{"id":44289,"date":"2018-06-06T11:00:34","date_gmt":"2018-06-06T09:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44289"},"modified":"2026-01-27T11:59:49","modified_gmt":"2026-01-27T10:59:49","slug":"kritischer-journalismus-in-der-zeit-frau-merkel-wieviele-sms-verschicken-sie-am-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44289","title":{"rendered":"Kritischer Journalismus in der ZEIT: Frau Merkel, wieviele SMS verschicken Sie am Tag?"},"content":{"rendered":"<p>Stellen Journalisten die wirklich wichtigen, zwingend notwendigen Fragen an Politiker? Mitunter ja. Oft leider nicht. DIE ZEIT hat in einem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/23\/angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen?page=3#angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen-infobox-1-tab\">Beitrag<\/a> unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Jetzt mal ehrlich, Frau Merkel&ldquo; 25 Fragen an die Bundeskanzlerin formuliert. Wer sich die Fragen anschaut, sieht schnell: Hier spiegelt sich in verdichteter Form der kritikw&uuml;rdige Zustand des Journalismus unserer Zeit wider. Die wirklich kritische Perspektive ist eine Seltenheit. Fokussiert wird auf Nebens&auml;chlichkeiten und pers&ouml;nliche Befindlichkeiten.<br>\nEin Beitrag von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5132\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-44289-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=44289-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"180606_Frau_Merkel_wieviele_SMS_verschicken_Sie_am_Tag_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Seit geraumer Zeit erleben wir in vielen westlichen Demokratien ein enormes Spannungsverh&auml;ltnis zwischen &bdquo;den Eliten&ldquo; bzw. Politikern und &bdquo;den B&uuml;rgern&ldquo;. Immer wieder besagt die Diagnose, dass es einen Bruch zwischen &bdquo;denen da oben&ldquo; und &bdquo;denen da unten&ldquo; gibt. <\/p><p>Der Bruch zwischen politischen Eliten und den B&uuml;rgern hat auch sehr viel damit zu tun, dass Journalisten gro&szlig;er Medien kritische Fragen, die aus der Bev&ouml;lkerung kommen, nicht, zu selten oder mit zu wenig Nachdruck stellen. <\/p><p>Geradezu musterg&uuml;ltig zeigt sich anhand von Fragen, die die Redaktion der ZEIT (<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/23\/angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen?page=3#angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen-infobox-1-tab\">auch online erschienen<\/a>) ausgearbeitet hat und die an Angela Merkel adressiert sind, dass der Journalismus unserer Zeit gro&szlig;e Probleme damit hat, die Kommunikation von &bdquo;unten&ldquo;, aus der Bev&ouml;lkerung aufzunehmen und an die Politik heranzutragen. <\/p><p>Anlass f&uuml;r die Fragen der Wochenzeitung ist eine 60-min&uuml;tige Fragerunde, der sich Angela Merkel am heutigen Mittwoch im Parlament stellen muss. Die Redaktion der ZEIT schlie&szlig;t sich also der Fragerunde an und stellt in einem Artikel 25 eigene Fragen an Merkel.<br>\nUnter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Jetzt mal ehrlich, Frau Merkel&ldquo;, versehen mit der Unterzeile: &bdquo;Was wir schon immer von der Kanzlerin wissen wollten&ldquo;, finden sich die Fragen.<br>\nBevor wir auf diese genauer eingehen, an Sie liebe Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten die Bitte: &Uuml;berlegen Sie sich selbst einmal, welche Fragen Sie Angela Merkel stellen w&uuml;rden, wenn Sie die M&ouml;glichkeit dazu h&auml;tten. Und dann bitte vergleichen Sie Ihre Fragen mit den nun folgenden.<\/p><ol>\n<li>Wieso verdienen Ostdeutsche und Frauen immer noch weniger als Westdeutsche und M&auml;nner?<\/li>\n<li>Sie haben im Wahlkampf versprochen, dass Deutschland die Klimaziele 2020 erreichen wird &ndash; und das dann schon kurz nach der Wahl revidiert. Haben Sie gelogen?<\/li>\n<li>Warum spiegelt die aktuelle Regierung so wenig die Diversit&auml;t der bundesdeutschen Gesellschaft wider? Und was tun Sie, um die steigende Zahl von B&uuml;rgern mit Migrationshintergrund, vor allem junge und k&uuml;nftige W&auml;hler, f&uuml;r Ihre Politik zu gewinnen?<\/li>\n<li>Wenn Sie ein Machtwort sprechen k&ouml;nnten, was w&uuml;rden Sie sagen?<\/li>\n<li>Woran erkennt man, ob jemand wirklich dichth&auml;lt?<\/li>\n<li>Seit Ihrem Satz, dass sich Europa von den USA emanzipieren m&uuml;sse, ist knapp ein Jahr vergangen. Welche politischen Konsequenzen haben Sie in der Zwischenzeit gezogen?<\/li>\n<li>Wenn Sie heute Ergotherapeutin w&auml;ren und Ihre Schwester Kanzlerin, was w&auml;re anders in Deutschland?<\/li>\n<li>Macron hat eine Reihe von Vorschl&auml;gen zum Umbau der Euro-Zone gemacht. Was ist Ihr konkreter Vorschlag zu einer Reform?<\/li>\n<li>Was hat die Autoindustrie gegen Sie in der Tasche, dass Sie sie schon so lange und immer wieder neu sch&uuml;tzen?<\/li>\n<li>Nach den NSU-Morden haben Sie den Opfern und Angeh&ouml;rigen versprochen: &ldquo;Wir tun alles, um die Morde aufzukl&auml;ren und die Helfershelfer und Hinterm&auml;nner aufzudecken und alle T&auml;ter ihrer gerechten Strafe zuzuf&uuml;hren.&rdquo; Haben Sie aus Ihrer Sicht dieses Versprechen gehalten, wenn Sie die vielen ungekl&auml;rten Fragen insbesondere in Bezug auf deutsche Sicherheitsbeh&ouml;rden betrachten?<\/li>\n<li>Haben Sie daf&uuml;r gesorgt, dass Siemens nun doch in G&ouml;rlitz bleibt &ndash; oder wer? Oder anders gefragt: Wie viel harte oder weiche Macht hat eine Bundeskanzlerin gegen&uuml;ber den Unternehmen wirklich?<\/li>\n<li>F&uuml;rchten Sie sich vor dem Ende Ihrer Kanzlerschaft &ndash; oder sehnen Sie sich danach?<\/li>\n<li>Glauben Sie, dass das Ergebnis der Brexit-Abstimmung 2016 anders ausgefallen w&auml;re, wenn es 2015 nicht die unkontrollierte Masseneinwanderung nach Deutschland gegeben h&auml;tte?<\/li>\n<li>Was denken Sie, wenn Sie Horst Seehofer sehen?<\/li>\n<li>Welcher Vorwurf\/Welche Kritik trifft Sie?<\/li>\n<li>Auf dem Nato-Gipfel 2002 in Prag haben sich die Mitglieder der Allianz darauf verst&auml;ndigt, dass jeder Staat bis 2024 zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) f&uuml;r die Verteidigung ausgeben soll. Der Nato-Gipfel 2014 in Wales hat das nochmals bekr&auml;ftigt. Sie, Frau Merkel, dr&auml;ngen nun den neuen SPD-Finanzminister Olaf Scholz dazu, den Forderungen nach einem deutlich erh&ouml;hten Verteidigungsetat nachzugeben. Den CDU-Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble haben Sie in den vergangenen Jahren nie dazu gedr&auml;ngt. Warum nicht?<\/li>\n<li>Woran denken Sie in Gespr&auml;chen mit Donald Trump, um Ihre Mimik zu kontrollieren?<\/li>\n<li>Welcher Traum, den Sie als Kind hatten, ist nie wahr geworden?<\/li>\n<li>Warum baut Ihre Regierung nicht die Dieselsubventionen ab &ndash; und dann auch all die vielen anderen umweltsch&auml;dlichen Subventionen?<\/li>\n<li>Welchem Politiker Ihrer eigenen Partei vertrauen Sie am meisten?<\/li>\n<li>Sie haben nach der Finanzkrise versprochen: &ldquo;Kein Finanzprodukt, kein Finanzplatz und kein Finanzinstitut darf unreguliert aus der internationalen Finanzkrise herausgehen.&rdquo; Die Finanztransaktionssteuer ist gescheitert, und auch viele andere Finanzdienstleistungen blieben unreguliert. Haben Sie ein falsches, weil nicht haltbares Versprechen gegeben?<\/li>\n<li>F&uuml;r wie wichtig halten Sie folgende &ldquo;Werkzeuge&rdquo;, um politische Ziele durchzusetzen? (Antworten bitte in %) Geduld, Streitlust, Verstand, Beziehungen in der Partei, Rhetorik.<\/li>\n<li>Wie viele SMS verschicken Sie am Tag? Wie viele davon an Ihren Ehemann? Und wie viele an Ihre B&uuml;roleiterin Beate Baumann?<\/li>\n<li>Nach dem Ausschluss Russlands haben Sie die G7 als Wertegemeinschaft bezeichnet. Geh&ouml;ren die USA unter Pr&auml;sident Trump noch dazu?<\/li>\n<li>Wovor haben Sie Angst?<\/li>\n<\/ol><p>Zoomen wir in die Fragen rein. <\/p><ul>\n<li>Fragen 1, 2, 3, 6, 8, 9, 10, 11, 13, 16, 19, 21, 24 sind politische Fragen.<\/li>\n<li>Das hei&szlig;t: 13 von 25 Fragen, die hier an die Politikerin Merkel gestellt wurden, haben eine politische Dimension.<\/li>\n<li>Einzig Frage 1 und 19 sind politische Fragen, die einen direkten Bezug zur direkten Lebenswirklichkeit der Menschen haben. Frage 19 ist allerdings nicht etwa aus Sicht der &auml;rmeren Menschen, die auf einen (alten) Diesel angewiesen sind, gestellt, sondern aus Sicht des Umweltsch&uuml;tzers (was nat&uuml;rlich legitim ist, aber was, so darf vermutet werden, auch einen Einblick in vorherrschende Denkweisen im journalistischen Milieu bietet).<\/li>\n<li>Frage 2 zielt auf das politische Lieblingsthema vieler Redaktionen ab. Klima. Gewiss: Keine unwichtiges Thema. Aber, und das d&uuml;rfte mittlerweile auch in den Redaktionen angekommen sein, es handelt sich dabei um ein Thema, das viele B&uuml;rger als untergeordnet betrachten.<\/li>\n<li>Frage 3 zielt auf einen Teil der Bev&ouml;lkerung, &bdquo;die&ldquo; Migranten.<\/li>\n<li>Frage 6 und 13 sind zwar &bdquo;politisch&ldquo;, spiegeln aber eine inhaltliche Leere wider.<br>\nWelche &bdquo;politischen Konsequenzen&ldquo; (Frage 6) Merkel nun gezogen hat oder nicht, sollten Journalisten selbst herausfinden (was nicht sonderlich schwer ist) und die Bundeskanzlerin dann direkt mit den entsprechenden Einsichten konfrontieren.<\/li>\n<li>Die 13. Frage ist eine &bdquo;Glaubensfrage&ldquo;. Sie eignet sich wunderbar, um sich im Hypothetischen zu verlieren, zu spekulieren. Der Erkenntnisgewinn: gering.<\/li>\n<li>Frage 8 ist die einzige Frage, die darauf abzielt, eine konkrete Antwort zu einem zentralen, bevorstehenden Projekt zu erhalten<\/li>\n<li>Fragen 9, 10, 21 k&ouml;nnen als sehr gute Fragen eingeordnet werden, die einem kritischen politischen Journalismus gerecht werden.<\/li>\n<li>Frage 16 l&auml;sst vermuten, dass der Fragesteller h&ouml;here &bdquo;Verteidigungsausgaben&ldquo; bef&uuml;rwortet.<\/li>\n<li>Frage 24 hat in ihrem Charakter nur den Anstrich einer kritischen politischen Frage. Sie ist eine jener vordergr&uuml;ndig &bdquo;kritischen&ldquo; Fragen, wie wir sie vor und zur&uuml;ck beispielsweise beim &bdquo;Kanzlerduell&ldquo; h&ouml;ren konnten. Fragen dieser Art k&ouml;nnen als Steilvorlagen f&uuml;r Politiker betrachtet werden.<\/li>\n<\/ul><p>Die Fragen 4, 5, 7, 12, 14, 15, 17, 18, 20, 22, 23, 25 sind weitestgehend politisch entleert. Viele von ihnen fokussieren stark auf die pers&ouml;nliche Ebene. Hier versuchen Journalisten zum gro&szlig;en Teil Emotionen rauszukitzeln und private Empfindungen und Gedanken der Kanzlerin zum Vorschein zu bringen. Ein Teil der Fragen mutet geradezu grotesk an und sie lie&szlig;en sich problemlos als ein St&uuml;ck Realsatire einordnen (man f&uuml;hlt sich an einen gro&szlig;artigen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bq2_wSsDwkQ\">satirischen Beitrag<\/a> von John Oliver erinnert. Der britische Satiriker setzt sich darin kritisch mit dem Journalismus auseinander. Gegen Ende des Beitrags sieht man, wie ein Journalist das Thema Korruption in seiner Stadt aufgreifen m&ouml;chte. Doch sein Themenvorschlag st&ouml;&szlig;t auf kollektive Ablehnung in der Redaktion. Stattdessen sind seine Kollegen v&ouml;llig begeistert von einer Geschichte &uuml;ber einen Waschb&auml;r, der wie eine Katze aussieht. Oder ist es eher eine Katze, die einem Waschb&auml;r &auml;hnelt? Eine wichtige Frage, der man unbedingt nachgehen muss.) <\/p><p>Wovor Merkel nun Angst hat, wie viele SMS sie an ihren Ehemann t&auml;glich verschickt, welchen Traum Merkel als Kind hatte, der nie wahrgeworden ist usw. usf. sind Fagen, die beispielhaft einmal mehr zeigen, wie Journalisten durch ein Interesse an Belanglosigkeiten den kritischen politischen Journalismus ins Abseits dr&auml;ngen. <\/p><p>Man sollte hier nicht den Fehler machen und &uuml;ber den Artikel und die Fragen mit einem m&uuml;den L&auml;cheln hinwegsehen und sie einfach nur als einen Schnellschuss der Redaktion betrachten, der nicht sonderlich gut &uuml;berlegt wurde oder nur mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. <\/p><p>Wer die Berichterstattung der Medien beobachtet und sich mit dem gelieferten Journalismus auseinandersetzt, hat kaum eine andere Wahl, als zu der Ansicht zu kommen, dass die Fragen einen exemplarischen Abriss dessen liefern, wie in Redaktionen gedacht und welche Priorit&auml;ten gesetzt werden. <\/p><p>Von 25 Fragen, die die Redaktion an die Politikerin Merkel stellt (als &bdquo;Anwalt der &Ouml;ffentlichkeit&ldquo;), sind 12 unpolitisch. 13 haben eine politische Dimension, aber nur 3 davon darf man als einem kritischen Journalismus w&uuml;rdig betrachten. Viele der politischen Fragen gehen nicht auf konkrete Probleme der B&uuml;rger ein, bewegen sich auf einer &bdquo;gef&auml;lligen&ldquo; Ebene, zielen auf abstraktere politische Probleme, die vor allem auf die pers&ouml;nlichen &Uuml;berzeugungen der Akteure im journalistischen Feld selbst schlie&szlig;en lassen und verweisen zudem noch auf eine Unbelehrbahrkeit in den Redaktionen, endlich eine andere Gewichtung in der Berichterstattung vorzunehmen. Und zu alledem ignoriert man die Interessen der &Auml;rmsten im Land gleich 25 Mal hintereinander. Da ist man eher daran interessiert, warum Merkel Sch&auml;uble nicht dazu gedr&auml;ngt hat, dass Deutschland 2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes f&uuml;r Verteidigungsausgaben ausgibt, als dass man danach fragt, warum Merkel in ihren vielen Jahren als Kanzlerin die Armut im eigenen Land und speziell die Kinderarmut nicht bek&auml;mpft hat. <\/p><p>Dass &uuml;berhaupt Fragen wie die hier besprochenen Journalisten in den Sinn kommen, l&auml;sst tief blicken. Doch das ist nur das eine. Das andere ist (und das ist erschreckend): Offensichtlich haben die Verantwortlichen in der Redaktion kein Qualit&auml;tsproblem bei den Fragen entdeckt. <\/p><p>Wer nun meint, die hier angestellten &Uuml;berlegungen seien nicht zutreffend, dem sei ein Blick in das Forum unter dem Artikel empfohlen. Zur &bdquo;Gegenprobe&ldquo; lese man die kritischen Anmerkungen und Fragen der Leser. Die Diskrepanz zwischen den Fragen, die Journalisten der ZEIT Merkel gestellt haben und den Fragen, die die Leser stellen, ist gro&szlig;. Aber: Bei aller Kritik an diesem so harmlos, spielerisch wirkenden Artikel, er hat durchaus auch seinen Wert. Er ist eine Fundgrube, wenn es darum geht, anschaulich zu erfahren, wie berechtigt die Kritik am Journalismus unserer Zeit doch ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Journalisten die wirklich wichtigen, zwingend notwendigen Fragen an Politiker? Mitunter ja. Oft leider nicht. DIE ZEIT hat in einem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2018\/23\/angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen?page=3#angela-merkel-bundeskanzlerin-fragen-infobox-1-tab\">Beitrag<\/a> unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Jetzt mal ehrlich, Frau Merkel&ldquo; 25 Fragen an die Bundeskanzlerin formuliert. Wer sich die Fragen anschaut, sieht schnell: Hier spiegelt sich in verdichteter Form der kritikw&uuml;rdige Zustand des Journalismus unserer<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44289\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,198,183,11],"tags":[1279,315,633,244,457],"class_list":["post-44289","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-boulevardjournalismus","tag-merkel-angela","tag-politikerverdrossenheit","tag-vierte-gewalt","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44289"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52056,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44289\/revisions\/52056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}