{"id":44310,"date":"2018-06-08T09:00:03","date_gmt":"2018-06-08T07:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44310"},"modified":"2018-06-08T13:58:03","modified_gmt":"2018-06-08T11:58:03","slug":"die-linke-vor-dem-parteitag-dieser-weg-fuehrt-nicht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44310","title":{"rendered":"DIE LINKE vor dem Parteitag \u2013 \u201eDieser Weg f\u00fchrt nicht weiter\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der lang erwartete Leipziger Parteitag der <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/partei\/parteistruktur\/parteitag\/leipziger-parteitag-2018\/\">Linkspartei steht vor der T&uuml;r<\/a>, w&auml;hrend die internen Konflikte die Partei nach wie vor polarisieren. Da es aller Voraussicht nach keine Kampfkandidatur um den Parteivorsitz geben wird und das Duo Kipping-Riexinger somit zwei weitere Jahre der Linkspartei vorstehen wird, liegen die Hoffnungen auf einer inhaltlichen Kl&auml;rung. Denn &bdquo;dieser Weg f&uuml;hrt nicht weiter&ldquo;, wie unser Leser Robert S. es in seinem ausf&uuml;hrlichen Brief zum Parteitag formuliert, den wir Ihnen heute vorstellen wollen. Vielleicht schafft es der Brief ja sogar, dem einen oder anderen Delegierten noch ein paar Denkans&auml;tze mit auf den Weg zum Parteitag zu geben. Das w&auml;re wichtig, denn die Lage ist ernst. Dieser Brief ist auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/180608_leserbrief_parteitag_v3.pdf\">als PDF zum Ausdrucken<\/a> verf&uuml;gbar.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>\nLiebe Nachdenkseiten,<\/p>\n<p>ich bin ein langj&auml;hriger Leser Ihrer Seite. Die Nachdenkseiten sind ein fast t&auml;glicher Quell an relevanten Informationen. Danke hierf&uuml;r.<\/p>\n<p>Ich bin Gewerkschafter aus S&uuml;ddeutschland und seit Jahrzehnten links-politisch engagiert &ndash; in den 80ern noch in der DKP und seit vielen Jahren nun in der Partei DIE LINKE. Seit geraumer Zeit empfinde ich die Lage in der Partei immer unangenehmer: Wegen der polarisierten Situation zwischen Parteispitze auf der einen und Fraktionsspitze auf der anderen Seite sowie der Unsachlichkeit und zum Teil Geh&auml;ssigkeit der parteiinternen Debatten. Ich denke, so kann es nicht weitergehen. <\/p>\n<p>Auf dem Parteitag am Wochenende wird ein neuer Vorstand gew&auml;hlt werden. Da ich aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden nicht in der Lage bin, zum Parteitag nach Leipzig zu fahren, habe ich in vielen Stunden zusammengetragen, welche Fehler meiner Meinung nach von der Parteif&uuml;hrung in den vergangenen Jahren gemacht wurden, die zu der jetzt schwierigen Lage beigetragen haben. Da es voraussichtlich keine Gegenkandidaturen gegen Bernd Riexinger und Katja Kipping geben wird, w&uuml;rde ich mir w&uuml;nschen, dass meine &Uuml;berlegungen den einen oder anderen Teilnehmer des Parteitags zu einer sachlichen, aber kritischen Frage inspirieren.  <\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn Sie meinen Text auf Ihrer Seite dokumentieren k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRobert S.\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Dieser Weg f&uuml;hrt nicht weiter<\/strong><\/p><p>Die Lage in der Partei DIE LINKE ist ernst. <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Themen\/wahlanalysen\/WNB_BTW_2017.pdf\">Sie steckt in der 10%-Falle und verliert weiter bei Menschen mit geringem Bildungsstand, bei Arbeitern und Arbeitslosen<\/a>. Sie legt zu bei Akademikern. Die Polarisierung zwischen Fraktionsf&uuml;hrung und Parteif&uuml;hrung l&auml;hmt zudem. Freilich, die Ausgangslage ist nicht einfach, aber Selbstkritik muss in dieser Situation schon sein. Liegt also die gef&uuml;hlte Stagnation nur an &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden oder haben auch eigene Fehler und falsche Strategien hierzu gef&uuml;hrt? <\/p><p>Meine Kritik richtet sich dabei auf die beiden Parteivorsitzenden, Katja Kipping und Bernd Riexinger, die die Partei seit sechs Jahren f&uuml;hren und die in den vergangenen Wochen nicht m&uuml;de wurden, zu erz&auml;hlen, dass <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1089645.linke-vorsitzende-im-interview-wir-stellen-die-eigentumsfrage.html\">ja eigentlich alles in Butter sei in der LINKEN<\/a>. Man habe einige neue Mitglieder gewonnen, die meist dem jungen akademischen Milieu entstammen und sei auf einem guten Weg. Ich begr&uuml;&szlig;e es sehr, wenn mehr (junge) Leute gemeinsam mit der LINKEn f&uuml;r eine gerechte Gesellschaft k&auml;mpfen. <\/p><p>Bevor ich zu meiner Kritik komme, m&ouml;chte ich auch loben. Die beiden Vorsitzenden sind in den vergangenen Jahren oft durch die Republik getingelt und haben mit Mitgliedern &ndash; insbesondere dem Funktion&auml;rsk&ouml;rper &ndash; gesprochen. Das ist ehrenhaft. Auch die Entscheidung, sich als Partei verst&auml;rkt dem Thema Pflege zuzuwenden, halte ich f&uuml;r gut und richtig.   <\/p><p><strong>Die Zahlen<\/strong><\/p><p>DIE LINKE hat bei der vergangenen Bundestagswahl 9,2% geholt &ndash; das entspricht 4.297.270 Millionen Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 kam Die Liinke auf 8,6% und 3.755.699 Millionen Stimmen. Bei diesen beiden Wahlen waren Kipping\/Riexinger Parteivorsitzende. Die Zugewinne sind sehr erfreulich, doch darf man als LINKE sich nicht alles rosarot malen. Eins f&auml;llt auf: DIE LINKE hat 2013 340.000 W&auml;hler an die AfD verloren und 2017 nochmals 420.000. Gemessen an den aktuellen W&auml;hlerzahlen, hat die Partei in zwei Wahlen also fast 18% ihrer W&auml;hler an die AfD verloren! Und trotz massiver Verluste der SPD und &uuml;ber 14 Millionen Nichtw&auml;hlern geht es &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; nur langsam vorw&auml;rts.<\/p><p>Die zu gro&szlig;e Angepasstheit der ostdeutschen Landesverb&auml;nde spielt sicher eine Rolle daf&uuml;r, dass DIE LINKE kaum noch als inhaltliche Alternative wahrgenommen wird.  Doch welchen Anteil haben die beiden Parteivorsitzenden an der Entwicklung daran? <\/p><p><strong>Hilfloser Anti-Faschismus &ndash; und was hinter der Betonung der Migrationspolitik steht<\/strong><\/p><p>Leider habe ich nicht den Eindruck, dass es einen eigenst&auml;ndigen, linken durchdachten Ansatz und eine Antwort gibt, wie man als LINKE mit der AfD umgehen m&ouml;chte. Ein &uuml;berzeugender Plan, wie man auf den massiven Vertrauensverlust bei Arbeitnehmern und Arbeitslosen reagieren m&ouml;chte, existiert meiner Kenntnis nach in der Parteizentrale nicht. Wurde von Kipping vor einigen Jahren eher verneint, dass man AfD-W&auml;hler wieder ansprechen will (wie <a href=\"https:\/\/www.katja-kipping.de\/de\/article\/833.leute-es-droht-ein-gesellschaftlicher-rechtsruck.html\">hier durchschimmert<\/a>), wollte sie zum Gl&uuml;ck im Bundestagswahlkampf <a href=\"http:\/\/www.dnn.de\/Region\/Mitteldeutschland\/Linke-will-Waehler-von-AfD-zurueckholen-Mehr-Buergernaehe-ist-Ziel\">mit einem Teil dieser Menschen<\/a> wieder reden. Erfolgreich war es leider wenig. Ein roter Faden fehlt.<\/p><p>Es gibt in und um die Partei das von der zweifelhaften trotzkistischen Gruppierung marx21 initiierte Projekt <a href=\"https:\/\/www.aufstehen-gegen-rassismus.de\/\">&bdquo;Aufstehen gegen Rassismus&ldquo; (AgR)<\/a>. Es ist meiner Meinung nach wenig geeignet, mit denen, die potentiell AfD w&auml;hlen, einen kritischen Dialog zu f&uuml;hren, weil der Vorwurf des Rassismus alles &uuml;berl&auml;dt. Anstatt die verbindenden sozialen Interessen nach vorne zu stellen. Nat&uuml;rlich haben viele Menschen in unserer Gesellschaft rassistische Einstellungen. Doch was n&uuml;tzt ein B&uuml;ndnis wie AgR mit der SPD und den Gr&uuml;nen, das &bdquo;gegen&ldquo; etwas oder jemanden ist und das weitgehend die realen oder eingeredeten materiellen Gr&uuml;nde f&uuml;r den Aufstieg der Rechten ausblendet? Wie soll der Vorwurf des Rassismus &uuml;berwunden und ein ernsthaftes Gespr&auml;ch mit echten oder potentiellen AfD-W&auml;hlern zustande kommen, wenn marx21 gleichzeitig die unrealistische Forderung nach &ldquo;offenen Grenzen f&uuml;r alle Menschen&rdquo; mit aller Macht verteidigt? Wie soll man sich als ernsthafte eigenst&auml;ndige Alternative gegen&uuml;ber dem neoliberalen Mainstream und den Rechten pr&auml;sentieren, wenn die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5500157\/\">Bewegungslinken um Kipping\/Riexinger aus Angst vor der AfD, &ouml;ffentlich schon dar&uuml;ber reden, mit der allen etablierten Parteien gegen die AfD zu k&auml;mpfen<\/a>? Breite B&uuml;ndnisse sind ja sch&ouml;n und gut und ab und zu richtig, aber wo ist der eigenst&auml;ndige, explizit linke Ansatz dieser Einheitsfront-Politik?<\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnte man auch von einem oft hilflosen Anti-Faschismus sprechen, der oft nur moralisch daherkommt und mitunter mehr denjenigen, die sich hierbei engagieren, als selbstvergewissernder Schulterklopfer dient, denn wirklich etwas ver&auml;ndern zu wollen. Und sich auch mal zu trauen, sich zwischen alle St&uuml;hle zu setzen.<\/p><p>Der Spiegel hatte in seiner Ausgabe vom 30.12.2017 sehr gut den Politikansatz des Kipping-Lagers umschrieben. In dem Artikel &bdquo;Das Herz schl&auml;gt rechts&ldquo; wird beschrieben, wie Kipping bei einer Veranstaltung von einer erwerbslosen Frau etwas gefragt wird: ob Kipping alle, die nicht m&ouml;chten, dass mehr Migranten ins Land kommen, nun aufgeben werde. Kipping antwortet mit keiner Silbe auf die Frage. Ihr vehementes Eintreten f&uuml;r &bdquo;offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo; kann man jedoch als Antwort werten &ndash; auch wenn sie selber betont, <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5453835\/\">dass es dabei nur darum gehe, Haltung zu zeigen<\/a>. Selbst wenn diese gar nicht umsetzbar ist. Wenn aber eine nicht f&uuml;r die Praxis gedachte Haltung schon das Gespr&auml;ch mit B&uuml;rgern verunm&ouml;glicht, sollte sie vielleicht abgelegt werden. <\/p><p>Die Debatte der vergangenen Wochen und Monate in der LINKEN dreht sich um Migration, nicht um Asylpolitik. Denn in der Asylpolitik kann ich keine wirklich gravierenden Unterschiede erkennen. Die Debatte dreht sich vielmehr um die Einwanderungspolitik. Hier hatten die Ost-Landesverb&auml;nde eine Art <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/download\/debatte\/einwanderungsgesetz\/137i_Konzeption_LINKE_Fluechtlings_und_Einwanderungsgesetzgebung_neu.pdf\">Konzept<\/a> entwickelt, das auch Kipping unterst&uuml;tzt. Dieses Konzept w&uuml;rde nahezu allen das Recht geben, immerzu nach Deutschland einzuwandern und zu bleiben. Eine faire Regulierung der Einwanderung, wie es vor einigen Wochen in einem <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/download\/debatte\/einwanderungsgesetz\/2018-05-03_thesenpapier_linke_einwanderungspolitik.pdf\">Thesenpapier<\/a> vorgeschlagen wurde und wie es etliche andere europ&auml;ische Linksparteien vertreten, wird von dem Kipping\/Riexinger-Lager abgelehnt. Im <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/fileadmin\/download\/parteitage\/leipziger_parteitag_2018\/antraege\/A.1._Parteivorstand.pdf\">Leitantrag<\/a> des jetzt anstehenden Parteitags steht &uuml;brigens nachweisbar nicht &bdquo;offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo;, weswegen Sahra Wagenknecht auch kein Problem mit dem Text hat. Die Vorsitzenden behaupteten dann jedoch, <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1089645.linke-vorsitzende-im-interview-wir-stellen-die-eigentumsfrage.html?sstr=Katja|Kipping\">dass &bdquo;offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo; gemeint sei<\/a> &ndash; obwohl es dort nicht steht. Ein Kindergarten, denn als Vorsitzende haben sie den Text des Leitantrages geschrieben. Wenn sie &bdquo;offene Grenzen f&uuml;r alle&ldquo; meinen, hatten sie jede Gelegenheit, dies auch zu schreiben. <\/p><p>Warum wird das Thema &uuml;berhaupt so hoch gehangen, wenn es doch &ndash; wie auf den Nachdenkseiten zu lesen war &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43854\">eher eine Phantomdebatte ist<\/a>. Denn jeder wei&szlig;, dass offene Grenzen f&uuml;r alle nicht umsetzbar ist, <a href=\"https:\/\/www.prager-fruehling-magazin.de\/de\/article\/1400.kann-es-ein-linkes-einwanderungsgesetz-geben.html\">was ja auch deren Bef&uuml;rworter eingestehen<\/a>. Dennoch fordern es einige. Weshalb? Insbesondere, weil man dadurch bei einem W&auml;hlermilieu (vor allem gering qualifizierte Besch&auml;ftigte, Arbeiter und Erwerbslose) eher verliert? Die Antwort scheint mir banal: &Uuml;ber das Thema Migration versucht der Fl&uuml;gel um Kipping\/Riexinger Sahra Wagenknecht <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=40566\">immer wieder (moralisch emp&ouml;rt) zu attackieren, bis sie aufgibt<\/a>. Man muss wissen, dass die vermutlich am Samstag beginnende Amtszeit die letzte f&uuml;r Kipping\/Riexinger als Parteichefs sein wird, denn laut  Satzung der LINKEN ist es un&uuml;blich, dass jemand l&auml;nger als acht Jahre ein Parteiamt bekleidet. Welchen Posten sollen Kipping und Riexinger denn in zwei Jahren einnehmen? Die Fraktionsklausur im vergangenen Herbst hat hier meiner Meinung nach einen Hinweis gegeben: Es ist gut m&ouml;glich, dass Kipping Wagenknecht als Fraktionschefin beerben m&ouml;chte. Daf&uuml;r m&uuml;sste Wagenknecht aber weichen, denn eine Zusammenarbeit dieser beiden erscheint unwahrscheinlich. Vermutlich wird deswegen weiter ohne Unterlass an Wagenknechts Stuhl ges&auml;gt werden, damit sie binnen der n&auml;chsten zwei Jahre aufgibt. Das Thema Migration eignet sich da besonders gut, um die Widersacherin mit vermeintlich moralischer &Uuml;berlegenheit kaltzustellen. Mit unseri&ouml;sen Positionen und instrumentalisiertem Streit kann man nicht erwarten, dass die Partei erfolgreicher wird.<\/p><p><strong>Europapolitische Fehlentscheidungen<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend der Hochzeit der Euro- und Finanzkrise wurde immer deutlicher, dass die Politik der Bundesregierung und der Troika, den Krisenl&auml;ndern mit K&uuml;rzungsprogrammen verbundene, immer neue Kredite aufzuzwingen, katastrophal enden wird. Oskar Lafontaine <a href=\"http:\/\/www.oskar-lafontaine.de\/links-wirkt\/details\/f\/1\/t\/wir-brauchen-wieder-ein-europaeisches-waehrungssystem\/\">schlug damals vor<\/a>, dass man sich als LINKE wieder kritischer gegen&uuml;ber der gemeinsamen W&auml;hrung geben m&uuml;sste und die Konstruktion des Euros angreifen m&uuml;sste. Er hat Recht, denn neben dem deutschen Lohndumping ist nat&uuml;rlich die nicht neutrale Architektur der Eurozone einer der Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r die Krise. Nichts anderes hatte einst die PDS als Position, als der Euro eingef&uuml;hrt wurde: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=x1ef0BBtuYA\">&bdquo;Euro &ndash; so nicht&ldquo;, sagte Gysi 1998 treffend<\/a>. Riexinger und Kipping <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/lohnerhoehungen-gefordert-linke-warnt-vor-zerstoerung-der-waehrungsunion\/8222318.html\">wischten Lafontaines Vorschlag einfach weg<\/a>. Kurz darauf konnte die AfD sehr gro&szlig;e Erfolge feiern mit Positionen gegen die v&ouml;llig falsch konstruierte Gemeinschaftsw&auml;hrung. Freilich sind deren Positionen national-konservativ und marktliberal und ganz sicher will man als LINKE nicht alle AfD-Unterst&uuml;tzer bei sich haben. Aber die bei vielen Menschen verbreitete unklare Ablehnung gegen den Euro hat DIE LINKE damals und heute nicht mal in Ans&auml;tzen f&uuml;r sich genutzt, obwohl es von Beginn an die richtige Position der damaligen PDS war.<\/p><p>Selbst seitdem im Sommer 2015 die Troika die linke griechische Regierung, die auf eine L&ouml;sung innerhalb der Eurozone gehofft hatte, erpresst und unterworfen hat, wollen Kipping und Riexinger nicht mal &uuml;ber einen Plan B reden. Sie nahmen nie an Plan-B-Konferenzen teil. Der Plan B, den unter anderem Jean-Luc M&eacute;l&egrave;nchon und Oskar Lafontaine erfanden, sieht vor, dass man versucht, auf EU-Ebene Dinge zu &auml;ndern (zum Beispiel im Bereich der Wirtschafts- und W&auml;hrungspolitik). Gelingt dies nicht, weil es keine Mehrheit in der EU f&uuml;r Vertrags&auml;nderungen gibt, will man unilateral Ma&szlig;nahmen ergreifen. Bis dahin, dass man auch einen Exit aus dem Euro und seinem marktliberalen Vertragswerk samt EZB in Erw&auml;gung zieht. Statt diese wichtige Debatte nach der Kapitulation von Syriza zu f&uuml;hren, halfen Kipping\/Riexinger Gregor Gysi dabei, Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Linkspartei (EL) zu werden. Seine Mission dort: jegliche zu EU-kritische Position zu unterbinden, denn Gysi ist mittlerweile politisch extrem angepasst. Die Weigerung, sich einer wichtigen Debatte &uuml;berhaupt nur zu stellen, ist eine der erfolglosesten Aspekte der Parteivorsitzenden Kipping und Riexinger, denn dank ihnen und Gysi ist die EL klinisch tot. Nur noch die brav K&uuml;rzungspolitik ausf&uuml;hrende griechische Syriza und die bei Wahlen immer unbedeutendere Kommunistische Partei Frankreichs sind ihre Verb&uuml;ndeten. Der relevante Rest hat sich trotz weiter bestehender Mitgliedschaft verzogen. Die Portugiesen des Bloco, die D&auml;nen der Enhedslisten, die Schwedische Linke, Podemos und die neue italienische Bewegung Potere al Popolo gruppieren sich um M&eacute;l&egrave;nchons La France Insoumise (LFI). Die links- bzw. gr&uuml;n-liberalen Kr&auml;fte gehen neuerdings zu Varoufakis&lsquo; DIEM25-Zusammenschluss. Die EL hat sich mit ihrer angepassten Strategielosigkeit unter ma&szlig;geblicher F&uuml;hrung der deutschen LINKEN-Politiker selbst ins Abseits gestellt (zum Hintergrund siehe zum Beispiel <a href=\"http:\/\/lexit-network.org\/digest\">hier<\/a>).<\/p><p>Diese Isolierung hat auch mit falschen Politikans&auml;tzen in der Europa- und Au&szlig;enpolitik zu tun. Zum Beispiel damit, dass Katja Kipping ernsthaft sagt, dass soziale Politik <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/meinung\/gastbeitraege\/eu-sozial-geht-nicht-national-a-322604\">nicht mehr im Rahmen des Nationalstaates m&ouml;glich sei<\/a>. Und damit, dass Bernd Riexinger <a href=\"https:\/\/www.prager-fruehling-magazin.de\/de\/article\/1322.gegen-macht-und-linke-eu-kritik-statt-exit-illusionen.html\">ver&auml;chtlich vor der Sackgasse des Nationalkeynesianismus (sic!) warnt<\/a>. Man fragt sich, was die beiden eigentlich wollen? Denn fast alle sozialpolitischen und Umverteilungs-Forderungen der LINKEN sind keynesianische Forderungen, die auf den deutschen Nationalstaat beschr&auml;nkt sind. Mehr EU kann bei den derzeitigen Vertr&auml;gen kaum gut sein. Es kann wohl kein besseres Beispiel daf&uuml;r geben, sich selbst handlungsunf&auml;hig und f&uuml;r W&auml;hler unattraktiv zu machen. Wenn nationale Sozialpolitik nicht mehr m&ouml;glich oder erstrebenswert sein soll, warum sollen die Menschen dann noch DIE LINKE w&auml;hlen, die ja zu Wahlen in Deutschland antritt? Warum sollen sie &uuml;berhaupt w&auml;hlen, wenn es offensichtlich unm&ouml;glich ist, national etwas zum Positiven zu ver&auml;ndern? Und warum sollen sie dann nicht vielleicht lieber die AfD w&auml;hlen, die ihnen (mit rechter Demagogie) den Eindruck vermittelt, man k&ouml;nne noch was ver&auml;ndern? <\/p><p><strong>Im Zweifel mit dem Establishment<\/strong><\/p><p>Bei der franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswahl 2017 erreichten die extrem rechte Marine Le Pen sowie der neoliberale Ex-Banker Emmanuel Macron die Stichwahl. Der erfolgreiche linke Kandidat Jean- Luc M&eacute;l&egrave;nchon holte beachtliche fast 20 %. Kipping und auch Gysi preschten vor und <a href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/linken-chefin-kipping-und-gregor-gysi-plaediert-fuer-wahl-macrons-a2112538.html?utm_source=dlvr.it&amp;utm_medium=twitter\">riefen v&ouml;llig unn&ouml;tigerweise unsere Nachbarn unisono zur Wahl von Macron auf<\/a>, weil die Medien hyperventilierten. Die deutschen LINKE-Politiker warteten noch nicht einmal ab, was M&eacute;l&egrave;nchon vorschlagen w&uuml;rde. Der franz&ouml;sische Linkspolitiker und seine Bewegung La France Insoumise (LFI) waren dabei viel cleverer. M&eacute;l&egrave;nchon sagte &ouml;ffentlich nur, dass man nicht Le Pen w&auml;hlen solle und rief pers&ouml;nlich nicht zur Wahl von Macron auf, sondern lie&szlig; trotz medialen Donners gegen ihn eine Online-Abstimmung unter den LFI-Anh&auml;ngern durchf&uuml;hren. Damit hatte sich LFI klar von den Rechten und dem neoliberalen Mainstream unterschieden. Eine eindeutige Botschaft an die Franzosen, dass es eine eigenst&auml;ndige dritte Alternative gibt &ndash; die nicht f&uuml;r die zu erwartenden K&uuml;rzungen unter Macron mitverhaftet werden konnte.<\/p><p>Dass Kipping und leider auch Riexinger sowie ein Teil der Partei DIE LINKE sich nicht traut, f&uuml;r ihre &Uuml;berzeugungen den Druck des medialen Mainstreams auszuhalten, konnte man auch beim Thema Frieden beobachten. Nicht nur, dass ich mich an keine gro&szlig;e proaktive dauerhafte Initiative f&uuml;r Frieden und Abr&uuml;stung und gegen die NATO von Katja und Bernd erinnern kann, sie kuschten auch.  Vor ein paar Jahren traten die sogenannten Friedensmahnwachen auf. Es waren tats&auml;chlich einige Irre dabei, mancherorts versuchten Rechte, sie zu kapern. Aber statt zu versuchen, das Ganze nach links zu ziehen, indem DIE LINKE massiv und koordiniert in diese Bewegung &ldquo;reingeht&rdquo; bzw. wenigstens von Stadt zu Stadt abzuw&auml;gen, wo dies sinnvoll sein k&ouml;nnte, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mahnwachen_f%C3%BCr_den_Frieden\">wie u.a. der hoch gesch&auml;tzte Andrej Hunko vorschlug<\/a>, forcierten Kipping und Riexinger und andere in der Partei, wie der stellv. Vorsitzende Tobias Pfl&uuml;ger, eine &ouml;ffentliche Abgrenzung &ndash; waren gleichzeitig aber nicht in der Lage oder wollten keine eigenen Aktivit&auml;ten aufbauen bzw. Angebote schaffen. Wenn man sich aber gemeinsam mit dem kriegsgeilen Medien-Mainstream &uuml;ber die pauschal als irre Friedensfreunde und Aluh&uuml;te Verunglimpften ausl&auml;sst, ist das in der Sache kaum f&ouml;rderlich. <\/p><p>W&auml;hrend die politische Rechte im Land pro-aktiv Demos organisierte, die &ldquo;Merkel muss weg&rdquo; skandierten, traute sich DIE LINKE sowas nicht. Mancherorts demonstrierten LINKE und Antifa-Jugendliche reflexhaft gegen diese rechten Aufm&auml;rsche und erweckten zum Teil den Eindruck, sie verteidigten Merkel. Bizarr. Denn nat&uuml;rlich m&uuml;sste auch DIE LINKE diese Forderung proaktiv f&uuml;r alle vernehmbar erheben, dass Merkel abgel&ouml;st werden muss. Nur aus unterschiedlichen Beweggr&uuml;nden wie die Rechten. Gerne verwenden Kipping und Riexinger den Slogan &ldquo;Partei in Bewegung&rdquo;, aber einiges an zu organisierender Bewegung haben die beiden in den vergangenen Jahren ziemlich verschlafen &ndash; insbesondere dort, wo sie DIE LINKE als wirkliche Alternative zu extremen Rechten und dem konservativ-liberalen Mainstream h&auml;tten positionieren k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Verankerung<\/strong><\/p><p>Mir fallen weitere Punkte ein, wo ich leider keinen Fortschritt in den vergangenen sechs Jahren erlebt habe. Die Verankerung in den Fl&auml;chenl&auml;ndern zum Beispiel. Im Westen sitzt DIE LINKE nur in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie in Hessen und im Saarland im Landtag. Hier gibt es seit Jahren kaum Verbesserungen. Auch im Osten hat DIE LINKE massiv im l&auml;ndlichen Raum verloren. Diese Entwicklung ist nicht neu, doch anstatt endlich eine ausgefeilte Parteiaufbau-Strategie f&uuml;r den l&auml;ndlichen Raum zu entwickeln, scheinen die Parteivorsitzenden lieber auf die urbanen Milieus zu setzen. Das wird aber vermutlich nicht reichen, um die Partei dauerhaft zu st&auml;rken und in den Bundesl&auml;ndern zu verankern.<\/p><p>Auch die Unterst&uuml;tzung in Betrieben und Gewerkschaften ist f&uuml;r DIE LINKE weit unter ihren M&ouml;glichkeiten &ndash; und das, obwohl mit Riexinger ja ein Gewerkschafter seit sechs Jahren Parteivorsitzender ist. Bei den Bundestagswahlen war DIE LINKE unter Gewerkschaftern hinter der AfD nur die vierte Kraft: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/++co++1aca2e9e-a209-11e7-99c0-525400e5a74a\">12% gaben der LINKEN ihre Stimme<\/a> &ndash; fast drei Prozent mehr als im W&auml;hlerdurchschnitt. Aber sie stagniert, wenn man bedenkt, dass <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++ec3c01c8-7357-11e6-b064-525400e5a74a\">DIE LINKE bzw. die Vorg&auml;ngerpartei Linkspartei.PDS schon 2005 11,8%, 2009 sogar 17,1% und 2013 11% bei den Gewerkschaftsmitgliedern holten<\/a>. Damit kann man nicht zufrieden sein. Es gibt zudem fast gar keine LINKE-Betriebsgruppen &ndash; also LINKE-Mitglieder und Sympathisanten in einem Betrieb, die auf der Arbeit und in ihrer Gewerkschaft organisiert f&uuml;r linke Politik streiten. Dies wurde &uuml;ber Jahre nicht &ndash; leider auch nicht von Riexinger &ndash; vorangetrieben. Manchmal denke ich, dass wir damals in der DKP der 1980er Jahre breiter in Betrieben verankert waren als DIE LINKE heute. Der Eindruck kann mich t&auml;uschen, aber die Beh&auml;bigkeit der LINKEN auf diesem Gebiet ist schon auff&auml;llig.<\/p><p>W&auml;hrend ich in den ersten Jahren immer Sympathien f&uuml;r Bernd Riexinger hatte, konnte ich mit Katja Kipping von Beginn an wenig anfangen. Sie &uuml;berzeugte mich nie und k&auml;mpft dann auch noch f&uuml;r das Bedingungslose Grundeinkommen. Das lehnen alle seri&ouml;sen linken &Ouml;konomen, die Gewerkschaften und der Armutsforscher Butterwegge mit Recht ab. Dennoch leistet sich die Partei DIE LINKE an ihrer Spitze eine Repr&auml;sentantin, die in einer der absoluten Kernfragen linker Politik &ndash; der Sozialpolitik &ndash; einen falschen Ansatz f&auml;hrt. Das ist wirklich ein gro&szlig;er Fehler. Zum Beispiel, wenn man daran denkt, dass Kipping am <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WTIFeE4yWE8\">Vorabend des 1. Mai<\/a> oder an <a href=\"https:\/\/www.inforadio.de\/programm\/schema\/sendungen\/zwoelfzweiundzwanzig\/201805\/220370.html\">Marx&rsquo; Geburtstag &ouml;ffentlich<\/a> nicht f&uuml;r die Mehrheits-Forderungen der Partei oder der Gewerkschaften\/der Arbeiterbewegung geworben hat, sondern f&uuml;r ihr Grundeinkommen. <\/p><p><strong>&Ouml;ffentliches Auftreten<\/strong><\/p><p>Ein letzter Punkt, der mir in den vergangenen Jahren an der Parteif&uuml;hrung und auch ihrem Umfeld nicht gefiel und der sicherlich dazu beigetragen hat, dass DIE LINKE f&uuml;r die Mehrheit der Menschen in diesem Land nicht attraktiver geworden ist, war die Art und Weise, wie sie sich &ouml;ffentlich &auml;u&szlig;erten. Und damit auch die Stimmung in der Partei regelrecht vergifteten. Es besch&auml;digt die Partei, wenn die Parteivorsitzende, die Schaden von der Partei abwenden sollte, die Fraktionsvorsitzende und einen Teil der Mitgliedschaft <a href=\"http:\/\/www.fr.de\/politik\/fluechtlingspolitik-der-linken-katja-kipping-gegen-sahra-wagenknecht-a-369356\">&ouml;ffentlich indirekt als AfD-light bezeichnet<\/a>. Wie soll nach solchen Vergleichen noch eine sachliche Diskussion stattfinden k&ouml;nnen? &Auml;hnliches gilt f&uuml;r das Umfeld der Parteivorsitzenden: der ehemalige Bundestagsabgeordnete Jan van Aken, ein enger Vertrauter Kippings, sprach sich im Jahr vor der Bundestagswahl <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Sahra-Wagenknecht-soll-zuruecktreten-article18276521.html\">&ouml;ffentlich f&uuml;r den R&uuml;cktritt von Wagenknecht aus<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fraktionsklausur-der-linken-krach-in-der-linken-um-einladung-an-ex-nato-general-1.3143326\">regte sich gek&uuml;nstelt auf<\/a>, um gegen Wagenknecht schie&szlig;en zu k&ouml;nnen, als die Linksfraktion den einstigen General Harald Kujat zu einem Gespr&auml;ch &uuml;ber Syrien einlud. Die bayerische Spitzenkandidatin der LINKEN, Nicole Gohlke vom Trotzkisten&ndash;Netzwerk marx 21, setzte mit Mitstreitern durch, dass man als Stadtverband M&uuml;nchen Sahra Wagenknecht im Wahlkampf  auf keinen Fall einladen wolle. Daraufhin luden zwei M&uuml;nchner Ortsverb&auml;nde Wagenknecht ein, aber Gohlke wollte laut Genossen vor Ort noch nicht einmal zusammen mit Wagenknecht auf der gleichen B&uuml;hne stehen und nahm nicht an der Kundgebung teil. Dass es gewiss auch Wagenknechts Popularit&auml;t zu verdanken ist, dass DIE LINKE erstmals sieben Bundestagsmandate in Bayern erringen konnte, scheint da offensichtlich nicht so wichtig zu sein. Es geht ja darum, Wagenknecht zu isolieren. Schlie&szlig;lich &auml;u&szlig;erte sich im Fr&uuml;hjahr der LINKEN-Politiker Niema Movassat &ndash; auch ein Anh&auml;nger der Parteivorsitzenden &ndash; anl&auml;sslich einer in <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5492147\/\">der taz als gegen Wagenknecht beschriebenen Konferenz<\/a>. Movassat suggerierte, dass Wagenknecht keine Positionen des linken Fl&uuml;gels mehr vertrete &ndash; in G&auml;nze. Er schob dann noch dreist hinterher, man wolle &bdquo;eine sachliche Streitkultur&ldquo;. Aha. Nach den davor get&auml;tigten, gewiss nicht sehr sachlichen Aussagen d&uuml;rfte das schwierig werden<\/p><p>W&auml;hrend Katja Kipping oder Bernd Riexinger nie m&uuml;de wurden, in der &Ouml;ffentlichkeit Sahra Wagenknecht zu kritisieren oder sich von ihr zu distanzieren, war stets wenig von ihnen zu h&ouml;ren, wenn Bodo Ramelow als Th&uuml;ringer Ministerpr&auml;sident der LINKEN <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/poker-um-die-pkw-maut-thueringen-stimmte-wegen-zusicherung-eines-bahnprojekts-zu\/19601314.html\">bei der PKW-Maut<\/a> oder <a href=\"http:\/\/internetz-zeitung.eu\/index.php\/4390-offenbarungseid-linke-stimmte-autobahnprivatisierung-im-bundesrat-geschlossen-zu\">der Autobahnprivatisierung<\/a> im Bundesrat zustimmte. Es dr&auml;ngt sich der Verdacht auf, dass in der Parteizentrale mit zweierlei Ma&szlig; gemessen wird. <\/p><p>Ein derartiges &ouml;ffentliches Auftreten, das massiv darauf abzielt, die beliebteste Politikerin der eigenen Partei zu besch&auml;digen, wirkt auf die W&auml;hler sicherlich nicht ansprechend. Sicherlich auch ein Grund f&uuml;r die Stagnation der LINKEN.<\/p><p>Abschlie&szlig;end vielleicht noch dies: Ich w&uuml;rde niemals behaupten, dass Sahra Wagenknecht perfekt ist. Sie sagt selbst von sich, sie sei keine gute Netzwerkerin. Ich hielt auch das Wort Gastrecht, das sie einmal gesagt hat, f&uuml;r falsch und nicht klug. Sahra Wagenknecht abzus&auml;gen, w&auml;re aber das D&uuml;mmste, was DIE LINKE tun k&ouml;nnte. <\/p><p>Es ist die Aufgabe von Parteivorsitzenden,  Debatten in sachliche Bahnen zu  lenken, sie nicht zu unterdr&uuml;cken und eine Partei zusammenzuhalten. Dazu geh&ouml;rt auch, einen ausgeglichenen Parteivorstand an diesem Wochenende zu w&auml;hlen. Doch Katja und Bernd haben, das ist ein echtes Novum in der LINKEN, <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/partei\/parteistruktur\/parteitag\/leipziger-parteitag-2018\/kandidaturen\/\">f&uuml;r jeden Posten des gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Parteivorstands<\/a> jemanden aus ihrem Lager ins Rennen geschickt. Worte dar&uuml;ber, dass es die St&auml;rke der LINKEN sei, plural zu sein, sind offenbar nur Schall und Rauch, wenn es darum geht, die eigenen Leute zu versorgen. <\/p><p>Da es vermutlich keine Gegenkandidaten gegen Kipping \/Riexinger geben wird, kann ich nur hoffen, dass beim anstehenden Parteitag einige kritische Fragen gestellt werden. Und dass sich dadurch der Kurs der alten und vermutlich auch neuen Vorsitzenden &auml;ndern wird und somit auch die Stimmung in der Partei wieder besser werden wird. Denn so geht es wirklich nicht weiter. Ohne inhaltliche und strategische Neuorientierung sowie endlich einem sachlichen, professionellen Auftreten nach Au&szlig;en kommt DIE LINKE ganz sicher nicht aus der 10%-Falle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der lang erwartete Leipziger Parteitag der <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/partei\/parteistruktur\/parteitag\/leipziger-parteitag-2018\/\">Linkspartei steht vor der T&uuml;r<\/a>, w&auml;hrend die internen Konflikte die Partei nach wie vor polarisieren. Da es aller Voraussicht nach keine Kampfkandidatur um den Parteivorsitz geben wird und das Duo Kipping-Riexinger somit zwei weitere Jahre der Linkspartei vorstehen wird, liegen die Hoffnungen auf einer inhaltlichen Kl&auml;rung. 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