat, ist keine Frage des K&ouml;nnens, sondern des Wollens und Sollens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/994\/498290\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Volle H&auml;nde, leere Taschen<\/strong><br>\nGro&szlig;z&uuml;gig hat der Finanzminister seinen Koalitionsfreunden Guido Westerwelle und Horst Seehofer ihre W&uuml;nsche nach Milliardenentlastungen f&uuml;r bestimmte Kreise erf&uuml;llt. Den anderen Sch&auml;uble lernen die Besch&auml;ftigten des &ouml;ffentlichen Dienstes kennen. Ihnen zeigt sich ein besorgter, ein mahnender Finanzminister, der via Bildzeitung Einblicke in sein Gef&uuml;hlsleben gew&auml;hrt und berichtet, wie ihn die Forderung nach f&uuml;nf Prozent mehr Lohn erschrocken habe. In der Sache mag Sch&auml;uble gute Argumente vorweisen k&ouml;nnen. Das aber wird ihm wenig n&uuml;tzen, denn bald wird er merken: Die Steuersenkungen kosten nicht nur Geld, sondern auch Glaubw&uuml;rdigkeit. Wie will ein Politiker M&uuml;llm&auml;nnern in den Kommunen, Erzieherinnen und kleinen Angestellten in der Verwaltung erkl&auml;ren, f&uuml;r sie sei nichts in der Kasse, wenn er zuvor mit Steuerentlastungen Milliarden verteilt hat?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2158797&amp;em_loc=1775&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/&amp;em_ivw=fr_meinung\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ein Euro mehr Lohn bedeutet volle Sozialleistungen<\/strong><br>\nAbgabenfreie Jobs bis zu 400 Euro pro Monat sind beliebt. Oft zu Unrecht. Denn mit einem 401-Euro-Job stehen Arbeitnehmer und Arbeitgeber h&auml;ufig besser da.<br>\n&ldquo;Mehr als zehn Stunden pro Woche kann ich nicht jobben, da passt eben mein Minijob genau&rdquo;, sagt Petra K. Die Mutter von zwei Kindern im Kindergartenalter hilft zweimal in der Woche je f&uuml;nf Stunden in einem Buchladen aus und verdient dabei genau 400 Euro im Monat. Da solche geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigungen f&uuml;r Arbeitnehmer in der Regel steuer- und sozialversicherungsfrei sind, kassiert sie das Geld &ldquo;brutto f&uuml;r netto&rdquo;.<br>\nUnter den knapp sieben Millionen Mini-Jobbern sind fast viereinhalb Millionen Frauen, darunter viele M&uuml;tter. Die kleinen Teilzeitjobs k&ouml;nnen sie mit der Kindererziehung in Einklang bringen. Allerdings: Wenn sie krank oder schwanger werden oder ihren Job verlieren, bekommen sie alle Nachteile dieser Jobs zu sp&uuml;ren. Denn falls sie nicht anderweitig abgesichert sind, gibt es f&uuml;r sie keinen Schutz der Sozialversicherungen. Ganz anders ist dies, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber eine Lohnerh&ouml;hung (um mindestens einen Euro) auf 401 Euro vereinbaren. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.main-rheiner.de\/region\/objekt_eausgaben.php3?artikel_id=4045729&amp;ausgabe=2\">Wiesbadener Kurier<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Krankenversicherung: In Zwietracht zu neuen Ufern<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will das Gesundheitssystem umbauen. Statt eine Strategie zu entwickeln, zanken die Koalition&auml;re um die Richtung. F&uuml;r die Versicherten beginnt der Einstieg in die einkommensunabh&auml;ngige Kopfpauschale.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/versicherungen\/:krankenversicherung-in-zwietracht-zu-neuen-ufern\/50053049.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Besonders dieser Abschnitt &uuml;ber eine Hinterlassenschaft der ehemaligen SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt verdient Beachtung: &bdquo;Der Gesundheitsfonds eignet sich gut f&uuml;r die schrittweise Umstellung auf ein Pr&auml;mienmodell, sagt Gesundheits&ouml;konom J&uuml;rgen Wasem: &ldquo;Man kann die Beitragszahlungen der Versicherten in den Fonds stufenweise zur&uuml;ckfahren und die Pr&auml;mie stufenweise ausbauen.&rdquo; Am Ende w&uuml;rden in den Fonds nur noch Arbeitgeberbeitr&auml;ge und Steuermittel flie&szlig;en.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Pensionskassen wollen Risiken abw&auml;lzen<\/strong><br>\nEin Gro&szlig;teil des Geldes der Firmenpensionskassen steckt in festverzinslichen Wertpapieren. Um eine h&ouml;here Rendite zu erzielen wollen die Verwalter der Betriebsrenten nun riskantere Investments wagen. F&uuml;r etwaige Verluste sollen die Arbeitnehmer haften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/versicherungen\/:probleme-mit-dem-niedrigzins-pensionskassen-wollen-risiken-abwaelzen\/50053007.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Schluss mit der Bologna-B&uuml;rokratie<\/strong><br>\n&ldquo;Die Erfahrung von zehn Jahren lehrt nun, dass die Akkreditierung in Deutschland ein Irrweg ist&rdquo;, sagt Professor Bernhard Kempen, der Pr&auml;sident des Deutsche Hochschulverband. Grund: Der b&uuml;rokratische Aufwand und die Kosten st&auml;nden in &uuml;berhaupt keinem Verh&auml;ltnis zum Nutzen.<br>\n&bdquo;Wir sagen dem Akkreditierungsrat, dass er sich ja vielleicht umwandeln k&ouml;nnte in eine Servicestelle, die beratend den Hochschulen zur Seite steht, aber wir brauchen keine externe Akkreditierungsindustrie, die irgendwelche Siegel verteilt, sondern das k&ouml;nnen wir sehr gut selber machen. Wir fordern den Gesetzgeber auf: Verpflichte uns doch, an den Hochschulen &ndash; wie das &uuml;brigens auch im Ausland geschieht &ndash; eigene Qualit&auml;tssicherungsinstrumente einzubauen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/1091906\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Hochschulverband ist zwar die konservative Kerntruppe der Ordinarien, doch wo er Recht hat, hat er Recht. Die Akkreditierungen stammen aus den USA, wo es eine tief gestaffelte Hierarchie in der Qualit&auml;t der Hochschulen gibt und wo es f&uuml;r die Transparenz (und f&uuml;r den Preis der Studiengeb&uuml;hren) unumg&auml;nglich ist, ein externes (privat organisiertes) Qualit&auml;tssicherungsverfahren durchzuf&uuml;hren. Deutschland hatte bisher v&ouml;llig andere Qualit&auml;tssicherungsma&szlig;st&auml;be. Die Akkreditierung ist das Pendant zur Diversifizierung und zur sog. Profilbildung und vor allem zur Entstaatlichung der Hochschulen. Wenn Qualit&auml;tssicherung nicht mehr in staatlicher Verantwortung liegt, m&uuml;ssen eben neue Verfahren her. Diese Verfahren haben sich jedoch (ganz ohne Staat) zu b&uuml;rokratischen Monstern entwickelt, und zur Qualit&auml;tssicherung haben sie dennoch nur wenig beigetragen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Steuerfahnder-Aff&auml;re: CDU warnte Weimar<\/strong><br>\nDer FR liegen Dokumente vor, die Weimars pers&ouml;nliche Verstrickung in die Vorg&auml;nge dokumentieren. Danach schasste der Minister die Fahnder trotz der Einw&auml;nde aus der eigenen Partei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2158791&amp;em_loc=1231&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_polstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Gabriels Radikalopportunisten<\/strong><br>\nDie SPD rei&szlig;t das Steuer in der Afghanistan-Politik herum und folgt dem Prinzip: Was uns als Regierung heilig war, kann uns als Opposition gestohlen bleiben.<br>\nWas die gel&auml;uterte SPD nun zu tun hat, steht au&szlig;er Frage: Sie muss die Auseinandersetzung mit den Galionsfiguren des alten Kurses in den eigenen Reihen suchen und sich von ihrem Fraktionsvorsitzenden und dessen Rolle in der Kunduz-Aff&auml;re distanzieren. Am besten, sie w&auml;hlt ihn ab, um ihrem Wendeman&ouml;ver wenigstens einen Hauch von Glaubw&uuml;rdigkeit zu geben.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/0951-afghanistan-spd-sinneswandel\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Die t&auml;gliche Dosis Desinformation<\/strong><br>\nDie Verzerrung der afghanischen Realit&auml;t durch die deutsche Berichterstattung in den Medien hat viele Ursachen. Schwierige Fakten werden oft einfach weggelassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/kultur\/0951-hans-wallow-afghanistan-medien-desinformation\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Opposition verliert wichtige Symbolfigur<\/strong><br>\nNach langer Krankheit ist Gro&szlig;ayatollah Hussein Ali Montaseri im Alter von 87 Jahren in Ghom gestorben. Mit ihm starb nicht nur einer wichtigsten religi&ouml;sen Autorit&auml;ten in Iran, sondern auch einer der gef&auml;hrlichsten Kritiker des iranischen Regimes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/erenguevercin.wordpress.com\/2009\/12\/21\/opposition-verliert-wichtige-symbolfigur\/\">grenzg&auml;ngerbeatz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Dani Rodrik: Spielraum f&uuml;r China<\/strong><br>\nChinas unterbewertete W&auml;hrung und sein riesiger Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss sind ein gro&szlig;es Risiko f&uuml;r die Weltwirtschaft. Sie beschw&ouml;ren eine massive protektionistische Gegenreaktion in den Vereinigten Staaten und Europa herauf und sie untergraben die Erholung in den Entwicklungs- und Schwellenl&auml;ndern. Wenn nichts dagegen unternommen wird, wird sich der Ton zwischen China und anderen L&auml;ndern zunehmend versch&auml;rfen. Doch die L&ouml;sung ist nicht ann&auml;hernd so einfach wie einige Experten zu erkennen meinen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/rodrik38\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Atlas der Globalisierung jetzt Online durchbl&auml;ttern<\/strong><br>\nDer neue Atlas der Globalisierung kann auf der Homepage von Le Monde Diplomatique Seite f&uuml;r Seite durchgebl&auml;ttert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.popup_atlas2009\">Le Monde Diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Nachtrag zur <a href=\"?p=4425\">Dienstleistungsrichtlinie &ndash; die Vollendung des Binnenmarkts oder Unterbietungswettlauf und Chaos f&uuml;r alle?<\/a><\/strong>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.I.:<\/strong> Ich befasse mich beruflich seit &uuml;ber einem Jahr mit der sog. EU-DLR und auch insbesondere mit der softwaretechnischen Umsetzung. Leider ist Ihr Beitrag in einigen Punkten ungenau bzw. sogar fehlerhaft. Ich m&ouml;chte nur ein paar Beispiele anf&uuml;hren:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Der EA (&bdquo;Einheitlicher Ansprechpartner&ldquo;) agiert nicht nur f&uuml;r ausl&auml;ndische Dienstleister, sondern soll, um Inl&auml;nder nicht zu diskriminieren, allen Bundesb&uuml;rgern zur Verf&uuml;gung stehen.<\/em><\/li>\n<li><em>Eine Kontaktaufnahme zum EA soll zwar per E-Mail m&ouml;glich sein, aber E-Mail gilt nicht als rechtssicheres Kommunikationsmittel, was bedeutet, dass nur per qualifizierter Signatur rechtssicher und verbindlich gehandelt werden kann.<\/em><\/li>\n<li><em>Der EA bearbeitet den Antrag NICHT zusammen mit den zust&auml;ndigen Stellen, er leitet ihn (bzw. sie) nur weiter. F&uuml;r eine Bearbeitung hat der EA gar nicht das Fachwissen.<\/em><\/li>\n<li><em>Der EA muss personenbezogene Daten speichern, um die Bearbeitung der Antr&auml;ge im Auftrag des Dienstleisters steuern und &uuml;berwachen zu k&ouml;nnen.<\/em><\/li>\n<li><em>Es kann in der Praxis eben nicht alles &ldquo;problemlos&rdquo; aus der Ferne elektronisch abgewickelt werden. Dokumente, die der Schriftform bed&uuml;rfen bzw. die eine eigenh&auml;ndige Unterschrift erfordern, m&uuml;ssen signiert und verschl&uuml;sselt &uuml;bertragen werden, sonst ist eine Rechtsg&uuml;ltigkeit nicht gegeben (siehe auch Verwaltungsverfahrensgesetz).<\/em><\/li>\n<li><em>Viele zust&auml;ndige Stellen und auch viele EAs verf&uuml;gen gar nicht &uuml;ber die notwendige Hard- und Software zur Wahrnehmung der Aufgaben nach der EU-DLR.<\/em><\/li>\n<li><em>Dass die gesamte Abwicklung k&uuml;nftig elektronisch erfolgen soll steht nirgends. Daher wird eGovernment auch nicht vorangebracht. Die Kommunen h&auml;tten die EU-DLR daf&uuml;r nutzen k&ouml;nnen, haben es aber nicht. Die Mehrheit der Kommunen entledigt sich dieser l&auml;stigen Aufgabe durch Abwarten bzw. Realisierung der minimalen Anforderungen.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Genehmigungsfiktion tritt erst in Kraft, wenn der oder den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde(n) ALLE Unterlagen VOLLST&Auml;NDIG vorliegen.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kritik an der EU-DLR halte ich dennoch f&uuml;r berechtigt.<br>\nInteressant sind auch die Nebenschaupl&auml;tze wie z.B. die Schaffung eines Softwarestandards (XEUDLR). F&uuml;r diese war das Land Hessen zust&auml;ndig. Man beauftragte zahlreiche Firmen, verschleuderte Unsummen an Geld, um nun irgendetwas (komplett unbrauchbares) von einem gro&szlig;en, deutschen ERP-Anbieter mit drei Buchstaben und Konsorten vorliegen zu haben. Es wurde bereits vereinbart, dass in diesen Standard weitere 400.000 &euro; gepumpt werden sollen, wovon Hessen vermutlich eine H&auml;lfte tragen wird, den Rest der Bund. Spricht man mit einem Softwareentwickler (wie ich es getan habe), so erf&auml;hrt man, dass XEUDLR unbrauchbar ist, schlampig geschrieben wurde und dass ein engagierter Entwickler so etwas besser in vielleicht 2 Wochen f&uuml;r einen eher f&uuml;nfstelligen Betrag realisieren k&ouml;nnte. So hat jedoch der gro&szlig;e, deutsche ERP-Anbieter daf&uuml;r sicher ein Mehrfaches eingestrichen, ohne etwas liefern zu k&ouml;nnen, mit dem gearbeitet werden kann.<br>\nRandnotiz zum gro&szlig;en, deutschen ERP-Anbieter: Dieser hatte in Schleswig-Holstein den Auftrag, den EA mit einer Software zu versehen. Mit der Umsetzung beauftragte er indische Subunternehmer (deutsche Verwaltungsverfahren wurden ins englische ggf. gar noch ins indische &uuml;bersetzt und daraus wurde etwas gebastelt). Vor einigen Wochen stieg dann S.-H. auf Plan B um und erkl&auml;rte die Zusammenarbeit mit dem gro&szlig;en, deutschen ERP-Anbieter f&uuml;r beendet.<br>\nIn der der Fachzeitschrift Kommune21 hie&szlig; es dazu jedoch: <a href=\"http:\/\/www.kommune21.de\/web\/de\/politik,293_0_0_82.5,9721\">&ldquo;Inder behindern EU-DLR-Umsetzung&rdquo;<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Die Forschungsgruppe Hochleistungsportale des Fraunhofer-Instituts FOKUS kommentierte den aktuellen Stand des Standardisierungsprozesses im Rahmen der IT-Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie XEUDLR <a href=\"http:\/\/www.fokus.fraunhofer.de\/de\/elan\/_docs\/Stellungnahme_Standardisierung_XEUDLR.pdf\">im M&auml;rz 2009 so [PDF &ndash; 151 KB]<\/a>: &bdquo;F&uuml;r einen nationalen Ansatz wird &hellip; nicht transparent, wie die Vorgehensweise aussieht und wie andere Akteure eingebunden werden. &hellip; Offen bleibt, welche Funktionalit&auml;ten in welcher Ausgestaltung bis zum Jahresende 2009 notwendig sind. Umso wichtiger erscheint die fr&uuml;hzeitige Ber&uuml;cksichtigung bestehender Aktivit&auml;ten im Kontext einer europ&auml;ischen Standardisierung. Eine einfache Bekundung zur sp&auml;teren Ber&uuml;cksichtigung bei Weiterentwicklungen reicht nicht aus. Die Nachhaltigkeit und Offenheit des XEUDLR-Ansatzes muss von Anfang an nachgewiesen werden, damit die notwendigen Investitionen mittelfristig gesch&uuml;tzt sind und die Infrastruktur wirklich modernisiert wird. Der aktuelle Stand des Standards XEUDLR mag pragmatisch, aber als propriet&auml;rer Standard eben nicht nachhaltig sein. Dies entspricht weder einem wirtschaftlichen noch einem sparsamen Vorgehen.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Aufseher als Lobbyisten; Milliardengewinne auf Kosten der Steuerzahler; Warnung vor zu fr&uuml;hem Ausstieg aus Konjunkturprogrammen; Sanktionsb&uuml;rokratie; Millionensegen f&uuml;r Apotheker; Der gebeutelte Mittelstand; Rechts- und Linksextremismus; &Ouml;ffentlicher Dienst; Finanzbranche scharf auf das Netto; SPD und Afghanistan; Bologna-B&uuml;rokratie. 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