{"id":4433,"date":"2010-01-02T10:39:04","date_gmt":"2010-01-02T09:39:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4433"},"modified":"2014-08-06T10:57:17","modified_gmt":"2014-08-06T08:57:17","slug":"spiele-statt-brot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4433","title":{"rendered":"Spiele statt Brot"},"content":{"rendered":"<p>Was Angela Merkel mit ihrer <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~EBB3DE7B914424EC3AE9EF59F950B1A5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Neujahrsansprache<\/a> wirklich sagen wollte, dar&uuml;ber haben auch schon andere ger&auml;tselt. So versuchte sich etwa die S&uuml;ddeutsche Zeitung an einer <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt2l1\/politik\/545\/498832\/text\/\">&bdquo;radikal-ehrlichen&ldquo; Version<\/a> dieser Ansprache ans Volk. Doch man braucht eigentlich nicht in Ironie zu fl&uuml;chten, um die &bdquo;wahre Rede&ldquo; der Kanzlerin zu erfassen, dazu gen&uuml;gt es die tats&auml;chlich gehaltene Neujahrsansprache einmal etwas genauer nachzulesen. Es ist eine Rede wie aus einem Sprachgenerator altbekannter Redeversatzst&uuml;cke. Was die Kanzlerin konkret verspricht sind Spiele statt Brot. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\n<em>&bdquo;Es war die Kraft der Freiheit, die die Berliner Mauer zu Fall gebracht hat. Und es ist diese Kraft der Freiheit, die uns heute Mut f&uuml;r das neue Jahr und das n&auml;chste Jahrzehnt machen kann. Sie tr&auml;gt uns gerade auch bei den Aufgaben, die uns im neuen Jahr viel abverlangen.&ldquo;<\/em><\/p><p>Ob zu Ehren von Altkanzler Helmut Schmidt, ob zum Jahrestag des Falls der Mauer, zum Tag der Einheit, ob im US-amerikanischen Kapitol oder in der Regierungserkl&auml;rung vor dem Deutschen Bundestag, die Floskel von der &bdquo;Kraft der Freiheit&ldquo; geh&ouml;rt f&uuml;r Merkel zum Standardrepertoire aller feierlichen Reden. Mit dem Slogan &bdquo;Kraft der Freiheit&ldquo; haben Westerwelle und Merkel auch schon die Wahl gewonnen.<\/p><p>Was meint Merkel eigentlich mit der &bdquo;Kraft der Freiheit&ldquo;?<br>\nKein Begriff ist in der Geschichte der Menschheit so oft missbraucht worden, wie der Freiheitsbegriff.<br>\nEinmal abgesehen, von der weltpolitischen Konstellation, die den Sturz des SED-Regimes m&ouml;glich machte, welche Kraft der Freiheit hat die Berliner Mauer wirklich zu Fall gebracht?<br>\nEs war der Wunsch der Deutschen in der DDR nach demokratischer Selbstbestimmung gegen die Fremdbestimmung durch ein diktatorisches Herrschaftssystem, es war die Freiheit von einem &Uuml;berwachungsstaat, es war das Bed&uuml;rfnis nach Meinungs-, nach Informations-, nach Reisefreiheit, auch nach Konsumfreiheit. Es war aber sicherlich zuletzt der Wunsch nach den wirtschaftsliberalen Freiheitsrechten des kapitalistischen Westens, also nach der &bdquo;Ordnung der Freiheit&ldquo;  wie sie etwa Bundespr&auml;sident K&ouml;hler definiert hat, n&auml;mlich <a href=\"?p=3848\">&bdquo;Privateigentum, Wettbewerb und offene M&auml;rkte, freie Preisbildung&ldquo;<\/a>. <\/p><p>Wenn Merkel an die &bdquo;Kraft der Freiheit&ldquo; appelliert, die uns bei den vor uns liegenden Aufgaben tragen soll, dann stehen heutzutage sicherlich nicht die b&uuml;rgerlichen Individualfreiheiten im Vordergrund, f&uuml;r die die B&uuml;rger der DDR auf die Stra&szlig;e gegangen sind. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation geht es der Kanzlerin viel mehr um die Verteidigung der wirtschaftlichen Freiheit oder konkret bezogen auf die Krise, die ja durch die ungehemmte Freiheit der M&auml;rkte verursacht wurde, um die Akzeptanz der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r die Lasten, die sie f&uuml;r deren Bew&auml;ltigung  zu tragen haben werden. Merkel missbraucht den Freiheitsbegriff, um mit dem Pathos der Freiheit, die Menschen darauf einzuschw&ouml;ren, dass sie ihren G&uuml;rtel enger schnallen m&uuml;ssen. Mit ihren Worten hei&szlig;t das, dass <em>&bdquo;&acute;wir` unsere Art zu leben&ldquo;<\/em> &auml;ndern m&uuml;ssen.<\/p><p>Wenn Merkel &uuml;ber &bdquo;die Kraft der Freiheit&ldquo; spricht, so denkt sie <em>&bdquo;ausdr&uuml;cklich zuerst an die vielen Helfer, an die Polizisten und an unsere Soldaten, die fern von ihren Lieben ihren Dienst tun m&uuml;ssen&ldquo; &bdquo;ganz besonders in Afghanistan&ldquo;<\/em>. Was ist das f&uuml;r eine Verschiebung der Priorit&auml;ten, wenn eine Regierungschefin in ihrer Neujahrsansprache nicht mehr zuerst ihr Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Millionen von Mitb&uuml;rgerinnen und Mitb&uuml;rger bekundet, die im zur&uuml;ckliegenden Jahr Schicksalsschl&auml;ge erleiden mussten und f&uuml;r die man ein besseres Neues Jahr w&uuml;nscht. <\/p><p>Es geh&ouml;rt zu der &uuml;blichen Manipulation durch Sprache, dass die zivilen Hilfen vor dem Milit&auml;reinsatz genannt werden. Was die Zahl der Menschen als auch was den Ressourceneinsatz anbetrifft, h&auml;tte das Milit&auml;r in der Reihenfolge nat&uuml;rlich zuerst genannt werden m&uuml;ssen, denn &bdquo;der Westen gibt f&uuml;r den Milit&auml;reinsatz in Afghanistan zehnmal mehr aus, als f&uuml;r den zivilen Wiederaufbau. Er zerst&ouml;rt mehr, als er aufbaut&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentar-politik\/der-krieg-der-verlierer-am-hindukusch;2465430\">schreibt J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer zu Recht im Handelsblatt<\/a>.<br>\nIndem Merkel im Zusammenhang mit der &bdquo;Kraft der Freiheit&ldquo; &bdquo;ausdr&uuml;cklich zuerst&ldquo; den Einsatz in Afghanistan erw&auml;hnt, versucht sie die Legende fortzuschreiben, dass &bdquo;unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt&ldquo; (Struck) werde. Die Behauptung der Kanzlerin, dass von Afghanistan <em>&bdquo;eine Gefahr f&uuml;r unserer Sicherheit und unser Wohlergehen ausgeht&ldquo;<\/em> hat schon beim Einmarsch vor neun Jahren nicht gestimmt und ist heute <a href=\"?p=4384\">offenkundig falsch<\/a>. <\/p><p>Merkel appelliert an unser Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die Soldaten, die <em>&bdquo;fern von ihren Lieben&ldquo; &bdquo;unter Einsatz Ihres Lebens&ldquo;<\/em> mit <em>&bdquo;H&auml;rte&ldquo;<\/em> und <em>&bdquo;Gef&auml;hrlichkeit&ldquo;<\/em> ihren Auftrag erf&uuml;llen. Das Mitgef&uuml;hl der Kanzlerin ist aller Ehren wert, aber wird hier nicht Mitleid rhetorisch dazu missbraucht, um von den dr&auml;ngenden Fragen einer Mehrheit der Bev&ouml;lkerung abzulenken, ob die politischen Entscheidungen, von den Soldaten den &bdquo;Einsatz ihres Lebens&ldquo; abzuverlangen, <a href=\"?p=4413#h01\">&uuml;berhaupt (noch) zu verantworten sind<\/a>. <\/p><p>Nachdem nun selbst Obama mit seiner Truppenverst&auml;rkung gleichzeitig den Beginn des milit&auml;rischen R&uuml;ckzugs angek&uuml;ndigt hat, bleibt auch Merkel keine andere Wahl, dar&uuml;ber zu reden, dass <em>&bdquo;die Verantwortung in den n&auml;chsten Jahren (?) Schritt f&uuml;r Schritt an die Afghanen &uuml;bergeben werden kann&ldquo;<\/em>. Dass <em>&bdquo;genau dazu&ldquo;<\/em> die Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London diene, kann man nur als eine plumpe Irref&uuml;hrung bezeichnen. In London wird es allenfalls darum gehen, wie viel zus&auml;tzliche Soldaten (&uuml;ber die Ausbilder von Polizisten hinaus) die Bundeswehr zu stellen hat, und das wei&szlig; Frau Merkel ziemlich &bdquo;genau&ldquo;.<\/p><p>Frau Merkel spricht &ndash; wie &uuml;blich &ndash; kein konkretes Problem an, sondern fl&uuml;chtet ins Allgemeine bzw. ins Unverbindliche:<br>\n<em>&bdquo;Es beginnt ein neues Jahrzehnt, in dem sich vieles f&uuml;r unser Land entscheiden wird.&ldquo;<\/em> Wer k&ouml;nnte diesem trivialen Satz widersprechen, aber wurde nicht im letzten Jahrzehnt nicht gleichfalls Vieles f&uuml;r unser Land entschieden? <\/p><p><em>&bdquo;Es wird sich entscheiden, wie wir Gerechtigkeit und Menschlichkeit in einer Welt sch&uuml;tzen, die Unrecht, Gewalt und Krieg nicht v&ouml;llig zu bannen vermag.&ldquo;<\/em><br>\nF&uuml;r die Kanzlerin ist nat&uuml;rlich v&ouml;llig klar, dass nur &bdquo;wir&ldquo; Gerechtigkeit und Menschlichkeit sch&uuml;tzen, unabh&auml;ngig davon, dass &bdquo;wir&ldquo; mit dazu beigetragen haben, dass durch die Art der Globalisierung, wie gerade auch &bdquo;wir&ldquo; sie voran getrieben haben, Gerechtigkeit und Menschlichkeit im zur&uuml;ckliegenden Jahrzehnt dramatisch verloren haben, der Hunger zugenommen und mehr Menschen in der Welt unter unmenschlicher Armut leben. Unrecht, Gewalt und Krieg geht f&uuml;r unsere Kanzlerin selbstredend immer nur von anderen aus. &Uuml;ber die Gewalt, die von v&ouml;lkerrechtswidrigen Kriegen etwa im Irak vom Westen ausgeht oder &uuml;ber die todbringende Gewaltaus&uuml;bung durch deutschen Befehl in Kundus, wird der Mantel des Schweigens gelegt.<\/p><p><em>&bdquo;Es wird sich entscheiden, wie wir die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland &uuml;berwinden und in Verantwortung f&uuml;r die n&auml;chsten Generationen die Staatsfinanzen sanieren.&ldquo;<\/em><br>\nWieder einmal tut Merkel so, als sei die Wirtschaftskrise, wie von einem <a href=\"?p=3599\">&bdquo;Spring-ins-Feld-Teufel&ldquo;<\/a> (Steinbr&uuml;ck) &uuml;ber uns her gefallen. Sie tut so, als sei die von der Kanzlerin gef&uuml;hrte Bundesregierung in die kriminellen Machenschaften des Verpackens und Weiterverkaufens notleidender Kredite in Wertpapiere nicht schon fr&uuml;h involviert gewesen w&auml;re. Es ist schon ziemlich dreist, am Tag bevor eine Milliardensteuersenkung auf Pump f&uuml;r reiche Erben, f&uuml;r Unternehmen oder Hoteliers in Kraft tritt, &uuml;ber die Sanierung der Staatsfinanzen in Verantwortung f&uuml;r die n&auml;chsten Generationen zu schwadronieren. Jeder Hinweis darauf, auf wessen Kosten die Staatsfinanzen saniert werden sollen, fehlt.<\/p><p><em>&bdquo;Es wird sich entscheiden, wie wir unseren Wohlstand erhalten, indem wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften &auml;ndern.&ldquo;<\/em><br>\nWas meint eigentlich die Kanzlerin damit, wenn sie von der Erhaltung des Wohlstands spricht, indem &bdquo;wir&ldquo; unsere Art zu leben &auml;ndern? Hat sie nicht noch in ihrer letzten Neujahrsansprache verk&uuml;ndet hat, <a href=\"?p=3678\">&bdquo;die Welt hat &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt&ldquo;<\/a>. Wer oder welche Gruppe in unserer Gesellschaft muss eigentlich seine Art zu leben &auml;ndern, um unseren Wohlstand zu erhalten? Wer muss seine Art zu wirtschaften &auml;ndern und welche Rolle spielt die Politik dabei? Um unseren Wohlstand zu erhalten, mit dieser Begr&uuml;ndung wurde auch mit der Agenda 2010 die gesetzliche Rente ruiniert, Hartz IV eingef&uuml;hrt und ein Unternehmenssteuersenkungswettlauf veranstaltet. Wir sind nun im Jahre 2010 angekommen. Aus der Armuts- Reichtumsbilanz kann man ablesen, wo der Wohlstand geblieben ist.<\/p><p><em>&bdquo;2010 wird sich entscheiden, wie wir aus dieser Krise herauskommen. Ich sage es sehr offen: Wir k&ouml;nnen nicht erwarten, dass der Wirtschaftseinbruch schnell wieder vorbei ist. Manches wird gerade im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann. Aber wir k&ouml;nnen mit guten Gr&uuml;nden hoffen, dass Deutschland diese Krise meistern wird; dass unser Land st&auml;rker aus ihr hervorgehen wird, als es in sie hinein gegangen ist; dass sich eine solche Krise nie mehr wiederholt.&ldquo;<\/em><br>\nMit diesen S&auml;tzen will uns wohl die Kanzlerin darauf einstimmen, dass in diesem Jahr die Zahl der Arbeitslosen dramatisch steigen wird, dass sich etwa die Beitr&auml;ge f&uuml;r die Arbeitslosenversicherungen erh&ouml;hen werden, dass Zusatzbeitr&auml;ge f&uuml;r die Krankenversicherungen drohen und dass die Lohneinkommen sinken werden. <\/p><p>Wie die Finanzkrise wird auch der &bdquo;Wirtschaftseinbruch&ldquo; als etwas dargestellt, das &uuml;ber uns herein gebrochen ist und womit die Politik allenfalls am Rande zu tun hat. Welche <em>&bdquo;guten Gr&uuml;nde&ldquo;<\/em> bietet die Kanzlerin an, dass Deutschland diese Krise meistern wird, au&szlig;er dass wir hoffen d&uuml;rfen?<\/p><p>Und dann folgt Merkels Stehsatz, den wir schon aus der letzten Neujahrsansprache vor einem Jahr kennen. <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/nn_774\/Content\/DE\/Archiv16\/Rede\/2008\/12\/2008-12-31-merkel-neujahrsansprache.html\">Damals<\/a> lautete dieser Satz: <em>&bdquo;Wir wollen die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht einfach &uuml;berstehen. Wir wollen st&auml;rker aus ihr herausgehen, als wir hineingekommen sind.&ldquo;<\/em><\/p><p>Was hei&szlig;t das eigentlich, dass unser Land st&auml;rker aus der Krise hervorgehen wird? St&auml;rker gegen&uuml;ber wem? St&auml;rker als andere Volkswirtschaften? Es ist die alte Denkstruktur des Standortwettbewerbs. Und St&auml;rkung der Wettbewerbsf&auml;higkeit hei&szlig;t wie in der Vergangenheit nichts anderes als weiter so wie bisher: niedrige L&ouml;hne, Senkung der Sozialabgaben, Ausweitung des Niedriglohnsektors, steuerliche und weitere Abgaben- Entlastung der Unternehmen, Verlagerung der Sozialkosten auf Private.<\/p><p>Merkels Vorschl&auml;ge daf&uuml;r, dass sich eine solche Krise nie mehr wiederhole, sind gleichfalls nahezu identisch mit denen vor einem Jahr: <em>&bdquo;Dazu m&uuml;ssen und werden wir weiter entschieden daran arbeiten, neue Regeln auf den Finanzm&auml;rkten einzuf&uuml;hren, die das Zusammenballen von Ma&szlig;losigkeit und Verantwortungslosigkeit in Zukunft rechtzeitig verhindern&ldquo;<\/em> so hie&szlig; es zum Jahrswechsel 2010. Im letzten Jahr sprach sie von der <em>&bdquo;Chance f&uuml;r internationale Regeln&ldquo;<\/em>. Aber was ist im Verlauf des zur&uuml;ckliegenden Jahres an neuen Regeln eingef&uuml;hrt worden?<br>\n&bdquo;Nichts, aber auch gar nichts haben die Regierenden zur Entschleunigung der Finanzm&auml;rkte getan&ldquo;, schrieb vor wenigen Tagen <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2133154_Leitartikel-zur-Finanzkrise-Es-brennt-schon-wieder-lichterloh.html\">Robert von Heusinger in der Frankfurter Rundschau<\/a>. Und wurde nicht die Bankenregulierung auf internationaler Ebene noch j&uuml;ngst unter dem massiven Einfluss gerade der deutschen Unterh&auml;ndler bis 2012 auf <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article5563447\/Bankregulierung-wird-noch-ein-Jahr-aufgeschoben.html\">die lange Bank geschoben<\/a>? <\/p><p>Es folgen die in jedem Statement wiederkehrenden Reizworte von Arbeit schaffen, Wachstum schaffen, &bdquo;Lektion umfassend gelernt&ldquo;, Wirtschaft und Umwelt seien keine Gegens&auml;tze, Nachhaltigkeit usw. usf. Diese Sprachblasen h&ouml;ren wir nun seit Jahren gebetsm&uuml;hlenhaft. Es sind die immer gleichen Tarnworte, wie etwa das Unwort vom &bdquo;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&ldquo;, mit denen in geradezu zynischer Weise die Bedienung von Klientelinteressen als Sachpolitik im Interesse der Allgemeinheit verpackt wird.<\/p><p><em>&bdquo;Gelingen wird dieser Umbau zu mehr Nachhaltigkeit, wenn wir uns gleichzeitig weiter um eines k&uuml;mmern: Darum, dass der gute Geist des Zusammenhalts, den ich in diesem Jahr der Krise so oft erlebt habe, auch im kommenden Jahr erhalten bleibt, dass die Erfahrung des Miteinanders von Starken und Schwachen, Jungen und Alten, Ost und West, Einheimischen und Zugewanderten uns auch im kommenden Jahr tr&auml;gt.&ldquo;<\/em><br>\nAuch bei dieser Passage achte man auf die Wortwahl:<br>\nEs geht nicht um die aktive Solidarit&auml;t oder um einen Ausgleich zwischen Starken und Schwachen oder zwischen Alten und Jungen, es geht nicht um eine aktive Integrationspolitik f&uuml;r die Zugewanderten, sondern um das passive &bdquo;Miteinander&ldquo;. Miteinander, das ist nicht eine Beziehung des &bdquo;F&uuml;reinanders&ldquo; oder des zugewandten &bdquo;Zueinanders&ldquo; oder des &bdquo;umeinander&ldquo; K&uuml;mmerns oder des aufeinander Zugehens. &Uuml;ber das, was zur Fundierung des Zusammenhaltes in unserer Gesellschaft n&ouml;tig w&auml;re, schweigt sich die Kanzlerin aus.<\/p><p>Und das sind die einzigen von der Kanzlerin konkret genannten Ereignisse <em>&bdquo;auf die wir uns im kommenden Jahr freuen k&ouml;nnen: auf die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft, auf die Veranstaltungen in Essen und im Ruhrgebiet, das Kulturhauptstadt Europas 2010 sein wird, oder auf den &Ouml;kumenischen Kirchentag.&ldquo;<\/em><br>\nDie Neujahrsansprache von Angela Merkel l&auml;sst sich in einem Satz zusammenfassen:<br>\nSpiele statt Brot! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Angela Merkel mit ihrer <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~EBB3DE7B914424EC3AE9EF59F950B1A5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Neujahrsansprache<\/a> wirklich sagen wollte, dar&uuml;ber haben auch schon andere ger&auml;tselt. So versuchte sich etwa die S&uuml;ddeutsche Zeitung an einer <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt2l1\/politik\/545\/498832\/text\/\">&bdquo;radikal-ehrlichen&ldquo; Version<\/a> dieser Ansprache ans Volk. Doch man braucht eigentlich nicht in Ironie zu fl&uuml;chten, um die &bdquo;wahre Rede&ldquo; der Kanzlerin zu erfassen, dazu gen&uuml;gt es die tats&auml;chlich gehaltene<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4433\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[188,1,11,161],"tags":[351,441,531,315,316,690,460],"class_list":["post-4433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesregierung","category-das-kritische-tagebuch","category-strategien-der-meinungsmache","category-wertedebatte","tag-afghanistan","tag-freiheit","tag-koehler-horst","tag-merkel-angela","tag-neujahrsansprache","tag-neusprech","tag-sz"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4433"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22641,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4433\/revisions\/22641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}